Und dann sind sie plötzlich groß…

Vor ziemlich genau vier Jahren, Anfang Juli 2016, lernte ich 14* entzückende, aufgeschlossene, freundliche und wohlerzogene** angehende Erstklässler beim Kennenlernnachmittag kennen. Ihr habt sie und mich drei Jahre lang begleiten dürfen und an vielen Stellen miterlebt, wie sie ihre ersten Buchstaben lernten, Geschichten schrieben, Rechtschreibregeln lernten usw.
Es sind große Kinder geworden; jedes für sich ganz speziell und mit besonderen Talenten. Da gibt es die tolle Tänzerin, die so viel Deutsch gelernt hat, den Alleswisser, der auch den Äquator kennt, den Früheingeschulten, der immer noch alles locker wuppt, das Pferdemädchen, die Nach-Rücktritt-Aufgeblühte und so viele Andere.

Seit einem Jahr konnte ich nicht mehr ihre Klassenlehrerin sein, weil ich einfach zu oft „nicht da“ war sondern mehr Stunden als Fachleiterin hatte. Der Abschied war schmerzhaft und jede Vertretungsstunde bei den „Monstern“ war für uns alle wertvoll. Immer noch wurde ich (jedenfalls vor März 20) freudig begrüßt und umarmt, wenn ich in die Klasse kam.

Es war schwer zu sehen, wie die lange gepflegten Rituale sich änderten und verschwanden, wie die Klassenmonsterchen Mona und Mino von Mitmachern zu Zuschauern wurden. Die Klassenfahrt haben die zwei und ich ja noch mitgemacht und das hat sich so total normal angefühlt. Zwischendurch hatte ich zwei Mal auch längere Vertretungsphasen und Planungsverantwortung für die Klasse und habe auch das immer sehr genossen – dann konnte ich wieder mal meine eigenen Schwerpunkte einbringen.

Nun blieb mir nur noch die Zusammenstellung der Fotos unserer gemeinsamen Zeit und das Durchgehen viele Erinnerungen mit den Lieblingskollegin der Parallelklasse, mit der wir viel zusammen erlebt haben. Und trotz des Abschieds mit Geschenk im letzten Sommer bekommt nun jedes Kind nochmal eine Postkarte von Mona, Mino und mir mit ein paar warmen Worten und guten Wünschen. Ich bin ein bisschen kreativ geworden und habe mich mal an Popart versucht:
IMG_0181
[Powerpoint: 6 Rechtecke einfügen, einfärben, Fotos der Monster mit remove.bg freigestellt, eingefügt, über Format die Farbe verändert – fertig! Dann noch das Ganze bei einem Anbieter der Wahl als Postkarte bestellen – ganz fertig!]
Gleiches hatte ich zu ihrem Geburtstag schon mit dem Klassentier der Lieblingskollegin gemacht, was mir wegen des 6x gleichen Motivs noch deutlich besser gefällt.

Heute schwelge ich noch ein bisschen in Erinnerungen. Morgen darf ich ganz selbstverständlich an den letzten anderthalb Stunden der Monsterklasse teilnehmen und auch mit Zeugnisse überreichen – ich freue mich sehr! Mein Schlusstext ist die Geschichte, die wir beide Klassenlehrerinnen beim Einschulungsgottesdienst vorgelesen haben: von den Engeln, die jeden Tag auf die Kinder in der Schule aufpassen. Die passt ja nun vor dem Schulwechsel auch wieder sehr gut.

Allen, die auch morgen oder in den nächsten Wochen eine Klasse verabschieden, wünsche ich dabei viel Freude und alles Gute! Allen NRW-Kolleg*innen einen tollen Start in die Ferien und dass ihr/wir alle auch dorthin dürfen, wo wir hin wollen.

Katha

* Dabei ist es natürlich nicht geblieben! Wer aber nachlesen mag, warum es selbst mit der kleinen Lerngruppe ein ziemlich harter Start war, muss mal bis Herbst 2016 zurückscrollen hier im Blog.

* Wehe, jemand behauptet etwas Anderes!

Lehrerausbildung auf Distanz

Herausfordernde Wochen liegen hinter uns und sicher auch noch für eine Weile vor uns. Gestandene Lehrkräfte rotieren, probieren neue Wege aus, zweifeln, improvisieren, planen und müssen sich umstellen.

Lehramtsanwärter*innen stecken natürlich in diesen extrem unstabilen Prozessen auch mittendrin – jedoch meist anders. Selten sind sie in Verantwortung für eine Klasse, oft sollen sie momentan in Absprache mit Klassenleitungen Arbeitsmaterialien für die Kinder zur Verfügung.

