„Verwischelung“ der Sprache

“ … zwischen 6 bis 8 Uhr.“

„Der Autor wird 1960 geboren. Schon mit 18 Jahren schreibt er seine ersten Texte …“

“ … der bestangezogenste Schauspieler …“

„Ihr wird Raub und Körperverletzung vorgeworfen.“

„Viele LKWs befahren diese Autobahn täglich.“

So und so ähnlich schallt es mir alltäglich aus dem TV und dem Radio entgegen – und das auf öffentlich-rechtlichen Medien. Auch das Durchblättern unserer Regionalzeitung macht mir in sprachlicher Hinsicht wenig Freude.

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Bitte, liebe Medienmacher, Redakteure, Moderatoren, Schreiberlinge etc.: Sucht euer sprachliches Handwerkszeug nochmal in Ruhe zusammen! Bitte achtet wieder ein bisschen mehr auf euren Ausdruck, auf grammatikalische und formale Aspekte, die der deutschen Sprache zu Grunde liegen! Bitte seid ein Sprachvorbild!
Bitte holt das Präteritum zurück und verwendet passende Verbformen, verdoppelt keinen Plural oder maximiert die Steigerungsform eines Adjektivs. Bitte!
((Grafik von mompitz.de))

Wenn ich jetzt wen nerve, sorry! Ab und an muss mein Genöle mal raus! Heute halt mal zum „mündlichen Sprachgebrauch“ und nicht wie hier schon zur Rechtschreibung oder hier zur Grammatik. Danke fürs Lesen und „gern geschehen“, dass ihr jetzt nicht mehr sprachlich unkritisch Radio hören könnt 😉

Ich bin da ganz auf der Seite von Bastian Sick, dessen Zwiebelfisch-Kolumne mir absolut aus der Seele spricht. Ein absoluter Lesetipp von mir sind die „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“-Bücher, die daraus entstanden sind. Sehr gute Lektüre für Deutschlehrer und alle anderen Kollegen auch!

Beste genölte Grüße,
Katha

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Eisenhower und ich

Ich glaube, ich werde alt…

So langsam komme ich mit meinen alten Gewohnheiten bzgl. to-do-Listen nicht mehr so richtig zurande. Mich nervt es, wenn zusätzlich zum bewährten Buch, in dem alles durchgestrichen wird, noch diverse Klebezettel und Notizen kommen, die schnell den Schreibtisch füllen und chaotisch aussehen lassen. Außerdem sammeln sich in besagtem Büchlein Aufgaben verschiedenster Dringlichkeit und Wichtigkeit gleichwertig nebeneinander, was das Abarbeiten der Seiten nicht gerade erleichtert.

Heute prokrastiniere ich ein bisschen das Diktat der kleinen Monster und unterhalte mich ein wenig mit Mr. Eisenhower. Die nach ihm benannte Matrix (auch unter dem Eisenhower-Prinzip bekannt) unterteilt Aufgaben in vier Grade:
wichtig und dringend – kurzfristig erledigen!
wichtig und nicht dringend – bald erledigen!
nicht wichtig, aber dringend – delegieren oder eben doch bald wegschaffen!
nicht wichtig und nicht dringend – das Original sagt: „Papierkorb!“, ich sage: „demnächst mal, wenn Zeit ist!“

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Für mich beginnt heute ein Probelauf mit meinem neuen Freund, den ich mir in 4xA4 bunt ins Büro gehängt habe. Mal sehen, ob es mich weiterbringt und ich meine verschiedenen Aufgaben so etwsa besser im Blick behalte. Vorerst kommen sowohl dienstliche als auch private Aufgaben da drauf, auch das muss ich dann mal evaluieren.

Beste Grüße,
Katha

Räumrausch

Kennt ihr das? Nur mal eben kurz…

Heute haben wir „nur mal eben kurz“ endlich die seit Monaten hier im Weg stehende Magnetpinwand für den Möppel aufgehängt. Im Endergebnis stand dann Stunden später nicht nur Möppels Schreibtisch woanders, sondern es hatte auch ein Regal einen neuen Platz inkl. neuem Inhalt (Möppelpapa hat jetzt sein eigenes Regal voll mit seinem Arbeitszeug, da zuvor überall verteilt war), was dann natürlich auch noch zum Inhaltswechsel von anderthalb anderen Regalen führte. Das hatte sich eh schon angekündigt, da ich ja für meine neue Aufgabe, die Fachleiterei, eh einige Dinge sammeln und ordnen muss, mit denen ich mich bislang eher periphär beschäftigt hatte.

