Rezension: „Der singende Gorilla“ mit Verlosung

IMG_1970Titel: „Der singende Gorilla. Reime und Lyrik für Kinder“
Verlag: Duden (hier klicken)
Autorin: Suli Puschban
Illustrationen: Karsten Teich
ISBN: 978-3-411-77074-8

Zum Inhalt:
Suli Puschban hat hier neben eigenen Gedichten und Gedanken auch mehr oder minder bekannte Texte anderer Autor*innen versammelt. Sie beginnt das Buch im Vorwort mit einem Aufruf dazu, sich Sprache kreativ zu nähern und einfach mal etwas Kreatives zu wagen und berichtet von ihrer eigenen Inspiration durch ihren Deutschlehrer (freut sich doch mein Lehrerinnenherz). Zu manchen Texten gibt es Anmerkungen oder Erklärungen, teils auch weitere autobiografische Hintergründe.
Die Texte reichen von zwei Zeilen bis zu zwei Seiten, so dass sich für jede Laune und Lesekompetenz etwas findet. Die Illustrationen von Karsten Teich sind schlicht, aber lebendig und bieten viel Spielraum für Identifikationsprozesse.

Meine Meinung:
Einige Werke, die ich sehr mag, haben ihren Weg in diesen Band gefunden so wie zum Beispiel Mascha Kalekos „Mein schönstes Gedicht“. Andere Texte kenne ich aus Liedern, die meine Kinder hören. Wieder andere Texte waren mir ganz fremd, so dass es mir schwer fällt, dieses Buch als klassische Gedichtsammlung zu betrachten. Es bietet viel an und lässt viel Freiheit für individuelle Vorlieben. Beim ersten Durchblättern habe ich mich etwas schwer getan mit diesem Werk – aber inzwischen mag ich es sehr gern und habe schon mehrfach darin herumgeblättert; auch, weil ich die Bilder wirklich mag und sie teils wirklich Mut machen.
Ich würde mir allerdings wünschen, dass der titelgebende „singende Gorilla“ eine noch größere Rolle im Buch spielt, als er das durch sein Auftauchen in einigen der Illustrationen tut. So  ist mir nicht ganz klar, woher dieser Sympathieträger vom Titelbild seine Rolle hat.

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Leseempfehlung:
Für Eltern: wer Lust am Spiel mit Sprache hat und seinen Kindern diese weitergeben möchte, hat mit diesem Buch einen guten Begleiter an der Hand. Wer selbst gern blättert, ebenso!
Für Lehrkräfte: wenn ihr abseits von klassichen Gedichtbänden mal etwas Neues für den Unterricht braucht, kann der singende Gorilla für euch gut geeignet sein. Sowohl für den Deutschunterricht, um verschiedene Gedichtformen kennenzulernen, als auch für Klassenstunden oder Religion bzw. Ethik, wenn es um Gemeinschaft oder Gefühle geht. Deswegen gibt es heute mal wieder eine…

Verlosung
Wenn du dieses Buch gern gewinnen möchtest, dann schreibe einen Kommentar mit einem Gorilla-Gedicht – egal ob gereimt oder nicht, ob Elfchen, Rondell oder sonstwas! Am Sonntag, dem 31.10.2021 um 20 Uhr lose ich dann aus, wer das Buch zugesendet bekommt.

Vielen Dank an den Duden-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Moodle für Dozenten, Lehrer und Ausbilder“