Dass sie aber auch weiterhin ausgebildet werden sollten, ist in den ersten Wochen der Schulschließungen ziemlich untergegangen. Relativ bald gab es in NRW eine veränderte Vorgehensweise für die noch ausstehenden Prüfungen – für die ausfallenden Unterrichtsbesuche haben wir nun auch seit ein paar Wochen Klarheit und können alternative Ausbildungsformate anbieten.

Spannend wird es nun für die LAA und für uns Fachleitungen, wenn nun die ersten „Alternativen Ausbildungsformate“ zum Einsatz kommen. Hierbei haben sich die meisten LAA dafür entschieden, ein an das alternative Prüfungsverfahren des Prüfungsamts Dortmund angelehntes Format zu nutzen: die eigene Stunde ausführlich vorstellen, Arbeitsaufträge nennen, mögliche Ergebnisse antizipieren etc. Teils führe ich diese Gespräche in Präsenz im ZfsL, teils als Videokonferenz über Teams.

Was aber die Ausbildung im Seminar (bei uns ZfsL) angeht, so war es für uns FL ähnlich wie für jede Lehrkraft: Fernunterricht musste zügig vorbereitet werden und groovt sich so langsam ein. Inzwischen hat mein Fachseminar Deutsch/Mathematik schon vier Mal eigenständig und asynchron von zuhause aus gearbeitet und unser Dreierteam an FL hat den Eindruck, dass das ganz gut klappt. Natürlich fehlen uns die Gespräche über Unterricht, Planung und Didaktik, aber zumindest können wir fachlichen Input zu Deutsch und Mathematik geben und konnten sow wie es aussieht ein bisschen Lernzuwachs erreichen. Glücklicherweise haben wir seit einigen Monaten mit Moodle ein LMS (Lernmanagementsystem), über das wir Aufgaben und Material zur Verfügung stellen und auch einsammeln können. Ergänzt durch Padlets, auf denen die Kommunikation ein bisschen offener ist, versuchen wir so auch diesen Aspekt mit einzubeziehen. Ergänzt haben wir dieses Konstrukt zuletzt noch durch eine Umfrage mit Edkimo zum Bedarf und Wünschen der LAA für die Distanzzeit.

Ich werde noch versuchen, ein paar der Aufgabenstellungen hier aufzubereiten, da es ja durchaus euer Wunsch war, auch aus dem Seminar zu hören.

Beste Grüße
Katha

Löwenzahn

Bei einem unserer letzten Sonntagsspaziergänge sind mir ein paar Löwenzähne vor die Kamera gehüpft, mit denen sich der Lebenszyklus dieser Pflanze ganz gut nachvollziehen lässt.Besonders gefreut habe ich mich über die angeknabberte Blüte, in der man die fertig entwickelten Schirmchen vor dem Öffnen der Pusteblume sehen kann. Das sieht man ja nicht alle Tage und meine Jungs haben ganz schön gestaunt.

Falls ihr mal rechtlich sichere Fotos davon benötigt, dürft ihr diese gern verwenden – ich stelle sie unter die Lizenz CC-by-nc (also Name nennen und nicht kommerziell nutzen!).

1. Löwenzahn in Blüte:

2. Zusammengezogen:
K1600_IMG_7908

3. Blick in die zusammengezogene Blüte mit den Schirmchen vor dem Öffnen:

4. Pusteblume:
K1600_IMG_7901

Ihr könnt die Bilder hier herausspeichern oder per Mail von mir die höher aufgelösten Originale bekommen.

Beste Grüße
Katha

Digitale Unterrichtsvorbereitung

kari-shea-1SAnrIxw5OY-unsplash
Photo by Kari Shea on Unsplash

Inspiriert von der wunderbaren Frau Locke, die wiederum durch eine Instagram-Challenge inspiriert wurde, möchte auch ich heute mal beschreiben, welche digitalen Hilfsmittel ich zur Vorbereitung meines Unterrichts bzw. meiner Fachseminararbeit nutze.

1. Ausstattung (Hardware)
Schon immer nutze ich privat ein Notebook mit aktuellem Microsoft Office. An zusätzlicher Hardware gibt es nur einen Drucker mit Scanfunktion; eine Webcam ist im Notebook enthalten. In den letzten Jahren habe ich mit unserem Familien-iPad auch schon ein bisschen herumprobiert und ergänze durch dieses vor allem kreative Aspekte.

