Kinder! :-)

In den letzten Tagen sind mir besonders zauberhafte Kinder in Unterrichtsbesuchen begegnet: Kinder, die mir die Tür aufgehalten haben, Kinder, die Sachen sagen wie „Entschuldigung, das habe ich nicht verstanden.“ oder Kinder, die gegenseitig auf ihre Sachen aufpassen.

Warum mir das einen eigenen Eintrag hier im Blog Wert ist? Weil ich mich intensiv reflektiert habe. Mich beschäftigte es, dass mir diese Kinder so besonders positiv aufgefallen waren. Ich fragte mich, warum. Weil ich sonst nur Gemecker und Geschimpfe erlebe und Ärger und Respektlosigkeit oder sogar Diebstahl?
Nein! Das erlebe ich gar nicht so viel, selbst in den schwierigsten Klassen, die ich in Besuchen so erlebe. Ich glaube, ich bin ein bisschen in die „früher war alles besser“-Falle getappt – und das ist nicht gut und das tut mir nicht gut!

Symbolbild „Kinder beim Lernen“, mit ideogram.ai generiert.

Also habe ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen, wie ich Grundschulkinder aktuell vor allem erlebe. Und ja, es gibt die Verzogenen, die Egozentrischen und die, die keine Grenzen kennen(gelernt haben). Aber die meisten Kinder schauen mich als Besucherin neugierig bis interessiert an, manche erzählen oder zeigen mir auch etwas oder stellen mir Fragen. Viele Kinder stürzen sich hochmotiviert in die von den LAA vorbereiteten Lernszenarien und kommunizieren meist sachlich und freundlich miteinander. Viele berichten stolz von ihren Ergebnissen, zeigen ihr Geschriebenes, Gerechnetes, Gemaltes vor und freuen sich über ein Lob oder ein anerkennendes Nicken.

Kinder sind prinzipiell wunderbar. Kinder sind ideenreich. Kinder brauchen Bewegung. Kinder brauchen Erwachsene, die sie mögen.

Wir neigen vielleicht manchmal dazu, diese ganzen positiven Interaktionen zu übersehen, weil wir die negativen in den Fokus rücken. Lasst uns doch alle mal wieder mehr auf das schauen, was gut ist im Schulalltag, was gelingt und was wir gestalten können. Daraus schöpfen wir Kraft für die anstrengenden Seiten des Tages!

Gruß
Katha

4 Gedanken zu „Kinder! :-)

  1. Ich beobachte schon seit einigen Jahren, dass sich Klassen immer dann zu diesen „besonderen“ Kindern entwickeln, wenn die Lehrkraft genau dies auch vorlebt. Sind nicht besonders auch Kinder ein Spiegel ihrer Umgebung? Und sollten wir uns dann nicht auch mehr an die eigene Nase greifen, wenn sie eben kein „Bitte“ und „Danke“ kennen? Wenn wir diese besonderen Eigenschaften als wichtig erachten, können wir dies den Kindern auch einfach sagen, erklären, wie „man das so macht“ und eben vorleben. Und so hält mir jeden Morgen mindestens ein Kind die Tür auf, kommen jeden Tag Kinder ans Lehrerzimmer und fragen ihre Lehrkraft, ob sie helfen dürfen beim Tragen und es vergeht kein Tag ohne „Guten Morgen, schön, dass du da bist!“ und „Tschüss, ich wünsche dir einen schönen Tag“ – von beiden Seiten.

    In diesem Sinne – wünsche ich euch einen schönen Tag!

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  2. <3, <3, ❤

    Ich selbst als Lehrerin an einer Schule für emotionale und soziale Entwicklung erlebe jeden Tag neben allen Schwierigkeiten ganz wunderbare Kinder. 🙂

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    1. Das freut mich sehr zu lesen! Lass uns diese Wahrnehmungen wieder mehr in den Blick nehmen und darüber sprechen statt immer nur festzustellen, was alles nicht läuft! 🙂
      Katha

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