Rezension: „Eine Reise durch die Kunst“

Titel: „Eine Reise durch die Kunst und die Weltgeschichte“
Verlag: Midas (hier klicken)
Autor: Aaron Rosen
Illustrationen: Luzy Dalzell
ISBN: 978-3-03876-124-2

Zum Inhalt:
Heute kommt mal wieder ein bisschen Kunst in den Blog. Die Rezensionsanfrage habe ich angenommen, da mein Möppel und ich ja gern Sachbücher und Atlanten durchstöbern, wie ihr ja schon in anderen Rezensionen gemerkt habt. Außerdem habe ich immer wieder auch Kunstklassen, die in 3 und 4 ja auch mal ein bisschen in die Kunstgeschichte schnuppern sollen. Entsprechende Anregungen habe ich mir hier erhofft – und bin fündig geworden.

Diese Einführungsseite verspricht nicht zu viel: beginnend bei den Höhlenmalereien der Vorzeit und antiker Kunst führt uns die Reise über die mittelalterliche und frühmoderne Kunst bis hin zur modernen und zeitgenössischen Kunst.
Jedes Kapitel beginnt mit einer Weltkarte (unten links), auf der die jeweiligen Kunstwerke eingeordnet werden. Darauf folgen pro Ort/Stil/Thema zwei Doppelseiten: zuerst ein großes Bild mit grundlegenden Informationen (Unten rechts), dann eine Doppelseite mit Fotos, Zeichnungen und kurzen Infotexten, so dass die Leseart einer Zeitschrift oder eines Onlineangebots entsteht.

Meine Meinung:
Das Buch ist optisch sehr ansprechend gestaltet: die Zeichnungen sind verspielt, aber immer klar und enthalten wesentliche Merkmale der Orte und Zeiten. Ergänzt wird das durch viele Fotos, damit Kunstwerke auch konkret werden und z.B. auch Stauen und andere dreidimensionale Figuren ihren Platz finden. So wird jede Epoche bzw. jeder Stil trotz der Kürze sehr greifbar.
Uns hat das Buch deshalb gut gefallen – aber auch wegen der Kürze der Informationen. Für meinen neunjährigen Wenigleser war die Kürze der einzelnen Texte eine Hilfe, wenn natürlich die Wortwahl schon an Erwachsene gerichtet ist. Positiv fanden wir auch die Möglichkeit, entweder chronologisch durch die Kunstgeschichte zu „reisen“ (unser erster Zugang) oder aber einfach zu interessanten Orten und Themen zu blättern, was durch die Kapitel gut möglich war und später eher unser Weg wurde. Als Pädagogin finde ich es bei solche Büchern auch immer toll, wenn die Weltkarte ganz selbstverständlich integriert ist – so bahnt sich eine gewisse geografische Grundorientierung implizit an.

Leseempfehlung:
Für kunstinteressierte Erwachsene und Kinder ab etwa 10 kann ich mir das Buch sehr gut vorstellen. Zum Gemeinsamlesen bzw. Vorlesen auch schon früher, wenn denn das Interesse da ist.
In der Schule werde ich das Buch sicher in meiner nächsten Kunstklasse ind Jahrgang 3 oder 4 mal mitnehmen, wenn wir über bestimmte Kunststile sprechen oder gemeinsam erforschen, woher denn Kunst überhaupt kommt und seit wann es sie gibt. Dazu sind die Kapitelstartseiten und die Weltkarten ja wirklich sehr gut geeignet.

Vielen Dank an den Midas-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Liebe Grüße,
Katha

Reisesteine

Was mit dem Fund eines in Krefeld bemalten Steines auf Langeoog begann, hat erst meinen Möppel und mich (selbst ja bekennende Ostwestfalen) bewegt, selbst Steine zu bemalen und auszulegen und ist nun ein Unterrichtsprojekt für eine dritte Klasse geworden. Die eigentliche Planung wurde leider stark verzögert wegen meiner Tollpatschigkeit, die mit einem Bänderris und somit einer wochenlangen Krankschreibung bestraft worden war.

