Erzählen in Kleingruppen

Hier mal wieder eine Kleinigkeit zum Umgehen des für die Kinder doch oft ermüdenden Erzählkreises nach dem WE:
An die wunderbaren Gruppenschilder (gepflückt auf der Materialwiese) habe ich einfach flugs einen kleinen Klebezettel mit einer Zahl geklebt – wundersamerweise ergeben alle Zahlen addiert exakt die Anzahl der anwesenden Kinder. Mit STift und Zettelklotz beaffnet, kann ich auf fehlende Kinder direkt reagieren…
Ich lasse Musik laufen, zu der sich die Kinder durch die Klasse bewegen und hänge mit Klebeknete die Monster in verschiedene Ecken (die Knete geht ja von Fenstern, Türen, Regalen und Wänden gut wieder ab) auf. Wenn die Musik endet, dürfen sich genau so viele Kinder bei einem Monster einfinden, wie die Zahl zulässt. Stühle oder Teppichfliesen dürfen dann gern noch flott geholt werden. Nach ein paar Minuten geht die Musik wieder an – das ist dann das Zeichen, sich an seinen Platz zurück zu begeben. Wahlweise kann es auch zum Wechseln der Gruppe UND der Partner genutzt werden, wenn man mehrere Runden quatschen lässt.

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Meine Erstis haben das diese Woche zum ersten Mal ausprobiert und es hat sofort recht gut geklappt. Obwohl nicht jeder seinen Wunschpartner bekommen hat, gab es keine Diskussionen. Vielleicht werden sie doch erwachsen…

Beste Grüße,
Katha

Differenzierung & Lernstand

Es ist ja immer wieder höchst interessant, Schreibergebnisse von den Kindern zu bekommen und zu vergleichen. So ziemlich alle altersgerechten Stufen der Schreibentwicklung, die ich mal an der Uni lernen musste, erkenne ich hier wieder!

 

Die Kinder bekamen die sechs Bilder des Schneemanns zum Nummerieren und ein zweiseitiges AB zum Aufkleben. In der Vertretung hatte die Kollegin sehr schön zum AB hingeführt, indem sie (ohne Kenntnis der Bilder seitens der Kids) gemeinsam an der Tafel einen Schneemann „entwickelte“. Dann ging es frei ans Schreiben…

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Zuerst konnte ich nun erkennen, wer in der einen Stunde siwe weit gekommen war – von fertig bis kein Wort bzw. ein Wort war alles dabei. Besonders beeindrucken mich ja immer die Kinder, die schon an Groß- und Kleinschreibung denken oder so weit „belesen“ sind, dass ihnen Sonderschreibungen schon von der Hand gehen.
Hier mal eine Übersicht der Ergebnisse der ersten Reihe:
Sch
KUKL
KUGL
KuGel
EINEKUKL
eine KUGel
eine SchnEKUGL
1 grosse Kugelder SchneeMANN FÄNGT AN

Das ist doch echt heftig, oder??? Hier könnt ihr nochmal komplett stöbern (leider sind die Fotos diesmal echt bescheiden geworden…):

Diese Diashow benötigt JavaScript.

In diesem Sinne: Lasst uns fleißig weiter differenzieren – es kann mit einem AB so einfach sein manchmal 😉
Katha

Wochenplanarbeit in Klasse 1

Obwohl ich den Grund nicht so richtig nachvollziehen kann, bin ich momentan – was die Monsterklasse betrifft – etwas entspannter als noch im November oder Dezember. Vielleicht kommen wir ja doch ein bisschen voran…

Ein Grund ist sicher, dass die Kinder, der Wochenplan und ich uns langsam richtig aneinander gweöhnt haben. Da ich schon mehrfach gefragt wurde, kommt hier ein kleiner Einblick in MEINE Handhabung, die sicher nicht für alle gängig und nachvollziehaber, sinnvoll und zu handhaben ist. Bitte beachtet auch, dass die aktuelle Form der momentane Stand der Entwicklung ist, der viele Vorstufen vorangegangen sind. Nicht alle Formen der Differenzierung gab es von Beginn an!

So sieht es diese Woche bei uns aus:
WP.PNGZuerst grundsätzlich:
> grau ist freiwillig, weiß ist Pflicht
> erst Lehrerkontrolle, dann selbst stempeln (sie stempeln halt so gern)
>Sanduhren sind bei mir 10 Minuten lang

Zu den Abbildungen:
> Die Symbole vorn beziehen sich auf die eingeübten aus dem Lehrwerk.
> Die Zahlen sind von Valessa Scheufler, Endlich Pause und hängen so in groß über den passenden Ablagekästen an der Wand (s.u.).
> Zusätzlich zu AH oder Lesebuch gibt es noch einige Zeit lang die Bilder des jeweiligen Heftes/Buches.
> Das Symbol hinter der 2 steht für ein AB. Manchmal kommt dazu noch ein Bild zur Erklärung.
> Das kleine Wörterschreibheft gibt’s hier.

