Programmieren mit Spaß und Lego

„Bei Gewinnspielen gewinne ich nie was!“, sagt meine Schwiegermutter immer. Sie spielt halt auch nie mit… Ich tu das öfter mal und hab vor Kurzem wieder richtig Glück gehabt: Bei der Gesellschaft für digitale Bildung habe ich auf Twitter an einem Gewinnspiel teilgenommen und eine Box von Lego Education mit dem Spike Prime gewonnen. Jippie!

Dieses Legoset ist nicht nur (aber auch) zum technischen Bauen gedacht, sondern vor allem für den handelnden Einstieg ins Programmieren. Nach Anleitung oder frei können Roboter, Fahrzeuge, Tiere oder andere Dinge gebaut und mithilfe der drei Sensoren und drei Motoren aktiviert werden. Alles wird an einen sog. Hub gesteckt, in dem ein Bluetooth-Sensor steckt und auf dem das Grundprogramm installiert ist. Wir mussten zwar beim ersten Benutzen mehrmals ein Update über Kabel aufspielen, aber dann lief alles auch kabellos. Am bequemsten war für uns die Steuerung über ein Tablet, für die Updates war aber das Notebook mit Kabel besser. Hier sieht man, was alles im Set enthalten ist:

In der App gibt es verschiedene Vorschläge, was gebaut werden kann:
Lego1

Dazu wird entweder am PC/Notebook oder am Tablet ein Programmcode geschrieben, der zu den verwendeten Bauteilen passt. Hierzu werden wenn-dann-Aktionen festgelegt -so wie „wenn der Farbsensor gelb sieht, dreht sich der Motor an Steckplatz A 5 Mal“. Für den Code kann man entweder Python verwenden oder aber mit Textblöcken arbeiten, was für Anfänger der empfehlenwertere Weg ist. So sieht die blanke Programmierfläche dann aus:
Lego2
Man kann dann links die einzelnen Blöcke für Aktionen, Sensoren oder Motoren auswählen und kombinieren. So kann es dann zum Beispiel aussehen, wenn man Blöcke angepasst hat:
Lego3

Momentan probieren der Möppel und ich verschiedene Baupläne aus und tasten uns ans Programmieren heran. Da ich bei fobizz dieses Jahr schon die „Zusatzqualifikation Informatische Grundbildung“ mitmachen konnte, bin ich in dieser Hinsicht nicht mehr ganz unbeleckt. Ich kann jeder/jedem nur empfehlen, sich mal mit ein paar Programmierübungen auseinanderzusetzen – das Thema gewinnt in der zunehmend durch Algorithmen bestimmte Welt auch in der GS zunehmend an Bedeutung!

Was mich an dem Lego Education-Set hier freut ist die Möglichkeit, die Programmierung durch die Bluetooth- oder Kabel-Verknüpfung mit dem Hub wirklich aktiv getestet werden kann. Das ist schon noch etwas cooler als die rein optischen Animationen, die man bei TurtleCoder, Scratch oder anderen Onlineangeboten nutzen kann (auch wenn die für die Schule natürlich super, weil kostenlos sind). Außerdem kann man natürlich bereits vorhandene Legosteine, -räder etc. auch mit den Teilen aus diesem Set verwenden, denn Lego ist ja Lego. Da bietet sich schon eine Menge Raum für Kreativität!

Ich freu mich noch ein Weilchen und geh jetzt nochmal bauen…
Eure Katha

 

 

 

Schnitzeljagd durchs Dorf

Heute eine Mischung aus „Muttiblog“ und „PrimarBlog“…

Des Möppels Geburtstag im Urlaub musste natürlich noch mit den Freunden nachgefeiert werden. (Und nein, in diesem Fall habe ich da kein schlechtes Gewissen, da die Jungs eh den halben Tag in der Ferienbetreuung zusammen spielen und ab nächster Woche ja auch gemütlich in ihrem Klassenzimmer Bazillen austauschen können.)
Damit die Jungs nun auch was zu tun haben, hat sich das Kind eine Schnitzeljagd gewünscht und auch schon das Ziel selbst ausgesucht. Mein Job war es nun „nur noch“, die einzelnen Stationen auszuwählen und ein paar Hinweise zu verfassen.

