Geschichten hören (auch auf Distanz)

Heute früh startete jemand im Twitterlehrerzimmer eine Frage zu Hörgeschichten zur Sprachförderung:

Schnell (wie dort oft!) fanden sich erste Ideen und Empfehlungen. Mir ging dann durch den Kopf, dass diese tolle „Sammlung“ nicht nur auf dieser Plattform bleiben, sondern weiter geteilt werden sollte. Deshalb heute hier in Kurzform die Vorschläge aus dem Twitter-Thread, ergänzt durch weitere Seiten aus meinem Erfahrungsschatz:

  1. Ohrka: „Hier auf Ohrka.de könnt ihr alle Hörspiele, Geschichten und Märchen zu privaten und zu schulischen Zwecken kostenlos anhören und herunterladen!“ Eine von uns auch schon privat genutzte Plattform mit vielen Geschichten, teils von prominenten Vorlesern aufgenommen.
  2. Amira Lesen: ein Leseprogramm für Grundschüler (gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in den Jahren 2011 bis 2015; zudem gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Jahr 2016). Hier kann man in virtuellen Büchern bättern und kann beim Vorlesen die Geschichten auch mitlesen.
  3. Podcasts beim Ohrenbär: Beim Ohrenbär sitze ich schnell wieder als Achtjährige auf dem Küchensofa vorm Radio… – heute findet sich hier online eines der guten öffentlich-rechtlichen Angebote für Hörmedien.
  4. Ebenso öffentlich-rechtlich ist der Kinder-Radio-Kanal Kiraka. Immer findet man hier tolle Geschichten, die auch regelmäßig erweitert oder ausgetauscht werden.
  5. Ein ähnliches Angebot gibt es beim SWR zum Streamen und als Download.
  6. Und auch die Maus beim WDR bietet Hörgeschichten an. Diese drei Angebote überschneiden sich teilweise.
  7. Die Lesefüchse sind eine private Initiative aus München. Hier wird allerdings mit Bild, also im Videoformat vorgelesen.
  8. Kostenlose Märchen-Hörbücher findet man bei Erziehung online. Die habe ich selbst schon als tolle Erweiterung für jede Märchen-Einheit im Deutschunterricht genutzt.
  9. Nicht zu vergessen ist die Aktion Einfach vorlesen der Stiftung Lesen. Der entscheidende „Nachteil“ an dieser tollen Geschichtensammlung ist jedoch, dass man noch jemanden braucht, der vorliest. Dieser Tipp ist also „außer Konkurrenz“ hier mit dabei.

Wer noch Ergänzungen hat – immer gern her damit!

Frühlingshafte Grüße
Katha

„Rezension“ & Verlosung: Pestas Holzbausteine

Titel: „Pestas“
Hersteller: Fa. Staengl Holz&Spiel GnbH (hier klicken)

Zum Produkt:
Als mir vor Kurzem angeboten wurde, die Holzbausteine von Pestas zu testen, habe ich erst ein bisschen gezögert und überlegt, ob ein „Spielzeug“ auf meinen Blog passen könnte. Nun, versuchen wir es einfach mal…

Pestas liefert hier Holzbausteine bzw. Dominosteine, die man guten Gewissens auch als Kreativsteine bezeichnen kann. Sie haben alle die gleiche Breite und Tiefe und sind in zwei Höhen im Set enthalten. Somit kann man neben klassischen Dominobauten auch gut Höhenunterschiede überwinden oder besondere Gelenkstellen bauen. Für die weniger kreativen Köpfe unter uns bzw. für die Ausprobierer und „Frickler“ gibt es in jedem Set ein paar Bilder mit Anregungen. Die Trickkiste bietet mehr: Hier sind konkrete Anleitungen für Kreuzungen, Höhenunterschiede oder besondere Tricks in Form von Kärtchen enthalten, die man für seine Planungen nutzen und/oder anpassen kann:

Pestas bewirbt seine Steine damit, dass sie absolut natürlich sind, ökologisch und fair produziert, unkaputtbar  und ungiftig. Traurig genug eigentlich, dass man so etwas bei Spielzeug nicht grundsätzlich voraussetzen kann…
Die Verarbeitung ist wirklich sehr hochwertig und die Farben sind angenehm unauffällig, könnte man sagen. Nichts glitzert, blinkt oder glänzt – es geht wirklich um das Material selbst. Etwas gewöhnungsbedürftig ist am Anfang der (nicht künstliche, aber auffällige) Geruch der Farben, der aber nach einer Weile verfliegt.

