Kleine Schritte zu kompetenter Medien(be)nutzung

Momentan sind wir in der luxuriösen Situation, dass ich mit zwei Wochenstunden nicht fest im Stundenplan zugeordnet bin, sondern dass Kolleg*innen mich quasi „buchen“ können, um mit ihnen in ihren Klassen „was mit Medien zu machen“. In diesem Rahmen habe ich in den letzten Wochen mehrere kleine Aktivitäten durchführen, von denen ich hier berichten möchte.

1.) Audiaufnahmen aufzeichnen und teilen

In einer zweiten und einer dritten Klasse arbeitete ich mit einem Wimmelbild vom Sprachförderzentrum Wien (hier gibt es ein tolles Angebot von Wimmelbildern zu verschiedenen Themen). Das Klassenraum-Wimmelbild projizierte ich an die Wand und beschrieb kleine Szenen des Bildes (Kl. 3) bzw. einzelne Figuren (K. 2).

Variante a: Sprachmemos & Airdrop

Das Aufnahmesetting in Partnerarbeit

Aufgabe für die Drittklässler war es dann, selbst eine Szene herauszusuchen und rätselartig zu beschreiben. Diese kurzen Erzählungen wurden in der Sprachmemo-App aufgenommen, überprüft und ggf. erneuert. Außerdem sollten die Kinder ihre Aufnahme benennen, z.B. „Rätsel von Hannes“ und am Ende der Übung per Airdrop ihr Rätsel an eines der Lehrerinnentablets senden. Der Englischlehrerin war es wichtig, dass die Kinder das Teilen der Aufnahmen üben, da sie eine Einheit zu wild animals durchführen und in diesem Rahmen Tierrätsel aufnehmen und zu einem Rätselbuch verarbeiten wollte. Zum Verstehen des Prozesses versandte ich zuerst eine Aufnahme von mir per Airdrop an die Kinder, was sie ziemlich spannend fanden.
Die auf dem Foto zu sehenden Kunststoffboxen dienten übrigens dazu, die Hintergrundgeräusche im Klassenraum zu reduzieren. Trotz PA und Nutzung von Flur und Nebenraum sprachen ja meist 8 Kinder gleichzeit, was die Qualität der Aufnahme sehr gestört hätte.

Variante b: Rätselbeschreibungen auf einer Pinwand

Das verwendete Wimmelbild

Die Zweitklässler wollte ich eher gemeinschaftlich arbeiten lassen und habe deshalb nicht auf die Sprachmemo-App gesetzt sonder eine Pinwand eingesetzt. Man braucht eine leere Pinwand von TaskCards oder Padlet, die die Kinder mit Hilfe eines QR-Codes öffnen können. Dann kann man in beiden Systemen sehr einfach eine neue Karte anlegen und in dieser eine Audioaufnahme aufzeichnen: „Beschreibe ein anderes Kind aus der Klasse als Rätsel“. In einem zweiten Schritt ging es dann darum, die Rätsel der anderen Kinder anzuhören und als Kommentar darunter die vermutete Lösung zu hinterlassen.

Wie immer gilt es bei allen Aktivitäten mit Schülerdaten (ja, Stimme gehört dazu!), das Einverständnis der Eltern einzuholen.

2.) Gemeinsam Fragen sammeln

Eine vierte Klasse bereitete im Rahmen der „Welttag des Buches“-Aktion einen Besuch in einer Buchhandlung vor und die Kollegin wollte dies gern als thematischen Rahmen für unsere Medienstunde nutzen. Also habe ich auch hier eine Pinwand angelegt und darauf ein Bild der Buchhandlung und des Buches von der Stiftung Lesen vorbereitet. Da die Kinder aus der Distanzlernzeit bei mir schon Padlet kannten, war die Frage nach dem Verfassen eigener Zettel auf der Pinwand kein Problem für sie. Kurz wurde der Arbeitsauftrag geklärt, dass die Schüler*innen für jede Frage einen neuen Zettel anlegen sollen, dann ging es auch schon los. Viele verschiedene Fragen kamen innerhalb der nächsten 10 oder 15 Minuten zusammen, die wir dann gemeinsam anschauten und zu ordnen versuchten. Optimal ist hierfür die Regal- bzw. Spalteneinstellung, in der man Überschriften setzen und die Zettel später sortieren kann. Die Kinder bekommen nur Schreibrecht, so dass das Sortieren in meiner Hand lag.
Im Nachgang habe ich mit der Klassenlehrerin noch die doppelten Fragen gelöscht und die Pinwand als pdf exportiert, damit die Fragen in die Buchhandlung mitgenommen werden können. Ziel wäre es für mich natürlich, im Idealfall die Pinwand via Tablet mitzunehmen und die Antworten z.B. per Audio aufzunehmen. Dafür hätten aber WLAN- und Datenschutzfragen geklärt werden müssen, was leider aus Zeitgründen nicht mehr drin war.

