Strukturen werden erkennbar

Wie vermutlich zig Kollegen momentan bin ich auf der Suche nach der optimalen Nutzung / Inneneinrichtung meines Klassenraumes für das neue Schuljahr.

Heute haben sich noch einmal unerwartet viele Möbel bewegen müssen, aber erstaunlicherweise bin ich jetzt auf einem Stand, der mir gefällt: Durch die (noch) angenehmn niedrige Schülerzahl konnte ich eine Ecke mit einem Sideboard abtrennen zum Lesen, für EA, … und trotzdem die Tische wie gewünscht anordnen. Mehrere Arbeitsplätze, teils Einzeltische erlauben bewegteres und vielleicht auch mal konzentrierteres Arbeiten und bietet gute Grundlagen für mögliche Stationen zum Buchstabenlernen [dazu unbedingt auch mal hier bei Valessa und hier bei Annika lesen!].
Auch die Bücher und die Kästen und Fächer der Kinder haben ihren Platz schon gefunden – sie warten nun auf ihre Beschriftungen. Die mache ich aber immer erst kurz vor der Einschulung, wenn ich mir der Klassenliste sicher bin und keine Zu- oder Abgänge zum Start zu erwarten sind…

Erstaunlich finde ich es immer wieder, wie viel Kram man doch so beisammen hat. Dieses jahr behaupte ich von mir, dass ich recht resolut aussortiert habe und deshalb vermutlich wirklich über 80% von dem, was da im Schrank ist, zum Einsatz kommt. Mal sehen. Voll ist er auf jeden Fall schon fast:

Auch das Pult sieht nach Umzug und Räumen aus:

Tja, nachdem ich mich heute so richtig in Rage geräumt hatte, gibt es eine kleine kinderbedingte Schulpause und dann mache ich mich Montag daran, die ersten Materialien fertigzustellen und alles (bis auf die Namensschilder) fertig zu bekommen für die Einschulung.
Hier zuhause im Arbeitszimmer wartet ja auch noch Einiges an Material darauf, einsortiert, aussortiert oder zumindest untergebracht zu werden. Da der gute alte Schwede Billy ja nicht mehr als vier ordnertaugliche Fächer zulässt, habe ich noch ein paar liegende Ordner (seit 1,4 Jahren, muss ich gestehen), die dringend mal in die Senkrechte wollen. Vermutlich muss ich dazu meine SU-Ordner einfach mal zusammenfassen, wegtun oder oder oder.

Schöne Ferien weiterhin wünscht
Katha

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Lange und kurze Vokale unterscheiden

Ganz „off topic“ fiel mir heute früh dieses Übungsmaterial ein, das ich zuletzt in der Rechtschreibtrainingsgruppe eingesetzt habe (Klasse 3):

Unbenannt.PNG

Fertig gebastelt halten die Kinder Karten in A5 in der Hand mit Wörtern, in denen ein Vokal gekennzeichnet ist. Sie müssen nun (je nach Arbeitsauftrag auf der Karte) alle Wörter mit langem (oder eben kurzem) Vokal einkreisen. Das ganze Thema ist ja hilfreich, wenn es um doppelte Konsonanten oder überhaupt Konsonanten nach Vokalen geht.

So geht es: Die Datei Erkenne lange und kurze Selbstlaute öffnen, ausdrucken. Dabei am besten nicht weißes oder hellgelbes Papier nehmen, da die Lösung durchscheint. Bei mir ging hellgrün gut. Einfach mal probieren. Dann werden die Blätter halbiert und jeweils die passende Lösung hinter die Aufgabe gelegt (Also die obere Lösung vom zweiten Blatt gehört zur oberen Aufgabe vom ersten Blatt – ist ja nummeriert!). Wichtig ist, dass die Ränder der Tabellen übereinander liegen, also die Lösung auch korrekt liegt. Die Ränder dann noch ggf. kürzen oder anpassen. Dann laminieren und fertig. Die Kinder arbeiten mit Folienstift darauf und kontrollieren sich selbst, indem sie die Karte gegen dasFenster halten und die Lösung durchscheint.

Wer selbst noch mehr Karten erstellen möchte, kann gern die Word-Datei per Mail von mir bekommen.

Das ist übrigens ein cooles Übungsformat für alle Themen, bei denen es um ja-nein-Entscheidungen geht. Ich habe zum Beispiel in Englisch beim Thema food auch solche Karten, bei denen nur Essen und Getränke eingekreist werden dürfen. Denkbar ist eine Menge!

Viel Spaß am Laminiergerät wünscht

Ka

Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da

Na, wer hat alles schon einen Ohrwurm von diesem Klassiker? Ich seit Tagen, obwohl ich in meiner Klasse kein Musik gebe. Aber der Möppel singt für sein Leben gern und zum beginnenden Herbst ist mir nix Anderes eingefallen als nunmal dieses alte Schätzchen.

Für alle, die das Lied in die Musikmappe, ins Liederheft oder sonstwo abheften/einkleben wollen, habe ich hier ein Liedblatt, das das Lied ganz gut illustriert. Das hilft selbst einem Vierjährigen beim Nicht-Verwechseln der Strophen 🙂

Der Herbst ist da – Liedtext

Der Herbst ist da Folien zur Verwendung an der Tafel, zum Aushängen…

Heia hussassa, der Herbst ist da!

Ka

Tag des Lehrers

Dank des Radios weiß ich jetzt, dass heute der Internationale Tag des Lehrers ist. Dank google weiß ich außerdem, dass dieser Tag etwas mit der Wertschätzung des Lehrerberufes und der zentralen Bedeutung von Bildung in der Gesellschaft zu tun hat.

An dieser Stelle möchte ich deshalb keinesfalls ein Loblied auf den Lehrer an sich anstimmen oder eine Ode an die Bildung verfassen. Vielmehr fände ich es toll, wenn einige Menschen wieder etwas positiver oder zumindest erstmal aufgeschlossener über das Lehrersein (nach)denken würden.

❗️Ja, es gibt schlechte Lehrer. Genauso wie schlechte Banker, schlechte Handwerker, schlechte Taxifahrer oder schlechte Ärzte. Ich bin mir aber sicher, dass die große Mehrheit der Leute ihren Beruf (welchen auch immer) mit Freude, Eifer und Kompetenz ausüben. Egal, ob mit ganz kurzer Leine oder eher offen arbeitend – die Kinder können viel lernen und an den Erfahrungen wachsen.

❗️Alle Menschen in Schulen sind unterschiedlich. Sowohl die Kleinen als auch die Großen. Manche mag man mehr als andere. Einige sind einem eher wohlgesonnen, andere vorsichtig, schroff oder offenherzig. Das ist doch super!!! Es übt fürs spätere „echte“ Leben. Nicht jeder Kollege oder Vorgesetzte wird als Erwachsener immer fair zu mir sein, ich werde dennoch mit Ihnen arbeiten müssen. Und ja, Kinder ärgern andere Kinder und Erwachsene ermahnen manche Kinder öfter als andere. Aber die Definition von Mobbing sollte vor der Verwendung dieses Wortes nochmal nachgelesen werden!

❗️Ja, Schule bedeutet Arbeit, Anstrengung, Leistung. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Und diese Bereitschaft etwas zu schaffen, das Versuchen und Bemühen, das gehört dazu! Leider geht bei den Eltern die Haltung zur Leistung inzwischen immer weiter auseinander. Die Einen treiben ihre Kinder schon vor der Einschulung an (hier soll jetzt kein weiterer Essay über Helikoptereltern folgen 😉). Viele andere suchen die „Schuld“ für zu geringen oder zu gering erscheinenden Erfolg ihrer Kinder nur noch beim Lehrer oder anderen Faktoren der Schule.

❗️Und ja, Lehrer (zumindest in der Grundschule) haben oft mittags Unterrichtsschluss und eine Menge Ferien. Dass jedoch mit dem Abschied von den Kindern unser Arbeitstag nicht beendet ist, das kann oder möchte nicht jeder nachvollziehen. Neben der Vorbereitung des Unterrichts in Form von Planung, Terminabsprachen und der Abstimmung mit den Anforderungen von Lehrplan und Co kommen Nachbereitung & Korrekturen, Elterngespräche, Jugendamtskontakte, Kontakte zu sonstigen Hilfs- und Bildungsstellen und diverse weitere Termine in der Schule dazu. Vor allem aber begleiten viele von uns „unsere Kinder“ den ganzen Tag. Wir grübeln darüber, warum Hänschen seit Tagen so schlecht drauf ist. Wir fragen uns, wie wir Julchen helfen können, sich besser zu konzentrieren. Wir lesen Bücher über ADHS, LRS, Förderung etc. Wir überlegen, welche Material für die nächste Förderstunde am besten geeignet ist und wer daran teilnehmen soll. Wir kaufen Material zum Basteln, Lesen, Arbeiten. Beim Einkaufen, beim Autofahren, beim Fernsehen…
Naja, ein bisschen Loblied isses nun doch geworden, sorry dafür! Ich würde mich aber freuen, wenn mal wieder ein bisschen mehr Vertrauen in den Lehrer herrschen würde und Eltern zwar hinter ihren Kindern stehen, aber auch den Lehrern zutrauen, richtige Entscheidungen mit und für die Schüler zu treffen. Danke dafür im Voraus!

Ka