Weiter wachsen – ein besonderes Halbjahr

Durch viele Stunden in Fachseminar und Praxissemester im letzten Halbjahr bin ich aktuell zum ersten Mal mit 0 Stunden (in Worten: null) in meiner Schule aktiv. Das ist wirklich ungewohnt und fühlt sich auch nach dem ersten Monat wirklich noch nicht so ganz richtig an.

Langweilig ist es momentan dennoch absolut nicht: die Prüfungsphase läuft und einige „meiner“ LAA haben mich gebeten, sie als bekannte Ausbilderin in die Prüfung zu begleiten. Also bin ich seit drei Wochen mehrmals die Woche zu zweiten Staatsexamen unterwegs, was zwar körperlich lässig, emotional und kognitiv aber schon ziemlich anstrengend ist.

Außerdem versuche ich die Zeit intensiv zum Lesen und zur Weiterbildung zu nutzen. Einige Bücher habe ich inzwischen für mich verarbeitet, so dass der Lesestapel ein wenig geschrumpft ist. Online und in Präsenz habe ich auch einige Veranstaltungen herausgesucht bzw. schon besucht, um den Horizont beständig zu erweitern – als nächstes freue ich mich sehr auf die molol in Hannover kommende Woche! Wer ins Digitale tiefer eintauchen möchte, dem empfehle ich an dieser Stelle zudem die Onlinewochen der Hopp Foundation, bei denen ich auch Workshops gebucht habe.

Was mich aber dieses Halbjahr vor allem beschäftigt ist ein für mich ganz neues Arbeitsfeld, nämlich die POB-C-Qualifikation. In NRW werden LAA ja in zwei Fächern ausgebildet und bewertet und besuchen zusätzlich das bewertungsfreie Kernseminar. Wer ein KS leiten möchte, muss in „Personenorientierter Beratung mit Coachingelementen“, kurz eben POB-C ausgebildet werden und somit könnt ihr raten, in welche Richtugn ich gerade im Seminar arbeite. Bislang sind zwei von sechs dreitägigen Modulen absolviert und ich durfte mit 20 anderen Fachleitungen aus NRW die ersten Grundlagen und Methoden fürs Coaching lernen. Es ist und bleibt spannend und ich schätze mich glücklich, zwei tolle Ausbilderinnen und zwei ebenso tolle Mitlernende für meine Lerngruppe gefunden zu haben – danke, ihr tollen Frauen, auch wenn ihr es hier nicht lest…

Warum ich das alles schreibe? Es musste mal wieder ein bisschen was „aufs Papier“ und ich rechtertige hiermit schonmal, warum in den nächsten Monaten vermutlich wenig Unterrichtscontent hier dazu kommen wird. Und vielleicht, ganz vielleicht, bekommt ja außer mir noch irgendwer Lust auf neue Wege!?

Herzliche Grüße
Katha

Werbung

Selbsteinschätzung fördern

Heute sammle ich hier ein paar Gedanken, die sich in den letzten Wochen in verschiedenen Unterrichtsbesuchen bei meinen LAA angesammelt haben: es geht um die Kompetenz, sich selbst einzuschätzen.

Auf der geheimen und doch jedem bekannten Liste guter Zutaten für einen Unterrichtsbesuch steht unter anderem, dass (dreifach) differenzierte Arbeitsblätter wichtig sind und die Kinder den Schwierigkeitsgrad selbst wählen sollen. „Oh je!“, denke ich da oft, denn vielfach handelt es sich hier um eine rein quantitative Differenzierung und nur selten finde ich Material, das wirklich qualitativ unterschiedliche Zugänge ermöglicht. Wenn ich schon keine in sich diffrenzierte Aufgabe finde, an der alle Kinder auf ihrem Leistungsniveau arbeiten können, dann sollten differenzierte Materialien sich eben wirklich an den Bedarfen der Kinder orientieren und nicht nur am Umfang.

Hinzu kommt, dass (angehende) Lehrkräfte doch oft erstaunt sind, dass die Schüler*innen sich zu leichte oder zu schwierige Aufgaben aussuchen. Schnell landen wir bei der Suche nach Ursachen dafür bei der Vermutung, dass fittere Kinder es sich leicht machen wollen oder schwächere Lerner*innen nicht schlechter dastehen wollen als ihre Mitschüler*innen. Das hat sicher einen wahren Kern, kratzt aber eher an der Oberfläche. Häufig stellt sich heraus, dass die Kinder einfach extrem wenig Erfahrung damit haben, sich selbst einzuschätzen oder solche Erfahrungen nur aus anderen Fächern mitbringen. Ein Beispiel: Lesespuren werden häufig differenziert angeboten. Die SuS wählen die Variante mit einem, zwei oder drei Sternen oder sonstigen Symbolen aus und bearbeiten diese. Gern wird am Ende darüber gesprochen, ob man die richtige Spur gewählt hat und woran man das merken kann. Der entscheidende Schritt aber fehlt: diese reflektierte Auswahl auf eine neue Lesespur übertragen, sich noch einmal ausprobieren, wieder überprüfen, ob die gewählte Stufe zu mir als Lernendem passt.