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Es gab verschiedene Rätsel, zu denen mein Mann nur meinte „da ist die Grundschullehrerin wieder durchgegangen“. Das lasse ich mal so stehen…
Konkret mussten die Kinder:
1. einen Kompass einsetzen, um die Startrichtung zuhause herauszufinden
2. ein Silbenrätsel lösen
3. ein Bilderrätsel lösen mit Detailfotos des nächsten Ortes
4. kombinieren mit einer Hilfe in Form von Wortlängen
5. eine Zahlenkombination aus Hinweisen lösen und dann mit den Worten aus den Ü-Eiern aus dem Glas einen Lösungssatz bilden
6. einen Ort auf einer Landkarte erkennen und finden (Ausschnitt der Gegend)
7. eine Rechen- bzw. Schätzaufgabe lösen um aus a,b,c den richtigen Weg zu wählen
8. aus einem Gedicht den richtigen Ort erkennen
Die Hinweise hatte ich vorab verteilt und an den Orten festgeklebt, angepinnt oder aufgehängt – Klebeband, Heftzwecken und Bänder begleiteten mich auf meiner Runde. Sie führte über Schulhof und Grillplatz, Sportplatz, Festplatz und Dorfteich bis zu den Torbögen, die als Symbole für dunser Dorf an mehrere Stellen aufgestellt wurden.

Dazu bekamen die Jungs noch ein paar Hilfsmittel mit, die sie gebrauchen oder auch nicht gebrauchen konnten:
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Und da seht ihr schon, warum ich das heute blogge: so eine Schatzsuche, Rallye oder Schnitzeljagd kann man auch toll in der Schule nutzen. Mir fallen folgende Möglichkeiten ein, wie die Schülerinnen und Schüler aktiv werden könnten:
– sich auf dem Schulgelände oder Schulhof orientieren: eine Rallye ist ein schöner Start für Erstklässler, die sie mit ihren lesefähigen Paten lösen könnten.
– sich im Dorf orientieren (Landeskunde / Geografie im Sachunterricht): wichtige Orte, Einrichtungen, Wege im Schulbezirk kennenlernen oder noch besser…
– … selbst eine Rallye erstellen: zwei Gruppen erfinden eigene Rätsel und schicken die jeweils andere Gruppe dann zum Lösen durchs Dorf

Die fortgeschrittene Variante solch einer Schnitzeljagd ist das EduBreakout. Hier geht es nach dem Prinzip des EscapeRoom darum, in einer bestimmten Zeit kollaborativ Rätsel zu lösen, um dann gemeinsam mit mehreren Gruppen ein Ziel zu erreichen. Wer sich afür interessiert, kann z. B. bei fobizz eine interessante Fortbildung dazu belegen, die von Verena Knoblauch angeboten wird. Sie ist ebenfalls GS-Lehrerin und hat zuletzt ein Buch über den Einsatz von Tablets in der GS geschrieben – eines über Breakouts soll in Kürze folgen.

Wer es digital mag, kann für eine Schnitzeljagd auch die Apps Actionbound bzw. Biparcours nutzen (zweitere ist für Schulen in NRW kostenlos nutzbar). Hier kann man vorhandene Rallyes durchspielen oder auch selbst welche erstellen. Ein sehr spannendes Projekt, zu dem ich hoffentlich bald noch einen Eintrag im Blog schaffe.

Für heute tschüss!
Eure Katha

Rezension: „Art Play“

2020-07-27 10.02.32Titel: „Art Play“

Verlag: Midas (hier klicken)

Autorin: Marion Deuchars

ISBN: 978-3-03876-102-0

 

Zum Inhalt:
„Mit Kunst spielen“ – so heißt es auf dem Backcover dieses großen, 224 Seiten dicken Mitmachbuches. Und genau das steckt auch drin: zu verschiedenen Themen (s. Foto unten rechts vom Inhaltsverzeichnis) kann man sich ausprobieren. Es gibt in jedem Themenfeld eine Art Einführung und dann geht es in kleinen Schritten voran. Oft gibt es eine Doppelseite mit Beispielen und dann eine Doppelseite zum Ausprobieren. Vieles kann also direkt im Buch bearbeitet werden; dazu ist es auf dem klassischen „Malbuchpapier“ gedruckt worden. Bei den farb- oder materialintensiveren Themen gibt es dann aber immer den Tipp, mit separatem Papier zu arbeiten.

Die schottische Autorin Marion Deuchars ist Künstlerin und Illustratorin, die wohl schon einige ähnliche Bücher mit Anleitungen und Ideen veröffentlicht hat.

Meine Meinung:
Hier liegt keine klassische Schritt-für-Schritt-Zeichenanleitung vor mir (die ich eh nie hinbekommen habe) sondern eine Einladung zum Kritzeln und Probieren. Ich bekomme Anregungen und durch die Beispiele auch einfach die Möglichkeit, meine Fingerfertigkeiten zu erweitern. Es kommt kein Druck auf: einfach „nur“ nachmalen geht genauso gut wie selbst kreativ werden.
Hier mal ein Ergebnis, das ich zusammen mit meinem Großen erreicht habe (links die Anregungen, rechts unser Werk):

Uns hat das Buch vom Layout her sehr angesprochen und auch die kurz gehaltenen Texte sind hilfreich. Wir haben teils neue Techniken ausprobiert und waren an manchen Stellen erstaunt, mit welch geringen Mitteln tolle Effekte erzielt werden können. Mein Großer hat z. B. das Schraffieren für sich entdeckt und gemerkt, dass das mit manchen Bleistiften besser geht als mit anderen.

Leseempfehlung Probierempfehlung:
Für alle, die gern ein bisschen ausprobieren und dazu konkrete Anregungen haben mögen ist dieses Buch absolut empfehlenswert! Spaß macht es auch zu zwei dran zu sitzen, wenn die Doppelseiten es hergeben. Somit ist das Buch auch bei uns gern als Mutter-Kind-Aktion genutzt worden, bei der der Große und ich zusammen die Stifte haben glühen lassen. Für Kindergartenkinder sind manche Seiten sicher auch interessant, aber einige doch eher schwierig bzw. sehr betreuungsintensiv. Von daher wäre meine Altersempfehlung so etwa ab sieben, acht Jahren.

Manche Themen kann ich mir analog sehr gut als Einführung in bestimmte Techniken für den Kunstunterricht vorstellen. Auch wenn ich dort die Erfahrung gemacht habe, dass Kinder es nicht gewohnt sind, probieren zu kritzeln sondern eher etwas Konkretes zeichnen wollen. Einen Versuch wäre es Wert, denn die Anregungen von Marion Deuchars sind vielfältig.

Vielen Dank an den Midas-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Das Klassenleiten aufgeben

Viele von euch haben ja im vergangenen Sommer schon meinen Abschied von den Monstern nach dem dritten Schuljahr mitgelesen und auch vor einigen Wochen die Abschiedsworte verfolgt, die ich noch an meine (vorerst) letzte Klasse richten durfte. Eigentlich ist dieser Abschied also schon eine Weile her. Er beschäftigt mich aber diese Woche dann doch nochmal sehr, denn ich räume nun endlich mal „meinen“ alten Klassenraum aus. Die Kollegin, die meine Klasse übernommen hat, konnte sich letztes Jahr quasi ins gemachte Nest setzen und den voll ausgestatteten Raum übernehmen. Nun zieht eine neue erste Klasse dort ein und es wird Zeit, meinen Kram herauszuholen.

So sah es deshalb dieser Tage in meinem (großen!) Kofferraum aus:
2020-07-22 11.39.55Die meisten meisten von euch kennen das – ein halber Schreibwarenladen befindet sich im und am Pult und in den Schränken. Kopiervorlagen, Bücher, gebasteltes Material, Putzsachen, Weihnachtsdeko, Aushänge, Plakate etc. Die Materialien aus dem Kunstschrank sind hier noch nicht dabei (ich hoffe, dass die Kollegin, die den Raum bezieht, manches davon übernimmt…).

Als ich das letzte Mal keine Klasse hatte, weil wir am zweiten Kind gearbeitet haben, war ja klar, dass ich in nicht allzu weiter Ferne wieder eine übernehmen würde – also kam alles auf den Dachboden und wurde dann ja auch nach zwei „KL-abstinenten“ Jahren und nach K2s Geburt wieder zurück in die Schule.
Dieses Mal steht die Sache ja anders: Ich bin inzwischen seit gut zwei Jahren Fachleiterin im Studienseminar und sehe momentan keinerlei Gründe, diese Tätigkeit wieder niederzulegen. Dazu macht sie mir viel zu viel Spaß und mein Kollegium ist viel zu toll. Als Fachleiterin aber bin ich nie mit genug Stunden an der Schule um eine Klasse zu leiten. Das haben wir im dritten Monster-Jahr versucht und es war, sagen wir mal, suboptimal…
Also habe ich direkt mal die aktuelle Lehramtsanwärterin unserer Schule gefragt, ob sie ein bisschen was übernehmen mag und – jippie! – Vieles wanderte direkt aus meinem Kofferraum in ihren. Und auch jetzt, wo ich hier zuhause weiter einräume und wegsortiere, kommt nochmal ordentlich was für sie zusammen. Als ich an meiner jetzigen Schule anfing, ging eine Kollegin in Pension und hinterließ mir viel hilfreichen Kram von Wäscheklammern bis Sitzmatten für meine Klasse. Nun kann ich diese Hilfe zurückgeben und habe die ganze Woche das gute Gefühl, dass wir beide etwas von dieser Sache haben: ich den Platz und sie eine gute Grundausstattung für ihre erste eigene Klasse, die sie bestimmt bald übernehmen wird.

