Rezension: „Der Schatz des Selbstwerts“

Selbstwert (1)Der Schatz des Selbstwerts“
Verlag: Beltz (hier klicken)
Autorin: Ulrike Döpfner
ISBN: 978-3-407-86713-1

Zum Inhalt:
Selbstwert, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen – viele Begriffe purzeln selbst bei ausgebildeten Pädagog*innen leicht durcheinander. Ulrike Döpfner, selbst Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche, beginnt ihr aktuelles Buch mit einer Klärung dieser wichtigen Begrifflichkeiten und ihrer Zusammenhänge. Sie stellt in den Kapiteln mit Schwerpunkten wie Lob, Schule, Medien oder Konflikte sehr deutlich heraus, wie wichtig ein gesunder Selbstwert für Heranwachsene ist und welche Rolle Eltern für dessen Förderung spielen. Weit entfernt von einer Überhöhung der kindlichen Bedürfnisse zeigt die Autorin sehr konkret anhand von Beispielen auf, welche Unterstützung Eltern ihren Kindern wie geben können, um zu resilienten und selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen zu können.

Selbstwert (2)

Meine Meinung:
Als mir dieses Buch angeboten wurde, habe ich erst gezögert, ob ich mich damit beschäftigen wollte, da es vom Titel her doch sein könnte, dass ich einen weiteren „gut gemeinten“ Erziehungsratgeber erwische. Die ersten Seiten haben mich dann aber sehr schnell gefesselt und ich überlegte kurz, den Textmarker und die Klebezettel herauszuholen. Vorerst habe ich mich dagegen entschieden, obwohl mir jede Menge Zitate und Merkstellen begegneten, die ich gern weiter nutzen möchte. Eine zweite Lesung folgt sicher nochmal, dann eher nicht auf dem Sofa bzw. der Hollywoodschaukel, sondern am Schreibtisch.
Man merkt Ulrike Döpfner an, dass sie sowohl aus ihrer eigenen Familie als auch aus ihrer Arbeit einen wirklich differenzierten Blick auf Kinder, Eltern, Familie als System entwickelt hat. Einen großen Anteil davon teilt sie in diesem Buch mit uns. Ich nehme, obwohl meine Jungs ja schon „fast groß“ sind, viele neue oder wiederentdeckte oder modifizierte Verhaltensweisen mit, die ich verstärkt in die Kommunikation mit meinen eigenen Kindern einbringen möchte. Aber auch für die Arbeit mit Kindern und selbst meine Tätigkeit als Seminarausbilderin stecken hier viele Sichtweisen drin, die nun wieder in mir wachgerüttelt wurden. Danke, Frau Döpfner!

Leseempfehlung:
Jede*r, die/der mit Kindern lebt oder arbeitet, bekommt in diesem Buch teils den Spiegel vorgehalten, teils den Blick geöffnet und teils die Bestätigung, doch nicht alles falsch zu machen. Absolute Leseempfehlung und sicher auch ein gutes Geschenk an Erstlingseltern.

Vielen Dank an den Beltz-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Das Faultier-Prinzip“

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Titel: „Das Faultier-Prinzip“
Verlag: Goldegg (hier klicken)
Autorin: Anke Elisabeth Ballmann
ISBN: 978-3-99060-281-2

Zum Inhalt:
Anke Ballmann, ihres Zeichens Expertin für kindgerechte Pädagogik, bekommt unerwartet Besuch vom bolivianischen Faultier Frieda. Frieda kann sprechen, lesen, futtern gern Süßes und möchte gern mehr über die Menschen lernen, weshalb sie ganz faultieruntypisch ihren Dschungel verlassen hat.
Zwischen den beiden Protagonistinnen entspannen sich Dialoge über das Wesen des Menschen, die Gelassenheit der Faultiere und alles dazwischen. Es geht um Zeit, Stress, Druck, das Bildungssystem, Resilienz, Noten, Bindung und vieles mehr, das Frieda gern aus ihrem ganz eigen(willig)en Blickwinkel betrachtet. „Wie Kinder in ihrem Lebenstempo gelassen und frei ihre Fähigkeiten entwickeln und die Welt für sich entdecken“, darüber klären uns die Expertin und das Faultier anhand vieler konkreter Beispiele auf und geben Impulse dafür, das Leben öfter mal wie ein Faultier anzugehen: ruhig, langsamer und gelassen.

