Distanzunterricht: Woche 4

So langsam bekommt das Lernen auf Distanz eine neue Normalität. Die Abläufe von Materialab- und ausgabe haben sich eingespielt und es fühlt sich zwar immer noch seltsam, aber nicht mehr so ungewohnt an.

Meine Deutschklasse arbeitet momentan immer abwechselnd eine Woche in ihrem Arbeitsheft und eine Woche an anderen Aufgaben, während ich im AH Rückmeldung gebe.
Bei uns hat es sich so bewährt, dass einmal wöchentlich ein Materialpaket an der Schule abgeholt wird und dann auch die bearbeiteten Aufgaben abgegeben werden. Einige Eltern kommen, manche Großeltern müssen einspringen und hier und da dürfen/können/müssen die Kinder das auch selbst erledigen. Für den Möppel fängt die Woche inzwischen auch immer mit einem Ganz zur Schule an, um sein Zeug abzugeben.
Ergänzend pflegen wir ein Padlet, in dem Elternbriefe und Aufgaben möglichst auch abgelegt sind und durch Erklärvideos, Bilder etc. ergänzt sind. Hier gibt es auch kreative Zusatzaufgaben und die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Die Kinder und Eltern haben Kommentar- und Schreibrecht auf dem Padlet.

Diese Woche werden die Kinder noch einmal zwei Abschreibtexte bekommen, wie zuletzt fast jede Woche. Ich nutze die „Abschreibkartei Minitexte Winter“ von der Ideenreise.
Dazu gibt es weitere Aufgaben zu den Lernwörtern rund um den Winter, die ich vor drei Wochen begonnen habe. Hier findet ihr die bisherigen Übungen dazu, wenn ihr mögt:

Zuletzt versuche ich nun doch, die geplante Einheit zum Erzählen ans Kind zu bringen und habe den Kindern Material für einen „roten Faden“ zur Schneemanngeschichte mitgegeben. Sie sollen ein Ende erfinden und es auf die leeren Kärtchen malen. Dann wird die Geschichte geübt und mindestens zwei Mal irgendwem erzählt. Zuletzt gilt es, eine Sprachaufnahme zu machen und mir zu senden. Mal sehen, bei wie vielen Familien das klappt. Ich nehme auch Telefonanrufe oder zur Not geschriebene Geschichten an 😉
So sieht das Material aus:

Ich wünsche euch allen im Homeoffice und Distanzlernen weiterhin viel Erfolg, genügend Kraft und eine Prise (Galgen-)Humor!
Katha

Schleichdiktat-Variante

Unsere Zweitklässler arbeiten sich gerade auf ihr drittes Diktat hin und wir haben die Übungen, die wir bei den ersten beiden Diktaten genutzt haben, größtenteils wieder im Einsatz. Das Schleichdiktat habe ich allerdings dieses Mal ein bisschen abgewandelt:

„Früher“ hingen im Klassenraum und dem Nebenraum Zettel mit einzelnen Sätzen bzw. mehreren Lernwörtern. Im Wochenplan stand, welche Variante jedes Kind bearbeiten sollte. Die Wörter wurden dann klassisch gemerkt und am Sitzplatz ins Heft geschrieben.

Jetzt wollte ich die Kinder gern ein bisschen dahin führen, dass sie sich mal Gedanken um den Umfang ihrer Merkfähigkeit machen und dazu die Aufgabe „Zeichne deine Merkportionen mit Strichen im Text ein“ vorangestellt. Wie immer gab es sehr reflektierte Kinder, die sich immer etwa 4 Wörter vornahmen, aber auch die etwas wilderen, die sich nur zwei oder drei Striche in die vier Sätze zeichneten.
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Als zweite Instanz der „Selbstüberprüfung“ habe ich unter dem Text 25 Kreise abgedruckt – jedes Mal, wenn das Kind zum Text geht, sollte es einen davon anmalen. Und siehe da: bei den meisten Kindern waren es am Ende etwa 10 bis 12 Kreise, was bei einem Textumfang von knapp 40 Wörtern einen guten Vierwörterschnitt ergibt. Das war sehr spannend, den Kindern mal rückmelden zu können, wie realitisch sie ihre Merkfähigkeit eingeschätzt haben und ob sie wirklich ehrlich mit sich selbst waren. Ein Kind war sehr erstaunt, dass ich genau wusste, dass es zu wenige Kreise angemalt hatte…
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Natürlich erreiche ich auch mit einer solchen Herangehensweise nicht bei allen Kindern etwas – aber das ist ja nun immer so. Meine Erfahrung war heute, dass viele Kinder sich zum ersten Mal wirklich Gedanken gemacht haben, wie sie ihre Merkportionen setzen und vor allem auch inhaltliche Zusammenhänge oder (ohne dass sie es wussten) Satzglieder nutzten, um sich Satzteile zu merken. Auch war das Arbeiten durch die anzumalenden Punkte etwas konzentrierter, weil nicht nur mal eben schnell ein Blick aufs Blatt geworfen wurde, sondern man ja zumindest zum Anmalen verweilen musste und sich dadurch die nächste Merkportion doch genauer ansah, um nicht nochmal für die gleiche Portion laufen zu müssen.

Zuletzt gibt es die Möglichkeit, die eigene Leistung einzuschätzen und eine Rückmeldung der Lehrkraft zu bekommen. Ich konnte heute 14x prima, 2x mittelmäßig und 1xnicht gelungen ankreuzen. Insgesamt doch erfolgreich, oder?
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Wer es auch mal probieren will, bekommt die Vorlage heute blanko ohne Text. In die pdf-Variante (Schleichdiktat) kann man seine Wörter oder Texte einkleben oder manuell eintragen, in der doc-Version (Schleichdiktat) geht es dann auch digital.

Viel Freude damit,
Katha