Lesebücher und Antolin nutzen

Jedes Jahr vor dem neuen Schuljahr stelle ich für die Kollegen die neuen Antolin-Listen zusammen und lege jedem die für den Jahrgang passende ins Fach. Im Computerraum gibt es zudem einen Antolin-Ordner, in dem neben den Klassenlisten auch die Lesebuchlisten möglichst aktuell gehalten werden.

Mein Ziel ist es, die Kollegen immer wieder ein bisschen zur Nutzung von Antolin zu motivieren und ihnen zumindest das Heraussuchen der Lehrwerkstexte abzunehmen. Ich habe die Liste immer auch neben dem PC in meinem Nebenraum hängen, damit ich in Förderstunden flott sehen kann, was gelesen werden könnte.
So sieht das bei mir für meine Klasse aus:
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Zu den Listen kommt man dank antolin.de selbst ganz fix: wenn man (angemeldet) ein Lehrwerk sucht und die Seite bis fast ganz nach unten scrollt, findet man den Service „Alle Lehrwerkstexte als Excel-Datei“. Daraus kopiere ich mir dann die beiden Spalten mit Titel und Seite und füge sie in mein Word-Dokument ein. Ich arbeite einfach lieber mit Word-Tabellen als in Excel; kompetente Excelianer machen das Selbe vermutlich schneller in diesem Programm…
Dann sortiere ich die Tabelle noch nach den Seitenzahlen, des schnelleren Überblicks wegen und schwupps – ist die Liste fertig.

Falls ihr entweder ein Lehrwerk mit mir teilt oder einfach mal eine Vorlage für die Liste haben wollt, könnt ihr euch hier die mitnehmen, die ich in den letzten Jahren gespeichert habe:
Antolin-Liste für Zebra Fibel
Antolin-Liste für Zebra Lesebuch Klasse 2
Antolin-Liste für Bausteine Fibel
Antolin-Liste für Bausteine Lesebuch Klasse 2
Antolin-Liste für Bausteine Lesebuch Klasse 3

Beste Grüße,
Katha

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Rezension: „Opa Rainer weiß nicht mehr“

2018-08-13 10.29.45Titel: „Opa Rainer weiß nicht mehr“
Verlag: Knesebeck (hier klicken)
Autorin: Kirsten John
Illustrationen: Katja Gehrmann
ISBN: 978-3-95728-064-0

 

 

Zum Inhalt:
Mias Opa vergisst plötzlich, wie die Dinge fuknktionieren und wozu sie da sind. Mia findet das seltsam und versteht es nicht so richtig.
Irgendwann vergisst Opa sogar Mias Namen und wer sie ist – furchtbar! Aber zum Glück findet Mia einen Weg, ihren geliebten Opa dennoch nicht zu verlieren und mit seiner Krankheit umzugehen.

Meine Meinung:
Mich begeistert dieses Bilderbuch sehr! Aus Mias Sicht wird die Hilflosigkeit sehr humorvoll dargestellt, die sowohl Demenzkranke als auch deren Angehörige erleben. Das Mädchen kann natürlich nicht verstehen, warum Opa seine Schuhe nicht mehr erkennt und sie nicht mehr mit ihm zur Schule rennen kann. Opas „Aussetzer“ steigern sich in ihrer Intensität und Mias Verständnis sinkt gleichzeitig erkennbar:

Die wunderbaren Illustrationen zeigen beides ganz eindringlich, ohne dabei aufdringlich zu sein. Sie machen aus dem Problem ein Spiel und illustrieren es so, wie es sich vielleicht für den Opa grade anfühlt. Somit bieten sie hervorragende Gesprächsanlässe beim Vorlesen der Geschichte.

Das Buch greift das Thema Demenz sehr feinfühlig und nur aus Kindersicht auf. Mias Eltern kommen nicht vor, nur ihr kleiner Bruder ist mit im Bild. Wie Mia am Ende lernt, sich mit Opas Problem zu arrangieren und positiv damit umzugehen, wird am Beispiel von Schokoladenkeksen (s.o.) sehr anschaulich gezeigt.

