Rezension: „Warum ADHS keine Krankheit ist“

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Titel: „Warum ADHS keine Krankheit ist – eine Streitschrift“
Verlag: Hirzel (hier klicken)
Autorin: Amrei Wittwer
ISBN: 978-3-7776-2761-8

Zum Inhalt:
Der Titel enttäuscht nicht: Amrei Wittwer behandelt das streitbare Thema ADHS sehr ausführlich und anspruchsvoll. Sie legt ihrer Argumentation viele auch internationale Studien zu Grunde. Behandelt werden hauptsächlich die Frage nach der Diagnosegrundlage für ADHS und die meist empfohlene Therapie mit Stimulanzien wie Ritalin. Wittwer stellt fest, dass die diagnostische Grundlage unter medizinischer Hinsicht eher zweifelhaft ist und arbeitet heraus, dass die gängigen Medikamente nicht die richtige Behandlung seien. Außerdem  fordert die Autorin, dass Ursachen von Verhaltensauffälligkeiten viel häufiger auch im sozialen Umfeld der Betroffenen (vorrangig familiär) gesucht und behandelt werden sollten.

Meine Meinung:
Ich maße mir nicht an, die Studienauswahl oder die medizinischen Hintergründe zu bewerten, die im Buch dargestellt werden – dazu habe ich in dieser Richtung zu wenig Hintergrundwissen. Auf jeden Fall scheinen sie mir gut recherchiert und breit aufgestellt zu sein.
Das für mich interessanteste Kapitel ist deshalb das letzte. In diesem wird dargestellt, dass viele Kinder eine ADHS-Diagnose bekommen, die eigentlich anderweitige Probleme haben – meist liegen diese nicht im medizinischen Bereich. Sehr gelungen finde ich auch den Ansatz, dass 1. die Kinder in die Diagnose einbezogen werden müssten, vor allem aber 2. die Erwachsenen in die Behandlung.
2019-04-21 14.23.18

Leseempfehlung:
Für alle, die sich ein bisschen mit Medizin auskennen, ist das Buch sicher einfacher zu lesen als für mich medizinischen Laien. Dennoch ist es eine interessante Grundlage für alle, die ein bisschen tiefer in die Materie einsteigen möchten und sicher nicht Gefahr laufen wollen, Pharmakonzerngestützte Veröffentlichungen oder Fortbildungsangebote zu „erwischen“.

Vielen Dank an den Hirzel-Verlag für das druckfrische Rezensionsexemplar! Ich möchte es gern in meiner Leserschaft verlosen, da mein Bücherregal einfach zu voll ist. Wer sich also ebenfalls mal mit neuen Argumenten „bewaffnen“ möchte, darf sich gern bis 28.04.19 um 20 Uhr bei mir per Kommentar melden.

Beste Grüße,
Katha

25 Gedanken zu „Rezension: „Warum ADHS keine Krankheit ist“

  1. Danke für die Rezension des Buches! Das Thema ist sehr interessant und betrifft uns LehrerInnen immer öfter. Auch ich denke, dass die Vermutung/Diagnose ADHS häufig zu rasch gestellt wird. Daher würde ich mich sehr über den Gewinn freuen.
    LG

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  2. Ich bin ein kleiner sonderpädagogischer Neuling und bemühe mich gerade im Alltag iwie die vielen Baustellen zu meistern, die sich auftun. Gegenwärtig habe ich gerade total viele Fälle von Eltern, die ihren Kindern LRS oder ADHS verschreiben wollen. Demzufolge würde ich eine solche Streitschrift sehr gerne lesen.

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  3. Hallo Katha,
    vielen Dank für deine Rezension! Das klingt wirklich spannend! Auch mich würde das Buch sehr interessieren :-).
    Viele Grüße
    Evi

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  4. Mich würde dieses Buch auch sehr interessieren. Ich habe mit dieser Symptomatik nicht nur im schulischen Alltag zu tun, sondern auch privat Zuhause. Mein Lebensgefährte hat sein seiner Kindheit die Diagnose ADHS und ich bin gespannt darauf, weitere Perspektiven auf diese „Krankheit?“ zu erhalten.

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  5. Sehr sehr spannendes Thema über das man eigentlich nie zu viel wissen kann. Ich denke ja auch schon seit längerem, dass der Begriff „Aufmerksamkeitsdefizit“ bei vielen der betroffenen Kindern auch ganz anders verstanden werden könnte … insofern würde ich auch gerne mit in die Verlosung.
    LG Katja

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  6. Hallo Katha!
    Das klingt sehr interessant und ist sicherlich eine gute Basis für eine Diskussion. Deshalb nehme ich auch gerne das Glück für mich in Anspruch, hoffentlich ausgelost zu werden.

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  7. Hallo Katha,
    ich bin erst kürzlich auf deinen Blog aufmerksam geworden und komme seitdem immer wieder mal vorbei:-)
    Das Buch interessiert mich brennend, bei uns im Lehrerzimmer und auch im Familien- und Bekanntenkreis wird das Thema immer wieder diskutiert.
    Daher möchte auch ich gerne in den Lostopf!
    Viele Grüße aus Gelsenkirchen,
    Julia

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  8. Hallöchen! 👋
    Auch ich versuche mein Losglück, da auch ich gerade das Thema aktuell bei mir in der Klasse habe. 🙂 Mehr Hintergrundwissen und Handlungsalternativen sind immer gut.
    Liebe Grüße!

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  9. Liebe Katha!
    Danke für die Vorstellung dieses Buches! Dieser Argumentation kann ich zustimmen. V.a., da es m.M. nach wichtig ist, sowohl den betroffenen Eltern, als auch den Kindern Eigenverantwortlichkeit zuzugestehen. Nur Medikamente zu verschreiben und nehmen zu lassen, führt zu erlernter Hilflosigkeit. Es ist wichtig, auch andere Methoden, wie Therapien für Eltern und Kinder, zu sehen. Nichts desto trotz gibt es sicher Betroffene, die als zusätzliche Hilfe, um eine Therapie zu ermöglichen, auch Medikamente benötigen. Als alleinige Maßnahme aber halte ich Medikamentengabe für fahrlässig. Das Buch würde mich aber sehr interessieren. LG Susanne

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  10. Das Buch klingt unglaublich interessant! Auch in meiner Klasse sind Kinder, die die Diagnose ADHD bekommen haben – man ist also täglich mit der Thematik konfrontiert.

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  11. Deine Rezession macht das Buch für mich interessant.
    Ich würde mich sehr über dieses Buch freuen, weil ich eigentlich ebenso der Auffassung bin, dass mit Medikamenten nicht die Ursache des Problems behoben wird.
    Hier würde ich bestimmt gutes Hintergrundwissen zu diesem Thema erfahren und meinen beiden jetzigen ADHS Schülern und den zukünftigen weiterhelfen können.

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  12. Hi Katha!
    Ich würde das Buch auch sehr gerne lesen. Ich war erst vor kurzem auf einem ADHS-Symposium, auf dem die Studienlage so dargestellt wurde, dass die Pharmakotherapie die eindeutig wirksamste „Maßnahme“ sei… Ich würde sehr gerne die Gegendarstellugn lesen und hüpfe deshalb in den Lostopf.
    LG Karin

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  13. Hi Katha!
    Ich würde das Buch auch sehr gerne lesen. ich war erst vor kurzem auf einem ADHS-Symposium, wo die Studienlage so dargestellt wurde, dass die Pharmakotherapie die eindeutig wirksamste „Maßnahme“ sei… Gerne würde ich die Gegendarstellung lesen und hüpfe deshalb in den Lostopf.
    LG Karin

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  14. Auch mich würde das Buch interessieren. Ich habe in meiner Klasse mehrere Kinder mit dieser Diagnose und mit Medikamenten – bei allen sind aber auch familiäre Probleme zu beobachten, so dass ich mir da schon einen Zusammenhang vorstellen könnte …

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  15. Ich habe soeben die Rezession gelesen und bin gespannt, wie es begründet wird. Auch bin ich der Meinung, dass vieles in der heutigen, schnellen Zeit vieles im Argen liegt. Ich sage immer, die Kinder von heute sind anders. Darauf muss man sich zwar einstellen und auch anders unterrichten. Aber gerade viele Eltern bräuchten Hilfe und Unterstützung. Schule kann nicht alles leisten und ausbaden. Ich bin seit 43 Jahren im Dienst und habe einige Umbrüche in der Schule erlebt und auch den Umgang der Eltern mit ihren Kindern.

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  16. Das Buch würde mich total interessieren, vor allem die Gründe warum ADHS keine Krankheit sein soll. Ich muss ehrlich sagen, dass ich erst heute wieder mit meinem Mann und meinem Sohn die Diskussion darüber hatte, dass viele der „Krankheiten“ in der Schule, auch oder vor allem ADHS ihre Wurzeln in den neuen Medien bzw in der veränderten Kindheit haben. Das stelle ich in der Schule immer wieder fest. Schüler, die zu Hause die ganze Zeit vor irgendwelchen Geräten hängen, können sich nicht oder nur schwer konzentrieren, sind unaufmerksam und oft auch sehr hibbelig.

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      1. Nicht nur die erste, sondern auch die „glücklichste“. Die nicht-notariell-beglaubigte Ziehung durch Zahlennennung durch den Möppel hat dich als Gewinnerin der Verlosung ergeben. Bitte melde dich per Mail bei mir! (primarblog@web.de)
        LG
        Katha

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