Die 4-Wochen-Schreibaufgabe

Bereits in meinem Vorbereitungsdienst daaaamals hieß es, dass Aufsätze im Sinne der klasischen Aufsatzerziehung (also: jetzt schreiben alle auf Kommando den gleichen Text) verpönt sind. Ich stehe total hinter dieser Auffassung und darf sie ja nun als Fachleiterin auch an meine LAA weitergeben.

Heute möchte ich zwei Ideen mit euch teilen, die in diese Richtung zielen – eine von mir und eine gefundene.

Zuerst die selbst erprobte und für gut befundene „4-Wochen-Schreibaufgabe„. Wie der Name verrät, zieht sich dieses Projekt über vier Wochen hinweg (wenn es organisatorisch rund läuft…). Ziel ist es, dass die Kinder in dieser Zeit, am besten in festgelegten Schreibzeiten, drei Geschichten verfassen, eine davon überarbeiten und zur Bewertung abgeben. Somit kann man leicht mehr Gestaltungsmöglichkeiten in die Hand der SuS legen und dennoch den Zeitraum überschaubar halten. Durch die passende Textformauswahl (also z.B. nur fiktionale Texte schreiben) lassen sich auch die Kriterien = Überarbeitungstipps und das Bewertungsraster einheitlich für alle Ergebnisse nutzen.

Im abgelaufenen Schuljahr gab es für meine Drittklässler folgende Angebote:
4WSA AUfgaben.PNG

Zur Idee Nr. 2 hier mal ein Eindruck meiner Kiste (ganz eays ein Pappkarton mit ein bisschen Gedöns drin):

Begleitet wurden die Kinder in diesen Wochen mit Übungen zum Präteritum, das als Zeit vorgegeben war und Wiederholungen zum Verfassen von Geschichten. Unsere Geschichtenmaus wurde aus dem Schrank geholt und Satzanfänge ergänzt. Auch die geübten Rechtschreibstrategien sollten zum Ende des Schuljahres noch einmal beim Überarbeiten Berücksichtigung finden.
Geschichtenmaus.jpgHier findet ihr die genutzten AB zum Anpassen an den eigenen Bedarf in Word bzw. als pdf-Dateien:
Aufgabenzettel: 4-Wochen-Schreibaufgabe bzw. 4-Wochen-Schreibaufgabe
Bildkarten: MAT 4-Wochen-Schreibaufgabe bzw. MAT 4-Wochen-Schreibaufgabe
Bewertung: 4-Wochen-Schreibaufgabe Raster bzw. 4-Wochen-Schreibaufgabe Raster
Und für alle, die Interesse haben, noch die Zettelchen für die Maus: MAT Geschichtenmaus Zettelchen

Die zweite Idee habe ich im Verfuchsten Klassenzimmer gefunden. Hier wird die ganze Schulzeit über ein Ordner geführt, der als Register alle denkbaren Textarten besitzt und in den die Kinder ihre Texte (mit Hilfe der Lehrkraft) einsortieren. „Verwendete“ Textarten werden im Register farbig markiert, so dass Schüler und Lehrer schnell einen Überblick haben. Wenn ich nochmal eine Klasse einschulen darf, dann werde ich das definitiv nutzen!

Beste Grüße und viel Spaß beim Schreiben(lassen)!
Katha

 

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Rein in die Geschichte

… zu kommen, das fällt vielen meiner SuS oft schwer. Gerade erst habe ich als Ergebnis der Vier-Wochen-Schreibaufgabe mindestens 10 Mal den Start „Es war einmal…“ gelesen, obwohl es gar keine Märchen waren!

Auf Twitter habe ich eben die Idee eines „Mix and match“ auf der Seite flippity.net entdeckt und direkt mal einen spontanen Entwurf für die GS aus der englischen Vorlage gemacht (Screenshot der Seite):
flippity

Mit einem Klick auf das mittlere Zeichen oben mischen sich die Satzteile aus den vier Spalten beliebig und man hat interessante Geschichtenanfänge beisammen.

Hier kommt ihr zu einem (englischen) Tutorial, das ziemlich gut zeigt, wie man dieses Template nutzt. Und hier könnt ihr meinen ersten, unreflektierten, ungetesteten Versuch. Dann noch ein Link zu einer ebenfalls englischen Seite mit weiteren Ideen, um die Kids ans Schreiben zu bekommen.

Viel Freude und herzliche Grüße
Katha

Geschichten planen – Fortsetzung

Unser Padlet zum Planen der Superhelden-Geschichten hat sich schon ein bisschen gefüllt:
Padlet2

Kurz zur Erinnerung – so sind die Spalten erklärt worden (hier der Blogbeitrag):
Padlet

Die Kinder haben die Anwendung der etwas anderen Pinwandform schnell durchschaut (beim ersten Anlauf hatte ich keine Spalten) und begannen erst zögerlich, dann immer motivierter, ihre Ideen zu verschriftlichen.

Ihr seht schon, dass die Beiträge bislang eher kurz sind – daran arbeite ich u.a. durch Kommentare, die zum Erweitern der Ideen anregen. In der vierten Spalte seht ihr, dass eine Schülerin das schon angenommen hat und ihren Zettel erweiterte.

Dadurch, dass ich als Padlet-Ersteller angemeldet war, konnte ich die Zettel der Kinder rechtschriftlich korrigieren, da es ja hier um Inhalte geht. Manchen Kindern konnte ich auch die Korrekturvorschläge direkt sagen und sie setzten sie selbst um.

Neben dem Tippen der eigenen Ideen war vor allem das „Liken“ sehr beliebt. Die Kinder redeten quer durch den Computerraum immer wieder darüber, wer schon wie viele Likes/Herzen hat und wer die vergeben hat. Das möchte ich in der Folgestunde noch versuchen zu unterbinden.

Das Kommentieren wurde bislang kaum und nur vom leistungsstärksten Schüler genutzt – auch hier muss ich noch ein bisschen mehr von den anderen einfordern.

Wenn die Sammlung fertig ist, möchte ich die Stichworte exportieren (oder abtippen) und als Tippzettel allen SuS zur Verfügung stellen, wenn es an das Schreiben geht. Dann werden die Kinder von mir als nächsten Schritt den Erzählplan bekommen, um aus den verschiedenen Ideen einen möglichst konkreten Plan für ihre Geschichte zu machen.

Für heute ist es das mit den Eindrücken aber: Fortsetzung folgt!

Katha

Geschichten planen

Und nochmal Padlet im Einsatz. Die digitale Pinwand kommt morgen mit einem Teil meiner Drittklässler zum erneuten Gebrauch:

Wir werden demnächst verschiedene Geschichten schreiben im Rahmen einer Vier-Wochen-Schreibaufgabe (erläutere ich noch genauer) und die morgige Förderstunde nutze ich mit einem Drittel der Kinder, um nochmal gemeinsam über Texte nachzudenken. So sieht das Padlet aus, das die Kids morgen bekommen:
Padlet

Zuerst darf jedes Kind seine eigenen Ideen aufschreiben, danach auch die anderen kommentieren oder mit einem Herzchen bewerten. Nochmal kurz zur Info: Padlet ist eine in der Basisversion kostenlose Software für PC und als App. Wer eine Pinwand erstellen möchte, muss sich registrieren – Teilnehmer (also in diesem Fall die Kids) brauchen einen Link oder QR-Code, um daran mitarbeiten zu können.

