Wie entsteht eigentlich eine Karte?

Zu dieser Frage hatten meine Drittklässler teils keine, teils rudimentäre Vorstellungen (wenn ich die zwei Schlaumeier mal außen vor lasse, die immer alles schon wissen…).

Gut, dann probieren wir es mal aus!

Schritt 1: Eine von mir gezeichnete Karte bzw. Luftansicht-Skizze unseres Differenzierungsraums liegt auf dem OHP (krass moderner Medieneinsatz) und die SuS vermuten, was dort abgebildet sein könnte.
Karte Nebenraum kartografieren.jpgSchnell erkennen sie den Raum und können den Formen die reellen Gegenstände zuordnen.

Schritt 2: Gruppenarbeit mit folgenem Arbeitsauftrag:
Kartenaufgabe.PNGIn jede Gruppe habe ich stärkere und schwächere Kinder gepackt, um allen Gruppen einen Erfolg zu ermöglichen. Da man fast alle benötigten Symbole auf meiner Karte abschauen konnte, war dieses Aspekt des Kartografierens vorentlastet.
Obwohl es kaum Streitigkeiten während der GA gab (was selten genug vorkommt), waren die Ergebnisse dann am Ende doch extrem unterschiedlich. Ihr dürft jetzt mal meinen Klassenraum kennenlernen – in sechs Varianten… 😉
((die Bilder bleibe ich für heute schuldig – in der Schule liegen lassen…))

Schritt 3: Analyse
Im Tafelkino besprechen wir, was auf welchen Karten besonders gelungen ist, warum sich Manches leichter erkennen lässt als Anderes und dass der Klassenraum eher Hochformat als Querformat hat. Ein Schüler ist der Sohn eines Bauzeichners und haut mit seiner Karte alles raus – sie wurde von allen als bestes Ergebnis gewürdigt, was den Jungen zu Recht stolz machte.

Schritt 4: Gruppenarbeit – outdoor!
DSCN2253.JPG
Wir nehmen einen Zeichenblock mit auf den Schulhof und versuchen, diesen zu kartografieren. Das ist eine deutliche Steigerung der Anforderungen (neue Symbole werden benötigt!) – aber wieder arbeiten die Gruppen ziemlich konzentriert und bis auf wenige Ausnahmen zielführend zusammen. Wir haben z.B. in den Gruppen besprochen, dass nicht jeder in der Gruppe zeichnen kann, aber dass auch die Beobachtungen und Tipps dem Zeichner nützen. Oder dass man Bäume in der Seitenansicht zwar besser erkennt, aber dass das nicht zu einer „richtigen“ Karte passt, auf der alles von oben zu sehen ist. Man braucht also Zeichen/Symbole, um Sträucher, Spielgeräte etc. darzustellen. Mein Highlight war, als einer meiner Träumer oben auf dem Klettergerüst stand und er auf meine vorsichtige Frage nach seinem aktuellen Status antwortete, er schaue nach, wie alles von oben aussähe. Bingo!
Kurzes Betrachten der Ergebnisse war heute noch drin, aber etwas genauer kommt das noch in…

Schritt 5: Das wird dann in den nächsten Tagen noch die abschließende Reflexion der Produkte sein und das Beschreiben des Kartografier-Vorgangs anhand von Stichworten. Natürlich werden die Ideen der Kinder auch noch durch ein par standardisierte Zeichen für Karten ergänzt und ein ganz bisschen theoretische Kartenarbeit muss auch noch sein.
Dann hoffe ich aber, dass am Ende mit Hilfe der sog. Didaktik des leeren Blattes ein bisschen mehr bei den kleinen Monstern hängenbleibt als wenn wir nur AB abarbeiten…

Beste Grüße
Katha

 

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Das Klexikon

Manche Dinge kann man ja einfach mal teilen: Das Klexikon, Kidernachschlagewerk u.a. unterstützt von SeitenStark, hat inzwischen fast 2500 Artikel beisammen, in denen kindgerecht nachgeschlagen werden kann. Eine tolle Alternative zu Wikipedia, die man den Kindern unbedingt mal nahebringen sollte…
Bildergebnis für klexikon

Hier geht es direkt dorthin: Klexikon

Wenn man sich die Themensammlung mal ansieht, dann fallen Schwerpunkte beim Themenbereich Tiere sowie in der Geografie auf. SU-Lehrkräfte können sich freuen!
Erfreulicherweise steht alles unter einer Creative-Commons-Lizenz, also dürfen die Inhalte verwendet und unter Namensnennung weiter gegeben werden.

