Rezension: „Die Freude springt aufs Trampolin“

Titel: „Die Freude springt aufs Trampolin. Unsere Gefühle für Kinder erklärt“
Verlag: Knesebeck (hier klicken)
Autorin: Tina Oziewicz
Illustratorin: Aleksandra Zajac
ISBN: 978-3-95728-525-6

Zum Inhalt:
Die Welt der Gefühle ist für Kinder manchmal etwas unübersichtlich. Außer „gut“ und „schlecht“ und manchmal noch „hungrig“ kommt bei der Frage „Wie fühlst du dich?“ oft nicht viel heraus. Okay, wütend/sauer und traurig gehören einigermaßen zum Standardrepertoire.
Tina Oziewicz hat die Palette deutlich weiter gespannt und nimmt eine sehr große Auswahl an Gefühlen mit je einer Doppelseite in ihr Buch auf. Zu jedem Gefühl gibt es einen Satz und eine Illustration, die die Eigenschaft des Gefühls mit einer Handlung oder einem Ort verknüpfen. Zwei Beispiele:

Meine Meinung:
Mich, meine Jungs, meine im Kindergarten arbeitende Schäwgerin und meine Nichten hat das Buch beim ersten Durchblättern total begeistert. Die Bilder und Kurztexte haben alle vier Kinder sofort zu Mutmaßungen und Erklärungen angeregt und wir haben alle ganz gemütlich zusammen gesessen und uns ins Buch vertieft.
Die Aussagen zu jedem Gefühl finde ich sehr „auf den Punkt“, und zwar so, dass sie zwar ein wenig auf die Meta-Ebene gehen, aber dennoch für die Kinder absolut greifbar sind. Die Illustrationen von Aleksandra Zajac ergänzen den Text nicht nur – sie gehören untrennbar zusammen und sind wirklich zauberhaft. Es bleibt zu hoffen, dass wir ihre Illustrationen noch in vielen weiteren Büchern sehen werden.

Leseempfehlung:
Für alle, die privat oder beruflich mit Kindern zu tun haben, ist „Die Freude springt aufs Trampolin“ eine Quelle von Gesprächsanlässen. Immer wieder können die Bilder hinzugezogen werden, wenn für das Kind gerade Neid, Heimweh o.a. aktuell sind. Der Hinweis, dass dieses Gefühl auch andere Teilen und wie es denen in solch einer Situation geht, entlastet Kinder unheimlich, denke ich.
Wer in der Grundschule als Klassenleitung aktiv ist, kann sich dieses Buch gut ans Pult stellen und im Bedarfsfall hervorholen. Von mir heute wirklich mal wieder eine uneingeschränkte Empfehlung!

Vielen Dank an den Knesebeck-Verlag für das Rezensionsexemplar! Ihr seid ein echter Lieblingsverlag geworden!

Beste Grüße,
Katha

Aktualisierung des Ich-Buchs

Immer mal wieder erreichen mich Anfragen zum Ich-Buch für die erste Klasse, über das ich vor Jahren mal geschrieben habe. Aus diesem Grund kommt hier ein kleines Update mit der Datei dazu. In der Datei befinden sich 13 AB, die zum ersten SU-Thema „Ich und die anderen“ passen und mit denen jedes Kind sich gezielt mit sich und seinen Eigenschaften beschäftigt. Sie eignen sich als Werkstatt oder zum gemeinsamen Bearbeiten.

Der Titel verrät, dass ich die AB dieses Mal nicht fix und fertig mit euch teilen kann. Das liegt daran, dass ich für die verwendeten Bilder keine Verbreitungsrechte habe. Hier aber der Tipp, wie man an schlichte Illustrationen kommt:

Screenshot Google-Bildersuche

1. Google-Bildersuche öffnen und Suchwort eingeben
2. Unter der Suchleiste den Suchfilter öffnen
3. Typ anklicken und die Option Strichzeichnung wählen

Um rechtlich ganz sicher zu gehen, wählt zusätzlich den Filter „Nutzungsrechte“ und stellt hier Creative-Commons-Lizenzen ein. So bekommt ihr nur noch Bilder angezeigt, die ihr bedenkenlos verwenden könnt. Auch Suchseiten wie The Noun Projekt bieten einfache Grafiken und Icons an.

Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass die Grafiken für AB möglichst einfach und gern Strichzeichnungen sein sollten – vor allem für die Kleinen. So können die Kinder sie selbst ausmalen, wenn es passt und man kommt gar nicht erst auf die fixe Idee, AB farbig zu drucken. Außerdem kommen klare Zeichnungen beim Kopieren deutlich besser rüber als vollfarbige.

Katha

„That‘s me“-book als Abschluss in Klasse 4

Im Rahmen der UE „Me & my friends“ (s. hier und hier) war der letzte Akt mit den Viertklässlern, dass jedes Kind ein individuelles Buch über sich selbst gestaltet hat. Einige Inhalte habe ich exemplarisch vorgestellt, andere sind dem Ideenreichtum der Kinder entsprungen. Vorgeschlagen waren
– Titelseite mit Namen und Foto
– my favourites
– my hobbies
– my friends
– my family
– When I grow up
Dazu kamen noch eigene Seiten wie „What I don‘t like“, „My pet“ oder „My buddies and me having fun“, die den Kindern wichtig waren. Die Ergebnisse waren zwischen fünf und zwölf Seiten lang.

Man sieht schon, dass hierbei viele Wortfelder aus den dreieinhalb Jahren Englischunterricht wiederholt wurden. Vieles konnte somit im treasure book nachgeschaut werden (s. hier). Viele Begriffe waren aber auch neu und es war nicht immer möglich, mich als Lehrkraft zu fragen. Also haben die Kinder das Übersetzungsangebot deepl kennengelernt und konnten es schnell ziemlich kompetent nutzen. So kam endlich einmal das Vokabular, das die Kinder nutzen wollen, nicht zu kurz, wie es doch sonst leider oft der Fall ist. Außerdem haben die Kids sehr selbstständig Sätze gebildet – das habe ich so im regulären Unterricht noch nicht erlebt!

Schüler*innenbeispiel eines Clusters (unbearbeitet)

Dies ist ein Teil der Vorarbeit: wir haben geclustert, welche Lieblingstiere, -essen, -farben etc. die Kinder haben. Die Entwürfe der Kinder habe ich natürlich rechtschriftlich noch überarbeitet, damit sie die Wörter korrekt in ihre Bücher übernehmen konnten. Außerdem haben wir Sätze über Freund*innen geschrieben. Das Satzmuster „I like my friend …, becaus he/se is …“ wurde mit Namen und vorher zusammen gesammelten Adjektiven gefüllt. Mir ist es immer wichtig, dass die Kinder auch Sätze schreiben/sprechen und finde es optimal, wenn man die Unterscheidung von he/she hier so gut integrieren kann.
Auf den Tischen sah es während der Arbeitphasen häufig so aus wie auf dem nächsten Foto: analog und digital wundervoll verknüpft!

treasure book, Cluster und Tablet – zusammen stark!

Die Arbeitsphase mit dem BookCreator verlief größtenteils dezentral. Die Kinder haben sich in kleinen Gruppen in der Schule verteilen dürfen (einige mussten eher nah dran bleiben…) und vor allem für die Sprachaufnahmen leer stehende Differenzierungs- oder OGS-Räume genutzt. Ich musste meine Hilfe an vielen Stellen eher aufdrängen, als dass sie eingefordert wurde. Manchmal waren kleine Ratschläge technischer Natur nötig. Am Ende habe ich alle Produkte einmal durchkorrigiert, damit keine Fehlschreibungen veröffentlicht werden.
Insgesamt haben wir zwei Doppelstunden für die Vorarbeit (Cluster, Sätze) benötigt und fünf Doppelstunden an den me-books (inklusive Umwandeln und Löscharbeiten am Ende). Wir haben uns aber Zeit gelassen, so dass ein wenig Komprimierung noch möglich ist.