Da ich ja in zwei verschiedenen Institutionen tätig bin, plane ich auch zweigleisig für zwei verschiedene Austattungen:
In der Schule gibt es bislang anderthalb Computerräume sowie eine inwzischen flächendeckende Beamerausstattung plus Notebooks in den Klassen. Für dort kann ich also alles einplanen, was entweder ich präsentiere oder die Kinder an einem Desktop-PC tun können (Online-Aufgaben, Textverarbeitung, Recherchelinks…). Eine Ausstattung der Lehrkräfte mit mobilen Dienstgeräten ist in Vorbereitung.
Im ZfsL (Studienseminar) stehen große Präsentationsdisplays, die ich kabellos oder mit Kabel vom Notebook aus zum Präsentieren nutzen kann. Außerdem haben wir dort bislang einen Koffer mit iPads. Auch hier warten wir auf Dienstgeräte für die Deutsch-Mathe-Fachleitungen.

2. Ausstattung (Software)
Meine unverzichtbaren Programme sind immer schon Word und PowerPoint*. Ersteres für alle Textarbeiten und die meisten Arbeitsblätter. Zweiteres natürlich für Präsentationen (ZfsL), aber vor allem auch für viele grafische Kleinigkeiten: ich kann darin Formen schnell nutzen, verschieben, ausrichten, kombinieren und so. Die Greenscreentechnik aus dem FakeNews-Beitrag letztens kann ich zum Beispiel dort auch schnell umsetzen: beide Bilder einfügen, anordnen, gemeinsam als neue Grafik speichern…
Jedem, der diese und andere Programme regelmäßig für ähnliche Arbeiten nutzt, dem empfehle ich dringend, sich mit den bestehenden Tastaturkürzeln vertraut zu machen – außer strg+c, strg+v und strg+x gibt es da noch eine ganze Menge weitere! Vor allem am Notebook beschleunigt man sein Arbeiten so enorm. Für alle wiederkehrenden Dinge kann man teils auch selbst solche Shortcuts anlegen – ich habe mir z. B. in der Symbolbibliothek in Word für die von mir häufig genutzten Pfeile oder Ankreuzkästchen Shortcuts eingerichtet, so dass ich z. B. über strg+k direkt in Kästchen im Text habe. Weitere Tipps: Windowstaste und Punkt drücken zeigt mir eine Emoji-Tastatur an und wenn man Großschreibtaste, Windowstaste und S drückt, kommt man direkt in das Ausschneidetool (früher Snipping Tool), mit dem man z.B. die in diesem Artikel genutzten Bildschirmausschnitte superschnell herstellt.
Nicht zuletzt sollte man sich alle regelmäßig genutzten Programme unten am Bildschirm in der Toolbar ablegen, um schnell darauf zugreifen zu können:
Toolbar

Außer Office habe ich nur Freeware auf meinem Notebook: Freemind zum Beispiel, eine Mindmapping-Software. Außerdem TinyPic, einen Bildverkleinerer oder oCam, ein Screencastprogramm zum Aufnehmen des Bildschirms für Erklärfilme. Diese verarbeite ich dann mit MovieMaker, einem Windows-Tool (analog gibt es auf dem Mac iMovie).
Ein pdf-Tool zum Kombinieren oder zerteilen von pdf-Dateien habe ich in pdf24 gefunden. Durch die zur Zeit häufigere Arbeit mit Videos ist noch Handbrake zum Verkleinern hinzugekommen.

An der Arbeit mit OneNote als Planungshilfe versuche ich mich momentan. Der Charme liegt ja darin, dass ich unterwegs auf dem Tablet auf alles zugreifen kann genauso wie zuhause am Notebook. Wer hier auch probieren mag, kann sich zum Beispiel bei https://onenote-fuer-lehrer.de/ schlau machen.

Nicht zuletzt nutze ich im Seminarkontext mit einigen Kolleginnen Microsoft Teams, das nun in Zeiten der Distanzausbildung auch an unsere LAA herausgeht, damit wir gut miteinander videochatten können.

3. Was ich so plane
Ihr kennt ja inzwischen viele meiner AB und meinen Stil dafür. Mit Word komme ich deshalb hervorragend zurecht und weiche für AB mit etwas mehr Formen bzw. für Spielkarten und so was auf Powerpoint aus.

