Rezension: „Die Knöpfchen und die Tröpfchen“

Titel: „Die Knöpfchen und die Tröpfchen“
Verlag: Knesebeck (hier klicken)
Autorin: Helen Baugh
Illustrationen: Marion Deuchars
ISBN: 978-3-95728-439-6

Zum Inhalt:
Die Knöpfchen und die Tröpfchen leben auf verschiedenen Seiten des selben Berges. Schon immer werden sie von ihren Eltern vor den jeweils anderen gewarnt und dürfen deshalb niemals über den Berg gehen. Es herrscht Angst in beiden Gruppen. Die Knöpfchenkinder spielen, wie sie Tröpfe besiegen und die Tröpfchenkinder spielen, wie sie Knöpfe besiegen.
Eines Tages aber treffen sich zufällig auf der Bergkuppe ein kleinesTröpfchen und ein kleines Knöpfchen. Erstaunt stellen die beiden fest, dass ihr Gegenüber sie weder frisst noch entführt …
Die Geschichte ist durchgehend gereimt statt „nur“ erzählt. Noch besonderer allerdings ist, dass wir es hier mit einem Wendebilderbuch zu tun haben: man kann von beiden Seiten her beginnen und so die Geschichte aus der Sicht beider „Völker“ erleben. Das große Finale in der Buchmitte teilen sich dann die beiden Handlungsstränge.

Meine Meinung:
Zuerst Möppels Meinung: „Das zweitbeste Buch aller Zeiten!“ Diese Freude hat mich beim Viertklässler bei einem Buch „ab 4“ zwar etwas gewundert, aber er mochte die Reime sehr und die Zweiseitigkeit des Buches mit den zwei Covern fand er klasse.
Ich schließe mich den Kindern an: das Buch ist unheimlich liebevoll gestaltet und trotz (oder wegen?) seiner sehr schlichten Illustrationen richtig lebendig. Die Geschichte hat klassische Elemente, die auch in anderen Kinderbüchern schon aufgegriffen wurden, so wie Angst vor dem Unbekannten, positive Erfahrungen beim Kennenlernen usw. Dennoch wirkt es an keiner Stelle wie ein Abklatsch oder langweilig. Es ist eine Freude, den Knöpfchen und Tröpfchen beim Hüpfen und Spielen und Kennenlernen zuzusehen.

Leseempfehlung:
Von Verlagsseite für Kinder ab 4 empfohlen, mag ich dieses Buch allen Menschen mit Kindern bis zur Grundschulzeit ans Herz legen. Für die Kleineren ist die Optik tonangebend und sie dürften sich an den klaren Illustrationen erfreuen. Die Größeren haben sicher Spaß an den Reimen und gehen mit dem Buch anders um.
Für die Grundschule, die ich ja bei jedem Kinderbuch irgendwie mitdenke, sehe ich hier einen tollen Gesprächsanlass zum Thema Vorurteile bzw. dem gesamten Themenkomplex „ich und du“, oder wie es im NRW-Lehrplan für Sachunterricht heißt „Mensch und Gemeinschaft“. Kreative Köpfe finden bestimmt auch schöne Collageideen zum Buch, da die Knöpfchen und die Tröpfchen ähnlich wie in Eric Carles Bilderbüchern eine ausgerissene Optik haben.

Vielen Dank an den Verlag Knesebeck für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

„Rezension“ & Verlosung: Pestas Holzbausteine

Titel: „Pestas“
Hersteller: Fa. Staengl Holz&Spiel GnbH (hier klicken)

Zum Produkt:
Als mir vor Kurzem angeboten wurde, die Holzbausteine von Pestas zu testen, habe ich erst ein bisschen gezögert und überlegt, ob ein „Spielzeug“ auf meinen Blog passen könnte. Nun, versuchen wir es einfach mal…

Pestas liefert hier Holzbausteine bzw. Dominosteine, die man guten Gewissens auch als Kreativsteine bezeichnen kann. Sie haben alle die gleiche Breite und Tiefe und sind in zwei Höhen im Set enthalten. Somit kann man neben klassischen Dominobauten auch gut Höhenunterschiede überwinden oder besondere Gelenkstellen bauen. Für die weniger kreativen Köpfe unter uns bzw. für die Ausprobierer und „Frickler“ gibt es in jedem Set ein paar Bilder mit Anregungen. Die Trickkiste bietet mehr: Hier sind konkrete Anleitungen für Kreuzungen, Höhenunterschiede oder besondere Tricks in Form von Kärtchen enthalten, die man für seine Planungen nutzen und/oder anpassen kann:

