Rezension: „Unterrichtsbesuche, Hospitationen und Lehrproben“

2019-11-17 14.09.36Titel: „Unterrichtsbesuche, Hospitationen und Lehrproben – ein Leitfaden für Studium, Referendariat und Lehrerpraxis“
Verlag: Europa Lehrmittel (hier klicken)
Autor: Dr. Heiko Reichelt, Gerald Wenge
ISBN: 978-3-8085-2144-1

Zum Inhalt:
Vom Studium über das Referendariat bzw. den Vorbereitungsdienst bis zur Prüfung – die Autoren beschreiben die Bedingungen und Besonderheiten der verschiedenen Unterrichtshospitationen. Es gibt Checklisten, Leitfragen und Stolpersteine, die in der Vorbereitung und Durchführung zu bedenken sind. In allen Phasen werden Hinweise zur Planung gegeben, die Stundendurchführung und die Nachbesprechung thematisiert.
Auch Hospitationen im späteren Lehrerleben und der Perspektivwechsel vom Hospitierten zum Hospitierenden werden einbezogen.
Es wird sehr deutlich, inwiefern sich die Ansprüche und der Zweck von Hospitationen, Unterrichtsversuchen bzw. Unterrichtsbesuchen unterscheiden und wie der Anspruch an Unterrichtende im Laufe der Ausbildung steigt.

Meine Meinung:
Zu keiner Zeit hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass die Autoren nicht intensiv an den beschriebenen Hospitationen teilgenommen und sie ausführlich untersucht hätten. Es wird hervorragend deutlich, wie sich die Situation für den Unterrichtenden darstellt und wie er sich möglichst gut darauf vorbereiten kann. Die Verknüpfung der verschiedenen Phasen der Ausbildung finde ich besonders gelungen, da so die Ähnlichkeiten klar werden und doch bewusst wird, wie der Anspruch steigt.
Das wird unterstützt durch den analogen Aufbau der Kapitel (Planung-Durchführung-Reflexion) und sinnhafte Schaubilder, da wo sie helfen können.
Vor allem zum Beginn der schulpraktischen Ausbildung vor den ersten Unterrichtsbesuchen hätte ich mir diesen Leitfaden gewünscht. Aber auch gerade jetzt, wo ich wieder neue LAA im Vorbereitungsdienst ausbilden darf, hilft mir das Buch bei der Fokussierung und Erinnerung an diese vielen kleinen Aspekte, die ich eigentlich kenne und doch manchmal aus dem Blick verliere. Eine gute BEsinnungshilfe für den Alltag in der Lehrerausbildung.

Leseempfehlung:
Ein Buch für die gesamte Lehrerausbildung!
– Wer sich diesen Leitfaden im Studium anschafft, hat noch Jahre lang etwas davon.
– Aber auch im Referendariat ist er eine lohnenswerte Lektüre.
– Nicht zuletzt hilft er auch Menschen wie mir, die eine Fachleitung/Seminarleitung o.ä. in der Lehrerausbildung übernehmen, sich noch einmal grundlegend mit dem sensiblen Thema von Beratung und Bewertung ausgehend von Hospitationsstunden zu beschäftigen.
Für alle gilt das Versprechen vom Klappentext: „So gehen Sie bestens vorbereitet in Unterrichtshospitationen und Lehrproben.“

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Vielen Dank an Gerald Wenge für das Rezensionsexemplar, das nun in die Seminarbibliothek wandert, um auch andere schlauer zu machen!

Beste Grüße,
Katha

Zeitgemäßes Lernen: #lernparade

Bob Blume hat im #Twitterlehrerzimmer und auf seinem Blog zu einer Blogparade zum Thema „Zeitgemäßes Lernen konkret“ aufgerufen. Ich versuche mich an einem (subjektiven) Beitrag in meiner Rolle als Fachleiterin, die angehende LehrerInnen ausbilden darf.

