Rezension: „Drachenpost“

2019-08-20 20.00.55.jpgTitel: „Drachenpost“
Verlag: Thienemann-Esslinger (hier klicken)
Autorin: Emma Yarlett
Übersetzung: Ebi Naumann
Illustrationen: Emma Yarlett
ISBN: 978-3-522-45896-2

Zum Inhalt:
Alex findet einen jungen Drachen in seinem Keller und freut sich sehr – denn solch ein Haustier hat er sich immer schon gewünscht. Also schreibt Alex Briefe mit der Bitte um Hilfe. Die Tipps von der Feuerwehr, dem Fleischer oder der Tierschutzgemeinschaft bringen Alex gut voran, aber der Alltag mit einem wachsenden Drachen im Haus ist nicht einfach. So bekommt Alex auch Post von den Anwältinnen seiner Nachbarin…

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Meine Meinung:
Meine Mittester (4 und 8) und ich waren vom Auspacken an begeistert von diesem niegelnagelneuen Kinderbuch: das quadratische Format und der Luftpostrand erinnern ein bisschen an die beliebten Felix-Bücher und der Drache leuchtet fast, so knallig orange ist er. Es freut mich ja immer, wenn schon der Einband besonders gestaltet ist bei einem Buch.
Die Geschichte beschränkt sich auf wenige Sätze pro Doppelseite, wird aber komplett von den zauberhaften Bildern getragen. Das Highlight sind aber natürlich die 5 Briefe, die in sehr individuellen Umschlägen stecken. Da sie von ganz verschiedenen Absendern stammen, hat jeder eine ganz eigene Optik, ein eigenes Format und einen eigenen „Tonfall“. Die Gutenachtgeschichte für die nächsten Abende wurde soeben gewählt!

Leseempfehlung:
Zum Vorlesen ist Drachenpost ab dem Kindergartenalter geeignet – Kinder ab 2 kommen mit der Geschichte gut zurecht, ab etwa 3 wohl auch mit den Briefen. Größere Zuhörer oder Selberleser erkennen in den Absendern der Briefe sicher auch schon die netten Wortspiele (wie A. Larm von der Feuerwehr oder die Nachbarin Anne B. Schwer).

Für den Einsatz in der Schule finde ich das Buch begleitend zu einer Einheit zum Verfassen von Briefen sehr gut vorstellen. Durch die Kürze des Buches kann man es dazu auch mehrfach vorlesen und man bekommt die oben erwähnten verschiedenen Brieftypen, aus denen sich beispielhaft die Merkmale eines (formellen oder freundschaftlichen) Briefes ableiten lassen.

Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger-Verlag für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

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Rezension: „Schokobart“

2019-08-03 13.27.03.jpgTitel: „Der kleine Seeräuber Schokobart“
Verlag: Eigenverlag (hier klicken)
Autoren: Matti und Jörg Schröder
Illustrationen: Jörg Schröder
ISBN: 978-3-00062196-3

Zum Inhalt:
Matti mag Kakao und mit seinem Kakaobart verwandelt er sich in den Seeräuber Schokobart. Der findet eine Flaschenpost mit Schatzkarte und …? Natürlich muss er auf Schatzsuche gehen!
Am Ende der Geschichte schließen sich noch ein paar passende Ausmalbilder zu der bzw. aus der Geschichte an, die dazu anregen, Schokobarts Abenteuer noch einmal nachzuerleben oder weiterzuerzählen. Weitere Malvorlagen kann man auf der Homepage (s.o.) downloaden.

Meine Meinung:
Das Buch vom Seeräuber Schokobart ist von einem Vater für seinen Sohn erzählt, geschrieben und illustriert worden. Das merkt man ihm absolut an, denn es steckt viel Liebe darin und die Geschichte ist total auf der Erlebnisebene des Kindes angesiedelt. Meinem Möppelchen (4) hat sie so gut gefallen, dass er das Buch drei Tage lang mit sich herumgetragen hat, seine Piratenutensilien (Augenklappe, Säbel etc.) permanent trägt und wir gerade für alle, die wollen (also Möppel und Möppelchen) Piratentagebücher basteln mussten (s. Basteltipp unten). Die beiligenden Ausmalbilder (kostenlos) und Aufkleber (kostenpflichtig) kamen ebenfalls hervorragend an.

Für die Grundschule ist das Buch inhaltlich zwar weniger passend, aber: Als Beispiel dafür, wie Bücher entstehen, fände ich es wahnsinnig gut geeignet. Einige Lesebücher thematisieren ja z.B. bekannte Autoren oder Illustratoren mit Interviews und Sachtexten und da könnte ich mir Schokobart als Kontrast sehr gut vorstellen. Ein Autor, der eben eigentlich nur für seinen Sohne schrieb und mit Hilfe von Crowdfundig sein Buch publizierte. So kann man auch schreibbegabten Kindern sicher Mut für eigene Projekte machen!