Sollte ich aus welchen Gründen auch immer nochmal eine Klasse leiten, weiß ich ja inzwischen auch, worauf ich Wert lege und habe meine Vorlagen alle digital, um sie schwuppdiwupp wieder einsatzfähig zu machen.

So, Schluss für heute – muss noch etwas räumen…
Katha

 

Schutzengel für Schulkinder

Da ich nach dem letzten Blogeintrag mehrfach nach der Geschichte gefragt wurde, die ich vorgelesen habe, bin ich nochmal auf die Suche nach der Quelle gegangen und habe sie auch gefunden (bzw. hat die liebe Kollegin, die mir das Buch seinerzeit ausgeliehen hatte, es gefunden). Danke dir an dieser Stelle, liebe Y.!

Die Quelle der Geschichte namens „Der Tagesablauf der Engel“ ist das Buch „Kinderbriefe an den Schutzengel“ von Uwe Wolff (ISBN 978-3579067087).
indexWir haben die Geschichte ein bisschen verlängert und den Schutzengeln ein paar konkrete Aufgaben angedichtet, wie sie den Kindern helfen, die neu in die Schule kommen. Freundlicherweise wurde mir vom Verlag genehmigt, unsere erweiterte Version hier mit euch zu teilen, deshalb könnt ihr die Geschichte nun auch im Ganzen lesen. Viel Freude damit!

Engelgeschichte zur Einschulung

Katha

Und dann sind sie plötzlich groß…

Vor ziemlich genau vier Jahren, Anfang Juli 2016, lernte ich 14* entzückende, aufgeschlossene, freundliche und wohlerzogene** angehende Erstklässler beim Kennenlernnachmittag kennen. Ihr habt sie und mich drei Jahre lang begleiten dürfen und an vielen Stellen miterlebt, wie sie ihre ersten Buchstaben lernten, Geschichten schrieben, Rechtschreibregeln lernten usw.
Es sind große Kinder geworden; jedes für sich ganz speziell und mit besonderen Talenten. Da gibt es die tolle Tänzerin, die so viel Deutsch gelernt hat, den Alleswisser, der auch den Äquator kennt, den Früheingeschulten, der immer noch alles locker wuppt, das Pferdemädchen, die Nach-Rücktritt-Aufgeblühte und so viele Andere.

Seit einem Jahr konnte ich nicht mehr ihre Klassenlehrerin sein, weil ich einfach zu oft „nicht da“ war sondern mehr Stunden als Fachleiterin hatte. Der Abschied war schmerzhaft und jede Vertretungsstunde bei den „Monstern“ war für uns alle wertvoll. Immer noch wurde ich (jedenfalls vor März 20) freudig begrüßt und umarmt, wenn ich in die Klasse kam.

Es war schwer zu sehen, wie die lange gepflegten Rituale sich änderten und verschwanden, wie die Klassenmonsterchen Mona und Mino von Mitmachern zu Zuschauern wurden. Die Klassenfahrt haben die zwei und ich ja noch mitgemacht und das hat sich so total normal angefühlt. Zwischendurch hatte ich zwei Mal auch längere Vertretungsphasen und Planungsverantwortung für die Klasse und habe auch das immer sehr genossen – dann konnte ich wieder mal meine eigenen Schwerpunkte einbringen.

