
Titel: „Der Kopfübär entdeckt, was in ihm steckt“
Verlag: Loewe (hier klicken)
Autorin: Judith Weber
Illustrationen: Fabian und Christian Jeremies
ISBN: 978-3-7432-2163-5
Zum Inhalt:
Kobi ist ein kleiner Bär, der mit seinen Eltern und zwei kleinen Zwillingsgeschwistern, die er immer „die Willinge“ nennt, im Wilden Weg wohnt. Wenn Kobi eine Idee hat, muss er sie SOFORT ausprobieren. Und Kobi hat viele Ideen. Und viele interessante Einfälle. Und ein geheimes Geheimversteck! Man munkelt, dass der Wilde Weg nur wegen Kobi seinen Namen trägt…
Kobis Eltern wollen eigentlich mit den Kindern einen Ausflug machen, als Mama einen Anruf bekommt, der Ausflug wegen ihrer Arbeit ausfällt und Papa mit dem Nachwuchs zuhause bleibt. Kobi findet das überhaupt nicht gut und landet frustriert in einer ganz besonderen Situation: Plötzlich hängt er kopfüber und sieht die Welt mit ganz anderen Augen.
Was jetzt mit Kobis Ideen und ein bisschen Hilfe entsteht, ist irgendwie magisch: ein ganz besonderer Tag, der mit einer ganz besonderen Nacht gekrönt wird.
Meine Meinung:
Mit dem Kopfübär hat Judith Weber bzw. haben die Jeremies-Brüder einen sehr liebenswerten Wirbelwind geschaffen, in den sich sicher viele (alle?) Kinder hineinversetzen können: immer auf die Eltern angewiesen zu sein, nervige Geschwister zu haben, eigene Ideen ausgebremst zu sehen – all das gehört ja zum kindlichen Alltag dazu. Kobi jedoch wird weder unerträglich noch frech, sondern sucht durch Bewegung einen Weg aus seiner Frustration und landet – ganz aus Versehen – kopfüber im Reich der Kreativität. Hier werden also Bewältigungsstrategien gegen Frust und Langeweile angeboten, die Spaß verheißen und Erfolg durch eigener Hände Arbeit. Dieser Weg sagt mir sehr zu und ist in meinen Augen weitaus pädagogischer als manch gut gemeinter Ratschlag zum Aushalten oder Nicht-so-schwer-nehmen! Sehr gern mag ich ja neben den bemühten, aber eben manchmal verhinderten Eltern („Mama muss arbeiten“ holt mich sehr ab) auch die Nachbarin Frau Immerso, die in meinen Augen die perfekte Personifizierung von „Erwachsenen im Allgemeinen“ aus Kindersicht ist.
Die Illustrationen, deren Entstehung man zuletzt bei Instagram verfolgen konnte, sind farbenfroh, lebendig und strahlen unheimlich viel Lebensfreude aus. Sie enthalten viele Elemente aus dem direkten Erfahrungsumfeld der Kinder und bieten eine Menge zu entdecken.
Leseempfehlung:
Ab 3 Jahren wird das Bilderbuch vom Verlag zum Vorlesen empfohlen. Ich erweitere den Zeitraum nach hinten bis locker zum Ende der Grundschulzeit und lege den Kopfübär allen Eltern ans Herz ebenso wie Pädagog:innen im Elementar- und Primarbereich.
Perspektive Grundschule: Kobis Erlebnis, seine Selbsttätigkeit, seine Kreativität und seine Problemlösekompetenz lassen das Buch zu einem tollen Vorlesebuch werden, an dem viele Erzähl- und Schreibanlässe angebunden werden können: Deine beste Idee, die du nie umsetzen konntest. Deine Pläne für einen verrückten Ausflug zuhause. Dein Vorschlag für eine gemeinsame Aktion. Dein eigenes Bauprojekt. – die Kinder können ausgehend von der Geschichte schön kreativ werden. Witzig finde ich auch die Idee, als Gegenstück zu Frau Immersos Verbotsschildern mal Spaßschilder zu kreieren, die etwas erlauben und nicht verbieten. Wenn ihr weitere Ideen habt, kommentiert sie gern hier oder bei Instagram, dann ergänze ich diese hier!
Vielen Dank an den Loewe-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Katha


„Der Kopfübär entdeckt, was in ihm steckt“ klingt nach einem tollen Buch! Ich kann mir gut vorstellen, dass mein älteres Kind viel Spaß daran hätte, sich mit Kobi zu identifizieren, gerade wenn es um die Themen Frustration und die Entfaltung der eigenen Kreativität geht. Es ist wirklich schön zu sehen, wie ein Kind aus einer scheinbar unglücklichen Situation – wie dem hängend kopfüber sein – zu einer kreativen Lösung und einem besonderen Erlebnis findet. Das ist eine wunderbare Art, Kindern zu zeigen, dass auch schwierige Momente etwas Positives mit sich bringen können.
Da ich gerade mitten in der Planung für die Geburtskarten für unser zweites Kind stecke, finde ich die Idee, Kinder zum kreativen Denken anzuregen, besonders passend. Vielleicht werde ich dieses Buch sogar als Inspiration für das Design der Karten verwenden! Es gibt so viele kreative Elemente in der Geschichte, die man in eine schöne Geburtskarte einfließen lassen könnte. Außerdem spricht mich die Verbindung von Bewältigung von Herausforderungen und der Entwicklung von Kreativität sehr an – beides Themen, die ich als Elternteil gut nachvollziehen kann. 😊
Danke für die tolle Buchvorstellung – ich werde es auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, wenn es um die nächsten Geschenke für unsere Kleinen geht!
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