Schwere Kost

Zum ersten Mal seit Langem habe ich mal wieder Broschüren bei einem Bundesministerium bestellt. Diesmal aber keine zur Gesundheitserziehung oder zu landwirtschaftlichen Themen sondern zu Erbrecht, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht… Möppels Großeltern suchen zur Zeit meine Hilfe in diesem doch etwas beängstigenden Thema. Darum bin ich ja ganz froh, dass sie Regelungen treffen wollen, aber es löst irgendwie auch ein bisschen Bauchweh aus. Vor allem aber beschließe ich gerade, dass ich diese ganzen Regelungen für den Unfall-, Krankheits- oder gar Todesfall auch für mich und meinen Mann festlegen möchte, damit unsere Jungs im schlimmsten Falle irgendwie versorgt sind. Man neigt ja doch eher dazu, sowas wie ein Testament zu vernachlässigen nach dem Motto „Ich bin doch noch so jung!“. Sollte man aber vielleicht doch nicht, oder?

Konkret heißt das für die letzte ganze Ferienwoche, dass ich mich neben meinen angefangenen Fachbüchern zu Inklusion und Co. auch durch diese mit juristischen Fachbegriffen gespickten Abhandlungen lesen werde und dann hoffentlich unter Einbeziehung von Ärzten und einem Notar für zwei Ehepaare eine rechtlich sichere Formulierung zustande bekomme.

Habt ihr euch auch schon durch solche Themen gekämpft? In der Not oder geplant? Ich hoffe, dass wir in der Familie alle zusammen eine gute Vorsorgelage schaffen können.

So, Schluss mit dem Privatkram! Nächste Woche kann ich auch mal wieder richtig mit der Vorbereitung starten. Möppelchen in der Kita, Möppel startet in die OGS und Möppelpapa muss natürlich arbeiten. Mal sehen, ob es schon was Konkretes vorzubereiten gibt…

Beste Grüße und viel Spaß im Ferienendspurt für alle NRWler,
Katha

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6 Gedanken zu „Schwere Kost

  1. Tatsächlich habe ich mich auch diese Ferien mal genauer mit dem Thema beschäftigt, da bei mir noch erschwerend dazu kommt, dass ich dauerhaft im Ausland lebe…
    Ich musste leider kürzlich bei einer Bekannten, die sehr unerwartet und auch noch sehr jung verstorben ist erfahren, wie unglaublich schwer und mühselig es für die Eltern war, ihre Tochter zurück zu holen und zutritt zur Wohnung zu bekommen etc ohne der Landessprache mächtig zu sein und auch ohne irgendwelche Unterlagen zu haben. Das gibt einem natürlich schon zu denken…
    Allerdings ist sowohl die deutsche als auch die hier geltende Rechtslage zu beachten usw was das ganze wirklich schwer macht, alles ordentlich unter einen Hut zu bringen. Da werde ich noch eine Weile dran feilen müssen auch mit örtlichen Anwälten sprechen müssen etc…
    Vielleicht werde ich meinen Eltern auch mal die Broschüren ans Herz legen, die du empfohlen hast, wusst nämlich garnicht, dass es das gibt!

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  2. Wir haben alle diese Dinge sowohl für uns als auch für meine Mama erledigt. Auch ich mochte mich mit dieser Thematik nie wirklich auseinandersetzen. Dann wurde mein Papa letztes Jahr schwer krank, lag im künstlichen Koma und er hatte keine Patientenverfügung. Dann kam der Tag, an dem ich mit meiner Mama entscheiden musste, dass die Geräte abgestellt werden und wir ihn gehen lassen. Das war die schwerste und schlimmste Entscheidung meines Lebens und sie verfolgt mich. Ich möchte nie wieder vor so einer Entscheidung stehen müssen. Der Herzschrittmacher durfte wegen der fehlenden Verfügung nicht abgestellt werden und so zog sich das alles ziemlich lang und qualvoll hin. Ich kann nur jedem empfehlen, sich rechtzeitig zu kümmern. Das seid ihr euch selbst und euren Angehörigen schuldig und es erleichtert so vieles, wenn alles geregelt ist.
    Lieben Gruß
    Sandra

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  3. Ich habe gerade meine beiden Eltern verloren, schwer erkrankt, aber unerwartet und in einem Alter, in dem man noch gerne leben möchte, und ich kann nur betonen, dass es mehr als gut war, dass alles vorher geregelt war. Es ist im Todesfall bzw. Krankheitsfall schwer genug, aber es erleichtert vieles, wenn wichtige Dinge geklärt sind. Ich kan nur jeden ermutigen, sich in dieses Thema einzuarbeiten und Vorkehrungen zu treffen. Die Hinterbliebenen sind wirklich dankbar darum.
    Ich kann auch jeden ermutigen, wenn eine schlimme Diagnose da ist, mit dem betroffenen die Patientenverfügung auf den aktuellen Fall abzustimmen solange es noch möglich ist.

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  4. Auch ich habe in den Ferien mit meinen Eltern diese Vorsorgemaßnahmen getroffen.
    Wir hatten ein sehr gutes Beratungsgespräch bei Betreuungsverein der AWO. Dort haben wir sehr gute Tipps bekommen. Dann waren wir noch beim Pflegestützpunkt und haben uns über die Leistungen bei den verschiedenen Pflegegraden informiert.
    Es ist schon sehr beruhigend zu erfahren, dass die Eltern, die jahrzehntelang Sozialabgaben gezahlt haben, im Betreuungsfall eine gute Unterstützung erhalten.

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  5. Du gibst mir gerade den nötigen Ansporn. Ich werde gleich noch diese Broschüren bestellen, bevor es morgen endlich für 14 Tage in die Ferien geht. Letzte Woche hat mich mein kinderloser Onkel angesprochen, ob er mich als Bevollmächtigte einsetzen darf, bei meinen Eltern habe ich bereits nötige Unterschriften getätigt. Aber für uns und unsere Kinder haben wir auch noch keine Vorkehrungen getroffen. Vielen Dank für die Anregung. Ich wünsche noch schöne Ferien.
    Wir haben glücklicherweise erst Halbzeit, sodass ich noch viel Hoffnung habe, dass die Erholung noch einzieht!
    Herzliche Grüße aus dem Südwesten, Kathrin

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