Anregung: vorgelesener Adventskalender

Immer mal wieder versuche ich ja, euch vom #TwitterLehrerzimmer zu überzeugen. Heute Versuch 124 oder so. Auf Twitter kann nämlich Tolles passieren: jemand hat die Idee, aus einem Adventskalenderbuch mit 24 Kapiteln digital verfügbar einen anzuhörenden Adventskalender für seine Klasse zu machen. Andere Menschen steuern ihre Ideen bei und es entsteht der Plan, dass nun deutschlandweit 24 Personen die 24 Kapitel einlesen und jede*r davon dann den gesamten Kalender nutzen darf.

Schwupps wird eine ppt vorbereitet und in einem Cloudordner für alle zugänglich gemacht. Schwupps lesen die ersten ihre Kapitel ein, andere bestellen erstmal das Buch*, erste Folien sind schon gestaltet. Wenn jemand nicht so gestalterisch begabt ist oder keine Zeit für die Folie hat, springen andere ein. Innerhalb von weniger als zwei Wochen ist das Ganze Ding fertig.

Wieder kommen verschiedenste Ideen zusammen, wie denn nun das Teilen technisch umgesetzt wird. Vor allem durch verschiedene oder fehlende Plattformen gibt es hier Manches zu beachten – aber es klärt sich.

Ich darf nun also Teil dieses Projekts sein und habe Tag 20 in die Sprachaufnahme-App meines Tablets eingelesen. Außerdem hat jede*r die ppt-Folie zu seinem Tag gestaltet (in diesem Buch geht es um Weihnachten in verschiedenen Ländern, so dass jedes Bild ein Land zeigt). Für Italien habe ich Canva genutzt und mein Bild so gestaltet:

Aus rechtlichen Gründen kann ich natürlich nicht den gesamten Kalender mit euch teilen, aber ich möchte euch anregen: so ein Projekt kann man auch mit einem Kollegium umsetzen und füreinander, die eigene Klasse oder die Schulgemeinschaft nutzen! Tut euch zusammen, probiert euch aus, teilt dieses Erlebnis miteinander!

Viel Spaß beim Ausprobieren und (mit oder ohne Adventskalender) einen guten Start in die Adventszeit!

Eure Katha

* Wir haben „Unglaubliche Weihnachten“ von Renus Berbig gelesen, dtv Verlag. Die Bestellzahlen dürften ziemlich hoch gegangen sein… 🙂
Grundsätzlich ist das aber einfach auch ein tolles Buch zum Vorlesen im privaten oder schulischen Bereich!

Superheroes – Schreiben und vorlesen in Klasse 4 (part I)

Vor Kurzem bekam ich von Franziska Teichert (VIELEN DANK!) die Inspiration zu einer Englischeinheit zum Thema „superheroes“ 🌟, die ich nun mit den Viertklässlern umsetze. Wortschatzarbeit an den Feldern clothes und superhero powers steckt darin, das Verfassen eines Textes sowie dessen geübtes Vorlesen. Handslungsprodukt wird am Ende ein Video sein, in dem die Kinder zu ihrem Bild des eigenen Helden bzw. der eigenen Heldin ihren Text einsprechen.

Vor Beginn der Einheit hatte ich die Englisch-Pinwand schon ein wenig als Teaser gestaltet und die Handpuppe Superbuddy zog auch schonmal in die Klasse ein:

Die Handpuppe habe ich bei Amazon bestellt und die Bild- und Wortkarten für die Einheit habe ich bei eduki erworben*. (Grundsätzlich bin ich da ja etwas skeptisch und sparsam, aber da es in diesem Fall ja umd die ganz konkreten Materialien für den Aushang bzw. die Tafelarbeit ging, habe ich die paar Euro investiert.)

Zu Beginn der Einheit haben wir dann zuerst mal die superheroes gesammelt, die die Kinder kennen. Hier zeigte sich ein ziemlicher Unterschied zwischen den Jungs und den Mädels 🙈. In Goodnotes habe ich die genannten Held*innen dann clusterartig aufgeschrieben und mit Hilfe des Splitscreens direkt noch Bilder hinzugefügt. Die Kinder habe ich an dieser Stelle dazu aufgerufen, gern auch selbst Superheldenbilder o.ä. mitzubringen. So konnten wir in den folgenden Stunden verschiedene gezeichnete oder gedruckte Bilder mit an unsere Pinwand hängen, ein Avengers-Buch bewundern und zwei handgehäkelte Superhelden bestaunen.

Der nächste Schritt war dann die Einführung des Wortschatzes superhero powers. Die Kinder wussten selbst viele Superheldenkräfte, die ich dann mit den entsprechenden Bildkarten an der Tafel visualisieren konnte. Zusätzlich haben wir vier weitere Kräfte mit aufgenommen, die den Kindern wichtig waren. In solchen Fällen skizziere ich zunächst an der Tafel und stelle dann zuhause die passenden Bildkarten ergänzend her. Bin eben jemand, der es dann gern einheitlich hat. Zuletzt kamen dann die Wortkarten dazu, um das Schriftbild auch parat zu haben für den nächsten großen Schritt: der erste Teil des

Superheldentextes fürs Video wurde geschrieben. Die Satzanfänge „My name is …“ und „I can …“ habe ich an der Tafel vorgegeben und am Beispiel von Superbuddy ausformuliert (s. Foto). Wenn Kinder hier weiterführende Sätze schreiben wollen, gebe ich gern Hilfestellung. Auf dem Foto sieht man, dass ich sowas dann manchmal auch an die Tafel schreibe. Ergänzend zu diesen Basics konnten die Kinder sich ihren Wunschsatz auch mit deepl.com übersetzen lassen (ich hatte ein paar Tablets mit in die Klasse genommen).

Diese erste Sequenz der Einheit hat zwei Stunden in Anspruch genommen. Mann kann das sicher etwas straffen, wenn man in Doppelstunden arbeitet, aber durch die Wiederholung nach einer Woche Pause brauchten wir diese Zeit auch.

Sequenz „1b“ mit einer Stunde Umfang war dann die Frage, wem oder was man helfen möchte. Gemeinsam überlegten wir, ob unsere Superheld*innen eine bestimmte Zielgruppe haben könnten und sammelten diese zum Satzanfang „I help…„. Die Kinder schrieben dann auf einen zweiten Zettel, wem sie gern helfen mögen. Manche nutzten wieder deepl, um sich noch konkreter ausdrücken zu können als es mit Hilfe unserer Sammlung möglich ist. Das freut mich im Sinne der Differenzierung natürlich sehr.

So sieht unsere Pinwand inzwischen aus. Auf dem gelben Plakat die Superkräfte, auf dem roten die Hilfszielgruppe.

Die anstehende Sequenz zu superhero clothes kommt dann in den nächsten Tagen hier an!

Supergrüße von Katha

* Nein, ich bekomme kein Geld für diese Links. Es ist nur ein Service, der euch das Suchen ersparen kann, wenn ihr „nachkaufen“ wollt!

Medien-Projekttag in Klasse 3/4

Wie viele andere Schulen sind auch bei uns in den letzten Monaten viele neue Geräte und dazu noch eine Lernplattform „vom Himmel gefallen“. Nach meinem „That’s me“-Projekt mit den 4ern vor dem Sommer, bei dem die Kinder so schnell so viel am Tablet vertsanden haben, habe ich mir nun überlegt, dass ich gern mit unseren dritten und vierten Klassen einen Projekttag Medien durchführen möchte. Wir haben dafür je Klasse 4 Stunden geblockt, in denen ich MIT der Klassenlehrerin in der Klasse bin und die wichtigsten Funktionen an den iPads erarbeite.

Die dritten Klassen waren nun meine Versuchskaninchen und ich kann ein bisschen berichten. Wobei die Erfahrungen in den beiden Klassen durchaus unterschiedlich waren, so dass meine Ideen immer individuell angepasst werden müssen – wie ja eh immer…

Zum Start gab es ein kurzes Gespräch darüber, was eigentlich diese „Medien“ sind, nach denen der Medientag benannt ist und dass wir heute mit einem Medium namens Tablet arbeiten. Kurz haben wir dann die Regeln für den Umgang damit gesammelt und festgestellt, dass alles auf „Ich gehe vorsichtig mit dem Tablet um.“ herausläuft. Somit war die Grundlage für das gemeinsame Arbeiten gelegt und die Tablets wurden verteilt.

Erster Block waren dann die Grundfunktionen der 4 Knöpfe am iPad (aktivieren, deaktivieren, Apps schließen, Lautstärke regulieren). Beispielhaft haben wir uns dann die Kamera-App vorgenommen und deren Möglichkeiten ausgelotet: wie nimmt man ein Bild auf, wie kann man die Bilder ansehen, Wechsel zur Bildergalerie. Dann gab es den ersten Arbeitsauftrag, den ich wetterbedingt angepasst habe: eigentlich sollten die Kinder (und die Lehrkraft) ein Bild vom Wolkenhimmel aufnehmen – aufgrund von Einheitsblau dort war die Alternative, einen Baum oder Busch auf dem Schulgelände zu fotografieren (ohne Menschen auf dem Bild). Der Transport des mit beiden Händen (und zugeklappt) war die einzige vorher zu klärende Bedingung.

Zurück im Klassenzimmer wechselten wir dann in die Fotogalerie und jedes Kind wählte sein bestes Foto aus. Statt in den Wolken nun Figuren zu erkennen, gab ich die Aufgabe, den Baum/Busch in ein Fantasiewesen zu verwandeln. Dazu demonstrierte ich mit Hilfe des AppleTV-Beamer-Gespanns, wie man das Bild bearbeitet und in den Kritzelmodus kommt. Beispielhaft habe ich mit verschiedenen Stiften und Farben in mein Bild hineingezeichnet. Die anschließende Arbeitsphase der Kinder war sehr ruhig, zeugte von viel Kreativität und vor allem von einem sehr schnellen Verständnis der Stiftfunktionen. Zuletzt blieb dann nur noch das Speichern des bearbeiteten Bildes, das einigen Kindern bereits intuitiv gelungen war.

Mein Beispielbild 🙂

Nun kam die lange und Geduld erfordernde Phase, in der alle Kinder ihre Bilder via Airplay der Klasse präsentieren konnten. Natürlich kam hier etwas Unruhe auf, weil man bei mehr als 20 Mitschüler*innen ja etwas warten muss – beide Klassen nahmen das aber gelassen hin und ich konnte viele gegenseitige Hilfestellungen beim Verbinden der Geräte beobachten. Die Erfahrung, das eigene Werk so großformatig am Beamer zu sehen, erfreute die Kinder größtenteils sehr und wir hatten bei den tollen Wesen viel zu schmunzeln.

Der Hintergedanke bei diesen Übungen ist es natürlich, dass die Kinder diese Funktionen selbstständig nutzen können und dadurch auch öfter mit den Geräten gearbeitet wird. Vielen Kolleg*innen fällt es ja doch etwas schwer, ihre Klasse selbst in diese Nutzungsszenarien einzuführen oder es fehlt ihnen, wie eine Kollegin meinte, einfach an Ideen, wie das gehen kann. Meine Überlegung war, dass wir an einem eher unbedeutenden Inhalt vieles üben können und man, wenn nötig, die Stunden gern auch bei Kunst ins Klassenbuch schreiben kann 😉

Zuletzt haben wir dann noch unsere bearbeiteten Fotos in ein BookCreator-Buch eingefügt und dort eine Sprachaufnahme hinzugefügt, bei der etwas zum Bild erzählt wird. Durch den Export dieser einen Buchseite mit Bild und Aufnahme entstand ein Video einfachster Art. Dieses luden wir auf den schuleigenen IServ-Server hoch, damit die Kinder ihr Ergebnis auch zuhause präsentieren können. Für alle war es sehr faszinierend, wie aus einem Bild ein Video wird, auf dem man sich selbst hören kann. Außerdem erhoffe ich so eine Stärkung der Plattformnutzung und den Effekt, dass Dateien individuell oder im Klassenverzeichnis schulisch wie daheim genutzt werden können.

Es liest sich vielleicht nicht so, aber vier Stunden waren extrem schnell rum an dieser Stelle. Mit einer Klasse habe ich das Hochladen bei IServ nicht mehr geschafft. Auch das Löschen der Bilder und Dateien müssen die Klassenlehrerinnen nochmal aufgreifen im Nachklang. Die Alternative wäre, die BookCreator-Aktion wegzulassen oder den Tag zu verlängern. Werde beides mal überdenken.

Für heute genug des Einblicks. Viel Spaß bei euren Projekten im medialen Bereich!
Katha

GoodNotes als Werkzeug für Lehrer*innen

Eine Kollegin fragte mich, ob ich ihr eine Lehrer-App empfehlen könne, da sie ihre Arbeitsprozesse dieses Schuljahr digitaler gestalten möchte. Ich erwiderte zuerst, dass ich sie genausogut nach Wolle fragen könnte, um stricken zu lernen. So, wie es eben nicht „die Wolle“ gibt, die jede*r nutzen kann, gibt es eben auch nicht „die App“, die alles kann. Eine App aber gibt es, die ich seit dem Frühjahr 2020 regelmäßig und sehr vielfälitg nutze und das ist GoodNotes. Also haben wir heute zusammen geübt.

GoodNotes ist grundsätzlich als Notiz-App gedacht. Für mich ist GoodNotes momentan:
– alle meine Notizbücher (Medien, Fortbildungen, Konferenzen)
– mein Lehrerplaner
– mein Whiteboard für Präsentationen am Beamer
– meine „Aktenführung“ über die Lernenden
– mein pdf-Bearbeitungsprogramm
– und bestimmt noch mehr, was ich grad beim Schreiben nicht auf dem Schirm habe…

Warum ich heute mal für eine kostenpflichtige App quasi Werbung mache? Weil die knapp 9€ für mich sowas von gut investiertes Geld sind! Ich versuche kurz zu erläutern, warum.

Notizbücher
Statt eine Mappe für Konferenzen in der Schule zu führen und eine ebensolche fürs Seminar, Hefte für meine Medienarbeit etc. habe ich nun Ordner bzw. Notizbücher in GoodNotes. Im Ordner „Schule“ z.B. gibt es je Schuljahr ein Notizbuch, in dem alle Konferenzeinladungen liegen sowie meine Konferenznotizen und alles, was org. dazu gehört. Dazu importiere ich die pdf-Dateien der Einladung aus der Mail direkt ins Notizbuch und kann dann Schreibseiten hinzufügen oder direkt in die Einladung schreiben. Hierfür verwende ich die Schrifteingabe mit dem Stift meines iPads, schreibe also wie sonst auf Papier. Allerdings kann ich mir eine Gliederung anfertigen, so dass ich schnell zwischen bestimmten Seiten hin und her navigieren kann.

Jedes Fortbildungsthema hat sein eigenes Notizbuch oder „nur“ eine Quicknote.

Lehrerplaner
Wer hier öfter mitliest, weiß, dass ich meinen Lehrerplaner schon länger selbst gestalte, damit er für mich passt. Das habe ich digital aufrecht erhalten. Geschrieben ist das Ganze in Word und enthält Textmarken und Verlinkungen, so dass ich z.B. von jeder Seite des Planers aus bestimmte andere Seiten wie den Stundenplan, die Klassenlisten etc. ansteuern kann. Frau Locke stellt einen Planer zur Verfügung, bei dem ich ein bisschen die Optik geklaut habe für dieses Jahr. Das Schöne für mich ist, dass ich meine einmal geschriebene Vorlage jedes Jahr anpassen oder auch total verändern kann. Wo letztes Jahr die Mompitze meinen Planer dominierten, sind dieses Jahr viele Grafiken von Kate Hadfield eingezogen und es ist bunter geworden.
Ein großer Vorteil ist, dass ich „mal eben“ Seiten duplizieren kann oder auch leere Seiten an beliebiger Stelle einfügen kann. So kann ich erweiterte Planungen ebenso an Ort und Stelle haben wie Schaubilder für den Unterricht. Und damit sind wir beim…

So arbeite ich am liebsten.

Whiteboard
Ich kann Tafelbilder vorbereiten oder mit den Kindern entstehen lassen, indem ich die AirPlay-Funktion meines Tablets nutze und den Bildschirm via AppleTV an den Beamer sende. (Hier habe ich über unsere Ausstattung geschrieben.) Auch Dateien wie die Morning assembly habe ich in GoodNotes gespeichert und kann diese projizieren. Die Vorteile gegenüber einem Tafelbild oder eine Folie auf dem OHP sind die Möglichkeit des Zoomens sowie das Nachträgliche Verschieben von Handgeschriebenem oder Bildern auf der Seite. Beim Anlegen von Mindmaps ist das z.B. sehr hilfreich.
Charmant ist bei GoodNotes, dass beim Übertragen des Bildschirms an den Beamer nur die Seite gezeigt wird und nicht das Menü. So kann z.B. weder meine Menüführung noch das Wechseln zwischen Programmfenstern für Unruhe sorgen und es wird nix geteilt, das ich evtl. nicht geteilt sehen möchte.

Die Kommandozentrale für die Bildschirmsynchronisierung ist geöffnet.

Aktenführung
Meine LAA stellen mir ihre Entwürfe digital zur Verfügung. Diese kann ich in das jeweilige Notizbuch importieren und dann sowohl in der pdf schreiben und markieren als auch Seiten für meine Notizen hinzufügen. Jede*r LAA hat bei mir ein eigenes Notizbuch in GoodNotes, in dem ich eine Gliederung nach den UB einrichten kann und so schnell die wichtigen Sachen wiederfinde.
Im Gespräch mit meiner Kollegin heute, die Ähnliches gern für ihre Schüler*innen einrichten möchte, haben wir eine gute Vorgehensweise entwickelt (finden wir): in der Textverarbeitung eine Grundstruktur für das Notizbuch anlegen und als pdf speichern, dann in GoodNotes importieren. Diese Vorlage dann für alle Kinder duplizieren und benennen, die leere Vorlage aber behalten! In jedes Notizbuch können dann die gewünschten Informationen durch Aufschreiben, Fotografieren oder Scannen dokumentiert werden.
WICHTIG ist es hierfür, dass die Verbindung zur iCloud in den GoodNotes-Einstellungen deaktiviert wird, damit keine persönlichen Daten dort landen. Regelmäßige Backups macht man dann manuell und speichert sie an einem sicheren Ort.

pdf-Bearbeitungsprogramm
Inzwischen nutze ich GoodNotes auch, um pdf-Datein zusammenzuführen, zu drehen oder die Seiten umzuordnen. Alles das ist in der Seitenübersicht möglich. Außerdem kann ich ein Notizbuch oder auch einzelne Seiten daraus u.a. als pdf-Datei exportieren oder auch direkt per Airdrop mit Kolleg*innen teilen.
Ein Beispiel: meine LAA sollten eine These zum Kreativen Schreiben formulieren. Ich bekam Abgaben in docx, als pdf und verschiedenen Bildformaten. Alle diese kann ich als Seite eines Notizbuches in GoodNotes einfügen, ein Deckblat gestalten und das Ganze dann als pdf exportieren und so das Ergebnis mit allen teilen. Zau-ber-haft!

So, genug für heute. Wer noch gute Ideen für GoddNotes hat, kann gern kommentieren, dann werden wir wieder alle ein wenig schlauer. 🙂

Alles Gute
Katha

P.S.: Andere Menschen arbeiten lieber mit Microsoft OneNote, Evernotes oder anderen Notizprogrammen. Diese können oft Ähnliches. Dafür dürft ihr mich aber nicht fragen 😉

Aktualisierung des Ich-Buchs

Immer mal wieder erreichen mich Anfragen zum Ich-Buch für die erste Klasse, über das ich vor Jahren mal geschrieben habe. Aus diesem Grund kommt hier ein kleines Update mit der Datei dazu. In der Datei befinden sich 13 AB, die zum ersten SU-Thema „Ich und die anderen“ passen und mit denen jedes Kind sich gezielt mit sich und seinen Eigenschaften beschäftigt. Sie eignen sich als Werkstatt oder zum gemeinsamen Bearbeiten.

Der Titel verrät, dass ich die AB dieses Mal nicht fix und fertig mit euch teilen kann. Das liegt daran, dass ich für die verwendeten Bilder keine Verbreitungsrechte habe. Hier aber der Tipp, wie man an schlichte Illustrationen kommt:

Screenshot Google-Bildersuche

1. Google-Bildersuche öffnen und Suchwort eingeben
2. Unter der Suchleiste den Suchfilter öffnen
3. Typ anklicken und die Option Strichzeichnung wählen

Um rechtlich ganz sicher zu gehen, wählt zusätzlich den Filter „Nutzungsrechte“ und stellt hier Creative-Commons-Lizenzen ein. So bekommt ihr nur noch Bilder angezeigt, die ihr bedenkenlos verwenden könnt. Auch Suchseiten wie The Noun Projekt bieten einfache Grafiken und Icons an.

Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass die Grafiken für AB möglichst einfach und gern Strichzeichnungen sein sollten – vor allem für die Kleinen. So können die Kinder sie selbst ausmalen, wenn es passt und man kommt gar nicht erst auf die fixe Idee, AB farbig zu drucken. Außerdem kommen klare Zeichnungen beim Kopieren deutlich besser rüber als vollfarbige.

Katha

„That‘s me“-book als Abschluss in Klasse 4

Im Rahmen der UE „Me & my friends“ (s. hier und hier) war der letzte Akt mit den Viertklässlern, dass jedes Kind ein individuelles Buch über sich selbst gestaltet hat. Einige Inhalte habe ich exemplarisch vorgestellt, andere sind dem Ideenreichtum der Kinder entsprungen. Vorgeschlagen waren
– Titelseite mit Namen und Foto
– my favourites
– my hobbies
– my friends
– my family
– When I grow up
Dazu kamen noch eigene Seiten wie „What I don‘t like“, „My pet“ oder „My buddies and me having fun“, die den Kindern wichtig waren. Die Ergebnisse waren zwischen fünf und zwölf Seiten lang.

Man sieht schon, dass hierbei viele Wortfelder aus den dreieinhalb Jahren Englischunterricht wiederholt wurden. Vieles konnte somit im treasure book nachgeschaut werden (s. hier). Viele Begriffe waren aber auch neu und es war nicht immer möglich, mich als Lehrkraft zu fragen. Also haben die Kinder das Übersetzungsangebot deepl kennengelernt und konnten es schnell ziemlich kompetent nutzen. So kam endlich einmal das Vokabular, das die Kinder nutzen wollen, nicht zu kurz, wie es doch sonst leider oft der Fall ist. Außerdem haben die Kids sehr selbstständig Sätze gebildet – das habe ich so im regulären Unterricht noch nicht erlebt!

Schüler*innenbeispiel eines Clusters (unbearbeitet)

Dies ist ein Teil der Vorarbeit: wir haben geclustert, welche Lieblingstiere, -essen, -farben etc. die Kinder haben. Die Entwürfe der Kinder habe ich natürlich rechtschriftlich noch überarbeitet, damit sie die Wörter korrekt in ihre Bücher übernehmen konnten. Außerdem haben wir Sätze über Freund*innen geschrieben. Das Satzmuster „I like my friend …, becaus he/se is …“ wurde mit Namen und vorher zusammen gesammelten Adjektiven gefüllt. Mir ist es immer wichtig, dass die Kinder auch Sätze schreiben/sprechen und finde es optimal, wenn man die Unterscheidung von he/she hier so gut integrieren kann.
Auf den Tischen sah es während der Arbeitphasen häufig so aus wie auf dem nächsten Foto: analog und digital wundervoll verknüpft!

treasure book, Cluster und Tablet – zusammen stark!

Die Arbeitsphase mit dem BookCreator verlief größtenteils dezentral. Die Kinder haben sich in kleinen Gruppen in der Schule verteilen dürfen (einige mussten eher nah dran bleiben…) und vor allem für die Sprachaufnahmen leer stehende Differenzierungs- oder OGS-Räume genutzt. Ich musste meine Hilfe an vielen Stellen eher aufdrängen, als dass sie eingefordert wurde. Manchmal waren kleine Ratschläge technischer Natur nötig. Am Ende habe ich alle Produkte einmal durchkorrigiert, damit keine Fehlschreibungen veröffentlicht werden.
Insgesamt haben wir zwei Doppelstunden für die Vorarbeit (Cluster, Sätze) benötigt und fünf Doppelstunden an den me-books (inklusive Umwandeln und Löscharbeiten am Ende). Wir haben uns aber Zeit gelassen, so dass ein wenig Komprimierung noch möglich ist.

Die Viertklässler und ich haben in diesem Projekt durchgehend mit Tablets, passendem Stift und der App BookCreator gearbeitet. Diese App ist sehr intuitiv und benötigte nach einer kurzen Einführung kaum Unterstützung meinerseits. Wer sie noch nicht kennt: man kann Seiten gestalten, Hintergründe wählen, Fotos, Videos, Text, Karten einfügen, selbst zeichnen oder schreiben und vor allem Tonaufnahmen integrieren. So mussten die Kinder alle Texte auch sprechen und aufnehmen. Da wir die Bücher am Ende als Video exportierten, ist im Ergebnis dann der eingesprochene Text der Kinder zu den jeweiligen Seiten zu hören und diese werden automatisch weitergeblättert. Der Vorteil hiervon ist, dass alle Endgeräte der Kinder bzw. Eltern Videos abspielen können, was bei einem e-book im epub-Format nicht unbedingt der Fall ist.
Wir haben als Schule einen IServ-Server, auf dem jedes Kind einen individuellen Zugang hat. Dorthin wurden die Videos hochgeladen, so dass die Kinder sich diese zuhause wieder herunterladen und aufheben konnten.

Wer den BookCreator nicht nutzen kann oder möchte, kann die Funktionen auch ein einem Präsentationsprogramm wie PowerPoint oder Keynote nutzen. Meiner Meinung nach ist der BookCreator aber vor allem im Erstkontakt für Grundschüler unschlagbar gut zu handhaben. Jede Lizenz kostet inzwischen 3,49€; es gibt aber auch eine kostenlose Variante, in der ein einziges Buch gestaltet werden kann. Eine Browserversion gibt es ebenfalls, falls keine Tablets vorhanden sind.

WICHTIG: im Vorfeld muss die Erlaubnis der Eltern eingeholt werden, dass die Kinder ihre Daten in diesem Projekt einbringen (Bilder, Stimme). Am Ende müssen alle Fotos gelöscht und auch der Papierkorb geleert werden. Auch das Buch muss aus der App gelöscht werden, damit später keine anderen Kinder Zugriff auf diese persönlichen Informationen haben.

Diese Gruppe wurde sehr kreativ: auf einem Tablet wurde der Text mit deepl übersetzt und dann dort die Vorlesefunktion genutzt. Auf diesem Tablet wurde gleichzeitig das Vorgelesene im BookCreator aufgenommen. Für diese gute Idee durften die Jungs den „Hack“ so lassen.

Eine letzte Beobachtung noch: noch nie hatte ich eine Einheit, in der ausnahmlos ALLE Schüler*innen ihre Ergebnisse vor der Klasse präsentieren wollten. Die Übertragung des Bildschirms via AppleTV an den Beamer haben die Kinder in den Startstunden (Colourful school) kennengelernt und größtenteils schon verinnerlicht, so dass der schnelle Wechsel es vielen Kindern möglich machte, ihre (Zwischen-)Ergebnisse zu zeigen. Sie haben sich eine Menge Lob verdient in diesen Stunden.

Nun ist es doch länger geworden als beabsichtigt, aber ihr merkt vielleicht, dass das für mich ein sehr besonderes Erlebnis war und viel Freude auf allen Seiten hervorrief.

Katha

Ein Kollegium medial fit machen – die Medienmappe

Heute kann ich mal wieder eine Idee mit euch teilen, die ihren Ursprung im #TwitterLehrerzimmer hatte:
Im Mai fragte Marc Seegers, ob es eine Liste an Kompetenzen gebe, die Lehrerinnen und Lehrer beherrschen sollten. Bekannte Qualifikationsrahmen wie der DigCompEdu sind sehr spannend, aber auch sehr anspruchsvoll und wenig konkret. Spontan habe ich zum Sammeln ein Etherpad aufgesetzt, in dem innerhalb von Minuten Tonnen von Ideen eingetragen wurden.

Schnell wurde hierbei klar, dass jede*r Beitragende aus einer anderen Perspektive mit unterschiedlichen Ansprüchen schrieb und es deutete sich bereits an, dass sicher nicht jede*r alle Aspekte für passend hielt.

Für mich ging es nun so weiter, dass ich mir alles aus dem Etherpad sicherte und die für mich bzw. mein Kollegium wichtigen Kompetenzen herauspickte. Dann kamen das Sortieren, Rauswerfen, Ergänzen und Umformulieren, bis endlich eine Liste mit 10 Kapiteln entstand. Pro Kapitel habe ich sehr niederschwellige und möglichst konkrete Dinge benannt, die „man“ m.E. können sollte, um mit Medien kompetent umzugehen. Die Qualität meiner Einschätzung wird sich im Gebrauch erst zeigen…

Mein Ergebnis ist nun die Medienmappe, die jeder Kollegin und jedem Kollegen zum Schuljahresbeginn zur Verfügung gestellt wird. Das ist ein Ringbuch mit Inhaltsverzeichnis und den Kompetenzlisten sowie Notizenseiten. Einzelne Kopien (iPad-Wischgesten z.B.) werden schon drin sein – den Rest möchte ich mit dem Kollegium gemeinsam füllen bzw. kann jede*r für sich selbst ergänzen. Deshalb war mir das Ringbuchformat so wichtig. So sieht das dann bei mir aus:

Inhaltsverzeichnis / Register
Beispielseite

Konkret werde ich dann Terminangebote in der Mittagszeit machen, für die sich die Kolleg*innen eintragen können (hierfür nutze ich vermutlich wie schon vorher das datensparsame Umfragetool nuudel nutzen). Jede*r kann dann selbst einschätzen, ob er*sie dazu Bedarf an unterstützung hat oder die Kompetenz schon für sich selbst abhaken kann. Alle Kurzfortbildungen werden in Kleingruppen mit max. 5 Personen stattfinden – mehr hat sich bei solchen Angelegenheiten für mich als kontraproduktiv erwiesen. Ziel ist es natürlich langfristig, dass sie meine Kolleg*innen zu Multiplikator*innen entwickeln und sich auch gegenseitig Dinge erklären können.

Am Ende der Mappe werden noch zwei Broschüren des Ministeriums abgeheftet: der Medienkompetenzrahmen NRW, der definiert, was die SuS alles lernen sollen und der Orientierungsrahmen für Lehrkräfte in der digitalisierten Welt, der beschreibt, welche Kompetenzen LuL mitbringen bzw. erwerben müssen.

Begleitet wird die Medienmappe von einer Pinwand bei TaskCards, auf der ich Links und Dateien ablege, die zu den zehn Kapitel passen. Der Link steht in den Unterlagen, falls ihr schauen mögt.

Falls jemand entweder selbst seinen Lernprozess strukturieren möchte oder ähnlich ehrgeizige Fortbildungspläne für Kolleg*innen hat, stelle ich meine für uns kuratierte Sammlung hier gern zur Verfügung. Wenn ihr es nutzt, schreibt doch mal über einen Erfolg oder Misserfolg des Projekts!

Herzliche Grüße
Katha

Our colourful school

Im Rahmen des Projekts „Me and am friends“ mit den Viertklässlern hatte ich quarantänebedingt zeitweise nur eine halbe Klasse vor Ort. So konnte ich nur schwer in die eigentliche Planung einsteigen und habe als Puffer diese Aufgabe genutzt: Our school is colourful. Go and find things with only one colour. Take a photo. Crop it, if necessary.

So tigerten denn die inzwischen etwas erfahreneren 4er mit den Tablets durch die Schule und übers Gelände und versuchten, möglichst monochrome Dinge zu fotografieren. Das ist gar nicht so leicht, aber gut zu schaffen. Vorab habe ich noch an einem Beispiel gezeigt, dass nah herangehen besser für einen Ausschnitt ist als zoomen oder später zuschneiden.

Am Ende schickten alle Kinder ihre Fotos an mein Tablet (was bei iPads ja charmant leicht geht via AirDrop). Ich habe dann alle geeigneten Bilder in der Größe 9-auf-1 gedruckt und auf den vorbereiteten Farbkreis geklebt. Man sieht an unserem Ergebnis, dass es sinnvoller gewesen wäre, die Felder des Kreises anhand der Menge der Fotos erst später festzulegen 🙈…

Das Ergebnis unserer Arbeit steht jetzt im Forum.

Wer mehr als eine doppelstunde zur Verfügung hat, kann natürlich das Schneiden, Sortieren und Kleben auch gut in Kinderhand geben.

Die anderssprachigen Titel fand ich als Ergänzung des bunten, vielfältigen Themas ganz passend und habe versucht, die Sprachen auszuwählen, die Kinder an unserer Schule sprechen.

Katha

Our favourite places @ school

Die Viertklässler bewegen sich langsam aber sicher auf ihren Abschied von der Grundschule zu. Uns bleiben noch 4 Wochen momentan, in denen ich eine vierte Klasse in Englisch unterrichten darf. Durch den Distanzunterricht und das Wechselmodell mussten wir unseren Arbeitsplan für das Fach in allen Jahrgängen umwerfen und so wurden einzelne Themen angerissen oder einfach abgesagt. Um nun nichts zu doppeln (hatte die Klasse seit der 1 nicht…), mache ich einfach ein Thema, das ich für die letzten Wochen passend finde und das eine Menge Potenzial zur Wortschatzwiederholung bietet und das zusätzlich noch ein wenig Medienbildung beinhaltet: „Me & my friends“.

Die Kinder werden sich selbst vorstellen, ihre Freunde ebenso und ein wenig über Freundschaft sprechen und schreiben. Die äußere Form wird ein Buch werden, das jedes Kind von sich selbst mit der App BookCreator herstellt und später als Videoexport mit heim nehmen kann. Somit stehen eine Menge inhaltlicher Themen neben technischen Fertigkeiten etc. – Lehrplan und Medienkompetenzrahmen NRW werden berücksichtigt:

Inhalte/Themen, die wiederholt werden: body, clothes, food, hobbies, toys, school (subjects), pets, family, …
neue Inhalte: Eigenschaften von Personen, Begründungssätze
Medienarbeit: Fotos mit einem Tablet aufnehmen, zuschneiden, in ein Programm einfügen, ein Medienprodukt mit Tonaufnahmen, Text, Bildern und Fotos gestalten, dieses speichern und teilen

In dieser Woche habe ich das Oberthema schonmal begonnen, allerdings war wegen Quarantäne nur die halbe Klasse anwesend. Deshalb habe ich mit den anwesenden Kindern grob am Thema gearbeitet und u.a. den Teilbereich „Our favourite places at school“ in den Blick genommen.

Die Kinder durften dazu mit einem Tablet in der Hand ausschwärmen und ihre liebsten Orte in der Schule und auf dem Gelände fotografieren. Zurück im Klassenzimmer haben wir die Bilder beschnitten (Bearbeiten-Modus in der Foto-App) und über die Airdrop-Funktion an mein Tablet gesendet, damit ich zentral ausdrucken konnte. Außerdem haben die Kinder die AirPlay-Funktion kennengelernt und ihre Bilder über den Beamer allen gezeigt – coronakonform vom Platz aus und mit Abstand. Dazu hatten wir vorab die Sätze „That’s my favourite place.“ oder „My favourite places is the …“ erarbeitet.

Als Vorbild habe ich dann die doch nicht so ganz in meinem Wortschatz verankerten Begriffe wie Hüpfband, Drehscheibe oder Reck mit einem Übersetzungsangebot übersetzt. Dieses sollen die Kinder in den kommenden Stunden selbst auch nutzen und werden deshalb einen QR-Code zu deepl.com in der Klasse ausgehängt bekommen. Spannend war, wie viele der Kids schon Erfahrung damit hatten! Teils nutzten sie es für englisch, teils aber auch für Übersetzungen in ihre bzw. aus ihrer Muttersprache. Der Aspekt, dass die Übersetzungsergebnisse nicht immer 100%ig gut sind, ist somit direkt auch schonmal geklärt.

Das Ergebnis dieser Doppelstunde habe ich dann auf zwei Plakaten festgehalten, die nun als Wortspeicher verfügbar bleiben – denn auch die favourite places können im Buch einen Platz finden.

Viele Grüße und einen guten Endspurt euch allen!
Katha

Meilenstein Medienausstattung

Seit dieser Woche haben wir an der Schule einen weiteren Meilenstein bei der medialen Austattung erreicht: nachdem bereits letzten Sommer in jedem Klassenraum ein Beamer hängt sowie ein raumbezogenes Notebook vorhanden ist, gibt es nun ebenfalls in jedem Raum ein AppleTV, so dass der Beamer auch komplikationsfrei mit den neuen Tablets läuft.

Wichtig war uns, die Räume möglichst einheitlich auszustatten, um Hürden in der Handhabung für die Kolleg*innen möglichsst klein zu halten. Außer, dass es unterschiedliche Beamer gibt, ist uns das nun auch gelungen.

Symbolbild / Photo by Alex Andrews on Pexels.com

Wie das geklappt hat? Wir haben in der Stadt als Schulträger seit vielen Jahren einen Medienentwicklungsplan (inzwischen die dritte Generation). In diesem Rahmen findet jährlich ein Treffen mit Schulleitung, schul. Medienbeauftragter/n und Schulträger statt, bei dem über die aktuelle Ausstattung gesprochen wird. Reparatur- und Austauschbedarf stehen ebenso auf dem Plan wie Wünsche für die zukünftige Ausstattung der Schule.

Natürlich lässt sich solch eine Ausstattung wie unsere nicht innerhalb von Monaten umsetzen – so viel Geld ist wohl in keiner Kommune für die Schulen eingeplant. Aber mit ein bisschen Vorausschauen und einer Idee, wohin es gehen soll, kann man in diesem Rahmen (mit)entscheiden. Und manchmal auch etwas beschleunigen, wenn z.B. Beamer da sind, aber keine Mittel mehr für die Montage – wir haben so einige Beamer selbst unter die Decke gehängt und die kompetente Elektromontage folgt nach und nach. Bis dahin tun es auch Krampen und Kabelbinder…

Oft lese ich davon, dass plötzlich einer Schule interaktive Whiteboards „hingestellt“ werden und niemand etwas damit anfangen kann oder dass Lehrergeräte zugewiesen werden. Da bin ich dann immer ganz glücklich, dass bei uns solche Dinge dialogisch geplant und entschieden werden.

Viele Schulen, in denen ich meine LAA besuche, haben in den letzten Monaten u.a. aus dem Digitalpakt des Bundes Tablets und Whiteboards bekommen, oft als Ersatz für die klassische grüne Tafel. Spätestens nach einem anderthalbjährigen Probleauf mit einem Smartboard hatten wir an meiner Schule die Bestätigung, dass das nicht unser Weg ist. Nun gibt es wie gesagt in jedem Klassenraum einen Beamer, der über der heruntergeschobenen Tafel auf die Wand projiziert, so dass beides auch parallel genutzt werden kann.

In Verbindung mit einem am Pult befindlichen Notebook war der Beamer bislang allerdings auch absolut in Lehrer*innenhand. Mit den neuen Tablets und AppleTVs ändert sich das nun: jedes Kind, das ein Tablet nutzt, kann sein Ergebnis nun direkt an den Beamer senden. Ich kann als Lehrkraft mit der Kamerafunktion des Tablets von überall im Raum aus Bilder, Handlungen … groß für alle sichtbar machen. OHP und Dokumentenkamera sind überflüssig.

Die Gefahr bei den Whiteboards liegt für mich zuerst einmal bei der Lehrerzentrierung, da die Funktion, von Tablets zu übertragen, bislang eher selten genutzt wird. Außerdem bemerke ich, dass z.B. Stundentransparenzen und Arbeitsaufträge mithilfe solch eines Boards vielfach völlig digitalisiert sind, sehr bunt und umfangreich. Handschrift an einer Tafel sehe ich im Unterricht der LAA mit Board immer seltener und das könnte durchaus problamtisch werden.
Welches Zeichen ist es für Kinder, wenn sie ALLES perfekt und schön fertig präsentiert bekommen? Wenn sie keinem Anschrieb mehr zusehen, keine Fehler der Lehrkraft mehr bezeugen und die Entstehung von Texten, Formulierungen etc. sich ihrer Wahrnehmung entzieht? Ich denke, hier müssen wir alle sehr gut aufpassen, dass sich kein falscher Perfektionismus einschleicht, der unsere Schüler*innen hemmen kann.

So, genug für heute. Ein bisschen gefreut, ein bisschen gemahnt – reicht!
Ich wünsche allen, die gerade noch an Medienkonzepten sitzen, viel Erfolg und gesprächsbereite Schulträger!

Katha