We proudly present: „Bildungsmagie“

Heute ist ein besonderer Tag für mich, denn heute (15.06.26) geht ein ganz besonderes Herzensprojekt an den Start: Zusammen mit der zauberhaften Maria Kruse (online solo bei Köpfchenkunde) eröffnen wir euch die Welt der Bildungsmagie Podcast, Inspirationen und Fortbildungen rund ums Themenfeld Digitalität – aber ganz speziell für die Grundschule!

Die Idee dazu kam uns auf einem unserer raren persönlichen Treffen 2025, also entweder auf der didacta, der Buchmesse oder einer mobile.schule-Tagung. Wir wollten digital interessierten Lehrkräften etwas anbieten, das sich einfach mal nur auf die Grundschule fokussiert und nicht die Primarstufe immer nur mitdenkt (denn das erleben wir leider bei allen Veranstaltungen und Podcasts mit digitalem Schwerpunkt noch ziemlich oft).

Bildungsmagie soll vorerst drei Säulen bieten:
1. kurze Podcasts mit einer Prise Magie,
2. begleitend dazu Onepager zum Einsatz verschiedener Szenarien und Tools sowie
3. Online-Workshops* für Anfänger:innen und Fortgeschrittene rund um digitales Arbeiten in der GS

Unser Spektrum beginnt bei Tool-Schulungen zum Beispiel für BookCreator oder TaskCards und endet bei Haltungsfragen wie der Diskussion darüber, in welcher Art und Weise Digitales allgemein und KI beispielhaft in der Grundschule ihren Platz finden sollte.

Kleiner Teaser: Unsere ersten Podcast-Themen werden ab heute wöchentlich online gehen: Mit BookCreator ein Schmetterlingsprojekt in Klasse 1 begleiten, die Arbeit mit Audioaufnahmen in der GS, eine besondere (fast schon magische) Lernaufgabe in Deutsch in Klasse 4 sowie eine Klassenpinnwand für den Kontakt mit Eltern. Für danach gibt es grade schon viele Ideen in der Pipeline – wir nehmen aber auch gern eure Anregungen und Themenwünsche auf!

Wieso Bildungsmagie?

… die Bildung: Wir sind beide seit mehr als 20 Jahren in der Schule und haben verschiedenste Positionen ein- und Aufgaben angenommen. So bringen wir neben der reinen Unterrichtstätigkeit auch die Schulleitungsperspektive und die Sichtweise der Lehrkräfteausbildung mit. Fortbildungen, Webinare und Workshops bieten wir auch nicht erst seit gestern an. Ihr dürft euch also auf eine große Bandbreite an Expertise freuen und immer gern auch selbst Themen vorschlagen.

… die Magie: Außerhalb unserer Leidenschaft für (digitale) Schulentwicklung sind wir beide absolute Potterheads und tief verwurzelt in der magischen Welt. Nicht umsonst heißt die Bildungsmagie Bildungsmagie. Unser Logo und Design sind ebenso magisch inspiriert. So ungefähr stellen wir uns die Herkunft unserer magischen Feder vor:

Ich freue mich, wenn ihr euch mal auf unserer Seite besucht, in den Podcast reinhört und natürlich wie immer gern Likes oder Kommentare da lasst! Ihr findet uns online hier:

🎧 Podcast bei Spotify & Podcast bei Apple Podcasts

💻 Homepage Bildungsmagie

📱 Bildungsmagie bei Instagram

Ich freue mich wahnsinnig auf dieses Projekt und hoffe, einige von euch treuen Leser:innen dadurch auch mal persönlich in einem Webinar* kennenzulernen.

Katha

* Start nach den Sommerferien

Seminarblog: Kooperative Lernformen

Guter Unterricht, egal in welchem Fach, findet in wechselnden Sozialformen statt. Einzelarbeit (EA), Frontalunterricht und/oder Direkte Instruktion haben dabei ihre Berechtigung, dürfen aber nicht die alleinige Unterrichtsform sein. Viele (alle?) Lehrkräfte setzen auch kooperative Sozialformen in ihrem Unterricht ein. Nicht immer sind dabei jedoch wirklich kooperative Lernformen (kL) im Einsatz, denn deren Definition geht weiter. Heute nehme ich euch deshalb ein bisschen mit in unser aktuelles Seminarthema.

Norm und Kathy Green haben in Deutschland das Thema „Kooperatives Lernen“ bekannt gemacht. Ihre Publikationen sind ebenso lesenswert wie z.B. diese beiden Bücher, die Schritte zum kooperativen Lernen aufzeigen und konkret für die Grundschule geeignete Methoden vorstellen. Ein paar Links habe ich ganz unten auch noch für euch gesammelt.

