Ein Tag zum Vergessen

…war heute im weitesten Sinne. Und eigentlich doch auch so gar nicht. Es kommt auf den Blickwinkel an.
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Zum Einen musste ich feststellen, wie emotional ich sein kann – kein wirklich schönes Gefühl. Den Teil des Tages möchte ich gern „suchen und ersetzen“ durch Professionalität und Gelassenheit.

Zum Anderen konnte ich aber heute auch wirklich mal Lernzeiten mit den kleinen Monstern der 1 genießen, die mitgearbeitet haben und beeindruckend große Ansätze von Selbstständigkeit und Mitdenken zeigten. Und ich durfte wieder erfahren, dass ich tolle Kollegen habe, die hinter mir stehen, auch wenn ich mir dessen nicht immer bewusst bin. Diese Teile möchte ich bitte „speichern“ sowie „kopieren und einfügen“!2016-09-15-07-21-35

Gerade das ist eigentlich wirklich schade an unserem Beruf: Wir wollen, sollen und müssen ein Team sein, damit unsere Schule funktioniert. Und nicht nur funktioniert, sondern auch für ALLE Beteiligten gewinnbringend funktioniert. Damit man sich darin wohlfühlen kann und Groß und Klein gern dorthin gehen können.
Und andererseits mutieren wir mehr und mehr zu Einzelkämpfern, weil es nur noch um Ressourcen geht, nicht um Menschen oder gar um sowas Abstraktes wie Bildung. Ich bin jetzt seit knapp zwölf Jahren im Schuldienst und erinnere mich noch an Zeiten, in denen man in den Pausen Zeit und Muße zum Quatschen hatte und nicht zig kleine bis große Probleme lösen musste. Ich erinnere mich mit Wehmut daran, dass man sich gegenseitig im Unterricht besuchen konnte, weil dafür Stunden freigeschaufelt werden konnten. Ich erinnere mich auch daran, dass ich mehr unterrichten konnte und weniger organisieren musste.

Es wäre schön, wenn wir wieder dahin kommen könnten, dass Kollegien in Ruhe arbeiten und nicht von einem Konzeptabgabetermin zum nächsten hetzen müssten. Mal wieder eine Sache richtig, vollumfänglich, durchdacht, mit Evaluationsmöglichkeiten angehen können, das wäre schön. Und wisst ihr, was ich am allerschönsten fände: Wenn wir, die Menschen, die in Schule arbeiten, nicht länger als „Ressource“ begriffen werden würden.

So, das musste heute mal raus. Jetz is besser.

Katha

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8 Gedanken zu „Ein Tag zum Vergessen

  1. Liebe Katharina,
    in der Woche habe ich es leider nicht geschafft dir zu sagen (was nur deine Aussage zum durch den Tag hetzen bestätigt). Ich bewundere immer wieder deine Ideen, deine Enerhie und die Liebe mit der du deinen Beruf machst. Glaube weiter an das was du machst! Wir tun es auf jeden Fall!

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  2. Liebe Katha, du bist eine tolle und engagierte Lehrerin und Kollegin und unser Kollegium profitiert sehr von deiner Arbeit! Bitte mach weiter, verliere nicht deinen Glauben an gute Schule, gemeinsam werden wir neue Dinge angehen und schaffen, da bin ich mir sicher! Drücke dich💋

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  3. Oh, das klingt in der Tat nach einem intensiven Tag!
    Was mir hilft, wenn mich etwas emotional zu sehr angreifen möchte, ist der Blick ein paar Jahre weiter: Wie wirst du in einem, zwei oder fünf Jahren auf diesen Tag, dieses emotionale Durcheinander blicken? Wirst du dich in zehn Jahren überhaupt noch daran erinnern können? Das hilft, manches besser oder anders einzuordnen.

    Und was deinen Wunsch nach Ruhe anbelangt, den unterschreibe ich sofort und auf der Stelle. Ich würde auch gerne einfach mal in Ruhe unterrichten.

    Und jetzt: Kopf hoch, Tag abhaken, morgen kommt ein neuer 🙂
    LG
    Frau Weh

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    1. Liebe Frau Weh, danke für den aufbauenden Kommentar! Gaaanz viele meiner eigenen Kollegen haben sich Montag auch gemeldet und mir Mut zugesprochen, das hat unheimlich gut getan! Das Gute im Schlechten betrachten hilft auch manchmal…
      Katha

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