Zusätzlich zum handfesten Material gibt es vom Hersteller einen YouTube-Channel mit Videos fertiger Bahnen und weiteren Anregungen rund um die Holzsteinchen.

Hier kommen Eindrücke von unseren ersten (sehr einfachen…) Tests:

Meine Meinung & Erfahrung:
Ich kann momentan nur auf meine beiden Testkandidaten zurückgreifen, da sich mir mit den wenigen Stunden Fachunterricht bislang keine Gelegenheit zu einem Test in der Schule bot. Die beiden waren jedoch ziemlich begeistert von den Pestas und haben zuallererst beide Kartons ausgekippt. Dann ging das Bauen los: einfache Wege wurden zuerst aufgestellt und zum Umfallen gebracht – schon waren die ersten Erfolgserlebnisse da! Dann ging es ans Herumprobieren: wie weit oder nah müssen die Steine aneinander stehen? Wie schaffen wir Kurven oder Kreuzungen? Wie voll bekommen wir den Wohnzimmertisch gebaut?
Meine dezenten Hinweise auf die Tricks aus der Trickkiste wurden zwar geflissentlich ignoriert, aber die Jungs waren mit ihren Ergebnissen dennoch zufrieden. Eine ganze Weile haben Sie gebaut und abgerissen, was den besonderen Reiz von Dominos ausmacht: kaputt machen dürfen, ja sogar sollen!

Nun zurück zum Bezug zum Blog: Sind die Pestas etwas für die Grundschule?
Ja. Definitiv! Sowohl in der OGS (Hort, Betreuung etc.) als auch im Klassenraum kann ich mir eine Kiste dieser Steine hervorragend vorstellen. In meinen Klassen waren bislang „unpädagogische“ Materialien immer sehr beliebt. Wir hatten Steckperlen, Holzwürfel und Spiele im Nebenraum und alle wurden rege genutzt. Durch ihre Menge schätze ich die Pestas hier ebenfalls sehr erfolgreich ein, da die Kinder ohne Vorgaben damit bauen und experimentieren können. Kreativität, Konzentration, Fein- und Grobmotorik sowie ggf. Zusammenarbeit werden hier unbewusst gefördert.

Ich danke dem Hersteller für das tolle Testpaket!

Und bevor jetzt jemand „Vorteilsnahme!“ ruft: Ich werde die Steine entweder an Möppels Klasse oder Möppelchens Kindergartengruppe abgeben, sobald sie hier noch ein bisschen bespielt wurden. Also: „Relax!“

Katha

Adventskalender in Moodle / LogineoLMS

Im ZfsL arbeiten wir seit einem guten Jahr mit Moodle als LMS (also LernManagementSystem), auf dem ja auch LogineoLMS basiert. Angeregt durch verschiedene Vorlagen aus dem #TwitterLehrerzimmer habe ich soeben den Adventskalender für unsere LAA und meine FL-Kolleg*innen vollendet und freue mich jetzt schon diebisch!

Screenshot des Kurses

So sieht es jetzt mit der freundlicherweise von Claudia Schwemmers zur Verfügung gestellten Vorlage aus. Momentan passiert noch nichts, wenn man auf die Zahlen klickt, aber hinter jedem Feld („Grid“) verbrigt sich ein Link, eine Aktivität usw.
Jeden Tag ab dem 01.12. werden nun automatisch ohne mein weiteres Zutun die Nettigkeiten hinter den Zahlen freigegeben und bringen hoffentlich etwas Freude.

Wer Interesse hat, darf sich gern melden, da die Vorlage unter CreativeCommons-Lizenz steht:

Lizenzangabe

Wenn ihr ganz großes Glück habt, nehme ich euch auch noch mit im Advent. Mal sehen, ob ich das noch schaffe, alles hier für den Blog umzubauen…

Macht es gut und bleibt gesund!!!
Katha

Einschulung mit ohne Kinder gestalten

Vielerorts wurden heute oder zuletzt bzw. werden demnächst zum ersten Mal Kinder eingeschult, für die strenge Hygienevorschriften gelten. Dazu gehört es fast überall, dass nur wenige Personen sie begleiten dürfen und dass es keine wie sonst üblichen Aufführungen und Lieder von den älteren Kindern gibt.