Beste Grüße
Katha

Nur Luft und … Licht!

Auf dem Rückweg vom Sport war es heute schon dunkel und eher winterlich (liegt ja sogar sowas wie Schnee-chen hier). Der Möppel hatte sich neben der supertollen ADAC-Warnweste auch mit seiner Taschenlampe bewaffnet, um mir (!) den Weg leuchten zu können*. Und da er ja von Natur aus neugierig ist (von wem er das wohl hat???), entstanden diese Bilder beim Experimentieren mit seinem Atem, der kalten Luft und dem Lichtstrahl seiner Taschenlampe:

In solchen Momenten gehen mir dann immer zwei Dinge durch den Kopf: 1. schade, dass solche Entdeckungen im Rahmen des Unterrichts wegen zu vieler Kinder und zu geringer Disziplin und anderer Faktoren sooo selten möglich sind. Und 2. schade, dass viele meiner SuS sowas entweder nicht von sich aus austesten oder auch einfach keine Unterstützung seitens ihrer Eltern bekommen, wenn sie mal was untersuchen.

Nun ja, ich für meinen Teil bin immer froh, wenn der Möppel was merkt / testet / untersucht. Vor allem, weil er danach immer so viel fragt, aufnimmt und mit seinem Vorwissen abgleicht, ob und wie das zusammen passt. Musterkind in dieser Hinsicht 😉

Frostige Grüße
Katha (die sich jetzt das Komma nach dem Gruß immer spart, da sie gemerkt hat, dass das da gara nicht hingehört!)

* Die Schattenspiele mit Mama als Riese in den Baumwipfeln wurden ihm dann aber doch schnell selbst unheimlich…

Da isser wieder, der Alltag…

… doch die Monster waren nicht nur vollzählig körperlich anwesend, sondern sogar größtenteils recht arbeitsfähig.
Wir haben heute so bedeutungsvolle Wörter wie Brainstorming gelernt und im Computerraum ein bisschen ausprobiert, was Google Maps so alles kann. Dass man auf einer solche weltbekannten Webseite die eigene Schule, ja sogar das eigene Haus erkennen kann, hat doch noch die meisten sehr fasziniert und begeistert.

In Deutsch ging es heute wie montags üblich mit dem Satz des Tage los: „Ein neues Jahr hat begonnen.“ – lesen, Stolperstellen besprechen, abschreiben, kontrollieren. Ich zähle bei jeder Kontrolle die Gesamtfehlerzahl der Klasse zusammen und notiere sie an einem festen Tafelplatz. Seitdem herrscht echter Ehrgeiz, den Wert der Vorwoche zu unterbieten und bei Null Fehlern auf 21 Kinder sogar hausaufgabenfrei zu bekommen. Aktuell stehen wir beim Rekord von nur einem Fehler…

Im Anschluss haben wir dann „gebrainstormt“ (oder „braingestormt„?), welche Wörter gut zu den Winterferien passen, die hinter uns liegen. Das Ergbnis an der Tafel seht ihr hier (ja, sorry! Trennungsfehler im Titel…):
Winterferien.jpg
Da es als HA gilt, ein paar Ferienerlebnisse zu malen und dazu zu schreiben, haben die OGS-Kinder somit gleich eine Ideensammlung vorliegen. Und damit die armen Seelen, die daheim arbeiten müssen, auch was zum Orientieren haben, habe ich die Tafel kurzerhand abfotografiert und fix auf A5 ein paar Mal ausgedruckt. Das fanden sie dann doch ein wenig beeindruckend und ziemlich nett, die kleinen Monster…
Zum Schreiben habe ich dieses Jahr die „Winterferien-Schnappschüsse“-Vorlage vom MaterialGuru verwendet.

Beste Grüße an alle, die heute auch gestartet sind,
Katha

Heftseiten gestalten: Getreide-Verarbeitung

Meine aktuell dritte Klasse schlägt sich noch mit den Resten vom Thema „Vom Korn zum Brot“ herum. In dieser Einheit habe ich mal verstärkt versucht, vom bloßen Abarbeiten von AB wegzukommen und die Kinder freier ihre Seiten gestalten zu lassen. (Ich habe einen Collegblock anschaffen lassen, so dass eigene Blätter genutzt und ggf. neu begonnen werden können.)

