Allzweckwaffe Biparcours (Actionbound)

Immer mal wieder werden von Lehrkräften Apps gesucht, die man „unbedingt auf Schultablets haben muss“. Eine davon ist für mich die App Biparcours, die für Bildungseinrichtungen in NRW kostenfreie* baugleiche Version von Actionbound.

Die Logos der Apps Biparcours & Actionbound – zu finden online, in Appstore und Playstore

Beide Apps sind ursprünglich für digitale Schnitzeljagden gedacht und dafür auch wunderbar geeignet. Solche Rallyes können aber längst nicht nur interessant für den Sachunterricht sein – es gibt viele tolle Anregungen auch für den Sprachunterricht zum Beispiel. Einige davon möchte ich hier mal anreißen. Diese Ideen stammen nicht alle ursprünglich aus meinen Gehirnwindungen, sondern haben sich dort aus vielen Anregungen aus Fortbildungen, Gesprächen und dem #TwitterLehrerzimmer zusammen gesammelt – sollte sich irgendwer „beklaut“ fühlen, dann bitte gern melden und ich nehme die Credits hier sofort auf!

0. Organisatorisches
Beide Apps können auf mobilen Geräten zum Spielen eines Parcours bzw. Bounds genutzt werden. Das Anlegen der Aufgaben geht im Browser, wo man sich dann mit seinen Daten anmeldet. Öffentliche Parcours können dann von Jedem gefunden und gespielt werden, aber man kann sie auch als „geheim“ speichern, so dass man nur über einen QR-Code Zugriff bekommt. Ebenfalls einstellbar ist es, ob die Reihenfolge der Aufgaben fest steht oder zufällig ist.
Im Lehreraccount kan man sog. Sub-Accounts einrichten: die SuS müssen sich dann nicht selbst auf der Homepage registrieren (Datenschutz) und die Aufgaben aus allen Sub-Accounts können von der Lehrkraft in ein Endprodukt überführt und geordnet werden.
Aufgabenformate sind offene Fragen, Multiple-Choice-Fragen, Sortieraufgaben, Schätzaufgaben, Foto-Hochladeaufgaben und andere. Es gibt eine Navigationsfunktion, wenn Teilnehmer an einen bestimmten geografischen Ort geführt werden sollen.
Für jede gelöste Aufgabe gibt es Punkte, deren Wert der Ersteller festlegen kann. Auch Einstellungen zum Weiterkommen sind möglich. So sieht beispielsweise eine Aufgabe im Editor aus:

Der Parcoursersteller kann am Ende alle Lösungen einsehen und die Punktestände vergleichen sowie als Aufgabe hochgeladene Bilder einsehen. Die Teilnehmer sehen nur Ihre Platzierung anhand der Punkte.

1. Sachunterricht
Geografische Themen lassen sich mit Parcours bzw. Bounds hervorragend umsetzen, besonders die lokalen Aspekte im „Heimatkundeunterricht“. So können die Kinder mit einem mobilen Gerät mit der App drauf bestimmte Orte aufsuchen, dort Aufgaben oder Rätsel lösen, Fotos machen etc. Die Navigation kann dabei ebenso geübt werden wie das Lesen, das genaue Hinschauen und nebenbei lässt sich eine Menge über den eigenen Ort lernen.
Reizvoll ist es aber auch, die Kinder selbst Fragen und Aufgaben bzw. Stationen für einen Parcours erstellen zu lassen. So, wie bislang Zeitschriften über den eigenen Ort verfasst wurden, Reiseführer, Plakate oder Ähnliches, können einzelne Partnerteams oder Gruppen zu Unterthemen Aufgaben ausdenken, die dann zu einem Parcours zusammen geführt werden und von allen gespielt werden können.
Hier wird klar, dass Parcours nicht nur räumlich, sondern auch thematisch aufgebaut werden können und sich wirklich gut mit Bewegung verknüpfen lassen.

2. Deutsch (Sprachen)
Aufgaben zu einer Lektüre oder anderen ergiebigen Texten können statt auf Papier auch in Biparcours umgesetzt werden – dazu werden dann zum Beispiel verschiedene Fragen und andere Aufgabentypen im Schulgebäude verteilt (wenn nicht grad verschärfte Hygieneregeln gelten..), wo sie gefunden und gelöst werden können.
Zum Ausbau des Wortschatzes können z.B. durch Fotos in der App Orte vorgegeben werden, die die Kinder aufsuchen sollen, um dort Dinge zu finden (Multiple Choice) oder zu benennen (Freitext). ANdersherum können Begriffe vorgegeben werden, zu denen die Kinder ein passendes Foto hochladen müssen.

