Gymnasiallehrer an Grundschulen 

Passend zum aktuellen Lehrermangel-Debakel las ich heute diese Überschrift in der Tageszeitung. 

Erst wollte ich den Kopf schütteln, dann versuchte ich es (im Licht der gestrigen Fortbildung) mal positiv zu sehen: da können mal die Kollegen aus den höheren Gehaltsstufen am eigenen Leib erleben, dass Grundschule nur anders, aber nicht weniger anstrengend ist. Und davon mal der Welt erzählen…

😉 Katha

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fort und gebildet

2017-09-20 14.26.07.jpgIn der Stadt mit dem besten Fußballverein und coolsten Stadion überhaupt durfte ich heute eine sonnige Mittagspause mit Besuch im Stadionfanshop genießen. Das allein tat schonmal gut.

Würde ich aber natürlich nicht drüber schreiben, wenn nicht drumherum auch ein bisschen Arbeit angestanden hätte. Auf einer Veranstaltung mit dem Schwerpunkt Gesundheit von Lehrkräften habe ich an drei Workshops teilgenommen und interessanterweise dabei Input mit immer dem gleichen Tenor bekommen:
Wir Lehrer (genauso wie alle anderen Arbeitnehmer, manchmal aber noch etwas mehr) müssen gut auf uns aufpassen. Wir sollten uns bewegen und entspannen und lernen, nicht alles auf uns zu beziehen und an die große Ärgerglocke zu hängen. Wir sollten manchmal über unsere Erwartungen und Asprüche nachdenken, auch mal nein sagen können und uns (platt gesagt) nicht von so vielen Kleinigkeiten ärgern lassen.

Irgendwie passt das zu den Büchern, die ich zuletzt gelesen habe und die ganz viel mit der Arbeit an den eigenen Einstellungen zu tun hatten. Man kann sich das Leben an vielen (nicht an allen!) Stellen wirklich erleichtern, wenn man seine Sichtweise auf andere Menschen und die eigene Interaktion mal kritisch hinterfragt, wenn man mal Perspektivwechsel wagt, wenn man ab und zu auch mal eigene Beiträge zu Konflikten erkennen kann und wenn man schafft, (eigentlich wertvolle) Verantwortungsgefühle auch mal zurückzustellen.

Für alle, die mal schnuppern wollen, gibt es deshalb heute zwei Empfehlungen:
1. Jimmy Little – den sollte man echt mal erlebt haben!
2. Mein zuletzt liebstes Fachbuch, das ein bisschen wirken muss: Stopp, die Regel gilt!

Vielleicht liegt es an meiner zunehmenden Weisheit durch das Altern (?), vielleicht an den eigenen Kindern oder einer wachsenden Offenheit des Geistes (????), aber ich merke, dass mir diese selbstreflexiven Zugänge zur Zeit echt helfen und mir neue Handlungsperspektiven eröffnen.

Wer ähnliche oder ganz andere Erfahrungen hat, darf sich ja gern mal in einem Kommentar austoben…

Fortgebildete Grüße,
Katha

Schüler beurteilen Schüler

Immer, wenn ich die höheren Klassen in Kunst unterrichten darf, freue ich mich einerseits und habe andererseits Bammel vor der in Kunst echt schwierigen objektien Bewertung der Schülerarbeiten. Mir fällt es in Kunst mehr noch als in den andern Fächern schwer, fair und gerecht zu beurteilen. Zwei Tricks helfen mir ein bisschen dabei:

Beim Aufschreiben von Noten möchte ich nicht wissen, wer ein Bild gemalt hat. Deshalb ist mein Mantra von Beginn der ersten Klasse an „Schreibe deinen Namen auf die Rückseite des Blattes!“. So geht es mit ein wenig mehr Neutralität. Außerdem bilde ich mir oft Häufchen nach den Noten(tendenzen) – also einen Stapel mit potenziellen Einsern, einen mit Vierern etc. Dann gehe ich abschließend nochmal die Stapel durch und vergleiche untereinander, ob die Bilder etwa „gleichwertig“ sind.

In Klasse 3 und 4 setze ich möglichst regelmäßig auch das Instrument des Rückmeldezettels ein, das ihr hier am Beispiel des Farbkreises seht. VOR der Arbeit sage ich den Kindern nochmal ausdrücklich die Kriterien, nach denen am Ende bewertet wird. NACH der Arbeit lege ich alle Arbeiten anonym aus (Name hinten…) und dazu einen Zettel. Nun gehen die Kinder in einem Museumsgang durch die Reihen und dürfen ihre Meinung in Form von Punkten bzw. Strichen hinterlassen:
0 heißt: Kriterium nicht erfüllt,
1 heißt: so lala,
2 heißt: gefällt mir gut,
3 heißt: Kriterium sehr gut erfüllt.
Am Ende bekommt jeder seinen Zettel und darf die Punkte auszählen. Im Vergleich untereinander wird meist schnell klar, wer wofür viele Punkte bekommen hat:

Besonders hilfreich fand ich dieses Vorgehen in Klassen, die mir als Lehrkraft Bevorzugung bestimmter Kinder vorwerfen und auch zum Nachvollziehen meiner Bewertungen auf den Kinderbildern. Auch für Eltern können solche Kriterien durchaus greifbarer sein als eine rein mündliche Argumentation.

