What colour are your knickers?

2018-06-12 11.09.07.jpg

… mal wieder ein nicht blogfreundliches, aber eben alltägliches Tafelbild aus meinem Englischunterricht in den ersten Klassen. Man sehe es mir bitte nach! 😉

Da dieses Schuljahr hinten raus recht lang wird, habe ich wieder einmal Zeit für ein paar zusätzliche nette Stunden mit den Kleinen. Die Einheiten saying hello, colours, numbers, school things und toys haben wir abgehakt und zumindest teilweise gesichert. Vor allem colours und numbers greife ich aber gern immer wieder nochmal auf, um sie wirklich in den Köppen der Kinder zu verankern – in der aktuellen 4 merke ich, dass die Zahlworte noch immer nicht allen geläufig sind!

51VXKSQW6JL._SX258_BO1,204,203,200_Eine dieser netten Kurzeinheiten baut auf dem Kinderbuch „What colour are your knickers“ vom Sam Lloyd auf. In der ersten Stunde führe ich zuerst die Namen der sieben Tiere und das Wort knickers ein – großes Gekicher ist garantiert!
Danach beginne ich das Buch zu lesen und höre nach 4 bis 5 Tieren auf. Mit großen Augen frage ich dann die Kinder, ob sie „the trick“ bemerken, der im Buch vorkommt (die Farben reimen sich auf die Namen der Tiere). Dazu muss ich, je nach Klasse, mehr oder weniger deutlich die Reimwörter Wink – pink, Moo – blue usw. sprechen.
Dann lese ich nochmal und die Kinder rufen die Farben der Unterhosen der Tiere dann rein. Vorlesen darf ja auch mal Spaß machen…
Wenn dann das letzte Tier, elephant John, dran ist, rätsele ich mit den Kindern, was sich wohl auf John reimt. John – pink? John – orange? und so weiter frage ich sie, was jedes Mal mit einem eindeutigen No! beantwortet wird.
Ganz verschämt komme ich dann zu dem Höhepunkt des Buches, den die Kinder nur kurz zu sehen bekommen (inkl. peinlich berührtem Blick), denn: „elephant John has no knickers on„. Völlig unvorstellbar, wie peinlich und lustig das ist, dass der Elefant da seinen glatten grauen Po uns entgegen streckt…

Zur Sicherung des Buchinhalts hänge ich nach Ansage der Kinder meine Farbkarten unter die Tiere, zu denen ich auch ihre Namen geschrieben habe. Dann bekommen die Kinder ein Blatt mit den Tieren, malen ihnen farblich passende Unterhosen und färben die Tiere selbst dann ggf. auch noch ein. Diese Bildkarten landen mit Überschrift am Ende in unserem treasure book. HA ist das Ausschneiden der Karten.

Die zweite Stunde beginnt mit einem kleinen „Show me …„-Spiel oder dem Legen von Bilderreihen nach Diktat. Dann folgt das Einkleben der Bildkarten in eben jenes Heft. Die folgende Übung ist dann ein Sprechanlass mit zwei Sätzen: Jedes Kind bekommt das Bild einer Maus mit Unterhose. Ich erkläre den AA englisch, irgendwer versteht und erklärt „your job“ auf deutsch für alle: eine Farbe für die Maus, eine für die Unterhose, freie Wahl. Name hinten auf die Maus, Maus zur Lehrerin.
Alle Mäuse kommen an die Tafel, vorab erkläre ich auf deutsch, dass sie nicht erkennen lassen dürfen, welche ihre Maus ist. Klappte super! Dann beginne ich mit meiner nicht angemalten Beispielmaus, die dazwischen hängt und führe die beiden Sätze ein „My mouse is gre. The knickers are white.“ Das Satzmuster übern wir und ein mutiges Kind fängt an, seine Maus zu beschreiben. Jedes Kind darf selbst drannehmen und i.d.R. ist das drangenommene Kind dann als nächstes an der Reihe.
2017-11-29 10.51.29
(Da ich grad das Foto der Mäuse nicht finde, hier mal eine identische, nur schwerere Übung aus der dritten Klasse, bei der man farbige Körperteile benennen muss aus der Einheit Winnie the witch.)
In guten Klassen bekommt man so am Ende jedem Kind die eigene Maus zugeordnet, manchmal bleiben ein paar schüchterne Kids übrig. Dann helfe ich mit leisen deutschen Fragen nach und sage die Sätze für das Kind laut. So können sie auch ein bisschen stolz sein, denn meist bekomme ich die Farnwörter schon englisch geantwortet. Und hallo – nach ein paar Monaten Englischunterricht schon zwei ganze Sätze sagen können? Respekt!
Und Schwupps, schon sind zwei knickers-Stunden rum und wir schauen mal, was noch ins Schuljahr passt. „Kitty Cat and the colours“ und „Rocket countdown“ habe ich erstmal noch in petto.

Beste Grüße,
Katha

Advertisements

eine Abbildung englisch beschriften

Die Unterrichtsreihe zum Kinderbuch „funnybones“ gehört fest in unseren Plan für die Zweitklässler. Erst letztes Jahr haben wir den Wortschatz etwas ausgeweitet, um guten Gewissens auf das Thema „body“ in späteren Klassen verzichten zu können.

Nachdem nun ganz klassisch mit diversen Sprechübungen und Spielchen die Worte eingeführt und geübt wurden, kam das Schriftbild an die Reihe. Auch dazu gab es die üblichen Übungen – vermischte Worte und Bilder zuordnen, Lesen, Zuordnen und/oder Abschreiben auf ABs. Als letzte Übung bekommen die Kids dann eine Vorlage von sparklebox.co.uk*, mit der ein dog skeleton zusammen gesetzt werden kann. Das wird dann mit Hilfe des OHP und einer Folienversion beschriftet wie unten auf dem (leider wegen der seltsamen Lichtverhältnisse nicht gut gewordenen**) Bild zu sehen.

tafelbild-dog-skeletonEtwas schade ist, dass dem armen Tier die Hüfte fehlt und den Kindern so die Lage der Hinterbeine nicht ganz klar war; das erforderte kurze deutsche Gespräche. Unnötig war die Muttersprache allerdings bei der Frage nach hand oder foot bzw. arm oder leg. Das haben alle verstanden und wir einigten uns auf die Doppellösung…

Katha

* Leider hab ich die Datei zwar auf dem Rechner, finde sie aber online nicht wieder, um sie hier zu verlinken. Dann einfach auf eine andere Vorlage aus dem weltweiten Netz zurückgreifen. Dino, Mensch, … es gibt da Einiges.

** im echten Leben konnte man an der Tafel sehr gut lesen und die Kinder waren sehr motiviert bei der Sache, alle Wörter fehlerfrei abzuschreiben. Ich hatte auch schon Klassen, die noch weitere Wörter wie tail oder ears und eyes dran schreiben ließen.

Teaching without a Lehrwerk

Heute mal ein lange geplanter Blogeintrag: Unser System für den lehrwerksfreien Englischunterricht!

Schon vor meinem Dienstantritt an meiner aktuellen Schule wurde dort von der FaKo die Entscheidung getroffen, ohne ein Lehrwerk zu unterrichten, da keines so richtig zu den Ansprüchen und Vorstellungen der Kollegen passen wollte. Das kam mir natürlich schon im Vorstellungsgepräch sehr gelegen, da ich zwar vorher offiziell immer ein Lehrwerk hatte, es aber nur sporadisch genutzt und in der Regel mit eigenem Material ergänzt hatte. 🙂
>> Danke, liebe M. !!!

IMG_0630

Nachdem sich nun inzwischen seit mehreren Jahren der Englischunterricht ab Klasse 1 (2. Halbjahr) gut eingerichtet hat, haben wir uns in folgendem System eingerichtet:
In Kinderhand befinden sich der English folder, das treasure book und seit einem Durchgang auch das song book.

Im English folder werden wie üblich alle AB gesammelt. Außerdem wird ganz zuunterst eine Klarsichthülle eingeheftet, in der picture cards, minibooks und anderer Kleinkram recht sicher aufbewahrt werden können.

Das treasure book begann sein Dasein als Blankoheft. Hier hinein kommen zum Ende einer Einheit die picture (and word) cards mit einer Überschrift. Somit ersammeln die Kinder sich quasi im Laufe der Schuljahre ein eigenes Wörterbuch, in dem sie auf den „alten“ Wortschatz zurückgreifen können.Bei Schreibaufgaben in Jg. 3 und 4 verweise ich inzwischen regelmäßig darauf und es bürgert sich langsam ein.

Damit uns auch die gelernten Lieder nicht beim Ausleeren der Mappen ständig verloren gehen, haben wir vor einigen Jahren zusätzlich (ebenfalls Blanko) das song book eingeführt. Alle Liedblätter loche ich also nicht mehr für die Mappe sondern schneide ein wenig Rand ab zum Einkleben. Die Kinder lieben es, durch dieses Heft zu blättern und auch fast vergessene Lieder mal wieder zu singen.

Damit die Nachschlagfunktionen der Hefte gewährleistet wird, sammle ich die Hefte vor den Sommerferien ein. 😀

Für die Lehrer haben wir alle AB zu den Einheiten in Jahrgangsordnern mit Register abgeheftet [ok – noch ist nicht alles komplett, aber wir arbeiten dran!]. Die vielen zusammen gekommenen Veranschaulichungen, laminierten Bildkarten, Realia etc. stecken in Themenkisten, die sich zwei Schränke mit unseren big books und Postern teilen. Zuletzt bauen wir gerade einen Liederordner auf, in dem analog zum song book, die Lieder mit Anregungen gesammelt werden sollen.

Es dauert seine Zeit, bis man für dreieinhalb Schuljahre Material zusammen hat, klar. Und ja, oft verändert man AB oder tauscht aus oder variiert den Ablauf oder lässt Anteile weg oder findet ein neues Buch oder Lied oder oder oder… Aber der kurze Dienstweg von nur drei Kolleginnen ist dafür völlig unproblematisch 🙂

Allen, die unschlüssig sind, kann ich ein solches freies System nur empfehlen! Traut euch mal raus aus dem Lehrwerk und ran an den Speck! [Ach ja, finanziell: Um die höheren Kopierkosten auszugleichen, zahlen die Eltern statt AH-Kosten einen kleineren Beitrag pro Schuljahr dazu.]

Ka