Nun sitze ich aber immerhin in einem deutlich lockerer „gefüllten“ Büro am Schreibtisch und habe fast den ganzen Nachmittag mit den Kleinen hier drin gespielt und gemalt. Auf dem Boden ist jetzt viiiel mehr Platz – und da sind sie dann doch immer noch meist am liebsten…

„Nebenher“ dann noch fix ein bisschen die Woche vorgeplant: Der WP für meine Monster ist schon seit gestern fertig – es geht mal intensiver ans Schreiben von Geschichten – und die Fachklassen sind auch jetzt vorbereitet. Da morgen Konferenz ist, mag ich dann nicht mehr ran.

Beste Grüße an alle und eine gute Woche euch,
Katha

Halbwertszeit eines Lehrerblogs?

2017-11-02 11.25.47

Meinen kleinen Prima(r)Blog führe ich nun schon ein kleines Weilchen. Leider stelle ich selbst fest, dass ich nur noch phasenweise aktiv bin und nur selten zum Schreiben komme.
Vor allem im Bereich Material sah es zuletzt bei mir dünne aus – für Deutsch schreibe ich zur Zeit nur wenig selbst, weil ich noch soviel Lehrwerk für so wenig Schuljahr übrig habe. Über das, was ich in Englisch mache, habe ich gefühlt schon fast alles geschrieben. Da das aber eher nur ein Gefühl ist, möchte ich demnächst auch wieder mal mehr zum Bereich Englisch schreiben. Mit drei ersten Klassen parallel kann ich gerade meinen Unterricht sowas von reflektieren, evaluieren und weiterentwickeln 😉

Was mir auf grundschulblogs.de auffällt, ist ebenfalls eine teils ähnliche Entwicklung. Einige Blogs, die bei meinem Start noch „Zugpferde“ waren, sind ganz verschwunden oder nur noch außerhalb der Sammelseite zu lesen. Immer mehr Materialien werden nur noch kostenpflichtig angeboten oder gar nicht mehr. Neue Blogs sind aufgetaucht, viele fühlen sich für mich jedoch eher wie eine Vermarktungsplattform für die eigenen Dateien in den Bezahlbörsen an.
Hoffentlich kann ich mich und können sich auch andere wieder mehr dazu motivieren, über Unterricht zu schreiben und den vor einigen Monaten noch lebhafteren Austausch wieder etwas anzukurbeln. Denn wenn ich Material kaufen möchte, dann gehe ich auf die entsprechenden Seiten und suche gezielt dort.

Naja, mal sehen…
Einen schönen Abend euch allen noch,
Katha

Ferienende

So, da sind sie schon wieder rum die Herbstferien. Geht ja doch immer schnell…

Der Familienurlaub ging wieder nach Norderney, wo wir erstaunlich freundliches Wetter genießen durften.

Fundstück 1: Regenbogen am Strand, Fundstück 2: der Wirbelknochen (vermutlich) eines Schweinswals, Fundstück 3: Engelsflügelmuscheln (die werden echt so genannt).

Heute habe ich dann der Schule schon einen kurzen Besuch absgestattet, um mich der Nutzbarkeit der Räume zu vergewissern und alle Vorbereitungen für morgen zu treffen. Montags ist nämlich mein einzig richtig stressiger morgen – um 7.45 selbst anfangen und vorher noch den Möppel zur Schule begleiten und das Möppelchen in der Kita abliefern. Nachdem ich mich danach nun diverse Male gestresst an den Kopierer gestellt habe, um den WP startklar zu haben, bin ich endlich mal schlauer gewesen und war nun also heute schon da, habe kopiert, verteilt, die Tafel vorbereitet, laminiert und geschnippelt (ja, ab und zu noch…), Zettelchen geschrieben und mein Pult geputzt, damit man die Grundreinigung nicht mehr so bemerkt 😉
Das alles unter tatkräftiger Hilfe des Möppels, der Stapel aus dem Kopierer gezogen und gelocht hat, Bücher im Nebenraum umsortiert und unten liegende Stühle aufgehoben hat. Zwischendurch „musste“ er dann noch etwas im Blitzrechnen an der Mengenerkennung arbeiten damit die Mama auch wirklich noch was schaffte 🙂

Nun liegt also für die beiden Englischstunden morgen alles kopiert und bereit, der WP ist in der Klasse ebenfalls startklar und auch für DI ist prinzipiell nichts mehr zu tun. Sehr gutes Gefühl. Überhaupt habe ich mir vorgenommen, nicht nur in Deutsch wochenweise zu planen, sondern auch in den anderen Fächern längere Zeiträume in den Blick zu nehmen. So stehen in letzter Zeit manchmal schon Englischstunden für die nächste Woche im Lehrerplaner, was wirklich beruhigt. Außerdem kopiere ich für die aktuelle Einheit auch immer öfter schon die definitiv nötigen AB vor, damit sie dann griffbereit in meiner Englischtasche liegen und ich vor lauter Vorplanung nicht das Material vergesse.

Und wo ich grad so schön plane – auch den Blog will ich wieder gewissenhafter führen. Erschreckend wenig habe ich mich zuletzt dran gesetzt, obwohl er mich doch immer wieder so erfreut. Also, in den nächsten Tagen möchte ich euch mein noch recht neues, aber schon super angelaufenes Zwei-Fächer-auf-dem-Pult-System vorstellen und auf Wunsch einer Leserin nochmal einen ausführlicheren Artikel zum Wochenplan schreiben.

Allen, die morgen ebenfalls aus den Ferien kommen, wünsche ich einen guten Start in den zweiten Abschnitt des Schuljahres, allen anderen einfach einen guten Wochenstart!

Beste Grüße,
Katha

fort und gebildet

2017-09-20 14.26.07.jpgIn der Stadt mit dem besten Fußballverein und coolsten Stadion überhaupt durfte ich heute eine sonnige Mittagspause mit Besuch im Stadionfanshop genießen. Das allein tat schonmal gut.

Würde ich aber natürlich nicht drüber schreiben, wenn nicht drumherum auch ein bisschen Arbeit angestanden hätte. Auf einer Veranstaltung mit dem Schwerpunkt Gesundheit von Lehrkräften habe ich an drei Workshops teilgenommen und interessanterweise dabei Input mit immer dem gleichen Tenor bekommen:
Wir Lehrer (genauso wie alle anderen Arbeitnehmer, manchmal aber noch etwas mehr) müssen gut auf uns aufpassen. Wir sollten uns bewegen und entspannen und lernen, nicht alles auf uns zu beziehen und an die große Ärgerglocke zu hängen. Wir sollten manchmal über unsere Erwartungen und Asprüche nachdenken, auch mal nein sagen können und uns (platt gesagt) nicht von so vielen Kleinigkeiten ärgern lassen.

Irgendwie passt das zu den Büchern, die ich zuletzt gelesen habe und die ganz viel mit der Arbeit an den eigenen Einstellungen zu tun hatten. Man kann sich das Leben an vielen (nicht an allen!) Stellen wirklich erleichtern, wenn man seine Sichtweise auf andere Menschen und die eigene Interaktion mal kritisch hinterfragt, wenn man mal Perspektivwechsel wagt, wenn man ab und zu auch mal eigene Beiträge zu Konflikten erkennen kann und wenn man schafft, (eigentlich wertvolle) Verantwortungsgefühle auch mal zurückzustellen.

Für alle, die mal schnuppern wollen, gibt es deshalb heute zwei Empfehlungen:
1. Jimmy Little – den sollte man echt mal erlebt haben!
2. Mein zuletzt liebstes Fachbuch, das ein bisschen wirken muss: Stopp, die Regel gilt!

Vielleicht liegt es an meiner zunehmenden Weisheit durch das Altern (?), vielleicht an den eigenen Kindern oder einer wachsenden Offenheit des Geistes (????), aber ich merke, dass mir diese selbstreflexiven Zugänge zur Zeit echt helfen und mir neue Handlungsperspektiven eröffnen.

Wer ähnliche oder ganz andere Erfahrungen hat, darf sich ja gern mal in einem Kommentar austoben…

Fortgebildete Grüße,
Katha

Rushing woman !?

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Dieses Stückchen Text beendet einen Artikel in der aktuellen Ausgabe von Centaur, dem Kundenmagazin von Rossmann. Gelegentlich nehme ich solche Hefte gern mit und schneide vor allem gern schöne Überschriften oder Bildchen aus, die ich dann in den Büchern für meine Kinder zum Gestalten verwende. An diesem Artikel über sogenannte „Rushing women“ bin ich hängen geblieben – vor allem weil ich mich in Zügen darin auch wiederfinden konnte. Vor allem, als ich auf der Checkliste mehrere Punkte mit „ja, das haut hin“ beantworten konnte, wurde ich doch ein wenig nachdenklich.

Vielleicht sollten viele von uns (Grundschul)Lehrerinnen sich wirklich auch mal wieder etwas mehr auf uns selbst besinnen. Ich hab da gut Reden – mir fällt das ja selbst unendlich schwer! Aber ich merke auch in diesen Ferien, wie gut es tut, einfach mal ein (privates!) Buch zu lesen, statt schon eine Klassenliste zu schreiben. Die man dann ja eh kurz vor Start nochmal prüfen und aktualisieren muss. Oder mit dem Möppel ein Eis essen zu gehen statt den Geburtstagskalender für die Klasse vorzubereiten. Oder mit Freunden zu frühstücken statt das Gutachten für den Verlag heute schon fertig zu bekommen.

In diesem Sinne, liebe rennende Kolleginnen, lasst es uns etwas langsamer angehen, etwas weniger Konkurrenz spüren, etwas mehr auf uns selbst achten, wenn es wieder losgeht im neuen Schuljahr!

Beste Grüße,
Katha

(die jetzt gleich Frühstücksbesuch bekommt!)