Wie geht’s dir?

… ist eine Frage, die wir meist zeitbedingt unseren Schülern viel zu selten stellen. Da nehme ich mich absolut nicht von aus. Die Kinder müssen funktionieren in der Schule und oft merken wir erst bei extremem oder auffälligem Verhalten, dass die Gefühlslage bei dem ein oder anderen nicht gerade rosig ist.

Um diesem Thema etwas (!) gerechter zu werden, ziehen bei mir in die Klasse bald die Fische ein. Also, keine echten natürlich! Diese:
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Die meisten von euch werden sofort erkennen, dass ich mich bei Mies van Houts Buch „Heute bin ich“ bedient habe. Das wird auch mein Aufhänger sein: Bilder betrachten, Gefühle erkennen und beschreiben, benennen. Die vier ausgewählten Fische kommen an die Pinwand für „Klassenkram“ und daneben eine leere laminierte Seite, auf der mit Klebeknete die Fotos der Kinder (ebenfalls laminiert) befestigt sind. Jeder kann dann morgens seine Laune signalisieren, indem er sein Foto zum jeweiligen Fisch hängt. Ziel ist es, dass sowohl wir Lehrer als auch die Kinder wissen, wem sie heute vielleicht besser aus dem Weg gehen sollte (wütend), mit wem man mal sprechen sollte (traurig), oder ob wir mal ein Wachmacherspiel brauchen.

Mal sehen, wie das angenommen wird… Wenn es was zu evaluieren gibt, schreibe ich es euch.

*Fast vergessen: Die Idee ist nicht allein auf meinem Mist gewachsen – das muss ich unbedingt hier noch erwähnen! Im Gespräch mit einer Teampartnerin darüber, wie wir die Gefühle visualisieren können, hatte sie die Idee mit dem Buch, das ja definitiv zu meinen Lieblingswerken gehört (ich hatte dazu ja auch schon mal was bzgl. Kunst geschrieben…).*

Beste Sonntagsgrüße;
Katha

Erzählen in Kleingruppen

Hier mal wieder eine Kleinigkeit zum Umgehen des für die Kinder doch oft ermüdenden Erzählkreises nach dem WE:
An die wunderbaren Gruppenschilder (gepflückt auf der Materialwiese) habe ich einfach flugs einen kleinen Klebezettel mit einer Zahl geklebt – wundersamerweise ergeben alle Zahlen addiert exakt die Anzahl der anwesenden Kinder. Mit STift und Zettelklotz beaffnet, kann ich auf fehlende Kinder direkt reagieren…
Ich lasse Musik laufen, zu der sich die Kinder durch die Klasse bewegen und hänge mit Klebeknete die Monster in verschiedene Ecken (die Knete geht ja von Fenstern, Türen, Regalen und Wänden gut wieder ab) auf. Wenn die Musik endet, dürfen sich genau so viele Kinder bei einem Monster einfinden, wie die Zahl zulässt. Stühle oder Teppichfliesen dürfen dann gern noch flott geholt werden. Nach ein paar Minuten geht die Musik wieder an – das ist dann das Zeichen, sich an seinen Platz zurück zu begeben. Wahlweise kann es auch zum Wechseln der Gruppe UND der Partner genutzt werden, wenn man mehrere Runden quatschen lässt.

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Meine Erstis haben das diese Woche zum ersten Mal ausprobiert und es hat sofort recht gut geklappt. Obwohl nicht jeder seinen Wunschpartner bekommen hat, gab es keine Diskussionen. Vielleicht werden sie doch erwachsen…