Pestas bewirbt seine Steine damit, dass sie absolut natürlich sind, ökologisch und fair produziert, unkaputtbar  und ungiftig. Traurig genug eigentlich, dass man so etwas bei Spielzeug nicht grundsätzlich voraussetzen kann…
Die Verarbeitung ist wirklich sehr hochwertig und die Farben sind angenehm unauffällig, könnte man sagen. Nichts glitzert, blinkt oder glänzt – es geht wirklich um das Material selbst. Etwas gewöhnungsbedürftig ist am Anfang der (nicht künstliche, aber auffällige) Geruch der Farben, der aber nach einer Weile verfliegt.

Zusätzlich zum handfesten Material gibt es vom Hersteller einen YouTube-Channel mit Videos fertiger Bahnen und weiteren Anregungen rund um die Holzsteinchen.

Hier kommen Eindrücke von unseren ersten (sehr einfachen…) Tests:

Meine Meinung & Erfahrung:
Ich kann momentan nur auf meine beiden Testkandidaten zurückgreifen, da sich mir mit den wenigen Stunden Fachunterricht bislang keine Gelegenheit zu einem Test in der Schule bot. Die beiden waren jedoch ziemlich begeistert von den Pestas und haben zuallererst beide Kartons ausgekippt. Dann ging das Bauen los: einfache Wege wurden zuerst aufgestellt und zum Umfallen gebracht – schon waren die ersten Erfolgserlebnisse da! Dann ging es ans Herumprobieren: wie weit oder nah müssen die Steine aneinander stehen? Wie schaffen wir Kurven oder Kreuzungen? Wie voll bekommen wir den Wohnzimmertisch gebaut?
Meine dezenten Hinweise auf die Tricks aus der Trickkiste wurden zwar geflissentlich ignoriert, aber die Jungs waren mit ihren Ergebnissen dennoch zufrieden. Eine ganze Weile haben Sie gebaut und abgerissen, was den besonderen Reiz von Dominos ausmacht: kaputt machen dürfen, ja sogar sollen!

Nun zurück zum Bezug zum Blog: Sind die Pestas etwas für die Grundschule?
Ja. Definitiv! Sowohl in der OGS (Hort, Betreuung etc.) als auch im Klassenraum kann ich mir eine Kiste dieser Steine hervorragend vorstellen. In meinen Klassen waren bislang „unpädagogische“ Materialien immer sehr beliebt. Wir hatten Steckperlen, Holzwürfel und Spiele im Nebenraum und alle wurden rege genutzt. Durch ihre Menge schätze ich die Pestas hier ebenfalls sehr erfolgreich ein, da die Kinder ohne Vorgaben damit bauen und experimentieren können. Kreativität, Konzentration, Fein- und Grobmotorik sowie ggf. Zusammenarbeit werden hier unbewusst gefördert.

Ich danke dem Hersteller für das tolle Testpaket!

Und bevor jetzt jemand „Vorteilsnahme!“ ruft: Ich werde die Steine entweder an Möppels Klasse oder Möppelchens Kindergartengruppe abgeben, sobald sie hier noch ein bisschen bespielt wurden. Also: „Relax!“

Katha

Rezension: „Ach, du dicker Weihnachtsmann“

Titel: „Ach, du dicker Weihnachtsmann“
Verlag: Ullmann (hier klicken)
Autorin: Ursel Scheffler
Illustrationen: Jutta Timm
ISBN: 978-3-74152536-0

Zum Inhalt:
Nach dem Weihnachtsfest hat der Weihnachtsmann sich erstmal eine Pause verdient. Nach einem laaangen Schläfchen und dem Auffüllen der Vorräte muss er jedoch aus der Presse erfahren, dass man ihn abschaffen möchte – er sein körperlich kein gutes Vorbild, verführe zu Süßigkeitenkonsum und schenke nutzloses Zeug. Man kann den Schock des alten Herrn nachvollziehen. So beschließt er, ein moderner, frischer Weihnachtsmann zu werden. Er rasiert sich und speckt eine ganze Menge ab. Außerdem bereitete er eine ganze Menge gesunder, praktischer und nützlicher Geschenke vor fürs nächste Weihnachtsfest.
Das allerdings passt den vorher so kritischen Reportern auch wieder nicht, wie er feststellen muss.