Titel: „Moodle für Dozenten, Lehrer und Ausbilder. Homeschooling und Online-Kurse erfolgreich umsetzen“ Verlag: mitp (hier klicken) Autor: Winfried Seimert ISBN: 978-3-7475-0269-4 Zum Inhalt: Moodle kennenlernen in kleinen Schritten – so könnte man dieses Buch kurz zusammenfassen. Wer Moodle, Mebis oder wie bei uns in NRW LogineoNRW LMS nutzt, bekommt hier eine direkt geführte Startanleitung. Der grundsätzliche Aufbau eines Moodle-Systems wird erklärt, danach werden alle Einstellungen rund um die Teilnehmer*innen besprochen und zuletzt die möglichen Aktivitäten vorgestellt. Alles da passiert in sehr detaillierten Anleitungen mit vielen Bildern, so dass man kaum etwas falsch machen kann. Meine Meinung: Auch wenn ich schon eine Weile mit Moodle bzw. dem LMS von Logineo arbeite, konnte ich viel aus dem Buch mitnehmen. Vor allem die Aktivitäten, die ich bislang noch kaum genutzt habe, sind so neu in meinen Fokus gerückt. Spannend ist es auch, die möglichen Einstellungen einmal durchzuspielen, die man bislang übersehen hat oder sich einfach nicht zu verändern traute.
Ihr seht an meinen vielen eingeklebten Zettelchen, dass ich mit dem Buch intensiv gearbeitet habe und meine Nachschlageseiten auch markiert bleiben. So sehr ich Vieles in GoodNotes digital abgelegt habe, so hilfreich sind für mich manchmal auch Hilfen aus Papier, die ich aufblättern und neben den Computer legen kann.+ Leseempfehlung: Alle, die sich neu in Moodle oder ein darauf basierendes LMS einarbeiten müssen/wollen, können in diesem Buch gute Hilfen und viele Erklärungen finden. Manche Menschen nutzen lieber Erklärvideos online (wie ich auch schon häufig, da es zu moodle eine große Fülle gibt), manchmal aber ist auch die schrittweise Erklärung auf Papier hilfreich. Ein Plus des Buches gegenüber Tutorials war für mich, dass meist alle Optionen und Einstellungen vorgestellt werden und nicht nur die besten oder wichtigsten. Das vertieft das Verständnis doch sehr. Vielen Dank für das Rezensionsexemplar! Beste Grüße, Katha

Rezension: „Huch, die Angst ist da“

Titel: „Huch, die Angst ist da!“
Verlag: hogrefe (hier klicken)
Autor*innen: Ulrike Légé & Fabian Grolimund
Illustrationen: René Amthor
ISBN: 978-3-456-86119-7

Zum Inhalt:
Menschen haben manchmal Angst. Kinder haben manchmal Angst. Nur können Kinder mit Angst oft nicht gut umgehen, erkennen sie nicht unbedingt als solche und bedürfen der Unterstützung von Eltern und anderen Erwachsenen, wenn sie ängstlich sind. Ulrike Légé und Fabian Grolimund haben sich intensiv mit Kinderängsten auseinander gesetzt: mit ihren Erscheinungsformen, ihren Ursachen und möglichen Hilfen und Hindernissen beim Umgang mit Angst. 
Das Buch unterteilt sich in einen Kinder- und einen Erwachsenenteil. Ersterer nähert sich dem Thema Angst im Sinne eines dialogischen Bilderbuchs mit vielen Illustrationen und Sprechblasen. Zweiterer beleuchtet die psychologischen Hintergründe und gibt Eltern konkrete Handlungstipps.

Durch das Buch begleitet die Familie Schlottermann mit ihren eigenen Stärken und Ängsten.

Meine Meinung:
Auch meine Kinder habe ich schon in Angstsituationen erlebt und als Mutter dann meist eher intuitiv gehandelt. Die Informationen und Tipps aus dem Elternteil bestätigen mich in manchen meiner Handlungen, erinnern mich aber auch an Alternativen. Auch im Hinblick auf meine Tätigkeit als Lehrerin und selbst für die Arbeit mit meinen erwachsenen LAA habe ich noch einmal tolle Anregungen mitgenommen, die vor allem etwas mit der Betrachtung und Wahrnehmung von individuellen Situationen zu tun haben. Persönlich nehme ich mir vor, noch genauer hinzusehen, nachzufragen und zuzuhören.

Was den Kinderteil angeht: manche Übung, manche frage kommt mir aus Programmen für die Schule durchaus bekannt vor – was ja aber kein Problem ist, da es von welcher Seite auch immer wichtig ist, sich mit seinen Emotionen und in der Folge auch mit den Emotionen anderer Menschen auseinanderzusetzen. Légé und Grolimund bieten hierzu sehr gute Impulse, die von René Amthor schlicht, aber auf den Punkt illustriert wurden. Als erster Schritt zum Betrachten eigener Gefühle gibt es immer „role models“ in Form von Jungen, Mädchen, Mann und Frau, die von ihren Ängsten erzählen. Es gibt also an keiner Stelle eine Situation, in der sich ein Kind bloßgestellt fühlen könnte.

Leseempfehlung:
Für alle Eltern, aber auch für Lehrer*innen, die immer wieder mit ängstlichen Kindern arbeiten, finden sich Tipps und vor allem einfach gute Hintergrundinformationen in diesem Buch. Ob man sich unbedingt die Zeit nimmt, den Kinderteil mit seinem Kind durchzu“arbeiten“, bleibt ja jedem selbst überlassen.

Einzelne Kapitel/Seiten lassen sich auch spannend als Gesprächsgrundlage in der Schule nutzen. Wenn es z.B. darum geht, dass Nervosität/Angst vor Vorträgen ganz normal ist oder man versucht, die Angst im eigenen Körper zu versorgen. 

Vielen Dank an den hogrefe-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Katha

Rezension: „Die Knöpfchen und die Tröpfchen“

Titel: „Die Knöpfchen und die Tröpfchen“
Verlag: Knesebeck (hier klicken)
Autorin: Helen Baugh
Illustrationen: Marion Deuchars
ISBN: 978-3-95728-439-6

Zum Inhalt:
Die Knöpfchen und die Tröpfchen leben auf verschiedenen Seiten des selben Berges. Schon immer werden sie von ihren Eltern vor den jeweils anderen gewarnt und dürfen deshalb niemals über den Berg gehen. Es herrscht Angst in beiden Gruppen. Die Knöpfchenkinder spielen, wie sie Tröpfe besiegen und die Tröpfchenkinder spielen, wie sie Knöpfe besiegen.
Eines Tages aber treffen sich zufällig auf der Bergkuppe ein kleinesTröpfchen und ein kleines Knöpfchen. Erstaunt stellen die beiden fest, dass ihr Gegenüber sie weder frisst noch entführt …
Die Geschichte ist durchgehend gereimt statt „nur“ erzählt. Noch besonderer allerdings ist, dass wir es hier mit einem Wendebilderbuch zu tun haben: man kann von beiden Seiten her beginnen und so die Geschichte aus der Sicht beider „Völker“ erleben. Das große Finale in der Buchmitte teilen sich dann die beiden Handlungsstränge.

Meine Meinung:
Zuerst Möppels Meinung: „Das zweitbeste Buch aller Zeiten!“ Diese Freude hat mich beim Viertklässler bei einem Buch „ab 4“ zwar etwas gewundert, aber er mochte die Reime sehr und die Zweiseitigkeit des Buches mit den zwei Covern fand er klasse.
Ich schließe mich den Kindern an: das Buch ist unheimlich liebevoll gestaltet und trotz (oder wegen?) seiner sehr schlichten Illustrationen richtig lebendig. Die Geschichte hat klassische Elemente, die auch in anderen Kinderbüchern schon aufgegriffen wurden, so wie Angst vor dem Unbekannten, positive Erfahrungen beim Kennenlernen usw. Dennoch wirkt es an keiner Stelle wie ein Abklatsch oder langweilig. Es ist eine Freude, den Knöpfchen und Tröpfchen beim Hüpfen und Spielen und Kennenlernen zuzusehen.

Leseempfehlung:
Von Verlagsseite für Kinder ab 4 empfohlen, mag ich dieses Buch allen Menschen mit Kindern bis zur Grundschulzeit ans Herz legen. Für die Kleineren ist die Optik tonangebend und sie dürften sich an den klaren Illustrationen erfreuen. Die Größeren haben sicher Spaß an den Reimen und gehen mit dem Buch anders um.
Für die Grundschule, die ich ja bei jedem Kinderbuch irgendwie mitdenke, sehe ich hier einen tollen Gesprächsanlass zum Thema Vorurteile bzw. dem gesamten Themenkomplex „ich und du“, oder wie es im NRW-Lehrplan für Sachunterricht heißt „Mensch und Gemeinschaft“. Kreative Köpfe finden bestimmt auch schöne Collageideen zum Buch, da die Knöpfchen und die Tröpfchen ähnlich wie in Eric Carles Bilderbüchern eine ausgerissene Optik haben.

Vielen Dank an den Verlag Knesebeck für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

„Rezension“ & Verlosung: Pestas Holzbausteine

Titel: „Pestas“
Hersteller: Fa. Staengl Holz&Spiel GnbH (hier klicken)

Zum Produkt:
Als mir vor Kurzem angeboten wurde, die Holzbausteine von Pestas zu testen, habe ich erst ein bisschen gezögert und überlegt, ob ein „Spielzeug“ auf meinen Blog passen könnte. Nun, versuchen wir es einfach mal…

Pestas liefert hier Holzbausteine bzw. Dominosteine, die man guten Gewissens auch als Kreativsteine bezeichnen kann. Sie haben alle die gleiche Breite und Tiefe und sind in zwei Höhen im Set enthalten. Somit kann man neben klassischen Dominobauten auch gut Höhenunterschiede überwinden oder besondere Gelenkstellen bauen. Für die weniger kreativen Köpfe unter uns bzw. für die Ausprobierer und „Frickler“ gibt es in jedem Set ein paar Bilder mit Anregungen. Die Trickkiste bietet mehr: Hier sind konkrete Anleitungen für Kreuzungen, Höhenunterschiede oder besondere Tricks in Form von Kärtchen enthalten, die man für seine Planungen nutzen und/oder anpassen kann:

Pestas bewirbt seine Steine damit, dass sie absolut natürlich sind, ökologisch und fair produziert, unkaputtbar  und ungiftig. Traurig genug eigentlich, dass man so etwas bei Spielzeug nicht grundsätzlich voraussetzen kann…
Die Verarbeitung ist wirklich sehr hochwertig und die Farben sind angenehm unauffällig, könnte man sagen. Nichts glitzert, blinkt oder glänzt – es geht wirklich um das Material selbst. Etwas gewöhnungsbedürftig ist am Anfang der (nicht künstliche, aber auffällige) Geruch der Farben, der aber nach einer Weile verfliegt.

Zusätzlich zum handfesten Material gibt es vom Hersteller einen YouTube-Channel mit Videos fertiger Bahnen und weiteren Anregungen rund um die Holzsteinchen.

Hier kommen Eindrücke von unseren ersten (sehr einfachen…) Tests:

Meine Meinung & Erfahrung:
Ich kann momentan nur auf meine beiden Testkandidaten zurückgreifen, da sich mir mit den wenigen Stunden Fachunterricht bislang keine Gelegenheit zu einem Test in der Schule bot. Die beiden waren jedoch ziemlich begeistert von den Pestas und haben zuallererst beide Kartons ausgekippt. Dann ging das Bauen los: einfache Wege wurden zuerst aufgestellt und zum Umfallen gebracht – schon waren die ersten Erfolgserlebnisse da! Dann ging es ans Herumprobieren: wie weit oder nah müssen die Steine aneinander stehen? Wie schaffen wir Kurven oder Kreuzungen? Wie voll bekommen wir den Wohnzimmertisch gebaut?
Meine dezenten Hinweise auf die Tricks aus der Trickkiste wurden zwar geflissentlich ignoriert, aber die Jungs waren mit ihren Ergebnissen dennoch zufrieden. Eine ganze Weile haben Sie gebaut und abgerissen, was den besonderen Reiz von Dominos ausmacht: kaputt machen dürfen, ja sogar sollen!

Nun zurück zum Bezug zum Blog: Sind die Pestas etwas für die Grundschule?
Ja. Definitiv! Sowohl in der OGS (Hort, Betreuung etc.) als auch im Klassenraum kann ich mir eine Kiste dieser Steine hervorragend vorstellen. In meinen Klassen waren bislang „unpädagogische“ Materialien immer sehr beliebt. Wir hatten Steckperlen, Holzwürfel und Spiele im Nebenraum und alle wurden rege genutzt. Durch ihre Menge schätze ich die Pestas hier ebenfalls sehr erfolgreich ein, da die Kinder ohne Vorgaben damit bauen und experimentieren können. Kreativität, Konzentration, Fein- und Grobmotorik sowie ggf. Zusammenarbeit werden hier unbewusst gefördert.

Ich danke dem Hersteller für das tolle Testpaket!

Und bevor jetzt jemand „Vorteilsnahme!“ ruft: Ich werde die Steine entweder an Möppels Klasse oder Möppelchens Kindergartengruppe abgeben, sobald sie hier noch ein bisschen bespielt wurden. Also: „Relax!“

Katha

Rezension: „Ach, du dicker Weihnachtsmann“

Titel: „Ach, du dicker Weihnachtsmann“
Verlag: Ullmann (hier klicken)
Autorin: Ursel Scheffler
Illustrationen: Jutta Timm
ISBN: 978-3-74152536-0

Zum Inhalt:
Nach dem Weihnachtsfest hat der Weihnachtsmann sich erstmal eine Pause verdient. Nach einem laaangen Schläfchen und dem Auffüllen der Vorräte muss er jedoch aus der Presse erfahren, dass man ihn abschaffen möchte – er sein körperlich kein gutes Vorbild, verführe zu Süßigkeitenkonsum und schenke nutzloses Zeug. Man kann den Schock des alten Herrn nachvollziehen. So beschließt er, ein moderner, frischer Weihnachtsmann zu werden. Er rasiert sich und speckt eine ganze Menge ab. Außerdem bereitete er eine ganze Menge gesunder, praktischer und nützlicher Geschenke vor fürs nächste Weihnachtsfest.
Das allerdings passt den vorher so kritischen Reportern auch wieder nicht, wie er feststellen muss.

Meine Meinung:
Die Geschichte des Weihnachtsmanns wird von Ursel Scheffler liebevoll und mit vielen Details erzählt. Kleine Zuhörer und -schauer finden in den Illustrationen eine Menge Feinheiten auch aus der eigenen Lebenswelt wieder. Man kann dem Weihnachtsmann beim Umkrempeln seiner Gewohnheiten übers Jahr zuschauen und mitfiebern, ob er sein Ziel wohl erreicht.
Inhaltlich finde ich es sehr wichtig, dass das Abnehmen und Umstellen auf gesunde, nützliche Geschenke nicht unaufgelöst stehenbleibt, da das eine arg falsche Botschaft an die Kinder senden würde. Dass der Weihnachtsmann sich schlanker wohler und fitter fühlt, ist keine schlechte Mitteilung; aber dass er auf Druck von außen Veränderungen anstrebt – naja… Ein wenig wird das aufgelockert dadurch, dass ja die selben Menschen, denen er letztes Jahr zu dick und zu träge war, nun einen runden, stattlichen Santa sehen wollen statt des neuen Typs.
Ob der Weihnachtsmann nach diesem aufrüttelnden Erlebnis seine Geschenkepläne nochmal ändert, wird nur angedeutet, aber nicht ganz klar.

Die Illustrationen führten dazu, dass die Geschichte bei meinen Testern zuhause sehr gut ankam. Der Weihnachtsmann ist sehr sympathisch gezeichnet und es gibt auf den Bildern viel zu entdecken, das man auch zuhause oder in der Umgebung findet. Die meisten Bilder sind ganzseitig und wirklich ansprechend. Jutta Timm setzt eher auf pastellige Töne und trägt so dem friedlichen, ruhigen Aspekt der Weihnachstzeit gekonnt Rechnung.

Leseempfehlung:
Ein schönes Vorlesebuch in der Adventszeit für Kindergarten- und jüngere Grundschulkinder. In der Schule bin ich seit ein paar Jahren dazu übergegangen, mehrere kleine Geschichten statt einer Fortsetzungsgeschichte vorzuesen im Rahmen unseres Adventskalenders (da die meisten davon ja auf 24 Vorlesetage angesetzt sind, die man in der Schule nie hat). In diesem Rahmen kann ich mir „Ach, du dicker Weihnachtsmann“ auch gut für ein bis zwei Tage vorstellen. Zudem ergibt sich ein schöner Gesprächsanlass über die Freude am Schenken, die in der Adventszeit ja auch viele Kinder beschäftigt.

Vielen Dank an Ullmann Medien für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Rille“

Titel: „Rille – die Dschungelfreunde sind los!“
Verlag: esslinger (hier klicken)
Autor: Fee Krämer
Illustrationen: Nikolai Renger
ISBN: 978-3-480-23570-4

Zum Inhalt:
Rille ist ein Gorilla und soll eigentlich von Leipzig nach Brasilien in einen neuen Zoo umziehen. Aber sein Flugzeug stürzt ab und seine Transportkiste wird hinausgeschleudert.

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Im ersten Kapitel weiß der junge Gorilla gar nicht, wo er ist und was passierte, als er von verschiedenen Dschungeltieren gefunden und schlussendlich aus seiner Kiste befreit wird. Dies ist der Anfang einer besonderen Freundschaft unter ganz verschiedenen Tieren, die ab jetzt eine Menge gemeimsan erleben und voneinander profitieren. Die beiden Wichtigsten sind Papagei Pepe und Tante Tatu, die alte Gürteltierdame, bei denen er Unterschlupf findet. Zusammen verscheuchen sie Geister, retten den Dschungel vor den Menschen und lernen immer wieder Neues voneinander. Hier sieht man die Karte von seiner neuen Umgebung (auf beiden Innedeckeln zu finden).

Meine Meinung:
„Rille“ ist ein zauberhaftes Buch, das kraftvolle Geschichten rund ums Thema Freundschaft enthält. Prinzipiell sind die Kapitel unabhängig voneinander verständlich, wenn man den Anfang kennt – so können auch Lieblingskapitel einzeln gelesen werden.

Dass Freundschaft toll und wichtig ist, das kann man in vielen Büchern lesen. Dass sie aber auch traurige, verwirrte oder wütende Momente haben kann, das macht Fee Krämer hier sehr liebevoll klar. So kommt beim Leser oder Zuhörer die beruhigende Nachricht an, dass man auch mal sauer auf Freunde sein kann oder sie nicht versteht oder sie doof findet. Und das finde ich persönlich eine sehr wertvolle Borschaft, die Kinder stärkt statt ihnen zu suggerieren, dass immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, wenn man Freunde erst einmal hat.
Im Dschungel leben hier außerdem ziemlich unterschiedliche Tiere mit ziemlich unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammen – auch hier „echtes Leben“ pur.

Nikolai Renger hat Rille und seinen Freunden Charakter gegeben und sie in eine lebendige Landschaft gesetzt. Die Bilder sind frabenfroh, ohne aufdringlich zu wirken, sehr klar und durchaus realistisch. Rilles Mimik und die der anderen Tiere sind extrem gut gelungen und verstärken die oben beschriebenen Effekte zur Gefühlswelt noch mehr.

Leseempfehlung:

Der Verlag empfiehlt das Buch ab fünf Jahren. Da kann ich mich anschließen, wenn ich von meinem Fünfjährigen hier ausgehen, der das Buch sehr mag. Rille hat uns einige Tage beim abendlichen Vorlesen begleitet und ist dann direkt auf die Liste der „lesen-wir-nochmal“-Bücher gesetzt worden.
Für die Schule kann ich mir „Rille“ auch sehr gut vorstellen. Als Vorlesebuch auf jeden Fall, aber auch als Ausgangspunkt weiterführender Mal-, Sprech- oder Schreibanlässe im Sinne eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts. Dschungelbilder malen im Kunstunterricht oder Tiersteckbriefe verfassen im Sachunterricht fallen mir auch noch ein.

Vielen Dank an den Verlag Thienemann-Esslinger für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Das Integrationsexperiment“

Titel: „Das Integrationsexperiment“
Verlag: Duden (hier klicken)
Autor: Anant Agarwala
ISBN: 978-3-411-75490-8

Zum Inhalt:
2015 war Deutschland im Modus „Flüchtlingskrise“ – viele Familien, aber auch allein einreisende Kinder und Jugendliche kamen aus Syrien und Afghanistan, aber auch aus dem Norden Afrikas nach Europa, nach Deutschland. Viele von euch werden schon „live“ dabei gewesen sein und haben ihre eigenen Erfahrungen mit der Integration Geflüchteter in Schule gemacht haben.*
Basierend auf allen Daten und Zahlen, die er finden konnte, zeigt Anant Agarwala auf, welche Unterschiede es sowohl auf der Seite der Kinder mit Fluchtgeschichte als auch auf der Seite der Schulen gibt: hier die Fluchtregionen und -gründe, die Elternhäuser und die Ankunft in Deutschland – dort der Bildungsföderalismus, das mehrgliedrige Schulsystem und die verschiedenen Schulstufen. Beispiele des Erfolgs und des Scheiterns finden sich im Buch ebenso wie mögliche Gründe dafür und daraus ableitbare mögliche Erfolgsfaktoren für eine gelungene Integration.

Wer eine kurze Zusammenfassung genießen möchte, kann diese hier nachlesen: https://www.jmwiarda.de/2020/10/20/bequemes-unwissen/

Meine Meinung:
Agarwala beleuchtet das gesamte Thema „Flüchtlingskinder und Schule“ sehr neutral und wertfrei, niemals polemisch oder beschönigend. Selten habe ich ein Sachbuch/Fachbuch so zügig und gern gelesen wie dieses. Viele meine persönlichen Eindrücke als Lehrerin und Fachleiterin, die ja nun in viele Schulklassen hineinschauen darf, sah ich beim Lesen bestätigt. Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass der Autor sich wirklich breit aufgesetllt hat: Studien der Länder gesammelt, Schulen besucht, Lehrer befragt und beobachtet, Schüler kennengelernt und interviewt – und dabei auch noch alle Altersklassen bzw. Schulformen im Blick behalten!
Ein bisschen erschrocken war ich nur davon, wie erschreckend wenige Studien oder überhaupt Daten es rund um dieses Thema gibt. Hier wird Spekulationen, Beschönigungen und Ressentiments ein fruchtbarer Boden geboten (wofür der Auotr nichts kann, was mir aber sehr deutlich wurde).