Bei den ersten Anläufen muss man damit rechnen, dass einzelne Kinder die Neutralität vergessen und doch den Kumpels viele Punkte geben. Bei Sitznachbarn weiß man eben doch oft, welches ihr Bild war. Aber je mehr Routine in diesen Vorgang kommt, desto souveränder gehen die Kinder mit der Situation um und desto mehr achten sie auch darauf, dass es fair bleibt. Ich kann nur empfehlen, das mal auszuprobieren.

Beste Grüße,
Katha

Back to the Wochenplan

… geht es in der kommenden Woche für uns. Nachdem ich nun die 25% neuen Kinder in der Klasse besser kennengelernt habe und hoffentlich ihre Kompetenzen halbwegs richtig einschätze, wird es ab morgen wieder einen WP für alle geben. Anders habe ich zur Zeit nicht das Gefühl, dass ich den weiterhin so flotten Selbstläufern gerecht werden kann, dem Förderkind Lernen und den beiden Quasi-Nichtlesern ohne Förderstatus.

Also gibt es morgen eine bunte Mischung aus AH-Aufgaben, Arbeitsblättern zum Schreiben und solchen zum Lesen. Partnerarbeiten können gewählt werden (endlich werde wir ja auch unsere Partnerkarten ausfüllen, wenn nicht wieder irgendwer krank ist) und WP-Arbeit soll ja auch kommunikative Züge haben dürfen:
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Die Sitzordnung ist jetzt endlich an einem Punkt, der etwas mehr Ruhe in die Klasse bringt – oder es war Zufall, dass es mit ihrem Inkrafttreten zivilisierter im Klassenraum wurde. Es stehen jetzt 4 „Klippertsche Winkel“, drei Einzeltische mit Frontalausrichtung an der Fensterbank entlang und ein Zweiertisch an der anderen Wand. Mehr geht dank Smartboard nicht…

Nun hoffe ich, dass sich die positiven Tendenzen aus der letzten Woche nicht übers WE vollständig verflüchtigt haben und starte erstmal optimistisch…

Beste Grüße,
Katha

ABC üben

… ist zur Zeit unser Arbeitsschwerpunkt Anfang der zweiten Klasse. Da ich irgendwie (anders als die vom Verlag) finde, dass eine Doppelseite im AH dafür nicht genug ist, habe ich mir schon ein paar zusätzliche Materialien herausgesucht.
Wie immer beherrschen manche Kinder das Alphabet schon sicher, andere kriegen es einigermaßen zusammen und schauen oft auf meinen Aushang an der Deutsch-Pinwand. Um den schwächeren Lernern das Nachsehen etwas zu verkürzen, habe ich mir noch fix Buchstabenlineale, oder wie auch immer man sie nennen will, gebastelt:

Buchstabenlineal

Davon sind vier auf einer Seite, die ich drucke und laminiere und dann den Kindern gebe, die noch etwas Hilfe benötigen. Ich werde auch versuchen, die auf den Tischen festzukleben, was aber meist nur ganz wenige Tage hält.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Frau Locke, die ihre tollen Bilder zur Verfügung stellt, mit denen ich viele meiner Materialien erst sinnvoll mache!
Hier gibt’s die Lineale: Buchstabenleiste Anlaute

Beste Grüße,
Katha

Rezension: Ordnen und Organisieren

2017-08-12 22.01.16Titel: Ordnen und Organisieren: So klappt es richtig
Autorin: Annette Holl
Verlag: Lernbiene (hier klicken)
ISBN: 978-3-95664-383-5

Zum Inhalt: In diesem Heft werden verschiedene Vorlagen für Lehrer, Kinder und Eltern gesammelt, die beim Organisieren des täglichen „Drumherum“ im Klassenraum helfen können. Es geht darum, dass man in der zweiten Klasse beginnend systematisch einen Kanon an Kompetenzen bei den Kindern aufbaut, die ein reibungsloseres Lernen ermöglichen sollen: Arbeitsplatz einrichten, Material sachgerecht verwenden, Zeit einteilen.

Meine Meinung: Sehr kleinschrittig kann man mit Hilfe des Materials mit Kindern verschiedene Tipps vom Tragen des Ranzens bis zur Heftführung einführen und üben. Sehr hilfreich finde ich die Elternmaterialien, die eine sehr konkrete Veranschaulichung von Ansprüchen bieten. Mit mehreren Jahren Klassenleitungserfahrung sind für mich einige Themen/Arbeitsfelder „alte Hüte“, aber als Anfänger finde ich diesen Leitfaden ein große Hilfe. Viele Aspekte, die man sonst erst im Laufe des Schuljahres bemerkt oder die sich später problematisieren, kann man mit diesem Material im Vorfeld angehen und im Sinne des Spiralcurriculums auch immer wieder aufgreifen (z.B. durch die Aushänge und Checklisten).
Da ich selbst kein großer Fan von Lehrerhandbüchern und dem Wälzen von Begleittexten bin (ich arbeite meist einfach mit einem AB drauflos), erfreut mich in diesem Heft die klare Gliederung der KV nach ihrer Zielgruppe, symbolisiert durch diese Bildchen:2017-08-12-22-01-38.jpg
Besonders toll finde ich, dass die Texte und KV auf der CD sowohl im pdf-Format als auch als editierbare doc-Version zur Verfügung stehen. So kann man im Bedarfsfall Formulierungen anpassen oder Checklisten ändern. Das finde ich immer wichtig, da bei sooo vielen Aspekten einfach lehrer- oder schulbezogene Sonderregelungen greifen, die man in gekauftem Material natürlich nicht alle wiederfinden kann:
2017-09-10 14.18.45

Leseempfehlung: Für Lehrkräfte, die erst das Abenteuer Klassenlehrerdasein (in der Primarstufe und evtl. Erprobungsstufe der Sek.I) erst beginnen, finden sich in diesem HEft viele gute Ideen und konkrete Materialien, die mit sehr geringem zusätzlichem Aufwand direkt im Unterricht einsetzen lassen.

Vielen Dank an den Lernbiene-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Partner finden

Ich wärme heute einen alten Hut nochmal auf. Ja, im Netz gibt es viele Varianten der Partnerverabredungskarten – mit Uhrzeiten, mit Symbolen, mit Bildern. Ich habs halt immer gern zusammen passend und eigen, deshalb habe ich mich nochmal drangesetzt, für mich das Material handhabbar zu machen.

1. Gibt es deshalb die klassischen Partner-Verabredungskarten mit netten Bildern aus dem riesigen Fundus von Mama und Papa Mompitz.
2. Habe ich dazu Aushangkarten mit den vier verwendeten Tieren gedruckt, damit auch die Förderkinder oder sonstwie Wahrnehmungsgestörten wirklich wissen, um welches Tier es geht.
3. Brauchte ich eine Liste, in die ich alle Partner eintrage. Denn ich weiß jetzt schon mindestens zwei Kinder, die ihre Karten, die wir morgen füllen wollen, übermorgen nicht mehr finden werden… Somit kommt eine neue Liste in mein Listenheft, die alle Namen enthält. Dann habe ich ein Backup!

So funktioniert das Ganze dann:
Zuerst schreibt jedes Kind seinen Namen auf die oberste Linie des Kärtchens:
Partner 1Dann folgt die Zuordnung der Partner.
Beim Stachelschwein habe ich feste Partner ausgesucht – Kinder, die m.E. gut zusammen arbeiten können.
Für den Krakenpartner werden wir einen Doppelkreis mit Stühlen bilden und ein paar Mal rotieren un verschiedene Richtungen, bis ich stoppe und das Gegenüber als Zufallspartner aufgeschrieben wird.
Beim Pudel schreibt sich jeder ein Kind auf, das nicht an der gleichen Tischgruppe sitzt.
Der Kuh-Partner darf dann frei nach Gusto gewählt werden, darf sich nur nicht mit einem anderen Namen doppeln.

Je nachdem, welchen Arbeitsschwerpunkt ich dann verfolge, kann ich entweder die frei gewählten Partner gestatten oder auch meine festgelegten ausrufen. So haben die Kinder zumindest gelegentlich einen Einfluss darauf, mit wem sie eine Aufgabe lösen und wir sparen uns das für Manche doch jedes Mal müßige Suchen nach einem Partner. In jeder Klasse gibt es ja eine Handvoll Kinder, die grundsätzlich nur mit Hilfe Partner finden und/oder immer uber bleiben.

Falls jemand also nochmal neue Materialien möchte, stelle ich sie euch hier gern zur Verfügung : Kärtchen und Aushangschilder: Partnerverabredungen Karten und Aushang
Liste: Partnerkarten-Übersicht (pdf) oder Partnerkarten-Übersicht (doc)

Beste Grüße,
Katha