Rezension: „Wie man mit Menschen klarkommt…“

IMG_6423Titel: „Wie man mit Menschen klarkommt, die man nicht ausstehen kann“
Verlag: YES (hier klicken)
Autoren: Dr. Rick Brinkmann & Dr. Rick Kirschner
ISBN: 978-3-96905-199-3

Zum Inhalt:
Hier handelt es sich um einen ganz klassischen Ratgeber: „Du hast ein Problem? Wir sagen sir, wie du damit umgehen kannst.“
IMG_6424Die Autoren skizzieren ausgehend von vier (eher auf die Arbeit bezogenen) Grundbedürfnissen des Menschen Typen von Menschen, mit denen man aus verschiedenen Gründen beruflich oder privat schlecht zurecht kommt. Zuerst geht es darum, die potentiellen Motive hinter dem Verhalten zu erkennen und verstehen, später dann um mögliche Strategien im Umgang mit diesen Personen. Dabei beschreiben die beiden naturheilkundlichen Ärzte, Speaker und Ausbilder, wie sie sich bezeichnen, rezeptartig mögliche Schritte der Kommunikation.
Ein letztes kurzes Kapitel widmet sich dann noch der Umsetzung solcher Kommunikationsmittel per Telefon oder Mail, weil hier das Miteinander ja doch anders funktioniert.

Meine Meinung:
Man merkt direkt, dass dieses Buch aus Amerika stammt, finde ich. Die Grundhaltung und der Ton sind sehr darauf bezogen, dass 1. alle Menschen irgendwie miteinander klarkommen sollten und 2. dass ich mein Gegenüber beeinflussen, ja fast manipulieren kann. Diese meine Wahrnehmung hat mich beim Lesen etwas gestört und ich hatte immer Bilder davon vor Augen, wie ich mir „die Ricks“ bei einem Seminar in typischem amerikanischem Predigerstil vorstelle.
Das ist ein wenig schade, denn eigentlich stecken interessante Kommunikationstipps in den Kapiteln und ein gutes Rüstzeug, um an problematischen Beziehungen (privat/beruflich) zu arbeiten. Die Grundannahme, dass niemand absichtlich nervig, störend oder gar boshaft ist, teile ich absolut und somit finde ich es sehr sinnvoll zu hinterfragen, woher manche Menschen ihr Verhalten haben. Im Coaching nennt sich dies Reframing und beschäftigt mich durch meine Fortbildung momentan sehr. Auch die Schritte, die man in der Kommunikation mit „Neinsagern, Besserwissern oder Nörglern“ gehen kann, bieten viel: aktives Zuhören und Spiegeln, Grenzen ziehen, auf Positives achten – oft jedoch in eher reißerischen Formulierungen und weniger sachlich als ich es aus anderen Büchern gewohnt bin.

Leseempfehlung:
Wer keine Lust hat, sich über die immer gleichen Menschen immer weiter zu ärgern, der findet hier ein offenes Ohr und gute Tipps. Gerade Lehrkräfte, die nicht nur unter Kolleg*innen potentiell schwierige Menschen haben, sondern auch unter Schüler*innen und Eltern, können hier vielleicht ein paar gute Hinweise mitnehmen, die zu mehr Gelassenheit im Umgang mit diesen führen können.

Vielen Dank an Yes Publishing für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

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Rezension: „Clara Schumann – Triumph in London“ mit Verlosung

IMG_6238Titel: „Clara Schumann – Triumph in London“
Verlag: Amor Verlag (hier klicken)
Autor: Bert Alexander Petzold (Hrsg.)
Illustrationen: Lola Svetlova
ISBN: 978-3-98587-302-9