Bild von Gundula Vogel auf Pixabay

Auch bei uns werden beide Klassen in einer separaten kurzen Feier aufgenommen, für die in der Turnhalle eine kleine Bühne steht, umgeben von Stühlen in Dreier- und Vierergrüppchen, auf denen jeweils eine Familie Platz nehmen darf. (So war es schon bei der Verabschiedung der Viertklässler vor den Ferien.) Die Rede der Schulleitung darf natürlich gehalten werden, aber andere Klassen oder andere Lehrkräfte sind nicht anwesend.

Um dieses ein wenig abzumildern und den I-Männchen zu zeigen, dass sie Teil einer Schulgemeinschaft werden, haben wir gestern in allen Klassen ein kurzes Grußvideo aufgenommen und daraus einen kurzen Film geschnitten, der auf den beiden Feiern für die Erstklässler und ihre Eltern gezeigt wurde. So haben wir es geschafft, das zwar physisch keine Vermischung der Klassen stattgefunden hat und dennoch irgendwie alle mal kurz in der Turnhalle waren und „Hallo!“ sagen konnten.

Technisch war das Ganze dank unserer beiden ‚Probetablets’ ziemlich einfach: mit der Kamera des Tablets wurden die Videos aufgenommen. In der App iMovie habe ich sie hintereinander eingefügt und vorn und hinten noch einen Titel eingefügt mit Grußworten. Schon war das Ganze fertig. Zusammen mit einer kleinen Fotoshow mit Impressionen aus dem Schulgebäude hatten wir dann flott einen fünfminütigen Film zusammen, der ein bisschen Abwechslung in diese seltsame musik- und theaterlose Einschulungsfeier bringen konnte.

Da im Seminar heute Sommertagung war, weiß ich noch nicht, wie das Ganze bei der Zielgruppe ankam, aber die Kolleginnen und Kollegen waren beim Probeschauen ganz positiv.

Für heute tschüss!

Katha

Das Klassenleiten aufgeben

Viele von euch haben ja im vergangenen Sommer schon meinen Abschied von den Monstern nach dem dritten Schuljahr mitgelesen und auch vor einigen Wochen die Abschiedsworte verfolgt, die ich noch an meine (vorerst) letzte Klasse richten durfte. Eigentlich ist dieser Abschied also schon eine Weile her. Er beschäftigt mich aber diese Woche dann doch nochmal sehr, denn ich räume nun endlich mal „meinen“ alten Klassenraum aus. Die Kollegin, die meine Klasse übernommen hat, konnte sich letztes Jahr quasi ins gemachte Nest setzen und den voll ausgestatteten Raum übernehmen. Nun zieht eine neue erste Klasse dort ein und es wird Zeit, meinen Kram herauszuholen.

So sah es deshalb dieser Tage in meinem (großen!) Kofferraum aus:
2020-07-22 11.39.55Die meisten meisten von euch kennen das – ein halber Schreibwarenladen befindet sich im und am Pult und in den Schränken. Kopiervorlagen, Bücher, gebasteltes Material, Putzsachen, Weihnachtsdeko, Aushänge, Plakate etc. Die Materialien aus dem Kunstschrank sind hier noch nicht dabei (ich hoffe, dass die Kollegin, die den Raum bezieht, manches davon übernimmt…).

Als ich das letzte Mal keine Klasse hatte, weil wir am zweiten Kind gearbeitet haben, war ja klar, dass ich in nicht allzu weiter Ferne wieder eine übernehmen würde – also kam alles auf den Dachboden und wurde dann ja auch nach zwei „KL-abstinenten“ Jahren und nach K2s Geburt wieder zurück in die Schule.
Dieses Mal steht die Sache ja anders: Ich bin inzwischen seit gut zwei Jahren Fachleiterin im Studienseminar und sehe momentan keinerlei Gründe, diese Tätigkeit wieder niederzulegen. Dazu macht sie mir viel zu viel Spaß und mein Kollegium ist viel zu toll. Als Fachleiterin aber bin ich nie mit genug Stunden an der Schule um eine Klasse zu leiten. Das haben wir im dritten Monster-Jahr versucht und es war, sagen wir mal, suboptimal…
Also habe ich direkt mal die aktuelle Lehramtsanwärterin unserer Schule gefragt, ob sie ein bisschen was übernehmen mag und – jippie! – Vieles wanderte direkt aus meinem Kofferraum in ihren. Und auch jetzt, wo ich hier zuhause weiter einräume und wegsortiere, kommt nochmal ordentlich was für sie zusammen. Als ich an meiner jetzigen Schule anfing, ging eine Kollegin in Pension und hinterließ mir viel hilfreichen Kram von Wäscheklammern bis Sitzmatten für meine Klasse. Nun kann ich diese Hilfe zurückgeben und habe die ganze Woche das gute Gefühl, dass wir beide etwas von dieser Sache haben: ich den Platz und sie eine gute Grundausstattung für ihre erste eigene Klasse, die sie bestimmt bald übernehmen wird.

