Rezension: „Keine Panik – Wir stellen die Schule auf den Kopf“

Titel: „Keine Panik – Wir stellen die Schule auf den Kopf“
Verlag: Südpol (hier klicken)
Autor:innen: Ilona Einwohlt
Illustrationen: Alexandra Junge
ISBN: 978-3-96594-374-2

Zum Inhalt:
Mika, Ibo, Lilly und Milan besuchen eine ganz normale Grundschule – also eine mit defekten Toiletten, kaputten Fenstern und personeller Unterbesetzung. Verstärkt werden die Probleme durch einen unmotivierten Hausmeister und einen sehr langsamen Schulleiter.
Als jedoch eine Vertretungshausmeisterin an der Schule anfängt, kommen positive Veränderungen ins Rollen. Die Kinder merken durch Frau Panic, dass sie Dinge selbst in die Hand nehmen und für ihre Wünsche einstehen können. Es entwickelt sich eine Dynamik, in deren Folge Pläneschmieden und Demonstrationen ins Spiel kommen. Es bewegt sich was an der Schule und auch bei den Erwachsenen, als es um den Erhalt des Schulgartens als Lernort geht.
Das Buch beinhaltet Illustrationen auf jeder Doppelseite und bietet einen eher lockeren Schriftstil: Viele Begriffe sind im Comistil hervorgehoben, farbig und groß, wofür der Verlag den Begriff Comicroman nutzt.

Meine Meinung:
Inhaltlich gefällt mir an der Geschichte gut, dass sie an einem so nachvollziehbaren, realistischen Ort spielt, in dem sicher viele Kinder Facetten ihrer eigenen Schule wiederfinden. Zudem sind die Protagonist:innen ganz normale Kinder, die eine Perspektivübernahme ermöglichen. Sie durchlaufen eine starke Entwicklung von einer altersgemäßen Naivität zu mehr gemeinsamer Selbst- und Mitbestimmung. Sie lernen demokratische Mittel kennen und einerseits Bestärkung durch Erwachsene sowie andererseits auch, dass man Erwachsene überzeugen kann. Neben dem Thema der baulichen schulischen Probleme werden Themen wie Feminismus und Fremdenfeindlichkeit angerissen, so dass man als Leser:in die Wahl hat, hier tiefer einzusteigen oder eben nicht.
Die Illustrationen sind klar und farbenfroh, sehr lebendig und kindgerecht realistisch. Durch den Comicstil und den insgesamt lockeren Schriftsatz ist das Buch durchaus leicht lesbar.

Leseempfehlung:
Zum ersten Mal seit Langem kann ich mal wieder ein Buch als Ganzschrift für die dritte oder vierte Klasse empfehlen. Die Lesbarkeit und der Lebensweltbezug dürften bei den Kinder zu viel Lesefreude führen. Natürlich ist „Keine Panik“ auch gut als Selbst- oder Vorlesebuch geeignet – meiner Einschätzung nach ab etwa 8 Jahren.
Demokratielernen ohne erhobenen Zeigefinger – so wünsche ich mir Bücher für Kinder! Die Geschichte von Mika und ihren Freund:innen bietet tolle Gesprächsanlässe für mehr Mitbestimmung an der eigenen Schule.

Vielen Dank an den Südpol-Verlag für das so liebevoll verpackte Rezensionsexemplar! Da war schon das Auspacken ein Highlight!

Katha

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