Sprechende Bilder (mit QR-Codes)

2020-01-21 13.05.42

2020-01-21 13.05.54Eine liebe Kollegin im zweiten Schuljahr hat ein klassisches Thema mit ihren Schützlingen angepackt: Das Gedicht „Ich male mir den Winter“ von Josef Guggenmoos. Ich traf sie, wie sie die Bilder in unserer Halle ausstellte und wir bewunderten sie gemeinsam. Als sie mir erzählte, dass die Kinder das Gedicht auch vorzulesen geübt hatten, schlug ich vor, eben dieses Vorlesen aufzunehmen und mittels QR-Code auf die Bilder zu kleben, so dass die Eltern mit ihrem Smartphone den Kindern zuhören können. Da die Kollegin begeistert von der Idee war und wir ja gerade frisch zwei iPads an die Schule bekommen haben, war fix ein Date gemacht, um die Aufnahmen zu machen.

Für die Aufnahmen nutzten wir eine App, die ich erst vor Kurzem entdeckt hatte: chirp.qr. Hiermit kann man…
– intuitiv Sprache aufnehmen (Vögelchen antippen startet und beendet die Aufnahme),
– das Aufgenommene zur Kontrolle anhören und
– dann direkt einen QR-Code erzeugen und speichern.
Kleiner Tipp für den mehrfachen Einsatz wie in unserem Fall: man gibt den Codes beim Speichern zwar Namen, aber die tauchen beim Exportieren der Bilder nicht auf. Also Reihenfolge der Sprecher notieren – handschriftlich oder in einer Notizen-App (in die man zur Sicherheit auch die Codes einfügen kann).

Was wir nun also gemacht haben? Mit den beiden vorhandenen Tablets haben wir uns in zwei ruhige Räume verzogen und nach und nach alle SuS das Gedicht vorlesen lassen. Jede Aufnahme wurde in einen QR-Code umgewandelt und gespeichert. In Ermangelung eines USB-Lightning-Speichersticks und eines WLAN-Druckers habe ich die Codes dann via AirDrop an mein iPhone übertragen und von dort an meine Schuladresse gemailt. Dann waren die Codes flott ausgedruckt. Zuletzt wurde jeder Code auf das dem Kind gehörende Bild geklebt und schon hat man Zeichnung und Sprache verbunden. Für interessierte, aber nicht so erfahrene Techniknutzer habe ich eine kurze Anleitung für die QR-Codes zu den Bildern gehängt (s. Foto).

Hier könnt ihr mal anonym in zwei Aufnahmen hineinhören. Dabei wird auch ganz gut die Bandbreite der Leseleistung deutlich. (Einige Kinder haben auch nur die erste Strophe eingelesen…).

Für uns ein sehr rundes kleines Projekt, für das sich sicher viele Kunst-Themen oder Lesestücke eignen. Gerade bei dem Gedicht, das die Kollegin ausgewählt hat, passt das Vorgehen einfach toll, denn der Text beschreibt ja exakt das Gemalte bzw. das Gemalte richtet sich nach dem Text des Gedichts.

Beste Grüße
Katha

Swap!

Beginnend in der ersten Klasse ist eines meiner liebsten Spiele im Englischunterricht „Swap!“. Es geht ganz einfach: jedes Kind der Klasse bekommt eine Frage-Karte, wobei ich immer mindestens zwei verschiedene Kartensets mische (nur Fragen, die die Kinder kennen und beantworten können). Kurz üben wir gemeinsam chorisch dann noch einmal alle heutigen Fragen und dann geht es los:
Alle SuS gehen dann im Klassenraum herum und bleiben bei immer neuen Gesprächspartnern stehen. Ein Kind stellt dann die Frage auf seiner Karte und erhält eine Antwort – dann fragt das zweite Kind und bekommt eine Antwort vom ersten. Zuletzt werden die Karten getauscht und ein neuer Partner gesucht.

Für die Anfänger in der 1 stehen keine Fragen auf den Karten sondern die zuerst gelernten Themen colours und numbers. Das Spiel läuft aber identisch ab.

Zuerst habe ich diese Spielidee bei einer Kollegin kennen gelernt und später auch noch in diesem Buch wieder gefunden: Spontanes Sprechen in der GS.

Damit ich spontan wählen kann, welche Fragen ich nutzen möchte, habe ich alle Sets (zu je 8 Karten) gebündelt in einer Pappschachtel untergebracht – habe im 1€-Laden eine thematisch passende gefunden:

Bislang habe ich diese Fragen gesammelt, die sich größtenteils aus unseren Englischthemen ergeben:

Wenn ihr es selbst mal probieren wollt, stelle ich euch hier das „Starterset“ mit den Farb- und Zahlenkarten sowie einer editierbaren Blankoseite zur Verfügung: swap cards

Beste Grüße
Katha

 

Zeugnisvorbereitungen – und es geht schon wieder los…

… mit dem „Spät-dran-sein“ für die Zeugnisse im Sommer! Unbedingt wollte ich dieses Jahr früher fertig werden als kurz vor Schluss, aber das klappt wohl nicht.

Egal. Basierend auf meiner Liste vom letzten Jahr möchte ich mir einen Überblick über die deutschspezifischen Leistungen der Kinder verschaffen, damit ich beim Schreiben der Texte fürs Zeugnis nicht immer durch diverse Planerseiten und Notizen blättern muss. Entstanden ist eine Tabelle, auf der ich kurz die wichtigsten Aspekte summieren und Schwerpunkte bzw. Probleme deutlich machen kann. Ausgehend davon kann ich dann meinen mehr oder minder standardisiert beginnenden Text pro Kind „herunterrattern“ und individuell verändern.

Wer’s brauchen kann, darf sich die Liste gern hier als .doc-Datei herunterladen – dann kann man die Namen direkt einfügen – oder darunter als .pdf-Datei:
Liste Komp. D Klasse 2
Liste Komp. D Klasse 2

Beste Grüße,
Katha

Zwischenfazit zur Sitzordnung

Vor einer Weile berichtete ich hier von der Einführung meiner neuen Sitzordnung – total frontal und altmodisch, aber gewünscht von den Kindern…

Heute muss ich wirklich eine Veränderung der Arbeitsweise feststellen. Und zwar eine echt positive! Auch wenn ich noch nicht zu 100% mit der Zuordnung der Sitznachbarn zufrieden bin und wohl doch langfristig einzelne Kinder besser einen Einzelplatz haben müssen, um konzentriert zu arbeiten, so bemerke ich…
weniger Gelaufe zwischen den Tischen
mehr Fokussierung in frontalen Unterrichtsphasen bei allen Kindern
mehr Platz z.B. für einen Stuhlkreis vorn im Klassenraum
… ein absolut klareres Raumkonzept
weniger Gespräche während Stillarbeitsphasen (vermutlich weil es „gefühlt“ weniger Sitznachbarr por Kind gibt)
keinen Abbruch der Kommunikation in kommunikativen Arbeitsphasen (die Tische sind immer noch fix zu Gruppentischen zusammengestellt, wenn man die braucht oder einzelne Kinder drehen sich einfach nach hinten um und sitzen dann an einem Grupentisch)
… eine leichtere Planung neuer Sitzplätze von zuhause aus (dazu habe ich kleine Post-It-Streifen mit den Namen der Kids beschriftet, die ich flexibel auf meinem Blatt verrücken kann) und
flexiblere Einzelplatzmöglichkeiten (an einer Seite endet jede Reihe mit einem Einzeltisch, den ich ggf. abrücken und an die Fesnterbank stellen kann, wenn es nötig ist, aber auch zurück zu den anderen schiebe, wenn es möglich ist).

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das heute so alles schreiben könnte. Aber ich bin wirklich zufrieden und habe auch noch kein negatives Wort von Seiten der Kinder über die Tischordnung gehört. Lustig waren die erstaunten Blicke mancher Kollegen in den Klassenraum, die mich oft für so „modern“ oder „revolutionär“ halten…

Beste Grüße,
Katha (die immer am Einzeltisch sitzen muss…!?)

Berufe – weiter geht’s fachübergreifend

Die Zweitkläsler haben die ganze Woche im Deutschunterricht gelernt, wie man Geschichten plant und schreibt und was dabei wichtig ist. Da habe ich spontan die Bildung der Gruppen für die anstehende Berufe-Gruppenarbeit verschoben und eine kleine fachübergreifende Schreibaufgabe gestellt:

Beim Zaubereinmaleins gibt es schöne Schreibblätter mit dem Drachen Konstantin, auf denen oben jeweils ein Bild mit Konstantin in einem Beruf zu sehen ist. Da die Kinder Konstantin schon kennen (angeblich ist er ein Cousin unseres Klassenmonsters Mona), war die Motivation schnell geweckt und fast alle bekamen auch eine gute Idee für eine Geschichte.
Unser Lehrwerk gibt die Schritte
I – Ideen finden
N – Notizen machen
E – Erzählen und
S – Schreiben
vor. Passend dazu gab es zuerst ein Schmierpapier, auf dem Notizen gemacht werden sollten. Dann gab es eine „Bushaltestelle“ an der Tafel, an die sich setzte, wer fertig zum Erzählen war. Sobald ein Kind dazu kam, gingen beide raus und erzählten sich ihre Geschichten. Danach ging es ans Schreiben und Vorzeigen für Tipps von mir. Einige Kinder sollten dann noch ein Ende ergänzen, denn viele Texte hörten sehr „hängend“ auf.
Wer fertig war, konnte sein Bild noch anmalen. Seltsamerweise lieben das die meisten Kinder ja immer noch und dauerhaft.