Alle Interessierten nehme ich mit in den geplanten Ablauf der Sequenzen inkl. ungefährer Zeitangaben:

1. Das Konzept der Wandersteine/Kreativsteine wird erklärt: man bemalt einen Stein, legt ihn an einem Ort aus, wo er auch gefunden werden kann. Der Finder meldet den Stein (bislang meist in facebook-Gruppen*) und legt ihn an anderer Stelle wieder aus. Hausaufgabe: einen passenden Stein mitbringen – Kriterien: etwas handtellergroß, rundlich / nicht kantig, einigermaßen glatt, sauber (ca. 1/2 bis 1 Stunde)

2. Die SuS bemalen im Kunstunterricht ihre Steine mit Acrylfarben und Wunschmotiven. Ob es ein Motto gibt, kann man selbst entscheiden. Die Vorderseiten der Steine werden fotografiert.** (ca. 2 Stunden)
Ich habe für dieses Projekt ein günstiges 12er-Set Acrylstifte vom Versandriesen gekauft, Klarlack gab es grad günstig beim Discounter und Acrylfarbe für die Grundierung in der Schule.

3. Es wird ein Padlet o.ä. angelegt, in dem die FinderInnen ihren Fund mit Foto dokumentieren können. Hier könnte entweder die Regalform gewählt werden, so dass jeder Stein eine eigene Spalte hat, in der seine Fundorte nachzulesen sind, oder die Version „Karte“, so dass FinderInnen via GoogleMaps den aktuellen Fundort jedes Steins markieren können***. Zweitere Version bietet sich an, wenn in Sachunterricht eine Verknüpfung mit Geografie geplant ist. Die SuS lernen die Handhabung des Padlets kennen und einigen sich auf Titel und Untertitel. Bei uns wurde es „Reisesteine“.
4. Es wird überlegt, wie der Link zur gewählten Seite auf den Stein kommt. Lange URL lassen sich aus Platzgründen nicht darauf schreiben, so dass die Arbeit mit einem Kurzlink vorgeschlagen wird. Der Name für den Kurzlink wird gemeinsam abgestimmt. (3. und 4. passt in eine Stunde)
Wir haben t1p als Linkverkürzer verwendet, da die Basis-URL dort sehr kurz ist und man das Wort dahinter selbst festlegen kann. Andere Systeme generieren vierstellige Zahlencodes, die sich aber eben nicht so gut merken lassen wie unser Schlagwort.

5. Die SuS tragen ihre Steine mit Foto in das Padlet ein. Jeder Stein bekommt eine eigene Spalte, einen Namen und eine kurze Beschreibung.
Bild 1: Erste Einträge ploppen auf – große Verwunderung, gefolt von Begeisterung:
2020-01-21 10.06.08
Bild 2: Nun sind alle Steine eingetragen:
Reisesteine Padlet
Jeder, der über den Kurzlink Schreibzugriff auf das Padlet hat, kann darin eine neue Spalte und/oder einen neuen Beitrag anlegen. Die Lehrkraft muss darauf achten, dass zwar Schreibrecht, aber kein Editierungsrecht erteilt wird, sonst könnten Beiträge der SuS von Besuchern gelöscht oder verändert werden.

6. Die fertig bemalten Steine werden auf der Rückseite mit dem Kurzlink beschriftet, dann mehrfach mit Klarlack überzogen und nach dem Trocknen in der Umgebung der Schule ausgelegt. Ein Unterrichtsgang oder eine Nachmittagsaktion bieten sich an (wieder Anknüpfungspunkt Geografie, Heimatort). (1 Stunde)
Auslageorte sollten gut sichtbar sein und kein Stein sollte wegen Hundealarm direkt am Boden liegen.

7. Nun heißt es: Abwarten und regelmäßig überprüfen, ob bzw. welcher Stein gefunden wurde und einen Eintrag bekommen hat. Mit Hilfe des Kurzlinks können die SuS auch von zuause aus nachsehen, ob ihr Stein gefunden wurde.

