Rezension: „Schokobart“

2019-08-03 13.27.03.jpgTitel: „Der kleine Seeräuber Schokobart“
Verlag: Eigenverlag (hier klicken)
Autoren: Matti und Jörg Schröder
Illustrationen: Jörg Schröder
ISBN: 978-3-00062196-3

Zum Inhalt:
Matti mag Kakao und mit seinem Kakaobart verwandelt er sich in den Seeräuber Schokobart. Der findet eine Flaschenpost mit Schatzkarte und …? Natürlich muss er auf Schatzsuche gehen!
Am Ende der Geschichte schließen sich noch ein paar passende Ausmalbilder zu der bzw. aus der Geschichte an, die dazu anregen, Schokobarts Abenteuer noch einmal nachzuerleben oder weiterzuerzählen. Weitere Malvorlagen kann man auf der Homepage (s.o.) downloaden.

Meine Meinung:
Das Buch vom Seeräuber Schokobart ist von einem Vater für seinen Sohn erzählt, geschrieben und illustriert worden. Das merkt man ihm absolut an, denn es steckt viel Liebe darin und die Geschichte ist total auf der Erlebnisebene des Kindes angesiedelt. Meinem Möppelchen (4) hat sie so gut gefallen, dass er das Buch drei Tage lang mit sich herumgetragen hat, seine Piratenutensilien (Augenklappe, Säbel etc.) permanent trägt und wir gerade für alle, die wollen (also Möppel und Möppelchen) Piratentagebücher basteln mussten (s. Basteltipp unten). Die beiligenden Ausmalbilder (kostenlos) und Aufkleber (kostenpflichtig) kamen ebenfalls hervorragend an.

Für die Grundschule ist das Buch inhaltlich zwar weniger passend, aber: Als Beispiel dafür, wie Bücher entstehen, fände ich es wahnsinnig gut geeignet. Einige Lesebücher thematisieren ja z.B. bekannte Autoren oder Illustratoren mit Interviews und Sachtexten und da könnte ich mir Schokobart als Kontrast sehr gut vorstellen. Ein Autor, der eben eigentlich nur für seinen Sohne schrieb und mit Hilfe von Crowdfundig sein Buch publizierte. So kann man auch schreibbegabten Kindern sicher Mut für eigene Projekte machen!

Leseempfehlung:
Privat ist Schokobart für kleine und große Piraten ab 2 bis locker 8 Jahren geeignet – Kindergartenkinder dürften aber das beste Publikum sein.

Basteltipp:
Heute gibt es dank meiner Jungs noch einen piratigen Basteltipp dazu: ein Piratentagebuch bzw. Schiffs-Logbuch für Piraten. Dazu benötigt man braune feste Pappe, ein bisschen Goldpapier oder goldene Pappe, Blätter für das Innenleben, einen Tacker oder eine Nähmaschine, Kleber und Schere (und am besten auch eine Schneidemaschine), ggf. eine Motivschere.
Die Pappe wird aud A4 geschnitten und mittig gefaltet. Die Blätter ebenfalls mittig falten und dann etwas einkürzen, damit sie nicht über die Buchhülle hinausragen (Schneidemaschine). Dann Blätter und „Cover“ mit Hilfe des Tackers verbinden oder einmal dranlang nähen. Aus der Golspappe 4 Dreiecke schneiden und als Ecken aufkleben, ebenso ein Schild für den Titel schneiden – wenn man hat und mag, kann man das mit einer Motivschere verschönern. Einen langen Streifen Goldpappe schneiden, falten und als Buchrücken ankleben (im Fall einer Naht überdeckt man diese somit am Cover…).
Meine Jungs haben sich etwas altertümliche Papiere für das Innenleben ausgesucht, das ich noch im Regal hatte. So gehöre sich das nämlich für Piraten, meinte der Möppel. Hier seht ihr unsere Ergebnisse:

Vielen Dank für das druckfrische Rezensionsexemplar und die liebevolle Verpackung (s.u.) sowie die tollen Gimicks, die mein Junior direkt „verbraten“ hat!

