Rezension: „Grimm und Möhrchen und die Weihnachtswette“

Titel: „Grimm und Möhrchen und die Weihnachtswette – 24 Geschichten, Lieder und Ideen zum Advent“
Verlag: dtv (hier klicken)
Autorin: Stephanie Schneider
Illustrationen: Stefanie Scharnberg
ISBN: 978-3-423-76493-3

Zum Inhalt:
Buchhändler Grimm und sein Zesel Möhrchen durfte ich euch schon einmal vorstellen. Dieses Mal begleiten wir die beiden Freunde durch die Adventszeit. In der gewohnt verspielten, etwas eigentümlichen Art wollen sie sich an keinem der 24 Tage langweilen, was auch gelingt. Jedes Kapitel beginnt mit einem Bild des Weihnachtsbaums, an dem täglich ein neues Schmuckstück angehängt wird (siehe Fotos). So kann man einerseits zurückblicken auf bisherige Geschichten, andererseits immer zu Beginn überlegen, wofür das Neue wohl stehen könnte. Von Vorlesen über Backen, Kuscheln, Budenbauen und Geheimspaziergänge sind dann viele verschiedene Aktionen und Lieder in die Geschichten um das liebenswerte Paar verpackt, in denen auch alte Bekannte wie die „Freiwillige Feline“ nicht fehlen. Ergänzt wird das Buch multimedial durch QR-Codes, über die man sich die Lieder auch anhören kann.

Meine Meinung:
Da ich das Zeselchen und den gutmütigen Grimm bereits beim ersten Lesen sehr ins Herz geschlossen hatte, habe ich mich über dieses Rezensionsangebot besonders gefreut. Die ehemalige Grundschullehrerin Stephanie Schneider hat meiner Meinung nach wieder überzeugend geliefert: die Figuren sind noch genauso leibenswert schrullig und haben einen Hang zu Wortneuschöpfungen und -umdeutungen, wie ich es mag. Die 24 „Geschichten, Lieder und Ideen zum Advent“ sind dementsprechend wirklich mal etwas Anderes als in ähnlich angelegten Sammlungen, die es ja zu kaufen gibt. Einen Geheimspaziergang durchs Dorf zu unternehmen oder einen Bilderanfang weiterzumalen, Sterne zu zählen oder gestreifte Plätzchen zu backen – das alles kam hier auch bei den größeren Kindern ganz wunderbar an. Außerdem ist fast alles spontan anzugehen, ohne großartige Vorbereitung. Besonders erfreulich finde ich zudem, dass es immer wieder um Freundschaft, Nächstenliebe, das nichtmaterielle Geben, kleine Freuden und liebe Worte geht – also ganz viel um das Herz von Weihnachten!

Leseempfehlung:
Der Verlag empfiehlt das Buch ab fünf Jahren – ich ergänze mal ein „bis 99“.
In wohl jeder Familie dürfte dieser mittlerweile vierte Band der Reihe gut ankommen. Ebenso gut wie in Kitagruppen passt die Geschichte aber meiner Meinung auch in eine erste oder zweite Klasse als literarischer Adventskalender. Es gibt viel zu entdecken und auf die Ohren und vielerorts lassen sich schöne Spielideen ableiten. Besonders schön stelle ich es mir auch vor, die Tannenbaumseiten groß zu projizieren und mit den Kindern das neuste Ornament zu suchen und zu erraten, worum es geht (Sprachförderung, ick hör dir trapsen!).
Sorry, dass meine Empfehlung für 2024 schon zu spät kommt, aber der nächste Advent kommt bestimmt!

Vielen Dank an dtv für das Rezensionsexemplar!

Adventliche Grüße,
Katha

Rezension: „Konflikt der Generationen“

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Titel: „Konflikt der Generationen. Von den Boomern bis zur Generation Z
Verlag: YES (hier klicken)
Autor: Rüdiger Maas
ISBN: 978-3-96905-333-1

Zum Inhalt:
Nach der Klärung des uneinheitlich ausgelegten Generationenbegriffs stellt der Autor anhand von fiktionalen Charakteren die Besonderheiten der Generationen der letzten rund 100 Jahre vor: Beginnend bei Erna als Stellvertreterin der Kriegsgeneration über Christian und Markus aus der Generation X bis zu Ben und Mia aus der Generation Beta, deren Geburt noch bevorsteht. Dabei stellt er typische, gar stereotype Aussagen und Verhaltensweisen zusammen, beleuchtet aber auch, unter welchen Voraussetzungen diese Menschen jeweils aufwuchsen. Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie z. B. die Frage nach der Gleichberechtigung. Ergänzt werden die Ausführungen hier und da mit Schaubildern aus Umfragen des Instituts für Generationenforschung des Autors.
Zuletzt wagt Rüdiger Maas einen utopischen (oder dystopischen?) Ausblick auf die nächste Generation und ihr Aufwachsen.

So definiert das Institut zur Generationenforschung die Generationen.

Meine Meinung:
Wer von sich behaupten kann, Stereotypen nicht zu verfallen und Menschen neutral gegenübertreten zu können, dem oder der kann ich nur gratulieren. An mir selbst beobachte ich immer wieder, wie ich in Schubladendenken verfalle und z.B. dem Narrativ der „alten weißen Männer“ innerlich nickend zustimme. 
In diesem Sinne fand ich „Konflikt der Generationen“ wirklich erhellend, weil ich Einblicke in meine Eltern- und Großelterngeneration bekam, die ich so bislang nicht hatte. Viele Ansichten Älterer finde ich schwer nachvollziehbar, was Maas zu meinem Glück als normal einstuft – aber durch seine prägnanten Beschreibungen der Beispielpersonen sind mir manche Positionen verständlicher geworden. Auch der Blick auf die nachfolgenden Generationen, die ich gerade einerseits zuhause habe als auch als Fachleiterin ausbilde, wurde nochmal sehr geschärft. So hoffe ich, in Zukunft etwas weniger vorurteilsbeladen an meine Umwelt heranzugehen. Und ich habe schon einige Argumente gesammelt für Gespräche mit Menschen in Familie, Verein oder beruflicher Umgebung, die „die Jugend von heute“ leicht verteufelt. 😏

Leseempfehlung:
Uneingeschränkt! Jede:r kann davon profitieren, den eigenen Geist ein wenig zu öffnen!
Für alle in Schule tätigen ganz speziell finde ich das Buch allerdings auch hilfreich, vor allem diejenigen, die keine eigenen Kinder im Schulalter haben: ihr bekommt wirklich neue Sichtweisen und müsst euch vielleicht manchmal nicht mehr so aufregen, sondern eher wissend schmunzeln. Es hilft sicher, den Umgang mit Schüler:innen, jüngeren oder älteren Kolleg:innen oder Menschen in Ausbildung professioneller zu gestalten.

Vielen Dank an den YES-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Katha

Rezension: „Einfach so!“ für DaZ

Titel: „Einfach so!“ – Hör-Lese-Buch
Verlag: Finken (hier klicken)
Bestellnummer beim Verlag: 3071, 3072 und weitere

Ich durfte mir mit einer LAA, die DaZ als Ausbildungsfach hat, das Hör-Lese-Buch für den 2. Jahrgang aufwärts von Finken ansehen. Das ganze Lehrwerk ist als Ergänzungsmaterial für den Regelunterricht angelegt. Es eignet sich insbesondere als Differenzierungsmaterial mit dem Fokus auf der Förderung der Sprachkompetenz von spracharmen Kindern oder DaZ-Schüler:innen. Zielgruppe sind alle SuS, die bisher noch nicht die ausreichenden Sprachkenntnisse erworben haben, um den Regelunterricht problemlos zu folgen und mitarbeiten zu können.

Die Rahmenthemen orientieren sich an klassischen Sachunterrichtsthemen der Jahrgangsstufe 2 (Körper, Ernährung, Familie und Freunde, Umgebung, Tiere und Wetter). Durchgehend wird der jeweilige Lerninhalt auf drei Spracherwerbstufen angeboten. Dabei ist die Progression so angelegt, dass der Wechsel in die nächsthöhere Spracherwerbstufe problemlos möglich ist. Als weitere Unterstützung kann man sich mit dem BOOKii-Hörstift z. B. die richtige Aussprache der Texte anhören und so den eigenen Wortschatz aufbauen oder erweitern.

Die Postermotive im Hör-Lese-Buch bieten eine Fülle an Wortschatz und Strukturen. Kleine Geschichten rund um die Leitfiguren Tea, Malek und Hund Lili laden die Kinder dazu ein, in deren fiktive Welt einzutauchen. Viele Gespräche der Leitfiguren lassen sich in Partnerarbeit nutzen. Die Kinder haben auf jeder Doppelseite die Möglichkeit, das sprachlich Gelernte aktiv anzuwenden, indem sie kleine Arbeitsaufträge ausführen: Fragen beantworten, von sich erzählen, Mitschüler*innen interviewen, wie hier zum Beispiel:

Die Markierung der Texte mit kleinen Farbstreifen an ausgewählten Stellen erleichtert ein gemeinsames Lernen und Lesen in Partnerarbeit. Zudem gibt es Wortkästen (mit schwierigen Wörtern und Wortphänomenen) und Merkkästen (mit einfachen und grammatikalischen Strukturen).

Selbstgesteuertes, eigenaktives Lernen wird u.a. dadurch unterstützt, dass die Kinder sich mithilfe des Hörstifts Sätze und Gespräche aus dem Hör-Lese-Buch anhören und eigene Wortbeiträge selbst aufnehmen können (Fragen beantworten, von sich erzählen, Mitschüler:innen interviewen).

Für eine durchgehende DaZ-Förderung würden wir uns noch die Verwendung der farbigen Punkte vor den Artikeln wünschen, die in immer mehr Materialien für die Grundschule Einzug halten und das Erlernen des korrekten Genus erleichtern. Gerade das ist für viele DaZ-Kinder schwierig – vor allem, wenn es in ihrer Muttersprache keine Unterschiede beim Genus von Nomen gibt.

Vielen Dank an den Finken-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Katha