Beste Grüße
Katha

Schnelles Schreibspiel

Ich mag ja Spiele und Aufgaben, die mit keinem oder wenig Material (und gern ohne Kopieren) auskommen. Dieses ist so eins:

Jedes Kind braucht ein Blatt (A5 reicht prinzipiell, Linien sind kein Muss, aber hilfreich). Auf dieses Blatt schreibt es eine Person. Das kann ein Name (nicht aus der Klasse!!!) sein, eine Berufsbezeichnung o.ä. – ich gebe immer ein paar Beispiele. Wer fertig ist, klappt den oberen Rand des Blattes so um, dass man den Namen nicht lesen kann.
Dann werden die Zettel in abgesprochener Richtung weiter gegeben (immer beibehalten). Ohne Nachzulesen (!!!) schreibt nun jedes Kind auf seinen neuen Zettel ein Verb in der 3. Person Singular. Auch hierfür gebe ich immer Beispiele (wie man auf den Bildern sieht, klappt es dennoch nicht immer…). Wieder wird danach umgeklappt und weiter gereicht. So kommen noch eine Zeitangabe, eine Angabe, mit wem und eine Ortsangabe hinzu. Ihr merkt schon, dass das Erklären einfacher wird, wenn die SuS die Satzglieder kennen. Unter Klasse 3 habe ich es bislang noch nicht gespielt.

Nach dem letzten Weiterreichen darf dann jedes Kind seinen Zettel entfalten und lesen, gern auch vorlesen. Es entsteht erfahrungsgemäß ein ziemlicher Bohei, weil die Sätze immer witzig, manchmal auch echt schräg oder blöd sind.

Viel Spaß beim Ausprobieren!
Katha

Beobachtungsbögen & Bewertungsraster

Dieser Blogeintrag wurde speziell für die TeilnehmerInnen bei meinen aktuellen Vorträgen zu „Fachspezifischen Leistungen im Deutschunterricht“ in Niedersachsen verfasst. Natürlich dürfen ihn auch alle LeserInnen aus anderen Bundesländern gern als Inspirationsquelle verwenden.

Hier stelle ich ein paar Bögen zur Verfügung, die ich in meinem Unterricht nutze oder schon genutzt habe, um Kindern Rückmeldung zu ihren Leistungen zu geben bzw. Bewertungen transparenter zu gestalten. Die Bögen sind bewusst alle Word-Dokumente, damit jeder sie sich für den eigenen Gebrauch, mit den eigenen Fachbegriffen und Schwerpunkten oder Kindernamen anpassen kann.

Ein kurzer Abriss, warum diese Bögen für mich wichtig sind:
Wir sind immer dazu angehalten, den SuS transparente Leistunsgerwartungen zu geben. In vielen Fällen geht das m.E. nur mit Hilfe von klaren Kriterien, die den Kindern einen Halt bieten: An was muss ich denken? Was darf ich nicht vergessen? Woran kann ich micht „entlanghangeln“? Wenn nun optimalerweise die SuS Kriterien kennen, die wichtig sind, um eine bestimmte Textform zu verfassen, einen Vortrag im SU gut zu gestalten oder ein Kunstbild zu bewerten, dann folgen daraus zwei Möglichkeiten: LehrerIn und SuS können Rückmeldung geben, wie gelungen das Lernprodukt ist und was überarbeitet werden könnte. Außerdem kann transparent für SuS und Eltern bewertet werden – eine Kunstnote oder auch die Note für einen Text weredn so nachvollziehbarer. Das stärkt auch mich als Lehrerin sehr, da ich beim Bewerten mit Kriterien zu deutlich mehr Neutralität „gezwungen“ bin und auch kleine Erfolge bei schächeren Schülern wertschätzend zurückmelden kann.

Hier also ein paar Beispiele für solche Raster, Bögen oder wie auch immer man sie nennen will:
(wer auf dem Vortrtag war, weiß die Bögen inhaltlich besser zuzuordnen, die anderen dürfen sich ihren Teil denken oder nachfragen…)

Raster Brief

Raster Geschichte überarbeiten allgemein

Raster Überarbeitungstipps Reizwortgeschichte

Raster Reizwortgeschichte

Raster Rückmeldung zur SU-Mappe

Raster SU-Deutschland-Vorträge

Raster Farbkreis

Beste Grüße
Katha

Rückmeldung zu Texten geben – Achtung, digital.