Leseempfehlung:
Für alle Familien, in denen es einen Opa Rainer gibt, kann ich dieses Buch nur empfehlen! Der Verlag gibt „ab 5 Jahren“ an und das kann ich absolut nachvollziehen.
In der Grundschule kann ich mir das Buch durchaus auch vorstellen – im Religions- oder Ethikunterricht zum Beispiel oder gemeinsam mit einer Klasse. Wenn ein Kind von einem dementen Großelternteil erzählt oder grundsätzlich im Rahmen des Themas „Familie“ würde ich in diesem Buch einen hervorragenden Gesprächsanlass sehen. Man kann es sogar als Erzähl- oder Schreibanlass nutzen, da die wiederholende Struktur der Doppelseiten sehr gut aufzugreifen ist.

Vielen Dank an den Verlag Knesebeck für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Mit Wortbausteinen Wörter bauen

Irgendwie fasziniert es mich immer wieder, wie viele verschiedene Wörter durch das Zusammensetzen eines Wortstamms mit weitern Wortbausteinen entstehen können. Schon im Vorbereitungsdienst habe ich dazu einen UB gezeigt und in meinen Vorträgen für den Verlag nehme ich sehr gern Beispiele aus dem Bereich der Morphematik.

Nun steht für mich demnächst eine Überprüfung an, damit ich mein momentan kommisarisch bekleidetes Amt der Fachleiterin auch offiziell und unbefristet übernehmen darf. Da ich bislang noch keinen Termin habe und evtl. kurzfristig etwas vorbereiten muss, habe ich mich deshalb entschieden, eine kurze Einheit zu eben den Wortbausteinen zu planen. Die geht dann nur über einige Stunden und kann als Exkurs zusammenhanglos eingesetzt werden. So kann ich jetzt schon mal planen und schreiben und muss mir dann nicht kurzfristig einen Kopf machen. Ein Seminar gilt es dann ja nämlich auch noch „vorzuturnen“…

Zurück zu den Morphemen:
Ich beginne mit der Analyse und somit gemäß der Idee des Spiralcurriculums mit einer Wiederholung aus der zweiten Klasse: wir sortieren Wörter aus verschiedenen Wortfamilien auseinander und erkennen, was die jeweils gemeinsam haben (den Wortstamm). Dann wird es feiner: die Begriffe Vorsilbe und Nachsilbe werden eingeführt und mit vielen Beispielen mit Leben gefüllt. Bis hierhin arbeite ich mit konstruiertem Wortmaterial aus meiner Hand, um wirklich nur das jeweilige Phänomen zu betrachten. Wenn die drei Begriffe sitzen, kommen die Endungen und Fugenzeichen dazu, also diese kleinen Füllbuchstaben, die sich manchmal einschleichen und meist der besseren Sprechbarkeit geschuldet sind.
Nun also erst noch ein paar Übungen zur Analyse dieser vier Bausteine in einer Wortfamilie und dann kommt der Übergang zur Synthese, wo sich die sprachliche Spreu vom Weizen trennt: verwandte Wörter finden…
Ich beginne einfach mit Singular und Plural (z.B. SpielSpiele), mit den Verbformen (z.B. spiele, spielst, spielt, spielen) und den Adjektiven (z.B. spielerisch, verspielt, spielend). Dann dürfen die sprachlich weniger Versierten daran üben und die Fitteren können kreativ werden und weitere Verwandte suchen.

Schon früher habe ich dazu gern Hilfsmittel in Form von Bausteinkärtchen verwendet, die auch wirklich schon oft zum Einsatz gekommen sind. Aufgrund von Alterserscheinungen und diversen Vermisstenfällen musste ich jetzt aber einmal komplett neue Sets herstellen, die mich dann aber sicher wieder durch mehrere Klassen (und Seminare) begleiten werden. So sieht es jetzt aus, nachdem ich im Sonderpostenmarkt auch noch ein paar schöne Behälter gefunden habe:

Bestenfalls schaffen es die Kids in Gruppen, halbwegs systematisch diese Papierschnipsel zu nutzen. Schlechtestenfalls bilden sie Fantasiewörter. Kam beides immer wieder vor in meinen bisherigen Lerngruppen, die seeeehr unterschiedlich waren.
Da ich in der GA mit dem Wortstamm fahr arbeiten werde, werde ich einige dafür unpassende Bausteine rausnehmen (aber nicht alle) und z.B. Vorsilben wie wider ebenfalls, da das die Kids eher verwirrt.

Was ich „nebenbei“ noch wiederhole, ist die Großschreibung der Nomen und woran man erkennt, ob ein Wort ein Nomen ist.

Sollte jemand das Material auch herstellen wollen, stelle ich euch hier die Datei zur Verfügung. Für den Fall, dass ich was vergessen oder einen Baustein verloren habe, ist sie editierbar als .doc: Wortbausteine
Jede Type auf eine andere Farbe drucken – ich habe dickes Papier genommen, dann hält alles länger. Die Wortstammkarten habe ich gefaltet, so dass vorn fahr und hinten Fahr steht – eine kleine Einstiegshilfe bei der Nomenbildung. Die leeren Wortstämme sind für die, die gern zusammen gesetzte Wörter bilden wollen und z.B. noch das rad brauchen, um Fahrrad schreiben zu können.

Einsetzbar ist das Material nach meiner Erfahrung in der dritten und vierten Klasse.

Beste Grüße,
Katha

Kleines Stück für die Einschulungsfeier

Dieses Jahr sind die kleinen Monster wieder an der Einschulungsfeier beteiligt – allerdings auf der Bühne und nicht mehr davor…

Anschließend an das bekannte Mäuse-ABC, das die Parallelklasse zur Aufführung bringt, habe ich ein kleines Spielstück geschrieben, das die Zahlen bis 10 deutsch und englisch beinhaltet sowie einige Dinge, die im Englischunterricht der ersten Klasse vorkommen.
Zwei Mäusefamilien treffen sich und die Kinder stellen fest, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben, wenn sie auch verschiedene Sprachen sprechen.

Wer es mag, darf es sich gern hier runterladen: Einschulung – Mäusestück

Beste Grüße,
Katha

Lehrerkind

Irgendwie bereiten wir uns hier zuhause ja grade wieder zweigleisig auf die Schule(n) vor. Ich denke mich immer weiter in die möglichen Inhalte und Termine für das kommende Schuljahr ein und der Möppel freut sich einen Möppelkeks, dass er nun ein Zweiktklässler ist. Der kleine Mann hat ein spannendes und erfreulich stressfreies erstes Lernjahr hinter sich gebracht und ist ganz schön gewachsen. Er denkt zwar noch, ihm würde die Grundschule reichen und er wolle danach lieber nicht auf eine weiterführende Schule gehen, aber die Illusion lasse ich ihm noch etwas.

Manchmal erschreckt er mich aber ein bisschen und ich mache mir starke Gedanken über meine Vorbildrolle 🙂
Immer, wenn die Mappen mal geleert werden sollten, wollte der Möppel natürlich nix wegwerfen, so dass wir alles schön fein auf seinem Schreibtisch lagerten. Irgendwann kam er dann auf die Idee, dass das alles so nicht bleiben könne und er einen Ordner brauche. Gesagt, getan. Order aus der Regal geholt, alle Blätter und AH abgeheftet. Möppel: „Der muss noch beschriftet werden! ‚Möppel 1c‘ muss da drauf. Und dann brauche ich nächstes Jahr einen Ordner mit dem Schild ‚Möppel 2c‘ und dann eines  mit ‚Möppel 3c‘ “ usw. Nun steht also erstmal ein wunschgemäß beschrifteter gelber Ordner im Regal und die Beschriftungen für die anderen Ordner habe ich direkt mal mit ausgedruckt, um es dann auch später passend zu haben.

Ich weiß wirklich nicht, woher er das hat…

 

Mutti-Rezension: „Wenn der kleine Sonnenschein zum Quälgeist wird“

2018-08-07 20.17.37Titel: „Wenn der kleine Sonnenschein zum Quälgeist wird“
Verlag: Ullmann Medien (hier klicken)
Autorinnen: Anne-Claire Kleindienst
Illustrationen: Lynda Corazza
ISBN: 978-3-7415-2328-1

Heute mal eine Rezension, die nur entfernt mit Schule und viel mit Familie zu tun hat. Mein Bloguntertitel sagt es ja…

Zum Inhalt:
Jede(r) in meiner Leserschaft kennt es: die „lieben Kleinen“ können sich außerhalb als Gäste wunderbar benehmen und heimsen Auszeichnungen für ihren Liebreiz, ihre Höflichkeit und soziale Einstellung ein. Daheim im muckeligen Zuhause können sie aber auch ganz anders. Die Psychologin Anne-Claire Kleindienst und der Illustratorin Lynda Corazza, selbst Mütter, stellen beispielhafte Szenen aus dem Alltag mit Kindern vor (bei denen ich fast durchgehend nicken musste) und zeigen psychologisch begründete Handlungsmöglichkeiten auf. Es geht darum, den Grund hinter dem ungewollten Verhalten wahrzunehmen und dem Kind und sich selbst einen guten Weg hinaus zu gestalten. Ziel ist ein harmonischeres Miteinander, ohne dem Kind alles durchgehen zu lassen oder es abzustrafen.

Meine Meinung:
Ich habe das Buch an einem Stück gelesen (draußen in meinem Hängesessel baumelnd), weil es wirklich gut geschrieben und durch seinen comicartigen Stil trotz anspruchsvollem Inhalt leicht lesbar ist. Das Stichwort „gamification“ kommt mir in den Sinn, wenn das Buch zwar auch kein Spiel darstellt, aber der Inhalt eben mal ganz anders verpackt ist.
Hier mal ein paar Eindrücke:

Die Beispielmutter im Buch spricht auch mal direkt mit den Autorinnen und wägt verschiedene Vorschläge ab, die sicher oft die Bedenken des Lesers widerspiegeln. Das wirkt auf mich sehr Vertrauen stärkend.

Leseempfehlung: Für mich als Mutter von zwei Söhnen eine absolute Empfehlung an die Muttis aus meinem Freundeskreis. Für mich als Lehrerin ein Buch, das ich manchen Eltern von Schülern gern mal in die Hand drücken würde (eher denen, die man manchmal als Helikopter-Eltern bezeichnet als denen, die sich nicht um ihre Kinder scheren).

Vielen Dank an den Verlag Ullmann Medien für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Gibt’s ja nicht…

… das waren heute früh meine Gedanken in meiner Englischklasse (3. Jahrgang). Montag hatte ich dort zuletzt Unterricht und der war nicht schön gelaufen. Wie leider früher schon oft perlten alle Ermahnungen und Erklärungen an den meisten Kindern ab und sobald ich fertig war mit Meckern schwatzte schon wieder irgendwo jemand oder kippelte oder… Kennt ihr, oder?

Nun ging ich dann heute früh mit der Ankündigung in die Klasse, dass die letzten Englischstunden bis zu den Ferien nur noch aus Lese- und Schreibübungen bestehen würden – und davon hätte ich eine Menge parat, hatte ich Montag versprochen. Aber zu deren Einsatz musste es dann doch nicht kommen, denn irgendwie war der Nachhal der Montagsstunde doch bei einigen Kindern angekommen und…

Da haben sich doch wirklich nachmittags vier Kinder getroffen und gemeinsam einen Kuchen gebacken! Ich konnte es kaum fassen heute morgen, was da passierte… Alle saßen an ihren Plätzen, als ich kam (das funktioniert sonst eher nie) und schauten einigermaßen reumütig. Und dann bekam ich ein paar ganz warme Entschuldigungsworte und diesen Teller überreicht:2018-07-04 09.31.07.jpg

Den habe ich natürlich mit den Kollegen geteilt. Erstens darf ich ja nun keine Geschenke annehmen 😉 und zweitens dürfen die anderen ja auch mit den Kindern arbeiten und ich habe die Reue in Zuckerform mal an alle weiter geleitet… Lecker war er aber!

So, das musste ich heute noch fix mit euch teilen. Der Rest des Tages ist für die Kita geblockt. Erst geht es mit Möppelchen zum Schnuppern in seine zukünftige Gruppe (U3 ist vorbei) und später ist dann noch das letzte Elternratstreffen des Kitajahres. Wenn man neun Jahre in einer Kita war/ist/sein wird, sollte man zumindest einmal ein Jahr der Elternpflegschaft beiwohnen, finde ich. Bringt keinen um…

Beste sonnige Grüße,
Katha