Sollte ich aus welchen Gründen auch immer nochmal eine Klasse leiten, weiß ich ja inzwischen auch, worauf ich Wert lege und habe meine Vorlagen alle digital, um sie schwuppdiwupp wieder einsatzfähig zu machen.

So, Schluss für heute – muss noch etwas räumen…
Katha

 

Mona war weg – ein Schreibanlass

Momentan komme ich dazu, ein paar liegen gebliebene Blogprojekte aufzubereiten. Eines, das hier schon lange schlummert, ist dieses Beispiel aus meiner zweiten Klasse, das sich aber auch übertragen lässt auf höhere Klassenstufen:

Unser Klassentier Mona ist damals aus dem Herbsturlaub mit mir auf Norderney leider nicht zurück in die Monsterklasse gekommen. Für die Kinder gab es die Legende, dass sie Lust auf mehr Urlaub und Abenteuer hatte und deshalb erst später wieder zur Klasse käme*.
Usedom 2018 (226)Eigentlich ist das arme Ding aber wohl auf der Fähre zurück verloren gegangen und war nicht mehr aufzufinden… Zum Glück konnte ich dank des großzügigen Herstellers irgendwann Mona wieder präsentieren (da es ein Werbeprodukt war, hätte ich sie nur im Hunderterpack nachbestellen können!) und schwupps – geboren war ein toller Rede- und Schreibanlass!

Mona hat MIR nämlich leider nicht erzählt, wo sie so lange geblieben war und was sie erlebt hat. Da ich mir aber sicher war, dass sie den Kindern mehr verraten würde, durften alle Kinder Mona mal ein Weilchen nehmen und sie „aushorchen“. Dann wurde Monas Geschichte aufgemalt und dann auch aufgeschrieben.
Alle Vortexte sammelte ich ein und gab sie korrigiert zurück. Teils sollten die Kinder noch ein bisschen was ergänzen, damit die Geschichte stimmig wurde – dann schrieb jede/r seinen Text auf.

Alle Texte und Bilder sammelte ich dann zu einem Buch zusammen. Da ich die gute alte Plastik-Spiralbindung langsam nicht mehr sehen konnte, habe ich mir mal einige Präsentationsmappen im Aldi angeschafft (ihr kennt inzwischen ja meinen lippischen Geiz, der mich gern bei den reduzierten Sachen zuschlagen lässt). Die bestehen quasi nur aus Klarsichthüllen und in deren Cover kann man auch ein Blatt Papier einstecken. Bild und Text können so immer nebeneinander stehen, wenn man die Hüllen beidseitig bestückt.

Zwei Varianten sind mir noch durch den Kopf gegangen:
a) Kombination mit Greenscreen
Wenn man ein freigestelltes Foto des Klassentiers hat (s. dieser Blogbeitrag hier), können die Kinder es in verschiedenste Hintergründe einfügen und dann dazu erzählen oder schreiben.
b) Distanzlernen
Auch in der aktuellen Situation mit Unterricht aus der Ferne können Klassentiere sehr hilfreich sein – sind sie doch für viele, gerade jüngere Schüler*innen eine echte Identifikationsfigur. Wenn ihr also Klassentiere habt, sendet doch mal ein Foto herum (vielleicht auch ein bearbeitetes) und lasst die Kinder dazu schreiben. Vielleicht gibt es ja sogar noch Klassentierfotos von gemeinsamen Klassenaktionen. Ich habe unsere Mona da auch immer dabei und sie schlecht sich oft auf Bilder, die ich dann später nutzen kann.

Herzliche Grüße
Katha

* Später in Klasse 3 bekamen wir dann sogar noch Post von einem netten Monster, das Mona auf ihrer Tour an der Nordsee kennengelernt hatte – unser Einstieg in die Einheit „Briefe schreiben„.

Ach du jeh – die Schule ist zu!

Es ist wirklich unglaublich und niemand von uns hätte es vor ein paar Wochen für möglich gehalten, aber die Schulen sind zu. Alle. Niemand darf, kann oder muss in den Unterricht.

Mein Möppel freut sich sehr, dass er zuhause bleiben darf und nur zwei bis drei Schulstunden täglich ableisten muss. Das Möppelchen nimmt es bislang sehr gelassen – für ihn ist das halt nunmal jetzt so, wie es eben für einen Fünfjährigen so ist… Und ich? Ich versuche, zuhause zu arbeiten und zwei Kinder zu hüten und dabei kein völliges Chaos in Zeit und Raum zu verursachen. Wie sicher gerade viele von euch auch.

Sicher habt ihr inzwischen alle eine Organisationsform gefunden, wie ihr eure Schüler mit Aufgaben versorgt oder dürft sie laut Vorgabe des Landes einfach gar nicht „belästigen“. Dennoch möchte ich heute mal die Zeit nutzen, in der hier alle etwas zu tun haben und meine Erlebnisse niederschreiben. Achtung, es wird lang…

1.) die Schule:
Zu meinem Glück leite ich ja keine Klasse und bin nur mit rund zehn Stunden an meiner Schule. So konnte ich mich bislang auf die technische Unterstützung meines Kollegiums konzentrieren. Viele von euch haben ja Wege gefunden, entweder Bücher, Arbeitshefte und Kopien an die Kinder zu übermitteln oder ihnen auf digitalem Wege Aufgaben zukommen zu lassen. Bei uns läuft es gerade zweigleisig: die wichtigen Informationen für die Eltern einer Klasse sollen per Mailverteiler (in bcc – also Blindkopie!) herausgegeben werden. Dazu mussten zuerst die Emailadressen der Eltern eingesammelt werden. Zum Glück waren alle gewählten Elternvertreter so hilfreich, die ihnen gemailte Bitte per WhatsApp an die anderen Eltern weiterzuleiten, so dass sich langsam die Verteiler der Kolleginnen und Kollegen füllen.
Da ich persönlich kein großer Fan von Verteilern bin, habe ich auf der ersten Corona-Dienstbesprechung Padlet vorgestellt – eine Pinwand im Netz, auf der ich schreiben kann, aber auch Dateien oder Links angepinnt werden können. Erfreulicherweise fand das so viel Zustimmung, dass wir spontan in den Computerraum zogen und gemeinsam Accounts anlegten* und Klassen- bzw. Jahrgangspadlets einrichteten. Diese sind inzwischen sehr aktiv und werden sehr unterschiedlich gefüllt.

Da mich „meine“ alte Klasse aber auch nach einem halben Jahr noch nicht so ganz loslässt, habe ich diese Woche begonnen, zu einigen Kindern Kontakt aufzunehmen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. (Ziel ist es, dass alle mal was von mir hören – aber man muss ja klein anfangen.)
Drei Kinder, um die ich mir immer ein bisschen Gedanken mache, haben eine Postkarte mit lieben Grüßen bekommen. Ich habe das Gefühl, dass gerade diese wissen müssen, dass jemand an sie denkt.
Drei andere Kinder, meine „kleinen Professoren“, haben über die Eltern eine Mail von mir bekommen mit der Frage, ob sie sich mit mir ins Abenteuer Programmieren stürzen wollen. Im Zuge meiner aktuell laufenden Zusatzqualifikation „Informatische Grundbildung“** habe ich Scratch kennengelernt, mit dem man recht flott keine Geschichten und Spiele programmieren kann. Die Jungs waren begeistert und so haben sie heute früh von mir ein Video zum Start in Scratch bekommen (einen eher simplen Screencast***…).
Zuletzt habe ich auch ein Padlet gefüllt, das allerdings keine Pflichtaufgaben enthält sondern sportliche und kreative Anregungen und z.B. einen Malwettbewerb, eine Foto-Challenge etc. Das ist dann auch für alle Jahrgänge offen und zugänglich.

2.) das Seminar:
Unsere LAA sind momentan auch entweder zuhause oder in der Notbetreuung der Schulen eingesetzt. An Unterrichtsbesuche ist gerade logischerweise nicht zu denken und die Ungewissheit ist vor allem für den auf die Prüfung hinstrebenden Jahrgang blöd. Bislang hoffen wir, alle ausstehenden UB in den nächsten Monaten auffangen zu können.

Ein Fachseminar Deutsch/Mathe hätte ich vor den Ferien noch gehabt. Dieses habe ich mit meiner Kollegin „digitalisiert“ und dazu Material und Aufgaben in unser Lernmanagementsystem Moodle hochgeladen. Hier ist es jetztwirklich von Vorteil, wenn es solch ein System bereits gibt, alle einen nutzbaren Zugang haben und einigermaßen sicher damit umgehen können. Nun dürfen die LAA an diesen Aufgaben in ihrem Tempo arbeiten. Präsenzzeit haben wir in diesem Fall nicht eingefordert, da es bei den vielen unterschiedlichen Präsenzregelungen in den einzelnen Schulen durchaus zu Problemen führen könnte.