Meine Meinung:
Schon länger habe ich kein Buch so schnell beendet wie dieses. „In drei Zügen“, könnte man sagen, hatte ich es ausgelesen und fühlte mich ziemlich abgeholt von der Analyse des (fiktiven?) Faultiers Frieda und seiner Co-Autorin Anke Ballmann. Die beiden haben mich an vielen Stellen zum Nicken gebracht und ich habe viele Aspekte meines Lebens in ihren Gesprächen wiedergefunden. Genauso habe ich mit ihnen den Kopf geschüttelt, wenn es um die unsägliche Leistungs- und Notenfixierung des deutschen Schulsystems ging, das Frieda so gar nicht nachvollziehen konnte.
Viele gute Vorsätze für meinen Alltag nehme ich aus dem Buch mit und auch bezogen auf meine Kinder und deren Lebens-Zeit knabbere ich gerade an einigen sicher nicht unbedingt guten Gewohnheiten.

Hier noch eine der Stellen im Buch, die mich besonders getriggert hat, weil es mich oft zum Verzweifeln bringt, dass sich so große Teile des Bildungssystems nur darauf stützen, dass wir „das schon immer so gemacht haben“…

Leseempfehlung:
Eltern und Lehrkräften und überhaupt alle, die mit Kindern zu tun haben, kann ich die Lektüre des Faultier-Prinzips nur wärmstens empfehlen. Den entspannteren Umgang mit Kindern – sowohl den eigenen als auch den anvertrauten – versuche ich seit Jahren zu leben und möchte die geschilderten Zugänge zu mehr Gelassenheit und Raum für Entwicklung absolut unterstützen. Im Gegensatz erlebe ich aber auch unter Eltern die Neigung zum Vergleich der Fortschritte ihrer Sprösslinge von Beginn an und einen ziemlichen Ehrgeiz, was die lieben Kleinen so alles erreichen sollen. Gern würde ich dieses Buch deshalb als Pflichtlektüre den Hebammen zum Verteilen mitgeben. 🙂
„Das Faultier-Prinzip“ ist ein echtes Juwel im Eltern-Buchregal!

Vielen Dank an den Goldegg-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Holgers Haus“

Titel: „Holgers Haus“
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Verlag: Knesebeck (hier klicken)
Autorin: Jule Wellerdiek
Illustrationen: Jule Wellerdiek
ISBN: 978-3-95728-618-5

Zum Inhalt:
Holger (ein Fuchs) und Stein (ein Stein) wohnen gemeinsam in einem kleinen Häuschen. Die beiden Freunde machen alles gemeinsam: tanzen, spielen, essen, Glühbirnen wechseln …
Eines Tages passiert es aber, dass Stein beim Versuch, die Küche zu streichen, ein riesiges Chaos verursacht und Holger deshalb nicht in Ruhe seine sieben Lieblingsbücher lesen kann. Im Streit fasst er den Entschluss, das Haus auf den Fahrradanhänger zu laden und wegzufahren, um allein und in Ruhe leben zu können. Gedacht – getan.
Holger kann nun also endlich ohne Störungen alles tun, was er tun möchte. Bald merkt er aber, dass ihn das nicht glücklicher macht. Sicher könnt ihr euch denken, wie es dann weitergeht.

Meine Meinung:
Mit „Holgers Haus“ halte ich ein sehr charmantes Bilderbuch in der Hand, das das Thema Freundschaft sehr sensibel aufgreift. Wer hatte nicht schon das Gefühl, dass man ohne Freund oder Freundin, ohne Partner*in oder gar ohne die Kinder mehr Ruhe hätte und glücklicher wäre. Fuchs Holger probiert stellvertretend für uns alle aus, wie es sich denn allein lebt – und kommt nicht weit. Als die erste Aufregung verpufft, merkt er schnell, dass diese Person, die ihn gerade noch mit ihren Eigenheiten in den Wahnsinn treiben konnte, ihm doch viel bedeutet.
Ich mag Holger für diese Erkenntnis und ich mag auch Stein, der trotz seiner Steinigkeit sehr freundlich daher kommt. Jule Wellerdiekt hat die Figuren und die Geschichte mit einem ganz eigenen Malstil zum Leben erweckt und schenkt uns viele Kleinigkeiten, die es zu entdecken gilt. Sehr gut gefällt es mir auch, wie die Buchdeckelinnenseiten als Bildergalerie der Freunde gestaltet sind – so bekommt man einen ganz eigenen Eindruck vom Leben der zwei.

