von 6 bis 9

Das ist momentan die Altersspanne in meiner Klasse und bleibt sie auch noch bis Februar. Wohlgemerkt eine Regelklasse, nichts jahrgangsübergreifendes. Inklusive Inklusion im Förderbereich Lernen. Inklusive einer Wiederholerquote von ca 30%.

Und ich glaube nicht, dass ich mit dieser krassen Mischung alleine bin – ähnliche Strukturen kenne ich aus mehreren Klassen.

Und das kennt ihr bestimmt auch alle: an den schriftlichen und mündlichen Beiträgen der Kinder kann man bei mir absolut nicht auf das Alter meiner Schüler zurückschließen. Zum Glück aber erfreulicherweise auch nicht unbedingt (immer) das Förderkind daran erkennen…

Nun, so kämpfen wir uns durch die Tage zwischen den Erstottern von Silben und dem Vortragen unbekannter Texte, zwischen lautierendem Schreiben beim Einen und viertklässlerreifen Verschriftungen beim Anderen. Ich bin wirklich sehr gespannt, ob sich die vielen wiederholenden Kinder vielleicht ein bisschen als Zugpferde erweisen können und einige der Träumer mitziehen können. Oder ob die erstgenannten sich zu lange ausruhen auf dem „das kenne ich doch schon“?
Insgesamt erfreue ich mich zum Glück an einer recht leistungsstarken Klasse, die sich ebenfalls zum Glück von Anfang an auf meine Arbeitsweisen eingelassen hat. Auch „die Neuen“ haben sich fix in den Wochenplan eingefunden und sind ganz begeistert, dass sie nun manchmal die Wahl zwischen Aufgaben und Schwierigkeitsstufen haben.

Beste Grüße, einen schönen Feierabend (?) und den Niedersachsen morgen einen schönen Ferienstart!
Katha

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Wandertag – Stauntag

Am Freitag vor dem langen Wochenende konnten wir mit der ganzen Schule einen gemeinsamen Ausflug zur örtlichen Greifvogelwarte (Adlerwarte Berlebeck) machen. Damit nicht alle gleichzeitig „einfallen“, wurde der Hinweg als Kombination von Busfahrt und Wanderung gestaltet. Ich durfte mit meiner Kollegin und der Parallelklasse reisen, was mich sehr freute. So konnte unser frisch von 29 auf 40 Kinder angewachsene Jahrgang mal wieder etwas gemeinsam unternehmen, wie schon im Frühsommer im Umweltzentrum. Irgendwie gehören doch Jahrgangsaktionen genauso dazu wie Klassenaktionen, stelle ich immer wieder fest.

Die Waldwanderung war erfrischend und fast alle Kinder genossen sie. Ich war die Nachhut und musste deshalb die Trödler einfangen – wanderungewohnte, eher unmotivierte Kinder. Schade, dass doch einige bereits nach unter 10 Minuten nach dem Ende des Weges fragten…

Insgesamt war es aber toll und wir so schnell, dass wir eine ausführliche „wir-klettern-mal-die-Wegesränder-hoch“-Pause einlegen konnten. Auch seeeeehr aufschlussreich im Bezug auf das alltägliche Bewegungsverhalten der Kinder!

Vor und nach der Flugvorführung der Greifvögel hatten wir dann noch ein wenig Zeit, die Tiere in den Volieren anzuschauen – was nur ca. 50% der Kids interessierte. Bei der Flugshow waren sie im Großen und Ganzen gut dabei, aber das Zuhören fiel unendlich schwer, wo doch diese riesigen Vögel direkt über unsere Köpfe hinweg flogen. Das allein könnte ich ja verstehen – aber wie viele Kinder aus allen Jahrgängen während der Show quatschten, sich minutenlang ausgiebig über das gerade Erlebte unterhielten, die frei laufenden Geier immer wieder anzufassen versuchten oder sich ihren Kumpels gegenüber profilieren mussten, fand ich erschrecken und ein wenig unangenehm den anderen Gästen gegenüber.