Zum Inhalt:
Clara Schumann ist eine bekannte Pianistin mit einer ungewöhnlichen Lebensgeschichte (vor allem für ihre Zeit). Vom Alter von 5 Jahren an begleitet das Buch sie bis ans Lebensende und beleuchtet wichtige Stationen ihres privaten und beruflichen Lebens. Wir bekommen ihre frühe Förderung durch den Vater gezeigt, ihr Kennenlernen mit dem späteren Ehemann Robert Schumann, erfolgreiche Konzertreisen, aber auch Krieg und Freundschaft. Die Bilder von Lola Svetlova verdeutlichen Claras Entwicklung vom kleinen Mädchen über die traurige junge Frau bis hin zur emanzipierten Pianistin vor allem durch eine genaue Mimik der Perosnen; auch die Szenerien der Städte wie London, Dresden oder Moskau werden ausschnittweise, aber treffend dargestellt:

Das Besondere an der Buchreihe, aus der „Triumph in London“ stammt, ist das multimodale Zusammenspiel von Bilderbuch, Hörbuch und Musik. Die beiligende CD lässt alles Gelesene und Gesehene auch anhören: sie enthält eine inszenierte Lesung von Antje Hamer und ausgewählte Musikstücke.

Meine Meinung:
Ich bin selbst keine Musikerin und habe wenige Kontaktpunkte mir klassischer Musik – dennoch ist der Name von Clara Schumann mir ein Begriff gewesen. Was mir vorher nicht so klar war ist der sehr emanzipierte Lebensweg der Pianistin, die in einer Zeit, als Männer noch sehr selbstverständlich die Geschicke von Töchtern oder Ehefrauen bestimmten. Umso mehr freut es mich, dass genau dies sehr im Mittelpunkt der Geschichte steht. Begeisternd finde ich die Idee, das Buch auch hörbar zu machen und so den Leser noch intensiver mit in die Handlung einzubeziehen. Normalerweise liegt ja gerade hier die Schwäche von Büchern über Musiker*innen: man muss selbstständig die passende Musik heraussuchen.
Ich möchte noch erwähnen, dass ich die Gestaötung des Buches mit einem Leinenrücken als sehr wertig und irgendwie zum Thema passend empfinde.

Leseempfehlung:
Für Musiklehrkräfte der Grundschule kann ich „Triumph in London“ nur empfehlen! Die Texte sind gut verständlich und die Kapitel aufs Wesentliche beschränkt. Als Anschlussaktivität lassen sich toll die Jahreszahlen berechnen oder recherchieren, wann genau was stattfand, und was in der Welt damals sonst noch los war. Die CD nimmt die Kinder eben auch hörend mit in Clara Schumanns Zeit – wunderbar! Meine musikalisch bewanderte Kollegin hat beim Blick auf die weiteren angebotenen Titel (Nussknacker, Zauberflöte, Karneval der Tiere) erfreut festgestellt, dass hier in der Grundschule sehr häufig behandelte Werke umgesetzt wurden.
Aber auch als Eltern kann man mit diesem Bilderbuch und seinen „Kollegen“ in die spannende Welt der Musik eintauchen (vorausgesetzt man ist so altmodisch wie wir und hat einen CD-Player 😉). Der Verlag gibt die Reihe ab vier Jahren an, gerade dieses Buch würde ich aber eher etwas später als interessant ansehen.

Vielen Dank an den Amor Verlag für das Rezensionsexemplar!
Erfreulicherweise darf ich heute auch noch ein Exemplar verlosen. Wer Interesse hat, schreibe bitte einen Kommentar mit einer guten Begründung, warum er/sie dieses Buch gut gebrauchen kann. Am 23.12. wird ausgelost, wer sich über dieses schöne Buch freuen kann.

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Bruno will hoch hinaus“

IMG_5692Titel: „Bruno will hoch hinaus“
Verlag: Achse (hier klicken)
Autor*innen: Sabine Ziegelwanger, Flo Staffelmayr
Illustrationen: Anna Horak
ISBN: 978-3-903408-01-2

Zum Inhalt:
Das Buch begleitet den kleinen Bruno (etwa Kindergartenalter) durch zwei aufregende Tage, denn Bruno möchte gern mit einer Rakete ins Weltall fliegen. Soweit der Rahmen. An den beiden Tagen beschäftigt Bruno sich aber viel mit seinen Geschlechtsorganen, die ihn faszinieren und die er sich beim Fußballspielen sogar fast verletzt. Penis und Hoden werden dabei neben der eigentlichen Geschichte in verschiedenen Zusammenhängen erklärt und dies mit Hilfe von Schnittzeichnungen verdeutlicht.

Meine Meinung:
Mit „Bruno will hoch hinaus“ ist dem Team ein sehr interessantes Aufklärungsbuch für Jungen gelungen. Die Eigenheiten und Funktionen der männlichen Geschlechtsorgane wird in kindgerechter Sprache erklärt, wobei die Fortpflanzungsfunktion nur angerissen wird.
Spannend finde ich jedoch vor allem das, was „nebenher“ passiert: die anderen Figuren im Buch (und auch Bruno selbst) brechen mit vielen Geschlechterklischees und Rollenbildern. Das fängt bei Männern mit Zopf an und endet bei der Metall schweißenden Freundin der Familie. Die Gespräche über Brunos Fragen zu Penis & Co. finden sehr selbstverständlich statt. Ebenso mag ich, dass die umgangssprachlichen Begriffe für die Geschlechtsorgane eine Rolle spielen und nicht verworfen oder übergangen werden:
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Im Buch spielen zudemMenschen mit anderer Hautfarbe und Behinderung eine Rolle, und Diversität wird zumindest erwähnt – was alles eigentlich selbstverständlich sein sollte, es aber ja längst nicht ist. 

Leseempfehlung:
Eltern von Jungs bekommen mit Brunos Geschichte ein liebevolles Aufklärungsbuch an die Hand, das ich nur empfehlen kann. Gerade Väter und Söhne haben hier einen spannenden Gesprächsanlass an der Hand!
[Mädelseltern können aufatmen, denn parallel gibt es „Lina, die Entdeckerin“.]
Für den Einsatz in der Grundschule, den ich ja bei Rezensionen immer mitdenke, ist mir das Buch aber zu verspielt. Die Viertklässler wollen sich doch meist eher sachlicher mit ihrem Geschlecht auseinandersetzen und sind hier eher keine passende Zielgruppe für das Buch.

Vielen Dank an den Achse-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Grimm und Möhrchen“

image0Titel: „Grimm und Möhrchen – Frühling, Sommer, Herbst und Zesel“
Verlag: dtv (hier klicken)
Autorin: Stephanie Schneider
Illustrationen: Stefanie Scharnberg
ISBN: 978-3-423-76389-9

Zum Inhalt:
Möhrchen ist ein Zesel („halb Zebra, halb Esel – und von beidem nur das Beste!“) und lebt seit einer Weile bei Buchhändler und Dichter Grimm. Im vorliegenden zweiten Band begleiten wir die beiden Hauptfiguren durch ein ganzes Jahr, das „an einem ganz normalen Nachmittag im Januar“ beginnt und mit dem Weihnachtsfest endet. Dazwischen stehen insgesamt 14 Kapitel, die lose aufeinander aufbauen und meist mit einer Angabe des aktuellen Monats beginnen.
Es geht um Grimms Buchladen, um das Besonderssein und um Freundschaft, um gemeinsame Erlebnisse, ums Helfen und immer wieder natürlich auch um Bücher und Geschichten. Abgesehen vom Jahreslauf erleben die Kinder schriftstellerische Tätigkeiten wie das Schreiben, Planen und Veröffentlichen mit. Neben den Hauptfiguren gibt es einige wiederkehrende Gäste wie die „freiwillige Feline“ und ihre Kollegen von der Feuerwehr, Tante Camembert oder den Nachbarn von/mit der Tankstelle. Trotz ihrer kurzen Auftritte sind sie ebenso liebevoll charakterisiert wie alle anderen Figuren des Buches.

Meine Meinung:
Lange hatte ich kein so verspieltes und liebevolles Kinderbuch in den Händen wie dieses! Auch ohne die sicher ebenso lesenswerte Vorgeschichte von Grimm und Möhrchen zu kennen (s. Verlagslink oben), haben mich der neugierige und manchmal etwas forsche Zesel sowie sein ruhiger, fantasievoller und etwas verliebter Gastgeber direkt in ihren Bann gezogen.
Grundsätzlich kommen alle Erlebnisse im Buch direkt aus dem durchaus gewöhnlichen Alltag, wie ihn du und ich auch kennen. Allerdings bekommen durch Stephanie Schneiders Erzählstil alle Ausflüge und Gespräche einen magischen Touch – und die Illustrationen von Stefanie Scharnberg bestätigen diesen Eindruck absolut. Die Bilder ergänzen die Texte wunderbar und bieten fast immer noch tolle kleine Details zu entdecken (vgl. Foto des Taxis). Das ganze Buch ist durch die Kapitel so gegliedert, dass es sich prima fürs abendliche Vorlesen eignet und auch für die Zuhörer*innen etwas zum Anschauen bietet.

Leseempfehlung:
Von Verlagsseite wird das Buch ab 5 zum Vorlesen empfohlen – für Kindergarten- und Grundschulkinder würde ich es ebenfalls einordnen. Durch die konsequente Nennung der Monate kann ich mir „Grimm und Möhrchen“ sehr gut als begleitendes Vorlesebuch in der Grundschule vorstellen, wenn in Klasse 1 oder 2 die Monate und Jahreszeiten thematisiert werden.
Also: von mir eine klare Empfehlung für Eltern, Erzieher*innen und Lehrkräfte! Viel Freude mit den beiden Freunden!

Vielen Dank an den dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Zeselige Grüße,
Katha

Rezension: „Bilder von Bildung“

IMG_4733Titel: „Bilder von Bildung – Für eine Renaissance der Schule“
Verlag: claudius (hier klicken)
Autor: Jochen Krautz
ISBN: 978-3-532-62874-4

Zum Inhalt:
Episodenartig greift der Kunstprofessor Jochen Krautz verschiedenste Aspekte von Schule auf und verknüpft diese jeweils mit einem Kunstwerk. Die Bilder stammen überwiegend von „echten“ Künstler*innen, vereinzelt sind aber auch Arbeiten von Schüler*innen dabei.
Ausgehend von jedem Kunstwerk formuliert der Autor seine Beobachtungen, Erkenntnisse und Thesen zu Themenfeldern wie Lernfreude (s. Foto), Unterrichtsgestaltung, Digitalisierung oder Unterstützung. So ergibt sich in kurzen Leseportionen ein Spaziergang durch Schule früher und heute.

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Meine Meinung:
Die Idee, Bilder mit Bezug zum Thema Bildung als Ausgangspunkt für die kurzen Essays zu nutzen, finde ich sehr gelungen; das Format spricht mich total an. Die Auswahl vor allem der historischen Bilder gefällt mir sehr gut. Viele von Krautz‘ Beobachtungen und Deutungen hätte ich selbst so wohl nicht entdeckt und größtenteils kann ich mit seinen Interpretationen mitgehen. Gerade das Prinzip, das Kind in den Mittelpunkt zu stellen und seine Lernfreude, Motivation und sein Interesse nicht aus den Augen zu verlieren, vertrete ich gere mit. Tragend sind auch die Gedanken zu Demokratie, Emanzipation oder Frieden. Vor allem, dass das Unterrichten eine Kunst ist und nicht (nur) aus gelernten Methoden und Mechanismen besteht, sehe ich ebenfalls so.
An manchen Stellen jedoch sind mir die Ansichten des Autors zu „bewahrpädagogisch“ und decken sich nicht mit meinem Verständnis einer modernen, zeitgemäßen Schule. Vor allem im Bereich des Lernens mit digitalen Medien möchte ich ihm entgegenrufen: „Niemand will das reelle Erleben und Handeln durch rein digitale Formate ersetzen! Niemand will Gespräche und Beziehung austauschen durch Gerät-zu-Gerät-Lernen!“ Vielleicht ist das Krautz‘ Verständnis von „Renaissance der Schule“, wie es der Untertitel nennt, aber die Voraussetzungen der Gesellschaft sind nun einmal nicht mehr die gleichen wie vor 100 Jahren. Da würde ich mir noch eine  weiteren Blick wünschen auf die vielen Kinder, deren Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bildung nicht allzu gut sind.

Leseempfehlung:
Alle Menschen, die mit Schule zu tun haben und sich durch Bilder und Metaphern ansprechen lassen, sind eine gute Zielgruppe für diese Textsammlung. Die Reflexionen sind auf jeden Fall spannende Ausgangspunkte für eigene Überlegungen zum individuellen Standpunkt, aber auch eine gute Grundlage für den Dialog mit Kolleg*innen.

Vielen Dank an den claudius-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Katha

Rezension: „Der Schatz des Selbstwerts“

Selbstwert (1)Der Schatz des Selbstwerts“
Verlag: Beltz (hier klicken)
Autorin: Ulrike Döpfner
ISBN: 978-3-407-86713-1

Zum Inhalt:
Selbstwert, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen – viele Begriffe purzeln selbst bei ausgebildeten Pädagog*innen leicht durcheinander. Ulrike Döpfner, selbst Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche, beginnt ihr aktuelles Buch mit einer Klärung dieser wichtigen Begrifflichkeiten und ihrer Zusammenhänge. Sie stellt in den Kapiteln mit Schwerpunkten wie Lob, Schule, Medien oder Konflikte sehr deutlich heraus, wie wichtig ein gesunder Selbstwert für Heranwachsene ist und welche Rolle Eltern für dessen Förderung spielen. Weit entfernt von einer Überhöhung der kindlichen Bedürfnisse zeigt die Autorin sehr konkret anhand von Beispielen auf, welche Unterstützung Eltern ihren Kindern wie geben können, um zu resilienten und selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen zu können.

Selbstwert (2)

Meine Meinung:
Als mir dieses Buch angeboten wurde, habe ich erst gezögert, ob ich mich damit beschäftigen wollte, da es vom Titel her doch sein könnte, dass ich einen weiteren „gut gemeinten“ Erziehungsratgeber erwische. Die ersten Seiten haben mich dann aber sehr schnell gefesselt und ich überlegte kurz, den Textmarker und die Klebezettel herauszuholen. Vorerst habe ich mich dagegen entschieden, obwohl mir jede Menge Zitate und Merkstellen begegneten, die ich gern weiter nutzen möchte. Eine zweite Lesung folgt sicher nochmal, dann eher nicht auf dem Sofa bzw. der Hollywoodschaukel, sondern am Schreibtisch.
Man merkt Ulrike Döpfner an, dass sie sowohl aus ihrer eigenen Familie als auch aus ihrer Arbeit einen wirklich differenzierten Blick auf Kinder, Eltern, Familie als System entwickelt hat. Einen großen Anteil davon teilt sie in diesem Buch mit uns. Ich nehme, obwohl meine Jungs ja schon „fast groß“ sind, viele neue oder wiederentdeckte oder modifizierte Verhaltensweisen mit, die ich verstärkt in die Kommunikation mit meinen eigenen Kindern einbringen möchte. Aber auch für die Arbeit mit Kindern und selbst meine Tätigkeit als Seminarausbilderin stecken hier viele Sichtweisen drin, die nun wieder in mir wachgerüttelt wurden. Danke, Frau Döpfner!

Leseempfehlung:
Jede*r, die/der mit Kindern lebt oder arbeitet, bekommt in diesem Buch teils den Spiegel vorgehalten, teils den Blick geöffnet und teils die Bestätigung, doch nicht alles falsch zu machen. Absolute Leseempfehlung und sicher auch ein gutes Geschenk an Erstlingseltern.

Vielen Dank an den Beltz-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Das Faultier-Prinzip“

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Titel: „Das Faultier-Prinzip“
Verlag: Goldegg (hier klicken)
Autorin: Anke Elisabeth Ballmann
ISBN: 978-3-99060-281-2

Zum Inhalt:
Anke Ballmann, ihres Zeichens Expertin für kindgerechte Pädagogik, bekommt unerwartet Besuch vom bolivianischen Faultier Frieda. Frieda kann sprechen, lesen, futtern gern Süßes und möchte gern mehr über die Menschen lernen, weshalb sie ganz faultieruntypisch ihren Dschungel verlassen hat.
Zwischen den beiden Protagonistinnen entspannen sich Dialoge über das Wesen des Menschen, die Gelassenheit der Faultiere und alles dazwischen. Es geht um Zeit, Stress, Druck, das Bildungssystem, Resilienz, Noten, Bindung und vieles mehr, das Frieda gern aus ihrem ganz eigen(willig)en Blickwinkel betrachtet. „Wie Kinder in ihrem Lebenstempo gelassen und frei ihre Fähigkeiten entwickeln und die Welt für sich entdecken“, darüber klären uns die Expertin und das Faultier anhand vieler konkreter Beispiele auf und geben Impulse dafür, das Leben öfter mal wie ein Faultier anzugehen: ruhig, langsamer und gelassen.

Meine Meinung:
Schon länger habe ich kein Buch so schnell beendet wie dieses. „In drei Zügen“, könnte man sagen, hatte ich es ausgelesen und fühlte mich ziemlich abgeholt von der Analyse des (fiktiven?) Faultiers Frieda und seiner Co-Autorin Anke Ballmann. Die beiden haben mich an vielen Stellen zum Nicken gebracht und ich habe viele Aspekte meines Lebens in ihren Gesprächen wiedergefunden. Genauso habe ich mit ihnen den Kopf geschüttelt, wenn es um die unsägliche Leistungs- und Notenfixierung des deutschen Schulsystems ging, das Frieda so gar nicht nachvollziehen konnte.
Viele gute Vorsätze für meinen Alltag nehme ich aus dem Buch mit und auch bezogen auf meine Kinder und deren Lebens-Zeit knabbere ich gerade an einigen sicher nicht unbedingt guten Gewohnheiten.

Hier noch eine der Stellen im Buch, die mich besonders getriggert hat, weil es mich oft zum Verzweifeln bringt, dass sich so große Teile des Bildungssystems nur darauf stützen, dass wir „das schon immer so gemacht haben“…

Leseempfehlung:
Eltern und Lehrkräften und überhaupt alle, die mit Kindern zu tun haben, kann ich die Lektüre des Faultier-Prinzips nur wärmstens empfehlen. Den entspannteren Umgang mit Kindern – sowohl den eigenen als auch den anvertrauten – versuche ich seit Jahren zu leben und möchte die geschilderten Zugänge zu mehr Gelassenheit und Raum für Entwicklung absolut unterstützen. Im Gegensatz erlebe ich aber auch unter Eltern die Neigung zum Vergleich der Fortschritte ihrer Sprösslinge von Beginn an und einen ziemlichen Ehrgeiz, was die lieben Kleinen so alles erreichen sollen. Gern würde ich dieses Buch deshalb als Pflichtlektüre den Hebammen zum Verteilen mitgeben. 🙂
„Das Faultier-Prinzip“ ist ein echtes Juwel im Eltern-Buchregal!

Vielen Dank an den Goldegg-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Holgers Haus“

Titel: „Holgers Haus“
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Verlag: Knesebeck (hier klicken)
Autorin: Jule Wellerdiek
Illustrationen: Jule Wellerdiek
ISBN: 978-3-95728-618-5

Zum Inhalt:
Holger (ein Fuchs) und Stein (ein Stein) wohnen gemeinsam in einem kleinen Häuschen. Die beiden Freunde machen alles gemeinsam: tanzen, spielen, essen, Glühbirnen wechseln …
Eines Tages passiert es aber, dass Stein beim Versuch, die Küche zu streichen, ein riesiges Chaos verursacht und Holger deshalb nicht in Ruhe seine sieben Lieblingsbücher lesen kann. Im Streit fasst er den Entschluss, das Haus auf den Fahrradanhänger zu laden und wegzufahren, um allein und in Ruhe leben zu können. Gedacht – getan.
Holger kann nun also endlich ohne Störungen alles tun, was er tun möchte. Bald merkt er aber, dass ihn das nicht glücklicher macht. Sicher könnt ihr euch denken, wie es dann weitergeht.

Meine Meinung:
Mit „Holgers Haus“ halte ich ein sehr charmantes Bilderbuch in der Hand, das das Thema Freundschaft sehr sensibel aufgreift. Wer hatte nicht schon das Gefühl, dass man ohne Freund oder Freundin, ohne Partner*in oder gar ohne die Kinder mehr Ruhe hätte und glücklicher wäre. Fuchs Holger probiert stellvertretend für uns alle aus, wie es sich denn allein lebt – und kommt nicht weit. Als die erste Aufregung verpufft, merkt er schnell, dass diese Person, die ihn gerade noch mit ihren Eigenheiten in den Wahnsinn treiben konnte, ihm doch viel bedeutet.
Ich mag Holger für diese Erkenntnis und ich mag auch Stein, der trotz seiner Steinigkeit sehr freundlich daher kommt. Jule Wellerdiekt hat die Figuren und die Geschichte mit einem ganz eigenen Malstil zum Leben erweckt und schenkt uns viele Kleinigkeiten, die es zu entdecken gilt. Sehr gut gefällt es mir auch, wie die Buchdeckelinnenseiten als Bildergalerie der Freunde gestaltet sind – so bekommt man einen ganz eigenen Eindruck vom Leben der zwei.

Leseempfehlung:
Zum Vorlesen empfiehlt der Verlag das Buch ab 3 Jahren – da gehe ich gerne mit und halte die Kindergartenzeit und auch noch die ersten Grundschuljahre für eine passende Altersgruppe.
Auch für die Schule kann ich mir „Holgers Haus“ gut vorstellen. Das Buch bietet einen tollen Gesprächsanlass darüber, was man an seinen Freund*innen schätzt, was einen vielleicht auch stört und warum Freundschaft dennoch wichtig ist.

Vielen Dank an den Knesebeck-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Dein Lesestart: Weltraum“

Titel: „Dein Lesestart (2. Klasse) : Weltraum – lesen, verstehen, wissen“ Verlag: Duden (hier klicken) Autorin: Cee Neudert Illustrationen: Jochen Windecker ISBN: 978-3-411-78002-0 Zum Inhalt: In vier Kapiteln bekommen wissensdurstige Leseanfänger*innen Informationen rund ums das Weltall und Sonnensystem. Jede Doppelseite hat ein oder zwei Überschriften/Unterthemen und etwa 16 Zeilen Text. Im Text sind einzelne Begriffe markiert (s. Foto) und werden am unteren Rand weiterführend erklärt. Mindestens zwei Bilder ergänzen den Text außerdem. Jedes Kapitel endet mit einer Rätsel-Doppelseite Bei antolin.de ist ein Quiz zu diesem Buch zu finden. Außer dem Weltraum gibt es auch andere Sachthemen in der Reihe „Dein Lesestart“.
Eine Beispielseite aus „Dein Lesestart: Weltraum“
Meine Meinung: Zum ersten Mal habe ich ein Sachbuch in der Hand, das sich wirklich die Mühe macht, für Leseanfänger*innen ernst zu nehmenden Inhalt mit altersgerechter Sprache und Textformatierung zu präsentieren.* In der Regel sind die Texte von Sachbüchern doch sehr komplex oder wurden in kleiner Schriftgröße in „Erwachsenenschrift“ gedruckt und sind somit eher zum Vorlesen geeignet. Dieses Buch aus der Reihe habe ich mir ausgesucht, da das Möppelchen (inzwischen ja Schulkind) sehr fasziniert vom Weltraum ist und in nicht allzu weiter Ferne selbst dieses Buch lesen kann. Was mich für ihn dann sehr freut: er lernt, dass manche Begriffe schwieriger sind oder einer weiterführenden Erklärung bedürfen. Er lernt, dass man Begriffe in einem Text markieren kann und somit lernt er implizit eine erste Lesestrategie kennen. Die Rätselseiten sind sprachlich sehr anspruchsvoll und für die Zielgruppe m. E. noch nicht allein zu bewältigen. Man muss teils Lücken in mehrteiligen Worten ergänzen oder „Buchstabensalat“ ordnen. Leseempfehlung: Für neugierige Erstleser*innen mit viel Motivation und/oder Kenntnis der meisten Laut-Buchstaben-Zuordnungen ist dieses Buch als Herausforderung geeignet – also ab Ende Klasse 1 vielleicht und ab Klasse 2 sicher. Für Klassenbibliotheken scheint mir dieses Buch als Stellvertreter für die ganze Reihe sehr geeignet. Sachbücher haben ja einen hohen Aufforderungscharakter und sind beliebt bei den Kindern. Vor allem im inklusiven Kontext dürfte die Lesestart-Reihe auch in den höheren Grundschulklassen einen Platz finden. Vielen Dank an den Duden-Verlag für das Rezensionsexemplar! Beste Grüße, Katha

Rezension: „Digital Cleaning“

Titel: „Digital Cleaning. Informationsflut bewältigen, digital aufräumen und Ordnung halten mit System“
Verlag: mitp (hier klicken)
Autor: Herbert Hertramph
ISBN: 978-3-95845-534-4

 

Zum Inhalt:
Drei große Baustellen spricht Herbert Hertramph in diesem Ratgeber an:
* JETZT aufräumen und strukturieren
* IN ZUKUNFT Ordnung halten und Zeit sparen
* JEDERZEIT Daten sichern und verschlüsseln
In allen drei Bereichen stellt er Grundsätze und Grundlagen vor, worauf zu achten ist. Ergänzt werden diese allgemeineren Tipps durch ganz konkrete Tools und Anwendungsbeispiele aus dem Alltag (Fotobibliothek synchronisieren, Datenbalage für die Steuer etc.). Viele Screenshots verdeutlichen die Anleitungen, so dass man ohne großartige technische Vorkenntnisse einfach nachmachen kann, was man hilfreich findet. Grundsätzlich werden hierbei sowohl Anwendungen und Wege für Windowsnutzer*innen vorgestellt als auch für Menschen, die am Mac arbeiten.

Zwei Beispiele kommen hier:

Filemanager, Dateien benennen
Fotos ordnerweise umbenennen

Meine Meinung:
„Praxisnah und leicht nachvollziehbar“ steht im Klappentext. Das kann ich genau so unterschreiben. Die Praxisnähe fängt für mich bei der klaren Benennung der Kapitel an, denn so kann ich z.B. für mich nicht relevante Kapitel zu Mac-Produkten einfach überblättern. Auch kann ich einen Bereich, in dem ich mich mit meinem System wohl fühle, getrost nur überfliegen oder auslassen. Leicht nachvollziehbar finde ich die Erklärungen ebenfalls und durch die Screenshots der konkreten Beispiele dürfte dies für die meisten Leser*innen zutreffen.
Wie man auf dem Titelbild sieht, ist dies mal wieder ein Buch, das viele Klebezettelchen bekommen hat und somit eines, das noch öfter in die Hand genommen wird, um nach und nach verschiedene Tools auszutesten. Obwohl ich mich als digital durchaus sortiert bezeichnen würde, nehme ich eine Menge Anregungen mit, Neues zu probieren oder meinen Workflow an manchen Stellen zu optimieren.

Leseempfehlung:
Für alle (!), die einen Computer für Arbeit und Privates nutzen, kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen! Es gibt Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene, für Windows- und Applenutzer, für Chaoten und „Vorsortierte“. Herbert Hertramph (das verfolge ich regelmäßig auf Twitter) probiert gern mit Tools herum und kann sehr versiert beurteilen, was tauglich ist und was nicht. Durch die gute Struktur im Buch kann jede*r schnell entscheiden, welche Kapitel gelesen, welche überblättert und welche intensiver bearbeitet werden sollten. 👍🏻

Vielen Dank an den mitp-Verlag für das Rezensionsexemplar und den wahnsinnig netten Kontakt! Danke auch an Herbert für deine vielen kleinen Anregungen, die du regelmäßig auf Twitter mit uns teilst!

Herzliche Grüße,
Katha