Teaching without a Lehrwerk

Heute mal ein lange geplanter Blogeintrag: Unser System für den lehrwerksfreien Englischunterricht!

Schon vor meinem Dienstantritt an meiner aktuellen Schule wurde dort von der FaKo die Entscheidung getroffen, ohne ein Lehrwerk zu unterrichten, da keines so richtig zu den Ansprüchen und Vorstellungen der Kollegen passen wollte. Das kam mir natürlich schon im Vorstellungsgepräch sehr gelegen, da ich zwar vorher offiziell immer ein Lehrwerk hatte, es aber nur sporadisch genutzt und in der Regel mit eigenem Material ergänzt hatte. 🙂
>> Danke, liebe M. !!!

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Nachdem sich nun inzwischen seit mehreren Jahren der Englischunterricht ab Klasse 1 (2. Halbjahr) gut eingerichtet hat, haben wir uns in folgendem System eingerichtet:
In Kinderhand befinden sich der English folder, das treasure book und seit einem Durchgang auch das song book.

Im English folder werden wie üblich alle AB gesammelt. Außerdem wird ganz zuunterst eine Klarsichthülle eingeheftet, in der picture cards, minibooks und anderer Kleinkram recht sicher aufbewahrt werden können.

Das treasure book begann sein Dasein als Blankoheft. Hier hinein kommen zum Ende einer Einheit die picture (and word) cards mit einer Überschrift. Somit ersammeln die Kinder sich quasi im Laufe der Schuljahre ein eigenes Wörterbuch, in dem sie auf den „alten“ Wortschatz zurückgreifen können.Bei Schreibaufgaben in Jg. 3 und 4 verweise ich inzwischen regelmäßig darauf und es bürgert sich langsam ein.

Damit uns auch die gelernten Lieder nicht beim Ausleeren der Mappen ständig verloren gehen, haben wir vor einigen Jahren zusätzlich (ebenfalls Blanko) das song book eingeführt. Alle Liedblätter loche ich also nicht mehr für die Mappe sondern schneide ein wenig Rand ab zum Einkleben. Die Kinder lieben es, durch dieses Heft zu blättern und auch fast vergessene Lieder mal wieder zu singen.

Damit die Nachschlagfunktionen der Hefte gewährleistet wird, sammle ich die Hefte vor den Sommerferien ein. 😀

Für die Lehrer haben wir alle AB zu den Einheiten in Jahrgangsordnern mit Register abgeheftet [ok – noch ist nicht alles komplett, aber wir arbeiten dran!]. Die vielen zusammen gekommenen Veranschaulichungen, laminierten Bildkarten, Realia etc. stecken in Themenkisten, die sich zwei Schränke mit unseren big books und Postern teilen. Zuletzt bauen wir gerade einen Liederordner auf, in dem analog zum song book, die Lieder mit Anregungen gesammelt werden sollen.

Es dauert seine Zeit, bis man für dreieinhalb Schuljahre Material zusammen hat, klar. Und ja, oft verändert man AB oder tauscht aus oder variiert den Ablauf oder lässt Anteile weg oder findet ein neues Buch oder Lied oder oder oder… Aber der kurze Dienstweg von nur drei Kolleginnen ist dafür völlig unproblematisch 🙂

Allen, die unschlüssig sind, kann ich ein solches freies System nur empfehlen! Traut euch mal raus aus dem Lehrwerk und ran an den Speck! [Ach ja, finanziell: Um die höheren Kopierkosten auszugleichen, zahlen die Eltern statt AH-Kosten einen kleineren Beitrag pro Schuljahr dazu.]

Ka

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7 Gedanken zu „Teaching without a Lehrwerk

  1. Liebe Ka, danke für einen Einblick in eure Arbeit. Doch meinst du, es ist clever, dass du uns hier erzählst, ihr kopiert alles zusammen und dann noch die Sallyauszüge abbildest? Ich meine mich zu erinnern, dass das mit dem Vervielfältigen geschützter Bilder da so eine Sache ist 😉 Ein nett gemeinter Hinweis, keine Beschwerde und Zickerei.

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    1. Liebe Claire. Danke für deinen Hinweis. Der Sally-Song Glue and pencil kommt aus dem freien online-Download-Bereich. Die Kopiervorlagen zu manchen Lehrwerken hatten wir damals in den Testzeiten angeschafft und können so legal kopieren. Hier zeige ich ja extra nur Fotos und gebe keine Dateien weiter, das sollte also passen…
      Und wir kopieren und übrigens auch nicht „alles zusammen“ 😉, sondern schreiben das Meiste selbst mithilfe von eigenen Ideen und Bildern, die für den Gebrauch im Unterricht frei sind. Leider aber eben oft nicht für den Blog, weshalb ich nur wenig Material für englisch poste…

      Und ich bin nicht böse über mahnende Hinweise! ☺️
      Ka

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  2. Vielen Dank für deine Tipps, Ka!
    Sehr interessant finde ich, dass ihr erst ab dem HJ in Klasse 1 Englisch unterrichtet. Auf die Idee wäre ich nie gekommen, hört sich aber sinnvoll an 🙂
    Was machst du dann im ersten HJ in den Englischstunden mit den Kindern?

    Habt ihr schon immer auch direkt das Schriftbild englischer Wörter mit eingeführt? Mit dieser Vorstellung tu ich mir ja ehrlich gesagt etwas schwer, im neuen BP wird es ja aber soweit ich informiert bin auch schon ab Klasse 1/2 mit drinnen sein. Tun sich die Kleinen nicht schwer damit, wenn (sie zumindest teilweise ) noch nicht mal deutsche Wörter richtig lesen können? Besonders bei Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache stelle ich mir das schwierig vor…
    Würde mich über einige Erfahrungen von dir freuen!
    Lg Sabine

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    1. Liebe Sabine,
      Englisch geht bei uns in NRW grundsätzlich erst im zweiten Halbjahr der ersten Klasse los. Somit sind die Stunden zu Beginn nicht „übrig“, sondern kommen zum Halbjahreswechsel dazu…
      Das Schriftbild üben wir im ersten Schuljahr nicht richtig ein. WIr üben die Wörter, klassisch mit Bildkarten und/oder Gegenständen und machen dann oft später mal ein Kennenlernen der WOrtkarten so nach dem Motto „Now you can speak the words so well, who can read this?“ und da beteiligen sich einige Kinder gut. Ins treasure book kommen jedoch immer auch die WÖrter, damit man sie später nutzen kann. Deshalb schreiben wir auch bei den ersten Themen die Wörter einfach direkt mit auf die Bildkarten. Später dann müssen die Kinder die separaten Wortkarten den Bildern zuordnen und aufkleben (ab Kl. 2). Steigerung muss ja auch sein 😉
      Ob das Lesen den Kindern große Schwierigkeiten macht, kann ich nur schwer beurteilen. SIe lernen die Wörter ja eher nachd er guten alten Wortbild-Methode, also als ganzes Wort und nicht erlesend. Mit den Drittklässlern spreche ich dann manchmal auch schon (auf deutsch) darüber, welche Wörter des neuen Themas schwerer zu merken/lernen/lesen sind und welche leichter, weil sie bekannt oder eher lautgetreu sind. Dass die Nicht-Muttersprachler größere Probleme haben, konnte ich bislang nicht feststellen. Im Lernen der Wörter haben sie oft sogar einen kleinen Vorteil, weil es ihnen geläufiger ist, mehrere Wörter für einen Gegenstand zu kennen.
      SO, ich hoffe, ich konnte etwas helfen. Wenn du noch Fragen hast, frage einfach! Aber denk dran: Ich hab die Weisheit auch nur mit gaaaanz kleinen Löffelchen gefressen! 🙂
      Ka

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