Schüler beurteilen Schüler

Immer, wenn ich die höheren Klassen in Kunst unterrichten darf, freue ich mich einerseits und habe andererseits Bammel vor der in Kunst echt schwierigen objektien Bewertung der Schülerarbeiten. Mir fällt es in Kunst mehr noch als in den andern Fächern schwer, fair und gerecht zu beurteilen. Zwei Tricks helfen mir ein bisschen dabei:

Beim Aufschreiben von Noten möchte ich nicht wissen, wer ein Bild gemalt hat. Deshalb ist mein Mantra von Beginn der ersten Klasse an „Schreibe deinen Namen auf die Rückseite des Blattes!“. So geht es mit ein wenig mehr Neutralität. Außerdem bilde ich mir oft Häufchen nach den Noten(tendenzen) – also einen Stapel mit potenziellen Einsern, einen mit Vierern etc. Dann gehe ich abschließend nochmal die Stapel durch und vergleiche untereinander, ob die Bilder etwa „gleichwertig“ sind.

In Klasse 3 und 4 setze ich möglichst regelmäßig auch das Instrument des Rückmeldezettels ein, das ihr hier am Beispiel des Farbkreises seht. VOR der Arbeit sage ich den Kindern nochmal ausdrücklich die Kriterien, nach denen am Ende bewertet wird. NACH der Arbeit lege ich alle Arbeiten anonym aus (Name hinten…) und dazu einen Zettel. Nun gehen die Kinder in einem Museumsgang durch die Reihen und dürfen ihre Meinung in Form von Punkten bzw. Strichen hinterlassen:
0 heißt: Kriterium nicht erfüllt,
1 heißt: so lala,
2 heißt: gefällt mir gut,
3 heißt: Kriterium sehr gut erfüllt.
Am Ende bekommt jeder seinen Zettel und darf die Punkte auszählen. Im Vergleich untereinander wird meist schnell klar, wer wofür viele Punkte bekommen hat:

Besonders hilfreich fand ich dieses Vorgehen in Klassen, die mir als Lehrkraft Bevorzugung bestimmter Kinder vorwerfen und auch zum Nachvollziehen meiner Bewertungen auf den Kinderbildern. Auch für Eltern können solche Kriterien durchaus greifbarer sein als eine rein mündliche Argumentation.

Bei den ersten Anläufen muss man damit rechnen, dass einzelne Kinder die Neutralität vergessen und doch den Kumpels viele Punkte geben. Bei Sitznachbarn weiß man eben doch oft, welches ihr Bild war. Aber je mehr Routine in diesen Vorgang kommt, desto souveränder gehen die Kinder mit der Situation um und desto mehr achten sie auch darauf, dass es fair bleibt. Ich kann nur empfehlen, das mal auszuprobieren.

Beste Grüße,
Katha

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Überraschungsbilder

Wenn mich jetzt einer fragt, woher die Idee stammt: Keine Ahnung, aus dem Netz irgendwo!


Aber ein schöner, dicker, runder Fisch aus dem Netz war das, ein Spaßfisch! Einer, der 22 Viertklässler zwei Schulstunden beschäftigte und sie zu Fragen wie „Darf ich noch eins malen?“ inspirierte. Und einer, der die Kidner dazu brachte, sich gegenseitig stolz ihre Werke vorzustellen und miteinander zu arbeiten, sich Tipps zu geben. Viele kleine positive Erlebnisse gab es da!

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Wie diese Kunstwerke entstanden sind? Relativ einfach:
1. Man nehme ein A4-Blatt und falte es mittig (die kurzen Seiten aufeinander).
2. Wenn die offene Seite oben liegt, nehme man das vordere Blatt und falte es zurück auf die untere Seite. Im Ergebnis hat man quasi A5 quer vor sich liegen.
3. Man zeichne ein Motiv seiner Wahl auf das gefaltete Blatt. Wie man sieht, eignet sich außer Fischen noch ein Haufen anderer Lebewesen, aber für die Kinder waren auch Formen oder Comicfiguren wichtig. Es sollte der Schwerpunkt auf dem Kopf / Gesicht liegen und der Mund muss mittig um die Berührungsstelle der beiden Papierhälften herum liegen. Versteht man das? Die Bilder sprechen hoffentlich für sich…
4. Man klappt das Blatt auf und verbindet die beiden Hälften des nun auseinandergerissenen Bildes mit Linien. Wenn wie beim Fisch der Mund seitlich ist, malt man einen Bogen für den Mund.
5. Man zeichne gefäääährliche und große, spitze Zähne in das so entstandene weit aufgerissene Maul.
6. Anmalen!

Ich empfehle für die Vorbereitung: Einfach mal zwei Motive zuhause selbst ausprobieren – am besten einmal frontal (wie beiden meisten Tieren und Figuren) und einmal seitlich (wie beim Fisch), um die Tücken beim Erklären gut parat zu haben…

Und dann: Viel Spaß!

Katha

Herbstblätter

Bevor der November alle Oktoberfarben vernichtet, habe ich letzte Woche die Gunst der Stunde genutzt und mich mit den Viertklässlern mal wieder raus begeben. Direkt vor dem Eingang stehen bei uns mehrere Ahornbäume, die sich bis ungefähr vorvorgestern in den tollsten Farben präsentierten – wie man auf den Fotos sehen kann.

Unbenannt.png

Überraschenderweise ergingen sich diese supercoolen, gern mal oberflächlichen und großspurigen Kinder ausführlich im Wettbewerb um das schönste und außergewöhnlichste Blatt am Boden und verglichen, betrachteten, untersuchten, schauten und bewunderten… Es war echt schön zu beobachten, wie viel Zeit sich die Kids genommen haben, um „ihr“ Blatt auszuwählen.

Erstaunlich viel Ruhe und Zeit nahmen sich alle (!) dann auch bei der Aufgabe, das Blatt möglichst genau abzuzeichnen. Selbst die mit geringen künstlerischen Ambitionen haben sich zum ersten Mal seit Langem wirklich bemüht.
Eine kurze Einweisung mit Probehandlung an der Tafel gab es dann noch meinerseits mit dem Hinweis, vom Stiel her anzufangen und einigermaßen symmetrisch vorzugehen (ein Stückchen rechts, ein Stückchen links zeichnen) und auf die Blattadern zu achten. Eine kurze technische Wiederholung de Schraffierens und der Strichstärke gab es dann noch dazu. Und ja, die Tafel sieht halt nicht schön aus. Wehe, das mokiert jetzt wieder wer!!!
Herbstblätter abzeichnen (32).JPG

Hier seht ihr mal ein paar Ergebnisse aus der 4. Ich finde, das das ein echt schönes Projekt ist und habe gemerkt, dass das Zeichnen bzw. Nachzeichnen bei mir bislang etwas kurz gekommen ist.

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Herbstliche Grüße,
Katha

Herbsteulen

Der Kindergarten meiner Söhne ist für mich immer wieder eine Inspirationsquelle. Letzte Woche habe ich mir dort diese süße kleine Bastelei abgeschaut:
eule-7 Ganz niedliche Eulen in verschiedenen Farben.

Nachbasteln geht ganz einfach:
1. Man nehme eine Klopapierrolle, etwas Filz, etwas schnabelfarbene Pappe, Wackelaugen und Wasserfarben:
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2. Man biege die Rolle an einem Ende von beiden Seiten her wie folgt ein:
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3. Man male sie in der gewünschten Farbe mit Wasserfarben an. (Geht auch andersherum, wie man auf den Bildern sieht).
4. Man klebe auf die getrocknete Rolle die Augen, aus Filz ausgeschnittene Flügel in Wunschfarbe und einen Schnabel (entweder ein Dreieck oder zwecks Dreidimensionalität eine mittg gefaltete Raute – also zwei Dreiecke aneinander…).

Wenn man nun mehrere Eulen hat, kann man die ganz toll aufbauen und drapieren. In der Kita stand ein Holzkasten auf dem Boden, der mit Steinen, Moss, Blättern und ein paar hochstehenden Ästen gefüllt war und überall drin und drauf saßen die Eulen der Kinder. Sah total genial aus!

Viel Spaß meinen Erstis und euch beim Ausprobieren!
Katha

Kunst mit Postern!?

Liebe Leserschaft, heute suche ich einmal euren künstlerischen Rat. Bei meiner großen Räumaktion in den Ferien sind diverse alte Medizini-Tierposter übrig geblieben – nach Entnahme und Abheftung der sortierten und beschrifteten Wissensposter…

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Seitdem überlege ich daran herum, wie ich die sinnvoll nutzen könnte. Kunst bietet sich da sicher am ehesten an, aber mir will so recht nichts einfallen. Man könnte die Poster, die ja ziemlich groß sind (A1), zerschnippeln und neu zusammensetzen, man könnte sie verändern, die Tiere verkleiden oder…???

Habt ihr Ideen und/oder Erfahrungen?

Liebe Grüße,
Katha

Schlangenrätsel

Die letzte Kunstdoppelstunde vor den Ferien diente zum Beenden aller angefangenen Werke und bot dann noch Zeit für eine Kleinigkeit: Schlangenrätsel

So kann es am Ende aussehen:
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Die Kinder waren heute ziemlich grelle darauf, mich und ihre Mitschüler erraten zu lassen, was ihre Schlange wohl verspeist hat. Es war sehr spannend, die aufgeregte Stimmung im Klassenraum mitzuerleben, die ausnahmsweise mal nix mit umherfliegenden Wespen oder Streit auf dem Schulhof zu tun hatte…

Entstanden sind die Schlangen in mehreren Schritten:
1. Falte ein Blatt (A4) längs in der Mitte.
2. Klappe es auf und zeichne (freihändig) auf die untere Hälfte unten einen Strich, so dass rechts und links noch etwas frei bleibt – die Bilder unten erklären etwa, was ich meine; an der Tafel hatte ich kurze Skizzen bei der Anleitung.
3. Zeichne verschiedene Dinge auf die Linie. Nicht zu weit voneinander entfernt, aber auch nicht zu viele (wieder eine Skizze an der Tafel).
4. Klappe das Blatt wieder zu. Halte, wenn nötig, das Blatt gegen eine Scheibe, um die Dinge auf der Innenseite ebsser zu sehen. Umfahre die Dinge mit etwa einem Millimeter Abstand und ergänze vorn und hinten Kopf und Schwanz einer Schlange (Skizze!).
5. Male die Schlange bunt an, damit die gezeichneten Dinge nicht mehr durchscheinen.
6. Lass jemanden raten, was deine Schlange gefressen hat.

Hier kommen mal ein paar Beispiele der Kinder eines vierten Jahrgangs. Da das heute nur ein kleiner Lückenfüller war und gedanklich schon viele in den Ferien weilten, ist der qualitative Anspruch bitte nicht zu hoch anzusetzen – das geht betimmt besser. Aber die Idee hat trotzdem gut funktioniert – und mann muss ja auch nicht jedes Kunstwerk benoten…

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Viel Spaß beim Nachmachen wünscht
Katha

Wörterfressermonsterchen

… ist ein Wort mit sieben Silben! Wahnsinn!

Zum Wochenausklang entstanden bei den Erstis lustige, gruselige, interessante, niedliche Kunstwerke aus vielen Prospekten, Zeichenblockpapier und Wachsmalern:

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Zuerst zeichneten wir mit Bleistift einen Monsterbauch auf unserern niegalnagelneuen Zeichenblock. Dann suchten wir besondere Wörter und Buchstaben in einem großen Haufen Prospekte, Kataloge, Zeitungen und schnippelten sie aus. Damit wurde dann der hungrige Bauch des Monsters möglichst gut gefüllt.
Zuletzt malten wir dann mit Wachsmalern den restlichen Körper des Monsters. Seeeeehr interessant, wer da was für eine Art Monster schuf. Einige Überraschungen waren für mich dabei! Sehr interessant war es auch, wie wenig gezielt die Kinder teilweise die Textstücke bzw. Schnipsel auswählten. Einige waren einfach nicht vom Konzept „besondere Wörter“ (aufs Aussehen bezogen, natürlich!) zu überzeugen. 🙂

Katha