Stolperstellen:
1. Ideen finden und in Worte fassen
2. NUR Notizen machen und nicht gleich die ganze Geschichte schreiben
3. mit einem Zufallspartner über die Geschichte sprechen
4. die Geschichte dann auch aufschreiben
5. lesbar, mit Wortgrenzen und Punkten schreiben (Berufe standen an der Tafel…)
6. die Überschrift nicht vergessen

Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Ablauf sehr zufrieden. Ca. 1,5 Schulstunden waren wir beschäftigt und fast alle sind fertig geworden (ein Schüler hat einfach zu viel vor gehabt und mir deshalb nur die Vorschrift abgeben können – s. Stolperstelle 2).
Hier ein paar Eindrücke:

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Neben den methodischen Herausforderungen dieser Aktion habe ich für mich aber nun auch noch gleich eine Grundlage für die Zeugnisse, die ganz aktuell ist und sehr deutlich die Kompetenzen beim Erzählen und Verfassen von Texten zeigt, aber auch die rechtschriftlichen Kompetenzen viel klarer darstellt als jedes Diktat es könnte…

Beste Grüße,
Katha (die Lehrerin)

Welchen Beruf möchte ich haben?

Diese Frage stellt man sich ja selbst als Erwachsener ab und an, oder? Ich möchte nun morgen gern auch die Kinder dazu bringen, sich entweder Gedanken über ihre mögliche Berufswahl später zu machen oder, wenn das schon geschehen ist, diese zu verschriftlichen.

Für alle, die es brauchen können, gibt es hier das AB, das die Zweitis dazu bekommen: AB Wunschberuf

Beste Grüße,
Katha

Berufe sortieren

Nachdem die Zähne-Einheit nun offiziell abgeschlossen ist, beschäftigen wir uns mit Berufen. Zuerst habe ich Gruppen gebildet, in denen die Kinder zu dritt ein Berufe-ABC bekamen, in das sie möglichst viele Berufe eintragen sollten. Ich war etwas fies: die Gruppen habe ich zuhause geplant, die ABs mit Zeichen markiert und dann so geschickt ausgeteilt, dass jedes Kind genau in die von mir angedachte Gruppe kam – für die Kinder sah es aus wie Zufall. Hilft halt aber manchmal besser als wenn ich offensichtlich die Gruppen bilde…

In der nun folgenden zweiten Stunde haben wir zuerst das Klassenprodukt (ABC-Büchlein) gewürdigt und dann im Kreis die Berufe der Eltern und ggf. weiterer Verwandter gesammelt. Dabei wurden überrascht Dopplungen oder gemeinsame Arbeitsstätten zur Kenntnis genommen und erste Ähnlichkeiten zwischen Berufen bemerkt. Das war dann der perfekte Aufhänger für meine Planung: Berufe verschiedenen Berufsgruppen zuzuordnen. Das Ordnen und Kategorisieren bzw. Kategorien bilden gehören ja zu den Kompetenzen, die die Kinder (im SU) erlernen sollen. Zuerst machten wir die helfenden und rettenden Berufe aus, dann noch die auf den Fotos zu sehenden weiteren Gruppen.
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Die Begriffe „Erziehung“ und „Dienstleistung“ habe ich hineingegeben, da die Kinder dafür keine angemessenen Wörter fanden. Zuerst kamen dann meine vorbereiteten Beispiel-Post-Its zum Einsatz, die gemeinsam einem Zettel zugeordnet wurden. Dann ging es an die Plätze zurück und jedes Kind durfte sich einen eigenen Klebezettel holen und weitere Berufe an die Tafel sortieren.

Positive Beobachtungen:
> alle Kinder haben sich mit mindestens einem Wort beteiligt
> auf JEDEM Zettel stand nur EIN BEeruf – wie viele Kollegen kriegen das in der Fobi mit den Moderationskarten nicht hin???
> viele spannende Diskussionen entstanden mit mir oder Mitschülern über die Einordnung der Berufe („Wohin gehört der Bäcker?“ „Dienstleistung?“ etc.)
> da sich einige Berufe nicht klar zuordnen ließen, wurde mir ein Zusatzzettel vorgeschlagen, auf dem ich diese sammeln könne – ich habe ihn dann erstmal „Sonstige“ getauft…

Am Ende des Tages schrieb ich die Zettelsammlung dann ins Reine, so dass auf jedem Plakätchen nur noch richtig geschriebene echte Berufe stehen. Die zieren jetzt für die nächsten Wochen unsere Pinwand.

Hier nochmal die Eindrücke aller Kategorien zum Stöbern:

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Beste Grüße,
Katha