Leseempfehlung:
Privat ist Schokobart für kleine und große Piraten ab 2 bis locker 8 Jahren geeignet – Kindergartenkinder dürften aber das beste Publikum sein.

Basteltipp:
Heute gibt es dank meiner Jungs noch einen piratigen Basteltipp dazu: ein Piratentagebuch bzw. Schiffs-Logbuch für Piraten. Dazu benötigt man braune feste Pappe, ein bisschen Goldpapier oder goldene Pappe, Blätter für das Innenleben, einen Tacker oder eine Nähmaschine, Kleber und Schere (und am besten auch eine Schneidemaschine), ggf. eine Motivschere.
Die Pappe wird aud A4 geschnitten und mittig gefaltet. Die Blätter ebenfalls mittig falten und dann etwas einkürzen, damit sie nicht über die Buchhülle hinausragen (Schneidemaschine). Dann Blätter und „Cover“ mit Hilfe des Tackers verbinden oder einmal dranlang nähen. Aus der Golspappe 4 Dreiecke schneiden und als Ecken aufkleben, ebenso ein Schild für den Titel schneiden – wenn man hat und mag, kann man das mit einer Motivschere verschönern. Einen langen Streifen Goldpappe schneiden, falten und als Buchrücken ankleben (im Fall einer Naht überdeckt man diese somit am Cover…).
Meine Jungs haben sich etwas altertümliche Papiere für das Innenleben ausgesucht, das ich noch im Regal hatte. So gehöre sich das nämlich für Piraten, meinte der Möppel. Hier seht ihr unsere Ergebnisse:

Vielen Dank für das druckfrische Rezensionsexemplar und die liebevolle Verpackung (s.u.) sowie die tollen Gimicks, die mein Junior direkt „verbraten“ hat!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Helmuts Herz“

2019-06-05 11.45.14Titel: „Helmuts Herz“
Verlag: HeartMut (hier klicken)
Autorin: Nadine Eiringhaus
ISBN: 978-3-981-937-70-1

Zum Inhalt:
Helmut ist ein Roboter. Roboter kennen keine Gefühle, das weiß ja nun jedes Kind.
Helmut jedoch wird plötzlich mit verschiedenen Gefühlsäußerungen konfrontiert, als er auf seinem Weg einige Lebewesen trifft. Was er zuerst gar nicht greifen kann, das lernt er nun kennen. Und da Helmut neugierig ist, probiert er diese neuen Gefühle auch dirket mal selbst aus. Helmuts Herz kommt dabei ganz schön „in Wallung“, wie wir im Lippischen sagen – das Ganze ist für einen unbedarften kleinen Roboter schon ganz schön viel zu verstehen.
So wie Helmut ergeht es sicher auch vielen Kindern: sie nehmen Gefühlsäußerungen an Anderen wahr, können sie aber noch nicht immer sicher zuordnen. Und auch wenn man zuerst an Kindergartenkinder denkt, so habe ich diese Erfahrung auch noch bis weit in die Grundschule gemacht: Gefühle benennen einerseits, Gefühle erkennen und ausdrücken andererseits sind zwei ganz verschiedene Paar Schuh.
Die Geschichte rund um Helmut ist sehr puristisch gehalten, da die jeweils kennen gelernten Emotionen auf jeder Doppelseite im Vordergrund stehen. Denkanstöße (s. rechtes Foto) sind auch immer wieder mit dabei, um sich selbst mit in die Gefühlswelt hineinzunehmen.

Wer möchte, kann im Shop der Autorin auch noch ein Gefühlsbarometer erwerben, auf dem verschiedenste Gefühle durch Tiere abgebildet sind, so dass man sich und seinen momentanen Gefühlszustand mit Klammern zuordnen kann.

Meine Meinung:
Mir gefällt das Buch wirklich gut – sowohl inhaltlich als auch optisch bzw. haptisch. Die Gefühle stehen klar im Mittelpunkt und sind somit ein toller Gesprächsanlass. Kleine Gesprächsanlässe sind integriert und Spielideen lassen sich dirket ableiten (Gefühle-Pantomime, Gefühle-Memory etc.). Ich mag auch den Untertitel „Gefühle brauchen Mut“ – er impliziert, dass die Sache mit den Emotionen nicht eben immer einfach ist und dass es Mut erfordert, seine Gefühle auch zeigen zu können.
Das Buch selbst ist liebevoll illustriert, ohne „zu niedlich“ zu wirken. Außerdem wird es „mit ökologischen Farben auf Recyclingpappe gedruckt und in Deutschland hergestellt“, verspricht die Autorin.

Leseempfehlung:
Für alle, die Kinder haben oder mit Kindern arbeiten! Helmut dürfte Kinder bis in die dritte Klasse hinein ansprechen und schon für etwa Dreijährige gut verständlich sein.
Ich bin schon gespannt auf das zweite Buch aus der Reihe, Helmut und die Rakete.

Vielen Dank an den HeartMut-Verlag für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Weihnachtsrezension II : Der kleine Weinachtsteufel und der verflixte Wunschzettel

2018-10-06 15.58.20

Titel: „Der kleine Weinachtsteufel und der verflixte Wunschzettel“
Verlag: dtv junior (hier klicken)
Autorin: Anna Lott
Illustrationen: Katja Gehrmann
ISBN: 978-3-95728-064-0

Zum Inhalt:
Der kleine Halloween-Teufel Otibuk erwacht frühzeitig aus seinem eigentlich 364-tägigen Schlaf, weil ein ungeschickter, aber ziemlich regeltreuer Engel gegen das Fenster des Teufelsturms kracht. Plötzlich tut sich für ihn eine ganz unbekannte, helle und glitzernde Welt auf, die Otibuk sofort in ihren Bann zieht. Sofort folgt er dem kleinen Engel und landet doch wirklich im Turm des Weihnachtsmann, wo gerade der einmillionste Wunschzettel gefeiert wird.

Dummerweise wird der kleine Teufel entdeckt und rausgeworfen – was ihn aber nicht davon abhält, sich weiter in die Welt der Weihnachtsengel vorzuwagen und sogar bis aufs Festland zu den Menschen. Als er dort der verärgerten Jannike ihren Wunsch erfüllt und deren kleinen Bruder mitnimmt Philipp, beginnt eine lustige, chaotische und aufregende Reise …

An deren Ende merkt ein Engel, dass es nur mit dem Zitieren von Regeln nicht getan ist. Alle merken, dass die Fabelwesen durchaus in besonderen Fällen auch mal außerhalb ihrer eigentlichen Dienstzeit (zusammen)arbeiten können und eine große Schwester merkt, das sie ihren kleinen Bruder doch ziemlich gern hat.

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Meine Meinung:
Die Geschichte vom kleinen Teufel Otibuk ist wirklich zum Schmunzeln und passend fürs adventliche Vorlesen in 24 kleine Kapitel aufgeteilt. Sie entführt den Leser bzw. Zuhörer in eine ziemlich fantastische Welt, in der es Leuchttürme für den Weihnachtsmann, die Osterhasen oder die Halloween-Teufel gibt. Anna Lott beschreibt diese Welt sehr plastisch und man fühlt sich meist ziemlich mittendrin im Geschehen. Sie gibt den Hauptfiguren eine Menge Raum für persönliche Entwicklungen und schafft es, dass man gern mit ihnen mitfiebert.
In meinen Augen ist „Der kleine Weihnachtsteufel und der verflixte Wunschzettel“ mal eine schöne Abwechselung zu den üblichen Adventskalendergeschichten und sorgt sicher für eine Menge Spaß.

Leseempfehlung:
Durch die wunderbaren Illustrationen ist dieses Buch als Vorlesegeschichte sicher für Vorschul- und Schulkinder geeignet. Auch inhaltlich würde ich eben diese als Zielgruppe sehen, da sie ja oft gerade im Umbruch ihres Glaubens an Weihnachtsmann und Co. stecken.
Für den Einsatz in der Schulklasse kann ich das Buch jedoch nur unter der Voraussetzung empfehlen, dass sich keine Kinder darin befinden, die als Zeugen Jehovas oder anderer strenger Glaubensrichtungen mit den Teufeln ein großes Problem haben würden. Hierauf sollte man stets ein Auge haben… Für meine Klasse ist es deshalb leider als Vorlesebuch ausgeschieden. Aber mein Großer (7) hat nun definitiv ein Buch für die ersten 24 Dezembertagesgutenachtgeschichten.

Vielen Dank an den dtv-Verlag für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Weihnachtsrezension I : Ein Rentier kommt selten allein

2018-10-06 15.59.12.JPGTitel: „Ein Rentier kommt selten allein – Unser Jahr mit dem Weihnachtsmann“
Autor: Friedbert Sohner
Illustrationen: Katrin Engelking
Verlag: dtv (hier klicken)
ISBN: 978-3-423-64034-3

Zum Inhalt:
In diesem Vorlese- oder Selberlesebuch wird mal eine ganz andere Weihnachtsgeschichte erzählt – eine, die 12 Monate lang ist!
Familie Wetekamp „darf“ dieses Mal nach dem Heiligen Abend den Weihnachtsmann aufnehmen bis zum nächsten Weihnachtsfest, so wie es jedes Jahr eine geprüfte, ausgewählte Familie tun darf. So richtig wissen die vier (Lotte, Lars, Mama, Papa) anfangs nicht, was da auf sie zukommt (vor allem, weil der Ankündigungsbrief erst zwei Wochen danach kam), aber aufregend wird es auf jeden Fall. Logischerweise gibt es ein absolutes Geheimhaltungsgebot, das aber zumindest um zwei Nichtfamilienmitglieder erweitert wird.
2018-10-06 15.59.31Der Weihnachtsmann entpuppt sich als ziemlicher Tollpatsch und dass ab dem Herbst Wichtel in Wetekamps Wohnung arbeiten, macht den Alltag der vier auch nicht „normaler“. Vieles muss umgeräumt und repariert werden und es entspannt sich sogar ein kleiner Streiche-Wettstreit zwischen Kindern und Wichteln.
aber zuletzt gibt es natürlich ein glückliches Ende und Geschenke, denn so wie das Buch nach Weihnachten begann, endet es natürlich nach dem nächsten Weihnachtsfest.

Jedes Kapitel des Buches entspricht einem Monat und wird mit einer farbigen Seite begonnen – darüber hinaus gibt es keine nennenswerten Illustrationen.

Meine Meinung:
Lotte nimmt den Leser / Zuhörer als Ich-Erzählerin wirklich lebhaft mit hinein in den neuen Alltag der vier Wetekamps, ihrer Familie und Nachbarn. Es wird nur das Wesentliche erzählt, denn das ganze Jahr will ja in 12 Kapitel gepackt werden – pro Monat sind deshalb nur ein paar Anekdoten drin, die aber absolut zum Schmunzeln sind. Oft genug hört man das laute Lachen des Weihnachtsmanns fast selbst oder möchte Mama Wetekamp mal ordentlich in den Arm nehmen und ihr sagen: „Nimm es nicht so schwer!“
Sprachlich gesehen gefällt mir das Buch ebenfalls sehr gut – die Formulierungen sind aber eher etwas für sprachlich fitte Kinder, weil sie teils recht anspruchsvoll sind. Wortwitz muss eben auch erstmal verstanden werden…
Für meine eigenen Jungs werde ich das Buch im Advent auf jeden Fall lesen, mit in die Schule kommt es dieses Jahr (noch) nicht..

Leseempfehlung: Die Wetekamp-Kinder sind Erst- bzw. Viertklässler – in dieser Altersspanne passt „Ein Rentier kommt selten allein“ auf jeden Fall hinein! Für jüngere Kinder ist es wegen der fehlenden Bilder vermutlich nur in kleineren Portionen spannend, für ältere aber sicher auch noch lustig anzuhören bzw. dann selbst zu lesen.
Von mir definitiv Daumen hoch!

Vielen Dank an den dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: Zippel, das wirklich wahre Burggespenst

2018-10-06 15.56.49Titel: „Zippel, das wirklich wahre Burggespenst“
Verlag: dtv junior (hier klicken)
Autorin: Alex Rühle
Illustrationen: Axel Scheffler
ISBN: 978-3-95728-064-0

Zum Inhalt:
Eines Tage stellt Paul fest, dass sich im Türschloss ihrer Altbauwohnungstür ein Schlossgespenst eingenistet hat. Er nennt es Zippel. Und das mit dem Schloss-Gespenst ist hier wörtlich gemeint, nicht auf das große Haus bezogen sondern auf die Mechanik, die meine Tür geschlossen hält…
Der kleine Zippel ist noch recht naiv und unerfahren; er weiß noch nicht viel von der Welt. Paul hilft ihm, sich zurecht zu finden und die frisch gebackenen Freunde bekommen direkt eine echt schwierige Aufgabe zu meistern: Zippels Schloss soll durch ein modernes Sicherheitsschloss ersetzt werden, in dem Gespenster natürlich keinen Platz mehr hätten…
Paul und Zippel und indirekt auch Pauls Eltern sowie eine unerwartete Helferin schaffen es schlussendlich natürlich, dass Zippel nicht obdachlos wird.

Meine Meinung:
Paul hat so seine Probleme mit dem Leben und Zippel ebenso. Die beiden schaffen es aber zusammen, diese anzupacken und dabei jeweils ihre eigenen Stärken einzubringen – frei nach dem Motto „Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude“.
Pauls Nachbarin und der Hausmeister machen ihm Angst. Aber Paul stellt sich und gewinnt am Ende.
Pauls Eltern haben Probleme, vergessen Dinge und haben auch mal Angst vor der Wahrheit. Aber auch diese beiden springen über ihre Schatten und gestehen Schwächen ein.
Alle Charaktere in diesem Buch sind realistisch, glaubwürdig und tiefgründig, ohne beschwerend zu wirken und alle entwickeln sich im Laufe der Geschichte. Meist geschieht dies durch Offenheit, Zusammenhalt, eine Portion Glück und Hoffnung – tolle Werte, die Kinder (und Erwachsene) nicht oft genug vorgehalten bekommen können! Und schön, dass der Leser oder Zuhörer wirklich ernst genommen wird, es ein paar interessante Wendungen gibt und der Autor die „Awachsanan“ nicht allzu ernst nimmt oder sie gar über die Kinder erhebt.

2018-10-06 15.57.13Ergänzt und vertieft werden die Handlungsstränge immer wieder durch Axel Schefflers wundervolle Illustrationen, die wohl jeder Leser dieses Blogs spätestens seit den Koporduktionen mit Julia Donaldson kennt. Er macht die Figuren lebendig und sympathisch und zeigt, dass er die Lebenswelten „Mehrfamilienhaus“ und „Schule/Schulweg“ gut kennt. Das Beispielbild stammt aus der Szene, als Zippel Paul in der Schule hilft. Mehr verrate ich aber nicht…

Fazit: ein tolles Buch über Mut und Freundschaft, das Lösen von Problemen und darüber, dass nicht jeder alles können muss!

Leseempfehlung:
> Zum Vorlesen wird Zippel vom Verlag ab 6 Jahren deklariert – da kann ich gut mitgehen. Jüngere Kinder können vielleicht doch Pauls Schulkinderleben noch nicht so ganz nachvollziehen.
> Zum Selberlesen muss man schon ziemlich geübt sein und keine Angst vor größeren Portionen haben. Fitte Drittklässler können Zippel schon meistern, denke ich.
> Da ich als „Awachsana“ auch noch Spaß dran hatte, kann ich mir das Buch bis ins Jugendalter als Lesestoff vorstellen.

Vielen Dank an den Verlag dtv junior für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: In der Nacht, wenn der Hamster erwacht

2018-10-06 15.56.06Titel: „In der Nacht, wenn der Hamster erwacht“
Verlag: Knesebeck (hier klicken)
Autorin: Iris Schürmann-Mock
Illustrationen: Mareike Engelke
ISBN: 978-3-95728-126-5

Zum Inhalt:
Nachts schlafen wir Menschen. Nicht aber viele Tiere…
Einige heimische Nachtaktive werden in diesem großformatigen Bilderbuch (ca. 26×26 cm) vorgestellt: Hamster, Nachtfalter oder Siebenschläfer begegnen dem Leser vor einem schwarzen Hintergrund, der auf jeder Seite wieder die Nachtzeit verdeutlicht.
In Reimen werden viele Informationen über die Tiere vermittelt, ohne dass man Sachtexte im eigentlichen Sinne liest. Hier mal eine Beispielseite:2018-10-06 15.56.26

Meine Meinung:
Mir gefällt Vieles an diesem Buch:
> die Bilder haben einen sehr klaren Stil ohne Schnörkel oder allzu süße Niedlichkeit
> die Idee, Sachinformationen in Reimform zu stecken, finde ich toll
> das Thema „nachtaktive Tiere“ wird selten in Kinderliteratur aufenommen – hier sind es sogar heimische Tiere, was ich immer besonders gut finde
> die gesamte „Komposition“ aus Lyrik, Sachwissen und küstlerischer Gestaltung!

Meinung des Zweittesters (Möppel, 7):
> die Bilder sind cool!
> „Ich will mal abends wach bleiben, um mir die Tiere in echt anzusehen!“

Leseempfehlung:
„In der Nacht, wenn der Hamster erwacht“ ist ein schönes Vorlesebilderbuch fürKinder ab dem Vorschulalter bis etwa zum Ende der Grundschulzeit. Zum Selberlesen kann es natürlich für interessierte Kinder ab Ende Klasse 2 auch genutzt werden…
Sehr geeignet finde ich das Buch auch für den Sachunterricht. Viele heimische nachtaktive Tiere können so vorgestellt werden und man hat eine gute Basis für Gruppenvorträge o.ä.

Vielen Dank an den Verlag Knesebeck für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha