Abschiedsvorfreude

Wenn man einen beliebigen Idioten auf dem Parkplatz wegen fahrerischen Unkönnens mal so richtig anbölkt, dann ist man wohl ferienreif… Ich bin also spätestens seit heute definitiv in dieser Kategorie, nachdem ich eigentlich in den letzten Wochen viel geschafft und mich dabei noch ganz ordentlich gefühlt habe.

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Nachdem inzwischen die Zeugnisse für meine Monster geschrieben, gesiegelt, eingetütet und verteilt sind, alle Beurteilungen für die LAA in dreifacher Ausfertigung abgegeben sind und die letzten „Unterrichtsstunden“ erteilt wurden, gilt es morgen nur noch ein Frühstück und den Abschied er Vierer zu überstehen, bevor die unterrichtsfreie Zeit beginnt! So dezent, wie meine Schätzchen sind, habe ich gestern auch gar nicht mitbekommen, dass sie alle auf einer Karte haben unterschreiben lassen. Ich weiß also schon recht sicher, dass ich morgen mit einer rosafarbenen Karte beglückt werde und befürchte, dass sich evtl. noch etwas dazu gesellt. Das ist schon ein verflixt komisches Gefühl, diese Truppe nach „nur“ drei Jahren übergeben zu müssen, obwohl ich ja nicht die Schule verlasse (aber eben zu wenige Stunden dort bin durch die Fachleitertätigkeit).

Ein materielles Geschenk brauche ich gar nicht, auch wenn (typisch Primimaus!?) jede Karte ordnungsgemäß gesammelt wird. Das größte Dankeschön waren die vielen Umarmungen und (auch wenn es sich doof anhört), die Tränen bei der Bekanntgabe meines Abschieds als Klassenlehrerin.

Es kann also sein, dass ich morgen meinen letzten Tag als Klassenlehrerin habe. Seltsamer Gedanke irgendwie – aber auch die Vorfreude darauf, wieder eine Menge Überfachliches zu schaffen. Das nämlich klappte bei meinen letzten zwei klassenfreien Jahren ganz hervorragend. Einfach, weil man ohne Klasse nunmal deutlich weniger feste Termine mit Eltern hat, weniger Korrekturzeit in der Regel auch und dadurch deutlich mehr Konzentration übrig z.B. für die Medienarbeit.

So, für heute soll es gut sein mit dem Gedankenteilen. Allen, die bis hierher gelesen haben, wünsche ich entweder weiterhin schöne Ferien oder einen guten Start in selbige oder aber einen guten gesunden Endspurt dorthin!

Katha

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Rezension: „Helmuts Herz“

2019-06-05 11.45.14Titel: „Helmuts Herz“
Verlag: HeartMut (hier klicken)
Autorin: Nadine Eiringhaus
ISBN: 978-3-981-937-70-1

Zum Inhalt:
Helmut ist ein Roboter. Roboter kennen keine Gefühle, das weiß ja nun jedes Kind.
Helmut jedoch wird plötzlich mit verschiedenen Gefühlsäußerungen konfrontiert, als er auf seinem Weg einige Lebewesen trifft. Was er zuerst gar nicht greifen kann, das lernt er nun kennen. Und da Helmut neugierig ist, probiert er diese neuen Gefühle auch dirket mal selbst aus. Helmuts Herz kommt dabei ganz schön „in Wallung“, wie wir im Lippischen sagen – das Ganze ist für einen unbedarften kleinen Roboter schon ganz schön viel zu verstehen.
So wie Helmut ergeht es sicher auch vielen Kindern: sie nehmen Gefühlsäußerungen an Anderen wahr, können sie aber noch nicht immer sicher zuordnen. Und auch wenn man zuerst an Kindergartenkinder denkt, so habe ich diese Erfahrung auch noch bis weit in die Grundschule gemacht: Gefühle benennen einerseits, Gefühle erkennen und ausdrücken andererseits sind zwei ganz verschiedene Paar Schuh.
Die Geschichte rund um Helmut ist sehr puristisch gehalten, da die jeweils kennen gelernten Emotionen auf jeder Doppelseite im Vordergrund stehen. Denkanstöße (s. rechtes Foto) sind auch immer wieder mit dabei, um sich selbst mit in die Gefühlswelt hineinzunehmen.

