Mompitzige Kurzwoche

Da diese Woche ja nur drei Schultage hat, haben wir keinen Wochenplan am Start sondern ein paar Stunden gemeinsame Arbeit. Damit das Thema „Körper“ und „Verben“ mal zum Ende kommt, habe ich noch drei Übungen zusammengestellt, die dazu passen und somit den Wortschatz noch einmal aufleben lassen. Dabei begleiten mich diese Woche mal wieder die herzallerliebsten Mompitze, die die Kinder meiner Monsterklasse schon öfter mal getroffen haben. (Hier können sich Neulinge informieren.)

Zuerst bekamen die Kinder einen schwarz-weißen Günther aus der Mompitzfamilie, den sie innerhalb von 15 Minuten  individuell anmalen sollten. Dann wurden alle Günthers eingesammelt und mit Nummern versehen an die Tafel gehängt. Jedes Kind beschrieb nun seinen Günther möglichst genau und die anderen sollten ihn erraten. Warum nicht auch mal Übungen aus dem Fremdsprachenunterricht in Deutsch nutzen?!

Danach gab es eine Partner-Leseübung. Dazu wurden Lesepartner vorgegeben – ich habe immer einem schwächeren Leser einen starken zugeordnet, um allen Kinder Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Die Übung (ABs Mompitze Lesemalblätter) ist ja auf Satzebene und die schaffen halt bislang „nur“ rund 50% wirklich gut.
Mompitz lesen
Zur Unterstützung hängt wieder der Wortspeicher mit den Farbwörtern in der Klasse und auch der mit den Körperteilen hängt noch einen letzten Tag lang an der Pinwand.

Zuletzt gibt es noch eine Übung, die absolut differenziert weil offen ist: „Zeichne selbst ein Monster. Male es an. Beschrifte alles, was du kannst.“ heißt der Arbeitsauftrag für das weiße Blatt. Ich bin gespannt, was dabei morgen heraus kommt…

So, morgen nochmal ran und dann das lange Wochenende genießen! Hoffe, ihr könnt das auch tun!
Katha

Verben in Klasse 1 – Teil 2

„Was mein Körper alles kann“ – so hieß es ja schon letzte Woche direkt im Anschluss an den Wochenplan, der die Körperteile zum Schwerpunkt hatte. Ich finde es wichtig, auch in der ersten Klasse schonmal den Wortschatz auch im Bereich Verben zu nutzen. Ähnlich wie im Fremdsprachenunterricht werden ja nun doch meiste Nomen geschrieben und auf der Wortebene auch gelesen.

Hier schrieb ich ja schon über den Einstieg, jetzt kommen noch ein paar Einblicke in die weitere Unterrichtsarbeit:

Beispiel 1a: „Silbenmaschine“ mit Verben – hier werden Anfangs- und Endsilben zu richtigen Worten kombiniert. Hier die Datei, falls gewünscht: Silbenmaschine groß Verben Körper

Beispiel 1b: Diese „Silbenmaschine“ habe ich auch mal in klein hergestellt, damit sich die fitteren Kinder sie auch mit an den Platz nehmen können. Wer mag, findet die Datei hier: Silbenmaschine klein Verben Körper

Beispiel 1c: aus Silben Wörter zusammen setzen

Beispiel 2: Hörübung – auf dem AB besprechen wir die Bedeutung der Bilder zuerst einmal durch. Dann hören die Kinder eine Geschichte und verbinden die Bilder in der gehörten Reihenfolge schrittweise miteinander.

Beispiel 3: Leseübung – das richtige Verb zum Körperteil finden auf drei Niveaustufen.

Beispiel 4: Abschreibübung, differenziert in Menge und Schwierigkeit der Wörter.

Beispiel 5: Kreisspiel „Ich kann…“ – funktioniert wie „ich packe meinen Koffer“: zuerst nimmt jedes Kind eine Bildkarte (s. obiger Link) und legt sie vor sich auf den Boden. Dann beginnt einer mit dem Satz „Ich kann…“ und ergönzt sein gewähltes Verb. Jedes weitere Kind muss nun alle zuvor genannten Verben wiederholen und dann seins mit „und“ verknüpft dranhängen. Die Bilder waren für die Kleinen echt eine sehr nötige Hilfestellung (zumindest für die meisten).

