Gedichte in Klasse 1

Mehrfach wurde ich zuletzt gefragt, wie ich „das mit den Gedichten“ in der ersten Klasse halte. Deshalb mal ein kleiner Lyrikartikel heute.

In den letzten Monaten habe ich drei Mal montags ein Gedicht in den Wochenplan gegeben, das es auswendig zu lernen galt. Es gab also vier Tage Zeit, das Gedicht einzuüben. In den meisten Familien klappte das Üben zuhause so gut, dass etwas ab mittwochs die ersten Gedichtvorträge gehalten wurden – teils in kleiner Runde am Pult, teils ganz mutig vor der Klasse.
Für alle anderen las ich das Gedicht dann jeden Tag einmal vor und ließ die Kinder, soweit möglich, mitsprechen. Dabei gebe ich dann ja implizit einen Sprechrhythmus vor, den viele Kinder übernehmen. Vor allem beim Piratengedicht halfen da auch die lustigen Ausdrücke („Papperlapapp“) und die „repititive structures“, also sich wiederholende Textstellen. Das ist noch einer der Gründe, warum zum Bespiel Lieder leichter zu lernen sind als Gedichte – die haben meist einen Refrain, der immer wieder kommt.

Natürlich gab es freitags dann immer noch zwei Kinder, die sich quasi nichts merken konnten.  Aber damit kann ich leben…

Beste Grüße,
Katha

Reservierungstechnik

Heute mal wieder ein kleiner Kunst-Einblick aus dem vierten Schuljahr: Wir haben die altbekannte Reservierungstechnik kennen gelernt.

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Zuerst gab es eine Fingerübung auf Tonkarton 10×10 cm. Die Technik wurde besprochen: Mit weißem Wachsmaler ein Motiv auf das weiße Papier zeichnen – dabei nur Umrisse zeichnen. Dann mit Wasserfarben (Nasstechnik!) das Blatt ein- oder mehrfarbig einfärben, dabei die Linien einfach übermalen. Das fiel einigen Kindern echt schwer, die Linien nicht einzuhalten …

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Damit waren wir dann auch schon fast zwei Schulstunden beschäftigt (inkl. Trocknungs-, Würdigungs- und Reflexionszeiten).

In der folgenden Woche ging es dann an das eigentliche Kunstwerk: Es sollte ein Eismeer mit weißem Wachsmaler auf dem Zeichenblock gestaltet werden mit Eisbergen und Eisschollen sowie einem Horizont. Anspruchsvoll zu malen, wenn man nicht viel sieht 😉
Danach haben wir ausführlich über die Farbwahl für Meer und Himmel gesprochen und uns über Beamer noch ein paar Fotos angesehen. Die Kinder füllten dann das ganze Blatt in Blautönen mit viiiiel Wasser aus, wobei wieder einige Kinder nur gehemmt über die Eisberge malten. Locker eine Doppelstunde rum!

In der letzten Stunde des Themas zeichneten die Kids mit Buntstiften oder Filzstiften/Finelinern Pinguine auf ihr Bild. Ich hatte eine Stunde eingeplant, es sind dann aber doch bei den meisten Kids beide Stunden geworden, bis sie zufrieden waren.

Hier sehr ihr ein paar der Ergebnisse:

Um den Kindern mal transparent zu machen, wie Benotung in Kunst geht, durften sie sich gegenseitig bewerten: Unter jedes Bild legten wir einen kleinen Zettel. Darauf sollte jedes Kind bei einem Museumsgang seine Bewertung schreiben: 3 Punkte für sehr gelungene Bilder, 2 Punkte für gute, aber vebesserungswürdige Bilder, 1 Punkt für Bilder, die die Kriterien kaum erfüllen. Am Ende wurde zusammen gezählt. Natürlich war das nicht toal fair und objektiv – beste Kumpel gaben sich eben doch drei Punkte selbst für unfertige Bilder…

Beste Grüße,
Katha

Piraten-Projekt 3. Teil

IMG_0022So, nun folgt endlich der Abschluss des Piraten-Projekts:

Im Bereich Lesen haben wir meine neue „Silbemaschine“ angeworfen, um lustige und wirkliche Piratennamen zu kreieren. Das ist nichts Anderes als eine Tisch-Präsentationsmappe, die vierfache Ringlochung hat und in die ich mittig halbierte A4-Blätter mit Silben einheftete. Die kombinierten wir dann spielerisch durch umblättern und erhielten eine Menge Piratennamen… Danach bekam jedes Kind eine Anfangs- und eine Endsilbe, um daraus den Namen zu erlesen. In zwei Runden tauschten wir dann noch jede Silbe einmal mit einem anderen Kind, um pro Nase drei verschiedene Namen gebildet zu haben. Ich freue mich momentan über jede gemeinsame Gesprächs- und/oder Leserunde, die wir friedlich und störungsarm schaffen…

Dann gab es noch zwei Arbeitsblätter mit Bildern aus dem Lesebuch, auf denen Wörter bzw. Sätze gelesen und verbunden werden mussten. Auch ein Minibuch zum Lesen und Anmalen aus dem Lehrwerk kam zum Einsatz.
Zuletzt wanderte der Tisch mit den Playmobilsachen nach vorne und wir bildeten einen Kinositz drumherum. Gemeinsam gaben wir den Figuren dann Namen und erzählten zusammen eine kleine Geschichte. Fast eine ganze Schulstunde lang saßen wir zusammen und man merkte, wie intensiv die Kinder sich mit dem Thema beschäftigt hatten.

Passend dazu mein Fazit:
Fast unabsichtlich bin ich in dieses inhaltliche Projekt gestolpert (eigentlich sollte es nur wieder ein thematisch inspirierter Wochenplan werden). Aber dieses Art zu arbeiten liegt mir und meinen Kindern offensichtlich auch. Die Wortschatzarbeit war sehr intensiv und ich konnte vor allem bei einer Schülerin mit erst rund zwei Jahren „Deutschsprachigkeit“ beobachten, wie hilfreich der Wortspeicher und die immer wieder auf den AB auftauchenden Begriffe waren. Ziemlich fleißig haben sie ALLE gelesen und geschrieben ohne Murren oder Ablenkungen.
Das hat mich darin bestätigt, solch eine Arbeitsweise zu einem großen Oberthema wieder einzusetzen. Vielleicht kommen bald mal heimische Tiere dran…

So, das war es dann mit den Piraten.

Harr harr,
Katha

Piraten-Projekt 2. Teil

Um auch endlich mal wieder was zu schreiben, kommt heute ein kurzer Einblick in die weitere Arbeit mit den Piraten:

Zum Einen habe ich die geübten Piratenwörter und ein paar weitere in schwarz-grauer Silbentrennung auf Zettelchen gedruckt. Die haben wir nach ihrer Silbenanzahl an der Tafel in eine Tabelle sortiert und die Silbenkönige mit Textmarkern markiert.

Dann habe ich mal einen kleines Piratenzirkeltraining ausprobiert: 4×5 Minuten an verschiedenen Tischen piratig arbeiten. Das ging so: An drei Tischgruppen plus den Playmobiltisch teilte ich vier Gruppen ein. Dann ging es immer nach fünf Minuten einen Tisch weiter, bis alle Gruppen rum waren.
Tisch 1 war also Spielen am Piratentisch:

Tisch 2: Schreiben von so vielen Piratenwörtern wie möglich auf unseren kleinen Tafeln. Man sieht deutlich, wer den Wortspeicher nutzt und wer es lieber selbst probiert:

Tisch 3: Lesen der Piratengeschichten im Lesebuch:
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Tisch 4: Lese-Lege-Karten „Piraten“ zuordnen – hier konnte man sich gern mit Partnern zusammentun. Sehr spannend zu beobachten, wer wem vorlas und wer die passenden Bilder suchte!
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Im Kunstunterricht waren natürlich auch die Piraten los. Eine Doppel- und eine Einzelstunde ergaben tolle Piraten und tolle Schatzkarten. Erstere wurden „einfach“ mit Wachsmalern gezeichnet (vorher mit den Piratenwörtern wdh., was dazu gehört) und Zweitere waren zweischrittig: 1. Stunde Insel und Meer mit  Wasserfarben malen, 2. Stunde alles weitere mit Buntstiften:

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Soweit der zweite Einblick. Alle restlichen und abschließenden Arbeiten folgen in den nächsten Tagen.

Nun muss ich nach dreitägiger Abwesenheit erstmal wieder in der Schule ankommen und schauen, ob noch alle an Bord sind. 🙂

Beste Grüße,
Katha

Rezension: Hexarella und der Wundervogel

Meine zweitCovere Rezension befasst sich mit einem Kinderkrimi:

Titel: Hexarella und der Wundervogel
Autor: Klaus Schuker
Verlag: Fabulus
ISBN: 978-3-944788-44-9

Empfohlen ist das Buch für Leser ab acht Jahren. Ich selbst liege deutlich drüber und mein Möppel, der das Buch unbedingt vorgelesen haben wollte, liegt definitiv drunter mit seinen zarten fünfdreiviertel Jahren. Trotzdem hat er es über viele Abende verteilt angehört und mitgefiebert.
Die Geschichte der kleinen Hexe Hexarella, die ihre Eltern bei einem Unfall verlor und nun bei ihren grausamen Tanten leben muss, geht teilweise ganz schön an die Nieren (wenn man mal die Zielgruppe bedenkt). Auch das langsame Siechen und Sterben eines Vogelbabys finde ich schon recht harten Tobak. Die Geschichte begleitet Hexarella in ihrem Alltag und im letzten Drittel des Buches beim Lösen des großen Rätsels um die sterbenden Vögel. Sie ist im großen und Ganzen gut geschrieben  und nachvollziehbar. Es gibt aber recht regelmäßig Rückblenden, deren Beginn und Ende leider nicht immer klar erkennbar sind. Eine typografische Hervorhebung wäre hier für junge Leser sicher hilfreich gewesen.
Außerdem stolperte ich doch oft über die ungewöhnlichen Namen, von denen Doxooxo und Dixiixi noch am einfachsten waren. Die Hexenlehrerin Xebxeb ging mir kaum über die Lippen… Auch die Langwörter, die Hexarella hobbymäßig erfindet, sind mit ihren bis zu 80 Buchstaben eine echte (Vor)Leseherausforderung.
Die gezielt eingesetzten wenigen Illustrationen sind sehr liebevoll gezeichnet und wie das Coverbild sehr ansprechend.
Zum Glück gibt es sowohl privat als auch krimibezogen ein (zwar knappes) happy end, so dass das Mitleiden mit der kleinen Hexe belohnt wird.

Leseempfehlung: Ich würde dieses Buch geübten Lesern empfehlen, also eher Kindern ab 10, die Romanerfahrung haben. Zu emfindliche Seelen sollten es lieber nicht alleine lesen, da Unterdrückung, Gewalt Krankheit und Tod keine Nebenrolle spielen.

Beste Grüße,
Katha

[Grafik freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Literaturtest]

Piraten-Projekt 1. Teil

Seit letzter Woche sind meine Schnuckis im Piratenfieber. Als sie montags morgens den Klassenraum betraten, sahen sie plötzlich auf einem unserer Arbeitstische ein Meer mit Inseln und einem einsamen Piraten… [Danke an dieser Stelle an meinen Möppel, der bereitwillig seine Playmobilsammlung zur Verfügung stellte!]
DSCI0147Nach der Begrüßung und Besprechung des Tagesablaufs versammelten wir uns auf Stühlen und Tischen sitzend um diese Szene herum und mutmaßten, wieso weshalb warum dieser Pirat dort so einsam auf der Insel stand. Vielleicht wurde er zur Strafe ausgesetzt, vielleicht sollte er einen Schatz bewachen oder war nach einem Schiffbruch als einziger Überlebender angespült worden? Es blieb ein Rätsel!

Zunächst wollte ich dann das Vorwissen zum Thema aktivieren. Der Auftrag, in Gruppen alles das aufzumalen oder zu schreiben, was sie über Piraten wissen, verleitete aber eher zum szenischen Malen…

Der WP war gefüllt mit Lese-, Schreib-, Mal- und Erzählaufgaben rund um das Thema Piraten. Wie ihr auf den Fotos seht, befanden sich in manchen Fächern verschiedene differenzierte AB mit dem gleichen Schwerpunkt (Schreiben, Silben, Lesen), bei denen die Kinder wählen durften. Auch ein neues Gedicht zum Einüben gab es, das wirklich sehr eingängig bei den Kids war – fast alle haben es mir schon zu 1/3 oder 2/3 vorgetragen!

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Drumherum gab es noch eine Hörübung, bei der die Bilder an bestimmt Orte gelegt werden mussten:

Auch ein Büchertisch war natürlich im Angebot:
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Wichtig war mir in diesem „Projekt“ vor allem auch die Wortschatzarbeit. Wir haben einige passende Nomen besonders geübt und auch in einem Wortspeicher festgehalten. Die Bilder dazu stammen von Danielas Ideenreise, danke dafür! DSCI0149
Diese Wörter haben wir nach ihrem Artikel sortiert (Spiralcurriculum und so… hatten wir ja im Februar), gemeinsam gelesen und den Bildern zugeordnet. Ich habe mich ertappt, dass ich viele Elemente des Fremdsprachenunterrichts eingesetzt habe 🙂
Was mich aber sehr freut sind die Ergebniss: Auch die spracharmen Kinder und die schwachen Leser konnten nach 7 Tagen Übung viele der Bilder korrekt benennen bzw. mehrer Wörter „erlesen“.

Eine weitere gemeinsame Übung war diese: in sich differenziert, weil man den Weg mündlich beschreiben und/oder den Text ergänzen und vorlesen kann. Es ist ja krass, aber einzelne Kinder können das schon lesen!
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So, soweit der erste Einblick. Sobald alles beendet ist, kommen noch weitere Ausführungen zum Freiarbeitsmaterial, zum Erzählen von Geschichten, eine Hörübung und ein Resumee.

Außerdem erfahrt ihr, warum der arme Pirat denn nun wirklich allein auf seiner Insel stand und ob er allein geblieben ist. 🙂

Beste Grüße,
Katha

Verlosung :-)

Vor Kurzem habe ich bei einer Lehrerbefragung mitgemacht und dabei ein Englisch-Stars-Heft gewonnen. Da ich das aber schon habe und meine Regale entschlankt halten möchte, probiere ich es mal mit einer Verlosung…IMG_0957

Also, wer das Heft gern haben möchte, der schreibt als Kommentar einen englischen sich irgendwie reimenden Vierzeiler (Thema egal)! Ich werde bis zum 26. März sammeln und dann ganz objektiv ohne notarielle Aufsicht das Gewinnergedicht küren.

Beste Grüße,
Katha