Was man bedenken muss: Partnerarbeit (PA) oder Gruppenarbeit (GA) sind nicht automatisch kooperative Lernformen, sondern grundätzlich erst einmal Sozialformen und somit auf der Ebene der Sichtstrukturen* anzusiedeln. kL gehen weiter und basieren auf fünf Merkmalen:
1. Positive Abhängigkeit – jedes Kind muss einen Beitrag leisten, damit die Gruppe erfolgreich sein kann; dafür kann es auch verschiedene Rollen geben.
2. Unterstützende Interaktion – in Form einer klaren Aufgabe als Grundlage, Unterstützung durch die Lehrkraft und unter den Schüler:innen.
3. Individuelle Verantwortlichkeit und Verantwortlichkeit für die Gruppe – Schüler:innen lehren quasi Schüler:innen, die Lehrkraft beobachtet sie dabei; nur möglich in kleinen Gruppen.
4. Angemessene Kommunikation / Soziales Miteinander – damit die Schüler:innen gut miteinander arbeiten und kommunizieren können, müssen sie koopeartiv arbeiten und dies immer wieder üben; Stichwort: positive Fehlerkultur.
5. Bewerten in Gruppen / Reflexion des Arbeitsprozesses – dies geschieht durch Reflexion innerhalb der Gruppe sowie durch Feedback der Lehrkraft.

Dazu kommen zwei Prinzipien: Erstens die sog. Sichere Lernumgebung. Es leuchtet ein, dass Kinder sich nur in eine Abhängigkeit von ihrer Gruppe begeben können und sich intensiv engagieren, wenn sie keine Bloßstellungen, Repressalien oder sonstiges befürchten müssen. Auch die Zusammenarbeit mit allen anderen Kindern, die der Einsatz von kL zwangsläufig mit sich bringt, setzt eine gute Beziehung unter den Kindern und zur Lehrkraft voraus. Hier sind wir dann auf der Beziehungsebene – da wird erkennbar, warum wir bei kL auch von Tiefenstrukturen* sprechen.
Zweitens das methodische Grundprinzip think-pair-share, neudeutsch und kinderfreundlicher auch ich-du-wir-Prinzip genannt. Es besagt ganz einfach, dass zuerst selbst und allein nachgedacht wird (ICH), um die eigenen Gedanken zu sortieren und genügend Zeit zum Eindenken zu haben. Erst danach, wenn beide/alle Kinder mindestens eine Idee oder Lösung gefunden haben, geht es in den Austausch (DU), z. B. im Lerntempoduett in Form einer Haltestelle. Zuletzt wird dann präsentiert, sortiert, gemeinsam geschlussfolgert und reflektiert (WIR). Entfällt die erste Phase, sind langsamer denkende Kinder schon früh im Lernprozess abgehängt und können nicht von der kL profitieren.

Meine Zusammenfassung der Prinzipien und einiger für mich in der GS sinnvoll nutzbarer kL sieht so aus:

Die unten in der Grafik gesammelten Methoden sind unterschiedlich komplex und reichen von der Partnerfindung (Verabredungskalender) über Ideensammlung (Placemat, Mindmapping) bis hin zu Präsentation und Dokumentation (Gallery Walk, Graphic Organizer). Alle habe ich mehr oder minder intensiv mit Grundschulkindern ausprobiert und manche sind in den Alltag übergegangen (Haltestelle, Rollenkarten, dig. Pinnwand, Murmelphasen).
Wie immer bei der Einführung neuen Methoden gilt:
– Schau, welche Methode zum geplanten Ziel passt!
– Neue Methoden an weniger wichtigem Inhalt ausprobieren, wichtige Inhalte mitbekannten Methoden erarbeiten!
– Gib nicht auf! Es wird garantiert Rückschläge geben, die aber meist tolle Lernchancen beinhalten!

Wer sich nochmal grundlegend einlesen möchte, der findet bei der ZUM eine gute Basis: „Kooperatives Lernen“ (ZUM Deutsch lernen)
Verschiedene Methoden für verschiedene Zwecke wurden hier gesammelt: „Welches Arrangement nutze ich wann?“ (Green-Institut)
Ein spannendes Interview könnt ihr hier lesen: „Wie kann kooperatives Lernen gelingen?“ (Deutsches Schulportal)
Meine Hörempfehlung ist die Episode „Kooperatives Lernen“ aus dem Podcast Psychologie fürs Klassenzimmer von benedikt Wisniewski.

Mit diesen Empfehlungen schließe ich meinen heutigen Versuch eines Überblicks und kann nur jede:n von euch ermutigen, sich wieder (mehr) an kooperative Lernformen heranzuwagen. Die Kinder können das, wenn man sie gut hinleitet und dran bleibt!
Katha

* Zu Sicht- und Tiefenstrukturen empfehle ich gern dieses Video von Michael Mittag.