3. alle Fächer
Grundsätzlich bieten die beiden Apps die Möglichkeit, dass Kinder beim Lernen in Bewegung kommen und ein Schulgebäude, Schulgelände oder Dorf zum Lernort wird. Wenn mit QR-Codes gearbeitet wird, lassen sich Aufgaben überall verteilen und reale Gegenstände, Orte oder Erlebnisse finden Eingang in ein Lernen, das am ehesten mit Stationenlernen oder einer Lerntheke vergleichbar wäre.

4. Ankommen und Kennenlernen
Wenn ein neuer Ort (neue Schule etc.) zum Lernort wird, bietet es sich an, ihn genauer kennenzulernen. Auch dies kann mit Biparcours/Actionbound motivierend umgesetzt werden. Lehrkräfte oder ältere Schüler*innen erstellen ein Angebot für die Neuen. Diese erkunden dann mit Hilfe der Aufgaben in kleinen Gruppen Gebäude und Gelände und kommen so an alle relevanten Orte, die sie kennen sollten. Wir haben dies z.B. für die neuen LAA in unserem ZfsL am Medientag genutzt.
Auf der Ebene des Kollegiums sind die Apps auch ein guter Begleiter: unseren letzten Kollegiumsausflug durch die Nachbarstadt haben wir mit Actionbound auch ziemlich aufgepeppt und ohne große Vorträge oder alle zusammenrufen zu müssen, viele Inhalte vermittelt bzw. die Kolleg*innen zu kleinen Aufgaben motiviert. Analog wäre dies für Wandertage oder Abschlussfeiern denkbar.

Ich würde euch raten, einfach mal in der App zu stöbern, welche Parcours bzw. Bounds es in eurer Region gibt und einfach mal etwas auszuprobieren. Einige Ergebnisse aus Schulen sind ja bereits online und können als Inspiration dienen.

Viel Spaß beim Testen wünscht
Katha (die für diese Werbung natürlich kein Geld oder sonstwas bekommt!)

* Actionbound kann als Privatperson kostenfrei genutzt werden, ist für den institutionellen Einsatz aber kostenpflichtig. Für Menschen aus nordrheinwestfälischen Bildungseinrichtungen ist Biparcours nach Anmeldung kostenfrei nutzbar – es ist baugleich und nur in anderen Farbtönen gehalten…

Das Analoge DigitaLexikon

Im Zuge der Digitalisierungs-Debatte gibt es eine Menge Interessantes zu lesen – vieles davon online. Wie aber bekomme ich wenig digi-affine Kolleginnen und Kollegen dort überhaupt hin?

Da wir im ZfsL (Studienseminar) inzwischen mit ersten Tablets bzw. fast alle Fachleitungen dort mit einem Smartphone ausgestattet sind, habe ich eine Mischform aus analog in die Hand zu nehmendem Buch mit digitalen Inhalten gebastelt: das Analoge DigitaLexikon ist eigentlich ein Flip-Fotoalbum, in dem ich die für mich/uns relevantesten Themen und Impulse kurz erklärt und dann durch QR-Codes direkt passende Online-Quellen zugänglich gemacht habe.

Vor einigen Wochen habe ich die Idee mal im #twitterlehrerzimmer geteilt und dort innerhalb von Stunden mehrere MithelferInnen gehabt, die Korrektur gelesen, Bildrechte geprüft, Bilder getauscht und neue Karten geschrieben haben. Wow! Kollaboration at its finest – deutschlandweit und doch um die Ecke.


Damit der kollaborative Gedanke weiter lebt, findet ihr in der Datei zum DigitaLexikon einen recht ausführlichen Text von mir zur Einleitung und die Erlaubnis respektive Bitte, selbst aktiv zu werden und das Ding wachsen zu lassen.

Vielleicht könnt ihr das Ganze ja als Grundlage für was Eigenes gebrauchen oder findet eine Auswahl aus den schon vorhandenen Ideen. Hier isses: DigitaLexikon auf OneDrive

Beste Grüße
Katha

Rückmeldung zu Texten geben – Achtung, digital.

Da ich heute mein halbes Fachseminar (also sechs LAA) zu Gast im Unterricht hatte, habe ich mal was auszuprobieren gewagt:

Die Drittklässler üben gerade das Überarbeiten von Texten durch korrekte Anwendung der wörtlichen Rede, Einsatz von treffenden Adjektiven und Verben aus dem Wortfeld sagen. Im Zuge dessen wiederholten wir heute noch das Beenden von Geschichten, das die Kinder seit dem zweiten Schuljahr kennen. Es ging mir vor allem darum, dass die SuS sich Rückmeldung zu ihren Texten geben.

Erste Überlegungen waren PA mit Hilfe von Haltestellen oder ein Doppelkreis, damit jedes Kind sich mit mehreren anderen über den eigenen Text austauschen kann. Besagter Besuch hat mich dann aber dazu ermutigt, das Ganze mit Padlet umzusetzen:
Padlet

Padlet ist eine digitale Pinwand, die verschiedene Vorlagen bietet. Es gibt die Möglichkeit, Gäste via Link ins Padlet zu holen. In meinem Fall habe ich natürlich auch die Kommentarfunktion aktiviert; die Like-Funktion mit Herzchen habe ich jedoch deaktiviert… #ausGründen
Den Link zum Padlet haben die SuS in einem pdf-Dokument gefunden, das ich ihnen im Klassenaustauschverzeichnis abgelegt hatte – ein Klick darauf führt genau zur gewünschten Website. [Gibt es Bedarf, dass ich hier mal erläutere, wie das funktioniert bzw. wie man solche Dokumente schreibt und ans Kind bringt?]
Schnell verstanden sie anhand meiner beiden Beispiel“zettel“, wie Padlet funktioniert und dass man mit dem + in der Ecke selbst neue Zettel anpinnen kann. Somit ging es schnell in die erste Arbeitsphase (ein zweisätziges Ende zur vorgegebenen Geschichte über unsere Klassenmonster schreiben). Meine LAA halfen hier und da beim Tippen, das noch nicht alle sicher beherrschen…
Ein Schüler entdeckte und probierte am Ende der Phase schon die Kommentarfunktion gefunden und ausprobiert, so dass der Übergang in die Rückmeldungsphase schnell gefunden war. Ich habe dann nochmal daran erinnert, wie man konstruktiv Rückmeldung gibt und einige Formulierungshilfen angeboten. Dann durften die Kinder loslegen und kommentierten die Texte der anderen. Die Ergebnisse seht ihr ausschnittsweise oben.
Für mich zeigen sie, dass viele Kinder sich wirklich mit den kurzen Texten beschäftigt haben und gute Rückmeldung oder Fragen formulieren konnten. Dass man Kommentare aktiv absenden muss, sollte man erklären – daraus resultierten ein paar Unsicherheiten.

Die Reflexion der Kinder war: hat Freude gemacht, man konnte zu allen Texten etwas schreiben, das war wie WhatsApp und WhatsApp mag ich, wir haben alle was zusammen geschafft.

Die Rückmeldung der LAA war: motivierte SuS in beiden Arbeitsphasen, sehr intuitiv zu bedienendes Tool, viel Bemühen um „gute“ Rückmeldung, Sorge dafür, dass zu jedem Text eine Rückmeldung erscheint.

Hier geht es zur Website von Padlet. Man kann nach Registrierung drei eigene Padlets kostenfrei anlegen – mit Lizenz ist die Zahl unbegrenzt. „Liken“ oder teilnehmen kann man an beliebig vielen Padlets.

Da ich eh einen geschrieben habe, bekommt ihr heute auch mal die Verlaufsplanung für die Stunde mitgeliefert. Wenn man nicht sechs LAA zum Helfen da hat, muss man sicher eine Doppelstunde dafür einplanen. 😉

Beste Grüße
Katha

Das Klexikon

Manche Dinge kann man ja einfach mal teilen: Das Klexikon, Kidernachschlagewerk u.a. unterstützt von SeitenStark, hat inzwischen fast 2500 Artikel beisammen, in denen kindgerecht nachgeschlagen werden kann. Eine tolle Alternative zu Wikipedia, die man den Kindern unbedingt mal nahebringen sollte…
Bildergebnis für klexikon

Hier geht es direkt dorthin: Klexikon

Wenn man sich die Themensammlung mal ansieht, dann fallen Schwerpunkte beim Themenbereich Tiere sowie in der Geografie auf. SU-Lehrkräfte können sich freuen!
Erfreulicherweise steht alles unter einer Creative-Commons-Lizenz, also dürfen die Inhalte verwendet und unter Namensnennung weiter gegeben werden.

Beste Grüße
Katha

Medienkompetenz fördern

… das schreiben sich ja inzwischen wohl die meisten Landesregierungen und infolgedessen auch die Verlage auf ihre Fahnen. Ich beschäftige mich seit meiner Ausbildung immer mal wieder mit dem Thema (als Medienbeauftragte ist das ja auch mein Job), finde aber, dass sich Vieles wiederholt oder etwas altbacken ist. Entsprechend lustlos nahm ich die in meinem Fach gefundene Broschüre des MekoKitaService in die Hand, den das Landesinstitut für Medien LfM auf die Beine gestellt hat:
2017-01-22-14-52-05

ich würde hier nicht darüber schreiben, wenn ich nicht positiv überrascht gewesen wäre über diese kleine Publikation, die als Werbung für den neuen Newsletter gilt. Ein paar schöne handfeste Ideen fanden sich darin, die über das Übliche hinausgehen. Fototricks zum Beispiel oder Videodrehideen. Auch Material für die Elternarbeit wird angeboten und Planungshilfen. Hier mal Eindrücke:

Fazit dieses Posts: Ich habe mich direkt mal für den Newsletter angemeldet, werde mindestens eine der Ideen einfach mal im Kunstunterricht ausprobieren und kann das Projekt vorerst einfach nur empfehlen.

Katha

Klassenabschlusszeitung

Wie mit meinen beiden früheren Vierten möchte ich auch dieses Mal zum Abschluss der GS-Zeit eine Klassenzeitung mit den Kindern herstellen. Neben den klassischen Geschichten aus den vier Jahren nehmen dort Klassen- und Freundefotos einen Platz ein, es gibt eine Autogrammseite, Lehrergrüße und vor allem einen ausführlichen Steckbrief von jedem.

Diesen Steckbrief* habe ich letzte Woche bei uns an die Wand geworfen und mit den Kindern durchgeschaut – sie haben zwei Zeilen ergänzt und eine abgewählt. Da einige einzelne Zeilen nicht wollten, habe ich ihnen einfach gezeigt, wie sie die in ihrer Datei löschen können.

rr

Schwupps dann die Vorlage an die Verzeichnisse der Kinder verteilt und los ging es. Erst schreiben, dann formatieren, dann von der Frau Lehrerin korrigieren lassen, fertig. Nun habe ich 22 fertige Steckbriefe zum Einfügen zusammen.

Gestern war dann Fototermin: Einzelfotos für die Steckbriefe, Freundefotos mit den liebsten Kumpels und mehrer Klassenfotos, damit ich was zur Auswahl habe. Mein momentaner Favorit ist das Bild auf „den Steinen“ (wo bei uns immer zu Beginn des Jahres die Klassenfotos aufgenommen werden) in „Denker“-Pose. Sieht lustig aus!

Ka

* heute mal als Word-Datei, damit man drin rumpfuschen kann! 🙂

Flimmo – Fernsehzeitung für Kinder

Wie schön, dass bei meinen Viertis (durchschnittlich 9,5 Jahre alt) der beliebteste Film der Weihnachtsferien „Star Wars“ war. Ist ja ab 12. Mit den Eltern natürlich auch für Jüngere. Na ja.

Immer wieder rege ich mich darüber auf, wie brutale, hektische, aggressive, unangemessene oder politisch, sexuell oder sonstwie überfordernde Sendungen die Kinder in der Grundschule konsumieren. Vielleicht bin ich da zu spießig, vielleicht zu besorgt, vielleicht bilde ich mir ja die Korrelation von Unaufmerksamkeit im Unterricht und dem uneingeschränkten FIlm-(und Medien-)konsum auch nur ein.

Nichtsdestotrotz versuche ich immer mal wieder, zumindest im Kleinen, etwas dagegen zu wirken und habe vor vielen Jahren schon die Flimmo geordert. Alle paar Monate „beglücke“ ich damit zwangsweise meine Schüler und hoffe, dass zumindest bei einem mal die Eltern in die kritischen Tipps und Empfehlungen schauen und etwas daraus lernen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Hier kann man übrigens die Zeitschrift kostenlos ordern.

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Ka