Beispiel 6: Sätze würfeln – die Kinder bekommen einen „Spielplan“ mit Nomen und Verben, die jeweils einer Würfelseite zugeordnet sind. Sie würfeln in PA (abwechselnd) zweimal und schreiben den so erwürfelten Satz auf. Variante: einmal würfeln, passendes Nomen aufschreiben, nochmal würfeln, passendes Verb ergänzen. Für die Kinder mit Wahrnehmungsproblemen und/oder Förderbedarf habe ich die einfacheren Wörter auf kleine Zettel gedruckt und in die Würfel mit Einstecktaschen gepackt – so entfällt der Schritt, von der gewürfelten Zahl zum richtigen Wort zu kommen. Schreibort war mal wieder das Heft – sträflich vernachlässigt zuletzt…
Verben Körper (21)Beispiel 7: Verbformen kennenlernen – eine einfache Tafelübung, die auch als AB denkbar ist. Man verbindet die Grundform des Verbs mit dem Satz, der die passende er-Form enthält. Sorry für das Foto – meine Schulkamera spinnt manchmal…
Verben Körper (3)

Beispiel 8: Pantomime spielen – ganz ohne Worte eine Tätigkeit darstellen. Fällt gar nicht so leicht!

So, das war der Überblick über die Schwerpunkte der letzten anderthalb Wochen und dieser. Weitere Anregungen und Erfahrungen darf man wie immer gern kommentieren oder mailen! 🙂

Beste Grüße,
Katha

Listenmenschen in Hochform

Wie vermutlich vielerorts stehen die zweiten Elternsprechtage bei uns vor der Tür. Um meine Überlegungen un Planungen vom ersten Halbjahr mal wieder nicht versanden zu lassen, kommt das „damals“ begonnene Formular (hier zu finden) wieder zum Einsatz und ich ergänze den aktuellen Stand. Schön, dass bei vielen Kinder eine Steigerung wahrzunehmen und somit auch zu vermelden ist.

Um alle Daten auf dem Schirm zu haben, habe ich heute mein Listenheft (mehr dazu hier und hier) mit nach Hause genommen und kann somit recht flott die wichtigen Infos von dort in das Sprechtagsformular übertragen, also das Abschneiden bei Tests, Stand der Dinge beim Wochenplan, Fortschritt im Arbeitsheft.

Die Unterlagen, die hinter den Zahlen stecken (vorrangig die Tests und wichtige eingesammelte AB, ggf. „Strafzettel“, Rückmeldezettel), habe ich pro Kind in einer Mappe gesammelt, die sich alle zusammen in einem Ordner befinden. Dazu hab ich letzten Sommer beim benachbarten Lieblingsdiscounter und Büromittelversorger sog. Aktenschnellhefter erworben, die normale Schnellhefter mit einer eigenen Lochung zum Eingeheftetwerden sind. Sehr praktisch – alle an einem Ort eingeheftet und trotzdem schnell aus dem Ordner herausnehmbar und somit in Elterngesprächen ganz praktisch zu handhaben.

Habt ihr noch gute Tipps, Organisationshilfen oder ein bisschen Senf dazuzugeben? Dann gern kommentieren!

Beste Grüße,
Kath

Wandlungen

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*Achtung, philosophisch*

Vermutlich ist es in dem ein oder anderen Blogeintrag aus dem ersten Halbjahr durchgeklungen, dass mich meine neue Klasse, wenn auch klein, doch gut gefordert hat. Einen Kopfsprung ins kalte Wasser Inklusion, ohne vorher auch nur geduscht zu haben, musste ich machen und tat mich damit anfangs extrem schwer.

So erlebte ich die ersten Monate nach sechs Jahren „Erstklässlerabstinenz“: die kleinen Monster aus der 1b konnten viel – sie arbeiteten (größtenteils, natürlich!) bereitwillig alle ihnen angebotenen Aufgaben ab und kamen vom ersten Schultag an blendend mit offenen Lernformen zurecht*. Sie waren insgesamt nett zueinander – wenig Streitereien und quasi keine Gewalt. Sie halfen sich und gingen von Anfang an völlig selbstverständlich damit um, dass jedes Kind manche Dinge kann und manche (noch) nicht. Auch verschiedene Aufgaben, Arbeitshefte etc. nahmen sie fraglos hin.
Aber zuhören konnten sie nicht. Und stillsitzen war auch für mehr als einen ein Problem. Frontale Phasen zur Erarbeitung von Aufgaben oder Inhalten waren nervenbelastend. Sitzkreise u.ä. funktionierten nicht, da zu vielen die Fähigkeit fehlte, ihre Finger bei sich und die Gedanken in der Mitte zu behalten. Vorgelesen habe ich im ersen Halbjahr genau drei Mal. Dann nicht mehr. Gemeinsame Leseübungen gab es bei uns nur in Kleingruppenförderung.

