„Rezension“ & Verlosung: Pestas Holzbausteine

Titel: „Pestas“
Hersteller: Fa. Staengl Holz&Spiel GnbH (hier klicken)

Zum Produkt:
Als mir vor Kurzem angeboten wurde, die Holzbausteine von Pestas zu testen, habe ich erst ein bisschen gezögert und überlegt, ob ein „Spielzeug“ auf meinen Blog passen könnte. Nun, versuchen wir es einfach mal…

Pestas liefert hier Holzbausteine bzw. Dominosteine, die man guten Gewissens auch als Kreativsteine bezeichnen kann. Sie haben alle die gleiche Breite und Tiefe und sind in zwei Höhen im Set enthalten. Somit kann man neben klassischen Dominobauten auch gut Höhenunterschiede überwinden oder besondere Gelenkstellen bauen. Für die weniger kreativen Köpfe unter uns bzw. für die Ausprobierer und „Frickler“ gibt es in jedem Set ein paar Bilder mit Anregungen. Die Trickkiste bietet mehr: Hier sind konkrete Anleitungen für Kreuzungen, Höhenunterschiede oder besondere Tricks in Form von Kärtchen enthalten, die man für seine Planungen nutzen und/oder anpassen kann:

Pestas bewirbt seine Steine damit, dass sie absolut natürlich sind, ökologisch und fair produziert, unkaputtbar  und ungiftig. Traurig genug eigentlich, dass man so etwas bei Spielzeug nicht grundsätzlich voraussetzen kann…
Die Verarbeitung ist wirklich sehr hochwertig und die Farben sind angenehm unauffällig, könnte man sagen. Nichts glitzert, blinkt oder glänzt – es geht wirklich um das Material selbst. Etwas gewöhnungsbedürftig ist am Anfang der (nicht künstliche, aber auffällige) Geruch der Farben, der aber nach einer Weile verfliegt.

Zusätzlich zum handfesten Material gibt es vom Hersteller einen YouTube-Channel mit Videos fertiger Bahnen und weiteren Anregungen rund um die Holzsteinchen.

Hier kommen Eindrücke von unseren ersten (sehr einfachen…) Tests:

Meine Meinung & Erfahrung:
Ich kann momentan nur auf meine beiden Testkandidaten zurückgreifen, da sich mir mit den wenigen Stunden Fachunterricht bislang keine Gelegenheit zu einem Test in der Schule bot. Die beiden waren jedoch ziemlich begeistert von den Pestas und haben zuallererst beide Kartons ausgekippt. Dann ging das Bauen los: einfache Wege wurden zuerst aufgestellt und zum Umfallen gebracht – schon waren die ersten Erfolgserlebnisse da! Dann ging es ans Herumprobieren: wie weit oder nah müssen die Steine aneinander stehen? Wie schaffen wir Kurven oder Kreuzungen? Wie voll bekommen wir den Wohnzimmertisch gebaut?
Meine dezenten Hinweise auf die Tricks aus der Trickkiste wurden zwar geflissentlich ignoriert, aber die Jungs waren mit ihren Ergebnissen dennoch zufrieden. Eine ganze Weile haben Sie gebaut und abgerissen, was den besonderen Reiz von Dominos ausmacht: kaputt machen dürfen, ja sogar sollen!

Nun zurück zum Bezug zum Blog: Sind die Pestas etwas für die Grundschule?
Ja. Definitiv! Sowohl in der OGS (Hort, Betreuung etc.) als auch im Klassenraum kann ich mir eine Kiste dieser Steine hervorragend vorstellen. In meinen Klassen waren bislang „unpädagogische“ Materialien immer sehr beliebt. Wir hatten Steckperlen, Holzwürfel und Spiele im Nebenraum und alle wurden rege genutzt. Durch ihre Menge schätze ich die Pestas hier ebenfalls sehr erfolgreich ein, da die Kinder ohne Vorgaben damit bauen und experimentieren können. Kreativität, Konzentration, Fein- und Grobmotorik sowie ggf. Zusammenarbeit werden hier unbewusst gefördert.