Beste Grüße,
Katha

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Piraten-Projekt 3. Teil

IMG_0022So, nun folgt endlich der Abschluss des Piraten-Projekts:

Im Bereich Lesen haben wir meine neue „Silbemaschine“ angeworfen, um lustige und wirkliche Piratennamen zu kreieren. Das ist nichts Anderes als eine Tisch-Präsentationsmappe, die vierfache Ringlochung hat und in die ich mittig halbierte A4-Blätter mit Silben einheftete. Die kombinierten wir dann spielerisch durch umblättern und erhielten eine Menge Piratennamen… Danach bekam jedes Kind eine Anfangs- und eine Endsilbe, um daraus den Namen zu erlesen. In zwei Runden tauschten wir dann noch jede Silbe einmal mit einem anderen Kind, um pro Nase drei verschiedene Namen gebildet zu haben. Ich freue mich momentan über jede gemeinsame Gesprächs- und/oder Leserunde, die wir friedlich und störungsarm schaffen…

Dann gab es noch zwei Arbeitsblätter mit Bildern aus dem Lesebuch, auf denen Wörter bzw. Sätze gelesen und verbunden werden mussten. Auch ein Minibuch zum Lesen und Anmalen aus dem Lehrwerk kam zum Einsatz.
Zuletzt wanderte der Tisch mit den Playmobilsachen nach vorne und wir bildeten einen Kinositz drumherum. Gemeinsam gaben wir den Figuren dann Namen und erzählten zusammen eine kleine Geschichte. Fast eine ganze Schulstunde lang saßen wir zusammen und man merkte, wie intensiv die Kinder sich mit dem Thema beschäftigt hatten.

Passend dazu mein Fazit:
Fast unabsichtlich bin ich in dieses inhaltliche Projekt gestolpert (eigentlich sollte es nur wieder ein thematisch inspirierter Wochenplan werden). Aber dieses Art zu arbeiten liegt mir und meinen Kindern offensichtlich auch. Die Wortschatzarbeit war sehr intensiv und ich konnte vor allem bei einer Schülerin mit erst rund zwei Jahren „Deutschsprachigkeit“ beobachten, wie hilfreich der Wortspeicher und die immer wieder auf den AB auftauchenden Begriffe waren. Ziemlich fleißig haben sie ALLE gelesen und geschrieben ohne Murren oder Ablenkungen.
Das hat mich darin bestätigt, solch eine Arbeitsweise zu einem großen Oberthema wieder einzusetzen. Vielleicht kommen bald mal heimische Tiere dran…

So, das war es dann mit den Piraten.

Harr harr,
Katha

Piraten-Projekt 2. Teil

Um auch endlich mal wieder was zu schreiben, kommt heute ein kurzer Einblick in die weitere Arbeit mit den Piraten:

Zum Einen habe ich die geübten Piratenwörter und ein paar weitere in schwarz-grauer Silbentrennung auf Zettelchen gedruckt. Die haben wir nach ihrer Silbenanzahl an der Tafel in eine Tabelle sortiert und die Silbenkönige mit Textmarkern markiert.

Dann habe ich mal einen kleines Piratenzirkeltraining ausprobiert: 4×5 Minuten an verschiedenen Tischen piratig arbeiten. Das ging so: An drei Tischgruppen plus den Playmobiltisch teilte ich vier Gruppen ein. Dann ging es immer nach fünf Minuten einen Tisch weiter, bis alle Gruppen rum waren.
Tisch 1 war also Spielen am Piratentisch:

Tisch 2: Schreiben von so vielen Piratenwörtern wie möglich auf unseren kleinen Tafeln. Man sieht deutlich, wer den Wortspeicher nutzt und wer es lieber selbst probiert:

Tisch 3: Lesen der Piratengeschichten im Lesebuch:
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Tisch 4: Lese-Lege-Karten „Piraten“ zuordnen – hier konnte man sich gern mit Partnern zusammentun. Sehr spannend zu beobachten, wer wem vorlas und wer die passenden Bilder suchte!
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Im Kunstunterricht waren natürlich auch die Piraten los. Eine Doppel- und eine Einzelstunde ergaben tolle Piraten und tolle Schatzkarten. Erstere wurden „einfach“ mit Wachsmalern gezeichnet (vorher mit den Piratenwörtern wdh., was dazu gehört) und Zweitere waren zweischrittig: 1. Stunde Insel und Meer mit  Wasserfarben malen, 2. Stunde alles weitere mit Buntstiften:

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Soweit der zweite Einblick. Alle restlichen und abschließenden Arbeiten folgen in den nächsten Tagen.

Nun muss ich nach dreitägiger Abwesenheit erstmal wieder in der Schule ankommen und schauen, ob noch alle an Bord sind. 🙂

Beste Grüße,
Katha

Piraten-Projekt 1. Teil

Seit letzter Woche sind meine Schnuckis im Piratenfieber. Als sie montags morgens den Klassenraum betraten, sahen sie plötzlich auf einem unserer Arbeitstische ein Meer mit Inseln und einem einsamen Piraten… [Danke an dieser Stelle an meinen Möppel, der bereitwillig seine Playmobilsammlung zur Verfügung stellte!]
DSCI0147Nach der Begrüßung und Besprechung des Tagesablaufs versammelten wir uns auf Stühlen und Tischen sitzend um diese Szene herum und mutmaßten, wieso weshalb warum dieser Pirat dort so einsam auf der Insel stand. Vielleicht wurde er zur Strafe ausgesetzt, vielleicht sollte er einen Schatz bewachen oder war nach einem Schiffbruch als einziger Überlebender angespült worden? Es blieb ein Rätsel!

Zunächst wollte ich dann das Vorwissen zum Thema aktivieren. Der Auftrag, in Gruppen alles das aufzumalen oder zu schreiben, was sie über Piraten wissen, verleitete aber eher zum szenischen Malen…

Der WP war gefüllt mit Lese-, Schreib-, Mal- und Erzählaufgaben rund um das Thema Piraten. Wie ihr auf den Fotos seht, befanden sich in manchen Fächern verschiedene differenzierte AB mit dem gleichen Schwerpunkt (Schreiben, Silben, Lesen), bei denen die Kinder wählen durften. Auch ein neues Gedicht zum Einüben gab es, das wirklich sehr eingängig bei den Kids war – fast alle haben es mir schon zu 1/3 oder 2/3 vorgetragen!

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Drumherum gab es noch eine Hörübung, bei der die Bilder an bestimmt Orte gelegt werden mussten:

Auch ein Büchertisch war natürlich im Angebot:
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Wichtig war mir in diesem „Projekt“ vor allem auch die Wortschatzarbeit. Wir haben einige passende Nomen besonders geübt und auch in einem Wortspeicher festgehalten. Die Bilder dazu stammen von Danielas Ideenreise, danke dafür! DSCI0149
Diese Wörter haben wir nach ihrem Artikel sortiert (Spiralcurriculum und so… hatten wir ja im Februar), gemeinsam gelesen und den Bildern zugeordnet. Ich habe mich ertappt, dass ich viele Elemente des Fremdsprachenunterrichts eingesetzt habe 🙂
Was mich aber sehr freut sind die Ergebniss: Auch die spracharmen Kinder und die schwachen Leser konnten nach 7 Tagen Übung viele der Bilder korrekt benennen bzw. mehrer Wörter „erlesen“.

Eine weitere gemeinsame Übung war diese: in sich differenziert, weil man den Weg mündlich beschreiben und/oder den Text ergänzen und vorlesen kann. Es ist ja krass, aber einzelne Kinder können das schon lesen!
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So, soweit der erste Einblick. Sobald alles beendet ist, kommen noch weitere Ausführungen zum Freiarbeitsmaterial, zum Erzählen von Geschichten, eine Hörübung und ein Resumee.

Außerdem erfahrt ihr, warum der arme Pirat denn nun wirklich allein auf seiner Insel stand und ob er allein geblieben ist. 🙂

Beste Grüße,
Katha