Ich bin mal gespannt, was den Kindern vier Tage später noch so im Kopf geblieben ist und werde morgen mal intensiv nachhorchen…

Hier noch ein paar Bilder für euch:

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Beste Grüße,,
Katha

Zwischenstand: Normalität

cropped-img_1322Nach etwa vier Wochen Schule ist der Alltag wieder eingekehrt. Die personellen Veränderungen bei Klein und Groß sind „verdaut“ und man hat sich aneinander gewöhnt. Noch nicht immer kann man erahnen, wie das Gegenüber „so tickt“, aber das Gespür für den richtigen Umgang wächst.

Erfreulich ist, dass mit dem Einkehren des Alltags seit etwa letzter Woche auch diejenigen wieder halbwegs störungsfrei am Unterricht teilnehmen, die die schulabstinente Zeit nicht so gut vertragen und wir wirklich wieder ein bisschen was schaffen. Besonders schön ist es, dass gemeinsame Besprechungen und Erarbeitungszeiten stattfinden können. Auch vorlesen kann ich den Monstern und suche jetzt schon nach passender, verständlich-lustiger Literatur, wie sie im 1. Schuljahr so gut ankam.

In Deutsch kämfen wir uns jetzt durch unser neues AH und versuchen uns an dessen Tücken zu gewöhnen. Wir üben weiterhin das ABC und suchen Selbstlaute in Wörtern. Demnächst klopfen die Wortarten an die Tür…
In SU habe ich mit meiner Kollegin den groben Plan für das Schuljahr gesteckt und wir dürften es schaffen, alle fünf Felder abzudecken, die der Lehrplan uns anrät.

Das Haar in der Supe sind momentan noch eine Handvoll Kinder, die zwar meine Grenzen recht gut einhalten, aber bei allen neuen oder ihnen nicht so vertrauten Lehrkräften oder Erziehern teils arg über die Stränge schlagen. Das führt dann zu den als Klassenleitung so unbeliebten Pauseninfos wie „XY hat schon wieder …!“. Ich mag es nicht mehr hören und wünsche mir einfach nur, dass die gefühlt zweitausend Gespräche freundlicher und unfreundlicher Natur endlich mal etwas Wirkung zeigen. Also, bei den Kindern natürlich!

So, mit diesem insgesamt eher positiven Eintrag verabschiede ich mich in den Feierabend,
Katha

Back to the Wochenplan

… geht es in der kommenden Woche für uns. Nachdem ich nun die 25% neuen Kinder in der Klasse besser kennengelernt habe und hoffentlich ihre Kompetenzen halbwegs richtig einschätze, wird es ab morgen wieder einen WP für alle geben. Anders habe ich zur Zeit nicht das Gefühl, dass ich den weiterhin so flotten Selbstläufern gerecht werden kann, dem Förderkind Lernen und den beiden Quasi-Nichtlesern ohne Förderstatus.

Also gibt es morgen eine bunte Mischung aus AH-Aufgaben, Arbeitsblättern zum Schreiben und solchen zum Lesen. Partnerarbeiten können gewählt werden (endlich werde wir ja auch unsere Partnerkarten ausfüllen, wenn nicht wieder irgendwer krank ist) und WP-Arbeit soll ja auch kommunikative Züge haben dürfen:
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Die Sitzordnung ist jetzt endlich an einem Punkt, der etwas mehr Ruhe in die Klasse bringt – oder es war Zufall, dass es mit ihrem Inkrafttreten zivilisierter im Klassenraum wurde. Es stehen jetzt 4 „Klippertsche Winkel“, drei Einzeltische mit Frontalausrichtung an der Fensterbank entlang und ein Zweiertisch an der anderen Wand. Mehr geht dank Smartboard nicht…

Nun hoffe ich, dass sich die positiven Tendenzen aus der letzten Woche nicht übers WE vollständig verflüchtigt haben und starte erstmal optimistisch…

Beste Grüße,
Katha

Rezension: Ordnen und Organisieren

2017-08-12 22.01.16Titel: Ordnen und Organisieren: So klappt es richtig
Autorin: Annette Holl
Verlag: Lernbiene (hier klicken)
ISBN: 978-3-95664-383-5

Zum Inhalt: In diesem Heft werden verschiedene Vorlagen für Lehrer, Kinder und Eltern gesammelt, die beim Organisieren des täglichen „Drumherum“ im Klassenraum helfen können. Es geht darum, dass man in der zweiten Klasse beginnend systematisch einen Kanon an Kompetenzen bei den Kindern aufbaut, die ein reibungsloseres Lernen ermöglichen sollen: Arbeitsplatz einrichten, Material sachgerecht verwenden, Zeit einteilen.

Meine Meinung: Sehr kleinschrittig kann man mit Hilfe des Materials mit Kindern verschiedene Tipps vom Tragen des Ranzens bis zur Heftführung einführen und üben. Sehr hilfreich finde ich die Elternmaterialien, die eine sehr konkrete Veranschaulichung von Ansprüchen bieten. Mit mehreren Jahren Klassenleitungserfahrung sind für mich einige Themen/Arbeitsfelder „alte Hüte“, aber als Anfänger finde ich diesen Leitfaden ein große Hilfe. Viele Aspekte, die man sonst erst im Laufe des Schuljahres bemerkt oder die sich später problematisieren, kann man mit diesem Material im Vorfeld angehen und im Sinne des Spiralcurriculums auch immer wieder aufgreifen (z.B. durch die Aushänge und Checklisten).
Da ich selbst kein großer Fan von Lehrerhandbüchern und dem Wälzen von Begleittexten bin (ich arbeite meist einfach mit einem AB drauflos), erfreut mich in diesem Heft die klare Gliederung der KV nach ihrer Zielgruppe, symbolisiert durch diese Bildchen:2017-08-12-22-01-38.jpg
Besonders toll finde ich, dass die Texte und KV auf der CD sowohl im pdf-Format als auch als editierbare doc-Version zur Verfügung stehen. So kann man im Bedarfsfall Formulierungen anpassen oder Checklisten ändern. Das finde ich immer wichtig, da bei sooo vielen Aspekten einfach lehrer- oder schulbezogene Sonderregelungen greifen, die man in gekauftem Material natürlich nicht alle wiederfinden kann:
2017-09-10 14.18.45

Leseempfehlung: Für Lehrkräfte, die erst das Abenteuer Klassenlehrerdasein (in der Primarstufe und evtl. Erprobungsstufe der Sek.I) erst beginnen, finden sich in diesem HEft viele gute Ideen und konkrete Materialien, die mit sehr geringem zusätzlichem Aufwand direkt im Unterricht einsetzen lassen.

Vielen Dank an den Lernbiene-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Partner finden

Ich wärme heute einen alten Hut nochmal auf. Ja, im Netz gibt es viele Varianten der Partnerverabredungskarten – mit Uhrzeiten, mit Symbolen, mit Bildern. Ich habs halt immer gern zusammen passend und eigen, deshalb habe ich mich nochmal drangesetzt, für mich das Material handhabbar zu machen.

1. Gibt es deshalb die klassischen Partner-Verabredungskarten mit netten Bildern aus dem riesigen Fundus von Mama und Papa Mompitz.
2. Habe ich dazu Aushangkarten mit den vier verwendeten Tieren gedruckt, damit auch die Förderkinder oder sonstwie Wahrnehmungsgestörten wirklich wissen, um welches Tier es geht.
3. Brauchte ich eine Liste, in die ich alle Partner eintrage. Denn ich weiß jetzt schon mindestens zwei Kinder, die ihre Karten, die wir morgen füllen wollen, übermorgen nicht mehr finden werden… Somit kommt eine neue Liste in mein Listenheft, die alle Namen enthält. Dann habe ich ein Backup!

So funktioniert das Ganze dann:
Zuerst schreibt jedes Kind seinen Namen auf die oberste Linie des Kärtchens:
Partner 1Dann folgt die Zuordnung der Partner.
Beim Stachelschwein habe ich feste Partner ausgesucht – Kinder, die m.E. gut zusammen arbeiten können.
Für den Krakenpartner werden wir einen Doppelkreis mit Stühlen bilden und ein paar Mal rotieren un verschiedene Richtungen, bis ich stoppe und das Gegenüber als Zufallspartner aufgeschrieben wird.
Beim Pudel schreibt sich jeder ein Kind auf, das nicht an der gleichen Tischgruppe sitzt.
Der Kuh-Partner darf dann frei nach Gusto gewählt werden, darf sich nur nicht mit einem anderen Namen doppeln.