Abschließend noch ein paar Überlegungen zur Frage, ob dieses vielleicht ein „zeitgemäßes“ Unterrichtsprojekt ist. Es gibt mehrere Gründe, die dafür sprechen könnten: das Projekt trägt ein bisschen Lebenswelt (mancher SuS zumindest) in die Klasse – sicher aber trägt es bei den meisten SuS einen Unterrichtsinhalt in die Lebenwelt hinein: über den Kurzlink kann man daheim oder unterwegs schauen, was sich im Padlet getan hat. Das lässt sicherlich kaum jemanden kalt, wie es dem eigenen Stein ergeht.
Außerdem kommen „neue“ Medien zum Einsatz, wenn auch erstmal nur am Rande. Nicht jedes Kind kann anfangs beim Erstellen der Seite aktiv am PC arbeiten, aber jedeR kann mitdenken und mitplanen. Den eigenen Stein kann dann jedes Kind selbst in das Padlet einpflegen; entweder geschieht das mit schuleigenen mobilen Geräten oder mit Hilfe von Digitalkamera, Datenkabel und PC. Und daheim nachschauen kann auch jedes Kind.
Nicht zuletzt geht es hier um eine gemeinsame Erfahrung, die Kreativität und kollaborative Ansätze beinhaltet und Kommunikation zwischen den SuS und im Nachhall mit Menschen aus der Umgebung anregt.

Herzliche Grüße
Katha

* An dieser Stelle kann man je nach Lernausgangslage der Klasse auch überlegen, warum man sich eben nicht an die facebook-Gruppen anhängt, sondern eine unabhängige Plattform nutzen sollte, die auch ohne Anmeldung via Link zugänglich ist.

** Bei uns wurden die Fotos dann auf den PC übertragen und den Kindern im Schulaustauschverzeichnis zum späteren Hochladen zur Verfügung gestellt.
Einige Bilder mussten wir nachholen, was ich aufgrund von Zeitmangel dann so gelöst habe: Padlet am Handy aufrufen, Fotos mit dem Handy machen, Fotos direkt ins Padlet hochladen – die Kinder waren begeistert.

*** Beim Teilen muss die Option „kann schreiben“ aktiviert sein, damit BesucherInnen der Seite die bestehenden Einträge nicht ändern können, selbst aber ihren Fund eintragen können.

Briefe schreiben üben – Rechtschreibung!

Die ersten beiden Briefentwürfe meiner Monsterchen sind ziemlich zufriedenstellend geworden, was die Form und den Inhalt angeht. Die größte Hürde bei der Form scheint die rechtsbündige Datumsangabe zu sein – und die eigene Adresse beherrschen wirklich noch nicht alle Drittklässler… Nun hängt also an unserer Pinwand neben dem Brief an Mona und den Merkzetteln der Post auch noch ein Zettel mit unserer PLZ und wir haben ausführlich besprochen, wofür die da ist.

Um einerseits eine passende Hausaufgabe zu haben, die andererseits auch noch die rechtschriftlich relevanten Wörter zum Thema übt, habe ich folgendes AB entworfen, das ich euch gern zur Verfügung stelle:
2019-01-20 14.18.15
ab wörterarbeit brief post gruß
Hier werden die bislang häufigsten Fehlerstellen (ie in Brief und ß in Gruß) nochmal geübt und dabei das Zusammensetzen von Nomen wiederholt.

In Kunst haben wir übrigens letzte Woche noch Origami-Umschläge gefaltet. Anleitungen dazu findet ihr massenweise im Netz – als Bild oder Film. Ich habe eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Fotos genutzt und die via Beamer gezeigt (parallel dennoch natürlich klassisch mitgefaltet*). Außerdem durften die Kids eigene Briefmarken entwerfen.
Nun haben hoffentlich alles Monster das nötige Rüstzeug, um auch unseren niegelnagelneuen Klassenbriefkasten zu füllen, den ich während der Kunststunde gebastelt habe. Einige SuS waren arg beeindruckt, wie flott man aus einem Schuhkarton und einem Bogen gelbem Tonpapier einen Briefkasten zaubern kann…

Beste Grüße
Katha

* und ca. 18 von 21 Briefumschlägen haben meine Fingerabdrücke drauf…

Künstlerisch unterwegs im Vier-Farben-Land

Bereits zum zweiten Mal führte ich diese kleine Einheit im Kunstunterricht der Eingangsstufe durch: Ausgehend von der Geschichte „Das Vier-Farben-Land“ von Gina Ruck-Pauquet gestalten die Kinder ein eigenes kleines Büchlein.