Ich danke dem Hersteller für das tolle Testpaket!

Und bevor jetzt jemand „Vorteilsnahme!“ ruft: Ich werde die Steine entweder an Möppels Klasse oder Möppelchens Kindergartengruppe abgeben, sobald sie hier noch ein bisschen bespielt wurden. Also: „Relax!“

Katha

Ritter & Burgen & eine seltsame Gräfin

Endlich darf ich mich im SU mal wieder so richtig historisch austoben – nach dem Radeln und Geografie steht nun „Ritter & Burgen“ auf dem Programm.

Zu Beginn der Woche gab es das Startsignal und der Einstieg in ein neues Thema geht bei mir immer über eine Sammlung des Vorwissens. Diesmal habe ich mich fürs Clustern entschieden:
– Zuerst schrieben die Kinder das Thema in die Mitte eines Blattes und sollten alles dazu schreiben, was ihnen einfiel. Vorgabe war dafür der Füller/Tintenroller.
– Auf jedem Blatt stand eine Zahl. Nach der EA musste nun jeder seinen Partner finden und sich (ohne Stift, nur mit Zettel!) mit ihm austauschen.
– Darauf folgte die 2. Schreibzeit: mit einem grünen Stift alles aufschreiben, was man eben neu gehört hat.
– Dann durfte sich jeder einen Partner auswählen und wie vorher ohne Stift sich gegenseitig das Gesammelte vorstellen.
– Natürlich wurde alles Neue dann wieder am Platz mit einem roten Stift ergänzt.
– Zuletzt kam der Name auf den Zettel und der Zettel aufs Pult.
Zum einen bekomme ich so einen spannenden Einblick in den Stand der Kenntnisse der Kinder, zum Anderen macht es am Ende der Einheit Spaß, alles Gelernte nochmal zu ergänzen und einen großen Wissenzuwachs mal greifbar zu machen…

Burg Kopie(Grafik von Frau Locke – vielen Dank!)

Damit die Kinder von vornherein die oft romatische und verklärte Vorstellung vom Ritter in der glänzenden Rüstung ablegen, hab ich dieses Mal mit einem Film über das bäuerliche Leben gestartet, den der SWR gedreht hat. Zu finden ist er bei Planet Schule. Dazu bekamen die Kids vorab ein AB mit Stichworten, auf die sie achten sollten beim Schauen. Es bietet sich je nach Lerngruppe an, das Blatt während des Films bearbeiten zu lassen oder nachher allein oder sogar gemeinsam. Der Aha-Effekt war doch schon groß, als ihnen klar wurde, dass 90% der Menschen NICHT auf einer Burg lebten…

Heute wurde es dann besonders lustig: Die Gräfin von und zu… (die mir irgendwie sehr ähnlich sah) hat meinen Kunstunterricht übernommen und die Kinder davon unterrichtet, dass es freie Burgenbaulizenzen gäbe. Sie müssten sich dazu nur als Familie zusammenfinden und eine Burg beantragen. Sehr schönes Rollenspiel, auf das sich viele gut eingelassen haben. Dazu gehörte dann, dass die Gruppen sich einen Familiennamen für ihr Adelgeschlecht ausdachten, ein Wappen entwarfen und begründeten, warum sie eine Burg bauen wollen. Diesen Punkt werde ich im SU Montag nochmal aufgreifen, wenn es darum geht, wofür die Burgen wichtig waren…
Eine Gruppe schaffte es innerhalb kürzester Zeit sogar, einen schriftlich verfassten, sprachlich angepassten, gesiegelten und gerollten Antrag bei mir „buckelnd“ abzugeben. Das war wirklich ein kleines Schauspiel…
Ich freu mich schon auf den nächsten Besuch der Gräfin!

Katha