Erinnerungen festhalten

Im Laufe der Grundschulzeit erleben wir als Klassenlehrer mit „unseren“ Kindern ein ganze Menge. Wir sehen sie wachsen und sich entwickeln, wir lehren sie Schlüsselkompetenzen und eine ganze Menge anderes Zeug, wir erleben ihr Miteinander in all seinen Schwankungen.
Ganz konkret erleben wir aber auch Ausflüge, Wanderungen, Klassen-, Jahrgangs- oder Schulaktionen, Ferienberichte und so weiter. Eins der Dinge, die ich im zweiten Anlauf als „Klassenlehrerin von Anfang an“ anders mache als beim ersten Mal ist das konsequente Sammeln dieser Erinnerungen. Ausschlaggebend war der vorletzte Sommer, als ich mit einer lieben Kollegin unsere vierten Klassen abgab (ich hatte meine ja erst in der 4 übernommen) und sie neben der Klassenzeitung die ganzen Ferienberichte ihrer Schüler herausholte und sie an die Kinder verteilen konnte. Deshalb nutze ich seit dem vergangenen Schuljahr in meiner Klasse folgendes System:

Für jedes Kind habe ich einen Aktenschnellhefter (s.Foto ganz unten; eine einfache Mappe geht natürlich auch – wenn man die locht, kann man sie wiederum einheften), in dem alle Erinnerungszettel und Klassenfotos und Feriengeschichten abgeheftet werden. Diese Hefter sammle ich in zwei dicken Ordnern – mal sehen, ob das bis zum Ende der vierten Klasse reicht…
Zum Grundschulabschluss brauche ich dann keine Stapel mehr sortieren oder verteilen sondern habe direkt für jedes Kind seine Erinnerungssammlung parat. Praktischer Nebeneffekt: Kindern, die unsere Klasse vorzeitig verlassen, gebe ich ihre Mappe mit einem netten Abschiedsbrief und allen Unterschriften mit und habe somit mein Geschenk direkt parat. Beim Einheften der letzten Zettel stöberten die Kids auch schon einmal durch ihre Mappen und amüsierten sich über die alten Erinnerungen und wie sie „damals“ als Erstklässler noch schrieben.

Und bevor ihr fragt: in diese Mappen kommen nur die Erinnerungen! Die LZK, die Elternsprechtagsdokumente und alle organisatorischen Angelegenheiten sammle ich parallel auf die gleiche Art: zwei Ordner mit einem Schnellhefter für jedes Kind, so dass ich diese praktisch und individuell in Elterngespräche mitnehmen kann. Insgesamt also vier Ordner, von denen ich die zwei offiziellen im verschlossenen Schrank und die Erinnerungen im Klassenschrank aufbewahre.

Und hier noch die Aktenschnellhefter als Bild zum Wiedererkennen:
2018-01-12 20.28.39.jpg

Beste Grüße,
Katha

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Volltreffer!

Heute war der Möppel der von einer Mitschülerin auserwählte Adventskalenderöffner. Und sein Gutschein passte wie die Faust aufs Auge:

Prompt war „Lukas rettet den Weihnachtsengel“ ausgewählt und ich bekam eine Zusammenfassung dieses zuletzt vor rund elf Monaten gelesenen zauberhaften Buches (hier im Blog auch schonmal vorgestellt).

Viel Spaß morgen der Kollegin und den Kindern!!!

Katha

kleine Rituale erhalten die Laune

Ich finde es immer wieder erfreulich, wie gut Kinder auf Merksätze anspringen. Meine Kids mögen und pflegen ja so kleine Slogans zum Mitsprechen.

Es begann mit dem „Gib mir fünf“ – einer Art von Miniregelsammlung, die ich aus dem Englischen (gefunden bei TPT) adaptiert habe.Bereits seit Beginn der 1. Klasse habe ich diese Schilder im Einsatz. Auch mein Nachdenkzettel enthält die Bilder, um den Schwerpunkt der Störung zu benennen.

Später kam durch eine liebe ehem. Teampartnerin die Flüsterzeit ins Spiel. So sage ich nur noch „Jetzt ist Arbeitszeit …“ und die Kinder ergänzen „… und Arbeitszeit ist Flüsterzeit!“ Als die Kolleging ging, ging ihr handgezeichnetes Schild mit ihr und fehlte wirklich in der Klasse. Nun hat sie mir ein neues geschickt (Danke, Frau E.!) und die Kinder waren sofort begeistert!

Irgendwann nervte mich das ständige Ansprechen bzgl. Fummelei an Stiften und Schreibkram und so dichtete ich ein bisschen:
Stifte rein....png
Auch dieser Spruch hat sich (vor allem bei den betreffenden Kindern) schnell eingeprägt und ich hege einfach die Hoffnung, dass ständiges Wiederholen und der humorvolle Unterton irgendwann etwas an der Situation ändern… Hier für alle ebenfalls Fummelei-Geplagten das Schild: Stifte rein…

Total zufällig hat sich ein neues Ritual selbst gegründet, als wir zu Beginn des Schuljahres das Trennen von Wörtern in Silben übten. Improvisiert machte ich mit den Kindern ein gereimtes TPR beginnend mit „Ich bin ein kleiner Roboter und laufe durch die Welt…“, das eben sehr silbebetont gesprochen wurde und wozu wir uns entsprechend bewegten. Das war so ein Knaller bei den Kindern, dass ich nun regelmäßig danach angebettelt werde und immer mal wieder improvisieren muss. 🙂

Beste Grüße,
Katha

 

Warum man Reh mit h schreibt

IMG_4053.JPG

Das muss ich noch erzählen:

Im Urlaub war ja mit unserem Erstklässler Lesen und Schreiben immer wieder Thema und so entspann sich folgende Unterhaltung am Pizzeriatisch:

Möppel: Reh ist ja einfach zu schreiben. Nur ein R und ein E.
Mama: Ja, das stimmt. Nur die beiden hört man. Aber gemeinerweise schreibt man am Ende noch ein h, das man gar nicht hört. Manchmal ist das so, weißt du ja schon.
Möppel (überlegt kurz): Ist ja auch klar. Weil, wenn man rennt, macht man ja so h-h-h. Und ein Reh rennt ja so viel.