Wer möchte, kann im Shop der Autorin auch noch ein Gefühlsbarometer erwerben, auf dem verschiedenste Gefühle durch Tiere abgebildet sind, so dass man sich und seinen momentanen Gefühlszustand mit Klammern zuordnen kann.

Meine Meinung:
Mir gefällt das Buch wirklich gut – sowohl inhaltlich als auch optisch bzw. haptisch. Die Gefühle stehen klar im Mittelpunkt und sind somit ein toller Gesprächsanlass. Kleine Gesprächsanlässe sind integriert und Spielideen lassen sich dirket ableiten (Gefühle-Pantomime, Gefühle-Memory etc.). Ich mag auch den Untertitel „Gefühle brauchen Mut“ – er impliziert, dass die Sache mit den Emotionen nicht eben immer einfach ist und dass es Mut erfordert, seine Gefühle auch zeigen zu können.
Das Buch selbst ist liebevoll illustriert, ohne „zu niedlich“ zu wirken. Außerdem wird es „mit ökologischen Farben auf Recyclingpappe gedruckt und in Deutschland hergestellt“, verspricht die Autorin.

Leseempfehlung:
Für alle, die Kinder haben oder mit Kindern arbeiten! Helmut dürfte Kinder bis in die dritte Klasse hinein ansprechen und schon für etwa Dreijährige gut verständlich sein.
Ich bin schon gespannt auf das zweite Buch aus der Reihe, Helmut und die Rakete.

Vielen Dank an den HeartMut-Verlag für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rein in die Geschichte

… zu kommen, das fällt vielen meiner SuS oft schwer. Gerade erst habe ich als Ergebnis der Vier-Wochen-Schreibaufgabe mindestens 10 Mal den Start „Es war einmal…“ gelesen, obwohl es gar keine Märchen waren!

Auf Twitter habe ich eben die Idee eines „Mix and match“ auf der Seite flippity.net entdeckt und direkt mal einen spontanen Entwurf für die GS aus der englischen Vorlage gemacht (Screenshot der Seite):
flippity

Mit einem Klick auf das mittlere Zeichen oben mischen sich die Satzteile aus den vier Spalten beliebig und man hat interessante Geschichtenanfänge beisammen.

Hier kommt ihr zu einem (englischen) Tutorial, das ziemlich gut zeigt, wie man dieses Template nutzt. Und hier könnt ihr meinen ersten, unreflektierten, ungetesteten Versuch. Dann noch ein Link zu einer ebenfalls englischen Seite mit weiteren Ideen, um die Kids ans Schreiben zu bekommen.

Viel Freude und herzliche Grüße
Katha

Rezension: „Ich bin Yola.“

2019-06-05 11.44.10.jpgTitel: „Ich bin Yola. Wer bist du? –  Meine Freunde aus der ganzen Welt“
Verlag: Duden (hier klicken)
Autorin: Janine Eck
Illustrationen: xxx
ISBN: 978-3-411-72654-7