Ich weiß nicht genau, was in den letzten Monaten passiert ist, aber neuerdings sieht es bei uns so aus:
Wir bewältigen gemeinsame Besprechungen inkl. Probehandlungen an der Tafel. Wir sitzen alle vor der gleichen aufgeschlagenen Seite in der Fibel und hören und lesen. Wir haben Wochenplanstunden (inzwischen Deutsch und Mathe gemischt), in denen alle Kinder sich selbstständig eine Aufgabe suchen. In den Arbeitsheften, die meist als Hausaufgabe anstehen, wird von vielen Kindern seitenweise mehr gemacht als gefordert. Wir haben eine Menge Tage, an denen alle ein Kreuzchen auf der Grüne-Tage-Liste** bekommen. Jippie!

Wie das kommt? So genau weiß ich es nicht. Vor allem sind einige Kinder einfach runtergekommen. Sie scheinen jetzt die Grenzen rechts und links, oben und unten enigermaßen sicher zu kennen. Sie scheinen zu wissen, dass von ihnen etwas verlangt wird, das leistbar ist und dass es auch „Erholungsphasen“ im Schultag gibt. Sie scheinen sich mit der Situation arrangiert zu haben.

Und irgendwie habe ich das wohl auch. Ich bin kein so richtig tiefgehender Mensch, aber ich bemerke an mir bzw. an meiner Einstellung Veränderungen. Meine Sicht auf die Kinder hat sich verändert, meine Art der Unterrichtsplanung und auch das Material, das ich schreibe, spiegelt das ziemlich deutlich wieder. Im Vergleich zu alten Dateien ist es aus heutiger Sicht natürlich differenzierter und somit auch mehr für die schwächeren Kinder geeignet als im letzten Durchgang (meiner zuvor einzigen ersten Klasse). Ich kann in der Störung, die es noch gibt, besser die Fortschritte erkennen, die dahinter stecken, würdigen was das Kind schon geschafft hat. Die Zusammenarbeit mit Kollegen ist besser, enger, konkreter und gewinnbringender geworden. Ein bisschen komme ich aus meinem Einzelkämpferbesserwisserkämmerlein raus und gebe Verantwortungen etwas freier.

Ich wünsche allen Mitstreitern, dass sie ähnliche Wege finden und vorankommen, auch wenn es manchmal nicht so aussieht! Hoffentlich habt ihr immer ein offenes Ohr zum Ausheulen oder Ausk..en und jemanden der euch sagt „Das wird schon! Du schaffst das! Du bist eine gute Lehrerin!“ Das ist halt manchmal nötig.
Danke an meine Kollegen dafür, dass sie genau das getan haben!

*Seelenstriptease aus*

Katha

 

* Am ersten richtigen Schultag nach der Einschulung übten wir den ersten Buchstaben an Stationen und es lief super!
** Wer auf unserer Klassenampel am Tagesende bei grün steht, bekommt ein Kreuzchen. Für 20 Kreuze gibt es eine ganz unpädagogische süße Belohnung.

Die L-Frage

To laminate or not to laminate – that is the question.

Grundschullehrkräfte, vor allem die jüngeren, dürften wohl für rund 70% des deutschen Laminierfolienverbauchs zuständig sein. So pi mal Daumen.

Fühlt ihr euch ertappt? Ich auf jeden Fall auch – aber eher früher…

In den letzten Jahren habe ich es geschafft, meinen Verbrauch ziemlich zu reduzieren und ich überlege mir genau, was ich denn nun wirklich laminieren sollte. Mein Leitfaden sieht etwa so aus:

definitiv laminieren:
– Bildkarten und Wortkarten für die „bleibenden“ Themen im Englischunterricht (zum Glück nur noch selten, da der Bestand schon gut ist)
– Namensschilder, Fotos etc., die ich in der Klasse das ganze Schuljahr (also eigentlich für bis zu 4 Jahre) brauche wie für Namensklammern, Namensschilder für Dienste
– (kleine) Dinge, die beweglich sind, die oft angefasst werden und trotzdem lange halten sollen (z.B. die Zielraketen aus der Ideenreise, die ich immer mal wieder mit neuen Zielen versehe)
– Spielkarten, die wieder verwendet werden sollen (auch das aber nur noch selten)
– selbst gedruckte Farbfolien, die beschriftet werden müssen, damit man beim Abwischen die Farbe nicht mit wegwischt
– Aushänge, auf die z. B. mit „Klebeknete“ Namenskarten oder Bilder geklebt werden müssen zur besseren Wiederablösbarkeit (Dienste)

nicht laminieren:
– Bildkarten, Wortkarten u.ä. für einmalige Projekte im Englisch-, SU- oder Deutschunterricht
– Bingospielkarten für Englisch: einfach die Bildkarten vom Thema verwenden (9 auswählen, in Form legen, Gehörte umdrehen)
– Aushänge im Fach Deutsch: zum Einen sind sie im nächsten Durchgang schon nicht mehr aktuell (neues Lehrwerk, andere Schwerpunkte), zum Anderen hängen sie ja meist recht hoch und werden nicht bewegt. Außerdem spiegeln sie unlaminiert nicht…
– Klassenlisten und alles, worauf die Kinder in Gruppen eingeteilt sind (ist ja meist maximal ein Sj. aktuell)
– Förderkarten mit Nennung von Tag und Stunde (meine Förderkarten halten inzwischen seit 7 Jahren, weil nur „Morgen ist Förderunterricht“ draufsteht – da kamen sie sogar für Montagsförder mit hin)

Der gesunkene Verbrauch liegt sicher auch daran, dass ich ja den Luxus einer festen Schule habe und schon lange kaum noch etwas auf eigene Kosten für mich herstelle. Alles, was definitiv für die Schule ist, wird dort hergestellt und bleibt, falls ich doch irgendwann mal gehen sollte, dort.

Beste Grüße,
Katha

Quizspiel

An diesem Wochenende wurde in der Familie ein 80. Geburtstag gefeiert – das schafft ja auch nicht jeder…

Wie so oft möchte man dann ja doch das Zusammensitzen bei Speis und Trank etwas auflockern und so habe ich mal wieder ein paar Elemente aus der Schule abgewandelt – bin immer wieder erstaunt, wie das so in der lehrerfreien Verwandtschaft ankommt!

Auf die Tische legte ich kleine Blätter mit dem Namen des Geburtstagskindes in Großbuchstaben untereinander darauf. Dazu gabs eine kurze Arbeitsanweisung, wie daraus ein Akrostichon werden könnte. Anweisung in Bilderrahmen gesteckt, ein paar bunte Stifte dazu – fertig.

Zwischen Mittag und Kaffee packte ich dann ein Quiz, das ich sehr gerne immer wieder auch im Sachunterricht ab Klasse 3 einsetze:
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Es gibt fünf Kategorien mit aufsteigenden Punktwerten. Hier musste die 80 unbedingt rein; normalerweise nehme ich 1 bis 5 oder 10 bis 50 Punkte…
Dann braucht man mindestens zwei Teams, die gegeneinander Punkte sammeln. Abwechseln wählen sie eine Kategorie und eine Zahl aus (also z. B. „Familie 40“) und beide/alle Teams schreiben ihre Lösung auf. Ich hab dafür wieder meine kleinen Whiteboard-Tafeln benutzt, die ich in der Schule so gern einsetze. Punkte bekommen alle Teams, die richtig geantwortet haben (Schule) bzw. mit ihrer Antwort am nächsten dran waren (bei diesem Quiz gab es da ein paar Anzahl-Fragen zum Schätzen).

Hier mal ein Beispiel für einen Fragensatz zum Thema „Strom“ im vierten Schuljahr. Eine ganz nette Art, entweder Wissen zu überprüfen oder sich auf einen Test wiederholend vorzubereiten: Quiz Strom Klasse 4

Beste Grüße und viel Spaß beim Quizzen!
Katha