Immer wieder müssen die Kinder in Situationen kommen, in denen sie ihre eigene Leistungsfähigkeit einschätzen müssen. Wichtig ist es hierbei auch, an ähnlichen Inhalten wie z.B. Lesetexten wiederholt eine Einschätzung zu üben. Von grundlegender Bedeutung – und hier schließt sich der Kreis – ist dabei die Auswahl der Aufgaben, die eben nicht nur rein quantitativ erfolgen darf (hier musst du mehr machen als dort / ein Stern ist leichter als zwei Sterne), sondern dass die Texte z.B. in der Länge, der Komplexität, der Wortwahl, der Syntax schwieriger werden. Selten darf ich erleben, dass LAA so weit gedacht haben und die Differenzierungsstufen deutlich hervortreten. Dafür gibt es dann immer besonderes Lob. Häufiger sehe ich aber Wort – Wortgruppe – Satz als Abstufung, also vorrangig an der Textmenge differenziert.*

Zuletzt haben eine LAA, ihre Mentorin und ich im Gespräch eine Variante der Reflexion erarbeitet, die sicher nicht die Neuerfindung des Rades ist, uns aber allen als sinnvoll und auch anwendbar erschien: vor der Arbeitsphase klammern die Kind eine Wäscheklammer mit ihrem Namen an ein Schild oder einen Zettel mit dem gewählten Schwierigkeitsgrad. Nach der Arbeitsphase kann dann wie gehabt reflektiert werden, ob die Wahl günstig war oder ob beim nächsten Mal eine andere Stufe gewählt werden sollte. In diesem Fall klemmt das Kind seine Klammer zum jeweiligen Symbol um. Somit kann das Kind dann in der möglichst bald folgenden nächsten ähnlichen Aufgabe direkt auf den gewählten und reflektierten Schwierigkeitsgrad wählen. Eine sonst häufig zu beobachtende Einflussnahme der Lehrkraft entfällt, weil das Kind selbst die Entscheidung getroffen hat, z.B. beim nächsten Mal etwas Schwierigeres zu versuchen.

So könnte es dann aussehen. Die Dokumentation der Reflexion ist gleichzeitig die Ausgangslage für die Folgestunde.

Jetzt noch eine Einschränkung: hier ging es heute speziell darum, die Selbsteinschätzung bei der Auswahl von geeigneten Aufgaben zu stärken. Das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt aus diesem sehr umfassenden Thema, das eben auch Einschätzungen des Lernfortschritts, von Erfolgen oder Schwierigkeiten beinhaltet. Da dieses Thema aber gerade viele Gespräche für mich prägt, wollte ich diesen Ausschnitt trotzdem mit euch teilen. Vor allem aber sollen diese Ausführungen nicht den Eindruck erwecken, ich erwarte dreifach oder noch stärker differenzierte Aufgaben von meinen LAA. Nein! Bestenfalls muss gar nicht durch Material oder AB differenziert werden, sondern die Aufgabe erfüllt die Kriterien einer „Guten Lernaufgabe“**. Aber da, wo differenziert wird und da, wo Kinder zwischen verschiedenen Aufgabenstufen wählen dürfen/müssen – da wünsche ich mir offene Augen, die Möglichkeit, sich auszuprobieren, seine Entscheidung/Einschätzung zu überprüfen und revidieren zu können.

Sehr gern nehme ich wie immer auch eure Ideen zu diesem Thema als Kommentar in Empfang!

Sonnige Grüße von der Terrasse!
Katha

* Mögliche Varianten im Beispielbereich Lesen können sein: der Umfang/die Textmenge, geübte/ungeübte Buchstaben, lautgetreue Wörter/Wörter mit schwierigeren Buchstaben, einfache Hauptsätze/Nebensätze/verschachtelte Sätze, Aussagesätze/Sätze mit Rätselcharakter, Aussagen/Beschreibungen etc.

** Gute Lernaufgaben hier beispielhaft für Mathematik definiert von Pikas.

Winter-ABC als digitales Klassenprodukt auf Distanz

Frohes neues Jahr – sogar mit Schnee!

Vor einigen Jahren habe ich (weit vor Corona ganz selbstverständlich in Präsenz) mit meinen Vierern ein winterliches ABC verfasst, mit dem auch die grammatische Struktur des Nebensatzes geübt wurde. Zum Glück ist dies eine der Aufgaben, die sich recht gut in die Distanz hinüberretten lässt mit Hilfe eines Etherpads.

So sieht es nun in der Vorarbeit aus. Die Anweisung ist so knapp, da die Übung mit meinen LAA durchgeführt wird; für die Kids wäre sie etwas länger…

Was ich dafür tun musste? Wenig!
1. https://zumpad.zum.de öffnen und mir einen Namen für mein Etherpad überlegen (Achtung: Großschreibung ist hier fürs Wiederfinden wichtig!)
2. Meine oben zu sehenden ersten Einträge machen – in diesem Fall habe ich bis Z alles eingetragen zur Übersichtlichkeit.
3. Den Link zum Etherpad mit den Lernenden teilen.

Nun kann jede*r mit dem Link zum Etherpad auf der Seite schreiben. Jede neue Person erhält eine andere Farbe in der Hinterlegung. Wenn alle sich ganz oben rects (nicht mehr oben im Bild zu sehen) mit ihrem Namen eintragen, kann man nachher auch zuordnen, wer was geschrieben hat.
Wichtig ist die Absprache, dass nichts gelöscht wird, da Schreibrecht eben auch bedeutet, dass theoretisch eine Person alles löschen könnte.