Außerdem habe ich immer schon gern Hilfen genutzt, um Schüler*innen schneller zu bestimmten Internetseiten zu lotsen. Früher konnte ich in der Schule noch Tabs in unserem Browser setzen, mit denen man zumindest zu den häufiger gebrauchten Seiten kommt. Da das nicht mehr geht und sowieso nicht jede*r ein Schulnetzwerk hat und man ja nicht für jede einmal zu nutzende Seite einen Tab einrichtet, nutze ich gern Dokumente mit Links drin: einfach zuhause die URL der gewünschten Seite kopieren und in Word einfügen, dann Leertaste tippen und der Link wird zum Hyperlink. Nun kann man dazu noch etwas schreiben, wenn man will und das Dokument auf den Schul-PC packen (Netzwerk, Dateiverteilung, USB-Stick…). Durch Anklicken des Links in der Datei kommen die SuS nun genau dahin, wo sie hinsollen. So kann man wunderbar z.B. mehrere Seiten mit passenden Infos über ein Tier zuhause sammeln und die Kinder können genau diese Seiten durcharbeiten. Eigene Recherche mit Suchmaschinen kommt natürlich noch dazu, bevor jetzt jemand unkt..
Sollten wir wirklich Tablets bekommen, dann kann man dies sehr schön durch QR-Codes lösen.

In den letzten Jahren habe ich viele Fortbildungen wahrnehmen können und dabei diverse „Tools“, wie es so schön heißt, kennengelernt. Ein häufig genutzter Favorit ist Padlet (s. hier), ebenso die auch kollaborativ nutzbaren Etherpads wie zumpad.

In meiner Vorbildfunktion sowohl für die SuS als auch für die LAA habe ich gelernt, Wert auf Urheberrechte zu legen und mich auch mit der Recherche von Bildern in diesem Sinne mehr anzustrengen. Die Google-Bildersuche bietet dafür eine sehr einfache Unterstützung, die man auch GS-Kindern schnell beibringen kann:
Bildersuche
Die Einstellung „Zur Wiederverwendung gekennzeichnet“ liefert mir Bilder, die ich unter Angabe der Quelle z.B. hier oder auf einem AB verwenden kann.
Außerdem habe ich mir frei zur Verfügung gestellte Grafiken wie die von Frau Locke oder den Mompitzen heruntergeladen und nach Autor in Ordnern abgelegt, damit ich immer direkt die Quelle angeben kann.
Grafiken

Mmh, nun ist es doch ein bisschen lang geworden hier heute… das Fokussieren fiel mir etwas schwer, da so vieles bei mir am PC Hand ind Hand geht. Solltet ihr den Wunsch haben, dass ich irgendwas nochmal vertiefe, dann kommentiert oder mailt mir das gern.

Herzliche Grüße
Katha

*Natürlich kann man auch OpenSource-Software wie LibreOffice nutzen – mir persönlich sind da die Funktionen aber zu eingeschränkt bzw. zu umständlich zu erreichen. In der Schule muss ich damit arbeiten und ärgere mich oft darüber, dass ich meinen gewohnten Workflow bei Weitem nicht erreiche. Allein die Dropdown-Menüs in LibreOffice machen mich wahnsinnig.

Mona war weg – ein Schreibanlass

Momentan komme ich dazu, ein paar liegen gebliebene Blogprojekte aufzubereiten. Eines, das hier schon lange schlummert, ist dieses Beispiel aus meiner zweiten Klasse, das sich aber auch übertragen lässt auf höhere Klassenstufen:

Unser Klassentier Mona ist damals aus dem Herbsturlaub mit mir auf Norderney leider nicht zurück in die Monsterklasse gekommen. Für die Kinder gab es die Legende, dass sie Lust auf mehr Urlaub und Abenteuer hatte und deshalb erst später wieder zur Klasse käme*.
Usedom 2018 (226)Eigentlich ist das arme Ding aber wohl auf der Fähre zurück verloren gegangen und war nicht mehr aufzufinden… Zum Glück konnte ich dank des großzügigen Herstellers irgendwann Mona wieder präsentieren (da es ein Werbeprodukt war, hätte ich sie nur im Hunderterpack nachbestellen können!) und schwupps – geboren war ein toller Rede- und Schreibanlass!

Mona hat MIR nämlich leider nicht erzählt, wo sie so lange geblieben war und was sie erlebt hat. Da ich mir aber sicher war, dass sie den Kindern mehr verraten würde, durften alle Kinder Mona mal ein Weilchen nehmen und sie „aushorchen“. Dann wurde Monas Geschichte aufgemalt und dann auch aufgeschrieben.
Alle Vortexte sammelte ich ein und gab sie korrigiert zurück. Teils sollten die Kinder noch ein bisschen was ergänzen, damit die Geschichte stimmig wurde – dann schrieb jede/r seinen Text auf.

Alle Texte und Bilder sammelte ich dann zu einem Buch zusammen. Da ich die gute alte Plastik-Spiralbindung langsam nicht mehr sehen konnte, habe ich mir mal einige Präsentationsmappen im Aldi angeschafft (ihr kennt inzwischen ja meinen lippischen Geiz, der mich gern bei den reduzierten Sachen zuschlagen lässt). Die bestehen quasi nur aus Klarsichthüllen und in deren Cover kann man auch ein Blatt Papier einstecken. Bild und Text können so immer nebeneinander stehen, wenn man die Hüllen beidseitig bestückt.

Zwei Varianten sind mir noch durch den Kopf gegangen:
a) Kombination mit Greenscreen
Wenn man ein freigestelltes Foto des Klassentiers hat (s. dieser Blogbeitrag hier), können die Kinder es in verschiedenste Hintergründe einfügen und dann dazu erzählen oder schreiben.
b) Distanzlernen
Auch in der aktuellen Situation mit Unterricht aus der Ferne können Klassentiere sehr hilfreich sein – sind sie doch für viele, gerade jüngere Schüler*innen eine echte Identifikationsfigur. Wenn ihr also Klassentiere habt, sendet doch mal ein Foto herum (vielleicht auch ein bearbeitetes) und lasst die Kinder dazu schreiben. Vielleicht gibt es ja sogar noch Klassentierfotos von gemeinsamen Klassenaktionen. Ich habe unsere Mona da auch immer dabei und sie schlecht sich oft auf Bilder, die ich dann später nutzen kann.

Herzliche Grüße
Katha

* Später in Klasse 3 bekamen wir dann sogar noch Post von einem netten Monster, das Mona auf ihrer Tour an der Nordsee kennengelernt hatte – unser Einstieg in die Einheit „Briefe schreiben„.

Liste englischer Kinderbücher

Puuuh – lange ist’s her, dass ich euch zur Mithilfe aufgerufen hatte, um Bilderbücher für den Englischunterricht zu sammeln. Heute habe ich von der lieben Fenja ganz bei mir aus der Nähe eine Mail bekommen, die diese Liste noch einmal um eine ganze Menge Bücher ergänzt hat.

Hier ist sie nun in der aktuellen Fassung: Liste englischer Kinderbücher – ergänzt

Liste voller

Was mich besonders gefreut hat, sind die vielen Videolinks, die es nun auch direkt mitgeliefert gibt – danke, Fenja!

Weiterhin nehme ich natürlich gern Ergänzungen von euch auf, wenn ihr noch andere Bücher kennt oder zu den vorhandenen Ideen ergänzen mögt. Mailt sie mir einfach. 🙂

Keep healthy and stay at home!
Katha

Frohe Ostern

IMG_7012

Allen treuen Leserinnen und Lesern wünsche ich schöne Osterfeiertage und dass ihr sie dieses Jahr „trotz allem“ oder gerade deswegen auch genießen könnt!

Viele von uns warten ja gerade auf die dringend nötigen Ansagen der jeweiligen Bildungsbehörden, wie nach dem 19. April mit Schule und Unterricht verfahren werden soll – Planungssicherheit gibt es ja gerade keine und leider auch keine einheitlichen Regelungen deutschlandweit. Wer im #Twitterlehrerzimmer mitliest, kennt inzwischen 16 Regelungen rund um Beschulung, Ausbildung der Lehrkräfte und Abschlussprüfungen … schade!

Dennoch hoffe ich, dass ihr alle euch einen Moment der Ruhe über die nächsten Tage gönnen könnt und weiß, dass ihr alle danach wieder Vollgas geben werdet, um für eure Schülerinnen und Schüler das meiste rauszuholen, ihnen nahe zu bleiben und keinen zu verlieren. Viel Erfolg auch dabei!

Eure
Katha

Fake News selber machen

Vielleicht ist Mancher irritiert über den heutigen Titel (oder über den gestrigen gestolpert), aber ich versuche, mich zu erklären…

In der Schule neigen wir oft dazu, vor allem die Gefahren der Internetnutzung aufzuzeigen und heben dabei doch oft den mahnenden Zeigefinger.