Zum Hintergrund für meine Überlegungen: In den letzten Jahren habe ich in meiner Doppelrolle als einfache Lehrerin und eben Ausbilderin für Lehrkräfte verschiedene Fortbildungen mit dem Schwerpunkt auf Mediennutzung und -einsatz in Schule besucht. Ich bin seit einem Jahr bei Twitter und folge dort dem mediendidaktischen Diskurs, so dass ich mich einigermaßen informiert fühle über das, was nötig und wichtig wäre. Ich habe mir angwöhnt, auf längeren Autofahrten Podcasts zu hören, die ebensolche Themen im Gespräch behandeln. Ergo: Ich habe „Bock auf Medien“ und darauf, sie auch gewinnbringend in der Schule oder im Seminar einzusetzen (und nein, ich habe nicht „Mehrwert“ gesagt!).

Nun das große ABER: es gibt Hürden! Nicht immer habe ich die technische Ausstattung beisammen, die ich für ein gewünschtes Projekt benötigen würde*. Nicht immer „funktioniert das Internet“. Nicht immer machen die Tablets, was sie sollen. Nicht immer verstehen SuS bzw. LAA, was ich plane, bezwecke… Nicht immer treffe ich auf positive Verstärkung unter KuK – mal werde ich bewundert, mal belächelt, aber weiter bringt es das System der eigenen Institution nicht immer.

Diese ABERs sind durchaus leider nicht unbegründet. Sie beziehen sich jedoch ausschließlich auf den Einsatz von Medien im Unterricht und postulieren so, dass zeitgemäßes Lernen zwangsläufig mit Medieneinsatz zu tun hat. Hier würde ich für mich eine Abgrenzung vornehmen:
Ja, ich denke, dass Medien in einem zeitgemäßen Unterricht einen wichtigen Platz haben. Aber nein, zeitgemäßer Unterricht muss nicht immer mit Medien umgesetzt werden!
Zeitgemäß bedeutet für mich, dass sich LuL im Sinne der Schüler- und Lebensweltorientierung mit der aktuellen Situation ihrer SuS auseinandersetzen und überlegen, was diese in der Schule lernen sollten und wie. Also eigentlich grundlegende Didaktik, wie sie mir im Studium beigebracht wurde. Da die aktuelle und zu 99% auch die zukünftige Lebenswelt der heutigen SuS eben sehr digital geprägt ist, muss natürlich das Digitale eine Rolle in der Schule spielen.

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Symbolbild: Es wird noch viel Wasser den Fluss hinunterfließen, bis sich etwas ändert…

Viele LuL tun das Thema gerne ab, indem sie die SuS als „digital natives“ bezeichnen und feststellen, die könnten ja digital eh deutlich mehr als sie selbst. Zweiteres trifft m.E. durchaus in einigen Fällen (leider) zu, aber ersteres finde ich problematisch. Ich habe selbst oft beobachtet, dass zwar basale digitale Kompetenzen vorhanden sind, sich diese aber bei Lernenden oft auf Anwendung und Bedienung beschränken. Vielfach fehlt eine Einsicht in die Algorithmik der Angebote, Apps etc. und aufwändigere Anwendungen werden gescheut, so dass viel Potenzial verloren geht.

Es hört sich vielleicht blöd an, aber für mich bedeutet zeitgemäßes Lehren und Lernen, dass Lehrkräfte nichts Neues „obendrauf packen“ auf ihren Fächerkanon, sondern überlegen, wie sie die verpflichtenden und/oder wichtigen Inhalte methodisch und medial so verpacken, dass die SuS möglichst viel davon mitnehmen können. Bestenfalls tun die LuL das gemeinsam in ihrem PLN an der Schule, im Freundeskreis oder im Netz. Denn auch das bedeutet für mich zeitgemäß: die Türen und Materialschubladen öffnen, sich zusammentun, Ideen jonglieren, sich selbst entlasten und das Beste für die SuS herausholen.

Auf die Gefar hin, dass ich von meinem ursprünglichen Schreibplan heute abgewichen bin und auch das „konkret“ vielleicht etwas vernachlässigt habe, schließe ich meinen Beitrag hier und danke allen, die bis zum Ende durchgehalten haben!