Leseempfehlung:
Alle in Schule, die zum Thema Flüchtlinge und Schule viel vermuten und gern mal etwas Konkretes nachlesen mögen, kann ich „Das Integrationsexperiment“ nur wärmstens ans Herz legen.

Vielen Dank an den Dudenverlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

* Da es in meiner Stadt eine große Erstaufnahmeeinrichtung gab, sind damals bei uns keine Flüchtlingskinder in der Schule angekommen. Erst nach dem Schließen besagter Einrichtung wurden uns ein paar Familien mit Kindern aus Syrien zugeteilt und in meine damals zweite Klasse nahmen wir ein (direkt ein Jahr zurückgestelltes) Mädchen auf, deren Schwester im ersten Schuljahr startete. Beide Mädchen bekamen von einer engagierten ehem. Lehrerin privat viel Sprachförderung und auch schulisch 2-3 Förderstunden pro Woche und sie haben sich toll durch diese schwierige Situation gekämpft. Wir hätten dort zwei sehr positive Beispiele vorzuzeigen, aber auch Kinder, die erst kurz vor dem Schulwechsel zu uns kamen und kaum Lernzuwachs erreichen konnten. Ob wir dann mehr als ein Ort der Aufbewahrung waren, ist schwer einzuschätzen.

Rezension: „Eine Reise durch die Kunst“

Titel: „Eine Reise durch die Kunst und die Weltgeschichte“
Verlag: Midas (hier klicken)
Autor: Aaron Rosen
Illustrationen: Luzy Dalzell
ISBN: 978-3-03876-124-2

Zum Inhalt:
Heute kommt mal wieder ein bisschen Kunst in den Blog. Die Rezensionsanfrage habe ich angenommen, da mein Möppel und ich ja gern Sachbücher und Atlanten durchstöbern, wie ihr ja schon in anderen Rezensionen gemerkt habt. Außerdem habe ich immer wieder auch Kunstklassen, die in 3 und 4 ja auch mal ein bisschen in die Kunstgeschichte schnuppern sollen. Entsprechende Anregungen habe ich mir hier erhofft – und bin fündig geworden.

Diese Einführungsseite verspricht nicht zu viel: beginnend bei den Höhlenmalereien der Vorzeit und antiker Kunst führt uns die Reise über die mittelalterliche und frühmoderne Kunst bis hin zur modernen und zeitgenössischen Kunst.
Jedes Kapitel beginnt mit einer Weltkarte (unten links), auf der die jeweiligen Kunstwerke eingeordnet werden. Darauf folgen pro Ort/Stil/Thema zwei Doppelseiten: zuerst ein großes Bild mit grundlegenden Informationen (Unten rechts), dann eine Doppelseite mit Fotos, Zeichnungen und kurzen Infotexten, so dass die Leseart einer Zeitschrift oder eines Onlineangebots entsteht.

Meine Meinung:
Das Buch ist optisch sehr ansprechend gestaltet: die Zeichnungen sind verspielt, aber immer klar und enthalten wesentliche Merkmale der Orte und Zeiten. Ergänzt wird das durch viele Fotos, damit Kunstwerke auch konkret werden und z.B. auch Stauen und andere dreidimensionale Figuren ihren Platz finden. So wird jede Epoche bzw. jeder Stil trotz der Kürze sehr greifbar.
Uns hat das Buch deshalb gut gefallen – aber auch wegen der Kürze der Informationen. Für meinen neunjährigen Wenigleser war die Kürze der einzelnen Texte eine Hilfe, wenn natürlich die Wortwahl schon an Erwachsene gerichtet ist. Positiv fanden wir auch die Möglichkeit, entweder chronologisch durch die Kunstgeschichte zu „reisen“ (unser erster Zugang) oder aber einfach zu interessanten Orten und Themen zu blättern, was durch die Kapitel gut möglich war und später eher unser Weg wurde. Als Pädagogin finde ich es bei solche Büchern auch immer toll, wenn die Weltkarte ganz selbstverständlich integriert ist – so bahnt sich eine gewisse geografische Grundorientierung implizit an.

Leseempfehlung:
Für kunstinteressierte Erwachsene und Kinder ab etwa 10 kann ich mir das Buch sehr gut vorstellen. Zum Gemeinsamlesen bzw. Vorlesen auch schon früher, wenn denn das Interesse da ist.
In der Schule werde ich das Buch sicher in meiner nächsten Kunstklasse ind Jahrgang 3 oder 4 mal mitnehmen, wenn wir über bestimmte Kunststile sprechen oder gemeinsam erforschen, woher denn Kunst überhaupt kommt und seit wann es sie gibt. Dazu sind die Kapitelstartseiten und die Weltkarten ja wirklich sehr gut geeignet.

Vielen Dank an den Midas-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Liebe Grüße,
Katha

Rezension: „Art Play“

2020-07-27 10.02.32Titel: „Art Play“

Verlag: Midas (hier klicken)

Autorin: Marion Deuchars

ISBN: 978-3-03876-102-0

 

Zum Inhalt:
„Mit Kunst spielen“ – so heißt es auf dem Backcover dieses großen, 224 Seiten dicken Mitmachbuches. Und genau das steckt auch drin: zu verschiedenen Themen (s. Foto unten rechts vom Inhaltsverzeichnis) kann man sich ausprobieren. Es gibt in jedem Themenfeld eine Art Einführung und dann geht es in kleinen Schritten voran. Oft gibt es eine Doppelseite mit Beispielen und dann eine Doppelseite zum Ausprobieren. Vieles kann also direkt im Buch bearbeitet werden; dazu ist es auf dem klassischen „Malbuchpapier“ gedruckt worden. Bei den farb- oder materialintensiveren Themen gibt es dann aber immer den Tipp, mit separatem Papier zu arbeiten.

Die schottische Autorin Marion Deuchars ist Künstlerin und Illustratorin, die wohl schon einige ähnliche Bücher mit Anleitungen und Ideen veröffentlicht hat.

Meine Meinung:
Hier liegt keine klassische Schritt-für-Schritt-Zeichenanleitung vor mir (die ich eh nie hinbekommen habe) sondern eine Einladung zum Kritzeln und Probieren. Ich bekomme Anregungen und durch die Beispiele auch einfach die Möglichkeit, meine Fingerfertigkeiten zu erweitern. Es kommt kein Druck auf: einfach „nur“ nachmalen geht genauso gut wie selbst kreativ werden.
Hier mal ein Ergebnis, das ich zusammen mit meinem Großen erreicht habe (links die Anregungen, rechts unser Werk):

Uns hat das Buch vom Layout her sehr angesprochen und auch die kurz gehaltenen Texte sind hilfreich. Wir haben teils neue Techniken ausprobiert und waren an manchen Stellen erstaunt, mit welch geringen Mitteln tolle Effekte erzielt werden können. Mein Großer hat z. B. das Schraffieren für sich entdeckt und gemerkt, dass das mit manchen Bleistiften besser geht als mit anderen.

Leseempfehlung Probierempfehlung:
Für alle, die gern ein bisschen ausprobieren und dazu konkrete Anregungen haben mögen ist dieses Buch absolut empfehlenswert! Spaß macht es auch zu zwei dran zu sitzen, wenn die Doppelseiten es hergeben. Somit ist das Buch auch bei uns gern als Mutter-Kind-Aktion genutzt worden, bei der der Große und ich zusammen die Stifte haben glühen lassen. Für Kindergartenkinder sind manche Seiten sicher auch interessant, aber einige doch eher schwierig bzw. sehr betreuungsintensiv. Von daher wäre meine Altersempfehlung so etwa ab sieben, acht Jahren.

Manche Themen kann ich mir analog sehr gut als Einführung in bestimmte Techniken für den Kunstunterricht vorstellen. Auch wenn ich dort die Erfahrung gemacht habe, dass Kinder es nicht gewohnt sind, probieren zu kritzeln sondern eher etwas Konkretes zeichnen wollen. Einen Versuch wäre es Wert, denn die Anregungen von Marion Deuchars sind vielfältig.

Vielen Dank an den Midas-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha