Rezension: Ordnen und Organisieren

2017-08-12 22.01.16Titel: Ordnen und Organisieren: So klappt es richtig
Autorin: Annette Holl
Verlag: Lernbiene (hier klicken)
ISBN: 978-3-95664-383-5

Zum Inhalt: In diesem Heft werden verschiedene Vorlagen für Lehrer, Kinder und Eltern gesammelt, die beim Organisieren des täglichen „Drumherum“ im Klassenraum helfen können. Es geht darum, dass man in der zweiten Klasse beginnend systematisch einen Kanon an Kompetenzen bei den Kindern aufbaut, die ein reibungsloseres Lernen ermöglichen sollen: Arbeitsplatz einrichten, Material sachgerecht verwenden, Zeit einteilen.

Meine Meinung: Sehr kleinschrittig kann man mit Hilfe des Materials mit Kindern verschiedene Tipps vom Tragen des Ranzens bis zur Heftführung einführen und üben. Sehr hilfreich finde ich die Elternmaterialien, die eine sehr konkrete Veranschaulichung von Ansprüchen bieten. Mit mehreren Jahren Klassenleitungserfahrung sind für mich einige Themen/Arbeitsfelder „alte Hüte“, aber als Anfänger finde ich diesen Leitfaden ein große Hilfe. Viele Aspekte, die man sonst erst im Laufe des Schuljahres bemerkt oder die sich später problematisieren, kann man mit diesem Material im Vorfeld angehen und im Sinne des Spiralcurriculums auch immer wieder aufgreifen (z.B. durch die Aushänge und Checklisten).
Da ich selbst kein großer Fan von Lehrerhandbüchern und dem Wälzen von Begleittexten bin (ich arbeite meist einfach mit einem AB drauflos), erfreut mich in diesem Heft die klare Gliederung der KV nach ihrer Zielgruppe, symbolisiert durch diese Bildchen:2017-08-12-22-01-38.jpg
Besonders toll finde ich, dass die Texte und KV auf der CD sowohl im pdf-Format als auch als editierbare doc-Version zur Verfügung stehen. So kann man im Bedarfsfall Formulierungen anpassen oder Checklisten ändern. Das finde ich immer wichtig, da bei sooo vielen Aspekten einfach lehrer- oder schulbezogene Sonderregelungen greifen, die man in gekauftem Material natürlich nicht alle wiederfinden kann:
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Leseempfehlung: Für Lehrkräfte, die erst das Abenteuer Klassenlehrerdasein (in der Primarstufe und evtl. Erprobungsstufe der Sek.I) erst beginnen, finden sich in diesem HEft viele gute Ideen und konkrete Materialien, die mit sehr geringem zusätzlichem Aufwand direkt im Unterricht einsetzen lassen.

Vielen Dank an den Lernbiene-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

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Rezension: Agathe zählt die Sterne

Titel: Agathe zählt die Sterne2017-08-12 21.48.55
Autorin: Catherine Rayner
Verlag: Knesebeck (hier klicken)
ISBN: 978-3-86873-798-1

Zum Inhalt: Giraffe Agathe zählt sooo gern – doch sie findet kaum etwas, das man in Ruhe zählen kann. Ihre Freunde sind ihr auch keine große Hilfe und müssen das Zählen erstmal üben. Aber dann findet sich doch noch etwas, das Agathe in Ruhe zählen kann…

Meine Meinung: Dieses Bilderbuch ist schön einfach und vom Inhalt her auch schon für kleine Kinder nachvollziehbar. Die Illustrationen finde ich zauberhaft – sie sind ein wunderschüner aquarelliger Kontrast zu den vielen digitalen Zeichnungen, die mich heute umgeben. Agathe selbst finde ich sehr sympathisch und auch ihre Freunde werden sehr freundlich dargestellt. Dass man das Zählen erstmal übern muss und es nicht automatisch kann, wird sehr nett erklärt und Agathes Freunde begehen typische „Erstzählerfehler“ und verwenden gern mal große Zahlen (so ähnlich höre ich es momentan gern mal von meinem Großen).
Ein großes Thema bei uns waren aber auch die wilden Tiere und wo die wohl alle gemeinsam leben. Die Playmobil-Arche wurde direkt mal geplündert und alle im Buch vorkommenden Tiere zusammen gesucht. Und gezählt. 🙂

Leseempfehlung: Ein klassisches Vorlesebuch für eher kleinere Kinder. Meine Jungs (2, 6) mochten es beide gern hören. Vielleicht ist es ja auch als Einstieg in den Mathematikunterricht einer ersten Klasse mal eine Alternative. Aber ein Buch darf ja auch mal „nur“ ein Bilderbuch sein, das man einfach gerne mag…

Vielen Dank an den Knesebeck-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: Ferienblock

Titel: Voll verboten! Mein verrückter Ferienblock2017-08-12 22.02.22
Autorin: —
Verlag: DUDEN (hier klicken)
ISBN: 978-3-411-76200-2

Zum Inhalt: In diesem Block versammeln sich verschiedenste Spiele, Rätsel und Anregungen, mit denen sich Kinder ab sieben die Ferien oder andere langweilige Momente vertreiben können. Von klassischen Wortsuchrätseln über Bilderrätsel und Knobeleien über DIY-Postkarten bis hin zu Spielideen für mehrere Leute ist alles enthalten.

Meine Meinung: Format und Layout sind auf den ersten Blick sehr einladend und so dürfte dieser Block sicher eher in die Hand genommen werden als ein Übungsheft, das wohlmeinende Eltern oder Lehrkräfte einem Kind empfehlen. Was ich an der Blockstruktur gut finde ist, dass man auch einzelne Zettel herauszupfen und somit auch mehrere Kinder beschäftigen kann.
Die Angebote im Block sind abwechselungsreich und auch ein bisschen frech. Bei Stadt-Land-Pups werden u.a. Schimpfwörter gesucht und auch ein paar Streiche werden angeregt. Man findet einige mehr und viele weniger verschulte Aufgaben. Es darf gemalt, gelesen und gerechnet werden, man kann aber auch basteln und aktiv werden. Ich finde einige Ideen echt lustig oder gut und werde sicher im kommenden Jahr, wenn mein Sohn alt genug ist, mal ein bisschen was ausprobieren. Bis dahin darf der Block bestimmt aber ab und an als Ideengeber für meine baldigen Zweitklässler herhalten…

 

Leseempfehlung: „Ab 7 Jahren“ steht drauf – na ja. Man muss schon ziemlich gut lesen können, um sich allein mit diesem Block zu beschäftigen. Einige Aufgaben haben dann zwar das Anspruchsniveau von zukünftigen Zweitklässlern. Viele sind aber deutlich anspruchsvoller und eher für Kinder nach der zweiten Klasse geeignet. Alternativ müsste sich immer ein kompetenter Leser mit dem gelangweilten Kind beschäftigen 😉

Vielen Dank an den DUDEN-Verlag für das Rezensionsexemplar und das zweite Exemplar, das ich verlosen durfte!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: Vorschulheft „Hasenstarke Zahlen“

2017-06-06 10.39.07.jpgTitel: Hasenstarke Zahlen – Für die Vorschule
Autorin: —
Verlag: Duden
ISBN: 978-341175513-4

Zum Inhalt: In diesem Lernheft für Vorschulkinder geht es um den Hasen Paul und seine Freunde. Er durchlebt mehrere kleine Geschichten, in deren Rahmen das Kind verschiedene Aufgaben rund um Zahlen lösen kann. Ziffern schreiben, nachspuren, zählen, Strichlisten führen, Formen benennen und anmalen, Reihenfolgen erkennen, Mengenerfassung, Größen und Mengen vergleichen. Das Buch ist farbig gestaltet und bietet Raum zum Anmalen und Weitermalen. Hier mal zwei Beispiele:

Meine Meinung: Das Buch ist liebevoll gestaltet und spricht wie oben aufgezählt viele Aspekte der Mathematik an. Ich bin grundsätzlich kein Freund davon, Kindern schon vor der Schule allzu didaktisches Material anzubieten. Dieses Heft habe ich mir zum Rezensieren ausgesucht, weil mein Sohn (selbst gerade Vorschulkind) Zahlen einfach toll findet und von mir immer wieder kleine Übungen zum Zählen etc. einfordert. Uns beiden gefällt die Geschichte am Rande ganz gut und die Aufgaben dazwischen sind sehr abwechselungsreich. Gut finde ich, dass sich einige Formate wiederholen, aber eben nicht so vertiefend wiederholt werden wie später im Mathebuch. Man bekomm hier als Schulanfänger erste typische Aufgabenformen der ersten Klasse zum Reinschnuppern präsentiert. Die Lösungen am Ende bräuchte ich persönlich eher nicht, aber das muss wohl heutzutage so… Dem Möppel gefielen alterstypisch die Sticker mit am besten. 🙂

Leseempfehlung: So wie’s draufsteht: Für Vorschulkinder gedacht – sicher auch hilfreich für schwächere Schulanfänger zum Festigen.

Vielen Dank (auch im Namen des Möppels) an den Duden-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: Supermops

Titel: Supermops und der dreiste DackelraubSupermops.PNG
Reihe: Lesewelt-Entdecker – die Bücher für geübte Erstleser
Autor: Nicolas Gorny; Illustrationen: Pascal Nöldner
Verlag: Südpol (hier klicken)
ISBN: 978-3-943086-37-9

Zum Inhalt: Der achtjährige Helge hat ein Haustier, das er ziemlich langweilig findet: einen dicken, trägen Mops. Durch einen Zufall verwandelt sich dieser aber plötzlich in einen sprechenden, starken, schlauen Supermops, mit dem Helge als Gehilfe dann auch direkt mal sein erstes Abenteuer erlebt und einen Dackelraub aufklärt.

Meine Meinung: Supermops liest sich als Erwachsener leicht & lustig weg, bringt aber auch Kindern viel Freude. Inhaltlich geschieht das durch die comichaften Zeichnungen und die lockere Sprache. Ausdrücke wie „Fanfarengetröte, breites Grinsen und Funkeln auf den Zähnen. Supermops und Helge sind bereit für ihre erste Mission!“ lassen Comicfeeling aufkommen und die erste Fahrradfahrt der beiden Helden bringt sicher jeden Leser zum Schmunzeln.
Auch die plastischen Schilderungen und die inhaltliche Orientierung an der Lebenwelt und den Interessen der Kinder kommen sicher gut an. Meinem fünfjährigen Testobjekt hat das Buch als Vorlesegeschichte gut gefallen. „Cool!“ war seine eindeutige Meinung.
Angenehm finde ich, dass trotzt Superheldenstory das Kapitel „Gewalt“ außen vor bleibt und durch „Cleverness“ ersetzt wird. Schön auch, dass der Leser sich quasi mit Helge und Supermops verschwört und allein den geheimnisvollen Helden kennt, der den Dackeldieb stellen konnte.
Ich würde mich freuen, wenn der Dackelraub nicht das letzte Abenteuer von Supermops und Helge war.

Leseempfehlung: „Für geübte Erstleser“ steht als Reihentitel auf dem Buch und das finde ich sehr treffend. Ich sehe vor meinem inneren Auge Zweitklässler, die dieses Buch gut schaffen können, aber auch Drittklässler haben bestimmt noch Spaß daran. Für Anfänger könnte ich mir das Buch auch gut vorstellen, wenn zuerst das Kind ein Stückchen liest,  und dann Mama oder Papa den Rest der Seite / des Kapitels.
Sehr gut unterstützend fiel mir die große, klare Schrift auf (zum Beispiel das kleine l mit Bogen) ebenso wie die recht kurzen Kapitel (sechs bis neuen Seiten inkl. einer halben bis einer Seite Illustration pro Doppelseite).
Nicht zu vergessen: Punkte sammeln bei Antolin ist auch drin.

Vielen Dank an den Südpol-Verlag für das Rezensionsexemplar, dem gleich noch ein paar Poster mit coolen Sprüchen zum Lesen beilagen, die nun schon die Tür unserer Schulbücherei schmücken.

Beste Grüße,
Katha

Rezension: Zuhause kann überall sein

In den Ferien kam ein Umschlag vom Knesebeck-Verlag, über dessen Inhalt ich mich sehr freute: zwei sehr schöne Bilderbücher waren drin, die ich mir ganz frech beim Verlag zum Rezensieren gewünscht hatte.

Zuerst möchte ich euch eines davon ans Herz legen, das sowohl für die eigenen Kinder zuhause als auch für alle Grundschulkinder eigentlich Pflichtlektüre sein müsste:

2017-04-23 14.31.15Titel: Zuhause kann überall sein
Autor: Irena Kobald & Freya Blackwood
Verlag: Knesebeck
ISBN: 978-3-86873-757-8

Zum Inhalt: Ein Mädchen aus einem (vermutlich afrikanischen) Land kommt wegen des Krieges in ein neues (scheinbar europäisches) Land. Dort kommt ihm alles fremd vor, vor allem die „kalte“ Sprache. Es zieht sich im neuen Zuhause in seine Decke aus Worten und Geräuschen, also Erinnerungen zurück. Irgendwann trifft es im Park ein Mädchen aus dem neuen Land, das ihm nach und nach Wörter der neuen Sprache beibringt. Irgendwann beginnt das Mädchen dann, diese Wörter un die Eindrücke aus dem neuen Land in eine neue Decke zu weben, die im Laufe der Zeit genauso „weich und gemütlich“ wird wie die alte.

Meine Meinung: Ich finde die Umsetzung des Themas Flucht und Ankunft wunderbar umgesetzt und mit sehr kraftvollen Bildern absolut greifbar gemacht. Die Metapher der Decke, die sich das Kind im eigenen und im neuen Land webt, ist sehr treffend und kann als Gesprächsanlass direkt aufgegriffen werden. Die Decken sind zwar grundverschieden, aber beide halten warm und weich!

Was mir außerdem extrem gut gefällt ist die Visualisierung des Sprachenlernens: Die Wörter, die das Mädchen neu lernt, hält es als Bildchen in der Hand und kann sie so wie einen Schatz sammeln und verwenden. Man sieht dadurch ganz direkt, wie die Wörter mit den echten Dingen verknüpft sind, erst dem einen und dann dem anderen Kind „gehören“.

Zuletzt fasziniert mich die klare Farbensprache: Alles zu dem Mädchen und seinem Geburtsland Gehörende ist in Rottönen dargestellt – das neue Land und alle seine Dinge und Menschen sind in sehr hellen, kalten Farben gezeichnet. Schön zu sehen, dass am Ende nicht nur das Mädchen in seiner neuen Decke diese Farben verwendet, sondern dass in der fremden Welt auch die vertrauten Rottöne einen Platz finden.

Welch kraftvolles Bild für eine gelingende Integration von Geflohenen, oder?

Leseempfehlung: Ich kann dieses Buch sowohl zur privaten Lektüre als auch zum Einsatz in der Schule nur wärmstens empfehlen. Mein fünfjähriger Sohn, der schon Grundzüge von Krieg, Vertreibung und Flüchtlingen versteht, kann dem Thema gut folgen und sich seine eigenen Gedanken über die Herauforderungen machen, vor denen das Mädchen steht. In Grundschulklassen, die ja heute gefüllt sind mit Kindern, deren Familien eine wie auch immer begründete Migration erlebt haben, kann man auf dieser Ebene bestimmt auch fruchtbare Gespräche führen. Wenn man weiß, dass ein Kind ohne Deutschkenntnisse in die Klasse kommen wird, kann „Zuhause kann überall sein“ eine wunderbare Vorbereitung sein und ein Appell, das Ankommen zu unterstützen.

Beste Grüße,
Katha

PS: Danke an den Verlag, dass meine Rezensionsanfrage angenommen wurde und dieses zauberhafte Buch nun in meinem Bücherregal stehen darf!

Rezension: Hexarella und der Wundervogel

Meine zweitCovere Rezension befasst sich mit einem Kinderkrimi:

Titel: Hexarella und der Wundervogel
Autor: Klaus Schuker
Verlag: Fabulus
ISBN: 978-3-944788-44-9

Empfohlen ist das Buch für Leser ab acht Jahren. Ich selbst liege deutlich drüber und mein Möppel, der das Buch unbedingt vorgelesen haben wollte, liegt definitiv drunter mit seinen zarten fünfdreiviertel Jahren. Trotzdem hat er es über viele Abende verteilt angehört und mitgefiebert.
Die Geschichte der kleinen Hexe Hexarella, die ihre Eltern bei einem Unfall verlor und nun bei ihren grausamen Tanten leben muss, geht teilweise ganz schön an die Nieren (wenn man mal die Zielgruppe bedenkt). Auch das langsame Siechen und Sterben eines Vogelbabys finde ich schon recht harten Tobak. Die Geschichte begleitet Hexarella in ihrem Alltag und im letzten Drittel des Buches beim Lösen des großen Rätsels um die sterbenden Vögel. Sie ist im großen und Ganzen gut geschrieben  und nachvollziehbar. Es gibt aber recht regelmäßig Rückblenden, deren Beginn und Ende leider nicht immer klar erkennbar sind. Eine typografische Hervorhebung wäre hier für junge Leser sicher hilfreich gewesen.
Außerdem stolperte ich doch oft über die ungewöhnlichen Namen, von denen Doxooxo und Dixiixi noch am einfachsten waren. Die Hexenlehrerin Xebxeb ging mir kaum über die Lippen… Auch die Langwörter, die Hexarella hobbymäßig erfindet, sind mit ihren bis zu 80 Buchstaben eine echte (Vor)Leseherausforderung.
Die gezielt eingesetzten wenigen Illustrationen sind sehr liebevoll gezeichnet und wie das Coverbild sehr ansprechend.
Zum Glück gibt es sowohl privat als auch krimibezogen ein (zwar knappes) happy end, so dass das Mitleiden mit der kleinen Hexe belohnt wird.

Leseempfehlung: Ich würde dieses Buch geübten Lesern empfehlen, also eher Kindern ab 10, die Romanerfahrung haben. Zu emfindliche Seelen sollten es lieber nicht alleine lesen, da Unterdrückung, Gewalt Krankheit und Tod keine Nebenrolle spielen.

Beste Grüße,
Katha

[Grafik freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Literaturtest]