Rezension: „Das kann KI“

Titel: „Das kann KI – Die einfache Anleitung“
Verlag: Stiftung Warentest (hier klicken)
Autor: Andreas Erle
ISBN: 978-3-7471-1033-1

Zum Inhalt:
KI ist spätestens seit der Einführung von ChatGPT (OpenAI) in aller Munde. Zwischen Heilsbringer:in und dem Verteufeln der möglichen Folgen liest und hört man viel. Das vorliegende Buch bemüht sich, dem Thema generativer KI neutral zu nähern und verschiedene Perspektiven aufzuzeigen. Dazu werden zuerst verschiedene Tools und Integrationen vorgestellt und es gibt Tipps zum Prompten. Den größten Teil nehmen dann Anwendungsbeispiele ein, bevor es abschließend um das Für und Wider geht:

Meine Meinung:
Ich gehöre ja gern zu den „Early Adopters“, wenn es um neue Technologien geht, und habe natürlich diverse eigene Versuche mit generativer KI unternommen bzw. mir von Kolleg:innen zeigen lassen. Auch aufgrund der rasanten Entwicklung der Tools habe ich hierbei aber weniger denn je das Gefühl, so etwas wie Ahnung oder gar Kompetenzen erworben zu haben. Dementsprechend kannte ich viele der vorgestellten Tools, oft aber eben auch nur dem Namen nach. Die Anwendungsideen und vor allem die Unterschiede zwischen den Anbietern und Plattformen fand ich aber sehr erhellend und ich wurde inspiriert, mein Ausprobieren noch einmal deutlich in die Breite zu ziehen. Vor allem die direkt in meinen Geräten integrierten Anwendungen möchte ich noch gezielter testen und gegeneinander abwägen. Vielleicht erreiche ich so noch einen komfortableren Workflow als mit meinem bisherigen Vorgehen, das doch oft ChatGPT als Ausgangspunkt hat.

Leseempfehlung:
Natürlich kann ein Buch über KI aus 2025 keine dauerhafte Gültigkeit behalten und ist in Teilen vermutlich jetzt schon nicht mehr aktuell – aber das geht eben in gedruckter Form bei den tagesaktuellen Veränderungen nicht. Dennoch empfehle ich „Das kann KI“ allen Menschen, die gern digital arbeiten, aber aus einem gedruckten Buch oft etwas sortierter Gedanken mitnehmen können als aus Erklärvideos, Blogs und Sozialen Netzwerken. Lest mal rein und lasst euch inspirieren!

Vielen Dank an den Verlag der Stiftung Warentest für das Rezensionsexemplar!

Katha

Rezension: „Upgrade: Kollaboratives Lernen“

IMG_6816Titel: „Upgrade: Kollaboratives Lernen. Sehen – Fördern – Bewerten“
Verlag: Klett Kallmeyer (hier klicken)
Autor: Björn Nölte
Illustrationen: Anja Legrand
ISBN: 978-3-7727-1656-0

Zum Inhalt:
Kollaboration ist eine der 4 sog. 21st-century-skills, also eine der vier Fähigkeiten, die Lerner*innen zukünftig am dringendsten benötigen werden: Kollaboration, Kooperation, Kreativität und Kritisches Denken. Dass diese Kompetenzen in einer Kultur der Digitalität eine große Rolle spielen, dürfte klar sein.
IMG_6817So hat Björn Nölte mit dem vorliegenden Buch auch keinen weiteren Ratgeber verfasst, warum kollaborative Lernformen sinnvoll sind oder wie sie schrittweise aufgebaut werden können, sondern vor allem vor den veränderten Anforderungen an Schule und Lehrer*innenausbildung verschiedene Schlaglichter auf die Beudeutung und Umsetzung von Kollaboration geworfen. Von Definition und Abgrenzung geht es sehr praktisch durch mögliche koll. Szenarien im Unterricht, Diagnose und Bewertung sowie die Bedeutung von Beziehung für Kollaboration. Aber auch den Blick über den Tellerrand des Unterrichts gibt es: Kollaboration bezogen auf Kollegien / Vernetzung sowie koll. Zugänge in der Ausbildung.
Die Texte werden immer wieder aufgelockert durch Illustrationen einerseits, durch Kurzportraits, Kurzlinks bzw. QR-Codes andererseits.

Meine Meinung:
Auf Twitter folge ich Björn Nölte schon länger (an dieser Stelle wieder einmal eine Einladung ins #Twitterlehrerzimmer!) und auch dem Institut für zeitgemäße Prüfungskultur, in dem er aktiv mitwirkt – zuletzt durfte ich u.a. seinen Ideen bei der molol in Hannover im September lauschen. Ich wusste also grundlegend, was auf mich zukommt und dass die vorgestellten Ideen Hand und Fuß haben. Das hat sich absolut bestätigt! Über manche Kapitel konnte ich demnach eher leicht hinweglesen, weil ich im Thema bin oder die Beispiele von Twitter kannte. Andere Kapitel aber (vor allem das zu Beziehungen) haben mich sehr bewegt und mal wieder mehrere lose Fäden in meinem Hirn miteinander verknüpfen können, um meine Haltungen und Vorstellungen auszuschärfen.
Björn und die Autor*innen einzelner Kapitel machen deutlich, dass die Haltung der Lehrkraft die alles entscheidende Grundlage dafür ist, wie sich Unterricht entwickelt, wie sich Schule entwickelt. Sie stellen das weite Feld der Möglichkeiten dar, aber zeigen auch realistische Grenzen auf.
Viele Aspekte aus diesem Buch sind in einer Kultur der Digitalität gedacht, aber ebenso ist es für die gedankliche Basis gleich, ob ein Mensch eher analog oder digital arbeitet – wenn auch digitale Tools Kollaboration auf neuen Ebenen ermöglichen und extrem vereinfachen. Wieder einmal wird deutlich, dass es bei (digitaler) Unterrichtsentwicklung nicht um Unterrichtsrezepte geht und dass vorgestellte Beispiele eine Anregung aber keine Formel sein können.
Ich gehe inspiriert in die kommende Seminararbeit und fühle mich bestärkt in der Haltung, die ich auch meinen LAA vermitteln möchte: einen selbstreflexiven, offenen Blick auf die Möglichkeiten zu haben, was in Schule alles möglich ist. Danke dafür!

Leseempfehlung:
Die praktischen Beispiele stammen aufgrund des Schwerpunkt des Autoren, aus den Sekundarstufen. Dennoch möchte ich ausdrücklich alle interesssierten Lehrkräfte anregen, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen: einerseits sind die Grundlagenkapitel (Diagnose, Bewertung, Beziehung, Elternarbeit) schulformübergreifend gültig, zum Anderen lassen sich auch die anspruchsvollen Beispiele für Unterrichtsszenarien teilweise gut herunterbrechen für die Primarstufe. Wer sich also vom Wert kollaborativen Arbeitens überzeugen lassen möchte, der möge dieses „Upgrade“ lesen!

Vielen Dank an Björn (und stellvertretend natürlich an den Verlag) für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha