Rezension: „Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander.“

Titel: „Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander.“
Verlag: Duden (hier klicken)
Autor: Bob Blume
ISBN: 978-3-411-75005-4

Zum Inhalt:
Bob Blume beschreibt seine persönlichen Erfahrungen mit und Haltungen zum Lesen und Schreiben, die weit über reine Kultur- und Kommunikationstechniken hinausgehen. Er erklärt, wie er selbst Gelesenes durchs Schreiben verarbeitet und zeigt konkrete Beispiele aus der Schule (Deutsch, Gymnasium) auf, die das ebenso anleiten sollen.
Das titelgebende Plädoyer für ein besseres Miteinander ergibt sich aus der Beobachtung, dass Lesekompetenz ganz wesentlich mit dem Verstehen komplexer (politischer, gesellschaftlicher) Vorgänge einhergeht und Menschen, die nicht gut lesen können, leichter Opfer von Verschwörungstheorien, Hass und Hetze werden.

Meine Meinung:
Mir hat das kleine Büchlein richtig gut gefallen, obwohl ich zuerst etwas skeptisch war. Bob Blume begegnet mir seit Jahren immer wieder online und ich konnte beobachten, wie er vom Lehrer immer mehr zum Bildungsinfluencer wurde, was auch manchmal eine gewisse Polemisierung mit sich brachte. Hier aber trifft er den Nagel absolut auf den Kopf und spricht mir wirklich aus dem Herzen. Wir müssen es schaffen, dass Lesen (und gern auch Schreiben) Mittelpunkt aller Bildung wird und die Gesellschaft von morgen darauf vorbereiten, sich kompetent mit allem auseinandersetzen zu können, das ihnen auf die Bildschirme flattert. Seit 2020 lässt sich international, aber auch national beobachten, wozu fehlende Lesefähigkeiten führen können. Mir gefällt, dass Blume dies deutlich beschreibt, ohne Vorwürfe zu erheben.

Leseempfehlung:
Dieses Buch kann ich wirklich rundum empfehlen, unabhängig davon, ob du die Gedanken mit in die Schule nimmst oder privat verarbeitest! Wenn du hier gern mitliest, wirst du vermutlich während des Lesens dieses Buches ziemlich viel nicken. 🙂

Vielen Dank an den Duden-Verlag für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Katha

Rezension: „Digital lesen“

Titel: Digital lesen. Was sonst?
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht (hier klicken)
Autor: Andreas Gold
ISBN: 978-3-525-70334-2

Zum Inhalt:
Andreas Gold ist Seniorprofessor am Institut für Psychologie der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und beschäftigt sich mit Leseforschung, Lernen und Gedächtnis sowie die Lehr-Lern-Forschung. Für „Digital lesen“ hat er verschiedene Studien analysiert, die weltweit in den letzten Jahren rund um das analoge und digitale Lesen veröffentlicht wurden. Er beschreibt darauf basierend positive wie negative Aspekte des Lesens auf Bildschirmen gegenüber dem Lesen auf Papier für die Altersstufen Kleinkinder, Kindergarten, Schulzeit und Erwachsene. Deutlich wird immer wieder, dass ein solcher Vergleich porblematisch ist und oft keine eindeutigen Ergebnisse aus Studien gezogen werden können, da die Möglichkeiten des digitalen Lesens so weit über Printmedien hinausgehen. Deswegen werden in vielen Studien Bildschirmtexte gelesen, die eigentlich nur ein digitalisiertes Abbild eines analogen Textes sind…
Durch alle Kapitel hinweg kommen sowohl optimistische als auch kritische Stimmen zu Wort. Aus der deutschsprachigen Lesedidaktik sind u. a. Renate Valtin und Cornelia Rosebrock vertreten.
Ich gehe wohl nicht zu weit, wenn ich als Fazit verrate, dass analoges und digitales Lesen nebeneinander bestehen sollten und die Schülerinnen und Schüler Strategien für beides erlernen müssen, wobei vor allem das Lesen von Hypertexten besonders angeleitet und geübt werden muss.

Meine Meinung:
Als Seminarausbilderin ist es mein Job, immer auf dem aktuellen Stand der Forschung zu sein, was mir vor allem im Fach Deutsch sehr am Herzen liegt. Da dieses Buch zwei meiner Steckenpferde vereint (Lesen und Digitalität), habe ich mich sehr über dieses Rezensionsangebot gefreut. Beim Lesen fand ich viele meiner Erfahrungen, Beobachtungen und Meinungen bestätigt und gehe mit dem guten Gefühl aus dem Buch, maches richtig zu machen und zu lehren. Mir gefiel die vielseitige Betrachtung des Themas und ich hinterfrage sicher Manches jetzt noch einmal anders. Hilfreich für den Lesefluss war der konsequente Einsatz von Fußnoten statt Anmerkungen – und ja, ich lese Fachliteratur lieber als Buch, markiere und annotiere viel darin.

Leseempfehlung:
Allen, die den üblichen antidigitalen Nörglern mal wieder ein paar Fakten entgegnen möchten, sei dieses Buch absolut empfohlen. Allen, die wie ich mit angehenden Deutschlehrkräften arbeiten, natürlich ebenso. 🙂

Vielen Dank an den Verlag für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Viele Grüße,
Katha

Lesetest 2

Eine Anregung nach dem Blogeintrag zum Elternsprechtag in Klasse 2 bezog sich auf die Lesekompetenz der Kinder, die ich in die Stufen Wörter, Sätze und Texte aufteile auf meinem Gesprächsbogen. Prinzipiell kann ich mich für diese Einteilung ganz gut auf meine Beobachtungen verlassen: Können Arbeitsaufträge selbstständig erlesen und umgesetzt werden? Meldet sich das Kind zum Vorlesen von Aufgaben? Wie viele Punkte hat es bei Antolin bereits gesammelt?
Lesetest 2

Nun habe ich aber doch auf der Grundlage des Lesetests im letzten Jahr noch fix einen Lesetest geschrieben, der eben diese Einteilung noch einmal valide überprüft und dessen Ergebnis ich den Eltern auch vorlegen kann. So ist es dann doch nochmal sicherer…

Lesetest 2

 

 

 

Beste Grüße,
Katha