Wenn es nun um das Thema Fake News geht, möchte ich euch heute deshalb einen anderen Weg ans Herz legen: Fake News selbst erfinden um zu merken, wie leicht man durchaus glaubwürdige Unwahrheiten verbreiten kann. Und das können auch Grundschulkinder gut selbst tun!
Was man dazu benötigt? Eine lustige Idee, ein passendes Foto und ggf. einen passenden Generator. Vorschläge und Beispiele findet ihr auch in dem wirklich empfehlenswerten Buch „Tablets in der Grundschule“ von Verena Knoblauch, in dem es u.a. ein Kapitel über Fake News gibt. Lasst euch jetzt aber vom Titel nicht abschrecken – es geht auch ohne Tablet!

Fake Primarblog

1. Die Schlagzeile
Nicht nur am 1. April kann man Menschen mit erfundenen Schlagzeilen „erfreuen“ – dieser bietet aber immer einen guten Anreiz, das Thema auzgreifen.
Die Kinder erfinden also in PA eine Schlagzeile, die frei erfunden oder zumindest maßlos übertrieben ist. Zur Vorbereitung kann man gut seriöse und nicht-seriöse Überschriften vergleichen und feststellen, was zweitere ausmacht.

2. Die Nachricht
Zur Überschrift wird ein kleiner Artikel geschrieben. Wie in einer Zeitung muss der nicht allzu lang sein, aber eben die wichtigen Informationen enthalten, die die Überschrift näher erläutern. Hier läuft also viel Textarbeit, parallel zu dem, wie man sonst oft das Thema Zeitung bzw. Bericht erarbeitet. Dieses Mal ist nur anders, dass die Inhalte frei erfunden und übertrieben sind.

3. Das Bild
Jede gute Schlagzeile wird durch ein Bild noch glaubwürdiger – das gilt natürlich auch für Fake News. Jetzt wird es kreativ: wir verwenden entweder frei zugängliche Bilder von Plattformen wie Pixabay oder nutzen eigene Bilder, die verändert werden.
Im ersten Fall sucht man nach Bildern, die man für seinen Artikel nutzen möchte. Hier gibt es eine sehr einfache Suchfunktion. Wichtig ist es hier im Sinne der Vorbildfunktion, nicht einfach die Google-Bildersuche zu nutzen, sondern über Urheberrechte zu sprechen. Die Google-Bildersuche kann man übrigens auch dazu nutzen, wenn man die Nutzungsrechte-Filter nutzt:
Bildersuche GoogleDas gewünschte Bild wird gespeichert und kann dann direkt weiter verwendet werden – oder für die nächste Variante genutzt:

Eine andere Variante, die sehr viel „beeindruckendere“ Ergebnisse erzielt, ist das Nutzen von GreenScreen-Bildern, so wie es ja z. B. auch bei den Fernsehnachrichten geschieht. Dazu wird eine Person oder Personen vor einem grünen Hintergrund fotografiert. Dieser Hintergrund kann dann in jedem Bildbearbeitungsprogramm (und sogar in Officeprogrammen) recht leicht weggezaubert werden. Die Person kann dann vor einen Hintergrund nach Wahl (Fotoquellen siehe oben) platziert werden. So stehen die Kinder plötzlich auf dem Mond oder ein Hund auf einem Bus usw.
Wer sich vor diesem Aufwand scheut oder keinen GreenScreen zur Verfügung hat, kann für vorhandene Fotos das sehr effektive Angebot von remove.bg nutzen, das das Freistellen einer Person online ziemlich gut hinbekommt. Ich habe hier mal ein Beispiel für euch: originale Aufnahme, freigestellte Aufnahme und in einen anderen Hintergrund eingefügte Aufnahme. Hier könnte der Titel „Riesenkäfer gesichtet“ passen…

Nun kann man entweder von Hand oder am PC im Textverarbeitungsprogramm ein Artikel verfasst und durch das gewünschte Bild ergänzt werden. Oder man macht es sich einfach und nutzt Online-Angebote dafür. Obiger Ausschnitt wurde mit „The Newspaper Clipping Generator“ gemacht, da mein Favorit Paul Newsman zur Zeit wegen der Coronakrise stillgelegt ist (es wurde wohl zu viel Schindluder getrieben…). Paul Newsman hat den Vorteil, dass ein Bild eingebunden werden kann, was nun heute bei mir nicht klappte.
Hier noch ein Beispiel, das mit dem Anbieter 24aktuelles gefaket wurde. Man achte auf den Hinweis ganz oben:
Fake4

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren – wie immer am besten zuerst allein daheim oder mit den eigenen Kindern und dann in der Schule!
Habt im Hinterkopf, dass Persönlichkeits- und Urheberrechte in solch einem Projekt besondere Beachtung finden müssen!