Etherpads kann man über verschiedene Anbieter anlegen. Sie funktionieren alle gleich. Ich nutze gern die Zumpads der Zentrale für Unterrichtsmedien (ZUM). Wer sich darüber hinaus für weitere kollaborative Tools interessiert wie z.B. Tabellen, dem empfehle ich die Übersicht mit Hinweisen von Nele Hirsch vom eBildungslabor hier (Etherpads) und hier (weitere Ideen nach dem Etherpadprinzip).

Mit winterlichen und distanzierten Grüßen
Katha

Adventskalender Teil I

Da ich ja nun schon länger nicht allzu regelmäßig hier aktiv war, habe ich mir etwas überlegt: Alle Ideen, die ich in meinen Moodle-Adventskalender aufgenommen habe, möchte ich euch auch anbieten. Es ist eine ganz bunte Mischung aus Anregungen für die Grundschule oder netten Kleinigkeiten für euch. Deshalb gibt es ab jetzt täglich einen kleinen Post mit einem Link für euch (hoffentlich klappt alles mit dem Vorbereiten und pünktlichen Freigeben der Beiträge!)

Heute also Teil I: Die Adventskalendersammlung!

Fobizz-Fortbildungshäppchen

Känguru der Mathematik

Gute Wünsche

Wahrnehmungsübungen

Naturwissenschaftliche Experimente

Ich wünsche euch allen eine wundervolle Adventszeit mit vielen schönen kleinen Momenten zum Genießen. Auch in dieser anstrengenden, beängstigenden und kräftezehrenden Zeit möge es für euch genügend Lichtblicke geben!

Katha

Adventskalender in Moodle / LogineoLMS

Im ZfsL arbeiten wir seit einem guten Jahr mit Moodle als LMS (also LernManagementSystem), auf dem ja auch LogineoLMS basiert. Angeregt durch verschiedene Vorlagen aus dem #TwitterLehrerzimmer habe ich soeben den Adventskalender für unsere LAA und meine FL-Kolleg*innen vollendet und freue mich jetzt schon diebisch!

Screenshot des Kurses

So sieht es jetzt mit der freundlicherweise von Claudia Schwemmers zur Verfügung gestellten Vorlage aus. Momentan passiert noch nichts, wenn man auf die Zahlen klickt, aber hinter jedem Feld („Grid“) verbrigt sich ein Link, eine Aktivität usw.
Jeden Tag ab dem 01.12. werden nun automatisch ohne mein weiteres Zutun die Nettigkeiten hinter den Zahlen freigegeben und bringen hoffentlich etwas Freude.

Wer Interesse hat, darf sich gern melden, da die Vorlage unter CreativeCommons-Lizenz steht:

Lizenzangabe

Wenn ihr ganz großes Glück habt, nehme ich euch auch noch mit im Advent. Mal sehen, ob ich das noch schaffe, alles hier für den Blog umzubauen…

Macht es gut und bleibt gesund!!!
Katha

Allzweckwaffe Biparcours (Actionbound)

Immer mal wieder werden von Lehrkräften Apps gesucht, die man „unbedingt auf Schultablets haben muss“. Eine davon ist für mich die App Biparcours, die für Bildungseinrichtungen in NRW kostenfreie* baugleiche Version von Actionbound.

Die Logos der Apps Biparcours & Actionbound – zu finden online, in Appstore und Playstore

Beide Apps sind ursprünglich für digitale Schnitzeljagden gedacht und dafür auch wunderbar geeignet. Solche Rallyes können aber längst nicht nur interessant für den Sachunterricht sein – es gibt viele tolle Anregungen auch für den Sprachunterricht zum Beispiel. Einige davon möchte ich hier mal anreißen. Diese Ideen stammen nicht alle ursprünglich aus meinen Gehirnwindungen, sondern haben sich dort aus vielen Anregungen aus Fortbildungen, Gesprächen und dem #TwitterLehrerzimmer zusammen gesammelt – sollte sich irgendwer „beklaut“ fühlen, dann bitte gern melden und ich nehme die Credits hier sofort auf!

0. Organisatorisches
Beide Apps können auf mobilen Geräten zum Spielen eines Parcours bzw. Bounds genutzt werden. Das Anlegen der Aufgaben geht im Browser, wo man sich dann mit seinen Daten anmeldet. Öffentliche Parcours können dann von Jedem gefunden und gespielt werden, aber man kann sie auch als „geheim“ speichern, so dass man nur über einen QR-Code Zugriff bekommt. Ebenfalls einstellbar ist es, ob die Reihenfolge der Aufgaben fest steht oder zufällig ist.
Im Lehreraccount kan man sog. Sub-Accounts einrichten: die SuS müssen sich dann nicht selbst auf der Homepage registrieren (Datenschutz) und die Aufgaben aus allen Sub-Accounts können von der Lehrkraft in ein Endprodukt überführt und geordnet werden.
Aufgabenformate sind offene Fragen, Multiple-Choice-Fragen, Sortieraufgaben, Schätzaufgaben, Foto-Hochladeaufgaben und andere. Es gibt eine Navigationsfunktion, wenn Teilnehmer an einen bestimmten geografischen Ort geführt werden sollen.
Für jede gelöste Aufgabe gibt es Punkte, deren Wert der Ersteller festlegen kann. Auch Einstellungen zum Weiterkommen sind möglich. So sieht beispielsweise eine Aufgabe im Editor aus:

Der Parcoursersteller kann am Ende alle Lösungen einsehen und die Punktestände vergleichen sowie als Aufgabe hochgeladene Bilder einsehen. Die Teilnehmer sehen nur Ihre Platzierung anhand der Punkte.

