Heftseiten gestalten: Getreide-Verarbeitung

Meine aktuell dritte Klasse schlägt sich noch mit den Resten vom Thema „Vom Korn zum Brot“ herum. In dieser Einheit habe ich mal verstärkt versucht, vom bloßen Abarbeiten von AB wegzukommen und die Kinder freier ihre Seiten gestalten zu lassen. (Ich habe einen Collegblock anschaffen lassen, so dass eigene Blätter genutzt und ggf. neu begonnen werden können.)

Zuerst ging es zu Schuljahresbeginn um die Getreidesorten, zu denen Blätter gestaltet werden mussten. Schon dabei sah man, auf welch unterschiedlichen Niveaus die Kinder zeichnen, beschriften und überhaupt solch eine Seite aufbauen. Natürlich hatte ich vorab ein Beispiel an der Tafel gezeigt, wie solch ein Blatt aufgebaut werden kann. Inspiriert hat mich hierzu auch Kerstin von der Materialwiese, die hier ein tolles Beispiel ausführlich beschreibt.

Mehrfach bekamen die Kinder danch Bildfolgen, die sie ordnen und dazu schreiben mussten – ebenfalls eher offen und so auf verschiedenen Niveaus zu lösen. Darauf muss ich immer sehr achten mit LB-Kindern, DAZ-Kindern und SehrBegabten in der Klasse…
Außerdem gab es z.B. die Abb. eines Traktors zu beschriften und „nur“ Bücher zum Nachschauen, kein Wortmaterial zum Verbinden oder so.

Heute nun ging es darum, was mit dem Getreide nach dem Ernten noch geschieht, also um Mühlen. Wir haben uns Bilder der Mühlen aus dem örtlichen Freilichtmuseum angesehen* und einen kurzen Film dazu angesehen, viel gesprochen und vorgemacht. Dann habe ich bespielhaft an der Tafel mit Hinweisen und Ideen der Kinder eine Anschrift verfasst. So wussten alle, was wichtig ist und die Schwächeren haben ggf. ein Vorbild, das sie übernehmen können. Hat aber niemand wirklich getan…
Ich habe mal einige Beispiele fotografiert, die die Kinder verfasst haben. Man sieht sehr deutlich, wer ein bisschen mitdnekt und sich Gedanken gemacht hat und wo auch Aspekte aus dem kurzen Film einfließen bzw. wer einen Alltagsbezug (Einkaufen) herstellte:

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Damit ihr wertschätzen könnt, wie toll und durchdacht einige Zeichnungen sind, lasse ich euch auch mein Tafelbild sehen, das rechts ganz ok, aber links ziemlich mies gezeichnet ist… Mich hat es fasziniert, dass einige Kinder dennoch Außenansicht und Innensicht kombiniert und teils auch die Balkenlage und Zahnräder dargestellt haben.

Natürlich kann man nun argumentieren, dass ich ja nicht bei jedem Kind alle Begriffe geichert habe. Stimmt. Aber ich wage zu behaupten, dass bei einem AB, auf dem man z.B. Wörter zu einem Bild zuordnen muss, bei den schwachen Lernen auch nicht dauerhaft mehr hängen bleibt und Stärkere das vielleicht sogar gedankenlos abarbeiten, ohne wirklich nachzudenken. Und nachgedacht, das habe ich heute gesehen, haben ausnahmslos alle. Auch meine zwei Förderkinder, die für ihre Verhältnisse wirklich etwas geschafft haben.

Ich bin ja ein echter Arbeitsblatt-Generator – das mache ich gern und oft. Aber ich liebe auch die Didaktik des leeren Blattes. Vielleicht könnt ihr das anhand solcher Beispiele nachvollziehen…

Beste Grüße,
Katha

* Am liebsten wäre ich natürlich live hingefahren. Aber wir haben schon so viele andere Außerschulische und sonstige Aktionen in diesem Halbjahr vor, dass das nicht mehr drin war. Schade.

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