Zum Inhalt:
Das Buch ist ähnlich aufgebaut wie ein Poesiealbum oder Freundebuch. Zuerst stellt sich Yola vor, deren Familie aus Griechenland stammt, und schreibt von ihren Wünschen und Vorlieben.
Darauf folgen ebenso die Kinder aus Yolas Kindergartengruppe. Sie alle erzählen ein bisschen von ihren Heimatländern. malen und lassen uns an „ihrer“ Kultur teilhaben. So erfährt der Leser, dass Kinder aus verschiedenen kulturellen Hintergründen zusammen leben und die Kita besuchen.
Am Ende des Buches gibt es noch eine kleine Ausspracheschule für die wichtigsten Wege der Kontaktaufnahme zwischen Kindern.
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Meine Meinung:
Ich finde die Idee, dieses Buch als Poesiealbum zu gestalten, hervorragend. So kann niederschwellig der Kontakt zu anderen Kulturkreisen hergestellt werden und Kinder können feststellen, dass es völlig normal ist, wenn andere Kinder eine andere Hautfarbe oder einen anderen Glauben, eine andere Sprache oder andere Essgewohnheiten haben.
Mein einziger Kritikpunkt ist die etwas einseitige Auswahl der Kinder und Herkunftsländer: ich würde mir eine breitere „geografische Streuung“ wünschen – um das Buch z.B. in meiner Schule einzusetzen, sollten unbedingt auch Kinder mit russischer Familientradition dabei sein und evtl. jemand aus dem asiatischen Raum. Der Schwerpunkt liegt (evtl. ausgehend von der aktuellen Flüchtkingsproblematik?) sehr auf dem arabischsprachigen und dem afrikanischen Raum.
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Leseempfehlung:
Für alle Kindergartenkinder, aber auch für Kinder der frühen Grundschuljahre bietet dieses Buch spannende Gesprächsanlässe. Mit meinen eigenen Kindern (4, 7) habe ich die Seiten sehr interessiert durchstöbert.
Als Lehrerin denke ich sofort an ein analoges Projekt, bei dem die Kinder einer Klasse auch solch ein freies Buch gestalten und die Kultur oder sonstige Besonderheiten ihrer Familie einbringen können.

Vielen Dank an den Duden-Verlag für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Die Medienecke

Nach ein paar Wochen Vorlauf mit Planung, Neuplanung, Drucken, Laminieren und Anordnen ist nun die neue Medienecke im ZfsL fertig:
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An dieser Pinwand, die für die Fachleitungen und LAA beider Schwerpunkte (Primar und GyGe) zugänglich ist, habe ich erstmal alles gesammelt, was mir an Informationen wichtig ist. Ich hoffe, das sie weiter „lebt“ und sich immer mal wieder verändert, weiter füllt und andere Schwerpunkte einfließen können.

Wenn jemand die Inspiration aufnehmen möchte, biete ich hier mal die Links gesammelt an, die ich größtenteils im #twitterlehrerzimmer gefunden habe. Ihr merkt schon, in welche Richtung ich euch momentan verstärkt influence, oder? 😉

Ganz links: „Fortbildung“ – hier kommen Angebote hin, an denen alle Angesprochenen teilnehmen können. Micro-Fobi gibt es auch als Kurskiosk, als digitale Mittagspause oder unter diversen anderen Namen online zu finden.
Dazu noch Links mittig: Thema PLN (Persönliches oder Professionelles Lern-Netzwerk):
– Sketchnote „PLN“ von Jan Vedder hier
– Sketchnote „Was ist Twitter?“ von Marc Albrecht Hermanns hier
– „Twitter ist die beste…“ von Holger Jessen-Thiesen nach Frau Sonnig hier
– die Vögelchen von Frau Dromedar hier

Mitte unten: Sharing is caring
– die App, mit der man bei uns im ZfsL auf die Displays streamen kann (MirrorOp). Hier geht es zu den Downloads und zum Support – das ist aber nur für NRW-ZfsL interessant.
– die Frage nach den richtigen Lizenzen (OER) von Barbara Klute und Jöran Muuß-Merholz hier

Rechts: Tablets im Unterricht (steckt auch Smartphones im Unt. mit drin…)
– die Sketchnote „Smartphones im Unterricht“ von Marc Albrecht Hermanns hier
– die Sketchnote „Tools für den Unterricht“ von Marc Albrecht Hermanns ebenfalls hier

Rechts unten: Lesetipps
– QR-Code zum Medienkompetenzrahmen (MKR) für NRW und dazu gehörige pdf hier
– Padlet „Digitale Werkzeugkiste“ von Arthur Thömmes hier

So, zuletzt noch die Deko. Hier gibt es die Überschriften und hier findet man die coolen scrabblemäßigen Buchstaben in Holzoptik.

Wer weitere Tipps sucht, geht am besten zuerst zur Digitalen Werkzeugkiste und dann evtl. noch zu meinem vorigen Blogeintrag über das Analoge DigitaLexikon oder schaut sich die tollen Materialien der DiBis an.

Beste Grüße
Katha (die noch nienienie soooo viele Links in einem Eintrag versammelt hat und es auch nie wieder tun will!)

Geschichten planen – Fortsetzung

Unser Padlet zum Planen der Superhelden-Geschichten hat sich schon ein bisschen gefüllt:
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Kurz zur Erinnerung – so sind die Spalten erklärt worden (hier der Blogbeitrag):
Padlet

Die Kinder haben die Anwendung der etwas anderen Pinwandform schnell durchschaut (beim ersten Anlauf hatte ich keine Spalten) und begannen erst zögerlich, dann immer motivierter, ihre Ideen zu verschriftlichen.

Ihr seht schon, dass die Beiträge bislang eher kurz sind – daran arbeite ich u.a. durch Kommentare, die zum Erweitern der Ideen anregen. In der vierten Spalte seht ihr, dass eine Schülerin das schon angenommen hat und ihren Zettel erweiterte.

Dadurch, dass ich als Padlet-Ersteller angemeldet war, konnte ich die Zettel der Kinder rechtschriftlich korrigieren, da es ja hier um Inhalte geht. Manchen Kindern konnte ich auch die Korrekturvorschläge direkt sagen und sie setzten sie selbst um.

Neben dem Tippen der eigenen Ideen war vor allem das „Liken“ sehr beliebt. Die Kinder redeten quer durch den Computerraum immer wieder darüber, wer schon wie viele Likes/Herzen hat und wer die vergeben hat. Das möchte ich in der Folgestunde noch versuchen zu unterbinden.

Das Kommentieren wurde bislang kaum und nur vom leistungsstärksten Schüler genutzt – auch hier muss ich noch ein bisschen mehr von den anderen einfordern.

Wenn die Sammlung fertig ist, möchte ich die Stichworte exportieren (oder abtippen) und als Tippzettel allen SuS zur Verfügung stellen, wenn es an das Schreiben geht. Dann werden die Kinder von mir als nächsten Schritt den Erzählplan bekommen, um aus den verschiedenen Ideen einen möglichst konkreten Plan für ihre Geschichte zu machen.

Für heute ist es das mit den Eindrücken aber: Fortsetzung folgt!

Katha

Geschichten planen

Und nochmal Padlet im Einsatz. Die digitale Pinwand kommt morgen mit einem Teil meiner Drittklässler zum erneuten Gebrauch:

Wir werden demnächst verschiedene Geschichten schreiben im Rahmen einer Vier-Wochen-Schreibaufgabe (erläutere ich noch genauer) und die morgige Förderstunde nutze ich mit einem Drittel der Kinder, um nochmal gemeinsam über Texte nachzudenken. So sieht das Padlet aus, das die Kids morgen bekommen:
Padlet

Zuerst darf jedes Kind seine eigenen Ideen aufschreiben, danach auch die anderen kommentieren oder mit einem Herzchen bewerten. Nochmal kurz zur Info: Padlet ist eine in der Basisversion kostenlose Software für PC und als App. Wer eine Pinwand erstellen möchte, muss sich registrieren – Teilnehmer (also in diesem Fall die Kids) brauchen einen Link oder QR-Code, um daran mitarbeiten zu können.

Beste Grüße
Katha