Pilzzeit II – Pilze im Deutschunterricht

„Leider“ unterrichte ich ja momentan Erstklässler und keine 3. oder 4. Klasse. Mit denen könnte man nämlich lustige Pilznamen erfinden. Wenn ich Namen wie Rissiger Ackerling, Keulenfüßiger Zwergchampignon, Gegürtelter Schönkopf oder Knopfstieliger Rübling lese, bekomme ich sofort das Jucken in den Fingern.
Wie jahrezeitenorientiert könnte man in Deutsch und Kunst fachübergreifend Pilze erfinden und ihnen dem Aussehen entsprechende zusammengesetze und mit Adjektiven versehene Namen geben?!
Allein das Analysieren der existierenden Namen macht ja schon Spaß.
Man könnte in SU auch versuchen, Bilder Namen zuzuordnen.
Oder ein Ratespiel daraus machen, welche Namen wirklich existieren und welche ausgedacht sind…

Ach ja, da ist was drin. Wer Inspiration sucht, kann zum Beispiel hier in der Pilzgalerie mal stöbern oder einfach die bekannten Suchmaschinen oder ganz oldschool ein daheim vorhandenes Pilzbuch konsultieren.

Katha

Schade eigentlich, dass mein liebster Waldwitz nur gesprochen und nicht geschrieben funktioniert: „Warum steht ein Pils/z im Wald?“ – „Weil die Tannen zapfen!“

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Katapulte

… gehören zu den Dingen, zu denen ich ein wenig angelesenes Grundwissen habe, dich ich in Ansätzen verstehe und wegen der Ähnlichkeit zu meinem Namen genauso sympathisch finde wie Cuttermesser.

Das hilft den Kindern aber nicht so richtig weiter. Gut, dass wir diese Woche Besuch von einem Experten hatten, der sich so richtig gut mit Katapulten auskennt, weil er in der Mittelalter-Rollenspiel-Szene daheim ist. Der nicht nur Katapulte kennt, sondern sie auch bauen und bedienen kann. Wir durften uns also nun mal ein relaistisches nachgebautes Modell anschauen und ausprobieren – die Kreide flog weit und gut! Auch verschiedene Typen von Katapulten und etwas Völkerkunde gehörten dazu.

Da merkt man als Lehrer doch immer mal wieder seine eigenen Grenzen, finde ich. Schön, wenn man jemanden kennt, der über diese hinaus gehen kann und Unterricht zu einem historischen Thema lebendig machen kann…

Ka – tapult

Sie sind fertig!!!

Endlich sind unsere Burgen fertig und die Ausstellung steht! Boah, was sind wir alle stolz (22x kleiner und 1x großer Stolz…)!

Nachdem wir in diversen Kunststunden gebaut, gekleistert und gemalt hatten, konnten wir am Mittwoch endlich unsere sechs fertigen Werke ins Forum tragen und dort auf Bänken und Tischen ausstellen. Schildchen zur Beschriftung wurden geschrieben (dezenter Hinweis meinerseits) und große Schilder, die das Anfassen verbieten. [Wir halten es da wie die Schalker: Nur gucken, nicht anfassen!]
Und es passierte etwas Erstaunliches: Wann immer ich nun durch das Forum komme (also vor und nach jeder Stunde), steht mindestens eins meiner Schätzchen mit mindestens einem anderen Kind zusammen an seiner/ihrer Burg und berichtet, erklärt, zeigt… mit stolz geschwellter Brust. Das hätte ich so nicht erwartet. Scheinbar Vieles richtig gemacht dieses Mal…

Ka

PS: Hier noch ein paar Eindrücke aus der Bauphase als Diashow 🙂

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Kleidung im Mittelalter

… ist ein doch recht faszinierendes Thema für die Kinder in der 4. Sie fanden es sehr ungewohnt, dass man an der Kleidung eines Menschen seinen Stand ablesen konnte und umgekehrt bestimmte Kleidungsstücke, Stoffe etc. bestimmten Ständen vorbehalten bleiben. Überhaupt war das Ständewesen für sie ein seltsames Konstrukt. Da zeigt sich doch mal wieder positiv, dass die kinder doch noch recht unverdorben und weniger in Schubladen denken als wir Großen. Denn für uns gibt es ja auch heute noch Stände, Schichten, oder wie man es nennen will und ich glaube, wir orientieren uns dabei auch (vielleiht unbewusst) an der Kleidung der Menschen.

Damit nun aber die Kinder etwas intensiver in das Thema hineinkommen, habe ich neben kurzen Infotexten vor allem Bildmaterial angeboten. Einerseits in Form von Büchern, die ja eh schon in der Klasse liegen und zum Zweiten mit Bildern aus dem www.
IMG_0427Ich habe mir in der Bildersuche mehrere passende Bilder zu einzelnen Ständen oder der Ständeübersicht gesucht und gespeichert und lasse diese morgen über den Beamer als Diashow laufen. Die Kinder arbeiten in kleinen Gruppen an je einem Stand (die Ritter zählen dabei extra wegen der Rüstung) und bearbeiten AB Kleidung mit Stichworten. Dazu sollen sie eine Zeichnung (A4) anfertigen, die dann zusammen mit den Zetteln ausgehängt werden wird.
Wer nicht beamern kann/möchte, der kann ja einzelne Bilder ausdrucken und auslegen. Bilder transportieren einfach am besten, wie es denn nun aussah, was kein Text so schafft…
Eine Differenzierungsaufgabe nach oben ist dann noch die Beschriftung der Zeichnungen mit den korrekten namen der Kleidungsstücke. Hemd und Rock hatten zum Beispiel ja schon eine andere Bedeutung als heute.

Wollen wir mal sehen, was morgen dabei heraus kommt. Zwei Parallelklassen dürfen morgen ran, was mir dann immer eine gute Rückmledung über die Qualität der Planungen gibt. 🙂

Ka

Wer tut was auf der Burg

Man kann meinem Blog entnehmen, dass ich doch gern sachunterrichtliche themen auch in meinen Deutschunterricht aufnehme. Sachunterricht ist eben immer auch Sprachunterricht, so habe ich es schon im Seminar gelernt.
Deshalb kommt hier noch eine Übung, die beiden Fächern zuzuordnen ist. Da doch viele von uns die Kombi D-SU in der eigenen Klasse geben, ist das ja auch niht so schlimm…

Es geht darum, dass Burgbewohnern Tätigkeiten zugeordnet werden müssen, um daraus korrekte Sätz zu bilden. Diesmal etwas Leichteres als die anderen AB von heute! 🙂
AB Wer tut was auf der Burg

Ka

Die mittelalterliche Burg

Die Gräfin von und zu… hat inzwischen allen sieben Gruppen den Bau ihrer beantragten Burg genehmigt. Zur Bedingung hatte sie gemacht, dass die Gruppen eine Urkunde vorlegen, die ihren adligen Familiennamen und ihr Wappen enthält. Dieser Aufforderung konnten letztendlich alle bei der zweiten Audienz der Gräfin [die wieder allen viel Spaß gemacht hat] nachkommen:

Die Familien „vom Wald“, „vom Königsstein“, „von und zu Lippe“, „von und zu Bavaria“ und die anderen haben inzwischen begonnen, aus ihren daheim gesammelten Baumaterialien ihre Burgen zu errichten. Kartonverpackungen und Tesafilm lassen in Union schon erste Grundzüge erkennen. Wieder einmal bezeichnend ist es, wie geplant und vorbereitet manche Gruppen an solch ein Projekt herangehen: sie überlegen gleich beim Sammeln schon, welche Kartons sie brauchen können und bringen zum Beispiel Schaschlikspieße für ein Fallgitter mit. Andere stehen nach einer Woche Ankündigung mit einem Cornflakes-Karton vor mir und wundern sich, was sie daraus machen sollen. Wieder andere schmeißen jegliche Planung über Bord und arbeiten sich in einen Rausch. Auch interessant, dass für einzelne Kinder ein Team wirklich nur „toll, ein anderer macht’s“ bedeutet…
Hier mal erste Eindrücke:

Ich bin mal gespannt, wie’s weiter geht. Die nächste Audienz der Gräfin wird nächste Woche wohl wieder anreisen und den Baufortschritt begutachten.

Ritterliche Grüße,
Ka

Ritter & Burgen & eine seltsame Gräfin

Endlich darf ich mich im SU mal wieder so richtig historisch austoben – nach dem Radeln und Geografie steht nun „Ritter & Burgen“ auf dem Programm.

Zu Beginn der Woche gab es das Startsignal und der Einstieg in ein neues Thema geht bei mir immer über eine Sammlung des Vorwissens. Diesmal habe ich mich fürs Clustern entschieden:
– Zuerst schrieben die Kinder das Thema in die Mitte eines Blattes und sollten alles dazu schreiben, was ihnen einfiel. Vorgabe war dafür der Füller/Tintenroller.
– Auf jedem Blatt stand eine Zahl. Nach der EA musste nun jeder seinen Partner finden und sich (ohne Stift, nur mit Zettel!) mit ihm austauschen.
– Darauf folgte die 2. Schreibzeit: mit einem grünen Stift alles aufschreiben, was man eben neu gehört hat.
– Dann durfte sich jeder einen Partner auswählen und wie vorher ohne Stift sich gegenseitig das Gesammelte vorstellen.
– Natürlich wurde alles Neue dann wieder am Platz mit einem roten Stift ergänzt.
– Zuletzt kam der Name auf den Zettel und der Zettel aufs Pult.
Zum einen bekomme ich so einen spannenden Einblick in den Stand der Kenntnisse der Kinder, zum Anderen macht es am Ende der Einheit Spaß, alles Gelernte nochmal zu ergänzen und einen großen Wissenzuwachs mal greifbar zu machen…

Burg Kopie(Grafik von Frau Locke – vielen Dank!)

Damit die Kinder von vornherein die oft romatische und verklärte Vorstellung vom Ritter in der glänzenden Rüstung ablegen, hab ich dieses Mal mit einem Film über das bäuerliche Leben gestartet, den der SWR gedreht hat. Zu finden ist er bei Planet Schule. Dazu bekamen die Kids vorab ein AB mit Stichworten, auf die sie achten sollten beim Schauen. Es bietet sich je nach Lerngruppe an, das Blatt während des Films bearbeiten zu lassen oder nachher allein oder sogar gemeinsam. Der Aha-Effekt war doch schon groß, als ihnen klar wurde, dass 90% der Menschen NICHT auf einer Burg lebten…

Heute wurde es dann besonders lustig: Die Gräfin von und zu… (die mir irgendwie sehr ähnlich sah) hat meinen Kunstunterricht übernommen und die Kinder davon unterrichtet, dass es freie Burgenbaulizenzen gäbe. Sie müssten sich dazu nur als Familie zusammenfinden und eine Burg beantragen. Sehr schönes Rollenspiel, auf das sich viele gut eingelassen haben. Dazu gehörte dann, dass die Gruppen sich einen Familiennamen für ihr Adelgeschlecht ausdachten, ein Wappen entwarfen und begründeten, warum sie eine Burg bauen wollen. Diesen Punkt werde ich im SU Montag nochmal aufgreifen, wenn es darum geht, wofür die Burgen wichtig waren…
Eine Gruppe schaffte es innerhalb kürzester Zeit sogar, einen schriftlich verfassten, sprachlich angepassten, gesiegelten und gerollten Antrag bei mir „buckelnd“ abzugeben. Das war wirklich ein kleines Schauspiel…
Ich freu mich schon auf den nächsten Besuch der Gräfin!

Katha