Zuerst ging es zu Schuljahresbeginn um die Getreidesorten, zu denen Blätter gestaltet werden mussten. Schon dabei sah man, auf welch unterschiedlichen Niveaus die Kinder zeichnen, beschriften und überhaupt solch eine Seite aufbauen. Natürlich hatte ich vorab ein Beispiel an der Tafel gezeigt, wie solch ein Blatt aufgebaut werden kann. Inspiriert hat mich hierzu auch Kerstin von der Materialwiese, die hier ein tolles Beispiel ausführlich beschreibt.

Mehrfach bekamen die Kinder danch Bildfolgen, die sie ordnen und dazu schreiben mussten – ebenfalls eher offen und so auf verschiedenen Niveaus zu lösen. Darauf muss ich immer sehr achten mit LB-Kindern, DAZ-Kindern und SehrBegabten in der Klasse…
Außerdem gab es z.B. die Abb. eines Traktors zu beschriften und „nur“ Bücher zum Nachschauen, kein Wortmaterial zum Verbinden oder so.

Heute nun ging es darum, was mit dem Getreide nach dem Ernten noch geschieht, also um Mühlen. Wir haben uns Bilder der Mühlen aus dem örtlichen Freilichtmuseum angesehen* und einen kurzen Film dazu angesehen, viel gesprochen und vorgemacht. Dann habe ich bespielhaft an der Tafel mit Hinweisen und Ideen der Kinder eine Anschrift verfasst. So wussten alle, was wichtig ist und die Schwächeren haben ggf. ein Vorbild, das sie übernehmen können. Hat aber niemand wirklich getan…
Ich habe mal einige Beispiele fotografiert, die die Kinder verfasst haben. Man sieht sehr deutlich, wer ein bisschen mitdnekt und sich Gedanken gemacht hat und wo auch Aspekte aus dem kurzen Film einfließen bzw. wer einen Alltagsbezug (Einkaufen) herstellte:

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Damit ihr wertschätzen könnt, wie toll und durchdacht einige Zeichnungen sind, lasse ich euch auch mein Tafelbild sehen, das rechts ganz ok, aber links ziemlich mies gezeichnet ist… Mich hat es fasziniert, dass einige Kinder dennoch Außenansicht und Innensicht kombiniert und teils auch die Balkenlage und Zahnräder dargestellt haben.

Natürlich kann man nun argumentieren, dass ich ja nicht bei jedem Kind alle Begriffe geichert habe. Stimmt. Aber ich wage zu behaupten, dass bei einem AB, auf dem man z.B. Wörter zu einem Bild zuordnen muss, bei den schwachen Lernen auch nicht dauerhaft mehr hängen bleibt und Stärkere das vielleicht sogar gedankenlos abarbeiten, ohne wirklich nachzudenken. Und nachgedacht, das habe ich heute gesehen, haben ausnahmslos alle. Auch meine zwei Förderkinder, die für ihre Verhältnisse wirklich etwas geschafft haben.

Ich bin ja ein echter Arbeitsblatt-Generator – das mache ich gern und oft. Aber ich liebe auch die Didaktik des leeren Blattes. Vielleicht könnt ihr das anhand solcher Beispiele nachvollziehen…

Beste Grüße,
Katha

* Am liebsten wäre ich natürlich live hingefahren. Aber wir haben schon so viele andere Außerschulische und sonstige Aktionen in diesem Halbjahr vor, dass das nicht mehr drin war. Schade.

Rezension: In der Nacht, wenn der Hamster erwacht

2018-10-06 15.56.06Titel: „In der Nacht, wenn der Hamster erwacht“
Verlag: Knesebeck (hier klicken)
Autorin: Iris Schürmann-Mock
Illustrationen: Mareike Engelke
ISBN: 978-3-95728-126-5

Zum Inhalt:
Nachts schlafen wir Menschen. Nicht aber viele Tiere…
Einige heimische Nachtaktive werden in diesem großformatigen Bilderbuch (ca. 26×26 cm) vorgestellt: Hamster, Nachtfalter oder Siebenschläfer begegnen dem Leser vor einem schwarzen Hintergrund, der auf jeder Seite wieder die Nachtzeit verdeutlicht.
In Reimen werden viele Informationen über die Tiere vermittelt, ohne dass man Sachtexte im eigentlichen Sinne liest. Hier mal eine Beispielseite:2018-10-06 15.56.26

Meine Meinung:
Mir gefällt Vieles an diesem Buch:
> die Bilder haben einen sehr klaren Stil ohne Schnörkel oder allzu süße Niedlichkeit
> die Idee, Sachinformationen in Reimform zu stecken, finde ich toll
> das Thema „nachtaktive Tiere“ wird selten in Kinderliteratur aufenommen – hier sind es sogar heimische Tiere, was ich immer besonders gut finde
> die gesamte „Komposition“ aus Lyrik, Sachwissen und küstlerischer Gestaltung!

Meinung des Zweittesters (Möppel, 7):
> die Bilder sind cool!
> „Ich will mal abends wach bleiben, um mir die Tiere in echt anzusehen!“

Leseempfehlung:
„In der Nacht, wenn der Hamster erwacht“ ist ein schönes Vorlesebilderbuch fürKinder ab dem Vorschulalter bis etwa zum Ende der Grundschulzeit. Zum Selberlesen kann es natürlich für interessierte Kinder ab Ende Klasse 2 auch genutzt werden…
Sehr geeignet finde ich das Buch auch für den Sachunterricht. Viele heimische nachtaktive Tiere können so vorgestellt werden und man hat eine gute Basis für Gruppenvorträge o.ä.

Vielen Dank an den Verlag Knesebeck für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Berufe – weiter geht’s fachübergreifend

Die Zweitkläsler haben die ganze Woche im Deutschunterricht gelernt, wie man Geschichten plant und schreibt und was dabei wichtig ist. Da habe ich spontan die Bildung der Gruppen für die anstehende Berufe-Gruppenarbeit verschoben und eine kleine fachübergreifende Schreibaufgabe gestellt:

Beim Zaubereinmaleins gibt es schöne Schreibblätter mit dem Drachen Konstantin, auf denen oben jeweils ein Bild mit Konstantin in einem Beruf zu sehen ist. Da die Kinder Konstantin schon kennen (angeblich ist er ein Cousin unseres Klassenmonsters Mona), war die Motivation schnell geweckt und fast alle bekamen auch eine gute Idee für eine Geschichte.
Unser Lehrwerk gibt die Schritte
I – Ideen finden
N – Notizen machen
E – Erzählen und
S – Schreiben
vor. Passend dazu gab es zuerst ein Schmierpapier, auf dem Notizen gemacht werden sollten. Dann gab es eine „Bushaltestelle“ an der Tafel, an die sich setzte, wer fertig zum Erzählen war. Sobald ein Kind dazu kam, gingen beide raus und erzählten sich ihre Geschichten. Danach ging es ans Schreiben und Vorzeigen für Tipps von mir. Einige Kinder sollten dann noch ein Ende ergänzen, denn viele Texte hörten sehr „hängend“ auf.
Wer fertig war, konnte sein Bild noch anmalen. Seltsamerweise lieben das die meisten Kinder ja immer noch und dauerhaft.

Stolperstellen:
1. Ideen finden und in Worte fassen
2. NUR Notizen machen und nicht gleich die ganze Geschichte schreiben
3. mit einem Zufallspartner über die Geschichte sprechen
4. die Geschichte dann auch aufschreiben
5. lesbar, mit Wortgrenzen und Punkten schreiben (Berufe standen an der Tafel…)
6. die Überschrift nicht vergessen

Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Ablauf sehr zufrieden. Ca. 1,5 Schulstunden waren wir beschäftigt und fast alle sind fertig geworden (ein Schüler hat einfach zu viel vor gehabt und mir deshalb nur die Vorschrift abgeben können – s. Stolperstelle 2).
Hier ein paar Eindrücke:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Neben den methodischen Herausforderungen dieser Aktion habe ich für mich aber nun auch noch gleich eine Grundlage für die Zeugnisse, die ganz aktuell ist und sehr deutlich die Kompetenzen beim Erzählen und Verfassen von Texten zeigt, aber auch die rechtschriftlichen Kompetenzen viel klarer darstellt als jedes Diktat es könnte…

Beste Grüße,
Katha (die Lehrerin)