Wortbausteine: Wortfamilien finden

Nun kommen, mit etwas Abstand, noch ein paar Eindrücke meiner UE zum Thema Wortbausteine:

Ich gehe mit den Kindern gern von der Analyse (und dem gemeinsamen Entdecken bzw. Formulieren des Wortstammprinzips) zur Synthese vor, wie ihr seht:
Unbenannt
Auf den Fotos seht ihr, wie ich eingestiegen bin. Im Klassenraum hingen Zettelchen mit Wörtern aus vier Wortfamilien zzgl. einiger Fallen. Die Datei mit den Wörtern findet ihr hier (zum AB Wortfamilien B) zum Download.

Aus dem digitalen Begleitmaterial zu Bausteine 3 von Diesterweg habe ich dann das passende AB modifiziert mit den passenden Wortstämmen und die Aufgaben umformuliert. Passend dazu gab es dann auch das abgebildete Tafelbild.

Die Kinder sind nach einer kurzen Einführung schnell an die Arbeit gegangen und es gab auch kaum Rückfragen. Manche SuS stolperten direkt über meien Fallen und fragten nach, andere sind hereingefallen – was dann eben in der Nachbesprechung zu guten Redeanlässen führte:

2018-11-26 09.32.25
Am Ende der Arbeitszeit durfte jeder einen Zettel bzw. zwei mit zur Tafel bringen und richtig aufhängen. Meine Ansage vorab war, dass in jedes Haus fünf Wörter gehören…
Den Gehilfen mussten wir (wie erwartet) von der Gehhilfe abgrenzen – sowohl semantisch als auch rechtschriftlich. Auch das Rentier war schwierig zu entdecken, vor allem, weil wir es ja oft Renntier nennen…
Insgesamt aber konnten die Kinder die Begründung sehr gut nachvollziehen und die Begrifflichkeit des Wortstamms gut mit ihren Vorkenntnissen z.B. aus den Verbformen verknüpfen. Jeder halt auf seinem Niveau, nech?

Als HA gab es dann noch ein AB aus Jojo 3, auf dem vier Wortfamilien zugeordnet werden mussten. Hier waren Umlautungen schon implizit vorhanden, was aber nicht zu Problemen führte (die Vorkenntnisse über die Verbformen waren echt viel Wert…).

In der zweiten Sequenz gab es dann eine Höraufgabe: in einer Geschichte galt es, alle Wörter der Wortfamilie „schlaf“ zu erhören und Funde durch kurzes Melden anzuzeigen. Danach schrieben wir alle gefundenen Wörter je ein Mal an die Tafel und von dort ins Heft. Fix noch den Wortbaustein rot markieren und fertig. Eine deutliche Diagnosemöglichkeit, wie weit die SuS mitdenken bzw. sich auf die Aufgabe einlassen: wer hier noch zig Fehler macht, ist nicht im Thema…
Meine Beispielgeschichte zum Anpassen für alle, die sie brauchen können, kommt hier: Eine Schlafgeschichte – Wortfamilie

Vom Rest berichte ich in den nächsten Tagen noch…

Beste Grüße,
Katha

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Geschafft!

Ihr dürft jetzt „Sie“ zu mir sagen!
Seit gestern bin ich nicht mehr nur kommissarisch, sondern hochoffiziell Fachleiterin für das Fach Deutsch.

Jippie! Das war ein langer und spannender Tag, der zum Glück sehr positiv lief.

Beste Grüße,
Katha

Adventskalender-Zieh-Kinder bestimmen

Jedes jahr wieder überlege ich, wie ich einteile und/oder beeinflusse, wann wer den Adventskalender öffnen darf. Meist lande ich bei einer Kiste mit allen Namenszettelchen drin und das wars.

Ganz spontan hatte ich heute die Idee, zwar wieder den Zufall regieren zu lassen, aber etwas anspruchsvoller:
Ich habe mir kleine Weihnachtskarten bzw. Geschenkanhänger geschnappt, die ich aus einer Großpackung von vor Jahren noch übrig hatte und für jedes Kind eine Beschreibung verfasst (s. Bilder). Morgen starte ich mit dem ersten Vorlesen und dann darf immer das vorige Kind eine Karte ziehen und wenn es möchte auch vorlesen.

Wie ihr seht, habe ich vorsichtshalber jedes Kärtchen mit einer Mini-Etikette verschlossen – so gehen sie fix zu öffnen (besser als mit Klebeband), aber niemand zieht seinen besten Kumpel… Die Dose musste ich gestern dann leider noch mit meiner Freundin zusammen leer essen, damit sie ab morgen ihrem neuen Zweck zugeführt werden kann. Leckeres Marzipan aus’m A..i gab es. Danke, Sonja, für deine Hilfe!

Hier noch ein paar Beispiele. Ich habe äußerliche Beschreibungen ebenso drin wie Hobbies oder Kompetenzen sowie sprachliche Analysen der Namen. Klingt hochtrabend – schaut einfach selbst:

Vorsichtshalber steht unten rechts immer noch der Name des Beschriebenen. Sicher ist sicher, auch wenn ich mich um Eindeutigkeit der Merkmale bemüht habe…

Beste Grüße,
Katha

Herbst beendet, Advent eingeläutet

Der Wechsel vom November (der sich ja heuer wie ein April anfühlte mit Schnee und T-Shirt-Wetter) in den Dezember war dieses Jahr wirklich sehr greifbar für mich.

Nach der letzten Stunde habe ich gestern in der Klasse den Advent eingeläutet und einen „Thementisch“ gefüllt: Im Kamishibai befindet sich der auf A3 vergrößerte Adventsausmalkalender von Danielas Ideenreise, der „Adventskranz“ ist ja leider seit Jahren auf elektrisches Licht begrenzt (was ihm viel Zauber nimmt) und unser Klassenadventskalender:

Dieses Jahr habe ich bei Action diese schönen fix und fertigen Pappschachteln für nur zwei oder drei Euro mitgenommen, die ich definitiv wieder einsammeln werde. Darin befindet sich neben einem kleinen Tütchen Gummibären „nur“ ein Gutschein für Vorlesezeit, ein Spiel, eine Hausafgabe weniger etc., gefunden ebenfalls bei der Ideenreise. Die Würdigung eines kleinen materiellen Geschenks fiel in den letzten Jahren so dürftig aus, dass ich daruaf lieber verzichte. Und da ich ja letztes Jahr in meinem Zweitjob als Mama des Möppels miterleben durfte, wie sehr man sich freuen kann, wenn man ein Weihnachtsbuch mitbringen darf, finde ich diesen Weg ziemlich gut…

Montag kann es also losgehen mit dem Öffnen der Schachteln. Was ich ganz cool finde ist meine Steuerungsmöglichkeit bzgl. der Gutscheine: Spielwünsche befinden sich „zufällig“ immer in dern Schachteln der Sport-Wochentage (in Absprache mit der Kollegin), die Malzeit trifft genau den Freitag mit der Kunst-Doppelstunde und gemeinsames Genießen gibt es gern montags, wenn eh eine Weile für das schulinterne Adventssingen „drauf geht“… Die Namen der Kids kommen alle in eine Loskiste, aus der täglich eines bzw. rund ums WE zwei Kinder gezogen werden.

Was den Ausklang des Herbstes angeht, so feierte die Schule des Möppels gestern ihr traditionelles Lichterfest. Alle Klassen haben dafür Laternen gebastelt und ziehen zusammen vom „unteren Schulhof“ auf den „Festplatz“, wo ein jedes Jahr wieder wunderschönes Lied gesungen wird – da bekomme ich immer Pipi in den Augen, wenn 250 Kinder sowas Schönes und Tiefsinniges trällern wie Lichterkinder. Alle Lichter werden dann rund um den fürs Feuerwerk abgesperrten Rasenplatz aufgehängt und illumieren das Gelände zauberhaft.

Die Zweitklässler hatten in diesem Rahmen dann noch einen kurzen Auftritt in der Turnhalle und präsentierten zwei Tänze, die sie im Rahmen von Jekits eingeübt hatten.
Das Feuerwerk ist beim Lichterfest ebenso Tradition wie das Lied, die Laternen und die ewig langen Schlangen bei den Essensangeboten 😉 und hat vor allem das Möppelchen sehr beeindruckt – gute Vorübung für Silvester! Der Möppel hielt sicherheitshalber während des Geknalles die Hand unserer Nachbarstochter, damit er sich nicht fürchten muss… So süß!

Allen, die bis hierher gelesen haben, wünsche ich heute den Start mit einen tollen Adventskalender in den letzten Monat des Jahres. Krass, dass es schon wieder fast rum ist und wie viel doch auch 2018 wieder los war…

Beste Grüße,
Katha

Würfelspiel zu Verbformen

Meine Drittklässler haben sich durch anhaltend recht miese RS-Leistungen einige „Wochen der Rechtschreibung“ eingebrockt. Ich habe gemerkt, dass die bislang angesprochenen und geübten Strategien kaum Anwendung finden und die durchschnittlichen Rechtschreibkompetenzen der Kinder dürftig sind. Somit nun also mal Schwerpunkt auf Strategien wie Weiterschwingen/Verlängern, Ableiten, Merkwörter und Selbstlautlänge…

Diese Woche ging es um die Selbstlautlänge und dabei natürlich um Doppelkonsonanten. Um im Sinne eines Spiralcurriculums die Strategie aufzubauen, arbeite ich zur Zeit mit Verben statt wie zuvor mit Nomen. Die Konjugation von Verben bietet als Gesprächsanlass z.B. die er-Form (rennt), an der man das Wortstammprinzip hervorragend verdeutlichen kann: „rent“ wäre ja prinzipiell richtig, weil auf den kurzen Selbstlaut zwei Mitlaute folgen – es muss aber wegen des Bezugs zum Wortstamm „renn“ dennoch ein doppeltes n haben…

Die Monster der 3b durften heute spielen:
AB Verben
Für meine Förderkinder und einen ganz schwachen Lerner habe ich das Spiel noch vereinfacht: links nur die Personalformen/Namen und rechts in den Verben den Wortstamm rot markiert.
Für schnelle Partnerteams gab es ein neues Spielfeld, auf dem Verben mit Vorsilbe zu konjugieren und dabei natürlich die Vorsilben abspalten.

Alle drei Spielpläne finden sich in dieser Datei: AB Verbformen bilden würfeln

Früher in der Woche haben wir das Wortstammprinzip schon mit Verben geübt, die Merkstellen wie ß oder Dehnungs-h haben. Dabei wurde zwar auch gewürfelt, aber gegeneinander:
UnbenanntDas war der Würfelplan, zu dem es eine große Tabelle gab, in die die erwürfelten Verbformen eingetragen wurden. Jeder Spieler (PA) schrieb mit einer anderen Farbe und bekam einen Punkt für jedes richtige Wort. Wer einen Fehler fand und korrigierte, bekam auch diesen Punkt vom Gegner am Ende dazu.

Dieses Spiel bekommt ihr hier: PA Spiel Verbformen würfeln

 

Es war eine Freude zu sehen, dass mein Wuselhaufen wirklich konzentriert gespielt und gewetteifert haben und vor allem, dass bis auf wenige Ausnahmen alle das Wortstammprinzip einhalten konnten und die Verbformen korrekt schrieben. Weiter so, liebe Monster!

Beste Grüße,
Katha

App-Tipp für iPads: Miximal

2018-11-18 19.55.59Solltest du an einer Schule arbeiten, an der es iPads gibt, kannst du diese App in der ersten Klasse vielleicht nutzen: „Miximal“ von YATATOY

Ursprünglich für den Möppel heruntergeladen, fiel mir in einem UB vor Kurzem auf, dass die App sich gut in den Deutschunterricht integrieren ließe. Wenn die Kinder verschiedene Silben kombinieren oder Fantasietiere aus Tiernamensilben zusammen setzen, können sie das digital mit dieser App tun.

Wie man sieht, sieht der Spieler zuerst ein dreigeteiltes Bild, das sich aus drei verschiedenen Tieren zusammen setzt. Jedes Körpersegment kann beliebig nach rechts oder links geschoben werden. Drückt man das Play-Zeichen, werden die Silben eingeblendet.
Nur, wenn man alle Teile des gleichen Tiers vereint, beginnt eine kurze Animation mit einer typischen Handlung des Tiers (ist hier schwer zu zeigen, aber ihr könnt es vielleicht erahnen, dass der Pelikan abtaucht):

Pluspunkte: das „wutschen und wedeln“ ist natürlich sehr motivierend und meinen Testobjekten hat das Erlesen der verrückten Tiernamen seeeeehr viel Freude bereitet. Die Lesemotivation steigt und es muss wirklich silbenweise gelesen werden, ohne dass man raten kann.
Der Wortschatz kann erweitert werden. Ist ein Tierbild unklar, sucht man sich mit Hilfe des farbigen Hintergrundes bzw. der Animation das Tier korrekt zusammen und kann seinen Namen erlesen.
Neben Deutsch kann ich auch englisch, spanisch, französisch und italienisch einstellen, wenn daran Bedarf ist.

Minuspunkte: die Silben sind alle in Großbuchstaben abgebildet. Daraus müsste man also einen Gesprächsanlass machen, dass man Namen groß schreibt, wenn verschriftlicht werden soll…
Und: Leider gibt es einmal in der letzten Zeile einen Zweisilber (s.u.). Wer also explizit auf die Silben eingeht, muss auch hier mal drüber sprechen. Ich vermute, dass das auf den englischsprachigen Ursprung der App zurück zu führen ist.

Wer übrigens kein iPad hat, kann auch das gute alte Buch „Kro-gu-fant“ von Sara Ball heranziehen – das funktioniert genau so, nur eben analog.

Beste Grüße,
Katha