Beste Grüße,
Katha

Einstieg nach den Winterferien

In der Bloglandschaft kursieren ja diverse Vorlagen, mit deren Hilfe das Erzählen nach den Ferien variiert werden kann. Vor allem nach den Weihnachtsferien mag ich es nicht, wenn das Hochschaukeln beginnt, wer mehr und tollere Geschenke bekommen hat…
Letztes Jahr hatte ich deshalb eine sternförmige Vorlage geschrieben, die man gut ab Klasse 2 einsetzen könnte (und etwas TippEx macht aus 2015 auch das richtige Jahr…). Auch das kooperative Bingo aus dem Lernzoo gefällt mir gut, ist aber für meine Erstis vermutlich noch etwas zu viel. Deshalb gibt es von mir zum Start ins neue Jahr als erstes Material eine vereinfachte Vorlage zum Reden über die Ferien [ich finde, A5 reicht hier völlig…]: winterferien-2016-blog
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Zu sechs vorgegebenen Stichwörtern soll nach dem Prinzip „Find someone, who…!“ jeweils mindestens ein Kind gefunden werden, dessen Namen man in den Rahmen schreibt (oder schreiben lässt). So kommen die Kinder in Bewegung und ans Reden. Die Regel, dass jeder Name nur ein Mal auf dem Blatt auftauchen darf, zwingt die Kinder, auch mit ihren nicht-besten-Kumpels in Kontakt zu kommen…

Kommt alle gut ins neue Unterrichtsjahr und den Endpurt des Halbjahres!
Katha

Wochenreport Monsterklasse

Und schon wieder sind fünf Schultage rum, obwohl die Woche doch gerade erst begonnen hatte… Immer wieder erstaunlich, wo die Zeit bleibt!

Die Erstklässler haben sich in dieser Woche mal wie richtige Schulkinder gezeigt, das war sehr erfreulich für mich und die Kolleginnen, die sich mit den kleinen Monstern beschäftigen dürfen. Sie haben ihren ersten Unterrichtsbesuch geschafft und zum Wochen-Ende hin mal insgesamt fünf Schulstunden lang recht konzentriert gearbeitet.
Ich freue mich riesig darüber. Aber (ja, Pädagogen haben doch immer ein aber, wenn ein Thema gut anfängt) ich befürchte, dass das spätestens nach den Ferien wieder hin und weg sein könnte. Drückt mir die Daumen, dass das kein Anflug von Arbeiteritis war!

Außerdem absolvierten wir unser drittes Adventssingen – 10 bis 15 Minuten mit der ganzen Schule in der großen Halle gemeinsam singen. Die kleinen Monster sind singtechnisch verwöhnt, da alle in der Klasse Unterrichtenden Gitarre spielen bzw. es lernen, haben wir gerade mal wieder festgestellt…

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Künstlerisch waren wir natürlich auch tätig und ließen Weihnachtsstimmung im Flur vor der Klasse einziehen: Weihnachtsbäume aus Wasserfarben wurden mit Wachsmalern geschmückt, ganz klassisch…

In Deutsch sind inzwischen alle Kinder beim ersten Stopschild im AH angelangt und haben den dort angesetzten Test mehr oder weniger mit Bravour gemeistert. Es gibt noch vereinzelt Probleme bei der Feinmotorik oder beim genauen Abhören der Laute im Wort, aber eben immer nur vereinzelte Probleme und keine Totalausfälle. Puuuh! Krass finde ich, dass (wie erwartet) der Unterscheid beim Fortschritt bei bis zu drei Buchstaben liegt. Neben Differenzierungsmaterial nach unten für die noch mit Ma, Le oder Ro beschäftigten Kids benötige ich nun auch immer deutlicher Material nach oben für die Sätzeleser und den Fast-schon-Rechtschreiber.

Dank unserer LAA lernen die Zwerge im SU nun auch mal Gruppenarbeit kennen und gehen damit erstaunlich locker und größtenteils souverän und regelkonform um. Da ist es dann doch von Vorteil, dass Kommunikation in meinem Klassenraum oft schon durchaus erwünscht oder zumindest zugelassen ist und offenes Arbeiten Alltag ist. Wenn man es gewöhnt ist, dass andere Kinder gerade mit anderen Inhalten oder Materialien beschäftigt sind, ist doch so eine Gruppenarbeit nicht mehr fern, oder?

Also hoffe ich mal wieder, dass ich den richtigen Weg für die mir Anvertrauten einschlage und alle Abkürzungen , Wendemanöver und Umwege mitgehen kann, die zum Erreichen des Ziels nötig sind!

Eure Katha

Vom Ändern eines Plans

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Mit schrecken stelle ich immer wieder fest, dass ich inzwischen zum Wochenendblogger geworden bin und wenn überhaupt mal einen Beitrag pro Woche zu schreiben schaffe. Irgendwie finde ich das ziemlich schade, wäre ich doch gern grad gefühlt aktiver…

Die Gründe liegen aber sicher auf vielen Ebenen meines Lebens verstreut. Privat liefen in den letzten Wochen diverse Elternabende in (Schule und) Kita und verschiedene mehr oder weniger adventliche Aktionen. Da muss es manchmal abends auch einfach nur das Sofa sein! Kennt ihr, ne?
Schulisch liegt es sicher auch daran, dass der Fachunterricht gerade einfach mal „läuft“ (in Englisch funktionieren die Themen einfach und ich kann so „runter unterrichten“; die Kurse brauchen auch kaum Aufmerksamkeit), und es daher kaum etwas zu berichten gibt.
Mögliche Themen aus der Monsterklasse sind allerdings oft zu komplex für kurze Zwischendurch-Einträge und werden erst einmal auf die längere Bank geschoben…
Sicher kennen das viele Kolleginnen und Kollegen: Man startet mit einem Plan in eine neue erste Klasse, der in Teilen recht offen ist, aber doch eine Richtung vorgibt. Meine bisherigen Pläne verlaufen sich mehr oder weniger im Sand und ich muss meine Richtung und vor allem meine Ziele immer mal wieder komplett oder teils neu formulieren. Ich probiere aus, evaluiere und probiere neu. Hört sich hochtrabend an, ist ja aber doch nur das Alltagsgeschäft, das von hohen Ansprüchen (meinerseits!), hohen Anforderungen und einem gewissen Maß an Selbstzweifel geprägt ist.

Ich hatte ja schon früher geschrieben, dass ich Abstand von gemeinsamen Erarbeitungsphasen genommen habe und die Kinder vermehrt allein an ihren Aufgaben arbeiten. Das hat sich wirklich bewährt – im AH Deutsch habe ich im Zuge dessen inzwischen das gemeinsame Erarbeiten Durcharbeiten der Buchstaben durch ein neues System ersetzt: in allen AH habe ich Stopzeichen eingeklebt (immer am Ende eines Kapitels bzw. nach zwei neuen Buchstaben), bis zu dem jedes Kind im Wochenplan arbeitet. Bis zum Stop habe ich die Aufgaben gekennzeichnet: angekreuzt heißt Pflichtaufgabe, Sternchen davor heißt freiwillig*. Spätestens beim Erreichen des Stops muss das Kind mit AH zu mir kommen und ich kontrolliere intensiver, ob m.E. alles ok ist. Ggf. wird dann ein kleiner Test geschrieben oder ich frage mündlich etwas ab. So ist jetzt etwa die Hälfte meiner Klasse ca. zwei Buchstaben weiter als die andere Hälfte. Ich find das ja gut – so hab ich es halt auch gelernt…
Gemeinsame Übungen zu Buchstaben gibt es zwischendurch immer noch. Abhören von Lauten auf ihre Stellung im Wort zum Beispiel oder Silben zum durchschnittlich aktuellen Buchstaben.

Sehr angenehm finde ich es, dass inzwischen wirklich alle Kinder gut damit leben können, dass jeder gerade an etwas Anderem arbeitet. Inklusive Umgebungen funktionieren ja nur unter solchen Vorzeichen. Freude und Anspannung gelten jedoch der Frage, wie weit ich es auseinander laufen lassen kann, ohne die Gemeinschaft zu verlieren. Genug Punkte zu schaffen, die für alle Anspruch haben und alle mitnehmen – darum geht es jetzt mehr denn je! Und gerade das ist ja in einer Klasse, die recht gut ackern aber nur schlecht zuhören oder gemeinsam etwas besprechen kann, schwierig.
Warten wir mal ab, wie es weiter geht. Eventuelle Erfolgserlebnisse versuche ich dann wieder mit euch zu teilen!

Hoffnungsvoll,
eure Katha

* Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Kinder die freiwilligen Aufgaben mit erledigen!

Kleines Buch – großes Thema

Aus ganz aktuellem Anlass – der Gutenachtgeschichte in Möppels Hochbett vor 10 Minuten – mal ein adventlicher und echt günstiger Buchtipp:
„Lukas hilft dem Weihnachtsengel“ von Ingrid & Dieter Schubert, erschienen bei Carlsen als Maxi-Pixi-Buch.
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Bereits die dritte „Awenzzeit“ begleitet uns dieses Buch nun sehr regelmäßig. Die Muttis unter euch wissen, dass Lieblingsbücher gern auch dreimal täglich gelesen werden müssen… Aber dieses kleine Schätzchen schlage ich immer wieder gern auf. Die Geschichte ist kurz und prägnant erzählt und die Bilder strahlen eine wahnsinnige Poesie und Tiefgang aus, das erlebe ich selten bei solch kleinen Büchern!
Lukas findet einen verletzen Engel, dem er hilft und dessen Botschaft verloren ging. DIese Botschaft schwebt durch die Nacht und wundersame Dinge geschehen. Am Ende kann Engel mit der gefundenen Botschaft weiterreisen und Lukas erhält ebenfalls ein Stück davon.

Die Geschichte bleibt relativ abstrakt, aber die Bildbeispiele sind nah an den Kindern und bieten unheimlich viel Gesprächsstoff und Raum für Ideen, Interpretationen, Entdeckungen. Egal ob für Erwachsene oder Kinder, für die traute Gutenachtgeschichte oder im Adventskreis mit der Klasse – ich glaube, dieses Buch gibt jedem etwas mit.

Einen schönen zweiten Advent wünscht
Katha

Erzählen vom Wochenende

… das ist ja immer mal wieder Thema in diversen Blogs. Da ich Erzählkreise nicht sooo gerne hab und oft die gleichen Kinder das Gleiche erzählen und/oder ein Wetteifern beginnt, wer vom noch höheren Sprungbrett sprang oder länger fernsehen durfte oder mehr Besuch hatte, variiere ich das Erzählen gern.

1. Variante: Fragen nach dem Erzählen stellen
Wenn alle Kinder fertig sind, stelle ich Fragen wie „Wer war am WE bei seiner Oma?“, „Wer hat den Film im Kino gesehen?“ – erstaunlich viele Kinder können doch einige Fragen richtig beantworten.

2. Variante: Bewegung!
Im Sitzkreis stehen immer die Kinder auf, auf die eine Aussage zutrifft, und suchen einen neuen Platz. „Wer am WE bei seiner Oma war, sucht sich einen neuen Platz!“, „Wer am WE schwimmen war, sucht sich…!“. Wenn man einen Stuhl weniger als Personen nimmt, müssen/dürfen dann nach wenigen Runden auch Kinder die Ansagen machen – und sind dabei erstaunlich kreativ.

3. Variante: Gruppenquasseln
Aus einem Stehkreis heraus sollen kleine Gruppen mit Gemeinsamkeiten gebildet werden, zum Beispiel nach einem gleichen Film, den man sah oder der gleichen Lieblingseissorte. Ist recht schwierig, weil sich zu wenigen Themen vom WE so eindeutige Aussagen treffen lassen…

4. Variante: Satzanfänge
Wie es schon Gille aus dem Lernstübchen hier sehr treffend geschildert hat, kann man Satzanfänge vorgeben, zu denen dann ein bis zwei Sätze ergänzt werden. Ihre gute Sammlung habe ich für meine Erstis mal verkürzt und mit Bildern unterstützend variiert. Die Mompitze sind geblieben, die Texte aber kürzer geworden und die Kernaussagen hervorgehoben. Vielleicht können sie dann schon manches selbst erlesen. ich probier’s morgen mal aus… Hier die Datei: erzahlanlasse-we

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Beste wochenendliche Grüße,
Katha

PS: Ich weiß nicht, warum meine Dateinamen seit Wochen den Eindruck von Legasthenie meinerseits vermitteln…. Eigentlich heißt die Datei auf meinem Rechner „Erzählanlässe WE“!
Ihr kommt damit zurecht, oder?