Doppelrezension: Gewaltfreie Kommunikation (GFK)

Titel: „Zauberbuch Familienfrieden konkret“ und „Was brauchst du?“
Verlag: edition riedenburg (hier klicken)
Autorin: Hanna Grubhofer, Sigrun Eber
Illustrationen: Barbara Weingartshofer
ISBN: 978-3-99082-015-5 und 978-3-99082-022-3

Zum Inhalt:
1. „Was brauchst du?“

In diesem Büchlein werden verschiedene Streitfälle zwischen immer zwei Tieren erzählt und mit Bildern visualisiert. Jedes Mal kommt die Giraffe, das Symboltier für die gewaltfreie Kommunikation, helfend hinzu. Sie ermittelt die Bedürfnisse der Streitenden und hilft, Lösungen zu finden. Im hinteren Teil gibt es Ausfüllseiten, die sich mit den „Fällen“ noch einmal intensiver beschäftigen und quasi eine Schablone anbieten, wie man in Streitsituationen vorgehen kann.


2019-09-29 14.30.512. „Zauberbuch Familienfrieden konkret“
Autorin Hanna Grubhofer beschreibt sehr ausführlich Situationen aus ihrem Großfamilienleben und wie sie die GFK dort einsetzt bzw. was wichtig ist. Sie bietet Notizseiten an, auf denen der Leser seine eigenen Erfahrungen, Haltungen und Ideen festhalten kann.

Meine Meinung:
1. „Was brauchst du?“

Hier bekommt man entweder als Elternteil oder als Lehrkraft eine sehr konkrete Arbeitshilfe an die Hand, mit der man „streitbare Kinder“ vielleicht ein bisschen sensibilisieren kann. Sie werden in die Geschichten einbezogen und erhalten so Handlungsmuster, wie man sich auch in einem aufgebrachten Zustand in sein Gegenüber hineinversetzen kann. Das Formulieren von Bedürfnissen wird durch Satzmuster hier gut unterstützt und vor allem die wiederholten Abläufe in allen Geschichten können in den Kindern sicher einiges bewegen. Die Giraffensprache, die ich schon in meiner Ausbildung kennenernte, kommt so wieder zu mir zurück und erfreut mich aufs Neue.
2. „Zauberbuch Familienfrieden konkret“
Von diesem Buch hatte ich mir ein bisschen mehr erwartet oder vielleicht eher „ich hätte mir etwas Anderes darunter vorgestellt“. Beim Lesen nimmt die Autorin mich mit in ihr Leben, ihre Erfahrungen und Entscheidungen. Das „konkret“ im Titel ist also bezogen auf ihre Familie absolut treffend. Ich hätte bei „konkret“ eher Tipps oder Entscheidungshilfen erwartet, die sich jedoch von der vorgestellten Familiensituation mit sieben Kindern und einem sehr alternativen Lebensstil kaum auf meine Familie bzw. die meisten mir bekannten Familien übertragen lassen.
Es ist schon interessant, die Konsequenz in der Anwendung der GFK so mitzulesen, aber es wurden kaum Konflikte mit Kindern aufgezeigt (die es scheinbar durch die Art der Erziehung in der Familie kaum gab) – gerade dies war jedoch meine Leseerwartung…
Die Reflexionsseiten finde ich persönlich innerhalb eines solchen Buches wirklich gut – man kann sich so nochmal ganz persönlich mit dem Thema bzw. den Impulsen beschäftigen und liest dann auch ein bisschen anders.

Leseempfehlung:
1. „Was brauchst du?“
Für Eltern von Vor- und Grundschulkindern sowie für päd. Fachleute in diesem Altersbereich finde ich das Buch zur Giraffensprache wirklich sehr konkret einsetzbar. Die Geschichten sind so konstruiert, dass die Kinder sich inhaltlich sicher darin wiederfinden können und die Satzmuster bzw. Ausfüllvorlagen sind zielführend und hilfreich.
2. „Zauberbuch Familienfrieden konkret“
Ein Ausflug in eine etwas andere Familienwelt und das Eintauchen in eine Haltung, die der Gewaltfreien Kommunikation – wer den wagen will und sich interessiert, für den ist dieses Buch genau richtig. Wer aktuell Probleme daheim hat und Vorschläge sucht, wie diese mit Hilfe der GFK angegangen werden können, der ist hier nicht ganz so richtig und sollte mal im Sortiment des Verlags stöbern, was dort noch im Angebot ist.

Vielen Dank an den Verlag edition riedenburg für das druckfrische Rezensionsexemplar und das liebevolle Päckchen, das mir geschnürt wurde!
Familienfrieden (3)

Beste Grüße,
Katha

Adventskalender-Zieh-Kinder bestimmen

Jedes jahr wieder überlege ich, wie ich einteile und/oder beeinflusse, wann wer den Adventskalender öffnen darf. Meist lande ich bei einer Kiste mit allen Namenszettelchen drin und das wars.

Ganz spontan hatte ich heute die Idee, zwar wieder den Zufall regieren zu lassen, aber etwas anspruchsvoller:
Ich habe mir kleine Weihnachtskarten bzw. Geschenkanhänger geschnappt, die ich aus einer Großpackung von vor Jahren noch übrig hatte und für jedes Kind eine Beschreibung verfasst (s. Bilder). Morgen starte ich mit dem ersten Vorlesen und dann darf immer das vorige Kind eine Karte ziehen und wenn es möchte auch vorlesen.

Wie ihr seht, habe ich vorsichtshalber jedes Kärtchen mit einer Mini-Etikette verschlossen – so gehen sie fix zu öffnen (besser als mit Klebeband), aber niemand zieht seinen besten Kumpel… Die Dose musste ich gestern dann leider noch mit meiner Freundin zusammen leer essen, damit sie ab morgen ihrem neuen Zweck zugeführt werden kann. Leckeres Marzipan aus’m A..i gab es. Danke, Sonja, für deine Hilfe!

Hier noch ein paar Beispiele. Ich habe äußerliche Beschreibungen ebenso drin wie Hobbies oder Kompetenzen sowie sprachliche Analysen der Namen. Klingt hochtrabend – schaut einfach selbst:

Vorsichtshalber steht unten rechts immer noch der Name des Beschriebenen. Sicher ist sicher, auch wenn ich mich um Eindeutigkeit der Merkmale bemüht habe…

Beste Grüße,
Katha

Herbst beendet, Advent eingeläutet

Der Wechsel vom November (der sich ja heuer wie ein April anfühlte mit Schnee und T-Shirt-Wetter) in den Dezember war dieses Jahr wirklich sehr greifbar für mich.

Nach der letzten Stunde habe ich gestern in der Klasse den Advent eingeläutet und einen „Thementisch“ gefüllt: Im Kamishibai befindet sich der auf A3 vergrößerte Adventsausmalkalender von Danielas Ideenreise, der „Adventskranz“ ist ja leider seit Jahren auf elektrisches Licht begrenzt (was ihm viel Zauber nimmt) und unser Klassenadventskalender:

Dieses Jahr habe ich bei Action diese schönen fix und fertigen Pappschachteln für nur zwei oder drei Euro mitgenommen, die ich definitiv wieder einsammeln werde. Darin befindet sich neben einem kleinen Tütchen Gummibären „nur“ ein Gutschein für Vorlesezeit, ein Spiel, eine Hausafgabe weniger etc., gefunden ebenfalls bei der Ideenreise. Die Würdigung eines kleinen materiellen Geschenks fiel in den letzten Jahren so dürftig aus, dass ich daruaf lieber verzichte. Und da ich ja letztes Jahr in meinem Zweitjob als Mama des Möppels miterleben durfte, wie sehr man sich freuen kann, wenn man ein Weihnachtsbuch mitbringen darf, finde ich diesen Weg ziemlich gut…

Montag kann es also losgehen mit dem Öffnen der Schachteln. Was ich ganz cool finde ist meine Steuerungsmöglichkeit bzgl. der Gutscheine: Spielwünsche befinden sich „zufällig“ immer in dern Schachteln der Sport-Wochentage (in Absprache mit der Kollegin), die Malzeit trifft genau den Freitag mit der Kunst-Doppelstunde und gemeinsames Genießen gibt es gern montags, wenn eh eine Weile für das schulinterne Adventssingen „drauf geht“… Die Namen der Kids kommen alle in eine Loskiste, aus der täglich eines bzw. rund ums WE zwei Kinder gezogen werden.

Was den Ausklang des Herbstes angeht, so feierte die Schule des Möppels gestern ihr traditionelles Lichterfest. Alle Klassen haben dafür Laternen gebastelt und ziehen zusammen vom „unteren Schulhof“ auf den „Festplatz“, wo ein jedes Jahr wieder wunderschönes Lied gesungen wird – da bekomme ich immer Pipi in den Augen, wenn 250 Kinder sowas Schönes und Tiefsinniges trällern wie Lichterkinder. Alle Lichter werden dann rund um den fürs Feuerwerk abgesperrten Rasenplatz aufgehängt und illumieren das Gelände zauberhaft.

Die Zweitklässler hatten in diesem Rahmen dann noch einen kurzen Auftritt in der Turnhalle und präsentierten zwei Tänze, die sie im Rahmen von Jekits eingeübt hatten.
Das Feuerwerk ist beim Lichterfest ebenso Tradition wie das Lied, die Laternen und die ewig langen Schlangen bei den Essensangeboten 😉 und hat vor allem das Möppelchen sehr beeindruckt – gute Vorübung für Silvester! Der Möppel hielt sicherheitshalber während des Geknalles die Hand unserer Nachbarstochter, damit er sich nicht fürchten muss… So süß!

Allen, die bis hierher gelesen haben, wünsche ich heute den Start mit einen tollen Adventskalender in den letzten Monat des Jahres. Krass, dass es schon wieder fast rum ist und wie viel doch auch 2018 wieder los war…

Beste Grüße,
Katha

Die Reflexionskiste

Wenn man sich in anderer Leute Unterricht umsehen kann/darf/muss, kommen unweigerlich neue Ideen in den Kopf.

Vor Kurzem lernte ich so die Reflexionskiste kennen. Diese tolle Idee darf ich in Absprache mit der „frisch gebackenen“ Kollegin hier mit euch teilen:
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Wenn ihr auch Kinder unterrichtet, denen in Reflexionsphasen manchmal die Worte fehlen, so können die Satzanfänge ihnen sicher helfen. Zusätzlich ist jedes Stichwort mit einem Gegenstand verbunden. Die auf den Fotos sind nur Beispiele – jeder nehme, was er grade da hat oder was gut zur Klasse passt…*
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Für die Reflexion legt man dann den Inhalt der Kiste in der Mitte aus und jedes Kind kann einen oder mehrere Satzanfänge auswählen und dazu erzählen, was es loswerden möchte.

Wer im Gegensatz dazu Schüler hat, die sich nicht gut kurz fassen bzw. zum Punkt kommen können, kann diese mit den Impulsen auch etwas „ausbremsen“ und dazu anhalten, sich auf diese Aspekte der Reflexion zu konzentrieren.

Sprachsensibel könnte man dieses Material auch nennen, denke ich, denn die Satzanfänge legen spracharmen Kindern einen guten Pfad aus Brotkrumen zu ihrem Ziel und die Bilder und Dinge verdeutlichen, worum es geht…

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren! Wer die Vorlagen für die Textkärtchen nutzen möchte, findet siehier: Reflexionskiste. Die Bilder müsst ihr dann passend zu euren Vorlieben und der Lerngruppe selbst suchen 😉

Beste Grüße,
Katha

*Damit sich die jungen Damen und Herren nicht genieren müssen, habe ich bei der Vorgehensweise zwei Figuren zur Auswahl eingebunden:
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Alternative zur Liste

Obwohl (!) ich so ein Listenmensch bin, habe ich heute mal eine ansehnlichere Dokumentationsmöglichkeit für meine Klasse gebastelt: die Lesestraße.
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Eine liebe Kollegin arbeitet seit Jahren mit den hier zu sehenden Lesehäusern als Lesepass: Angefangen bei Nr. 1 bekommt jedes Kind ein Lesehaus und nimmt es mit heim. Für jedes Mal, dass das Kind 10 Minuten vorliest, dürfen die Eltern, Großeltern oder andere Zuhörer einen Stein unterschreiben und das Kind diesen dann anmalen. Ist ein Lesehaus voll, bekommt das Kind eine Urkunde und das nächste Haus.

Seit zwei Jahren probiere ich verschiedene Präsentationsmodelle für den Fortschritt der Kinder aus: das Aufhängen jedes Lesehauses nimmt mir auf Dauer zu viel Platz weg, selbst wenn ich sie auf A5 verkleinert habe. Dann hatte ich sie letztes Jahr ausgeschnitten und an den Fenstern in Reihe aufgehängt – und dann jedes Mal das neueste gegen ein älteres ausgetauscht, damit es nicht zu viel wird.
Nun probiere ich es mit der Lesestraße: 20 cm hoch und 2 Pappen lang kommt sie über ein Sideboard oder an die Pinwand und enthält fix alle bislang vorhandenen Häuser*. In die Steine kann ich nun die Namen der Kinder eintragen, die das Haus fertig haben. So können sie ihren Fortschritt gut bewundern und sich freuen, wenn sie (fast) allein in den hinteren Häusern stehen.

Und nein, genau wie jeder andere Anreiz und Lesepass lesen natürlich auch bei mir nicht alle Kinder regelmäßig zuhause selbst oder vor. Ich werde es dennoch wieder auf dem Elternabend versuchen, möglichst mehr Eltern ins Boot zu holen und sie inkl. Kinder etwas aufzuscheuchen.
Privat hängt mein Möppel auch noch bei seinem zweiten Lesepass fest und ist momentan trotz erster Erfolge bei Antolin nur selten und sehr lustabhängig zum Lesen zu motivieren. Ich kann also absolut nachvollziehen, dass es manchmal nicht so klappt…

* Die Kinder entwerfen gern auch mal ein neues, das dann fortlaufend nummeriert wird. Auch die letzten 3 Häuser sind schon von ehem. Schülern entworfen worden.

Gruppeneinteilung auf die Schnelle

Ich habe ja schon öfter mal meine Wege der Gruppen- oder Partnereinteilung hier vorgestellt. Heute kommt noch eine Idee dazu, die es mir im neuen Jahr ermöglichen soll, schnell ohne Material oder Gerede Gruppen zu bilden. Manchmal will man ja nur 10 Minuten in Gruppen was tun lassen und braucht fast länger für die Bildung derselben… Das Problem ist, das Markierungen an den Tischen ja nie lange halten, weil sie weggeputzt oder abgeknibbelt werden oder sich einfach der Sitzplatz ändert. Also Listen schreiben? Dauert mir zu lange, dann immer alle vorzulesen. Geistesblitz nötig!

Da ich gerade eh neue Kärtchen für die Wäscheklammern der Kinder drucken wollte, die immer an unserer Ampel hängen, habe ich diese einfach minimal abgewandelt: Vor jedem Namen ist jetzt ein Farbklecks, anhand derer ich schnell mal vier Gruppen bilden kann. Dann müssen sich eben alle gelben, roten oder grünen Kinder zusammentun – ob sie wollen oder nicht.

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Natürlich gibt es auch weiterhin die üblichen Wahlgruppen, wenn es sich anbietet oder andere Zuordnungs- bzw. Losverfahren. Alles andere außer vier Gruppen ist ja so auch nicht möglich. Aber eben für solche schnellen, kurzen GA erhoffe ich mir eine eindeutige Zuordnung.

Falls jemand die Datei brauchen kann, gibt es sie hier: Wäscheklammern
Die Kleckse sind dankenswerterweise von Frau Locke und als Schrift habe ich hier HelloBigSky von HelloFonts verwendet. Da ist aber jeder flexibel zu nehmen, was er will. Ab Klasse 3 gehe ich auch immer mehr von der völligen Druckschrift weg…
In allen meinen Listen nehme ich immer rot für die Mädels und blau für die Jungs. Klassisch und mir-doch-egal-ob-das-politisch-gender-korrekt-ist, aber so finde ich einfach immer am schnellsten, wen ich suche und ob z.B. das Verhältnis ausgewogen ist.

Beste Grüße,
Katha

 

Kleines Stück für die Einschulungsfeier

Dieses Jahr sind die kleinen Monster wieder an der Einschulungsfeier beteiligt – allerdings auf der Bühne und nicht mehr davor…

Anschließend an das bekannte Mäuse-ABC, das die Parallelklasse zur Aufführung bringt, habe ich ein kleines Spielstück geschrieben, das die Zahlen bis 10 deutsch und englisch beinhaltet sowie einige Dinge, die im Englischunterricht der ersten Klasse vorkommen.
Zwei Mäusefamilien treffen sich und die Kinder stellen fest, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben, wenn sie auch verschiedene Sprachen sprechen.

Wer es mag, darf es sich gern hier runterladen: Einschulung – Mäusestück

Beste Grüße,
Katha