1. Sachunterricht
Geografische Themen lassen sich mit Parcours bzw. Bounds hervorragend umsetzen, besonders die lokalen Aspekte im „Heimatkundeunterricht“. So können die Kinder mit einem mobilen Gerät mit der App drauf bestimmte Orte aufsuchen, dort Aufgaben oder Rätsel lösen, Fotos machen etc. Die Navigation kann dabei ebenso geübt werden wie das Lesen, das genaue Hinschauen und nebenbei lässt sich eine Menge über den eigenen Ort lernen.
Reizvoll ist es aber auch, die Kinder selbst Fragen und Aufgaben bzw. Stationen für einen Parcours erstellen zu lassen. So, wie bislang Zeitschriften über den eigenen Ort verfasst wurden, Reiseführer, Plakate oder Ähnliches, können einzelne Partnerteams oder Gruppen zu Unterthemen Aufgaben ausdenken, die dann zu einem Parcours zusammen geführt werden und von allen gespielt werden können.
Hier wird klar, dass Parcours nicht nur räumlich, sondern auch thematisch aufgebaut werden können und sich wirklich gut mit Bewegung verknüpfen lassen.

2. Deutsch (Sprachen)
Aufgaben zu einer Lektüre oder anderen ergiebigen Texten können statt auf Papier auch in Biparcours umgesetzt werden – dazu werden dann zum Beispiel verschiedene Fragen und andere Aufgabentypen im Schulgebäude verteilt (wenn nicht grad verschärfte Hygieneregeln gelten..), wo sie gefunden und gelöst werden können.
Zum Ausbau des Wortschatzes können z.B. durch Fotos in der App Orte vorgegeben werden, die die Kinder aufsuchen sollen, um dort Dinge zu finden (Multiple Choice) oder zu benennen (Freitext). ANdersherum können Begriffe vorgegeben werden, zu denen die Kinder ein passendes Foto hochladen müssen.

3. alle Fächer
Grundsätzlich bieten die beiden Apps die Möglichkeit, dass Kinder beim Lernen in Bewegung kommen und ein Schulgebäude, Schulgelände oder Dorf zum Lernort wird. Wenn mit QR-Codes gearbeitet wird, lassen sich Aufgaben überall verteilen und reale Gegenstände, Orte oder Erlebnisse finden Eingang in ein Lernen, das am ehesten mit Stationenlernen oder einer Lerntheke vergleichbar wäre.

4. Ankommen und Kennenlernen
Wenn ein neuer Ort (neue Schule etc.) zum Lernort wird, bietet es sich an, ihn genauer kennenzulernen. Auch dies kann mit Biparcours/Actionbound motivierend umgesetzt werden. Lehrkräfte oder ältere Schüler*innen erstellen ein Angebot für die Neuen. Diese erkunden dann mit Hilfe der Aufgaben in kleinen Gruppen Gebäude und Gelände und kommen so an alle relevanten Orte, die sie kennen sollten. Wir haben dies z.B. für die neuen LAA in unserem ZfsL am Medientag genutzt.
Auf der Ebene des Kollegiums sind die Apps auch ein guter Begleiter: unseren letzten Kollegiumsausflug durch die Nachbarstadt haben wir mit Actionbound auch ziemlich aufgepeppt und ohne große Vorträge oder alle zusammenrufen zu müssen, viele Inhalte vermittelt bzw. die Kolleg*innen zu kleinen Aufgaben motiviert. Analog wäre dies für Wandertage oder Abschlussfeiern denkbar.

Ich würde euch raten, einfach mal in der App zu stöbern, welche Parcours bzw. Bounds es in eurer Region gibt und einfach mal etwas auszuprobieren. Einige Ergebnisse aus Schulen sind ja bereits online und können als Inspiration dienen.

Viel Spaß beim Testen wünscht
Katha (die für diese Werbung natürlich kein Geld oder sonstwas bekommt!)

* Actionbound kann als Privatperson kostenfrei genutzt werden, ist für den institutionellen Einsatz aber kostenpflichtig. Für Menschen aus nordrheinwestfälischen Bildungseinrichtungen ist Biparcours nach Anmeldung kostenfrei nutzbar – es ist baugleich und nur in anderen Farbtönen gehalten…

Lehrerausbildung auf Distanz

Herausfordernde Wochen liegen hinter uns und sicher auch noch für eine Weile vor uns. Gestandene Lehrkräfte rotieren, probieren neue Wege aus, zweifeln, improvisieren, planen und müssen sich umstellen.

Lehramtsanwärter*innen stecken natürlich in diesen extrem unstabilen Prozessen auch mittendrin – jedoch meist anders. Selten sind sie in Verantwortung für eine Klasse, oft sollen sie momentan in Absprache mit Klassenleitungen Arbeitsmaterialien für die Kinder zur Verfügung.

Dass sie aber auch weiterhin ausgebildet werden sollten, ist in den ersten Wochen der Schulschließungen ziemlich untergegangen. Relativ bald gab es in NRW eine veränderte Vorgehensweise für die noch ausstehenden Prüfungen – für die ausfallenden Unterrichtsbesuche haben wir nun auch seit ein paar Wochen Klarheit und können alternative Ausbildungsformate anbieten.

Spannend wird es nun für die LAA und für uns Fachleitungen, wenn nun die ersten „Alternativen Ausbildungsformate“ zum Einsatz kommen. Hierbei haben sich die meisten LAA dafür entschieden, ein an das alternative Prüfungsverfahren des Prüfungsamts Dortmund angelehntes Format zu nutzen: die eigene Stunde ausführlich vorstellen, Arbeitsaufträge nennen, mögliche Ergebnisse antizipieren etc. Teils führe ich diese Gespräche in Präsenz im ZfsL, teils als Videokonferenz über Teams.

Digitale Unterrichtsvorbereitung

kari-shea-1SAnrIxw5OY-unsplash
Photo by Kari Shea on Unsplash

Inspiriert von der wunderbaren Frau Locke, die wiederum durch eine Instagram-Challenge inspiriert wurde, möchte auch ich heute mal beschreiben, welche digitalen Hilfsmittel ich zur Vorbereitung meines Unterrichts bzw. meiner Fachseminararbeit nutze.

1. Ausstattung (Hardware)
Schon immer nutze ich privat ein Notebook mit aktuellem Microsoft Office. An zusätzlicher Hardware gibt es nur einen Drucker mit Scanfunktion; eine Webcam ist im Notebook enthalten. In den letzten Jahren habe ich mit unserem Familien-iPad auch schon ein bisschen herumprobiert und ergänze durch dieses vor allem kreative Aspekte.

Da ich ja in zwei verschiedenen Institutionen tätig bin, plane ich auch zweigleisig für zwei verschiedene Austattungen:
In der Schule gibt es bislang anderthalb Computerräume sowie eine inwzischen flächendeckende Beamerausstattung plus Notebooks in den Klassen. Für dort kann ich also alles einplanen, was entweder ich präsentiere oder die Kinder an einem Desktop-PC tun können (Online-Aufgaben, Textverarbeitung, Recherchelinks…). Eine Ausstattung der Lehrkräfte mit mobilen Dienstgeräten ist in Vorbereitung.
Im ZfsL (Studienseminar) stehen große Präsentationsdisplays, die ich kabellos oder mit Kabel vom Notebook aus zum Präsentieren nutzen kann. Außerdem haben wir dort bislang einen Koffer mit iPads. Auch hier warten wir auf Dienstgeräte für die Deutsch-Mathe-Fachleitungen.

2. Ausstattung (Software)
Meine unverzichtbaren Programme sind immer schon Word und PowerPoint*. Ersteres für alle Textarbeiten und die meisten Arbeitsblätter. Zweiteres natürlich für Präsentationen (ZfsL), aber vor allem auch für viele grafische Kleinigkeiten: ich kann darin Formen schnell nutzen, verschieben, ausrichten, kombinieren und so. Die Greenscreentechnik aus dem FakeNews-Beitrag letztens kann ich zum Beispiel dort auch schnell umsetzen: beide Bilder einfügen, anordnen, gemeinsam als neue Grafik speichern…
Jedem, der diese und andere Programme regelmäßig für ähnliche Arbeiten nutzt, dem empfehle ich dringend, sich mit den bestehenden Tastaturkürzeln vertraut zu machen – außer strg+c, strg+v und strg+x gibt es da noch eine ganze Menge weitere! Vor allem am Notebook beschleunigt man sein Arbeiten so enorm. Für alle wiederkehrenden Dinge kann man teils auch selbst solche Shortcuts anlegen – ich habe mir z. B. in der Symbolbibliothek in Word für die von mir häufig genutzten Pfeile oder Ankreuzkästchen Shortcuts eingerichtet, so dass ich z. B. über strg+k direkt in Kästchen im Text habe. Weitere Tipps: Windowstaste und Punkt drücken zeigt mir eine Emoji-Tastatur an und wenn man Großschreibtaste, Windowstaste und S drückt, kommt man direkt in das Ausschneidetool (früher Snipping Tool), mit dem man z.B. die in diesem Artikel genutzten Bildschirmausschnitte superschnell herstellt.
Nicht zuletzt sollte man sich alle regelmäßig genutzten Programme unten am Bildschirm in der Toolbar ablegen, um schnell darauf zugreifen zu können:
Toolbar

Außer Office habe ich nur Freeware auf meinem Notebook: Freemind zum Beispiel, eine Mindmapping-Software. Außerdem TinyPic, einen Bildverkleinerer oder oCam, ein Screencastprogramm zum Aufnehmen des Bildschirms für Erklärfilme. Diese verarbeite ich dann mit MovieMaker, einem Windows-Tool (analog gibt es auf dem Mac iMovie).
Ein pdf-Tool zum Kombinieren oder zerteilen von pdf-Dateien habe ich in pdf24 gefunden. Durch die zur Zeit häufigere Arbeit mit Videos ist noch Handbrake zum Verkleinern hinzugekommen.

An der Arbeit mit OneNote als Planungshilfe versuche ich mich momentan. Der Charme liegt ja darin, dass ich unterwegs auf dem Tablet auf alles zugreifen kann genauso wie zuhause am Notebook. Wer hier auch probieren mag, kann sich zum Beispiel bei https://onenote-fuer-lehrer.de/ schlau machen.

Nicht zuletzt nutze ich im Seminarkontext mit einigen Kolleginnen Microsoft Teams, das nun in Zeiten der Distanzausbildung auch an unsere LAA herausgeht, damit wir gut miteinander videochatten können.

3. Was ich so plane
Ihr kennt ja inzwischen viele meiner AB und meinen Stil dafür. Mit Word komme ich deshalb hervorragend zurecht und weiche für AB mit etwas mehr Formen bzw. für Spielkarten und so was auf Powerpoint aus.

Außerdem habe ich immer schon gern Hilfen genutzt, um Schüler*innen schneller zu bestimmten Internetseiten zu lotsen. Früher konnte ich in der Schule noch Tabs in unserem Browser setzen, mit denen man zumindest zu den häufiger gebrauchten Seiten kommt. Da das nicht mehr geht und sowieso nicht jede*r ein Schulnetzwerk hat und man ja nicht für jede einmal zu nutzende Seite einen Tab einrichtet, nutze ich gern Dokumente mit Links drin: einfach zuhause die URL der gewünschten Seite kopieren und in Word einfügen, dann Leertaste tippen und der Link wird zum Hyperlink. Nun kann man dazu noch etwas schreiben, wenn man will und das Dokument auf den Schul-PC packen (Netzwerk, Dateiverteilung, USB-Stick…). Durch Anklicken des Links in der Datei kommen die SuS nun genau dahin, wo sie hinsollen. So kann man wunderbar z.B. mehrere Seiten mit passenden Infos über ein Tier zuhause sammeln und die Kinder können genau diese Seiten durcharbeiten. Eigene Recherche mit Suchmaschinen kommt natürlich noch dazu, bevor jetzt jemand unkt..
Sollten wir wirklich Tablets bekommen, dann kann man dies sehr schön durch QR-Codes lösen.

In den letzten Jahren habe ich viele Fortbildungen wahrnehmen können und dabei diverse „Tools“, wie es so schön heißt, kennengelernt. Ein häufig genutzter Favorit ist Padlet (s. hier), ebenso die auch kollaborativ nutzbaren Etherpads wie zumpad.

In meiner Vorbildfunktion sowohl für die SuS als auch für die LAA habe ich gelernt, Wert auf Urheberrechte zu legen und mich auch mit der Recherche von Bildern in diesem Sinne mehr anzustrengen. Die Google-Bildersuche bietet dafür eine sehr einfache Unterstützung, die man auch GS-Kindern schnell beibringen kann:
Bildersuche
Die Einstellung „Zur Wiederverwendung gekennzeichnet“ liefert mir Bilder, die ich unter Angabe der Quelle z.B. hier oder auf einem AB verwenden kann.
Außerdem habe ich mir frei zur Verfügung gestellte Grafiken wie die von Frau Locke oder den Mompitzen heruntergeladen und nach Autor in Ordnern abgelegt, damit ich immer direkt die Quelle angeben kann.
Grafiken

Mmh, nun ist es doch ein bisschen lang geworden hier heute… das Fokussieren fiel mir etwas schwer, da so vieles bei mir am PC Hand ind Hand geht. Solltet ihr den Wunsch haben, dass ich irgendwas nochmal vertiefe, dann kommentiert oder mailt mir das gern.

Herzliche Grüße
Katha

*Natürlich kann man auch OpenSource-Software wie LibreOffice nutzen – mir persönlich sind da die Funktionen aber zu eingeschränkt bzw. zu umständlich zu erreichen. In der Schule muss ich damit arbeiten und ärgere mich oft darüber, dass ich meinen gewohnten Workflow bei Weitem nicht erreiche. Allein die Dropdown-Menüs in LibreOffice machen mich wahnsinnig.

Ach du jeh – die Schule ist zu!

Es ist wirklich unglaublich und niemand von uns hätte es vor ein paar Wochen für möglich gehalten, aber die Schulen sind zu. Alle. Niemand darf, kann oder muss in den Unterricht.

Mein Möppel freut sich sehr, dass er zuhause bleiben darf und nur zwei bis drei Schulstunden täglich ableisten muss. Das Möppelchen nimmt es bislang sehr gelassen – für ihn ist das halt nunmal jetzt so, wie es eben für einen Fünfjährigen so ist… Und ich? Ich versuche, zuhause zu arbeiten und zwei Kinder zu hüten und dabei kein völliges Chaos in Zeit und Raum zu verursachen. Wie sicher gerade viele von euch auch.

Sicher habt ihr inzwischen alle eine Organisationsform gefunden, wie ihr eure Schüler mit Aufgaben versorgt oder dürft sie laut Vorgabe des Landes einfach gar nicht „belästigen“. Dennoch möchte ich heute mal die Zeit nutzen, in der hier alle etwas zu tun haben und meine Erlebnisse niederschreiben. Achtung, es wird lang…

1.) die Schule:
Zu meinem Glück leite ich ja keine Klasse und bin nur mit rund zehn Stunden an meiner Schule. So konnte ich mich bislang auf die technische Unterstützung meines Kollegiums konzentrieren. Viele von euch haben ja Wege gefunden, entweder Bücher, Arbeitshefte und Kopien an die Kinder zu übermitteln oder ihnen auf digitalem Wege Aufgaben zukommen zu lassen. Bei uns läuft es gerade zweigleisig: die wichtigen Informationen für die Eltern einer Klasse sollen per Mailverteiler (in bcc – also Blindkopie!) herausgegeben werden. Dazu mussten zuerst die Emailadressen der Eltern eingesammelt werden. Zum Glück waren alle gewählten Elternvertreter so hilfreich, die ihnen gemailte Bitte per WhatsApp an die anderen Eltern weiterzuleiten, so dass sich langsam die Verteiler der Kolleginnen und Kollegen füllen.
Da ich persönlich kein großer Fan von Verteilern bin, habe ich auf der ersten Corona-Dienstbesprechung Padlet vorgestellt – eine Pinwand im Netz, auf der ich schreiben kann, aber auch Dateien oder Links angepinnt werden können. Erfreulicherweise fand das so viel Zustimmung, dass wir spontan in den Computerraum zogen und gemeinsam Accounts anlegten* und Klassen- bzw. Jahrgangspadlets einrichteten. Diese sind inzwischen sehr aktiv und werden sehr unterschiedlich gefüllt.

Da mich „meine“ alte Klasse aber auch nach einem halben Jahr noch nicht so ganz loslässt, habe ich diese Woche begonnen, zu einigen Kindern Kontakt aufzunehmen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. (Ziel ist es, dass alle mal was von mir hören – aber man muss ja klein anfangen.)
Drei Kinder, um die ich mir immer ein bisschen Gedanken mache, haben eine Postkarte mit lieben Grüßen bekommen. Ich habe das Gefühl, dass gerade diese wissen müssen, dass jemand an sie denkt.
Drei andere Kinder, meine „kleinen Professoren“, haben über die Eltern eine Mail von mir bekommen mit der Frage, ob sie sich mit mir ins Abenteuer Programmieren stürzen wollen. Im Zuge meiner aktuell laufenden Zusatzqualifikation „Informatische Grundbildung“** habe ich Scratch kennengelernt, mit dem man recht flott keine Geschichten und Spiele programmieren kann. Die Jungs waren begeistert und so haben sie heute früh von mir ein Video zum Start in Scratch bekommen (einen eher simplen Screencast***…).
Zuletzt habe ich auch ein Padlet gefüllt, das allerdings keine Pflichtaufgaben enthält sondern sportliche und kreative Anregungen und z.B. einen Malwettbewerb, eine Foto-Challenge etc. Das ist dann auch für alle Jahrgänge offen und zugänglich.

2.) das Seminar:
Unsere LAA sind momentan auch entweder zuhause oder in der Notbetreuung der Schulen eingesetzt. An Unterrichtsbesuche ist gerade logischerweise nicht zu denken und die Ungewissheit ist vor allem für den auf die Prüfung hinstrebenden Jahrgang blöd. Bislang hoffen wir, alle ausstehenden UB in den nächsten Monaten auffangen zu können.

Ein Fachseminar Deutsch/Mathe hätte ich vor den Ferien noch gehabt. Dieses habe ich mit meiner Kollegin „digitalisiert“ und dazu Material und Aufgaben in unser Lernmanagementsystem Moodle hochgeladen. Hier ist es jetztwirklich von Vorteil, wenn es solch ein System bereits gibt, alle einen nutzbaren Zugang haben und einigermaßen sicher damit umgehen können. Nun dürfen die LAA an diesen Aufgaben in ihrem Tempo arbeiten. Präsenzzeit haben wir in diesem Fall nicht eingefordert, da es bei den vielen unterschiedlichen Präsenzregelungen in den einzelnen Schulen durchaus zu Problemen führen könnte.

3.) Zuhause:
Wie eingangs beschrieben, verbringe ich die meiste Zeit mit meinen Jungs daheim. Für mich selbst aber auch in ihrem Sinne bemühe ich mich um einen regelmäßigen Tagesablauf. Wir schlafen alle etwas länger und ich habe somit morgens shcon rund eine Stunde allein, in der ich produktiv sein kann. Sowas wie ein Video lässt sich ja nicht wirklich aufnehmen, wenn alle fünf Minuten jemand „Mama!“ ruft…
Nach dem Frühstück und etwas spielen soll es eine „Arbeitszeit“ von etwa zwei Zeitstunden geben. Der Möppel absolvierte die erst engagiert, inzwischen ob der inzwischen weggearbeiteten leichten Aufgaben zunehmend unmotiviert. Das Möppelchen bekommt Malaufgaben, Konzentrationsübungen und ein bisschen was für die Feinmotorik (tolle Quelle: abcund123.de) und geht größtenteils sehr ernsthaft daran. Bislang kann ich ihn so besser einbinden als wenn ich ihn spielen schicke, während wir hier arbeiten… Wobei man meine Tätigkeit in dieser Zeit kaum ernsthaft als Arbeiten bezeichnen kann zwischen „Mama, schau mal, wie bunt der Vogel ist!“ und „Ich weiß nicht, was ich hier machen soll! Das steht da nicht!“.
Zum Glück sendet der WDR ja nun täglich um 11:30 die Sendung mit der Maus, so dass wir einen Motivationspunkt zum Ende der Arbeitszeit haben! Danke dafür!!!
Meine hausfraulichen Tätigkeiten umfassen momentan täglich ein halbwegs anständiges Mittagessen – puuh. Sandwich, Nudeln und Greißbrei sind da bei mir schon fast das Limit… Bislang sind wir aber zum Glück immer satt geworden und vor allem gibt es danach Mittagsruhe. Auf deutsch: jede/r in sein Zimmer, dort ruhen oder leise spielen. Mein Zimmer ist natürlich? Klar, das Büro. Mails beantworten, Konzepte weiterschreiben, telefonieren, technischen Support leisten. Seltsam, wie wenig man in anderthalb bis zwei Stunden schafft, wenn man weiß, dass sie fast schon wieder rum sind.
Der Nachmittag ist dann nach Möglichkeit Draußenzeit. Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir einen großen Garten haben und quasi im Wald leben. Wie sehr fühle ich mit denen, die in kleinen Wohnungen hocken und kaum raus kommen momentan! Ich hoffe, dass ihr entweder nicht dazu zählt oder gute Orte gefunden habt, an denen ihr Luft und Sonnenschein auftanken könnt!

Von Herzen ein „Bleibt gesund!“
die Katha

* Bei Padlet kann man mit einem kostenlosen Zugang selbst bis zu drei Pinwände erstellen. Teilnehmer kann man in beliebig vielen sein.

** Bei fobizz.de gibt es viele tolle, teils kostenlose Onlinefortbildungen rund ums Digitale. Vielleicht hast du ja momentan mal Lust, sowas auszutesten?!

*** Ich nutze das Programm oCam zum Aufzeichnen von Screencasts. Es ist echt leicht zu bedienen und hier herunterzuladen. Schneiden im einfachen Sinne kann man alles mit dem oft schon installierten MovieMaker auf Windowsrechnern.

Rezension: „Unterrichtsbesuche, Hospitationen und Lehrproben“

2019-11-17 14.09.36Titel: „Unterrichtsbesuche, Hospitationen und Lehrproben – ein Leitfaden für Studium, Referendariat und Lehrerpraxis“
Verlag: Europa Lehrmittel (hier klicken)
Autor: Dr. Heiko Reichelt, Gerald Wenge
ISBN: 978-3-8085-2144-1

Zum Inhalt:
Vom Studium über das Referendariat bzw. den Vorbereitungsdienst bis zur Prüfung – die Autoren beschreiben die Bedingungen und Besonderheiten der verschiedenen Unterrichtshospitationen. Es gibt Checklisten, Leitfragen und Stolpersteine, die in der Vorbereitung und Durchführung zu bedenken sind. In allen Phasen werden Hinweise zur Planung gegeben, die Stundendurchführung und die Nachbesprechung thematisiert.
Auch Hospitationen im späteren Lehrerleben und der Perspektivwechsel vom Hospitierten zum Hospitierenden werden einbezogen.
Es wird sehr deutlich, inwiefern sich die Ansprüche und der Zweck von Hospitationen, Unterrichtsversuchen bzw. Unterrichtsbesuchen unterscheiden und wie der Anspruch an Unterrichtende im Laufe der Ausbildung steigt.

Meine Meinung:
Zu keiner Zeit hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass die Autoren nicht intensiv an den beschriebenen Hospitationen teilgenommen und sie ausführlich untersucht hätten. Es wird hervorragend deutlich, wie sich die Situation für den Unterrichtenden darstellt und wie er sich möglichst gut darauf vorbereiten kann. Die Verknüpfung der verschiedenen Phasen der Ausbildung finde ich besonders gelungen, da so die Ähnlichkeiten klar werden und doch bewusst wird, wie der Anspruch steigt.
Das wird unterstützt durch den analogen Aufbau der Kapitel (Planung-Durchführung-Reflexion) und sinnhafte Schaubilder, da wo sie helfen können.
Vor allem zum Beginn der schulpraktischen Ausbildung vor den ersten Unterrichtsbesuchen hätte ich mir diesen Leitfaden gewünscht. Aber auch gerade jetzt, wo ich wieder neue LAA im Vorbereitungsdienst ausbilden darf, hilft mir das Buch bei der Fokussierung und Erinnerung an diese vielen kleinen Aspekte, die ich eigentlich kenne und doch manchmal aus dem Blick verliere. Eine gute BEsinnungshilfe für den Alltag in der Lehrerausbildung.

Leseempfehlung:
Ein Buch für die gesamte Lehrerausbildung!
– Wer sich diesen Leitfaden im Studium anschafft, hat noch Jahre lang etwas davon.
– Aber auch im Referendariat ist er eine lohnenswerte Lektüre.
– Nicht zuletzt hilft er auch Menschen wie mir, die eine Fachleitung/Seminarleitung o.ä. in der Lehrerausbildung übernehmen, sich noch einmal grundlegend mit dem sensiblen Thema von Beratung und Bewertung ausgehend von Hospitationsstunden zu beschäftigen.
Für alle gilt das Versprechen vom Klappentext: „So gehen Sie bestens vorbereitet in Unterrichtshospitationen und Lehrproben.“

2019-11-17 14.09.50

Vielen Dank an Gerald Wenge für das Rezensionsexemplar, das nun in die Seminarbibliothek wandert, um auch andere schlauer zu machen!

Beste Grüße,
Katha