demokratische Sitzordnung

In dieser Woche kommt das nächste neue Kind in meine Monsterklasse – es geht munter weiter…

Nachdem ja schon der letzte Neuzugang eine Änderung der Sitzordnung mit sich brachte, muss ich nun definitiv total umdisponieren. Meine geliebten, weil so schön flexiblen Klippertschen Winkel passen bei 21 Kindern einfach nicht in den Raum, ohne Platznot künstlich zu provozieren.*

Pädagogisch wertvoll, wie ich ja manchmal handle, habe ich den Kindern heute meine Überlegungen mitgeteilt und wollte mir mal ihre Meinung dazu anhören. Also malte ich drei grobe Zeichnungen vom Pseudo-Kreis, einer Gruppenanordnung und sturen Reihen an die Tafel und horchte, was den Kindern zusagen würde. Innerlich wappnete ich mich schon dafür, ihnen die oft beliebten Gruppentische madig zu reden, weil ich die nicht mag (Gequatsche in vielen Fällen) und sie das Platzproblem nicht gelöst hätten.

Aber siehe da: eine eindeutige Mehrheit von über 50% konnte sich am ehesten für die guten alten Tischreihen begeistern!
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OK, dann werde ich Mittwoch mal ans Tische Rücken gehen und versuchen, drei Siebenerreihen in den Raum zu packen. Vielleicht stelle ich dabei auch nochmal ein paar Einzeltische an die Fensterseite wie früher – die waren für manche Kinder echt wertvoll…
Ich bin sehr gespannt, wie sich dieser (erste) grundlegende Wandel in der Sitzordnung auswirkt und ob unsere Arbeitsweise dadurch irgendwie beeinflusst wird.

Wer nochmal mehr lesen möchte, dem kann ich diesen Blogeintrag der Modernen Schule sehr empfehlen!

Beste Grüße,
Katha (die den ersten Teil des Elternsprechtags jetzt hinter sich hat und sich auf den Feiertag morgen freut…)

* JA, ich weiß, dass ich auf hohem Niveau jammere! Auch bei uns wurden früher schon Schränke auf den Flur geräumt, um 29 Erstklässler in einen Raum „betischt“ zu bekommen…

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4 Gedanken zu „demokratische Sitzordnung

  1. Witzig, dass die Kinder die frontale Ordnung gewählt haben… (habe ich jetzt aber schon öfter mal gehört). Und das obwohl uns doch gerne vermittelt wird, dass das komplett überholt und rückständig wäre (Kollegin vor der anstehenden Schulinspektion zu mir: „Lässt du die Tische so?“). Auch bei mir stehen sie zur Zeit so und bei Bedarf wird geräumt. Vorher hatte ich auch lange die Winkel, musste aber feststellen, dass meine Klasse dafür einfach zu kommunikativ ist. Tatsache ist: seit sie nach vorne gucken, gelingt es deutlich mehr Kindern auch mal zuzuhören und sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Ich denke, das Wichtigste ist, dass es zur Klasse passt und zum eigenen Unterrichtsstil. Gruppentische finde ich nur dann sinnvoll, wenn man wirklich Gruppenarbeit macht. Ich muss zugeben, dass ist bei mir nicht so oft der Fall, dafür liebe ich Partnerarbeit und die geht auch bei frontaler Sitzordnung prima. Dass die Kinder kooperieren und sich helfen funktioniert auch nach wie vor. An meiner vorherigen Schule hatten übrigends fast alle Kolleginnen Gruppentische stehen, dabei haben sie fast ausschließlich lehrerzentriert gearbeitet. Sah halt besser aus. Sie waren dann ganz erstaunt, wegen meiner Winkel oder gar frontalen Tische, wo sie doch dachten ich würd so „offen“ unterrichten…
    Berichte doch mal, ob sich durch die Sitzordnung was ändert!

    LG Katja

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  2. Liebe Kata
    Hier in der Schweiz sind einige Klassenräume nach dem Churer Modell eingerichtet (meines auch). Da braucht nicht jedes Kind einen Platz und sie können ständig frei wählen, wo und mit wem sie sitzen wollen. Besprochen wird alles im Kreis. Das machen ja viele so, egal mit welcher Sitzordnung.
    Ich habe das nach den Ferien im Februar einfach ausprobiert und den Kindern gesagt, dass wir das für eine Woche ausprobieren wollen und danach gemeinsam entscheiden, ob das so bleiben soll. Meine Erstklässler haben einstimmig beschlossen, dass die Sitzordnung so bleiben soll.
    Vielleicht findest du ja beim Googeln etwas, das dir weiterhelfen kann.
    Liebe Grüsse
    Petra

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    1. Liebe Petra,
      das hört sich sehr spannend an. Ich glaube aber, dass ich dafür zum Einen doch noch zu lehrerzentriert arbeite (und die Fachkollegen eben auch) und zum Anderen der Platz nicht reichen wird…
      LG, Katha

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