Katha

* im Seminar z.B. arbeite ich mit Tablets und Displays – bei meinen LAA an den Schulen variiert die Ausstattung von ebenso bis „Beamer haben wir nicht“…

Lehrerplaner a la Mompitz

Mein neues Aufgabenfeld in der Lehrerausbildung hat im vergangen Jahr dazu geführt, dass ich mit meinem klassischen Planer, an dem alle Wochentage gleich aussehen, überhaupt nicht mehr zurecht kam: der Seminartag war nicht vernünftig einzutragen, die Unterrichtsbesuche bei meinen LAA ebenfalls nur schwer, die Klassenlisten brauche ich nicht in der Menge, dafür aber gern LAA-Listen und irgendwie eine Unterteilung beim organisatorischen Kram in Schule und Seminar. Lange habe ich nun geschaut, was ich da alternativ finde und sogar mit einem Bullet-Journal geliebäugelt. Darin hätte ich aber selbst zeichen oder einkleben müssen, was den Aufwand für ein Jahr m.E. nicht rechtfertigt.

Deckblatt

Ergo habe ich mich an das gemacht, was ich kann: Word nutzen, alles so zusammenbasteln, was ich brauche und selbst drucken. Der örtliche Copyshop soll mir dann noch eine schöne Bindung dranpacken und dann versuche ich es im neuen Jahr mit meinem ganz eigenen Seminar- und Schulplaner… Da der dann ja nur für mich ist, ist der Seminartag mit passenden Zeitblöcken versehen, er beginnt und endet mit dem Schuljahr in NRW und ich habe alle Ferienwochen weglassen können, da ich keine anderen Bundesländer abdecken muss. Außerdem stehen die Daten, Schul- und Kalenderwochen drin.

Obwohl oder weil es in den vergangenen Jahren oft einen Run auf selbstgemachte Planer gab, habe ich mich entschlossen, meine Version hier zur Verfügung zu stellen: die Komplettdatei des Lehrerplaners als Word-Dokument (.docx).
Ihr müsst sie dann aber eben so nehmen, wie sie für mich (als FL in NRW) ist und so zurechtfrickeln, wie ihr sie brauchen könnt. Da ich ja grundsätzlich in Word arbeite, dürfte das für die meisten ja kein Problem sein*. Beim Ausdrucken bitte auf evtl. nötige leere Zwischenseiten achten – ich habe die Vorlage doppelseitig eingerichtet, so dass der innere Rand schmaler ist. Probiert es also erstmal mit ein paar Seiten aus, bevor ihr die Gesamtdatei druckt…
Zu den benutzten Bildern und Schritarten findet ihr die Infos hier unten unter den Fotos – ggf. müsst ihr euch die Fonts herunterladen oder ersetzen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Mompitze und ich teilen uns ja fast den Namen. Das ist ein Grund, warum ich sie so mag. Hier findet ihr sie alle: www.mompitz.de

Die (Hello-Fonts“-Schriften von Jen Jones liebe ich seitdem ich sie heruntergeladen habe sehr und verwende sie häufig. Hier findet ihr den Weg zu ihnen: https://www.teacherspayteachers.com/Product/Hello-Fonts-Personal-Non-Commercial-Use-301730

* Also gut, die Wochenplanung für Lehrer, die fünf Tage in die Schule gehen, hänge ich als Vorlage hier nochmal an: Doppelseite Wochenplanung nur Schule

Beste Grüße
Katha

Die Medienecke

Nach ein paar Wochen Vorlauf mit Planung, Neuplanung, Drucken, Laminieren und Anordnen ist nun die neue Medienecke im ZfsL fertig:
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An dieser Pinwand, die für die Fachleitungen und LAA beider Schwerpunkte (Primar und GyGe) zugänglich ist, habe ich erstmal alles gesammelt, was mir an Informationen wichtig ist. Ich hoffe, das sie weiter „lebt“ und sich immer mal wieder verändert, weiter füllt und andere Schwerpunkte einfließen können.

Wenn jemand die Inspiration aufnehmen möchte, biete ich hier mal die Links gesammelt an, die ich größtenteils im #twitterlehrerzimmer gefunden habe. Ihr merkt schon, in welche Richtung ich euch momentan verstärkt influence, oder? 😉

Ganz links: „Fortbildung“ – hier kommen Angebote hin, an denen alle Angesprochenen teilnehmen können. Micro-Fobi gibt es auch als Kurskiosk, als digitale Mittagspause oder unter diversen anderen Namen online zu finden.
Dazu noch Links mittig: Thema PLN (Persönliches oder Professionelles Lern-Netzwerk):
– Sketchnote „PLN“ von Jan Vedder hier
– Sketchnote „Was ist Twitter?“ von Marc Albrecht Hermanns hier
– „Twitter ist die beste…“ von Holger Jessen-Thiesen nach Frau Sonnig hier
– die Vögelchen von Frau Dromedar hier

Mitte unten: Sharing is caring
– die App, mit der man bei uns im ZfsL auf die Displays streamen kann (MirrorOp). Hier geht es zu den Downloads und zum Support – das ist aber nur für NRW-ZfsL interessant.
– die Frage nach den richtigen Lizenzen (OER) von Barbara Klute und Jöran Muuß-Merholz hier

Rechts: Tablets im Unterricht (steckt auch Smartphones im Unt. mit drin…)
– die Sketchnote „Smartphones im Unterricht“ von Marc Albrecht Hermanns hier
– die Sketchnote „Tools für den Unterricht“ von Marc Albrecht Hermanns ebenfalls hier

Rechts unten: Lesetipps
– QR-Code zum Medienkompetenzrahmen (MKR) für NRW und dazu gehörige pdf hier
– Padlet „Digitale Werkzeugkiste“ von Arthur Thömmes hier

So, zuletzt noch die Deko. Hier gibt es die Überschriften und hier findet man die coolen scrabblemäßigen Buchstaben in Holzoptik.

Wer weitere Tipps sucht, geht am besten zuerst zur Digitalen Werkzeugkiste und dann evtl. noch zu meinem vorigen Blogeintrag über das Analoge DigitaLexikon oder schaut sich die tollen Materialien der DiBis an.

Beste Grüße
Katha (die noch nienienie soooo viele Links in einem Eintrag versammelt hat und es auch nie wieder tun will!)

Das Analoge DigitaLexikon

Im Zuge der Digitalisierungs-Debatte gibt es eine Menge Interessantes zu lesen – vieles davon online. Wie aber bekomme ich wenig digi-affine Kolleginnen und Kollegen dort überhaupt hin?

Da wir im ZfsL (Studienseminar) inzwischen mit ersten Tablets bzw. fast alle Fachleitungen dort mit einem Smartphone ausgestattet sind, habe ich eine Mischform aus analog in die Hand zu nehmendem Buch mit digitalen Inhalten gebastelt: das Analoge DigitaLexikon ist eigentlich ein Flip-Fotoalbum, in dem ich die für mich/uns relevantesten Themen und Impulse kurz erklärt und dann durch QR-Codes direkt passende Online-Quellen zugänglich gemacht habe.

Vor einigen Wochen habe ich die Idee mal im #twitterlehrerzimmer geteilt und dort innerhalb von Stunden mehrere MithelferInnen gehabt, die Korrektur gelesen, Bildrechte geprüft, Bilder getauscht und neue Karten geschrieben haben. Wow! Kollaboration at its finest – deutschlandweit und doch um die Ecke.


Damit der kollaborative Gedanke weiter lebt, findet ihr in der Datei zum DigitaLexikon einen recht ausführlichen Text von mir zur Einleitung und die Erlaubnis respektive Bitte, selbst aktiv zu werden und das Ding wachsen zu lassen.

Vielleicht könnt ihr das Ganze ja als Grundlage für was Eigenes gebrauchen oder findet eine Auswahl aus den schon vorhandenen Ideen. Hier isses: DigitaLexikon auf OneDrive

Beste Grüße
Katha