Da ich heute mein halbes Fachseminar (also sechs LAA) zu Gast im Unterricht hatte, habe ich mal was auszuprobieren gewagt:

Die Drittklässler üben gerade das Überarbeiten von Texten durch korrekte Anwendung der wörtlichen Rede, Einsatz von treffenden Adjektiven und Verben aus dem Wortfeld sagen. Im Zuge dessen wiederholten wir heute noch das Beenden von Geschichten, das die Kinder seit dem zweiten Schuljahr kennen. Es ging mir vor allem darum, dass die SuS sich Rückmeldung zu ihren Texten geben.

Erste Überlegungen waren PA mit Hilfe von Haltestellen oder ein Doppelkreis, damit jedes Kind sich mit mehreren anderen über den eigenen Text austauschen kann. Besagter Besuch hat mich dann aber dazu ermutigt, das Ganze mit Padlet umzusetzen:
Padlet

Padlet ist eine digitale Pinwand, die verschiedene Vorlagen bietet. Es gibt die Möglichkeit, Gäste via Link ins Padlet zu holen. In meinem Fall habe ich natürlich auch die Kommentarfunktion aktiviert; die Like-Funktion mit Herzchen habe ich jedoch deaktiviert… #ausGründen
Den Link zum Padlet haben die SuS in einem pdf-Dokument gefunden, das ich ihnen im Klassenaustauschverzeichnis abgelegt hatte – ein Klick darauf führt genau zur gewünschten Website. [Gibt es Bedarf, dass ich hier mal erläutere, wie das funktioniert bzw. wie man solche Dokumente schreibt und ans Kind bringt?]
Schnell verstanden sie anhand meiner beiden Beispiel“zettel“, wie Padlet funktioniert und dass man mit dem + in der Ecke selbst neue Zettel anpinnen kann. Somit ging es schnell in die erste Arbeitsphase (ein zweisätziges Ende zur vorgegebenen Geschichte über unsere Klassenmonster schreiben). Meine LAA halfen hier und da beim Tippen, das noch nicht alle sicher beherrschen…
Ein Schüler entdeckte und probierte am Ende der Phase schon die Kommentarfunktion gefunden und ausprobiert, so dass der Übergang in die Rückmeldungsphase schnell gefunden war. Ich habe dann nochmal daran erinnert, wie man konstruktiv Rückmeldung gibt und einige Formulierungshilfen angeboten. Dann durften die Kinder loslegen und kommentierten die Texte der anderen. Die Ergebnisse seht ihr ausschnittsweise oben.
Für mich zeigen sie, dass viele Kinder sich wirklich mit den kurzen Texten beschäftigt haben und gute Rückmeldung oder Fragen formulieren konnten. Dass man Kommentare aktiv absenden muss, sollte man erklären – daraus resultierten ein paar Unsicherheiten.

Die Reflexion der Kinder war: hat Freude gemacht, man konnte zu allen Texten etwas schreiben, das war wie WhatsApp und WhatsApp mag ich, wir haben alle was zusammen geschafft.

Die Rückmeldung der LAA war: motivierte SuS in beiden Arbeitsphasen, sehr intuitiv zu bedienendes Tool, viel Bemühen um „gute“ Rückmeldung, Sorge dafür, dass zu jedem Text eine Rückmeldung erscheint.

Hier geht es zur Website von Padlet. Man kann nach Registrierung drei eigene Padlets kostenfrei anlegen – mit Lizenz ist die Zahl unbegrenzt. „Liken“ oder teilnehmen kann man an beliebig vielen Padlets.

Da ich eh einen geschrieben habe, bekommt ihr heute auch mal die Verlaufsplanung für die Stunde mitgeliefert. Wenn man nicht sechs LAA zum Helfen da hat, muss man sicher eine Doppelstunde dafür einplanen. 😉

Beste Grüße
Katha