3.) Zuhause:
Wie eingangs beschrieben, verbringe ich die meiste Zeit mit meinen Jungs daheim. Für mich selbst aber auch in ihrem Sinne bemühe ich mich um einen regelmäßigen Tagesablauf. Wir schlafen alle etwas länger und ich habe somit morgens shcon rund eine Stunde allein, in der ich produktiv sein kann. Sowas wie ein Video lässt sich ja nicht wirklich aufnehmen, wenn alle fünf Minuten jemand „Mama!“ ruft…
Nach dem Frühstück und etwas spielen soll es eine „Arbeitszeit“ von etwa zwei Zeitstunden geben. Der Möppel absolvierte die erst engagiert, inzwischen ob der inzwischen weggearbeiteten leichten Aufgaben zunehmend unmotiviert. Das Möppelchen bekommt Malaufgaben, Konzentrationsübungen und ein bisschen was für die Feinmotorik (tolle Quelle: abcund123.de) und geht größtenteils sehr ernsthaft daran. Bislang kann ich ihn so besser einbinden als wenn ich ihn spielen schicke, während wir hier arbeiten… Wobei man meine Tätigkeit in dieser Zeit kaum ernsthaft als Arbeiten bezeichnen kann zwischen „Mama, schau mal, wie bunt der Vogel ist!“ und „Ich weiß nicht, was ich hier machen soll! Das steht da nicht!“.
Zum Glück sendet der WDR ja nun täglich um 11:30 die Sendung mit der Maus, so dass wir einen Motivationspunkt zum Ende der Arbeitszeit haben! Danke dafür!!!
Meine hausfraulichen Tätigkeiten umfassen momentan täglich ein halbwegs anständiges Mittagessen – puuh. Sandwich, Nudeln und Greißbrei sind da bei mir schon fast das Limit… Bislang sind wir aber zum Glück immer satt geworden und vor allem gibt es danach Mittagsruhe. Auf deutsch: jede/r in sein Zimmer, dort ruhen oder leise spielen. Mein Zimmer ist natürlich? Klar, das Büro. Mails beantworten, Konzepte weiterschreiben, telefonieren, technischen Support leisten. Seltsam, wie wenig man in anderthalb bis zwei Stunden schafft, wenn man weiß, dass sie fast schon wieder rum sind.
Der Nachmittag ist dann nach Möglichkeit Draußenzeit. Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir einen großen Garten haben und quasi im Wald leben. Wie sehr fühle ich mit denen, die in kleinen Wohnungen hocken und kaum raus kommen momentan! Ich hoffe, dass ihr entweder nicht dazu zählt oder gute Orte gefunden habt, an denen ihr Luft und Sonnenschein auftanken könnt!

Von Herzen ein „Bleibt gesund!“
die Katha

* Bei Padlet kann man mit einem kostenlosen Zugang selbst bis zu drei Pinwände erstellen. Teilnehmer kann man in beliebig vielen sein.

** Bei fobizz.de gibt es viele tolle, teils kostenlose Onlinefortbildungen rund ums Digitale. Vielleicht hast du ja momentan mal Lust, sowas auszutesten?!

*** Ich nutze das Programm oCam zum Aufzeichnen von Screencasts. Es ist echt leicht zu bedienen und hier herunterzuladen. Schneiden im einfachen Sinne kann man alles mit dem oft schon installierten MovieMaker auf Windowsrechnern.

Rezension: „Mio war da“

Mio war da (1)Titel: „Mio war da“
Verlag: Klett Kinderbuch (hier klicken)
Autorin: Tanja Székessy
Illustrationen: Tanja Székessy
ISBN: 978-3-95470-220-6

Zum Inhalt:
Mio ist das Klassentier der Klasse 1d und seines Zeichens Pinguin. Die Klasse und ihre erwachsenen Begleiter mag er sehr gern und so freut der kleine Pinguin sich sehr, als ein großes Abenteuer für ihn beginnt:
Er darf alle Kinder der 1d zuhause besuchen und sogar dort übernachten!
Auf je einer Doppelseite sieht und liest/hört man nun von den ganz verschiedenen Familiensituationen der Schülerinnen und Schüler aus Mios Klasse. Aus allen Kulturkreisen und sozialen Schichten kommen diese und von voller Action bis zu Vergessenwerden erlebt Mio so Einiges:

