Sprechende Bilder (mit QR-Codes)

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2020-01-21 13.05.54Eine liebe Kollegin im zweiten Schuljahr hat ein klassisches Thema mit ihren Schützlingen angepackt: Das Gedicht „Ich male mir den Winter“ von Josef Guggenmoos. Ich traf sie, wie sie die Bilder in unserer Halle ausstellte und wir bewunderten sie gemeinsam. Als sie mir erzählte, dass die Kinder das Gedicht auch vorzulesen geübt hatten, schlug ich vor, eben dieses Vorlesen aufzunehmen und mittels QR-Code auf die Bilder zu kleben, so dass die Eltern mit ihrem Smartphone den Kindern zuhören können. Da die Kollegin begeistert von der Idee war und wir ja gerade frisch zwei iPads an die Schule bekommen haben, war fix ein Date gemacht, um die Aufnahmen zu machen.

Für die Aufnahmen nutzten wir eine App, die ich erst vor Kurzem entdeckt hatte: chirp.qr. Hiermit kann man…
– intuitiv Sprache aufnehmen (Vögelchen antippen startet und beendet die Aufnahme),
– das Aufgenommene zur Kontrolle anhören und
– dann direkt einen QR-Code erzeugen und speichern.
Kleiner Tipp für den mehrfachen Einsatz wie in unserem Fall: man gibt den Codes beim Speichern zwar Namen, aber die tauchen beim Exportieren der Bilder nicht auf. Also Reihenfolge der Sprecher notieren – handschriftlich oder in einer Notizen-App (in die man zur Sicherheit auch die Codes einfügen kann).

Was wir nun also gemacht haben? Mit den beiden vorhandenen Tablets haben wir uns in zwei ruhige Räume verzogen und nach und nach alle SuS das Gedicht vorlesen lassen. Jede Aufnahme wurde in einen QR-Code umgewandelt und gespeichert. In Ermangelung eines USB-Lightning-Speichersticks und eines WLAN-Druckers habe ich die Codes dann via AirDrop an mein iPhone übertragen und von dort an meine Schuladresse gemailt. Dann waren die Codes flott ausgedruckt. Zuletzt wurde jeder Code auf das dem Kind gehörende Bild geklebt und schon hat man Zeichnung und Sprache verbunden. Für interessierte, aber nicht so erfahrene Techniknutzer habe ich eine kurze Anleitung für die QR-Codes zu den Bildern gehängt (s. Foto).

Hier könnt ihr mal anonym in zwei Aufnahmen hineinhören. Dabei wird auch ganz gut die Bandbreite der Leseleistung deutlich. (Einige Kinder haben auch nur die erste Strophe eingelesen…).

Für uns ein sehr rundes kleines Projekt, für das sich sicher viele Kunst-Themen oder Lesestücke eignen. Gerade bei dem Gedicht, das die Kollegin ausgewählt hat, passt das Vorgehen einfach toll, denn der Text beschreibt ja exakt das Gemalte bzw. das Gemalte richtet sich nach dem Text des Gedichts.

Beste Grüße
Katha

Rezension: „Atlas Obscura Kids Edition“

2020-01-08 15.18.04Titel: Atlas Obscura Kids Edition Entdecke die 100 abenteuerlichsten Orte der Welt!
Verlag: Loewe (hier klicken)
Autoren: Dylan Thuras, Rosemary Mosco
Illustrationen: Joy Ang
ISBN: 978-3-7432-0540-6

Zum Inhalt:
In diesem Buch werden 100 Orte vorgestellt, die jeder auf seine Art sehr besonders sind. Größte, tiefste, älteste, geheimnisvollste und andere Plätze kann man kennenlernen – von Tonkriegerarmeen über leuchtende Höhlen bis hin zu einem Blumensamentresor ist vieles fast Unglaubliches dabei. Auf jeder Doppelseite werden zwei Orte vorgestellt, die zwar im jeweils gleichen Land liegen, dennoch aber ziemlich unterschiedlich sind. Es gibt immer oben links eine geografische Einordnung und einen ganz kurzen Abriss zu Größe, Einwohnerzahl, Sprache und es gibt immer eine kleine Verknüpfung zur nächsten Doppelseite in Form einer Reiseempfehlung unten rechts.
Jeder besondere Ort ist ganzseitig illustriert, wobei die Farbwahl insgesamt dem geheimnisvollen Touch des Buches angepasst ist.

Auf der Internetseite www.atlasobscura.com kann man digital weitere Reisen machen – allerdings nur englischsprachig.

Meine Meinung:
Der Atlas Obscura ist wahnsinnig spannend und interessant – aber für die Zielgruppe („Mädchen und Jungen ab 8 Jahren“) schon sehr anspruchsvoll. Meinem Sohn (8) gefällt das Buch sehr gut und er hört sich Abend für Abend eine Doppelseite staunend an. Gemeinsam im 1:1-Gespräch versuchen wir dann, die Orte auch einzuordnen, aber den geografischen Überblick hat er eher noch nicht. Zart besaitet darf man auch nicht sein, da es durchaus auch mal um Mumien oder Bestattungsrituale geht.
Die Auswahl der Orte gefällt uns beiden. Sie ist sehr abwechslungsreich und interessant. Die Bilder helfen oft beim Verstehen der doch recht kompliziert formulierten Texte, manchmal zeigen sie auch weiterführende Informationen.
Warum es bei der Reise so sprungahft zugeht, hat sich mir nicht ganz erschlossen (s. Bild) – vermutlich liegt das an der o. erwähnten inhaltlichen Verknüpfung der Orte.
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Leseempfehlung:
Zum Vorlesen und gemeinsam darüber Reden ist der Atlas Obscura auffassungsstarken Achtjährigen durchaus zuzutrauen; ich sehe die Zielgruppe aber eher bei etwas älteren Kindern, die auch schon eigene Nachforschungen anstellen wollen bzw. gezielt nach Informationen suchen.
Im schulischen Kontext kann ich mir das Buch eher als Inspirationsquelle vorstellen. Wenn es im Sachunterricht um „die Welt“ geht, könnte sich z.B. jedes Kind einen Ort aus dem Atlas aussuchen und dazu weiter recherchieren, um ihn dann der Klasse vorzustellen. In der Klassenbücherei einfach nur zum Stöbern ist es aber auch nicht schlecht aufgehoben, da die einzelnen Artikel ja nur je eine Seite umfassen und man so in kurzen Lesezeiten nicht den inhaltlichen Lesefluss stört.

Vielen Dank an den Loewe-Verlag für das Rezensionsexemplar! Es hat einen wichtigen Platz im Kinderzimmer meines Großen gefunden und ist immer wieder die Gutenachtlektüre der Wahl.

Beste Grüße,
Katha

Thementag „Medienkonzept“

Wie viele andere Schulen auch, befinden wir uns momentan mitten in dem Prozess, ein Medienkonzept zu verfassen. Gerade haben wir (Steuergruppe und Mediengruppe) dazu einen „Thementag“ als SchiLf bzw. Pädagogischen Tag durchgeführt. Hier kommen daraus ein paar Eindrücke.

LesespielZum Start haben wir mit allen KuK ein Reaktions-Lesespiel* durchgeführt. So ging es ein bisschen lockerer los als mit dem direkten Input und wir haben schonmal ein paar Argumente ausgetauscht. Die Idee, solch ein Lesespiel auch außerhalb von Unterricht durchzuführen, kommt vom letzten LAA-Jahrgang, die eines bei ihrer Verabschiedung aus dem ZfsL einsetzten. Hier gibt es die Vorlage zum Lesespiel Aufwärmen – je nach Personenzahl müsste man es verlängern oder kürzen…

MK1Der eigentliche Beginn war dann ein Inputvortrag von mir, in dem ich die Begründung für die Arbeit dargestellt habe und warum ich dieses Konzept anders als diverse andere Konzepte und Arbeitspläne, die wir in den letzten Jahren schreiben mussten, sinnvoll finde. Kritisches und die erwartbaren Widerstände sind darin direkt eingeflossen, um nicht zu euphorisch und dadurch realitätsfern zu wirken. U.a. hier:

Inhalt war neben demMedienkompetenzrahmen NRW als Pflichtteil auch das SAMR-Modell, um eine leichte theoretische Unterfütterung des größtenteils praktischen Tages zu gewährleisten.
SAMR_BadDiese Visualisierung des Modells von Ruben Puentedura gefällt mir deshalb so gut, weil die zurückhaltenden KuK sehen können, dass sie sich gar nicht sofort „ganz in die Tiefe“ der Digitalität begeben müssen, sondern auch erstmal ein wenig unter die Oberfläche schauen können. Wichtig allerdings ist, dass man sich bewegt und nicht am Rand stehen bleibt!

Nach dem Input hatten wir einen „Digitalen Klassenraum“ ausgebaut: es gab verschiedene Angebote zum Ansehen und vor allem Ausprobieren.
> BeeBots – kleine gelbe bienenfärmige Roboter, deren Laufweg man programmieren muss
> eine Übung, bei der Satzglieder im Textverarbeitungsprogramm markiert und verschoben werden
> die digitale Version unseres Deutschlehrwerks
> die App Anton
> unser digitales Aufnahmegerät
> eine Präsentationskamera (aka Visualizer) und eine tote Biene zum Heranzoomen
> eine Sortierübung zu den Wortarten erstellt mit Learningapps

Eifrig wurde hier niederschwellig getestet und besprochen. Im Anschluss gab es drei etwa 20minütige Probierangebote, die die KuK in 4er-Gruppen nacheinander besuchten:
> mit BookCreator am Tablet eine Zahlvorstellung herstellen
> mit den Calliope Minis am PC erste kleine Programmierungen versuchen
> (allein) den Link zu einem Padlet öffnen und darin eine Geschichte planen (s. alter Blogeintrag)
Daran schloss sich ein Austausch an über Erlebtes, Festgestelltes, Schwierigkeiten und Wünsche.

Am Nachmittag ging es dann in den (z. T. erweiterten) Fachkonferenzen darum, fachbezogen konkrete Ideen zu sammeln und diese dem MKR zuzuordnen. Es gibt ein tolles sehr großes Poster des MKR, auf dem wir dann jede Idee als Klebezettelchen dokumentieren konnten. Jedes Fach hatte eine eigene Klebezettelfarbe bekommen, um später die Übersicht zu erhalten. Der Arbeitsauftrag beinhaltete das Wünschen und Fantasieren. Wie vielen anderen Schulen auch stehen wir ja vor dem Spagat, den Einsatz von Medien in unseren Unterricht zu implementieren, die viele von uns nicht kennen/nutzen. Deshalb sollten alle Ideen notiert werden unabhängig von ihrer Realisierbarkeit und den technischen Mitteln.
Nun stehen wir vor dem nächsten Schritt: Die Zettelchen müssen ausgewertet und ggf. nachsortiert werden, damit dann daraus eine Art von Mediencurriculum für unser Medienkonzept werden kann.

Abgeschlossen wurde der Tag mit einer Zielscheibenumfrage mit oncoo, einem Tool des Studienseminars Osnabrück. Hier gab es fünf Fragen zur eigenen Haltung gegenüber Medien und wie sich diese evtl. am Päd. Tag verändert hat.

Es war ein sehr spannender Tag für mich als sehr medienaffine und -sichere Lehrerin, die sich in manche Bedenken erstmal selbst eindenken musste. Ich wünsche mir, dass wir einen Prozess anstoßen konnten nicht nur einen weiteren „toten“ Papiertiger namens Medienkonzept schaffen…

Tschüss!
Katha

* Für diejenigen, die damit (noch) nichts anfangen können, habe ich in diesem alten Blogeintrag mal die Funktion beschrieben.

Rezension: „Unterrichtsbesuche, Hospitationen und Lehrproben“

2019-11-17 14.09.36Titel: „Unterrichtsbesuche, Hospitationen und Lehrproben – ein Leitfaden für Studium, Referendariat und Lehrerpraxis“
Verlag: Europa Lehrmittel (hier klicken)
Autor: Dr. Heiko Reichelt, Gerald Wenge
ISBN: 978-3-8085-2144-1

Zum Inhalt:
Vom Studium über das Referendariat bzw. den Vorbereitungsdienst bis zur Prüfung – die Autoren beschreiben die Bedingungen und Besonderheiten der verschiedenen Unterrichtshospitationen. Es gibt Checklisten, Leitfragen und Stolpersteine, die in der Vorbereitung und Durchführung zu bedenken sind. In allen Phasen werden Hinweise zur Planung gegeben, die Stundendurchführung und die Nachbesprechung thematisiert.
Auch Hospitationen im späteren Lehrerleben und der Perspektivwechsel vom Hospitierten zum Hospitierenden werden einbezogen.
Es wird sehr deutlich, inwiefern sich die Ansprüche und der Zweck von Hospitationen, Unterrichtsversuchen bzw. Unterrichtsbesuchen unterscheiden und wie der Anspruch an Unterrichtende im Laufe der Ausbildung steigt.

Meine Meinung:
Zu keiner Zeit hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass die Autoren nicht intensiv an den beschriebenen Hospitationen teilgenommen und sie ausführlich untersucht hätten. Es wird hervorragend deutlich, wie sich die Situation für den Unterrichtenden darstellt und wie er sich möglichst gut darauf vorbereiten kann. Die Verknüpfung der verschiedenen Phasen der Ausbildung finde ich besonders gelungen, da so die Ähnlichkeiten klar werden und doch bewusst wird, wie der Anspruch steigt.
Das wird unterstützt durch den analogen Aufbau der Kapitel (Planung-Durchführung-Reflexion) und sinnhafte Schaubilder, da wo sie helfen können.
Vor allem zum Beginn der schulpraktischen Ausbildung vor den ersten Unterrichtsbesuchen hätte ich mir diesen Leitfaden gewünscht. Aber auch gerade jetzt, wo ich wieder neue LAA im Vorbereitungsdienst ausbilden darf, hilft mir das Buch bei der Fokussierung und Erinnerung an diese vielen kleinen Aspekte, die ich eigentlich kenne und doch manchmal aus dem Blick verliere. Eine gute BEsinnungshilfe für den Alltag in der Lehrerausbildung.

Leseempfehlung:
Ein Buch für die gesamte Lehrerausbildung!
– Wer sich diesen Leitfaden im Studium anschafft, hat noch Jahre lang etwas davon.
– Aber auch im Referendariat ist er eine lohnenswerte Lektüre.
– Nicht zuletzt hilft er auch Menschen wie mir, die eine Fachleitung/Seminarleitung o.ä. in der Lehrerausbildung übernehmen, sich noch einmal grundlegend mit dem sensiblen Thema von Beratung und Bewertung ausgehend von Hospitationsstunden zu beschäftigen.
Für alle gilt das Versprechen vom Klappentext: „So gehen Sie bestens vorbereitet in Unterrichtshospitationen und Lehrproben.“

2019-11-17 14.09.50

Vielen Dank an Gerald Wenge für das Rezensionsexemplar, das nun in die Seminarbibliothek wandert, um auch andere schlauer zu machen!

Beste Grüße,
Katha

Rezension: „Fips will keine Schildkröte mehr sein“

Fips (1)Titel: „Fips will keine Schildkröte mehr sein“
Verlag: KaleaBook (hier klicken)
Autorin: Simone Gruber
Illustrationen: Jacqueline Kauer
ISBN: 978-3-906234-09-0

 

Zum Inhalt:
Fips ist eine Schildkröte und findet es langsam ziemlich langweilig: immer nur in der Sonne liegen und dann auch noch den schweren Panzer mitschleppen…
Zum Glück trifft Fips aber den munteren Hasen, der einem Tausch nicht abgeneigt ist. So tauschen die beiden Fell gegen Panzer und erleben nun, wie es in der Haut des jeweils anderen so ist. Schnell merkt Fips, dass das Hasensein als „Fellkröte“ sehr gefährlich ist und tauscht noch einmal, später dann noch mit einem dritten Tier. Jedes Mal aber merkt die kleine Schildkröte, dass alle mit ihren Problemchen zu kämpfen haben – leichte Beute zu sein bzw. gejagt zu werden ist auf die Dauer echt anstrengend.

Letztendlich finden die vier Tiere der Geschichte aber eine Lösung, mit der sie alle zufrieden sind.

Im Buch findet man am Ende einen Anzieh-Fips, also eine stabile Pappseite mit einer Ausschneideschildkröte und diversen Outfits, die diese in alter Anziehpuppenmanier passen. Weitere Vorlagen gibt es online zum Download, so dass auch Geschwisterkinder oder alle Kinder einer Gruppe/Klasse eine eigene Puppe haben können.
Fips (2)

Meine Meinung:
Die Geschichte von Fips beginnt mit einem Thema, das vielen Kindern sehr nah ist: Aspekte des eigenen Lebens oder der eigenen Persönlichkeit stören mich und ich bin unzufrieden oder sogar traurig. Ich wünsche mir, jemand anderes zu sein, mehr zu dürfen/können, anders auszusehen etc.
Die meisten Menschen, auch und vor allem Kinder, können mit Fips mitfühlen und die kleine Schildkröte auf ihrem Weg begleiten. Fips kann etwas, dass wir nicht können: er schlüpft in eine andere Haut. Er merkt aber auch, dass das Gras drüben vielleicht doch nicht immer grüner ist. Hier wird viel Wertearbeit betrieben, ohne den mahnenden Zeigefinger zu heben. Das macht das Buch für mich sehr liebenswert und zu einem unverzichtbaren Bestandteil unseres Familienbücherregals. Ein Lebensmotto kann man, wenn man will, mitnehmen:
Fips (4)