Zuerst betrachteten wir gemeinsam das Buchcover, benannten die Farben und schauten uns die Aufteilung des Bildes an. Die Kinder bekamen dann ein aus zwei A4-Blättern geheftetes Büchlein, auf dem zuerst mit Hilfestellung an der Tafel das Deckblatt gestaltet wurde. Wie schwer es ist, einen Kreis aus vier Vierteln hinzubekommen.

Im Anschluss lernten wir die vier Farbenviertel des Landes im Buch kennen und stellten fest, dass zwar in einem Viertel alles die gleiche Farbe hat, diese aber viele Abtönungen und Schattierungen haben kann. Nach einer kurzen Besprechung, wie man selbst mit Buntstiften verschiedene Grüntöne oder Blaus erzielen kann (Druck variieren, Stifte tauschen etc.), gestalteten die Kinder in ihren Büchern je eine Seite in einer Farbe. Die Inhalte waren dabei f reigestellt, oft aber vom Buch inspiriert:

Zuletzt ging es an den Höhepunkt des Buches: Wie die Kinder im Vier-Farben-Land merken, dass ihre Farbe weder die einzige noch die einzig wahre ist und sie bunt werden! Passend dazu durfte die letzte Doppelseite dann bunt gestaltet werden und fröhlich:

Ich war beeindruckt, wie fantasievoll manches Kind diese positive Stimmung umgesetzt hat!

Was sich im Anschluss an das Projekt ergab, war ein total spannendes Gespräch darüber, welche Farbe denn nun wirklich die beste ist (rot, gelb, grün oder blau) und warum. Davon ausgehend, dass man keine wirklichen Gründe dafür finden konnte, machte ich den vorsichtigen Schritt in Richtung der Unterschiede in Hautfarbe, Glauben oder sowas, die es auch in unserer Klasse gibt. Eines der Kinder brachte die sehr interessante Diskussion auf den Punkt mit seiner Aussage „Es ist gar nicht wichtig, wie man von außen aussieht. Wichtig ist, dass es innendrin gut aussieht!“. Mehr muss nicht gesagt werden, finde ich.

Beste bunte Grüße,
Katha

Wie passen Eulen und Stifte zusammen?

Ganz einfach: Wenn niedliche Upcycling-Stiftebecher im Eulendesign entstehen!
(Die Idee stammt aus den Weiten des Internet, aber ich finde die Seite einfach nicht wieder! Sorry! Wer den Ideengeber kennt, möge sich melden, dann baue ich selbstverständlich hier einen Link ein!)

Meine Zweitklässler haben zwei bis drei Doppelstunden an diesen tollen und nützlichen Schreibtischverschönerern gewerkelt und sie gestern stolz mit heim genommen:

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Material:

  • leere, gespülte Konservendose
  • braunes Tonpapier in breite Streifen geschnitten
  • Tonpapierreste in verschiedenen Farben [ich habe eine Restekiste in der Klasse, in der ich sowas nach Bastelaktionen sammle, so dass es immer greifbar ist]
  • Zeitungen, Kataloge, Prospekte, Zeitschriften [bei mir ebenfalls in einer Kiste immer griffbereit]

Und so geht’s: Die Dosen wurden von einigen Kindern und vor allem bei mir zuhause über ein paar Wochen hin gesammelt und zuerst mit braunem Tonpapier beklebt, das dann an den Dosenrändern abgeschnitten wurde.
Die „Federn“ wurden aus Prospekten, Katalogen und Zeitungen ausgeschnitten. Als Schablone habe ich den Kindern ihren Zeigefinger empfohlen: auflegen, ummalen, ausschneiden. Mancher kam auf die großartige Idee, gleich mehrere Lagen Papier gleichzeitig auszuschneiden, um schnell viel Material zu bekommen. Aufgeklebt werden die Federn unbedingt von unten nach oben, damit man die überdeckende Wirkung bekommt. Ihr seht auf den Bildern, dass das vielen Kindern schwer gefallen ist. Oder sie fanden es einfach nicht schlimm, dass die „Haut“ so durchscheint… 🙂

Zum Schluss galt es noch, Flügel, Schnabel, Füße und Augen aus buntem Papier/Tonpapier auszuschneiden und aufzukleben. Ich persönlich finde ja den Charme der Ergebnisse viel größer, wenn man ohne Schablone arbeitet. Schwache Bastler kommen damit eh auch nicht zurecht und das gegenseitige Helfen („Komm, ich zeichne dir die Füße auf und du schneidest!“) käme sonst auch kaum zustande.

Hier nochmal die ganze Eulenbande:
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Beste Grüße,
Katha & die Eulen

Mäuse mit Ausgang – ein Fotoprojekt

In meiner Funktion als Medienbeauftragte, Kunstlehrerin einer vierten Klasse und privat als Fotofan (siehe Schnappschüsse rechts) habe ich mich im vergangenen Schuljahr mit meiner Lieblingskunstklasse mal an ein spannendes Fotoprojekt gewagt: Mäuse mit Ausgang. Unsere PC-Mäuse durften mal auf Entdeckungsreise in der Schule und auf dem Schulgelände gehen. Das Ergebnis sieht so aus und schmückt nun die Wand unseres Computerraums. Das Foto ist schlecht, ich bekomme es aber einfach nicht spiegelfrei hin…
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Materialbedarf:
– möglichst verschiedene Computermäuse (schulischer Bestand und private)
– mehrere Digitalkameras (wir sind mit vier Stück auf 22 Kinder eben so hingekommen)
– einen PC ggf. mit Beamer zum Anschauen
– ein Kartenlesegerät bzw. Kamera-PC-Kabel
– Bilderrahmen (bei uns A4)
– einen Fotoproduzenten nach Wahl (ich bestelle immer auch privat bei Aldifotos, wo ich knapp 50ct pro A4-Bild echt ok finde)

Vorgehensweise:
Zuerst haben wir verschiedene Perspektiven besprochen und ausprobiert. Das geschah alles im Computerraum, wo wir direkt alle Bilder der Testmäuse von der Kamera auf den PC ziehen und via Beamer betrachten, analysieren und vergleichen konnten. So bekamen die Kinder eine gute Einschätzung dafür, wie viel Maus im Bild zu sehen sein sollte, wie Draufsicht und Seitenansicht sich unterscheiden in der Wirkung und wie man den Bildausschnitt wählen sollte. Die Fachbegriffe „Perspektive“ und „Bildausschnitt“ haben wir in jeder Kunststunde wiederholt und bei vielen Besprechungen angewendet.
Dann ging es in Gruppen mit den Kameras los und zwischendurch immer wieder zurück zum PC, um die Bilder dorthin zu kopieren. Schnell übernahmen das einzelne Kinder selbst. Insgesamt drei Schulstunden verbrachten wir mit dem Fotografieren, weil den Kindern immer wieder neue Motive einfielen und sie ihre Bilder noch verbessern wollten… Eine Stunde hatte die Besprechung gedauert. Zum Schluss brauchten wir dann noch einmal eine Doppelstunde, um die Bilder zu sichten und eine Auswahl zu treffen. Dabei objektiv zu bleiben, fiel manchem Kind echt schwer! Da wir uns nicht auf die eigentlich geplanten 12 Bilder einigen konnten, sind es dann doch mehr geworden, wei man sieht.
Auf dem Bilderrahmen in der Mitte habe ich übrigens mit einem Wordcloud-Tool online eine Wortwolke mit den Namen aller Kinder und dem Titel „Mäuse“ hergestellt und mit eingerahmt – so bleiben die Fotografen auch nach ihrem Verlassen der Schule in Erinnerung!

Hier noch mal die gerahmten Bilder (Bilderrahmen gibt’s schlicht, aber funktional und bezahlbar beim Schweden), die aus der Schulkasse gingen, da sie ja dauerhaft als Deko bleiben werden und die rund zehn Jahre alten Birken ersetzen, die dort zuvor hingen! 😉

Und hier noch einmal einige schöne Bilder, die ein echt gutes Auge bei so manchem Anfängerfotografen beweisen:

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Beste Grüße,
Katha

Fischschwarm im Meer

Ausgehend vom altbekannten Klassiker „Swimmy“ von Leo Lionni hat unsere ganze Klasse dieses Kunstwerk geschaffen:

Fische.png

Nachdem wir ja schon in der ersten Schulwoche das Motto „Gemeinsam statt einsam“ eingeführt hatten (s. hier), passte die Geschichte vom kleinen scharzen Fisch Swimmy, der seinem neuen Schwarm die Angst vorm großen weiten Meer nimmt, hervorragend ins Thema.
Zuerst druckten wir mit Schulmalfarbe (also quasi der teureren Variante von Abtönfarbe) mit unseren Händen die Fische auf den Zeichenblock. Die wurden später nach dem Trocknen mit Gesichtern geschmückt und ausgeschnitten.
Dann bewaffneten sich alle 20 Monster und ich mit einem möglichst breiten Borstenpinsel und wir hockten uns auf beiden Seiten um eine lange Papierbahn herum. Auf mehreren Paptellern hatte ich mehrere Blautöne und weiß im Angebot und alle schwangen nun kräftig ihren Pinsel von links nach rechts nach links, um eine einheitliche Richtung der Struktur zu erreichen. Bis auf zwei haben das echt alle eingehalten. Zwischendurch mussten wir die Farbteller mal tauschen, damit die verschiedenen Teile des Meeres nicht zu einfarbig wurden.
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Auf einer langen Tischreihe im Nebenraum trocknete das Meer dann ein paar Tage vor sich hin, bis dann mit Flüssigkleber die Fische und ein paar zusätzliche Meeresbewohner aufgeklebt wurden. Nun ziert das Gesamtwerk unseren Flur vor der Klasse.

Beste Grüße,
Katha

Schüler beurteilen Schüler

Immer, wenn ich die höheren Klassen in Kunst unterrichten darf, freue ich mich einerseits und habe andererseits Bammel vor der in Kunst echt schwierigen objektien Bewertung der Schülerarbeiten. Mir fällt es in Kunst mehr noch als in den andern Fächern schwer, fair und gerecht zu beurteilen. Zwei Tricks helfen mir ein bisschen dabei:

Beim Aufschreiben von Noten möchte ich nicht wissen, wer ein Bild gemalt hat. Deshalb ist mein Mantra von Beginn der ersten Klasse an „Schreibe deinen Namen auf die Rückseite des Blattes!“. So geht es mit ein wenig mehr Neutralität. Außerdem bilde ich mir oft Häufchen nach den Noten(tendenzen) – also einen Stapel mit potenziellen Einsern, einen mit Vierern etc. Dann gehe ich abschließend nochmal die Stapel durch und vergleiche untereinander, ob die Bilder etwa „gleichwertig“ sind.

In Klasse 3 und 4 setze ich möglichst regelmäßig auch das Instrument des Rückmeldezettels ein, das ihr hier am Beispiel des Farbkreises seht. VOR der Arbeit sage ich den Kindern nochmal ausdrücklich die Kriterien, nach denen am Ende bewertet wird. NACH der Arbeit lege ich alle Arbeiten anonym aus (Name hinten…) und dazu einen Zettel. Nun gehen die Kinder in einem Museumsgang durch die Reihen und dürfen ihre Meinung in Form von Punkten bzw. Strichen hinterlassen:
0 heißt: Kriterium nicht erfüllt,
1 heißt: so lala,
2 heißt: gefällt mir gut,
3 heißt: Kriterium sehr gut erfüllt.
Am Ende bekommt jeder seinen Zettel und darf die Punkte auszählen. Im Vergleich untereinander wird meist schnell klar, wer wofür viele Punkte bekommen hat:

Besonders hilfreich fand ich dieses Vorgehen in Klassen, die mir als Lehrkraft Bevorzugung bestimmter Kinder vorwerfen und auch zum Nachvollziehen meiner Bewertungen auf den Kinderbildern. Auch für Eltern können solche Kriterien durchaus greifbarer sein als eine rein mündliche Argumentation.

Bei den ersten Anläufen muss man damit rechnen, dass einzelne Kinder die Neutralität vergessen und doch den Kumpels viele Punkte geben. Bei Sitznachbarn weiß man eben doch oft, welches ihr Bild war. Aber je mehr Routine in diesen Vorgang kommt, desto souveränder gehen die Kinder mit der Situation um und desto mehr achten sie auch darauf, dass es fair bleibt. Ich kann nur empfehlen, das mal auszuprobieren.

Beste Grüße,
Katha

Überraschungsbilder

Wenn mich jetzt einer fragt, woher die Idee stammt: Keine Ahnung, aus dem Netz irgendwo!


Aber ein schöner, dicker, runder Fisch aus dem Netz war das, ein Spaßfisch! Einer, der 22 Viertklässler zwei Schulstunden beschäftigte und sie zu Fragen wie „Darf ich noch eins malen?“ inspirierte. Und einer, der die Kidner dazu brachte, sich gegenseitig stolz ihre Werke vorzustellen und miteinander zu arbeiten, sich Tipps zu geben. Viele kleine positive Erlebnisse gab es da!

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Wie diese Kunstwerke entstanden sind? Relativ einfach:
1. Man nehme ein A4-Blatt und falte es mittig (die kurzen Seiten aufeinander).
2. Wenn die offene Seite oben liegt, nehme man das vordere Blatt und falte es zurück auf die untere Seite. Im Ergebnis hat man quasi A5 quer vor sich liegen.
3. Man zeichne ein Motiv seiner Wahl auf das gefaltete Blatt. Wie man sieht, eignet sich außer Fischen noch ein Haufen anderer Lebewesen, aber für die Kinder waren auch Formen oder Comicfiguren wichtig. Es sollte der Schwerpunkt auf dem Kopf / Gesicht liegen und der Mund muss mittig um die Berührungsstelle der beiden Papierhälften herum liegen. Versteht man das? Die Bilder sprechen hoffentlich für sich…
4. Man klappt das Blatt auf und verbindet die beiden Hälften des nun auseinandergerissenen Bildes mit Linien. Wenn wie beim Fisch der Mund seitlich ist, malt man einen Bogen für den Mund.
5. Man zeichne gefäääährliche und große, spitze Zähne in das so entstandene weit aufgerissene Maul.
6. Anmalen!

Ich empfehle für die Vorbereitung: Einfach mal zwei Motive zuhause selbst ausprobieren – am besten einmal frontal (wie beiden meisten Tieren und Figuren) und einmal seitlich (wie beim Fisch), um die Tücken beim Erklären gut parat zu haben…

Und dann: Viel Spaß!

Katha

Herbstblätter

Bevor der November alle Oktoberfarben vernichtet, habe ich letzte Woche die Gunst der Stunde genutzt und mich mit den Viertklässlern mal wieder raus begeben. Direkt vor dem Eingang stehen bei uns mehrere Ahornbäume, die sich bis ungefähr vorvorgestern in den tollsten Farben präsentierten – wie man auf den Fotos sehen kann.

Unbenannt.png

Überraschenderweise ergingen sich diese supercoolen, gern mal oberflächlichen und großspurigen Kinder ausführlich im Wettbewerb um das schönste und außergewöhnlichste Blatt am Boden und verglichen, betrachteten, untersuchten, schauten und bewunderten… Es war echt schön zu beobachten, wie viel Zeit sich die Kids genommen haben, um „ihr“ Blatt auszuwählen.

Erstaunlich viel Ruhe und Zeit nahmen sich alle (!) dann auch bei der Aufgabe, das Blatt möglichst genau abzuzeichnen. Selbst die mit geringen künstlerischen Ambitionen haben sich zum ersten Mal seit Langem wirklich bemüht.
Eine kurze Einweisung mit Probehandlung an der Tafel gab es dann noch meinerseits mit dem Hinweis, vom Stiel her anzufangen und einigermaßen symmetrisch vorzugehen (ein Stückchen rechts, ein Stückchen links zeichnen) und auf die Blattadern zu achten. Eine kurze technische Wiederholung de Schraffierens und der Strichstärke gab es dann noch dazu. Und ja, die Tafel sieht halt nicht schön aus. Wehe, das mokiert jetzt wieder wer!!!
Herbstblätter abzeichnen (32).JPG

Hier seht ihr mal ein paar Ergebnisse aus der 4. Ich finde, das das ein echt schönes Projekt ist und habe gemerkt, dass das Zeichnen bzw. Nachzeichnen bei mir bislang etwas kurz gekommen ist.

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Herbstliche Grüße,
Katha