Ritter & Burgen & eine seltsame Gräfin

Endlich darf ich mich im SU mal wieder so richtig historisch austoben – nach dem Radeln und Geografie steht nun „Ritter & Burgen“ auf dem Programm.

Zu Beginn der Woche gab es das Startsignal und der Einstieg in ein neues Thema geht bei mir immer über eine Sammlung des Vorwissens. Diesmal habe ich mich fürs Clustern entschieden:
– Zuerst schrieben die Kinder das Thema in die Mitte eines Blattes und sollten alles dazu schreiben, was ihnen einfiel. Vorgabe war dafür der Füller/Tintenroller.
– Auf jedem Blatt stand eine Zahl. Nach der EA musste nun jeder seinen Partner finden und sich (ohne Stift, nur mit Zettel!) mit ihm austauschen.
– Darauf folgte die 2. Schreibzeit: mit einem grünen Stift alles aufschreiben, was man eben neu gehört hat.
– Dann durfte sich jeder einen Partner auswählen und wie vorher ohne Stift sich gegenseitig das Gesammelte vorstellen.
– Natürlich wurde alles Neue dann wieder am Platz mit einem roten Stift ergänzt.
– Zuletzt kam der Name auf den Zettel und der Zettel aufs Pult.
Zum einen bekomme ich so einen spannenden Einblick in den Stand der Kenntnisse der Kinder, zum Anderen macht es am Ende der Einheit Spaß, alles Gelernte nochmal zu ergänzen und einen großen Wissenzuwachs mal greifbar zu machen…

Burg Kopie(Grafik von Frau Locke – vielen Dank!)

Damit die Kinder von vornherein die oft romatische und verklärte Vorstellung vom Ritter in der glänzenden Rüstung ablegen, hab ich dieses Mal mit einem Film über das bäuerliche Leben gestartet, den der SWR gedreht hat. Zu finden ist er bei Planet Schule. Dazu bekamen die Kids vorab ein AB mit Stichworten, auf die sie achten sollten beim Schauen. Es bietet sich je nach Lerngruppe an, das Blatt während des Films bearbeiten zu lassen oder nachher allein oder sogar gemeinsam. Der Aha-Effekt war doch schon groß, als ihnen klar wurde, dass 90% der Menschen NICHT auf einer Burg lebten…

Heute wurde es dann besonders lustig: Die Gräfin von und zu… (die mir irgendwie sehr ähnlich sah) hat meinen Kunstunterricht übernommen und die Kinder davon unterrichtet, dass es freie Burgenbaulizenzen gäbe. Sie müssten sich dazu nur als Familie zusammenfinden und eine Burg beantragen. Sehr schönes Rollenspiel, auf das sich viele gut eingelassen haben. Dazu gehörte dann, dass die Gruppen sich einen Familiennamen für ihr Adelgeschlecht ausdachten, ein Wappen entwarfen und begründeten, warum sie eine Burg bauen wollen. Diesen Punkt werde ich im SU Montag nochmal aufgreifen, wenn es darum geht, wofür die Burgen wichtig waren…
Eine Gruppe schaffte es innerhalb kürzester Zeit sogar, einen schriftlich verfassten, sprachlich angepassten, gesiegelten und gerollten Antrag bei mir „buckelnd“ abzugeben. Das war wirklich ein kleines Schauspiel…
Ich freu mich schon auf den nächsten Besuch der Gräfin!

Katha

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