Was mir und meinen Kindern (4, 8) neben der lustig erzählten Geschichte sehr gut gefallen hat, sind die Illustrationen von Fips und den anderen Tieren und die Hintergründe, die einige kleine Überraschungen zum Entdecken anbieten. Toll finde ich es auch, dass je nach Situation mit der Schriftgröße, -art und -farbe gearbeitet wird. Die Aussagen der Tiere sind in einer für sie passenden Farbe gedruckt, Lautmalereien werden so hervorgehoben.

Aus der fachlichen Ecke der Deutschdidaktikerin möchte ich noch hervorheben, dass „Fips will keine Schildkröte mehr sein“ sehr repetitiv aufgebaut ist. Jede Begegnung läuft nach dem gleichen sprachlichen Muster ab, so dass die Zuhörer schnell auch schon Teile mitsprechen können. Im Sinne des sprachsensiblen Unterrichts sind Bilderbücher mit solchen aus dem Fremdsprachenunterricht bekannten „repititive structures“ meine Favoriten.

Leseempfehlung:
Als Vorlesebuch ist Fips‘ Geschichte ab etwa drei Jahren geeignet; die Anziehpuppe unterstützt hier handelnd das Verständnis der Geschichte. Tiefergehende Gespräche über die eigene Persönlichkeit, Wünsche und Nöte kann man ausgehend von diesem Bilderbuch sicher bis ins Jugendalter noch führen – die Zielgruppe liegt aber m.E. bei Vor- und Grundschulkindern.

In der Grundschule kann ich mir Fips deshalb auch hervorragend vorstellen: In Ethik oder Religion, in Klassenstunden etc. wäre das Gespräch über die eigenen Fähigkeiten, was man gern mal wäre/könnte und warum man doch gern man selbst ist, gut mit der gelangweilten kleinen Shcildkröte anzustoßen.
Im Fach Deutsch fände ich es einen ganz tollen Schreibanlass, Fips noch ein anderes Tier treffen zu lassen, so dass sich ein neuer Name für die Schildkröte, Fellkröte, … ergibt und welche Nöte Fips dann wohl erleben könnte. Ein ganzes Klassen-Geschichten-Buch kann so entstehen, an dessen Ende dann wieder die Lösung des Problems aus dem Buch stehen würde.

Vielen Dank an den schweizerischen Kalea-Verlag für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Zeitgemäßes Lernen: #lernparade

Bob Blume hat im #Twitterlehrerzimmer und auf seinem Blog zu einer Blogparade zum Thema „Zeitgemäßes Lernen konkret“ aufgerufen. Ich versuche mich an einem (subjektiven) Beitrag in meiner Rolle als Fachleiterin, die angehende LehrerInnen ausbilden darf.

Zum Hintergrund für meine Überlegungen: In den letzten Jahren habe ich in meiner Doppelrolle als einfache Lehrerin und eben Ausbilderin für Lehrkräfte verschiedene Fortbildungen mit dem Schwerpunkt auf Mediennutzung und -einsatz in Schule besucht. Ich bin seit einem Jahr bei Twitter und folge dort dem mediendidaktischen Diskurs, so dass ich mich einigermaßen informiert fühle über das, was nötig und wichtig wäre. Ich habe mir angwöhnt, auf längeren Autofahrten Podcasts zu hören, die ebensolche Themen im Gespräch behandeln. Ergo: Ich habe „Bock auf Medien“ und darauf, sie auch gewinnbringend in der Schule oder im Seminar einzusetzen (und nein, ich habe nicht „Mehrwert“ gesagt!).

Nun das große ABER: es gibt Hürden! Nicht immer habe ich die technische Ausstattung beisammen, die ich für ein gewünschtes Projekt benötigen würde*. Nicht immer „funktioniert das Internet“. Nicht immer machen die Tablets, was sie sollen. Nicht immer verstehen SuS bzw. LAA, was ich plane, bezwecke… Nicht immer treffe ich auf positive Verstärkung unter KuK – mal werde ich bewundert, mal belächelt, aber weiter bringt es das System der eigenen Institution nicht immer.

Diese ABERs sind durchaus leider nicht unbegründet. Sie beziehen sich jedoch ausschließlich auf den Einsatz von Medien im Unterricht und postulieren so, dass zeitgemäßes Lernen zwangsläufig mit Medieneinsatz zu tun hat. Hier würde ich für mich eine Abgrenzung vornehmen:
Ja, ich denke, dass Medien in einem zeitgemäßen Unterricht einen wichtigen Platz haben. Aber nein, zeitgemäßer Unterricht muss nicht immer mit Medien umgesetzt werden!
Zeitgemäß bedeutet für mich, dass sich LuL im Sinne der Schüler- und Lebensweltorientierung mit der aktuellen Situation ihrer SuS auseinandersetzen und überlegen, was diese in der Schule lernen sollten und wie. Also eigentlich grundlegende Didaktik, wie sie mir im Studium beigebracht wurde. Da die aktuelle und zu 99% auch die zukünftige Lebenswelt der heutigen SuS eben sehr digital geprägt ist, muss natürlich das Digitale eine Rolle in der Schule spielen.

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Symbolbild: Es wird noch viel Wasser den Fluss hinunterfließen, bis sich etwas ändert…

Viele LuL tun das Thema gerne ab, indem sie die SuS als „digital natives“ bezeichnen und feststellen, die könnten ja digital eh deutlich mehr als sie selbst. Zweiteres trifft m.E. durchaus in einigen Fällen (leider) zu, aber ersteres finde ich problematisch. Ich habe selbst oft beobachtet, dass zwar basale digitale Kompetenzen vorhanden sind, sich diese aber bei Lernenden oft auf Anwendung und Bedienung beschränken. Vielfach fehlt eine Einsicht in die Algorithmik der Angebote, Apps etc. und aufwändigere Anwendungen werden gescheut, so dass viel Potenzial verloren geht.

Es hört sich vielleicht blöd an, aber für mich bedeutet zeitgemäßes Lehren und Lernen, dass Lehrkräfte nichts Neues „obendrauf packen“ auf ihren Fächerkanon, sondern überlegen, wie sie die verpflichtenden und/oder wichtigen Inhalte methodisch und medial so verpacken, dass die SuS möglichst viel davon mitnehmen können. Bestenfalls tun die LuL das gemeinsam in ihrem PLN an der Schule, im Freundeskreis oder im Netz. Denn auch das bedeutet für mich zeitgemäß: die Türen und Materialschubladen öffnen, sich zusammentun, Ideen jonglieren, sich selbst entlasten und das Beste für die SuS herausholen.

Auf die Gefar hin, dass ich von meinem ursprünglichen Schreibplan heute abgewichen bin und auch das „konkret“ vielleicht etwas vernachlässigt habe, schließe ich meinen Beitrag hier und danke allen, die bis zum Ende durchgehalten haben!

Katha

* im Seminar z.B. arbeite ich mit Tablets und Displays – bei meinen LAA an den Schulen variiert die Ausstattung von ebenso bis „Beamer haben wir nicht“…

5 Jahre schon

Anmerkung 2019-11-01 223856

Manchmal überrascht es mich, dass ich nun wirklich schon seit 5 Jahren meinen lieben kleinen Blog habe. Es hat ja damals ein bisschen Mut gekostet, ihn zu eröffnen und zuerst lag er einige Monate brach. Den richtigen Namen fand ich auch erst später und meine bessere Blogadresse war dann irgendwann das erste. was auch Geld kostete – ansonsten nutze ich wirklich die kostenfreie Variante von WordPress.

Inzwischen habe ich mich beruflich verändert. Verbringe zur Zeit nur wenig Zeit in der Schule, habe keine eigene Klasse mehr, lehre Lehramtsanwärter, arbeite intensiv am Aspekt Medienbildung … Somit haben sich die Inhalte meines Blogs verändert. Schön, dass die Statistiken dennoch aktiv sind und Menschen hier lesen – besonders Kommentare freuen mich immer.

Ich freue mich über diesen Geburtstag trotz oder wegen all dieser Gründe – ihr dürft ihn ignorieren oder euch mit euch freuen. Spontan denke ich, dass ich aus diesem Anlass mal eine Runde Themenwünsche entgegen nehmen würde um zu schauen, worüber ich in nächster Zeit schreiben könnte. Ein paar angefangene Artikel liegen zwar noch auf Halde und gerade war ja noch Klassenfahrt, aber eure Ideen fände ich auch mal spannend. Also, gerne her damit!

Beste Grüße
Katha