Die Viertklässler und ich haben in diesem Projekt durchgehend mit Tablets, passendem Stift und der App BookCreator gearbeitet. Diese App ist sehr intuitiv und benötigte nach einer kurzen Einführung kaum Unterstützung meinerseits. Wer sie noch nicht kennt: man kann Seiten gestalten, Hintergründe wählen, Fotos, Videos, Text, Karten einfügen, selbst zeichnen oder schreiben und vor allem Tonaufnahmen integrieren. So mussten die Kinder alle Texte auch sprechen und aufnehmen. Da wir die Bücher am Ende als Video exportierten, ist im Ergebnis dann der eingesprochene Text der Kinder zu den jeweiligen Seiten zu hören und diese werden automatisch weitergeblättert. Der Vorteil hiervon ist, dass alle Endgeräte der Kinder bzw. Eltern Videos abspielen können, was bei einem e-book im epub-Format nicht unbedingt der Fall ist.
Wir haben als Schule einen IServ-Server, auf dem jedes Kind einen individuellen Zugang hat. Dorthin wurden die Videos hochgeladen, so dass die Kinder sich diese zuhause wieder herunterladen und aufheben konnten.

Wer den BookCreator nicht nutzen kann oder möchte, kann die Funktionen auch ein einem Präsentationsprogramm wie PowerPoint oder Keynote nutzen. Meiner Meinung nach ist der BookCreator aber vor allem im Erstkontakt für Grundschüler unschlagbar gut zu handhaben. Jede Lizenz kostet inzwischen 3,49€; es gibt aber auch eine kostenlose Variante, in der ein einziges Buch gestaltet werden kann. Eine Browserversion gibt es ebenfalls, falls keine Tablets vorhanden sind.

WICHTIG: im Vorfeld muss die Erlaubnis der Eltern eingeholt werden, dass die Kinder ihre Daten in diesem Projekt einbringen (Bilder, Stimme). Am Ende müssen alle Fotos gelöscht und auch der Papierkorb geleert werden. Auch das Buch muss aus der App gelöscht werden, damit später keine anderen Kinder Zugriff auf diese persönlichen Informationen haben.

Diese Gruppe wurde sehr kreativ: auf einem Tablet wurde der Text mit deepl übersetzt und dann dort die Vorlesefunktion genutzt. Auf diesem Tablet wurde gleichzeitig das Vorgelesene im BookCreator aufgenommen. Für diese gute Idee durften die Jungs den „Hack“ so lassen.

Eine letzte Beobachtung noch: noch nie hatte ich eine Einheit, in der ausnahmlos ALLE Schüler*innen ihre Ergebnisse vor der Klasse präsentieren wollten. Die Übertragung des Bildschirms via AppleTV an den Beamer haben die Kinder in den Startstunden (Colourful school) kennengelernt und größtenteils schon verinnerlicht, so dass der schnelle Wechsel es vielen Kindern möglich machte, ihre (Zwischen-)Ergebnisse zu zeigen. Sie haben sich eine Menge Lob verdient in diesen Stunden.

Nun ist es doch länger geworden als beabsichtigt, aber ihr merkt vielleicht, dass das für mich ein sehr besonderes Erlebnis war und viel Freude auf allen Seiten hervorrief.

Katha

Ein Kollegium medial fit machen – die Medienmappe

Heute kann ich mal wieder eine Idee mit euch teilen, die ihren Ursprung im #TwitterLehrerzimmer hatte:
Im Mai fragte Marc Seegers, ob es eine Liste an Kompetenzen gebe, die Lehrerinnen und Lehrer beherrschen sollten. Bekannte Qualifikationsrahmen wie der DigCompEdu sind sehr spannend, aber auch sehr anspruchsvoll und wenig konkret. Spontan habe ich zum Sammeln ein Etherpad aufgesetzt, in dem innerhalb von Minuten Tonnen von Ideen eingetragen wurden.

Schnell wurde hierbei klar, dass jede*r Beitragende aus einer anderen Perspektive mit unterschiedlichen Ansprüchen schrieb und es deutete sich bereits an, dass sicher nicht jede*r alle Aspekte für passend hielt.