Zum Ablauf:
Bestenfalls gilt ein WP von Montag bis Freitag. Die Aufgaben werden, wenn nötig besprochen, dann geht es in der Schule los. Damit ich (vor allem an den gefürchteten „nur-eine-Stunde-in-der-Klasse“-Tagen nicht mit den HA in Tüdder komme, ist der WP auch Hausaufgabelieferant. Das entspannt sehr. Und mancher arbeitet zuhause wirklich zuverlässig mit den Eltern weiter.
Wer etwas fertig hat, zeigt es einer Lehrerin (bzw. liest vor) und bekommt dafür ein Autogramm (beim AH z. B. wird immer eine Sanduhr durchgestrichen) und dann darf das Kind sich einen Stempel geben. Die Sanduhren habe ich eingeführt, um einerseits jedem eine gewissen Zeit am AH festzulegen (vorher war da nur AH und es war den Kindern schwer nachvollziehbar, dass sie nicht für eine Seite AH den gewohnten Stempel bekommen, sondern sich da etwas gedulden müssen.Nun ist klar, dass man nach dreimal dran arbeiten die Aufgabe AH fertig hat. Im AH befinden sich übrigens alle Kinder an verschiedenen Stellen, weshalb ich nicht mehr, wie zu Beginn des WP-Systems, Seitenzahlen für alle angeben kann…
Nun möchte ich, da der WP ja auch zuhause bearbeitet wird, gern die Eltern noch etwas ins Boot holen. Sie bekommen am Freitag eine Rückmeldung mit den Smileys und ggf. etwas Text und sollen übers WE unterschreiben. Mal sehen, wie das klappt…

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Zum Inhalt:
Wie zu erkennen ist, steht immer das Lehrwerk mit im WP: AH und Fibel sind immer Pflicht. Dazu kommt fast immer das Kleine Wörterschreibheft. Oft gibt es ABs mit verschiedenen Schwerpunkten (lesen, schreiben, SU, Wahrnehmung) oder wie diese Woche ein kleines Minibuch zum Lesen und Malen (Nr. 3). Verstärkt nehmen wir nun Übungsformen wie MiniLÜK, LogicoMini oder Paletti mit in den WP auf, um den Kindern anhand von 12 festgelegten Aufgabenblättern hier Methodensicherheit zu geben. Dazu bleibt jedes Material mindestens 2 Wochen mit verschiedenen Übungsblättern drin, bevor was Neues kommt.
Nicht zuletzt sollen auch ein paar „richtige“ Spiele Einzug halten. Nächste Woche geht es mit zwei Puzzles los. Ich wollte ja die tollen Puzzle-ABs von ABCund123 anbieten, die Kollegin meinte aber: „Warum nicht echte Puzzles?“ – Tja, warum eigentlich nicht. Muss der Möppel demnächst mal auf ein paar Puzzles verzichten…

Zur Differenzierung:
In enger Zusammenarbeit mit meiner Teampartnerin mit Förderfachschwerpunkt fülle ich den WP für alle und wir schauen, wer was als Pflicht bekommt. Manchmal variiert auch die Anzahl der Sanduhren, um langsameren Arbeitern etwas Erleichterung zu verschaffen. Gerade haben wir uns ein neues System überlegt, wie wir innerhalb einer Aufgabe noch den Kids bestimmte Aufgaben zuordnen können. Darüber schreibe ich, sobald wir das getestet haben.

Ihr merkt hoffentlich, dass sich der WP für mich und meine sehr heterogene Lerngruppe sehr bewährt, trotzdem aber immer noch total „im Fluss“ ist und sicher noch etwas verfeinert werden kann und wird.
Falls jemand sich nicht hinsetzen möchte und die Vorlage in leer brauchen kann, hier ist sie: wochenplan-leer

So, das reicht erstmal für heute. Ich hoffe, ihr konntet meine Ausführungen nachvollziehen und schlagt jetzt nicht die Hände überm Kopf zusammen. Es hört sich (glaube ich) komplizierter an, als es ist. Wer zum Beispiel nicht für alle Kids einzeln Pflichtaufgaben festlegen will, kann ja zum Beispiel 3 oder 4 Gruppen bilden. Wer im AH gleichschrittig vorankommt, kann dort Seitenzahlen einsetzen.

Ich mache jetzt Feierabend und wünsche euch ein gute restliche Woche!
Katha

Fundstück – uiuiui

Gut, wenn man ab und an sein Material mal genauer anschaut…2017-01-16-08-18-54

Ich hatte das länger nicht getan und seit ewig dieses Domino-Erbstück irgendeiner ehemaligen Kollegin mittenmangt meiner Spiele für den Anfnagsunterricht in Deutsch.

Zum Glück habe ich auf Vollständigkeit geprüft*, bevor die Kids das Spiel in die Hand bekamen – das hätte sonst wieder Diskussionsstoff gegeben!

In diesem Sinne: gutes Unterrichten!
Katha

* war zwar vollständig, ist aber dennoch im Müll gelandet…

Da bin ich ja etwas beruhigt…

… bei den Nachrichten, die der WDR, den ich übrigens für sehr glaubwürdig halte, heute vermeldete:

Lediglich 8 Prozent der Befragten schenken diesen Informationsquellen Glauben, 71 Prozent bewerten dagegen die sozialen Medien als „weniger glaubwürdig“. Allerdings zeigt die Studie auch: 82 Prozent der Bundesbürger nutzen soziale Medien nicht regelmäßig als Nachrichtenquelle. [WDR-Studie zur Glaubwürdigkeit von Medien]

Gut zu wissen, dass offensichtlich die Hohlbirnen und Doofköppe, verkappten Nazis und Dummschwätzer, die für mich gerade online immer präsenter werden, zumindest statistisch noch nicht in der Mehrheit zu sein scheinen.

Es gibt mir Hoffnung, dass noch viele Menschen wissen, dass facebook eine Kommunikationsplattform ist und kein Nachrichtendienst. Und es bestätigt mich darin, dass wir weiter und betimmt auch (wo möglich) noch viel intensiver unsere Schüler, die Nachrichtenleser bzw. -konsumenten von morgen, auf den richtigen Weg bringen müssen.
Wir müssen Bescheid wissen, was da abgeht im Netz, in dem viele unserer Schätzchen fast ungeschützt und meist unbegleitet unterwegs sind!
Wir müssen lernen, Medienphänomene von Horroclowns bis FakeNews nicht nur zu belächeln (weil wir wissen, wie viel Quatsch da so rumgeistert) sondern mit den Augen der Kinder zu betrachten (weil die das überhaupt noch nicht einschätzen können!).
Wir müssen die Eltern aufrütteln, an die Seite ihrer Kinder zu kommen und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben für einen gesunden Umgang mit Informationen aus dem und für das Internet.
Dafür müssen wir Zeit bekommen [neudeutsch: Ressourcen], mit den Kindern nicht nur darüber zu reden, dass sie nicht mit dem Mann im Auto mitgehen sondern auch im Netz auf der Hut sein müssen.

Also: Teilen und Liken des oben zitierten Artikels auf facebook etc., dann lesen und eigene Schlüsse draus ziehen*…

Beste Grüße,
Katha

* wahlweise auch in anderer Reihenfolge… 😉

Dear international blog reader!

Ab und an stöbere ich in meinem Dashboard und in den Statistiken meines Blogs. Immer wieder finden sich darin erstaunliche Fakten wieder. Zum Beispiel, wann ihr so alle am PC sitzt und surft (oft erschreckend spät!), von wo aus ihr zu mir findet und wohin ihr euch weiter klickt etc.

Heute hat mich mal wieder die Ortsstatistik gefesselt: WO kommt ihr denn so her???
aufrufe
Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn sich mal jemand meldet, der sich unterhalb der dritten Zeile einordnen würde!

Best wishes,
Katha

Fundstück auf der Festplatte

Noch aus der Zeit, als ich wie viele JunglehrerInnen einfach ALLES abspeicherte, was es kostenlos gab, stammt dieses Fundstück:
troubles
Auf diese Einleitung, die mir schon einige „oooh ja“s entlockte, folgt eine total pragmatische, humorvolle Tippliste für den alltäglichen Gebrauch, Unterrichtsplanung und -kniffe. Vielleicht kennen einige von euch das Dokument schon, aber m.E. kann man sich die meisten Aspekte davon immer wieder zur Erinnerung zu Gemüte führen. Lernspirale quasi.

Auf der Suche nach einem Link für euch bin ich auf der Seite des Herrn Lüders gelandet und finde, dort kann man (wenn auch von einer absoluten Nicht-Primimaus verfasst) viele interessante Dinge lesen. Schaut euch doch mal um. Ich hoffe, es ist ok für Herrn Lüders, wenn ich euch trotzdem hier den Link zum Dokument gebe: Taking Arms Against School Troubles.

Katha