Je nachdem, welchen Arbeitsschwerpunkt ich dann verfolge, kann ich entweder die frei gewählten Partner gestatten oder auch meine festgelegten ausrufen. So haben die Kinder zumindest gelegentlich einen Einfluss darauf, mit wem sie eine Aufgabe lösen und wir sparen uns das für Manche doch jedes Mal müßige Suchen nach einem Partner. In jeder Klasse gibt es ja eine Handvoll Kinder, die grundsätzlich nur mit Hilfe Partner finden und/oder immer uber bleiben.

Falls jemand also nochmal neue Materialien möchte, stelle ich sie euch hier gern zur Verfügung : Kärtchen und Aushangschilder: Partnerverabredungen Karten und Aushang
Liste: Partnerkarten-Übersicht (pdf) oder Partnerkarten-Übersicht (doc)

Beste Grüße,
Katha

Lehrerplaner individualisieren

In den letzten Monaten gab es ja einen ziemlichen Hype um Lehrerplaner, Bullet-Journals und selbst erstellte Planungsmappen. Vieles davon gefällt mir wirklich gut und manches ist echt durchdacht.

Man muss dabei bedenken, dass jeder Lehrer unterschiedlich plant und Buch führt und gerade beim Stichwort Lehrerplaner große Differenzen in der Lehrerschaft herrschen. Ich persönlich bin inzwischen ein Fan des „alles-in-einem-Buch“-Planers und bevorzuge feste, gebundene Planer. Seit einigen Jahren habe ich deshalb den timetex-Planer, zuletzt immer den Grundschulplaner aus dem selben Hause. Für mich ist der einfach handlich und gut sortiert. Kurz habe ich trotzdem mit dem Gedanken gespielt, mir selbst einen Planer aus dem vielfältigen, optisch ja deutlich ansprechenderen Angebot zusammenzustellen – habe ihn dann aber doch verworfen und stattdessen meinen vorhandenen Planer einfach etwas „aufgehübscht“…

Ganz vorne auf die erste Innenseite habe ich diese Seite geklebt:
Planer 1.PNGHier habe ich meine Anschrift und Telefonnumer nun etwas schöner beisammen und den Stundenplan klebe ich dann ein, wenn er sich verändert.

Hier die Datei: Lehrerplaner erste Seite

 

 

 

Ganz hinten auf die letze Innenseite kam dieses Blatt, auf dem ich meine Passwörter, Planer 2Zugänge und sonstigen Kleinkram notiere, die sonst immer auf Klebezetteln auf dieser Seite landeten:
Lehrerplaner Passwörter etc.

 

 

 

 

Auf zwei weitere Seiten, die ich nicht nutze (Wochenplanungsseiten, die noch in den Ferien liegen), kleben nur zwei Geburtstagskalender aus dem Zaubereinmaleins (zwei Seiten auf eine gedruckt), in die ich Kollegen- bzw. Kindergeburtstage eintrage.

So gefällt mir mein Planer schon deutlich besser. Ob dieses Jahr wieder Fotos außendrauf kommen oder doch eine Stoffhülle drumherum, ist noch nicht ganz raus. Ich bekam da so ein nettes Angebot meiner Freundin, mir auch einen zu nähen… Mal sehen!

Zum Schluss noch ein ganz praktischer Tipp zum Wiederfinden wichtiger Seiten: Ich habe in der aktuellen Woche immer oben in der Ecke ein magnetisches kleines 2017-09-03 14.43.26.jpgLesezeichen hängen und für meine Fachklasse habe ich quasi Taben gebastelt: kleine Post-its und Tesafilm halten bei mir deutlich besser als die zukaufbaren vom Verlag, die man ankleben kann:

 

 
Beste Grüße,
Katha

… die jetzt das Gefühl hat, alles Organisatorische abgearbeitet zu haben und wirklich langsam mal unterrichten zu können!