So, das waren drei Beispiele aus meiner aktuellen Arbeit und den andauernden Versuchen, den Kolleg*innen die Arbeit mit digitalen Medien näherzubringen. Immer versuche ich dabei, Kompetenzen zu fördern, die vielfältig hilfreich sind – Audioaufnahmen z.B. können die SuS im Laufe ihrer Schulzeit für Aufgaben, Präsentationen oder Feedback genutzt werden. Die nutzung kollaborativer Pinwände ist als Gruppenarbeitsmittel ebenso denkbar wie als Präsentationsmedium.

Herzliche Grüße
Katha

Audio-Sightseeingtour durch London

Für ein Coaching von Englischlehrerinnen habe ich dieser Tage den Auftrag bekommen, etwas Digitales Distanzgeeignetes für das Themenfeld 🗺 Landeskunde zu entwickeln. Nach einigem Überlegen ist eine sightseeingtour durch London dabei herausgekommen, die die Kinder selbstständigdurchführen können, weil sie neben Textanteilen vor allem mit Tonaufnahmen und Bildern arbeitet.

Aufgesetzt habe ich das Projekt mit TaskCards, der niegelnagelneuen Padlet-Alternative aus Deutschland. Als Format habe ich dort die Weltkarte ausgewählt, auf der ich dann verschiedene Orte mit Pins markieren kann. Begleitend gibt es ein Arbeitsblatt (s. unten), das die Tour begleitet und auch die Startanweisungen beinhaltet:
In die Felder links kommen dann Ausschneidebilder* von den Sehenswürdigkeiten und rechts werden die Namen ergänzt. Dazu müssen natürlich vorab wie üblich die sights erarbeitet und halbwegs gesichert werden.

Bild

Wenn die Kinder den QR-Code scannen**, gelangen sie zu der Pinwand, zoomen den Bereich mit den Pins (also London) näher heran und tippen auf den roten Pin. Erst habe ich mich kurz geärgert, dass die Pinwand immer so startet, denke aber inzwischen, dass die Kinder so die Lage von London nochmal etwas bewusster wahrnehmen:

So sieht die Startseite der Karte bei TasCards aus.
Herangezoomt sieht man die Besuchspunkte besser.

Jeder Pin beinhaltet etwas geschriebenen Text, ein Bild der aktuellen Sehenswürdgkeit und ein Audio, das ich eingesprochen habe. Ich beschreibe kurz die Sehenswürdigkeit und nenne den nächsten Ort auf der Tour. Den müssen die Kinder dann finden. Am blauen Pin endet die Tour. Hier mal ein Beispiel:

Hiergeht es zur Pinwand zum Ausprobieren: https://www.taskcards.de/board/52d71b2c-776b-4546-9176-f6cd55a3a92e?token=84a5fc3c-9694-42cb-adc4-b5204d1ecac9 – Wer mag und einen eigenen Account bei TaskCards hat, darf sich die Pinwand gern kopieren und für den eigenen Gebrauch anpassen.

Abschließend noch zwei technische Beobachtungen zu TaskCards im Vergleich zu Padlet, das ja viele von euch nutzen:
Vorteil TaskCards gegenüber Padlet: Ich kann jedem Pin sowohl ein Bild als auch eine Tonspur hinzufügen; bei Padlet ginge nur eins von beidem.
Nachteil TaskCards: Ich muss die Pins händisch setzen, da es die Orts-Suchfunktion von GoogleMaps hier bei OpenStreetMaps nicht gibt. Mit einer Vergleichskarte neben dem Bildschirm geht das aber selbst hierbei ganz gut.
Vorteil TaskCards: deutsche Server, deutsche Entwickler, Datenschutz vom Feinsten! 🤩

Ich freue mich wie immer über eure Rückmeldung und vielleicht habt ihr ja eigene Ideen in dieser Richtung – dann immer her damit!

Love, Katha

* Die Bilder für dieses Projekt stammen alle von der Bildersuchseite Pixabay, auf der ich freie Bilder finden kann.
** Wer keine Tablets hat, kann den Link der Pinwand auch einfach auf einem PC oder Notebook öffnen lassen. Der Link kann dazu über ein schulisches Netzwerk zur Verfügung gestellt werden oder mit einem Linkverkürzer zum Abtippen aufbereitet werden.

Zum Einlesen der Audios habe ich diese Texte verfasst:

Und hier das AB als PDF und als Textdatei zum Anpassen. Have fun!