Leseempfehlung:
Zum Vorlesen empfiehlt der Verlag das Buch ab 3 Jahren – da gehe ich gerne mit und halte die Kindergartenzeit und auch noch die ersten Grundschuljahre für eine passende Altersgruppe.
Auch für die Schule kann ich mir „Holgers Haus“ gut vorstellen. Das Buch bietet einen tollen Gesprächsanlass darüber, was man an seinen Freund*innen schätzt, was einen vielleicht auch stört und warum Freundschaft dennoch wichtig ist.

Vielen Dank an den Knesebeck-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Dein Lesestart: Weltraum“

Titel: „Dein Lesestart (2. Klasse) : Weltraum – lesen, verstehen, wissen“ Verlag: Duden (hier klicken) Autorin: Cee Neudert Illustrationen: Jochen Windecker ISBN: 978-3-411-78002-0 Zum Inhalt: In vier Kapiteln bekommen wissensdurstige Leseanfänger*innen Informationen rund ums das Weltall und Sonnensystem. Jede Doppelseite hat ein oder zwei Überschriften/Unterthemen und etwa 16 Zeilen Text. Im Text sind einzelne Begriffe markiert (s. Foto) und werden am unteren Rand weiterführend erklärt. Mindestens zwei Bilder ergänzen den Text außerdem. Jedes Kapitel endet mit einer Rätsel-Doppelseite Bei antolin.de ist ein Quiz zu diesem Buch zu finden. Außer dem Weltraum gibt es auch andere Sachthemen in der Reihe „Dein Lesestart“.
Eine Beispielseite aus „Dein Lesestart: Weltraum“
Meine Meinung: Zum ersten Mal habe ich ein Sachbuch in der Hand, das sich wirklich die Mühe macht, für Leseanfänger*innen ernst zu nehmenden Inhalt mit altersgerechter Sprache und Textformatierung zu präsentieren.* In der Regel sind die Texte von Sachbüchern doch sehr komplex oder wurden in kleiner Schriftgröße in „Erwachsenenschrift“ gedruckt und sind somit eher zum Vorlesen geeignet. Dieses Buch aus der Reihe habe ich mir ausgesucht, da das Möppelchen (inzwischen ja Schulkind) sehr fasziniert vom Weltraum ist und in nicht allzu weiter Ferne selbst dieses Buch lesen kann. Was mich für ihn dann sehr freut: er lernt, dass manche Begriffe schwieriger sind oder einer weiterführenden Erklärung bedürfen. Er lernt, dass man Begriffe in einem Text markieren kann und somit lernt er implizit eine erste Lesestrategie kennen. Die Rätselseiten sind sprachlich sehr anspruchsvoll und für die Zielgruppe m. E. noch nicht allein zu bewältigen. Man muss teils Lücken in mehrteiligen Worten ergänzen oder „Buchstabensalat“ ordnen. Leseempfehlung: Für neugierige Erstleser*innen mit viel Motivation und/oder Kenntnis der meisten Laut-Buchstaben-Zuordnungen ist dieses Buch als Herausforderung geeignet – also ab Ende Klasse 1 vielleicht und ab Klasse 2 sicher. Für Klassenbibliotheken scheint mir dieses Buch als Stellvertreter für die ganze Reihe sehr geeignet. Sachbücher haben ja einen hohen Aufforderungscharakter und sind beliebt bei den Kindern. Vor allem im inklusiven Kontext dürfte die Lesestart-Reihe auch in den höheren Grundschulklassen einen Platz finden. Vielen Dank an den Duden-Verlag für das Rezensionsexemplar! Beste Grüße, Katha

Rezension: „Digital Cleaning“

Titel: „Digital Cleaning. Informationsflut bewältigen, digital aufräumen und Ordnung halten mit System“
Verlag: mitp (hier klicken)
Autor: Herbert Hertramph
ISBN: 978-3-95845-534-4

 