Nun blieb mir nur noch die Zusammenstellung der Fotos unserer gemeinsamen Zeit und das Durchgehen viele Erinnerungen mit den Lieblingskollegin der Parallelklasse, mit der wir viel zusammen erlebt haben. Und trotz des Abschieds mit Geschenk im letzten Sommer bekommt nun jedes Kind nochmal eine Postkarte von Mona, Mino und mir mit ein paar warmen Worten und guten Wünschen. Ich bin ein bisschen kreativ geworden und habe mich mal an Popart versucht:
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[Powerpoint: 6 Rechtecke einfügen, einfärben, Fotos der Monster mit remove.bg freigestellt, eingefügt, über Format die Farbe verändert – fertig! Dann noch das Ganze bei einem Anbieter der Wahl als Postkarte bestellen – ganz fertig!]
Gleiches hatte ich zu ihrem Geburtstag schon mit dem Klassentier der Lieblingskollegin gemacht, was mir wegen des 6x gleichen Motivs noch deutlich besser gefällt.

Heute schwelge ich noch ein bisschen in Erinnerungen. Morgen darf ich ganz selbstverständlich an den letzten anderthalb Stunden der Monsterklasse teilnehmen und auch mit Zeugnisse überreichen – ich freue mich sehr! Mein Schlusstext ist die Geschichte, die wir beide Klassenlehrerinnen beim Einschulungsgottesdienst vorgelesen haben: von den Engeln, die jeden Tag auf die Kinder in der Schule aufpassen. Die passt ja nun vor dem Schulwechsel auch wieder sehr gut.

Allen, die auch morgen oder in den nächsten Wochen eine Klasse verabschieden, wünsche ich dabei viel Freude und alles Gute! Allen NRW-Kolleg*innen einen tollen Start in die Ferien und dass ihr/wir alle auch dorthin dürfen, wo wir hin wollen.

Katha

* Dabei ist es natürlich nicht geblieben! Wer aber nachlesen mag, warum es selbst mit der kleinen Lerngruppe ein ziemlich harter Start war, muss mal bis Herbst 2016 zurückscrollen hier im Blog.

* Wehe, jemand behauptet etwas Anderes!

Lehrerausbildung auf Distanz

Herausfordernde Wochen liegen hinter uns und sicher auch noch für eine Weile vor uns. Gestandene Lehrkräfte rotieren, probieren neue Wege aus, zweifeln, improvisieren, planen und müssen sich umstellen.

Lehramtsanwärter*innen stecken natürlich in diesen extrem unstabilen Prozessen auch mittendrin – jedoch meist anders. Selten sind sie in Verantwortung für eine Klasse, oft sollen sie momentan in Absprache mit Klassenleitungen Arbeitsmaterialien für die Kinder zur Verfügung.

Dass sie aber auch weiterhin ausgebildet werden sollten, ist in den ersten Wochen der Schulschließungen ziemlich untergegangen. Relativ bald gab es in NRW eine veränderte Vorgehensweise für die noch ausstehenden Prüfungen – für die ausfallenden Unterrichtsbesuche haben wir nun auch seit ein paar Wochen Klarheit und können alternative Ausbildungsformate anbieten.

Spannend wird es nun für die LAA und für uns Fachleitungen, wenn nun die ersten „Alternativen Ausbildungsformate“ zum Einsatz kommen. Hierbei haben sich die meisten LAA dafür entschieden, ein an das alternative Prüfungsverfahren des Prüfungsamts Dortmund angelehntes Format zu nutzen: die eigene Stunde ausführlich vorstellen, Arbeitsaufträge nennen, mögliche Ergebnisse antizipieren etc. Teils führe ich diese Gespräche in Präsenz im ZfsL, teils als Videokonferenz über Teams.

Was aber die Ausbildung im Seminar (bei uns ZfsL) angeht, so war es für uns FL ähnlich wie für jede Lehrkraft: Fernunterricht musste zügig vorbereitet werden und groovt sich so langsam ein. Inzwischen hat mein Fachseminar Deutsch/Mathematik schon vier Mal eigenständig und asynchron von zuhause aus gearbeitet und unser Dreierteam an FL hat den Eindruck, dass das ganz gut klappt. Natürlich fehlen uns die Gespräche über Unterricht, Planung und Didaktik, aber zumindest können wir fachlichen Input zu Deutsch und Mathematik geben und konnten sow wie es aussieht ein bisschen Lernzuwachs erreichen. Glücklicherweise haben wir seit einigen Monaten mit Moodle ein LMS (Lernmanagementsystem), über das wir Aufgaben und Material zur Verfügung stellen und auch einsammeln können. Ergänzt durch Padlets, auf denen die Kommunikation ein bisschen offener ist, versuchen wir so auch diesen Aspekt mit einzubeziehen. Ergänzt haben wir dieses Konstrukt zuletzt noch durch eine Umfrage mit Edkimo zum Bedarf und Wünschen der LAA für die Distanzzeit.