Eure
Katha

Zum Schluss noch ein Angebot: Meine gesammelten Online-Angebote rund um Fake News habe ich mit Wakelet schon mal geordnet. Diese Sammlung mache ich euch gern zugänglich.

 

Alternative Diktatformen

Rechtschreibstrategien sind derzeit in aller Munde und in vielen Lehrwerken angekommen. Das ist wirklich gut so, denn mit Hilfe von vier bis sechs grundlegenden Strategien können die grundschulrelevanten Wörter richtig geschrieben werden. Günter Renk und sein Team (die „Erfinder“ der FReSch-Methode) haben Anfang der 1990er Jahre den damals relevanten GS_Wortschatz untersucht und festgestellt, dass…
ca. 50% der Wörter Mitsprechwörter sind (also durch deutliches Sprechen lautgetreu abgehört werden können) und die anderen 50% sich ungefähr gleichmäßig auf die Strategien Verlängern, Ableiten und Merkwörter verteilen (also mit Hilfe einer Strategie erklärbar bzw. zu merken sind).

 

Wieso ich heute dennoch nicht über Stratgien schreibe sondern über Diktieren? Nun ja – Rechtschreibgespräche, gestützt durch Strategien, sind ein wichtiger Teil des Rechtschreibunterrichts. Aber: es kann nicht nur um das Asufüllen von AB gehen und das isolierte Üben von Wörtern. Unser Ziel ist es ja, dass die Kinder irgendwann ihre eigenen Schreibungen überprüfen und verbessern oder sogar beim Schreiben über das richtige Schreiben anchdenken. Um dort anzukommen, müssen die Kinder eben dies üben: an ausgewählten Wörtern beim Schreiben die richtige Schreibung kennen oder herausfinden. Ein Weg dorthin ist das Diktieren von Wörtern, Sätzen oder Texten.

Beim klassischen Diktat mit xy Wörtern habe ich oft beobachtet, dass die zuvor sorgfältig und vielfältig geübten Lernwörter richtig geschrieben wurden, aber die vielen anderen kleinen Wörter dazwischen nicht. Denn statt den und andersherum, file statt viele und so weiter und so fort. Im Ergebnis heißt das bei den meisten Fehlerschlüsseln, dass Kinder schwierige Wörter üben und richtig schreiben und dennoch eine nicht so tolle Note unter dem Diktat steht. Hier kommt es schnell zu einem echten Motivationsproblem.
An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich nicht fordern, dass diese Diktate zu verbieten sind, wenn ich auch ihren Nutzen durchaus in Frage stelle. Ich möchte lieber Alternativen vorstellen, mit denen sich gezielt bestimmte Strategien abprüfen lassen.

Variante 1: Wortstammdiktat
Ich hatte in meiner letzten dritten Klasse viel mit Wortstämmen gearbeitet (hier im Blog nachzulesen). Das ist die Voraussetzung dafür, diese Diktatform zu nutzen. Konkret: ich schreibe acht Wortstämme an die Tafel bzw. lasse mir diese von den Kindern buchstabieren. Wir besprechen die rechtschriftlichen Besonderheiten wie ie, Dehnungs-h, Konsonantendopplung etc. (gut eignen sich z.B. back, lauf, geh, lieb) oder stellen fest, dass es Mitsprechwörter sind. Mit offener Tafel diktiere ich den Kindern dann zu jedem Wortstamm 3-4 Wörter (z. B. die Backstube, der Bäcker, du backst, das Gebäck).
Man könnte nun meinen, dass die offen sichtbaren Wortstämme zu einer fehlerfreien Leistung führen würden – keine Sorge! Wie in anderen Formen auch konnten fitte Kinder ihre Rechtschreibkompetenz beweisen und schwächere Lerner hatten auch hier Probleme. Vorteilhaft für mich als Lehrkraft ist hier aber, dass ich sehr genau sehen kann, welche Prinzipien ein Kind noch nicht verstanden hat und hier mit Übungen ansetzen kann. Das kann ich nach einem Textdiktat oft nicht, weil viele verschiedene Wörter und Fehler vorhanden sind und manch schwacher Rechtschreiber durch Auswendiglernen gute Ergebnisse erzielen kann.
Diese Diktatform möchte ich gern öfter nutzen und mit zunehmender Übung die Tafel dann auch zuklappen.
Für das nächste Mal würde ich VOR einer Beschäftigung mit Wortstämmen solche Wörter diktieren und NACH der Einheit die gleichen Wörter noch einmal, um so Lernerfolge sichtbar zu machen und den Kinder zu verdeutlichen, dass die Kenntnis eines Wortstamms ihnen bei der richtigen Schreibung einer ganzen Wortfamilie helfen kann.