Meine Meinung:
Schon das Konzept des Buches hatte mich gepackt, bevor ich es in der Hand hielt: ein „neutraler“ Beobachter, der verschiedene Familiensituationen vorstellt, müsste einen wunderbaren Gesprächsanlass rund um Familie bieten…
Mio hat diese Hoffnung absolut erfüllt und ich hätte mich am liebsten direkt mit ihm in die Schule begeben (leider habe ich keine Klasse). Die Zeichnungen und Beschreibungen sind eindringlich, aber niemals wertend und laden so zum Betrachten und Vertiefen ein. Fast automatisch kommen Fragen auf nach der Fürsorgepflicht von Eltern, nach den Rechten der Kinder oder ganz banal zur Zusammensetzung von Familien. Jedes Kind, mit dem man diese Familien betrachtet, dürfte sich in einer der Situationen wiederfinden und berührt werden. In guten Gesprächen erkennen Kinder so vielleicht, dass ihre Probleme nicht nur ihre sind, sondern auch andere sie teilen oder dass es nicht ganz in Ordnung ist, wie es bei ihnen zuhause läuft. Vielleicht merken sie auch, dass nicht jedes Kind es daheim so gut hat wie sie selbst, was das Verständnis für das Handeln und Empfinden Anderer stärkt (Stichwort „Empathie“). Ganz sicher aber erweitert jedes Kind mit Mio und der 1d seinen Horizont!
Mio war da (2)

Leseempfehlung:
Für alle mit Kindern im Vor- und Grundschulalter, für ErzieherInnen mit Vorschulkindern und Grundschullehrkräfte kann ich Mio nur wärmstens empfehlen. Aufgrund seiner Tiefe bietet sich das Buch m. E. eher als Vorlesebuch an, kann aber auch lesenden Kindern Freude bereiten. Im Austausch beim Vorlesen sehe ich aber das oben schon angedeutete größere Potential.
Anschlussthemen für die schulische Behandlung sind z. B.:
– SU-Thema „Ich und die anderen“
– Schreib- und Malanlass: „Meine Familie“
– Gesprächsanlass: „Was kann alles Familie sein?“
– Thema „Kinderrechte“ – wofür müssen Erwachsene sorgen?
– Thema „Freundschaft“ – wie man andere versteht und mit ihnen spielt etc.
– das eigene Klassentier mit zu den Kindern geben und dazu erzählen, malen, schreiben (so etwas ergibt mit der Zeit ein wunderbares Klassenerinnerungsbuch!)

Vielen Dank an den Verlag Klett-Kinderbuch für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Doppelrezension: Gewaltfreie Kommunikation (GFK)

Titel: „Zauberbuch Familienfrieden konkret“ und „Was brauchst du?“
Verlag: edition riedenburg (hier klicken)
Autorin: Hanna Grubhofer, Sigrun Eber
Illustrationen: Barbara Weingartshofer
ISBN: 978-3-99082-015-5 und 978-3-99082-022-3

Zum Inhalt:
1. „Was brauchst du?“

In diesem Büchlein werden verschiedene Streitfälle zwischen immer zwei Tieren erzählt und mit Bildern visualisiert. Jedes Mal kommt die Giraffe, das Symboltier für die gewaltfreie Kommunikation, helfend hinzu. Sie ermittelt die Bedürfnisse der Streitenden und hilft, Lösungen zu finden. Im hinteren Teil gibt es Ausfüllseiten, die sich mit den „Fällen“ noch einmal intensiver beschäftigen und quasi eine Schablone anbieten, wie man in Streitsituationen vorgehen kann.


2019-09-29 14.30.512. „Zauberbuch Familienfrieden konkret“
Autorin Hanna Grubhofer beschreibt sehr ausführlich Situationen aus ihrem Großfamilienleben und wie sie die GFK dort einsetzt bzw. was wichtig ist. Sie bietet Notizseiten an, auf denen der Leser seine eigenen Erfahrungen, Haltungen und Ideen festhalten kann.

