Arbeitsmotivation steigern in mehreren Schritten

So langsam neigen sich die Ferien definitiv dem Ende entgegen. Bis einschließlich Dienstag habe ich es geschafft, mich bis auf das Sammeln und Spülen (lassen) von Dosen nicht mit Planungen oder sonstwas zu beschäftigen. Den Schreibtisch habe ich nur privat besucht – bis auf den kurzen Ausflug in die Dienstwelt letztens.

Seit gestern sitze ich endlich mal wieder an meinen Kopiervorlagen für die Neubearbeitung des Jojo-Lesebuchs 3, die ich gern diese Woche abschließen will. Danach steht dann noch die Grobplanung für den Januar in der Monsterklasse an sowie ein paar Zeugnisnoten und -kommentare für Englisch und Kunst in den Fachklassen. Da habe ich dieses Jahr als Erstklässlerbändigerin ja Glück, nur wenig mit Zeugnissen zu tun zu haben. Vielen von euch geht es da ja vermutlich gerade deutlich anders…

Nach so langer Arbeitspause habe ich eigentlich immer schon ein Kribbeln in den Fingern und freue mich, wieder anpacken zu können. Da der Start diesmal aber etwas eintönig ist durch das kapitelweise Ausquetschen meiner Kreativitätsreserven für zig KV, muss das Mehrstufenmodell der Motivation ran. Heute sind das ganz einfache Motivatoren:
– zuerst etwas shoppen. Zugegeben, es waren nur Plastikboxen für das Lego der Möppels, aber immerhin…
– dann viiiiel Tee trinken. Danke für den besonders leckeren Mango-Vanille-Roibos, den mir eine liebe Kollegin zu Weihnachten geschenkt hat!!!
– außerdem den Blick spätestens alle zehn Minuten mal aus dem Fenster schweifen lassen und den Ausblick auf blaue Fetzen am Himmel genießen.
– extrinsische Motivation nutzen (s. Postkarte einer lieben Ex-Kollegin).
– nicht zuletzt über das neue Notebook freuen, das mit viiiel mehr Speicher und einer echt guten Tastatur das Arbeiten doch auch gleich leichter von der Hand gehen lässt…
Hier mal ein optischer Eindruck:

So, Pause beendet. Weiter geht’s. 8/14 sind erledigt, ein bisschen muss noch.

Beste Grüße,
Katha

Ferienzeit

Um drei Uhr früh hatte der Möppel einen bösen Traum. Um drei Uhr früh war die Mama wach. Um viertel nach drei haben die Gedanken der Mama den Weg in die Schule gefunden. Als die Mama um halb fünf auch noch wach war, ist sie einfach mal aufgestanden…

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Ich hoffe, ihr konntet heute länger schlafen! Aber vermutlich kennt ihr das auch, oder? Dass man in den döfsten Situationen über die Schule nachgrübelt. Darüber, was gerade so alles ansteht. Darüber, was zuletzt alles nicht so gut lief und dringend verbessert werden müsste. Seltsamerweise nur selten darüber, was zuletzt gut geklappt hat. Darüber, wem man was noch unbedingt geben und/oder sagen muss. Darüber, wie man Hänschen, Luise und Horst am besten gerecht werden kann und ob man ncht irgendwas bei ihnen übersehen hat. Darüber, dass man ja eigentlich auch mal wieder etwas vorlesen oder basteln würde, aber doch so viel Wichtigeres zu erledigen ist. – Kennt ihr?

Naja, heute genieße ich erstaunlicherweise die Ruhe hier unten im Büro, während oben die drei Männer freidlich ratzen. Ich hab schon Ablage erledigt, also die „benutzten“ AB aus den letzten Wochen weggeheftet und mich bei zweien erbstahft gefragt, wo die plötzlich aufgetaucht sind. Dann hab ich noch die Anträge für Beihilfe und KV geschrieben, um mein Konto mal wieder etwas zu füllen. Was war das Möppelchen viel beim Arzt in den letzten Monaten! Erschreckend. (Und da ist die aktuelle Rechnung vom Weihnachtsfeiertag noch gar nicht dabei für die Mandelentzündung…) Ich hab ein paar liegen gebliebene Mails in Ruhe gelesen und beantwortet, dabei mal wieder festgestellt, dass ich nicht der einzige zweifelnde Geist bin.

Ich find´s oft gar nicht so einfach der Familie und der Schule gerecht zu werden. Wenngleich ich die Mischung ja liebe. Manchmal ists doch schwer, beides GUT zu schaffen und obendrein am besten noch genießen zu können.

… schrieb mir eine liebe Kollegin, die mir sehr aus dem Herzen spricht. Ich habe immer mal wieder das Gefühl, dass wir uns zu viele Gedanken und Arbeit machen, dass gerade die sehr motivierten, aktiven, oft jungen Kolleginnen sich ziemlich aufreiben und unter den von oben herbeigeführten Bedingungen gar nicht ihre Kompetenzen ausspielen können. Im Gespräch am Glühweinstand mit einer anderen Kollegin waren wir auch einer Meinung, dass Einsatz in der Schule einfach nicht wirklich gewürdigt wird. Egal, ob ich „Dienst nach Plan“ ableiste oder meinen Unterricht öffne und dafür realistische betrachtet doch einen deutlich höheren Aufwand fahre – wir sind alle Lehrer mit gleicher Bezahlung und gleichem Ansehen (sobald es die eigenen Schulmauern verlässt). Die Erwartungen sind hoch, die Wertschätzung eher niedrig, finde ich.

So, an dieser Stelle schließe ich die heutige Therapiesitzung. Ihr dürft mir gern eine Rechnung schicken… 😉

Katha

I hear them -a little christmas play

So, nun ist das kleine Stück Theater (kann man eigentlich nicht so nennen…) fertig, das vor unser geübtes Lied „I hear them“ geschaltet wird.

Nach Abzählen der spielfreudigen Viertklässler habe ich 10 Rollen geschrieben, die sich einfach nur dreimal abwechseln. Eher zufällig sind etwas gleich viele kurze und anspruchsvollere Rollen entstanden, was ja durchaus von Vorteil ist. Heute musste ich dann noch schnell eine kleine EInleitung schreiben, da eine der leistungsstärksten Sprecherinnen gestern bei der Verteilung nicht da war, aer unbedingt noch auftreten will und soll.

So bekommt ihr nun also meinen hochkreativen Erguss, der zusammen mit Auftritt und Lied etwa fünf Minuten umfasst – perfekt für eine Weihnachtsfeier also…

1. Das kleine Stück am Stück: little-christmas-play
2. Die Rollenkarten (Ich habe die Druckversion 2auf1 genutzt, damit die Karten in Kinderhand gut zu handhaben sind): little-christmas-play-rollenkarten

So bekommen meine Kids morgen den Text zur Unterstützung:
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Unterstützt wird der Lesetext im hinteren Teil mit Musikinstrumenten: Das Jinglejingle geben Schellenkränze, das clop clop Handtrommeln und für das clatter clatter haben wir Klanghölzer im Einsatz. Im Text NACH ihrer Erwähnung, im Lied WÄHREND des Singens.

Die Viertklässler sind übrigens erstaunlich grell auf dieses kleine Stück und waaahnsinnig eifrig dabei! Gestern hat eine liebe Kollegin (!) die Rollenverteilung und erste Probe übernommen, da ich das kranke Möppelchen pflegen musste. Und heute morgen kamen gleich mindestens vier Kinder auf mich zu, um zu berichten, dass sie ihren Text schon auswändig wüssten. Cool, fand ich!
Schön auch, dass sie sich nicht zu cool sind, aufzutreten und sich auch gern etwas verkleiden bzw. aufhübschen wollen – Weihnachtsmannmützen, Rentiergeweihe und eben unsere Masken (übrigens hier gefunden) kommen frei nach Schnauze zum Einsatz…

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Habt einen guten Endspurt, wenn ihr noch drin seid!
Katha

I hear them

… in the classroom. The children are coming, I hear each noisy boom.

Für die anstehende Weihnachtsfeier der Schule habe ich angeregt, mit meiner Englischklasse im Jahrgang 4 einen kleinen Beitrag zu erarbeiten. Dazu hab ich erstmal mit den Kids den kurzen Klassiker „I hear them on the roof“ geübt und eine kleine instrumentelle Begleitung dazu gepackt. Nur Handtrommel, Schellenkranz und Klangstäbe. Als die Kinder das sehr begeistert mitmachten, schlug ich vor, das Lied auf der Feier vorzutragen und evtl. eine kleine Geschichte voranzustellen, weil es ja selbst bei dreifachem Singen und deutscher Zugabe recht kurz ist. Total begeistert meldeten sich nicht nur 50% der Kinder für eine englische Sprechrolle sondern erarbeiteten diretk noch Deko- und Kostümvorschläge in Massen. Sie haben dann auch gleich den Musikfachmann angesprochen, ob er mir nicht „Noten machen“ könnte, um das Spektakel an der Gitarre zu begleiten. Danke, Kinder!

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Nun einigten wir uns darauf, dass ich eine kleine Szene für 9-10 Sprecher schreibe und sich die anderen als Rentiere verkleiden/maskieren wollen. Schnell heute in der Kunststunde noch Rentiermasken gebastelt und dann muss das Ganze mit nur noch zwei Stunden Probezeit sitzen. Ich bin mal gespannt.

Vielleicht sollte ich mich dann jetzt mal hier verabschieden und mich an den Text machen…

Best wishes,
Katha

Wochenreport Monsterklasse

Und schon wieder sind fünf Schultage rum, obwohl die Woche doch gerade erst begonnen hatte… Immer wieder erstaunlich, wo die Zeit bleibt!

Die Erstklässler haben sich in dieser Woche mal wie richtige Schulkinder gezeigt, das war sehr erfreulich für mich und die Kolleginnen, die sich mit den kleinen Monstern beschäftigen dürfen. Sie haben ihren ersten Unterrichtsbesuch geschafft und zum Wochen-Ende hin mal insgesamt fünf Schulstunden lang recht konzentriert gearbeitet.
Ich freue mich riesig darüber. Aber (ja, Pädagogen haben doch immer ein aber, wenn ein Thema gut anfängt) ich befürchte, dass das spätestens nach den Ferien wieder hin und weg sein könnte. Drückt mir die Daumen, dass das kein Anflug von Arbeiteritis war!

Außerdem absolvierten wir unser drittes Adventssingen – 10 bis 15 Minuten mit der ganzen Schule in der großen Halle gemeinsam singen. Die kleinen Monster sind singtechnisch verwöhnt, da alle in der Klasse Unterrichtenden Gitarre spielen bzw. es lernen, haben wir gerade mal wieder festgestellt…

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Künstlerisch waren wir natürlich auch tätig und ließen Weihnachtsstimmung im Flur vor der Klasse einziehen: Weihnachtsbäume aus Wasserfarben wurden mit Wachsmalern geschmückt, ganz klassisch…

In Deutsch sind inzwischen alle Kinder beim ersten Stopschild im AH angelangt und haben den dort angesetzten Test mehr oder weniger mit Bravour gemeistert. Es gibt noch vereinzelt Probleme bei der Feinmotorik oder beim genauen Abhören der Laute im Wort, aber eben immer nur vereinzelte Probleme und keine Totalausfälle. Puuuh! Krass finde ich, dass (wie erwartet) der Unterscheid beim Fortschritt bei bis zu drei Buchstaben liegt. Neben Differenzierungsmaterial nach unten für die noch mit Ma, Le oder Ro beschäftigten Kids benötige ich nun auch immer deutlicher Material nach oben für die Sätzeleser und den Fast-schon-Rechtschreiber.

Dank unserer LAA lernen die Zwerge im SU nun auch mal Gruppenarbeit kennen und gehen damit erstaunlich locker und größtenteils souverän und regelkonform um. Da ist es dann doch von Vorteil, dass Kommunikation in meinem Klassenraum oft schon durchaus erwünscht oder zumindest zugelassen ist und offenes Arbeiten Alltag ist. Wenn man es gewöhnt ist, dass andere Kinder gerade mit anderen Inhalten oder Materialien beschäftigt sind, ist doch so eine Gruppenarbeit nicht mehr fern, oder?

Also hoffe ich mal wieder, dass ich den richtigen Weg für die mir Anvertrauten einschlage und alle Abkürzungen , Wendemanöver und Umwege mitgehen kann, die zum Erreichen des Ziels nötig sind!

Eure Katha

Vom Ändern eines Plans

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Mit schrecken stelle ich immer wieder fest, dass ich inzwischen zum Wochenendblogger geworden bin und wenn überhaupt mal einen Beitrag pro Woche zu schreiben schaffe. Irgendwie finde ich das ziemlich schade, wäre ich doch gern grad gefühlt aktiver…

Die Gründe liegen aber sicher auf vielen Ebenen meines Lebens verstreut. Privat liefen in den letzten Wochen diverse Elternabende in (Schule und) Kita und verschiedene mehr oder weniger adventliche Aktionen. Da muss es manchmal abends auch einfach nur das Sofa sein! Kennt ihr, ne?
Schulisch liegt es sicher auch daran, dass der Fachunterricht gerade einfach mal „läuft“ (in Englisch funktionieren die Themen einfach und ich kann so „runter unterrichten“; die Kurse brauchen auch kaum Aufmerksamkeit), und es daher kaum etwas zu berichten gibt.
Mögliche Themen aus der Monsterklasse sind allerdings oft zu komplex für kurze Zwischendurch-Einträge und werden erst einmal auf die längere Bank geschoben…
Sicher kennen das viele Kolleginnen und Kollegen: Man startet mit einem Plan in eine neue erste Klasse, der in Teilen recht offen ist, aber doch eine Richtung vorgibt. Meine bisherigen Pläne verlaufen sich mehr oder weniger im Sand und ich muss meine Richtung und vor allem meine Ziele immer mal wieder komplett oder teils neu formulieren. Ich probiere aus, evaluiere und probiere neu. Hört sich hochtrabend an, ist ja aber doch nur das Alltagsgeschäft, das von hohen Ansprüchen (meinerseits!), hohen Anforderungen und einem gewissen Maß an Selbstzweifel geprägt ist.

Ich hatte ja schon früher geschrieben, dass ich Abstand von gemeinsamen Erarbeitungsphasen genommen habe und die Kinder vermehrt allein an ihren Aufgaben arbeiten. Das hat sich wirklich bewährt – im AH Deutsch habe ich im Zuge dessen inzwischen das gemeinsame Erarbeiten Durcharbeiten der Buchstaben durch ein neues System ersetzt: in allen AH habe ich Stopzeichen eingeklebt (immer am Ende eines Kapitels bzw. nach zwei neuen Buchstaben), bis zu dem jedes Kind im Wochenplan arbeitet. Bis zum Stop habe ich die Aufgaben gekennzeichnet: angekreuzt heißt Pflichtaufgabe, Sternchen davor heißt freiwillig*. Spätestens beim Erreichen des Stops muss das Kind mit AH zu mir kommen und ich kontrolliere intensiver, ob m.E. alles ok ist. Ggf. wird dann ein kleiner Test geschrieben oder ich frage mündlich etwas ab. So ist jetzt etwa die Hälfte meiner Klasse ca. zwei Buchstaben weiter als die andere Hälfte. Ich find das ja gut – so hab ich es halt auch gelernt…
Gemeinsame Übungen zu Buchstaben gibt es zwischendurch immer noch. Abhören von Lauten auf ihre Stellung im Wort zum Beispiel oder Silben zum durchschnittlich aktuellen Buchstaben.

Sehr angenehm finde ich es, dass inzwischen wirklich alle Kinder gut damit leben können, dass jeder gerade an etwas Anderem arbeitet. Inklusive Umgebungen funktionieren ja nur unter solchen Vorzeichen. Freude und Anspannung gelten jedoch der Frage, wie weit ich es auseinander laufen lassen kann, ohne die Gemeinschaft zu verlieren. Genug Punkte zu schaffen, die für alle Anspruch haben und alle mitnehmen – darum geht es jetzt mehr denn je! Und gerade das ist ja in einer Klasse, die recht gut ackern aber nur schlecht zuhören oder gemeinsam etwas besprechen kann, schwierig.
Warten wir mal ab, wie es weiter geht. Eventuelle Erfolgserlebnisse versuche ich dann wieder mit euch zu teilen!

Hoffnungsvoll,
eure Katha

* Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Kinder die freiwilligen Aufgaben mit erledigen!

Kleines Buch – großes Thema

Aus ganz aktuellem Anlass – der Gutenachtgeschichte in Möppels Hochbett vor 10 Minuten – mal ein adventlicher und echt günstiger Buchtipp:
„Lukas hilft dem Weihnachtsengel“ von Ingrid & Dieter Schubert, erschienen bei Carlsen als Maxi-Pixi-Buch.
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Bereits die dritte „Awenzzeit“ begleitet uns dieses Buch nun sehr regelmäßig. Die Muttis unter euch wissen, dass Lieblingsbücher gern auch dreimal täglich gelesen werden müssen… Aber dieses kleine Schätzchen schlage ich immer wieder gern auf. Die Geschichte ist kurz und prägnant erzählt und die Bilder strahlen eine wahnsinnige Poesie und Tiefgang aus, das erlebe ich selten bei solch kleinen Büchern!
Lukas findet einen verletzen Engel, dem er hilft und dessen Botschaft verloren ging. DIese Botschaft schwebt durch die Nacht und wundersame Dinge geschehen. Am Ende kann Engel mit der gefundenen Botschaft weiterreisen und Lukas erhält ebenfalls ein Stück davon.

Die Geschichte bleibt relativ abstrakt, aber die Bildbeispiele sind nah an den Kindern und bieten unheimlich viel Gesprächsstoff und Raum für Ideen, Interpretationen, Entdeckungen. Egal ob für Erwachsene oder Kinder, für die traute Gutenachtgeschichte oder im Adventskreis mit der Klasse – ich glaube, dieses Buch gibt jedem etwas mit.

Einen schönen zweiten Advent wünscht
Katha