Würfelspiel zu Verbformen

Meine Drittklässler haben sich durch anhaltend recht miese RS-Leistungen einige „Wochen der Rechtschreibung“ eingebrockt. Ich habe gemerkt, dass die bislang angesprochenen und geübten Strategien kaum Anwendung finden und die durchschnittlichen Rechtschreibkompetenzen der Kinder dürftig sind. Somit nun also mal Schwerpunkt auf Strategien wie Weiterschwingen/Verlängern, Ableiten, Merkwörter und Selbstlautlänge…

Diese Woche ging es um die Selbstlautlänge und dabei natürlich um Doppelkonsonanten. Um im Sinne eines Spiralcurriculums die Strategie aufzubauen, arbeite ich zur Zeit mit Verben statt wie zuvor mit Nomen. Die Konjugation von Verben bietet als Gesprächsanlass z.B. die er-Form (rennt), an der man das Wortstammprinzip hervorragend verdeutlichen kann: „rent“ wäre ja prinzipiell richtig, weil auf den kurzen Selbstlaut zwei Mitlaute folgen – es muss aber wegen des Bezugs zum Wortstamm „renn“ dennoch ein doppeltes n haben…

Die Monster der 3b durften heute spielen:
AB Verben
Für meine Förderkinder und einen ganz schwachen Lerner habe ich das Spiel noch vereinfacht: links nur die Personalformen/Namen und rechts in den Verben den Wortstamm rot markiert.
Für schnelle Partnerteams gab es ein neues Spielfeld, auf dem Verben mit Vorsilbe zu konjugieren und dabei natürlich die Vorsilben abspalten.

Alle drei Spielpläne finden sich in dieser Datei: AB Verbformen bilden würfeln

Früher in der Woche haben wir das Wortstammprinzip schon mit Verben geübt, die Merkstellen wie ß oder Dehnungs-h haben. Dabei wurde zwar auch gewürfelt, aber gegeneinander:
UnbenanntDas war der Würfelplan, zu dem es eine große Tabelle gab, in die die erwürfelten Verbformen eingetragen wurden. Jeder Spieler (PA) schrieb mit einer anderen Farbe und bekam einen Punkt für jedes richtige Wort. Wer einen Fehler fand und korrigierte, bekam auch diesen Punkt vom Gegner am Ende dazu.

Dieses Spiel bekommt ihr hier: PA Spiel Verbformen würfeln

 

Es war eine Freude zu sehen, dass mein Wuselhaufen wirklich konzentriert gespielt und gewetteifert haben und vor allem, dass bis auf wenige Ausnahmen alle das Wortstammprinzip einhalten konnten und die Verbformen korrekt schrieben. Weiter so, liebe Monster!

Beste Grüße,
Katha

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App-Tipp für iPads: Miximal

2018-11-18 19.55.59Solltest du an einer Schule arbeiten, an der es iPads gibt, kannst du diese App in der ersten Klasse vielleicht nutzen: „Miximal“ von YATATOY

Ursprünglich für den Möppel heruntergeladen, fiel mir in einem UB vor Kurzem auf, dass die App sich gut in den Deutschunterricht integrieren ließe. Wenn die Kinder verschiedene Silben kombinieren oder Fantasietiere aus Tiernamensilben zusammen setzen, können sie das digital mit dieser App tun.

Wie man sieht, sieht der Spieler zuerst ein dreigeteiltes Bild, das sich aus drei verschiedenen Tieren zusammen setzt. Jedes Körpersegment kann beliebig nach rechts oder links geschoben werden. Drückt man das Play-Zeichen, werden die Silben eingeblendet.
Nur, wenn man alle Teile des gleichen Tiers vereint, beginnt eine kurze Animation mit einer typischen Handlung des Tiers (ist hier schwer zu zeigen, aber ihr könnt es vielleicht erahnen, dass der Pelikan abtaucht):

Pluspunkte: das „wutschen und wedeln“ ist natürlich sehr motivierend und meinen Testobjekten hat das Erlesen der verrückten Tiernamen seeeeehr viel Freude bereitet. Die Lesemotivation steigt und es muss wirklich silbenweise gelesen werden, ohne dass man raten kann.
Der Wortschatz kann erweitert werden. Ist ein Tierbild unklar, sucht man sich mit Hilfe des farbigen Hintergrundes bzw. der Animation das Tier korrekt zusammen und kann seinen Namen erlesen.
Neben Deutsch kann ich auch englisch, spanisch, französisch und italienisch einstellen, wenn daran Bedarf ist.

Minuspunkte: die Silben sind alle in Großbuchstaben abgebildet. Daraus müsste man also einen Gesprächsanlass machen, dass man Namen groß schreibt, wenn verschriftlicht werden soll…
Und: Leider gibt es einmal in der letzten Zeile einen Zweisilber (s.u.). Wer also explizit auf die Silben eingeht, muss auch hier mal drüber sprechen. Ich vermute, dass das auf den englischsprachigen Ursprung der App zurück zu führen ist.

Wer übrigens kein iPad hat, kann auch das gute alte Buch „Kro-gu-fant“ von Sara Ball heranziehen – das funktioniert genau so, nur eben analog.

Beste Grüße,
Katha

 

Herbst + Ferien = Schreibanlass

Tja, so schnell vergehen 16 schulfreie Tage. Erschreckend… Aber noch erschreckender, dass ich nach nur sechs Schulwochen schon so ferienreif war! Wirklich was geschafft habe ich in den Ferien nicht, sondern ziemlich viel gelesen und geschlampert.

Nun ja, morgen wollen die kleinen vielen Monster außer Haus mal wieder versorgt werden und so muss nun eben heute natürlich Schreibtischzeit sein. Das geht gerade zum Glück, denn Möppel und Möppelchen sind nach einer Woche im kinderfreundlichen Hotel und Zeitumstellung heute völlig platt und pennen sich (hoffentlich) fit. Laternen wurden heute schon gebastelt und nachher wird es noch weiter gehen, denke ich.

Damit die 14-Tage-ohne-Lernen-Monster der 3b morgen auch was zu Papier bringen, habe ich eben neben einem Schreibrahmen noch ein par Tippkarten verfasst, die dem ein oder anderen ohne Idee vielleicht einen Schubs für seine Feriengeschichte geben. Da wir noch mitten in den Vorbereitungen für den ersten Aufsatz (Bildergeschichte) stecken, nutze ich das Ferienende zu einer unbewerteten Geschichte, mit der die Kinder hoffentlich wieder eineigermaßen ins Thema „Schreiben“ finden. Wir werden auch auf unsere Geschichtenmaus zurückblicken und die Satzanfänge-Sammlung hängt ja auch noch sichtbar. Und dann bin ich einfach mal gespannt.
Hier die Datei: Herbstliche Geschichtenanfänge
Ich stelle der Kindern frei, ob sie ein wahres oder erfundenes Erlebnis schreiben – vor allem, weil eben viele nichts wirklich Aufregendes erlebt haben aufgrund von finanziellen Problemen in der Familie oder einfach Unlust der Eltern…

Mein Möppel hat ja schon eine ganze Tüte gepackt, die er morgen mitnehmen will. Ich habe ihn schon vorsichtig darauf hingewiesen, dass nicht nur er von den Ferien berichten wil, sondern auch noch andere Kinder 😉

Beste Grüße und einen guten Start in die neue Woche!
Katha

Das Deppenleerzeichen

Kennt ihr nicht? Dann bitte unbedingt mal hier nachlesen: deppenleerzeichen.de!

Die Seite ist unheimlich witzig und traurig zugleich: witzig, weil eine Unmenge an Beispielen aus dem Alltag zu sehen sind, in denen zwischen zwei Wörtern Bindestriche fehlen. Traurig deshalb, weil die Bindestriche fehlen und viele Menschen scheinbar in dem Glauben leben, dass man im Deutschen inzwischen wie im Englischen mehrere Nomen einfach hintereinander reiht.
Dummerweise gehören zu diesen Menschen aber auch unsere Schüler und vermutlich einige ihrer Eltern.

Deshalb eine Bitte an ALLE LEHRER: Achtet auf euch und euer Material! Ich habe in den letzten Wochen beim Stöbern viele Aushänge, Arbeitsblätter und andere Materialien gefunden, die genau solche Deppenleerzeichen beinhalten und ganz vergessen, dass man im Deutschen Nomen eben zusammenfügt, wenn sie zusammen gehören. BITTE habt ein Auge auf dieses Phänomen, damit wir es in unseren Materialien ausmerzen und den Kindern auch schriftsprachlich ein Vorbild sind!

Beste Grüße,
Katha

P.S.: Was ich ausdrücklich nicht meine, ist die Tatsache, dass wir manchmal zusammen gesetzte Nomen mit einem Bindestrich trennen, wenn dadurch ein Wort für die Kinder verständlicher bzw. lesbarer wird. Das ist sogar laut Duden erlaubt.
Es geht mir hier nur darum, dass einfach oft gänzlich die Verbindungen zwischen Nomen fehlen.

Alternative zur Liste

Obwohl (!) ich so ein Listenmensch bin, habe ich heute mal eine ansehnlichere Dokumentationsmöglichkeit für meine Klasse gebastelt: die Lesestraße.
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Eine liebe Kollegin arbeitet seit Jahren mit den hier zu sehenden Lesehäusern als Lesepass: Angefangen bei Nr. 1 bekommt jedes Kind ein Lesehaus und nimmt es mit heim. Für jedes Mal, dass das Kind 10 Minuten vorliest, dürfen die Eltern, Großeltern oder andere Zuhörer einen Stein unterschreiben und das Kind diesen dann anmalen. Ist ein Lesehaus voll, bekommt das Kind eine Urkunde und das nächste Haus.

Seit zwei Jahren probiere ich verschiedene Präsentationsmodelle für den Fortschritt der Kinder aus: das Aufhängen jedes Lesehauses nimmt mir auf Dauer zu viel Platz weg, selbst wenn ich sie auf A5 verkleinert habe. Dann hatte ich sie letztes Jahr ausgeschnitten und an den Fenstern in Reihe aufgehängt – und dann jedes Mal das neueste gegen ein älteres ausgetauscht, damit es nicht zu viel wird.
Nun probiere ich es mit der Lesestraße: 20 cm hoch und 2 Pappen lang kommt sie über ein Sideboard oder an die Pinwand und enthält fix alle bislang vorhandenen Häuser*. In die Steine kann ich nun die Namen der Kinder eintragen, die das Haus fertig haben. So können sie ihren Fortschritt gut bewundern und sich freuen, wenn sie (fast) allein in den hinteren Häusern stehen.

Und nein, genau wie jeder andere Anreiz und Lesepass lesen natürlich auch bei mir nicht alle Kinder regelmäßig zuhause selbst oder vor. Ich werde es dennoch wieder auf dem Elternabend versuchen, möglichst mehr Eltern ins Boot zu holen und sie inkl. Kinder etwas aufzuscheuchen.
Privat hängt mein Möppel auch noch bei seinem zweiten Lesepass fest und ist momentan trotz erster Erfolge bei Antolin nur selten und sehr lustabhängig zum Lesen zu motivieren. Ich kann also absolut nachvollziehen, dass es manchmal nicht so klappt…

* Die Kinder entwerfen gern auch mal ein neues, das dann fortlaufend nummeriert wird. Auch die letzten 3 Häuser sind schon von ehem. Schülern entworfen worden.

Lesebücher und Antolin nutzen

Jedes Jahr vor dem neuen Schuljahr stelle ich für die Kollegen die neuen Antolin-Listen zusammen und lege jedem die für den Jahrgang passende ins Fach. Im Computerraum gibt es zudem einen Antolin-Ordner, in dem neben den Klassenlisten auch die Lesebuchlisten möglichst aktuell gehalten werden.

Mein Ziel ist es, die Kollegen immer wieder ein bisschen zur Nutzung von Antolin zu motivieren und ihnen zumindest das Heraussuchen der Lehrwerkstexte abzunehmen. Ich habe die Liste immer auch neben dem PC in meinem Nebenraum hängen, damit ich in Förderstunden flott sehen kann, was gelesen werden könnte.
So sieht das bei mir für meine Klasse aus:
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Zu den Listen kommt man dank antolin.de selbst ganz fix: wenn man (angemeldet) ein Lehrwerk sucht und die Seite bis fast ganz nach unten scrollt, findet man den Service „Alle Lehrwerkstexte als Excel-Datei“. Daraus kopiere ich mir dann die beiden Spalten mit Titel und Seite und füge sie in mein Word-Dokument ein. Ich arbeite einfach lieber mit Word-Tabellen als in Excel; kompetente Excelianer machen das Selbe vermutlich schneller in diesem Programm…
Dann sortiere ich die Tabelle noch nach den Seitenzahlen, des schnelleren Überblicks wegen und schwupps – ist die Liste fertig.

Falls ihr entweder ein Lehrwerk mit mir teilt oder einfach mal eine Vorlage für die Liste haben wollt, könnt ihr euch hier die mitnehmen, die ich in den letzten Jahren gespeichert habe:
Antolin-Liste für Zebra Fibel
Antolin-Liste für Zebra Lesebuch Klasse 2
Antolin-Liste für Bausteine Fibel
Antolin-Liste für Bausteine Lesebuch Klasse 2
Antolin-Liste für Bausteine Lesebuch Klasse 3

EDIT: Die liebe Yvonne hat mir gestern gemailt und stellt euch noch die Liste für Flex und Flora 3/4 zur Verfügung. Sie hat dort auch schon etwas eingebaut, das ich so ähnlich für meine Schüler auch machen wollte: eine Spalte zum Abhaken, welcher Text schon bearbeitet wurde. Damit möchte ich in diesem Schuljahr in Klasse 3 auch starten, dass die fitteren Leser die Liste von mir bekommen und daheim und in Freiarbeitsstunden selbstständig daran arbeiten können.
Hier also Yvonnes Dateien:
Lehrwerkstexte Flex und Flora 3-4
Lehrwerkstexte Flex und Flora 3-4

Beste Grüße,
Katha

Mit Wortbausteinen Wörter bauen

Irgendwie fasziniert es mich immer wieder, wie viele verschiedene Wörter durch das Zusammensetzen eines Wortstamms mit weitern Wortbausteinen entstehen können. Schon im Vorbereitungsdienst habe ich dazu einen UB gezeigt und in meinen Vorträgen für den Verlag nehme ich sehr gern Beispiele aus dem Bereich der Morphematik.