Meine Meinung:
1. „Was brauchst du?“

Hier bekommt man entweder als Elternteil oder als Lehrkraft eine sehr konkrete Arbeitshilfe an die Hand, mit der man „streitbare Kinder“ vielleicht ein bisschen sensibilisieren kann. Sie werden in die Geschichten einbezogen und erhalten so Handlungsmuster, wie man sich auch in einem aufgebrachten Zustand in sein Gegenüber hineinversetzen kann. Das Formulieren von Bedürfnissen wird durch Satzmuster hier gut unterstützt und vor allem die wiederholten Abläufe in allen Geschichten können in den Kindern sicher einiges bewegen. Die Giraffensprache, die ich schon in meiner Ausbildung kennenernte, kommt so wieder zu mir zurück und erfreut mich aufs Neue.
2. „Zauberbuch Familienfrieden konkret“
Von diesem Buch hatte ich mir ein bisschen mehr erwartet oder vielleicht eher „ich hätte mir etwas Anderes darunter vorgestellt“. Beim Lesen nimmt die Autorin mich mit in ihr Leben, ihre Erfahrungen und Entscheidungen. Das „konkret“ im Titel ist also bezogen auf ihre Familie absolut treffend. Ich hätte bei „konkret“ eher Tipps oder Entscheidungshilfen erwartet, die sich jedoch von der vorgestellten Familiensituation mit sieben Kindern und einem sehr alternativen Lebensstil kaum auf meine Familie bzw. die meisten mir bekannten Familien übertragen lassen.
Es ist schon interessant, die Konsequenz in der Anwendung der GFK so mitzulesen, aber es wurden kaum Konflikte mit Kindern aufgezeigt (die es scheinbar durch die Art der Erziehung in der Familie kaum gab) – gerade dies war jedoch meine Leseerwartung…
Die Reflexionsseiten finde ich persönlich innerhalb eines solchen Buches wirklich gut – man kann sich so nochmal ganz persönlich mit dem Thema bzw. den Impulsen beschäftigen und liest dann auch ein bisschen anders.

Leseempfehlung:
1. „Was brauchst du?“
Für Eltern von Vor- und Grundschulkindern sowie für päd. Fachleute in diesem Altersbereich finde ich das Buch zur Giraffensprache wirklich sehr konkret einsetzbar. Die Geschichten sind so konstruiert, dass die Kinder sich inhaltlich sicher darin wiederfinden können und die Satzmuster bzw. Ausfüllvorlagen sind zielführend und hilfreich.
2. „Zauberbuch Familienfrieden konkret“
Ein Ausflug in eine etwas andere Familienwelt und das Eintauchen in eine Haltung, die der Gewaltfreien Kommunikation – wer den wagen will und sich interessiert, für den ist dieses Buch genau richtig. Wer aktuell Probleme daheim hat und Vorschläge sucht, wie diese mit Hilfe der GFK angegangen werden können, der ist hier nicht ganz so richtig und sollte mal im Sortiment des Verlags stöbern, was dort noch im Angebot ist.

Vielen Dank an den Verlag edition riedenburg für das druckfrische Rezensionsexemplar und das liebevolle Päckchen, das mir geschnürt wurde!
Familienfrieden (3)

Beste Grüße,
Katha

Adventskalender-Zieh-Kinder bestimmen

Jedes jahr wieder überlege ich, wie ich einteile und/oder beeinflusse, wann wer den Adventskalender öffnen darf. Meist lande ich bei einer Kiste mit allen Namenszettelchen drin und das wars.

Ganz spontan hatte ich heute die Idee, zwar wieder den Zufall regieren zu lassen, aber etwas anspruchsvoller:
Ich habe mir kleine Weihnachtskarten bzw. Geschenkanhänger geschnappt, die ich aus einer Großpackung von vor Jahren noch übrig hatte und für jedes Kind eine Beschreibung verfasst (s. Bilder). Morgen starte ich mit dem ersten Vorlesen und dann darf immer das vorige Kind eine Karte ziehen und wenn es möchte auch vorlesen.

Wie ihr seht, habe ich vorsichtshalber jedes Kärtchen mit einer Mini-Etikette verschlossen – so gehen sie fix zu öffnen (besser als mit Klebeband), aber niemand zieht seinen besten Kumpel… Die Dose musste ich gestern dann leider noch mit meiner Freundin zusammen leer essen, damit sie ab morgen ihrem neuen Zweck zugeführt werden kann. Leckeres Marzipan aus’m A..i gab es. Danke, Sonja, für deine Hilfe!

Hier noch ein paar Beispiele. Ich habe äußerliche Beschreibungen ebenso drin wie Hobbies oder Kompetenzen sowie sprachliche Analysen der Namen. Klingt hochtrabend – schaut einfach selbst:

Vorsichtshalber steht unten rechts immer noch der Name des Beschriebenen. Sicher ist sicher, auch wenn ich mich um Eindeutigkeit der Merkmale bemüht habe…

Beste Grüße,
Katha