Meine Meinung:
Die Geschichte des Weihnachtsmanns wird von Ursel Scheffler liebevoll und mit vielen Details erzählt. Kleine Zuhörer und -schauer finden in den Illustrationen eine Menge Feinheiten auch aus der eigenen Lebenswelt wieder. Man kann dem Weihnachtsmann beim Umkrempeln seiner Gewohnheiten übers Jahr zuschauen und mitfiebern, ob er sein Ziel wohl erreicht.
Inhaltlich finde ich es sehr wichtig, dass das Abnehmen und Umstellen auf gesunde, nützliche Geschenke nicht unaufgelöst stehenbleibt, da das eine arg falsche Botschaft an die Kinder senden würde. Dass der Weihnachtsmann sich schlanker wohler und fitter fühlt, ist keine schlechte Mitteilung; aber dass er auf Druck von außen Veränderungen anstrebt – naja… Ein wenig wird das aufgelockert dadurch, dass ja die selben Menschen, denen er letztes Jahr zu dick und zu träge war, nun einen runden, stattlichen Santa sehen wollen statt des neuen Typs.
Ob der Weihnachtsmann nach diesem aufrüttelnden Erlebnis seine Geschenkepläne nochmal ändert, wird nur angedeutet, aber nicht ganz klar.

Die Illustrationen führten dazu, dass die Geschichte bei meinen Testern zuhause sehr gut ankam. Der Weihnachtsmann ist sehr sympathisch gezeichnet und es gibt auf den Bildern viel zu entdecken, das man auch zuhause oder in der Umgebung findet. Die meisten Bilder sind ganzseitig und wirklich ansprechend. Jutta Timm setzt eher auf pastellige Töne und trägt so dem friedlichen, ruhigen Aspekt der Weihnachstzeit gekonnt Rechnung.

Leseempfehlung:
Ein schönes Vorlesebuch in der Adventszeit für Kindergarten- und jüngere Grundschulkinder. In der Schule bin ich seit ein paar Jahren dazu übergegangen, mehrere kleine Geschichten statt einer Fortsetzungsgeschichte vorzuesen im Rahmen unseres Adventskalenders (da die meisten davon ja auf 24 Vorlesetage angesetzt sind, die man in der Schule nie hat). In diesem Rahmen kann ich mir „Ach, du dicker Weihnachtsmann“ auch gut für ein bis zwei Tage vorstellen. Zudem ergibt sich ein schöner Gesprächsanlass über die Freude am Schenken, die in der Adventszeit ja auch viele Kinder beschäftigt.

Vielen Dank an Ullmann Medien für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Rille“

Titel: „Rille – die Dschungelfreunde sind los!“
Verlag: esslinger (hier klicken)
Autor: Fee Krämer
Illustrationen: Nikolai Renger
ISBN: 978-3-480-23570-4

Zum Inhalt:
Rille ist ein Gorilla und soll eigentlich von Leipzig nach Brasilien in einen neuen Zoo umziehen. Aber sein Flugzeug stürzt ab und seine Transportkiste wird hinausgeschleudert.

Rille (4)

Im ersten Kapitel weiß der junge Gorilla gar nicht, wo er ist und was passierte, als er von verschiedenen Dschungeltieren gefunden und schlussendlich aus seiner Kiste befreit wird. Dies ist der Anfang einer besonderen Freundschaft unter ganz verschiedenen Tieren, die ab jetzt eine Menge gemeimsan erleben und voneinander profitieren. Die beiden Wichtigsten sind Papagei Pepe und Tante Tatu, die alte Gürteltierdame, bei denen er Unterschlupf findet. Zusammen verscheuchen sie Geister, retten den Dschungel vor den Menschen und lernen immer wieder Neues voneinander. Hier sieht man die Karte von seiner neuen Umgebung (auf beiden Innedeckeln zu finden).

Meine Meinung:
„Rille“ ist ein zauberhaftes Buch, das kraftvolle Geschichten rund ums Thema Freundschaft enthält. Prinzipiell sind die Kapitel unabhängig voneinander verständlich, wenn man den Anfang kennt – so können auch Lieblingskapitel einzeln gelesen werden.

Dass Freundschaft toll und wichtig ist, das kann man in vielen Büchern lesen. Dass sie aber auch traurige, verwirrte oder wütende Momente haben kann, das macht Fee Krämer hier sehr liebevoll klar. So kommt beim Leser oder Zuhörer die beruhigende Nachricht an, dass man auch mal sauer auf Freunde sein kann oder sie nicht versteht oder sie doof findet. Und das finde ich persönlich eine sehr wertvolle Borschaft, die Kinder stärkt statt ihnen zu suggerieren, dass immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, wenn man Freunde erst einmal hat.
Im Dschungel leben hier außerdem ziemlich unterschiedliche Tiere mit ziemlich unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammen – auch hier „echtes Leben“ pur.

Nikolai Renger hat Rille und seinen Freunden Charakter gegeben und sie in eine lebendige Landschaft gesetzt. Die Bilder sind frabenfroh, ohne aufdringlich zu wirken, sehr klar und durchaus realistisch. Rilles Mimik und die der anderen Tiere sind extrem gut gelungen und verstärken die oben beschriebenen Effekte zur Gefühlswelt noch mehr.

Leseempfehlung:

Der Verlag empfiehlt das Buch ab fünf Jahren. Da kann ich mich anschließen, wenn ich von meinem Fünfjährigen hier ausgehen, der das Buch sehr mag. Rille hat uns einige Tage beim abendlichen Vorlesen begleitet und ist dann direkt auf die Liste der „lesen-wir-nochmal“-Bücher gesetzt worden.
Für die Schule kann ich mir „Rille“ auch sehr gut vorstellen. Als Vorlesebuch auf jeden Fall, aber auch als Ausgangspunkt weiterführender Mal-, Sprech- oder Schreibanlässe im Sinne eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts. Dschungelbilder malen im Kunstunterricht oder Tiersteckbriefe verfassen im Sachunterricht fallen mir auch noch ein.

Vielen Dank an den Verlag Thienemann-Esslinger für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Das Integrationsexperiment“

Titel: „Das Integrationsexperiment“
Verlag: Duden (hier klicken)
Autor: Anant Agarwala
ISBN: 978-3-411-75490-8

Zum Inhalt:
2015 war Deutschland im Modus „Flüchtlingskrise“ – viele Familien, aber auch allein einreisende Kinder und Jugendliche kamen aus Syrien und Afghanistan, aber auch aus dem Norden Afrikas nach Europa, nach Deutschland. Viele von euch werden schon „live“ dabei gewesen sein und haben ihre eigenen Erfahrungen mit der Integration Geflüchteter in Schule gemacht haben.*
Basierend auf allen Daten und Zahlen, die er finden konnte, zeigt Anant Agarwala auf, welche Unterschiede es sowohl auf der Seite der Kinder mit Fluchtgeschichte als auch auf der Seite der Schulen gibt: hier die Fluchtregionen und -gründe, die Elternhäuser und die Ankunft in Deutschland – dort der Bildungsföderalismus, das mehrgliedrige Schulsystem und die verschiedenen Schulstufen. Beispiele des Erfolgs und des Scheiterns finden sich im Buch ebenso wie mögliche Gründe dafür und daraus ableitbare mögliche Erfolgsfaktoren für eine gelungene Integration.

Wer eine kurze Zusammenfassung genießen möchte, kann diese hier nachlesen: https://www.jmwiarda.de/2020/10/20/bequemes-unwissen/

Meine Meinung:
Agarwala beleuchtet das gesamte Thema „Flüchtlingskinder und Schule“ sehr neutral und wertfrei, niemals polemisch oder beschönigend. Selten habe ich ein Sachbuch/Fachbuch so zügig und gern gelesen wie dieses. Viele meine persönlichen Eindrücke als Lehrerin und Fachleiterin, die ja nun in viele Schulklassen hineinschauen darf, sah ich beim Lesen bestätigt. Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass der Autor sich wirklich breit aufgesetllt hat: Studien der Länder gesammelt, Schulen besucht, Lehrer befragt und beobachtet, Schüler kennengelernt und interviewt – und dabei auch noch alle Altersklassen bzw. Schulformen im Blick behalten!
Ein bisschen erschrocken war ich nur davon, wie erschreckend wenige Studien oder überhaupt Daten es rund um dieses Thema gibt. Hier wird Spekulationen, Beschönigungen und Ressentiments ein fruchtbarer Boden geboten (wofür der Auotr nichts kann, was mir aber sehr deutlich wurde).

Leseempfehlung:
Alle in Schule, die zum Thema Flüchtlinge und Schule viel vermuten und gern mal etwas Konkretes nachlesen mögen, kann ich „Das Integrationsexperiment“ nur wärmstens ans Herz legen.

Vielen Dank an den Dudenverlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

* Da es in meiner Stadt eine große Erstaufnahmeeinrichtung gab, sind damals bei uns keine Flüchtlingskinder in der Schule angekommen. Erst nach dem Schließen besagter Einrichtung wurden uns ein paar Familien mit Kindern aus Syrien zugeteilt und in meine damals zweite Klasse nahmen wir ein (direkt ein Jahr zurückgestelltes) Mädchen auf, deren Schwester im ersten Schuljahr startete. Beide Mädchen bekamen von einer engagierten ehem. Lehrerin privat viel Sprachförderung und auch schulisch 2-3 Förderstunden pro Woche und sie haben sich toll durch diese schwierige Situation gekämpft. Wir hätten dort zwei sehr positive Beispiele vorzuzeigen, aber auch Kinder, die erst kurz vor dem Schulwechsel zu uns kamen und kaum Lernzuwachs erreichen konnten. Ob wir dann mehr als ein Ort der Aufbewahrung waren, ist schwer einzuschätzen.

Rezension: „Eine Reise durch die Kunst“

Titel: „Eine Reise durch die Kunst und die Weltgeschichte“
Verlag: Midas (hier klicken)
Autor: Aaron Rosen
Illustrationen: Luzy Dalzell
ISBN: 978-3-03876-124-2

Zum Inhalt:
Heute kommt mal wieder ein bisschen Kunst in den Blog. Die Rezensionsanfrage habe ich angenommen, da mein Möppel und ich ja gern Sachbücher und Atlanten durchstöbern, wie ihr ja schon in anderen Rezensionen gemerkt habt. Außerdem habe ich immer wieder auch Kunstklassen, die in 3 und 4 ja auch mal ein bisschen in die Kunstgeschichte schnuppern sollen. Entsprechende Anregungen habe ich mir hier erhofft – und bin fündig geworden.

Diese Einführungsseite verspricht nicht zu viel: beginnend bei den Höhlenmalereien der Vorzeit und antiker Kunst führt uns die Reise über die mittelalterliche und frühmoderne Kunst bis hin zur modernen und zeitgenössischen Kunst.
Jedes Kapitel beginnt mit einer Weltkarte (unten links), auf der die jeweiligen Kunstwerke eingeordnet werden. Darauf folgen pro Ort/Stil/Thema zwei Doppelseiten: zuerst ein großes Bild mit grundlegenden Informationen (Unten rechts), dann eine Doppelseite mit Fotos, Zeichnungen und kurzen Infotexten, so dass die Leseart einer Zeitschrift oder eines Onlineangebots entsteht.

Meine Meinung:
Das Buch ist optisch sehr ansprechend gestaltet: die Zeichnungen sind verspielt, aber immer klar und enthalten wesentliche Merkmale der Orte und Zeiten. Ergänzt wird das durch viele Fotos, damit Kunstwerke auch konkret werden und z.B. auch Stauen und andere dreidimensionale Figuren ihren Platz finden. So wird jede Epoche bzw. jeder Stil trotz der Kürze sehr greifbar.
Uns hat das Buch deshalb gut gefallen – aber auch wegen der Kürze der Informationen. Für meinen neunjährigen Wenigleser war die Kürze der einzelnen Texte eine Hilfe, wenn natürlich die Wortwahl schon an Erwachsene gerichtet ist. Positiv fanden wir auch die Möglichkeit, entweder chronologisch durch die Kunstgeschichte zu „reisen“ (unser erster Zugang) oder aber einfach zu interessanten Orten und Themen zu blättern, was durch die Kapitel gut möglich war und später eher unser Weg wurde. Als Pädagogin finde ich es bei solche Büchern auch immer toll, wenn die Weltkarte ganz selbstverständlich integriert ist – so bahnt sich eine gewisse geografische Grundorientierung implizit an.

Leseempfehlung:
Für kunstinteressierte Erwachsene und Kinder ab etwa 10 kann ich mir das Buch sehr gut vorstellen. Zum Gemeinsamlesen bzw. Vorlesen auch schon früher, wenn denn das Interesse da ist.
In der Schule werde ich das Buch sicher in meiner nächsten Kunstklasse ind Jahrgang 3 oder 4 mal mitnehmen, wenn wir über bestimmte Kunststile sprechen oder gemeinsam erforschen, woher denn Kunst überhaupt kommt und seit wann es sie gibt. Dazu sind die Kapitelstartseiten und die Weltkarten ja wirklich sehr gut geeignet.

Vielen Dank an den Midas-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Liebe Grüße,
Katha

Rezension: „Art Play“

2020-07-27 10.02.32Titel: „Art Play“

Verlag: Midas (hier klicken)

Autorin: Marion Deuchars

ISBN: 978-3-03876-102-0

 

Zum Inhalt:
„Mit Kunst spielen“ – so heißt es auf dem Backcover dieses großen, 224 Seiten dicken Mitmachbuches. Und genau das steckt auch drin: zu verschiedenen Themen (s. Foto unten rechts vom Inhaltsverzeichnis) kann man sich ausprobieren. Es gibt in jedem Themenfeld eine Art Einführung und dann geht es in kleinen Schritten voran. Oft gibt es eine Doppelseite mit Beispielen und dann eine Doppelseite zum Ausprobieren. Vieles kann also direkt im Buch bearbeitet werden; dazu ist es auf dem klassischen „Malbuchpapier“ gedruckt worden. Bei den farb- oder materialintensiveren Themen gibt es dann aber immer den Tipp, mit separatem Papier zu arbeiten.

Die schottische Autorin Marion Deuchars ist Künstlerin und Illustratorin, die wohl schon einige ähnliche Bücher mit Anleitungen und Ideen veröffentlicht hat.

Meine Meinung:
Hier liegt keine klassische Schritt-für-Schritt-Zeichenanleitung vor mir (die ich eh nie hinbekommen habe) sondern eine Einladung zum Kritzeln und Probieren. Ich bekomme Anregungen und durch die Beispiele auch einfach die Möglichkeit, meine Fingerfertigkeiten zu erweitern. Es kommt kein Druck auf: einfach „nur“ nachmalen geht genauso gut wie selbst kreativ werden.
Hier mal ein Ergebnis, das ich zusammen mit meinem Großen erreicht habe (links die Anregungen, rechts unser Werk):

Uns hat das Buch vom Layout her sehr angesprochen und auch die kurz gehaltenen Texte sind hilfreich. Wir haben teils neue Techniken ausprobiert und waren an manchen Stellen erstaunt, mit welch geringen Mitteln tolle Effekte erzielt werden können. Mein Großer hat z. B. das Schraffieren für sich entdeckt und gemerkt, dass das mit manchen Bleistiften besser geht als mit anderen.

Leseempfehlung Probierempfehlung:
Für alle, die gern ein bisschen ausprobieren und dazu konkrete Anregungen haben mögen ist dieses Buch absolut empfehlenswert! Spaß macht es auch zu zwei dran zu sitzen, wenn die Doppelseiten es hergeben. Somit ist das Buch auch bei uns gern als Mutter-Kind-Aktion genutzt worden, bei der der Große und ich zusammen die Stifte haben glühen lassen. Für Kindergartenkinder sind manche Seiten sicher auch interessant, aber einige doch eher schwierig bzw. sehr betreuungsintensiv. Von daher wäre meine Altersempfehlung so etwa ab sieben, acht Jahren.

Manche Themen kann ich mir analog sehr gut als Einführung in bestimmte Techniken für den Kunstunterricht vorstellen. Auch wenn ich dort die Erfahrung gemacht habe, dass Kinder es nicht gewohnt sind, probieren zu kritzeln sondern eher etwas Konkretes zeichnen wollen. Einen Versuch wäre es Wert, denn die Anregungen von Marion Deuchars sind vielfältig.

Vielen Dank an den Midas-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Darwins große Reise“

2020-04-02 12.58.24

Titel: „Darwins große Reise – Die Entdeckung der Natur“
Verlag: Midas Kinderbuch (hier klicken)
Autor: Jake Williams
Illustrationen: Jake Williams
ISBN: 978-03876-151-8

 

Zum Inhalt:
Charles Darwins große Reise auf der HMS Beagle, die sein Lebenswerk prägte, wird in diesem Buch detailliert begleitet. Abschnittsweise wird die Reiseroute vorgestellt und immer anhand von Karten (s. Foto unten links) belegt. Kleine Anekdoten und Erlebnisse werden erzählt und sowohl Darwins Sicht auf die Dinge als auch die Umstände der Zeit und Orte berücksichtigt. Darwins eigentlich für zwei Jahre gedachte, aber fünf Jahre dauernde Reise um die Welt brachte im Hinblick auf die heute selbstverständliche Evolutionstheorie viele beeindruckende Erkenntnisse, deren Kernaussagen in diesem Buch komprimiert werden, wobei die Tiere gegenüber den Pflanzen im Fokus stehen.
Das Buch ist im Stile eines Bilderbuchs angelegt, aber mit 96 Seiten deutlich dicker. Die seitenfüllenden Bilder (s.u. rechts) werden durch kurze Erzählungen unterstützt oder andersherum: die kurzen Texte werden durch seitenfüllende Bilder im Verständnis unterstützt…

Meine Meinung & Leseempfehlung:
Dieses Bilderbuch ist mal ein ganz anderes als sonst: Die Illustrationen stammen aus dem PC, was jetzt nicht abwertend sein soll – sie sind sehr klar, nicht verniedlicht und durch ihre Größe wirklich aussagekräftig. Klarer Daumen hoch von mir und dem Co-Tester (8,75 Jahre alt).
Die Texte sind in kleine Portionen eingeteilt und dadurch auch für Lesemuffel zu bewältigen. Größen z. B. werden immer schön durch Vergleiche verdeutlicht („so groß wie zwei Busse hintereinander“) und die Besonderheiten von Darwins Zeit werden auch für jüngere Leser gut erklärt. Das Hineinversetzen in die damaligen Reise- und Forschungsbedingungen wird durch die Erzählung kleiner Anekdoten sehr gut möglich. Und wir lernen, dass viele heute selbstverständliche Erkenntnisse erst mühsam erarbeitet werden mussten bzw. dass man es der genauen Beobachtungsgabe Darwins zu verdanken hat, dass Informationen erst in diese wichtigen Zusammenhänge gebracht wurden.

Für interessierte Grundschulkinder und natürlich alle älteren Leseratten kann ich Darwins Reise empfehlen. Ich habe ja nun so einen Sachbuchfan hier wohnen, der als liebste Gutenachtgeschichte bereits den Atlas Obscura hat – für den ist Darwin grad der nächste Held. Mein Kindergartenkind hörte zwar gespannt zu und bewunderte die Tierbilder – von den wissenschaftlichen Aspekten der Entdeckungen konnte er aber noch nichts mitnehmen.
Grundsätzlich kann ich mir das Buch gut vorstellen für Tierfreunde, denn eine Menge ganz besondere Tiere kommen ja in dem Buch vor. Wer Lust hat, den Entdeckungen hinter der weltbekannten Evolutionstheorie selbst nochmal auf den Grund zu gehen und nicht immer nur über Finken zu lesen, ist hier genau richtig.

Vielen Dank an den Midas-Kinderbuch-Verlag für das Rezensionsexemplar! Es wird wohl auf längere Zeit im Bücherregal des Möppels stehen bleiben…

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Heldenatlas“

2020-04-02 12.59.44Titel: Helden-Atlas. 101 Frauen und Männer, die die Welt verändert haben
Verlag: Midas Kinderbuch (hier klicken)
Autorin: Miralda Colombo
Illustrationen: Ilaria Faccioli
ISBN: 978-3-03876-150-1

Zum Inhalt:
„101 Frauen und Männer, die die Welt verändert haben“ werden uns für dieses Buch angekündigt. Schon der Blick ins Inhaltsverzeichnis zeigt, dass diese Einschätzung nicht übertrieben ist, denn hier tummeln sich weltbekannte Namen aus allen Naturwissenschaften, große Erfinder und Vordenker. Aber eben auch solche Menschen, die etwas weniger prominent sind und für Gebiete der Kunst oder Sozialwissenschaften stehen – was sie nicht weniger gesellschaftlich relevant macht. Jedes einzelne Kapitel beginnt mit einer Weltkarte, auf der die vorkommenden Personen regional eingeordnet werden:

2020-04-02 13.01.06
Alle Frauen und Männer werden auf einer halben oder ganzen Seite proträtiert (s. William Shakespeare).
Die Auswahl der Informationen sind je nach „Fachrichtung“ etwas unterschiedlich.
Manchmal geht es eher um das Privatleben, manchmal um die berufliche Ausbildung, um besonders wichtige Orte für diese Person und eben immer um ihr Lebenswerk, das ihr den Einzug in dieses Buch beschert hat.

Durch das sehr große Format des Buches passen viele Informationen auf jede Seite 😉
Jedes Portrait endet mit dem persönlichen Motto.

Meine Meinung:
Das Buch gefällt mir aus mehreren Gründen sehr gut. Bücher mit besonderen Formaten faszinierten mich schon immer sehr, auch wenn ich gar nicht so genau weiß, warum. Des weitern sprechen mich die Illustrationen im Heldenatlas sehr an: sie sind klar gezeichnet, nicht zu niedlich oder verschnörkelt. Vieles in den Lebensläufen wird durch kleine zusätzliche Bilder unterstützt, was das Verständnis auch für jüngere Leser definitiv erhöht.
Nicht zuletzt finde ich die Auswahl der Helden sehr gelungen. Quer durch die Zeit, quer durch die Welt und quer durch alle Themen wurden hier beddeutsame Personen ausgewählt. Natürlich wird jeder einen „Helden“ finden, der ihm in diesem Buch fehlt – man hätte es bestimmt auch mehrfach so voll packen können. Dennoch finde ich diese Exemplarität wirklich gut und passend.
Sehr griffig und eingängig finde ich das Motto am Ende jeden Portraits – hier kommt man den Personen irgendwie nochmal wirklich nah…

Mein einziger Kritikpunkt ist der Begriff des Helden; das ist aber wirklich subjektiv! In meiner Wahrnehmung wird, vor allem durch die amerikanischen Einflüsse, heutzutage sehr schnell von Heldentum gesprochen, wenn es um Berufsausübung, um Zivilcourage oder generell um Unterstützung anderer, also Altruismus geht. Deswegen ist dieser Heldenbegriff für mich etwas „verbrannt“. Im Heldenatlas jedoch möchte ich mit dieser Kritik aber natürlich niemanden degradieren – bitte nicht falsch verstehen!

Leseempfehlung:
Der Heldenatlas ist weniger ein Buch, das man von vorn bis hinten liest. Er regt eher zum Blättern an, zum Nachspüren von bekanntem und Entdecken von Neuem. Er kann den Horizont erweitern, wenn man sich einfach auch mal in die persönlich weniger bekannten Themengebiete „stürzt“… Für Erwachsene und interessierte Kinder ist dieses Buch deshalb bedingungslos zu empfehlen. Kinder sollten aber schon ein Interesse für Sachbücher mitbringen und schon zur Schule gehen – mein Großer, der ja auch schon den Atlas Obscura als abendliches Vorlesebuch erwählt hatte, war gut bei der Sache und hat viel nachgefragt. Jüngere wären sicher überfordert.

Aus schulischer Sicht betrachtet, bietet der Heldenatlas ein großartiges Nachschlagewerk für den Sachunterricht, wenn es um historische Themen geht. Die Weltkarten unterstützen zudem auch beim Lesen die Kartenarbeit. Für den Kunstunterricht kann ich mir das entsprechende Kapitel auch gut als Rahmen für die Betrachtung verschiedener Künstler und Kunststile vorstellen.

Vielen Dank an den Midas-Kinderbuchverlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Gewinner(in) gefunden!

2020-04-02 12.56.35Liebe/s/r Lamarama,
dein Gedicht hat uns überzeugt und deshalb wollen die Möppels und ich dir das Buch gern zukommen lassen. Bitte melde dich per Mail bei mir.
Frohe Ostern!

Katha

P.S.: Ich hoffe, du kommst nicht aus dem Ausland – nachdem ich einmal ein Paket nach Österreich zahlen musste (17€!!!), müsste ich dich dann leider doch enttäuschen…