Ohne Worte, oder?

Beste Grüße,
Katha

schreiben lernen

*Muttitratsch an*

Der Möppel hat zwar die letzte Schulwoche vor den Ferien krank verpasst, durfte/musste/wollte aber dann doch eine Menge schaffen. Die Aufgaben der Schule haben wir fast pflichtbewusst durchgeackert und morgen kann es gut gerüstet wieder losgehen.

Was mich aber total fasziniert ist die ganz neue Neugier auf das Lesen und Schreiben, die selbst durch die strenge und einengende Silbenmethode nicht gebremst wird. Der Möppel liest. Schilder. Text auf der Butter. Autokennzeichen. Herrlich! Im Urlaub schaffte er schon alleine „Wir müssen“ auf einem Schild, das Kennzeichen NE-MO sowieso und viele Buchstaben erkennt er immer sicherer. Im Restaurant schrieb ich ihm einige Sätze auf: „Möppel isst Pommes. Mama isst Salat. Papa isst Pizza. Möppelchen isst nix.“ Und er hat sie gelesen. Nur beim x musste ich helfen. Schon gut, wenn man offiziell erst ma, me, mi, mo und mu lesen kann, oder? *stolze Mutti*

Schreiben tut er auch ständig. Ob er den BRaNT auf seinem Feuerwehrblock notiert und einen Herd als Brandort dazu malt oder mir kleine Leserätsel schreibt – Schreibblöcke in allen Formaten sind gerade hier der letzte Schrei.

Die Reihenfolge der Wörter kommt noch manchmal durcheinander, wenn eines am Ende nicht mehr passt. Aber das schaffe ich ja grad noch so…

Das Möppelchen ahmt übrigens alles nach:
2017-11-01 16.31.44

*Muttitratsch aus*

Beste Grüße,
Katha

Deutsch – Tiere 6 – Silbenkönige

IMG_0204.JPGWie schon berichtet, arbeite ich gern mit dem Wortmaterial während eines Projekts oder einer Einheit. Die Tierwörter an der Tafel haben die Kinder erlesen und darin die Silbenkönige markiert (eine Kiste Textmarker habe ich immer parat im Pult – die Kinder lieben die!). Inzwischen klappt das auch fehlerfrei – niemand will mehr ein f oder m markieren und nur ein einziger Vokal wurde vergessen… Bei dieser Übung haben wir dann direkt noch ein kleines Rechtschreibgespräch geführt über die beiden Wörter, ihre Ähnlichkeit und die verflixten Buchstaben, die man nicht richtig hören kann:
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Im Anschluss an diese Übung kann man prima ein AB einsetzen, auf dem in die Tiernamen die richtigen Vokale eingesetzt werden müssen. Meine Kollegin hat im letzten Projekt mitgedacht und kam auf die Idee, den schwächeren Kindern eine Auswahl der großen markierten Wörter zur Verfügung zu stellen, die die dann mit den gesuchten Begriffen abgleichen und als Hilfe nutzen konnten. War nicht so geplant, aber sehr effektiv!
AB Silbenkö.PNG
Leider kann ich euch das AB nicht mit Lineatur zur Verfügung stellen, da sowohl die tolle Lineaturschrift als auch die Schrift, die aus Vokalen automatisch ein Symbol macht, nur eine Nutzerlizenz haben. [Beide kommen übrigens von der Medienwerkstatt Mühlacker, die ein tolles Schriftanpaket anbietet.] Hier ist die etwas reduzierte Datei, die auch ohne Haus und Linien ganz gut funktioniert: AB Tiere Silbenkönige Habe für euch extra Tröpfchen als Vokale eingebaut. 🙂

Tierische Grüße,
Katha

Vorherige Artikel zum Thema:
Teil I
Teil II
Teil III
Teil IV
Teil V

Deutsch – Tiere III – Wortschatz

Wie vor Kurzem angekündigt, begann ich das Projekt rund um die Viecher mit einer Wortschatzsammlung der Kinder. In Zweier- und Dreiergruppen sollten sie so viele Tiere wie möglich aufschreiben.
Hier bekommt ihr mal einen Einblick in die reisige Bandbreite, die ja sicher in euren Klassen so ähnlich zu finden ist:

Von 12 bis 40 Wörter war alles dabei. Von Großbuchstabensalat bis rechtschriftlich korrekt ebenfalls. Und alles von der Maus bis zum Orang-Utan. Ich bin immer wieder fasziniert von freieren Schreibanlässen und Vorwissensabfragen. Man kann so die eigene Planung viel besser einordnen und Schwerpunkte bei den Inhalten festlegen.

Was nun unsere Sammlung ergänzt ist ein Plakat aus dem Material zum ABC der Tiere (Mildenberger), auf dem die dort genutzten Ankertiere (also die Anlauttiere) geografisch verortet werden. Sehr spannende Diskussionen gab es heute dann zuerst mal darüber, welcher der Kontinente denn wohl Deutschland sei. Die Mehrheit war für Nord oder Südamerika… Zum Schreien! 🙂
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Beste Grüße,
Katha