Frohes neues Jahr!

Ich bin baff, wie viele geschätzte Kolleginnen seit Ferienbeginn hier und in meinem privaten Umfeld aktiv sind… die ersten Notenlisten und AG-Teilnehmer für die Zeugnisse kamen noch am zweiten Weihnachtsfeiertag bei mir an!

Respekt. Ich hingegen war bislang wirklich faul und familiär. Nach einem außerplanmäßigen 24stündigen Krankenhausaufenthalt mit einem aus dem Einkaufswagen gestürzten Möppel (Mordsbeule, aber sonst heile!) waren die Feiertage mal recht entspannt und auch die Silvesterfeier sowie die erste Einladung zum runden Geburtstag wurden schon erfolgreich absolviert.

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Im Büro war ich bislang nur zum Umräumen. Da das „große“ Kind spontan einen neuen Schreibtisch bekommen hat, mussten alle bisher im Büro stehenden Möbel (also meine!) innerhalb eines Abends Plätzchen-wechsel-dich spielen. Nun ist mein Ausblick näher ans Fenster zum Garten gerückt und ich stehe ständig vorm falschen Regal, weil ich mich an die neue Ordnung noch nicht gewöhnt habe. Beste Voraussetzungen also, um übermorgen „endlich“ mit der dringend nötigen Arbeit anzufangen. Neben den üblichen Notenlisten für die Kollegen muss ich ja auch noch die Empfehlungsschreiben für meine Vierer verfassen bzw. die Sprechtage übernächste Woche vorbereiten.  Da aber ab Montag zum Glück beide Kinder in den Kindergarten gehen (dürfen), schaffe ich hoffentlich in den drei verbleibenden Ferientagen gut was wech (wie der Lipper sagt).

Euch allen wünsche ich (wie mir selbst) viel Kraft und Mut für die nächsten 12 Monate und dass wir, wenn 2016 wieder erschreckend schnell vergangen ist, mit einem guten Gefühl darauf zurückschauen können! Lasst uns flexibel, kreativ und selbstbewusst sein, gut geerdet und mit starken Flügeln für kleine Höhenflüge!

Ka

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Seid ihr auch so? So verrückt?

Heute musste (!) ich nach 10 abwesenden Unterrichtstagen in die Schule. Am letzten Sonntag war ich zuletzt dort, um Material abzuholen, Elternzettel zu checken und Kram hinzubringen. Heute dann das „große Reinemachen“.

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Ich bedanke mich hochachtungsvoll bei allen Kollegen, die in der vergangenen Woche wie immer wie selbstverständlich meine Stunden übernommen und so viel wie möglich von meinen Vorschlägen umgesetzt haben! Viele ordentlich abgehakte Listen und gesammelte Zettel lagen auf meinem Pult und meinem Lehrerzimmertisch, Krankmeldungen waren im Kalender eingetragen und die Klasse war erfreulich adventlich dekoriert mit Sternen, Krippenfiguren und Lichterkette. DANKE!

Trotzdem juckte es gleich wieder in den Fingern. Erstmal die Tafel putzen und den Tagesplan aufhängen, Lappen und Lineal spülen, Magnete einpacken und das Pult wieder in seinen gewohnten Zustand versetzen. Man sieht halt doch, dass hier zuletzt mehrere Chefs zuständig waren, die alle eine andere Art von Ordnung und Organisation haben. Lustig fand ich, dass sich wohl niemand an die Tür in meinem Pult gewagt hat, hinter der sich neben vielem Kleinkram auch der Kreidenachschub verbirgt – frische Kreide fand ich im Stiftefach 😀

Nun ja, jetzt ist auf beiden Tischen wieder „Ordnung“ eingekehrt – wenn man die Kunststapel neben dem Mappenstapel neben dem Ablagefach neben dem Stiftebecher an meinem Doppelplatz so nennen kann… In der Klasse hängen die Adventskalenderpäckchen zwischen den Sternen an der Lichterkette und ein Tischlein ist mit einem Adventsteller und Sternen geschmückt. So kann zumindest eine elftägige Adventszeit am Montag beginnen. Bei 22 Kindern passt das dann ja auch eigentlich gut.

Aber mal ehrlich: Seid ihr auch so? Muss es genau so sein, wie ihr es macht? Oder seid ihr toleranter 😉 als ich Pedantin?

Ka

Der Schreibtisch hat mich wieder

Es ist zwar schön draußen, aber bitterkalt. Gut so – da tut es nicht so weh, arbeiten zu müssen/können/dürfen…

Ich habe mir eine strikte Reihenfolge auferlegt, die ich in den nächsten Tagen durchackern will: Zuerst alles schaffen, was ich im Zuge der nahenden QA (ja, wir sind schon wieder dran) zu schreiben, überarbeiten oder zu kommentieren habe. Danach die Planung für meine Klasse soweit voranbringen, dass mindestens die ersten zwei Wochen laufen. In SU steht Geografie an (NRW, Deutschland) und in Deutsch ein Aufsatz (Nacherzählung eines Märchens). Damit wisst ihr schonmal, was an Material in den nächsten Wochen kommen könnte…

Dann kommen meine Kopiervorlagen dran – passend zum neuen Lesebuch für die Zweitis. Die ersten Gehversuche habe ich hier schon gemacht. Das wird nett werden und die neuen Texte im Buch finde ich größtenteils klasse! Besonders toll finde ich, dass in der aktuellen Fassung schon MEIN NAME bei den Beratern steht! *stolz* *freu*!!!

Also, schnell was frühstücken und dann geht’s los. Mal sehen, wie lange Möppelchen sich hier im Büro allein bespaßt. Der große Bruder ist ja wieder im Kindergarten bis nachmittags, das macht die „Füße frei“…

Also, allen einen schönen (Ferien?)Tag,

Ka

Tag des Lehrers

Dank des Radios weiß ich jetzt, dass heute der Internationale Tag des Lehrers ist. Dank google weiß ich außerdem, dass dieser Tag etwas mit der Wertschätzung des Lehrerberufes und der zentralen Bedeutung von Bildung in der Gesellschaft zu tun hat.

An dieser Stelle möchte ich deshalb keinesfalls ein Loblied auf den Lehrer an sich anstimmen oder eine Ode an die Bildung verfassen. Vielmehr fände ich es toll, wenn einige Menschen wieder etwas positiver oder zumindest erstmal aufgeschlossener über das Lehrersein (nach)denken würden.

❗️Ja, es gibt schlechte Lehrer. Genauso wie schlechte Banker, schlechte Handwerker, schlechte Taxifahrer oder schlechte Ärzte. Ich bin mir aber sicher, dass die große Mehrheit der Leute ihren Beruf (welchen auch immer) mit Freude, Eifer und Kompetenz ausüben. Egal, ob mit ganz kurzer Leine oder eher offen arbeitend – die Kinder können viel lernen und an den Erfahrungen wachsen.

❗️Alle Menschen in Schulen sind unterschiedlich. Sowohl die Kleinen als auch die Großen. Manche mag man mehr als andere. Einige sind einem eher wohlgesonnen, andere vorsichtig, schroff oder offenherzig. Das ist doch super!!! Es übt fürs spätere „echte“ Leben. Nicht jeder Kollege oder Vorgesetzte wird als Erwachsener immer fair zu mir sein, ich werde dennoch mit Ihnen arbeiten müssen. Und ja, Kinder ärgern andere Kinder und Erwachsene ermahnen manche Kinder öfter als andere. Aber die Definition von Mobbing sollte vor der Verwendung dieses Wortes nochmal nachgelesen werden!

❗️Ja, Schule bedeutet Arbeit, Anstrengung, Leistung. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Und diese Bereitschaft etwas zu schaffen, das Versuchen und Bemühen, das gehört dazu! Leider geht bei den Eltern die Haltung zur Leistung inzwischen immer weiter auseinander. Die Einen treiben ihre Kinder schon vor der Einschulung an (hier soll jetzt kein weiterer Essay über Helikoptereltern folgen 😉). Viele andere suchen die „Schuld“ für zu geringen oder zu gering erscheinenden Erfolg ihrer Kinder nur noch beim Lehrer oder anderen Faktoren der Schule.

❗️Und ja, Lehrer (zumindest in der Grundschule) haben oft mittags Unterrichtsschluss und eine Menge Ferien. Dass jedoch mit dem Abschied von den Kindern unser Arbeitstag nicht beendet ist, das kann oder möchte nicht jeder nachvollziehen. Neben der Vorbereitung des Unterrichts in Form von Planung, Terminabsprachen und der Abstimmung mit den Anforderungen von Lehrplan und Co kommen Nachbereitung & Korrekturen, Elterngespräche, Jugendamtskontakte, Kontakte zu sonstigen Hilfs- und Bildungsstellen und diverse weitere Termine in der Schule dazu. Vor allem aber begleiten viele von uns „unsere Kinder“ den ganzen Tag. Wir grübeln darüber, warum Hänschen seit Tagen so schlecht drauf ist. Wir fragen uns, wie wir Julchen helfen können, sich besser zu konzentrieren. Wir lesen Bücher über ADHS, LRS, Förderung etc. Wir überlegen, welche Material für die nächste Förderstunde am besten geeignet ist und wer daran teilnehmen soll. Wir kaufen Material zum Basteln, Lesen, Arbeiten. Beim Einkaufen, beim Autofahren, beim Fernsehen…
Naja, ein bisschen Loblied isses nun doch geworden, sorry dafür! Ich würde mich aber freuen, wenn mal wieder ein bisschen mehr Vertrauen in den Lehrer herrschen würde und Eltern zwar hinter ihren Kindern stehen, aber auch den Lehrern zutrauen, richtige Entscheidungen mit und für die Schüler zu treffen. Danke dafür im Voraus!

Ka

Himmlische Ruhe…

Liegt es daran, dass Sonntag ist? Oder an der Uhrzeit? Oder an beidem? Bei himmlischer Ruhe im Haus kann ich Dank Möppelchens frühem Aufstehen um 5 nun eh nicht mehr schlafen [Möppelchen schon!]. Dann kann ich auch gleich mal an den Schreibtisch in der Hoffnung, heute Nachmittag nach dem Wahlgang mal schreibtischfrei zu haben…

Sachunterrichts-Tests nachzusehen geht so früh noch nicht. Dann eben die Hausaufgabe für die morgige Konferenz: Überlegungen zu einem möglichen Leitbild für unsere Schule. Da geht es überraschend tief in die eigene Lehrerpersönlichkeit, merke ich. Wie möchte ich unsere Schule haben? Was denke ich über Lehrer, Kinder, Unterricht, Erziehung? Was will ich mit meiner/unserer Arbeit erreichen? Was soll jeder in dieser Schule erleben, erfahren können?

Eigentlich sollte man sich diese Gedanken viel öfter machen, um sich zu erden und vielleicht auch mal wieder gelassener in den Schulalltag zu gehen!? Schließlich rennen wir doch oft nur den aktuellen Anforderungen hinterher und springen „vom Hölzchen aufs Stöckchen“. Also kann ich diesen Sonntagmorgen auch verbuchen unter Selbstreflexion, Wunschvorstellung, Besinnung. Da schließt sich der Kreis mit dem „himmlisch“…

In diesem Sinne: einen himmlischen Tag!

Ka