Nun steht für mich demnächst eine Überprüfung an, damit ich mein momentan kommisarisch bekleidetes Amt der Fachleiterin auch offiziell und unbefristet übernehmen darf. Da ich bislang noch keinen Termin habe und evtl. kurzfristig etwas vorbereiten muss, habe ich mich deshalb entschieden, eine kurze Einheit zu eben den Wortbausteinen zu planen. Die geht dann nur über einige Stunden und kann als Exkurs zusammenhanglos eingesetzt werden. So kann ich jetzt schon mal planen und schreiben und muss mir dann nicht kurzfristig einen Kopf machen. Ein Seminar gilt es dann ja nämlich auch noch „vorzuturnen“…

Zurück zu den Morphemen:
Ich beginne mit der Analyse und somit gemäß der Idee des Spiralcurriculums mit einer Wiederholung aus der zweiten Klasse: wir sortieren Wörter aus verschiedenen Wortfamilien auseinander und erkennen, was die jeweils gemeinsam haben (den Wortstamm). Dann wird es feiner: die Begriffe Vorsilbe und Nachsilbe werden eingeführt und mit vielen Beispielen mit Leben gefüllt. Bis hierhin arbeite ich mit konstruiertem Wortmaterial aus meiner Hand, um wirklich nur das jeweilige Phänomen zu betrachten. Wenn die drei Begriffe sitzen, kommen die Endungen und Fugenzeichen dazu, also diese kleinen Füllbuchstaben, die sich manchmal einschleichen und meist der besseren Sprechbarkeit geschuldet sind.
Nun also erst noch ein paar Übungen zur Analyse dieser vier Bausteine in einer Wortfamilie und dann kommt der Übergang zur Synthese, wo sich die sprachliche Spreu vom Weizen trennt: verwandte Wörter finden…
Ich beginne einfach mit Singular und Plural (z.B. SpielSpiele), mit den Verbformen (z.B. spiele, spielst, spielt, spielen) und den Adjektiven (z.B. spielerisch, verspielt, spielend). Dann dürfen die sprachlich weniger Versierten daran üben und die Fitteren können kreativ werden und weitere Verwandte suchen.

Schon früher habe ich dazu gern Hilfsmittel in Form von Bausteinkärtchen verwendet, die auch wirklich schon oft zum Einsatz gekommen sind. Aufgrund von Alterserscheinungen und diversen Vermisstenfällen musste ich jetzt aber einmal komplett neue Sets herstellen, die mich dann aber sicher wieder durch mehrere Klassen (und Seminare) begleiten werden. So sieht es jetzt aus, nachdem ich im Sonderpostenmarkt auch noch ein paar schöne Behälter gefunden habe:

Bestenfalls schaffen es die Kids in Gruppen, halbwegs systematisch diese Papierschnipsel zu nutzen. Schlechtestenfalls bilden sie Fantasiewörter. Kam beides immer wieder vor in meinen bisherigen Lerngruppen, die seeeehr unterschiedlich waren.
Da ich in der GA mit dem Wortstamm fahr arbeiten werde, werde ich einige dafür unpassende Bausteine rausnehmen (aber nicht alle) und z.B. Vorsilben wie wider ebenfalls, da das die Kids eher verwirrt.

Was ich „nebenbei“ noch wiederhole, ist die Großschreibung der Nomen und woran man erkennt, ob ein Wort ein Nomen ist.

Sollte jemand das Material auch herstellen wollen, stelle ich euch hier die Datei zur Verfügung. Für den Fall, dass ich was vergessen oder einen Baustein verloren habe, ist sie editierbar als .doc: Wortbausteine
Jede Type auf eine andere Farbe drucken – ich habe dickes Papier genommen, dann hält alles länger. Die Wortstammkarten habe ich gefaltet, so dass vorn fahr und hinten Fahr steht – eine kleine Einstiegshilfe bei der Nomenbildung. Die leeren Wortstämme sind für die, die gern zusammen gesetzte Wörter bilden wollen und z.B. noch das rad brauchen, um Fahrrad schreiben zu können.

Einsetzbar ist das Material nach meiner Erfahrung in der dritten und vierten Klasse.

Beste Grüße,
Katha