Ich werde noch versuchen, ein paar der Aufgabenstellungen hier aufzubereiten, da es ja durchaus euer Wunsch war, auch aus dem Seminar zu hören.

Beste Grüße
Katha

Rezension: „Darwins große Reise“

2020-04-02 12.58.24

Titel: „Darwins große Reise – Die Entdeckung der Natur“
Verlag: Midas Kinderbuch (hier klicken)
Autor: Jake Williams
Illustrationen: Jake Williams
ISBN: 978-03876-151-8

 

Zum Inhalt:
Charles Darwins große Reise auf der HMS Beagle, die sein Lebenswerk prägte, wird in diesem Buch detailliert begleitet. Abschnittsweise wird die Reiseroute vorgestellt und immer anhand von Karten (s. Foto unten links) belegt. Kleine Anekdoten und Erlebnisse werden erzählt und sowohl Darwins Sicht auf die Dinge als auch die Umstände der Zeit und Orte berücksichtigt. Darwins eigentlich für zwei Jahre gedachte, aber fünf Jahre dauernde Reise um die Welt brachte im Hinblick auf die heute selbstverständliche Evolutionstheorie viele beeindruckende Erkenntnisse, deren Kernaussagen in diesem Buch komprimiert werden, wobei die Tiere gegenüber den Pflanzen im Fokus stehen.
Das Buch ist im Stile eines Bilderbuchs angelegt, aber mit 96 Seiten deutlich dicker. Die seitenfüllenden Bilder (s.u. rechts) werden durch kurze Erzählungen unterstützt oder andersherum: die kurzen Texte werden durch seitenfüllende Bilder im Verständnis unterstützt…

Meine Meinung & Leseempfehlung:
Dieses Bilderbuch ist mal ein ganz anderes als sonst: Die Illustrationen stammen aus dem PC, was jetzt nicht abwertend sein soll – sie sind sehr klar, nicht verniedlicht und durch ihre Größe wirklich aussagekräftig. Klarer Daumen hoch von mir und dem Co-Tester (8,75 Jahre alt).
Die Texte sind in kleine Portionen eingeteilt und dadurch auch für Lesemuffel zu bewältigen. Größen z. B. werden immer schön durch Vergleiche verdeutlicht („so groß wie zwei Busse hintereinander“) und die Besonderheiten von Darwins Zeit werden auch für jüngere Leser gut erklärt. Das Hineinversetzen in die damaligen Reise- und Forschungsbedingungen wird durch die Erzählung kleiner Anekdoten sehr gut möglich. Und wir lernen, dass viele heute selbstverständliche Erkenntnisse erst mühsam erarbeitet werden mussten bzw. dass man es der genauen Beobachtungsgabe Darwins zu verdanken hat, dass Informationen erst in diese wichtigen Zusammenhänge gebracht wurden.

Für interessierte Grundschulkinder und natürlich alle älteren Leseratten kann ich Darwins Reise empfehlen. Ich habe ja nun so einen Sachbuchfan hier wohnen, der als liebste Gutenachtgeschichte bereits den Atlas Obscura hat – für den ist Darwin grad der nächste Held. Mein Kindergartenkind hörte zwar gespannt zu und bewunderte die Tierbilder – von den wissenschaftlichen Aspekten der Entdeckungen konnte er aber noch nichts mitnehmen.
Grundsätzlich kann ich mir das Buch gut vorstellen für Tierfreunde, denn eine Menge ganz besondere Tiere kommen ja in dem Buch vor. Wer Lust hat, den Entdeckungen hinter der weltbekannten Evolutionstheorie selbst nochmal auf den Grund zu gehen und nicht immer nur über Finken zu lesen, ist hier genau richtig.

Vielen Dank an den Midas-Kinderbuch-Verlag für das Rezensionsexemplar! Es wird wohl auf längere Zeit im Bücherregal des Möppels stehen bleiben…

Beste Grüße,
Katha

Löwenzahn

Bei einem unserer letzten Sonntagsspaziergänge sind mir ein paar Löwenzähne vor die Kamera gehüpft, mit denen sich der Lebenszyklus dieser Pflanze ganz gut nachvollziehen lässt.Besonders gefreut habe ich mich über die angeknabberte Blüte, in der man die fertig entwickelten Schirmchen vor dem Öffnen der Pusteblume sehen kann. Das sieht man ja nicht alle Tage und meine Jungs haben ganz schön gestaunt.

Falls ihr mal rechtlich sichere Fotos davon benötigt, dürft ihr diese gern verwenden – ich stelle sie unter die Lizenz CC-by-nc (also Name nennen und nicht kommerziell nutzen!).

1. Löwenzahn in Blüte:

2. Zusammengezogen:
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3. Blick in die zusammengezogene Blüte mit den Schirmchen vor dem Öffnen:

4. Pusteblume:
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Ihr könnt die Bilder hier herausspeichern oder per Mail von mir die höher aufgelösten Originale bekommen.

Beste Grüße
Katha

Digitale Unterrichtsvorbereitung

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Photo by Kari Shea on Unsplash

Inspiriert von der wunderbaren Frau Locke, die wiederum durch eine Instagram-Challenge inspiriert wurde, möchte auch ich heute mal beschreiben, welche digitalen Hilfsmittel ich zur Vorbereitung meines Unterrichts bzw. meiner Fachseminararbeit nutze.

1. Ausstattung (Hardware)
Schon immer nutze ich privat ein Notebook mit aktuellem Microsoft Office. An zusätzlicher Hardware gibt es nur einen Drucker mit Scanfunktion; eine Webcam ist im Notebook enthalten. In den letzten Jahren habe ich mit unserem Familien-iPad auch schon ein bisschen herumprobiert und ergänze durch dieses vor allem kreative Aspekte.

Da ich ja in zwei verschiedenen Institutionen tätig bin, plane ich auch zweigleisig für zwei verschiedene Austattungen:
In der Schule gibt es bislang anderthalb Computerräume sowie eine inwzischen flächendeckende Beamerausstattung plus Notebooks in den Klassen. Für dort kann ich also alles einplanen, was entweder ich präsentiere oder die Kinder an einem Desktop-PC tun können (Online-Aufgaben, Textverarbeitung, Recherchelinks…). Eine Ausstattung der Lehrkräfte mit mobilen Dienstgeräten ist in Vorbereitung.
Im ZfsL (Studienseminar) stehen große Präsentationsdisplays, die ich kabellos oder mit Kabel vom Notebook aus zum Präsentieren nutzen kann. Außerdem haben wir dort bislang einen Koffer mit iPads. Auch hier warten wir auf Dienstgeräte für die Deutsch-Mathe-Fachleitungen.

2. Ausstattung (Software)
Meine unverzichtbaren Programme sind immer schon Word und PowerPoint*. Ersteres für alle Textarbeiten und die meisten Arbeitsblätter. Zweiteres natürlich für Präsentationen (ZfsL), aber vor allem auch für viele grafische Kleinigkeiten: ich kann darin Formen schnell nutzen, verschieben, ausrichten, kombinieren und so. Die Greenscreentechnik aus dem FakeNews-Beitrag letztens kann ich zum Beispiel dort auch schnell umsetzen: beide Bilder einfügen, anordnen, gemeinsam als neue Grafik speichern…
Jedem, der diese und andere Programme regelmäßig für ähnliche Arbeiten nutzt, dem empfehle ich dringend, sich mit den bestehenden Tastaturkürzeln vertraut zu machen – außer strg+c, strg+v und strg+x gibt es da noch eine ganze Menge weitere! Vor allem am Notebook beschleunigt man sein Arbeiten so enorm. Für alle wiederkehrenden Dinge kann man teils auch selbst solche Shortcuts anlegen – ich habe mir z. B. in der Symbolbibliothek in Word für die von mir häufig genutzten Pfeile oder Ankreuzkästchen Shortcuts eingerichtet, so dass ich z. B. über strg+k direkt in Kästchen im Text habe. Weitere Tipps: Windowstaste und Punkt drücken zeigt mir eine Emoji-Tastatur an und wenn man Großschreibtaste, Windowstaste und S drückt, kommt man direkt in das Ausschneidetool (früher Snipping Tool), mit dem man z.B. die in diesem Artikel genutzten Bildschirmausschnitte superschnell herstellt.
Nicht zuletzt sollte man sich alle regelmäßig genutzten Programme unten am Bildschirm in der Toolbar ablegen, um schnell darauf zugreifen zu können:
Toolbar

Außer Office habe ich nur Freeware auf meinem Notebook: Freemind zum Beispiel, eine Mindmapping-Software. Außerdem TinyPic, einen Bildverkleinerer oder oCam, ein Screencastprogramm zum Aufnehmen des Bildschirms für Erklärfilme. Diese verarbeite ich dann mit MovieMaker, einem Windows-Tool (analog gibt es auf dem Mac iMovie).
Ein pdf-Tool zum Kombinieren oder zerteilen von pdf-Dateien habe ich in pdf24 gefunden. Durch die zur Zeit häufigere Arbeit mit Videos ist noch Handbrake zum Verkleinern hinzugekommen.

An der Arbeit mit OneNote als Planungshilfe versuche ich mich momentan. Der Charme liegt ja darin, dass ich unterwegs auf dem Tablet auf alles zugreifen kann genauso wie zuhause am Notebook. Wer hier auch probieren mag, kann sich zum Beispiel bei https://onenote-fuer-lehrer.de/ schlau machen.

Nicht zuletzt nutze ich im Seminarkontext mit einigen Kolleginnen Microsoft Teams, das nun in Zeiten der Distanzausbildung auch an unsere LAA herausgeht, damit wir gut miteinander videochatten können.

3. Was ich so plane
Ihr kennt ja inzwischen viele meiner AB und meinen Stil dafür. Mit Word komme ich deshalb hervorragend zurecht und weiche für AB mit etwas mehr Formen bzw. für Spielkarten und so was auf Powerpoint aus.

Außerdem habe ich immer schon gern Hilfen genutzt, um Schüler*innen schneller zu bestimmten Internetseiten zu lotsen. Früher konnte ich in der Schule noch Tabs in unserem Browser setzen, mit denen man zumindest zu den häufiger gebrauchten Seiten kommt. Da das nicht mehr geht und sowieso nicht jede*r ein Schulnetzwerk hat und man ja nicht für jede einmal zu nutzende Seite einen Tab einrichtet, nutze ich gern Dokumente mit Links drin: einfach zuhause die URL der gewünschten Seite kopieren und in Word einfügen, dann Leertaste tippen und der Link wird zum Hyperlink. Nun kann man dazu noch etwas schreiben, wenn man will und das Dokument auf den Schul-PC packen (Netzwerk, Dateiverteilung, USB-Stick…). Durch Anklicken des Links in der Datei kommen die SuS nun genau dahin, wo sie hinsollen. So kann man wunderbar z.B. mehrere Seiten mit passenden Infos über ein Tier zuhause sammeln und die Kinder können genau diese Seiten durcharbeiten. Eigene Recherche mit Suchmaschinen kommt natürlich noch dazu, bevor jetzt jemand unkt..
Sollten wir wirklich Tablets bekommen, dann kann man dies sehr schön durch QR-Codes lösen.

In den letzten Jahren habe ich viele Fortbildungen wahrnehmen können und dabei diverse „Tools“, wie es so schön heißt, kennengelernt. Ein häufig genutzter Favorit ist Padlet (s. hier), ebenso die auch kollaborativ nutzbaren Etherpads wie zumpad.

In meiner Vorbildfunktion sowohl für die SuS als auch für die LAA habe ich gelernt, Wert auf Urheberrechte zu legen und mich auch mit der Recherche von Bildern in diesem Sinne mehr anzustrengen. Die Google-Bildersuche bietet dafür eine sehr einfache Unterstützung, die man auch GS-Kindern schnell beibringen kann:
Bildersuche
Die Einstellung „Zur Wiederverwendung gekennzeichnet“ liefert mir Bilder, die ich unter Angabe der Quelle z.B. hier oder auf einem AB verwenden kann.
Außerdem habe ich mir frei zur Verfügung gestellte Grafiken wie die von Frau Locke oder den Mompitzen heruntergeladen und nach Autor in Ordnern abgelegt, damit ich immer direkt die Quelle angeben kann.
Grafiken

Mmh, nun ist es doch ein bisschen lang geworden hier heute… das Fokussieren fiel mir etwas schwer, da so vieles bei mir am PC Hand ind Hand geht. Solltet ihr den Wunsch haben, dass ich irgendwas nochmal vertiefe, dann kommentiert oder mailt mir das gern.

Herzliche Grüße
Katha

*Natürlich kann man auch OpenSource-Software wie LibreOffice nutzen – mir persönlich sind da die Funktionen aber zu eingeschränkt bzw. zu umständlich zu erreichen. In der Schule muss ich damit arbeiten und ärgere mich oft darüber, dass ich meinen gewohnten Workflow bei Weitem nicht erreiche. Allein die Dropdown-Menüs in LibreOffice machen mich wahnsinnig.