Für mich ging es nun so weiter, dass ich mir alles aus dem Etherpad sicherte und die für mich bzw. mein Kollegium wichtigen Kompetenzen herauspickte. Dann kamen das Sortieren, Rauswerfen, Ergänzen und Umformulieren, bis endlich eine Liste mit 10 Kapiteln entstand. Pro Kapitel habe ich sehr niederschwellige und möglichst konkrete Dinge benannt, die „man“ m.E. können sollte, um mit Medien kompetent umzugehen. Die Qualität meiner Einschätzung wird sich im Gebrauch erst zeigen…

Mein Ergebnis ist nun die Medienmappe, die jeder Kollegin und jedem Kollegen zum Schuljahresbeginn zur Verfügung gestellt wird. Das ist ein Ringbuch mit Inhaltsverzeichnis und den Kompetenzlisten sowie Notizenseiten. Einzelne Kopien (iPad-Wischgesten z.B.) werden schon drin sein – den Rest möchte ich mit dem Kollegium gemeinsam füllen bzw. kann jede*r für sich selbst ergänzen. Deshalb war mir das Ringbuchformat so wichtig. So sieht das dann bei mir aus:

Inhaltsverzeichnis / Register
Beispielseite

Konkret werde ich dann Terminangebote in der Mittagszeit machen, für die sich die Kolleg*innen eintragen können (hierfür nutze ich vermutlich wie schon vorher das datensparsame Umfragetool nuudel nutzen). Jede*r kann dann selbst einschätzen, ob er*sie dazu Bedarf an unterstützung hat oder die Kompetenz schon für sich selbst abhaken kann. Alle Kurzfortbildungen werden in Kleingruppen mit max. 5 Personen stattfinden – mehr hat sich bei solchen Angelegenheiten für mich als kontraproduktiv erwiesen. Ziel ist es natürlich langfristig, dass sie meine Kolleg*innen zu Multiplikator*innen entwickeln und sich auch gegenseitig Dinge erklären können.

Am Ende der Mappe werden noch zwei Broschüren des Ministeriums abgeheftet: der Medienkompetenzrahmen NRW, der definiert, was die SuS alles lernen sollen und der Orientierungsrahmen für Lehrkräfte in der digitalisierten Welt, der beschreibt, welche Kompetenzen LuL mitbringen bzw. erwerben müssen.

Begleitet wird die Medienmappe von einer Pinwand bei TaskCards, auf der ich Links und Dateien ablege, die zu den zehn Kapitel passen. Der Link steht in den Unterlagen, falls ihr schauen mögt.

Falls jemand entweder selbst seinen Lernprozess strukturieren möchte oder ähnlich ehrgeizige Fortbildungspläne für Kolleg*innen hat, stelle ich meine für uns kuratierte Sammlung hier gern zur Verfügung. Wenn ihr es nutzt, schreibt doch mal über einen Erfolg oder Misserfolg des Projekts!

Herzliche Grüße
Katha

Rezension: „Moodle für Dozenten, Lehrer und Ausbilder“

Titel: „Moodle für Dozenten, Lehrer und Ausbilder. Homeschooling und Online-Kurse erfolgreich umsetzen“ Verlag: mitp (hier klicken) Autor: Winfried Seimert ISBN: 978-3-7475-0269-4 Zum Inhalt: Moodle kennenlernen in kleinen Schritten – so könnte man dieses Buch kurz zusammenfassen. Wer Moodle, Mebis oder wie bei uns in NRW LogineoNRW LMS nutzt, bekommt hier eine direkt geführte Startanleitung. Der grundsätzliche Aufbau eines Moodle-Systems wird erklärt, danach werden alle Einstellungen rund um die Teilnehmer*innen besprochen und zuletzt die möglichen Aktivitäten vorgestellt. Alles da passiert in sehr detaillierten Anleitungen mit vielen Bildern, so dass man kaum etwas falsch machen kann. Meine Meinung: Auch wenn ich schon eine Weile mit Moodle bzw. dem LMS von Logineo arbeite, konnte ich viel aus dem Buch mitnehmen. Vor allem die Aktivitäten, die ich bislang noch kaum genutzt habe, sind so neu in meinen Fokus gerückt. Spannend ist es auch, die möglichen Einstellungen einmal durchzuspielen, die man bislang übersehen hat oder sich einfach nicht zu verändern traute.
Ihr seht an meinen vielen eingeklebten Zettelchen, dass ich mit dem Buch intensiv gearbeitet habe und meine Nachschlageseiten auch markiert bleiben. So sehr ich Vieles in GoodNotes digital abgelegt habe, so hilfreich sind für mich manchmal auch Hilfen aus Papier, die ich aufblättern und neben den Computer legen kann.+ Leseempfehlung: Alle, die sich neu in Moodle oder ein darauf basierendes LMS einarbeiten müssen/wollen, können in diesem Buch gute Hilfen und viele Erklärungen finden. Manche Menschen nutzen lieber Erklärvideos online (wie ich auch schon häufig, da es zu moodle eine große Fülle gibt), manchmal aber ist auch die schrittweise Erklärung auf Papier hilfreich. Ein Plus des Buches gegenüber Tutorials war für mich, dass meist alle Optionen und Einstellungen vorgestellt werden und nicht nur die besten oder wichtigsten. Das vertieft das Verständnis doch sehr. Vielen Dank für das Rezensionsexemplar! Beste Grüße, Katha

Rezension: „Huch, die Angst ist da“

Titel: „Huch, die Angst ist da!“
Verlag: hogrefe (hier klicken)
Autor*innen: Ulrike Légé & Fabian Grolimund
Illustrationen: René Amthor
ISBN: 978-3-456-86119-7

Zum Inhalt:
Menschen haben manchmal Angst. Kinder haben manchmal Angst. Nur können Kinder mit Angst oft nicht gut umgehen, erkennen sie nicht unbedingt als solche und bedürfen der Unterstützung von Eltern und anderen Erwachsenen, wenn sie ängstlich sind. Ulrike Légé und Fabian Grolimund haben sich intensiv mit Kinderängsten auseinander gesetzt: mit ihren Erscheinungsformen, ihren Ursachen und möglichen Hilfen und Hindernissen beim Umgang mit Angst. 
Das Buch unterteilt sich in einen Kinder- und einen Erwachsenenteil. Ersterer nähert sich dem Thema Angst im Sinne eines dialogischen Bilderbuchs mit vielen Illustrationen und Sprechblasen. Zweiterer beleuchtet die psychologischen Hintergründe und gibt Eltern konkrete Handlungstipps.

Durch das Buch begleitet die Familie Schlottermann mit ihren eigenen Stärken und Ängsten.

Meine Meinung:
Auch meine Kinder habe ich schon in Angstsituationen erlebt und als Mutter dann meist eher intuitiv gehandelt. Die Informationen und Tipps aus dem Elternteil bestätigen mich in manchen meiner Handlungen, erinnern mich aber auch an Alternativen. Auch im Hinblick auf meine Tätigkeit als Lehrerin und selbst für die Arbeit mit meinen erwachsenen LAA habe ich noch einmal tolle Anregungen mitgenommen, die vor allem etwas mit der Betrachtung und Wahrnehmung von individuellen Situationen zu tun haben. Persönlich nehme ich mir vor, noch genauer hinzusehen, nachzufragen und zuzuhören.

Was den Kinderteil angeht: manche Übung, manche frage kommt mir aus Programmen für die Schule durchaus bekannt vor – was ja aber kein Problem ist, da es von welcher Seite auch immer wichtig ist, sich mit seinen Emotionen und in der Folge auch mit den Emotionen anderer Menschen auseinanderzusetzen. Légé und Grolimund bieten hierzu sehr gute Impulse, die von René Amthor schlicht, aber auf den Punkt illustriert wurden. Als erster Schritt zum Betrachten eigener Gefühle gibt es immer „role models“ in Form von Jungen, Mädchen, Mann und Frau, die von ihren Ängsten erzählen. Es gibt also an keiner Stelle eine Situation, in der sich ein Kind bloßgestellt fühlen könnte.

Leseempfehlung:
Für alle Eltern, aber auch für Lehrer*innen, die immer wieder mit ängstlichen Kindern arbeiten, finden sich Tipps und vor allem einfach gute Hintergrundinformationen in diesem Buch. Ob man sich unbedingt die Zeit nimmt, den Kinderteil mit seinem Kind durchzu“arbeiten“, bleibt ja jedem selbst überlassen.

Einzelne Kapitel/Seiten lassen sich auch spannend als Gesprächsgrundlage in der Schule nutzen. Wenn es z.B. darum geht, dass Nervosität/Angst vor Vorträgen ganz normal ist oder man versucht, die Angst im eigenen Körper zu versorgen. 

Vielen Dank an den hogrefe-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Katha

Our colourful school

Im Rahmen des Projekts „Me and am friends“ mit den Viertklässlern hatte ich quarantänebedingt zeitweise nur eine halbe Klasse vor Ort. So konnte ich nur schwer in die eigentliche Planung einsteigen und habe als Puffer diese Aufgabe genutzt: Our school is colourful. Go and find things with only one colour. Take a photo. Crop it, if necessary.

So tigerten denn die inzwischen etwas erfahreneren 4er mit den Tablets durch die Schule und übers Gelände und versuchten, möglichst monochrome Dinge zu fotografieren. Das ist gar nicht so leicht, aber gut zu schaffen. Vorab habe ich noch an einem Beispiel gezeigt, dass nah herangehen besser für einen Ausschnitt ist als zoomen oder später zuschneiden.

Am Ende schickten alle Kinder ihre Fotos an mein Tablet (was bei iPads ja charmant leicht geht via AirDrop). Ich habe dann alle geeigneten Bilder in der Größe 9-auf-1 gedruckt und auf den vorbereiteten Farbkreis geklebt. Man sieht an unserem Ergebnis, dass es sinnvoller gewesen wäre, die Felder des Kreises anhand der Menge der Fotos erst später festzulegen 🙈…

Das Ergebnis unserer Arbeit steht jetzt im Forum.

Wer mehr als eine doppelstunde zur Verfügung hat, kann natürlich das Schneiden, Sortieren und Kleben auch gut in Kinderhand geben.

Die anderssprachigen Titel fand ich als Ergänzung des bunten, vielfältigen Themas ganz passend und habe versucht, die Sprachen auszuwählen, die Kinder an unserer Schule sprechen.

Katha

Our favourite places @ school

Die Viertklässler bewegen sich langsam aber sicher auf ihren Abschied von der Grundschule zu. Uns bleiben noch 4 Wochen momentan, in denen ich eine vierte Klasse in Englisch unterrichten darf. Durch den Distanzunterricht und das Wechselmodell mussten wir unseren Arbeitsplan für das Fach in allen Jahrgängen umwerfen und so wurden einzelne Themen angerissen oder einfach abgesagt. Um nun nichts zu doppeln (hatte die Klasse seit der 1 nicht…), mache ich einfach ein Thema, das ich für die letzten Wochen passend finde und das eine Menge Potenzial zur Wortschatzwiederholung bietet und das zusätzlich noch ein wenig Medienbildung beinhaltet: „Me & my friends“.

Die Kinder werden sich selbst vorstellen, ihre Freunde ebenso und ein wenig über Freundschaft sprechen und schreiben. Die äußere Form wird ein Buch werden, das jedes Kind von sich selbst mit der App BookCreator herstellt und später als Videoexport mit heim nehmen kann. Somit stehen eine Menge inhaltlicher Themen neben technischen Fertigkeiten etc. – Lehrplan und Medienkompetenzrahmen NRW werden berücksichtigt:

Inhalte/Themen, die wiederholt werden: body, clothes, food, hobbies, toys, school (subjects), pets, family, …
neue Inhalte: Eigenschaften von Personen, Begründungssätze
Medienarbeit: Fotos mit einem Tablet aufnehmen, zuschneiden, in ein Programm einfügen, ein Medienprodukt mit Tonaufnahmen, Text, Bildern und Fotos gestalten, dieses speichern und teilen

In dieser Woche habe ich das Oberthema schonmal begonnen, allerdings war wegen Quarantäne nur die halbe Klasse anwesend. Deshalb habe ich mit den anwesenden Kindern grob am Thema gearbeitet und u.a. den Teilbereich „Our favourite places at school“ in den Blick genommen.

Die Kinder durften dazu mit einem Tablet in der Hand ausschwärmen und ihre liebsten Orte in der Schule und auf dem Gelände fotografieren. Zurück im Klassenzimmer haben wir die Bilder beschnitten (Bearbeiten-Modus in der Foto-App) und über die Airdrop-Funktion an mein Tablet gesendet, damit ich zentral ausdrucken konnte. Außerdem haben die Kinder die AirPlay-Funktion kennengelernt und ihre Bilder über den Beamer allen gezeigt – coronakonform vom Platz aus und mit Abstand. Dazu hatten wir vorab die Sätze „That’s my favourite place.“ oder „My favourite places is the …“ erarbeitet.

Als Vorbild habe ich dann die doch nicht so ganz in meinem Wortschatz verankerten Begriffe wie Hüpfband, Drehscheibe oder Reck mit einem Übersetzungsangebot übersetzt. Dieses sollen die Kinder in den kommenden Stunden selbst auch nutzen und werden deshalb einen QR-Code zu deepl.com in der Klasse ausgehängt bekommen. Spannend war, wie viele der Kids schon Erfahrung damit hatten! Teils nutzten sie es für englisch, teils aber auch für Übersetzungen in ihre bzw. aus ihrer Muttersprache. Der Aspekt, dass die Übersetzungsergebnisse nicht immer 100%ig gut sind, ist somit direkt auch schonmal geklärt.

Das Ergebnis dieser Doppelstunde habe ich dann auf zwei Plakaten festgehalten, die nun als Wortspeicher verfügbar bleiben – denn auch die favourite places können im Buch einen Platz finden.

Viele Grüße und einen guten Endspurt euch allen!
Katha

Streiten und vertragen

Heute habe ich mal wieder eine Lektion zu Freundschaft, Streit und Mut lernen dürfen – von zwei ebenso Sechsjährigen.

Das Möppelchen (inzwischen ja schon fast ein Schulkind) kam heute frustriert und wütend aus dem Kindergarten. Auf meine Nachfrage bekam ich erzählt, dass es dieses Mal nicht an meinem „viel zu frühen“ Abholen lag, sondern an einem seiner beiden besten Freunde: der hatte ihn heute angelogen! (Man stelle sich hier eine entrüstete Pause vor.) „Und das macht man unter Freunden nicht!“ (Noch ein wenig Entrüstung) Wir sind keine Freunde mehr! Nie wieder! (Entrüstung Gold)

Die Heimfahrt war also geprägt von verbalem Puckern und ausführlicher Schilderung des Vorfalls, der ein gelbes Auto und eine falsche Auskunft beinhaltete.

Zuhause angekommen begrüßte uns der große Bruder mit der Information, dass Möppelchens Freund eben angerufen hätte und ob er zurückrufen könnte. Also fix die Hände gewaschen und die Rückruftaste gedrückt. Das Gespräch zwischen den beiden lief dann ungefähr so ab: 🐭 Hallo. 🐰 Hallo. 🐭 Ich wollte mich entschuldigen. 🐰 Ja, mich ruhig. 🐭 Sind wir wieder Freunde? 🐰 Ja. 🐭 Tschüss. 🐰 Tschüss.

Leute, so einfach kann es ein! Merken, wenn man Mist gemacht hat. Um Entschuldigung bitten. Wieder Freunde sein. Davon könnten wir in der Welt mehr brauchen!

Alle guten Wünsche

Katha

P.S.: Ich kenne Kind und Mutter gut. Sie schrieb mir später nochmal, dass es ihm wichtig war anzurufen und nicht bis zum nächsten Tag zu warten. Und so haben 40 Sekunden Telefonat zwei tollen Jungs den Tag gerettet!

Meilenstein Medienausstattung

Seit dieser Woche haben wir an der Schule einen weiteren Meilenstein bei der medialen Austattung erreicht: nachdem bereits letzten Sommer in jedem Klassenraum ein Beamer hängt sowie ein raumbezogenes Notebook vorhanden ist, gibt es nun ebenfalls in jedem Raum ein AppleTV, so dass der Beamer auch komplikationsfrei mit den neuen Tablets läuft.

Wichtig war uns, die Räume möglichst einheitlich auszustatten, um Hürden in der Handhabung für die Kolleg*innen möglichsst klein zu halten. Außer, dass es unterschiedliche Beamer gibt, ist uns das nun auch gelungen.

Symbolbild / Photo by Alex Andrews on Pexels.com

Wie das geklappt hat? Wir haben in der Stadt als Schulträger seit vielen Jahren einen Medienentwicklungsplan (inzwischen die dritte Generation). In diesem Rahmen findet jährlich ein Treffen mit Schulleitung, schul. Medienbeauftragter/n und Schulträger statt, bei dem über die aktuelle Ausstattung gesprochen wird. Reparatur- und Austauschbedarf stehen ebenso auf dem Plan wie Wünsche für die zukünftige Ausstattung der Schule.

Natürlich lässt sich solch eine Ausstattung wie unsere nicht innerhalb von Monaten umsetzen – so viel Geld ist wohl in keiner Kommune für die Schulen eingeplant. Aber mit ein bisschen Vorausschauen und einer Idee, wohin es gehen soll, kann man in diesem Rahmen (mit)entscheiden. Und manchmal auch etwas beschleunigen, wenn z.B. Beamer da sind, aber keine Mittel mehr für die Montage – wir haben so einige Beamer selbst unter die Decke gehängt und die kompetente Elektromontage folgt nach und nach. Bis dahin tun es auch Krampen und Kabelbinder…

Oft lese ich davon, dass plötzlich einer Schule interaktive Whiteboards „hingestellt“ werden und niemand etwas damit anfangen kann oder dass Lehrergeräte zugewiesen werden. Da bin ich dann immer ganz glücklich, dass bei uns solche Dinge dialogisch geplant und entschieden werden.

Viele Schulen, in denen ich meine LAA besuche, haben in den letzten Monaten u.a. aus dem Digitalpakt des Bundes Tablets und Whiteboards bekommen, oft als Ersatz für die klassische grüne Tafel. Spätestens nach einem anderthalbjährigen Probleauf mit einem Smartboard hatten wir an meiner Schule die Bestätigung, dass das nicht unser Weg ist. Nun gibt es wie gesagt in jedem Klassenraum einen Beamer, der über der heruntergeschobenen Tafel auf die Wand projiziert, so dass beides auch parallel genutzt werden kann.

In Verbindung mit einem am Pult befindlichen Notebook war der Beamer bislang allerdings auch absolut in Lehrer*innenhand. Mit den neuen Tablets und AppleTVs ändert sich das nun: jedes Kind, das ein Tablet nutzt, kann sein Ergebnis nun direkt an den Beamer senden. Ich kann als Lehrkraft mit der Kamerafunktion des Tablets von überall im Raum aus Bilder, Handlungen … groß für alle sichtbar machen. OHP und Dokumentenkamera sind überflüssig.

Die Gefahr bei den Whiteboards liegt für mich zuerst einmal bei der Lehrerzentrierung, da die Funktion, von Tablets zu übertragen, bislang eher selten genutzt wird. Außerdem bemerke ich, dass z.B. Stundentransparenzen und Arbeitsaufträge mithilfe solch eines Boards vielfach völlig digitalisiert sind, sehr bunt und umfangreich. Handschrift an einer Tafel sehe ich im Unterricht der LAA mit Board immer seltener und das könnte durchaus problamtisch werden.
Welches Zeichen ist es für Kinder, wenn sie ALLES perfekt und schön fertig präsentiert bekommen? Wenn sie keinem Anschrieb mehr zusehen, keine Fehler der Lehrkraft mehr bezeugen und die Entstehung von Texten, Formulierungen etc. sich ihrer Wahrnehmung entzieht? Ich denke, hier müssen wir alle sehr gut aufpassen, dass sich kein falscher Perfektionismus einschleicht, der unsere Schüler*innen hemmen kann.

So, genug für heute. Ein bisschen gefreut, ein bisschen gemahnt – reicht!
Ich wünsche allen, die gerade noch an Medienkonzepten sitzen, viel Erfolg und gesprächsbereite Schulträger!

Katha