Variante 2: Lückendiktat
Stellen wir uns vor, in den letzten Stunden haben wir uns im Unterricht verstärkt mit Doppelkonsonanten (inkl. tz und ck natürlich) beschäftigt. Ich möchte überprüfen, ob die Kinder nun die Entscheidung treffen können, ob Wörter mit einfachem oder doppeltem Konsonanten geschrieben werden. Diktiere ich einzelne Wörter, stehen diese in keinem Kontext und bereiten so evtl. semantische Probleme. Diktiere ich Sätze oder einen Text, kommen neben meinen gewünschten Wörtern eben auch viele andere vor und die Kinder übergeneralisieren evtl.
Meine Lösung dafür ist das Lückendiktat. Die SchülerInnen bekommen einen Text, in dem z.B. viele Nomen oder auch Verben weggelassen wurden. Diktiert wurd nun der ganze Text, aber geschrieben werden nur die fehlenden Wörter. Zur besseren Vorstellung:
LückendiktatUnd hier gibt es die Wordvorlage, die ihr so nutzen oder verändern könnt: Lückendiktat Doppelkonsonanten. Hier sieht man auch, dass über den Text verteilt manche Wörter merhfach vorkommen (ich überprüfe also die Merkfähigkeit bzw. schließe Zufallstreffer aus) und dass die Wörter unterschiedlich anspruchsvoll sind.

Variante 3: Wiederholtes Wörterdiktat
Entweder mit dem Lückendiktat oder auch mit einem einfachen Wörterdiktat habe ich mir vor Jahren mal eine Übungsform aus dem Marburger Rechtschreibtraining (Leseprobe hier) abgeschaut: ein Lückentext oder auch eine Sammlung von Wörtern wird (immer gleich bleibend) mehrmals diktiert, z. B. über drei Wochen hinweg zwei Mal pro Woche. Bei dieser Vorgehensweise werden nicht die Fehler, sondern die richtigen Wörter gezählt und vor allem wir die (meist positive Entwicklung) dieser Zahl auf einem Zettel als Kurvendiagramm dokumentiert. Hier entsteht durch das „Einschleifen“ der Wörter ein wirklich positiver Effekt bei den Kindern.

Variante 3b: Wiederholtes Satzdiktat
Ausgehend vom Ritual „Satz des Tages“ kann man mit den größeren Kindern in der 3 und 4 einen Satz gemeinsam erarbeiten und ihn dann an den folgenden Tagen mit umgestellten Satzgliedern immer wieder ditkieren. So wird es quasi ein Satz der Woche, der das Großschreiben von Satzanfängen übt und je nach Wortauswahl die Beschäftigung mit den Rechtschreibstrategien fördert.
Als Dokumentationsform kann man hierzu ein Blatt nutzen, auf dem immer der bereits geschriebene Satz nach hinten geknickt wird, um ein Abschauen zu verhindern. Die Lehrkraft hat dann am Ende dennoch den Überblick, ob ein Fehler nur ein Ausrutscher war oder ob es einen fortlaufenden Fehler im Satz gibt und hier gezielt geübt werden kann.

Dokumentation der Leistungen
Das klassische Diktatheft (bei uns in A5) finde ich gar nicht so verkehrt, um die diktierten Rechtschreibüberprüfungen zu sammeln. Formen wie das Lückendiktat oder die Variante 3/3b könnten hier eingeklebt werden.
Wer das nicht mag, kann ja auch einfach eine Mappe nutzen oder einen Heftstreifen, in der/dem alle Blätter gesammelt werden. In meinen Klassen schaffen die Kinder zu Schuljahresbeginn ab der Klasse 2 immer einen linierten Schreibblock an, so dass sie jederzeit Schreibblätter zur Verfügung haben und ich nichts kopieren muss. Hier kann auch die saubere „Heftführung“ geübt werden, denn auf lose Blätter gehören natürlich immer ein Datum und der Name.
Unter Einbeziehung verschiedener Diktatformen plus anderer Wege der Rechtschreibüberprüfung bekommt man als Lehrkraft sicher ein aussagekräftigeres Bild als durch 4 ausführliche Textdiktate pro Schuljahr.

Beste Grüße
Katha