Zum Inhalt:
Drei große Baustellen spricht Herbert Hertramph in diesem Ratgeber an:
* JETZT aufräumen und strukturieren
* IN ZUKUNFT Ordnung halten und Zeit sparen
* JEDERZEIT Daten sichern und verschlüsseln
In allen drei Bereichen stellt er Grundsätze und Grundlagen vor, worauf zu achten ist. Ergänzt werden diese allgemeineren Tipps durch ganz konkrete Tools und Anwendungsbeispiele aus dem Alltag (Fotobibliothek synchronisieren, Datenbalage für die Steuer etc.). Viele Screenshots verdeutlichen die Anleitungen, so dass man ohne großartige technische Vorkenntnisse einfach nachmachen kann, was man hilfreich findet. Grundsätzlich werden hierbei sowohl Anwendungen und Wege für Windowsnutzer*innen vorgestellt als auch für Menschen, die am Mac arbeiten.

Zwei Beispiele kommen hier:

Filemanager, Dateien benennen
Fotos ordnerweise umbenennen

Meine Meinung:
„Praxisnah und leicht nachvollziehbar“ steht im Klappentext. Das kann ich genau so unterschreiben. Die Praxisnähe fängt für mich bei der klaren Benennung der Kapitel an, denn so kann ich z.B. für mich nicht relevante Kapitel zu Mac-Produkten einfach überblättern. Auch kann ich einen Bereich, in dem ich mich mit meinem System wohl fühle, getrost nur überfliegen oder auslassen. Leicht nachvollziehbar finde ich die Erklärungen ebenfalls und durch die Screenshots der konkreten Beispiele dürfte dies für die meisten Leser*innen zutreffen.
Wie man auf dem Titelbild sieht, ist dies mal wieder ein Buch, das viele Klebezettelchen bekommen hat und somit eines, das noch öfter in die Hand genommen wird, um nach und nach verschiedene Tools auszutesten. Obwohl ich mich als digital durchaus sortiert bezeichnen würde, nehme ich eine Menge Anregungen mit, Neues zu probieren oder meinen Workflow an manchen Stellen zu optimieren.

Leseempfehlung:
Für alle (!), die einen Computer für Arbeit und Privates nutzen, kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen! Es gibt Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene, für Windows- und Applenutzer, für Chaoten und „Vorsortierte“. Herbert Hertramph (das verfolge ich regelmäßig auf Twitter) probiert gern mit Tools herum und kann sehr versiert beurteilen, was tauglich ist und was nicht. Durch die gute Struktur im Buch kann jede*r schnell entscheiden, welche Kapitel gelesen, welche überblättert und welche intensiver bearbeitet werden sollten. 👍🏻

Vielen Dank an den mitp-Verlag für das Rezensionsexemplar und den wahnsinnig netten Kontakt! Danke auch an Herbert für deine vielen kleinen Anregungen, die du regelmäßig auf Twitter mit uns teilst!

Herzliche Grüße,
Katha

Rezension: „Gemeinsam tüfteln statt einsam glotzen“

Titel: „Gemeinsam tüfteln statt einsam glotzen. Clevere Experimente für Kinder und Eltern“
Verlag: Duden (hier klicken)
Autor*innen: Julia Kleeberger, Franziska Schmid, Junge Tüftler gGmbH
ISBN: 978-3-411-77087-8

Zum Inhalt:
Das Buch hat zwei große Teile: die ersten hundert Seiten stehen unter dem Motto „Wissen – die Vorbereitung“. Hier geht es zuerst um die verschiedenen Zugänge zum Tüfteln wie Bauen und Werkeln, Kritzeln und Klecksen oder Screen und Maus. Außerdem werden die an Maria Montessori und Seymour Papert angelehnten Grundsätze der Tüftler vorgestellt und gezeigt, wie Tüfteln und Programmieren zusammenhängen. Ein große Rolle spielt auch die Erkenntnis, das Kreativität etwas dem Menschen Eigenes ist und dennoch im Alltag nicht immer die größte Rolle spielt. Zum Abschluss dieses Kapitels gibt es eine Liste mit Ideen für Material, das zum Tüfteln gesammelt oder angeschafft werden kann.

Der zweite Teil des Buches ist dann die im Untertitel angekündigte Sammlung von „Clevere[n] Experimente[n] für Kinder und Eltern“: los geht es mit einem kleinen Einmaleins der Elektronik, da viele Projekte mit LED-Lämpchen, Summern oder kleinen Motoren funktionieren.
Der erste große Block umfasst dann 32 Tüftel-Ideen „screen off“ (z.B. leuchtende Türschilder, Klackerkäfer, Mumien-Gläser …) gefolgt von 27 Projekten „screen on“ (z.B. mit Scratch oder Stop Motion Studio). In beiden Bereichen geht es vom Einfachen zum Schwierigen: man bekommt Grundlagen vermittelt und dazu dann Anregungen, diese auszubauen und kreativ weiter zu verarbeiten.
Jede Aktivität wird den links zu sehenden Kategorien zugeordnet, so dass man auch gut nach den eigenen Tüftelvorlagen auswählen kann, an was man sich heranwagen mag. Zusätzlich gibt es Angaben zu Zeitaufwand, Personenzahl und Schwierigkeitsgrad.


Hier ein Beispiel, das wir ausprobieren werden in der Adventszeit: Rudolf mit leuchtender Nase:

Das Ende der Anleitung.

Meine Meinung:
„Gemeinsam tüfteln statt einsam glotzen“ ist anspruchsvoller, als ich anfangs vermutet hatte. Es gibt einen nicht gerade kleinen Block mit Input und Hintergrundwissen – genau das unterscheidet aber dieses Buch von den diversen Experimentsammlungen, die mir bislang über den Weg gelaufen sind. Ich bin noch lange nicht „fertig“ mit dem Buch und habe, wie man sieht, noch einige Klebezettelchen drin, die wir (hoffentlich) in der anstehenden dunklen Jahreszeit abarbeiten ausprobieren können. Allerdings muss ich erst noch mal in den Baumarkt und zum Elektrofachhandel und ein bisschen einkaufen. Schade, dass ich mangels Klassenleitung keinen Sachunterricht habe, in dem ich solche Ideen gut umsetzen könnte (z.B. im Rahmen des Themas Strom).

Leseempfehlung:
Wie so oft: sowohl für Eltern als auch für Lehrkräfte kann ich „Gemeinsam tüfteln…“ nur empfehlen. Vor allem denjenigen, die sich bislang eher nicht an technische Aktivitäten gewagt haben – ihr werdet hier quasi an die Hand genommen und im Prozess des Tüftelns begleitet. Ein wenig muss man sicher über den eigenen Schatten springen, vor allem im Bereich des Programmierens vermutlich, aber es dürfte sich lohnen – für Groß und Klein!

Vielen Dank an den Duden-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Herzliche Grüße,
Katha

Rezension: „Der singende Gorilla“ mit Verlosung

IMG_1970Titel: „Der singende Gorilla. Reime und Lyrik für Kinder“
Verlag: Duden (hier klicken)
Autorin: Suli Puschban
Illustrationen: Karsten Teich
ISBN: 978-3-411-77074-8

Zum Inhalt:
Suli Puschban hat hier neben eigenen Gedichten und Gedanken auch mehr oder minder bekannte Texte anderer Autor*innen versammelt. Sie beginnt das Buch im Vorwort mit einem Aufruf dazu, sich Sprache kreativ zu nähern und einfach mal etwas Kreatives zu wagen und berichtet von ihrer eigenen Inspiration durch ihren Deutschlehrer (freut sich doch mein Lehrerinnenherz). Zu manchen Texten gibt es Anmerkungen oder Erklärungen, teils auch weitere autobiografische Hintergründe.
Die Texte reichen von zwei Zeilen bis zu zwei Seiten, so dass sich für jede Laune und Lesekompetenz etwas findet. Die Illustrationen von Karsten Teich sind schlicht, aber lebendig und bieten viel Spielraum für Identifikationsprozesse.

Meine Meinung:
Einige Werke, die ich sehr mag, haben ihren Weg in diesen Band gefunden so wie zum Beispiel Mascha Kalekos „Mein schönstes Gedicht“. Andere Texte kenne ich aus Liedern, die meine Kinder hören. Wieder andere Texte waren mir ganz fremd, so dass es mir schwer fällt, dieses Buch als klassische Gedichtsammlung zu betrachten. Es bietet viel an und lässt viel Freiheit für individuelle Vorlieben. Beim ersten Durchblättern habe ich mich etwas schwer getan mit diesem Werk – aber inzwischen mag ich es sehr gern und habe schon mehrfach darin herumgeblättert; auch, weil ich die Bilder wirklich mag und sie teils wirklich Mut machen.
Ich würde mir allerdings wünschen, dass der titelgebende „singende Gorilla“ eine noch größere Rolle im Buch spielt, als er das durch sein Auftauchen in einigen der Illustrationen tut. So  ist mir nicht ganz klar, woher dieser Sympathieträger vom Titelbild seine Rolle hat.

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Leseempfehlung:
Für Eltern: wer Lust am Spiel mit Sprache hat und seinen Kindern diese weitergeben möchte, hat mit diesem Buch einen guten Begleiter an der Hand. Wer selbst gern blättert, ebenso!
Für Lehrkräfte: wenn ihr abseits von klassichen Gedichtbänden mal etwas Neues für den Unterricht braucht, kann der singende Gorilla für euch gut geeignet sein. Sowohl für den Deutschunterricht, um verschiedene Gedichtformen kennenzulernen, als auch für Klassenstunden oder Religion bzw. Ethik, wenn es um Gemeinschaft oder Gefühle geht. Deswegen gibt es heute mal wieder eine…

Verlosung
Wenn du dieses Buch gern gewinnen möchtest, dann schreibe einen Kommentar mit einem Gorilla-Gedicht – egal ob gereimt oder nicht, ob Elfchen, Rondell oder sonstwas! Am Sonntag, dem 31.10.2021 um 20 Uhr lose ich dann aus, wer das Buch zugesendet bekommt.

Vielen Dank an den Duden-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Die Lama-Gang“

Titel: „Die Lama-Gang. Mit Herz & Spucke“
Verlag: Planet! / Thienemann-Esslinger (hier klicken)
Autorin: Heike Eva Schmidt
Illustrator: Nikolai Renger
ISBN: 978-3-522-50702-8

Zum Inhalt:
Petersilie, Einstein und Vokuhila sind Lamas und leben auf dem Hof von Familie Sonnenschein. Normalerweise unternehmen sie mit Mutter Lisa Wanderungen, die man buchen kann und fühlen sich rundum wohl. Aber dann wird bei Sonnenscheins eingebrochen und weil Vater Knut (selbst Polizist) nicht so recht ermitteln will, stürzen sich sowohl die Töchter Finja und Lilly als auch die drei Vierbeiner in Ermittlungen. Dummerweise müssen sie getrennt ermitteln, da die Lamas zwar die Menschen verstehen, die Menschen aber nicht die Lamas! Vokuhila könnte sogar eine Täterbeschreibung liefern, wenn ihn denn irgendwer verstünde…

Die Lama-Gang schafft es aber tatsächlich, den Einbrecher und Dieb ausfindig zu machen und der Polizei zu übergeben. Wie das gelingt und welche Fehlschläge die drei vorher einstecken müssen, das muss jede*r selbst lesen.

Das Buch ist schwarz-weiß illustriert und zählt etwa 3 Illustrationen pro Kapitel. Nicolai Renger, der auch „Rille“ gezeichnet hat, haucht den drei Lamas und ihren Hausmenschen Leben ein.

Am Ende gibt es noch das Rezept für die bei den Lamas und den Sonnenscheins so beliebten Knabber-Müsli-Stangen.

Meine Meinung:

Nachdem ich schon ein von N. Renger illustriertes Buch rezensieren durfte (s.o.) und seinen Stil sehr mochte, hat mich auch das Cover der Lama-Gang direkt sehr angsprochen. Etwas schade ist es, dass die Illustrationen im Buch eher wenige sind und auch „nur“ schwarz-weiß (aber das ist Meckern auf hohem Niveau). Defintiv schafft Renger es auch bei den drei Lamas, den Charakter einzufangen und die Gangmitglieder in lustigen Situationen darzustellen.

Die Geschichte an sich ist kindgerecht und bietet eine interessante Perspektive. Ermittelnde Tiere sind inzwischen ja keine Seltenheit mehr, aber immer wieder spannende Identifikationsfiguren für Kinder. Die drei Helden dieser Geschichte sind mal tollpatschig, mal nassforsch, mal altklug und mal rührend. Auch die ebenfalls ermittelnde Kinderbande rund um die Sonnenschein-Schwestern muss mit Rückschlägen kämpfen und vermittelt Zuhörern/Lesern dabei, dass auch das völlig ok ist.
Sprachlich finde ich das Buch allerdings recht anspruchsvoll. Die langen Kapitel könnten teils straffere Dialoge enthalten oder kürzere Erklärungen bzw. Beschreibungen. Beim abendlichen Vorlesen habe ich viele Kapitel aus Zeitgründen halbiert. Darunter leidet dann ein wenig das Mitfiebern bei den Ermittlungen. Der Freude über den Erfolg tut das zum Glück aber keinen Abbruch.

Leseempfehlung:
Für Zuhörer*innen ab 6 ist die Lama-Gang gut geeignet. Man muss allerding ein bisschen zeit mitbringen, um mit den Lamas zu ermitteln, so dass Leser*innen eher ab 8-10 Jahren zu finden sein dürften. In einer Schulbibliothek kann ich mir das Buch ebenso gut vorstellen wie im Bücherregel einer kleinen Leseratte.

Vielen Dank an den Verlag Thienemann-Esslinger bzw. PlanetB! für das Rezensionsexemplar und vor allem für das so liebevoll gepackte Bloggerpaket! Es war lecker und gemütlich und hat für viel Freude gesorgt!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „99 seichte Fragen…“

Titel: „99 seichte Fragen für tiefgründige Unterhaltungen zwischen Eltern und Kindern“
Verlag: Duden (hier klicken)
Autor: Ralph Caspers
Illustrationen: —
ISBN: 978-3-411-74745-0

Zum Inhalt:
Ralph Caspers kennen Kinder von „Wissen macht Ah!“ oder der „Sendung mit der Maus“; Erwachsenen ist er aber ebenso bekannt, beispielweise durch „Quarks & Co.“. Üblicherweise ist er es, der Fragen beantwortet und Dinge erklärt. In seinem aktuellen Buch dreht er den Spieß teilweise um: Caspers stellt 99 Fragen, über die man sich allein, gemeinsam, im stillen Kämmerlein oder im Gespräch in größerer Runde Gedanken machen kann. Wer mag, kann Caspers‘ Überlegungen zu den oft philosophischen Fragen auch lesen – entweder vor dem Selberdenken als Impuls oder nach einem Gespräch als Absicherung, Bestätigung oder neue Anregung.

Die Fragenthemen reichen von sehr persönlichen Themen wie eigenen Stärken über gesellschaftliche Zusammenhänge wie Beziehungen und Freundschaft bis zu zeitgeschichtlichen Gedanken zu früher, heute und morgen. Jede der 99 Fragen hat eine Doppelseite: links die Frage, rechts Caspers‘ Überlegungen dazu, die auch immer noch mit vertiefenden Fragen enden. Ein Beispiel:

Meine Meinung:
Ich mag Ralph Caspers und würde mich sowie den Möppel schon als Fans bezeichnen. Letztes Jahr haben wir bei einer Verlosung eine von ihm eingesprochene EInstein-CD gewonnen und gern gehört – deshalb hatte ich hier beim Lesen dauerhaft Caspers‘ Stimme im Ohr… meine Meinung ist deshalb sehr subjektiv, aber das ist Meinung ja immer.

Mir gefällt die Idee, mit Hilfe solch manchmal banal anmutender Fragen miteinander ins gespräch zu kommen. Der Titel empfiehlt die fragen für „tiefgründige Unterhaltungen zwischen Eltern und Kindern“, aber ich ertappe mich bei dem Gedanken, auch mit Freund*innen oder Kolleg*innen mal eine der Anregungen aufzunehmen. Irgendwann, wenn wir wieder öfter wirklich beisammen sein können, probiere ich das mal aus!

Mit meinen Kindern habe ich die ein oder andere Frage schon mal vertieft und bin immer wieder fasziniert, wie und vor allem wie anders als ich sie dann doch oft denken.

Leseempfehlung:
Für alle Träumer*innen, Nachdenker*innen, alle Menschen mit Kindern und alle, die „mit Menschen arbeiten“ würde ich dieses Buch empfehlen und finde, dass die Beschränkung auf Eltern und Kinder der Kraft dieser Denkanlässe nicht ganz gerecht wird. Wer in einer Schule Religion, Ethik oder Vergleichbares unterrichtet, hat sicher auch Freude an den 99 Fragen, so dass hier wieder mal meine Rollen als Mutter und als Lehrerin einen tollen Impuls erhalten haben.

Vielen Dank an den Dudenverlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha