Das Klassenleiten aufgeben

Viele von euch haben ja im vergangenen Sommer schon meinen Abschied von den Monstern nach dem dritten Schuljahr mitgelesen und auch vor einigen Wochen die Abschiedsworte verfolgt, die ich noch an meine (vorerst) letzte Klasse richten durfte. Eigentlich ist dieser Abschied also schon eine Weile her. Er beschäftigt mich aber diese Woche dann doch nochmal sehr, denn ich räume nun endlich mal „meinen“ alten Klassenraum aus. Die Kollegin, die meine Klasse übernommen hat, konnte sich letztes Jahr quasi ins gemachte Nest setzen und den voll ausgestatteten Raum übernehmen. Nun zieht eine neue erste Klasse dort ein und es wird Zeit, meinen Kram herauszuholen.

So sah es deshalb dieser Tage in meinem (großen!) Kofferraum aus:
2020-07-22 11.39.55Die meisten meisten von euch kennen das – ein halber Schreibwarenladen befindet sich im und am Pult und in den Schränken. Kopiervorlagen, Bücher, gebasteltes Material, Putzsachen, Weihnachtsdeko, Aushänge, Plakate etc. Die Materialien aus dem Kunstschrank sind hier noch nicht dabei (ich hoffe, dass die Kollegin, die den Raum bezieht, manches davon übernimmt…).

Als ich das letzte Mal keine Klasse hatte, weil wir am zweiten Kind gearbeitet haben, war ja klar, dass ich in nicht allzu weiter Ferne wieder eine übernehmen würde – also kam alles auf den Dachboden und wurde dann ja auch nach zwei „KL-abstinenten“ Jahren und nach K2s Geburt wieder zurück in die Schule.
Dieses Mal steht die Sache ja anders: Ich bin inzwischen seit gut zwei Jahren Fachleiterin im Studienseminar und sehe momentan keinerlei Gründe, diese Tätigkeit wieder niederzulegen. Dazu macht sie mir viel zu viel Spaß und mein Kollegium ist viel zu toll. Als Fachleiterin aber bin ich nie mit genug Stunden an der Schule um eine Klasse zu leiten. Das haben wir im dritten Monster-Jahr versucht und es war, sagen wir mal, suboptimal…
Also habe ich direkt mal die aktuelle Lehramtsanwärterin unserer Schule gefragt, ob sie ein bisschen was übernehmen mag und – jippie! – Vieles wanderte direkt aus meinem Kofferraum in ihren. Und auch jetzt, wo ich hier zuhause weiter einräume und wegsortiere, kommt nochmal ordentlich was für sie zusammen. Als ich an meiner jetzigen Schule anfing, ging eine Kollegin in Pension und hinterließ mir viel hilfreichen Kram von Wäscheklammern bis Sitzmatten für meine Klasse. Nun kann ich diese Hilfe zurückgeben und habe die ganze Woche das gute Gefühl, dass wir beide etwas von dieser Sache haben: ich den Platz und sie eine gute Grundausstattung für ihre erste eigene Klasse, die sie bestimmt bald übernehmen wird.

Sollte ich aus welchen Gründen auch immer nochmal eine Klasse leiten, weiß ich ja inzwischen auch, worauf ich Wert lege und habe meine Vorlagen alle digital, um sie schwuppdiwupp wieder einsatzfähig zu machen.

So, Schluss für heute – muss noch etwas räumen…
Katha

 

Abschiedsvorfreude

Wenn man einen beliebigen Idioten auf dem Parkplatz wegen fahrerischen Unkönnens mal so richtig anbölkt, dann ist man wohl ferienreif… Ich bin also spätestens seit heute definitiv in dieser Kategorie, nachdem ich eigentlich in den letzten Wochen viel geschafft und mich dabei noch ganz ordentlich gefühlt habe.

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Nachdem inzwischen die Zeugnisse für meine Monster geschrieben, gesiegelt, eingetütet und verteilt sind, alle Beurteilungen für die LAA in dreifacher Ausfertigung abgegeben sind und die letzten „Unterrichtsstunden“ erteilt wurden, gilt es morgen nur noch ein Frühstück und den Abschied er Vierer zu überstehen, bevor die unterrichtsfreie Zeit beginnt! So dezent, wie meine Schätzchen sind, habe ich gestern auch gar nicht mitbekommen, dass sie alle auf einer Karte haben unterschreiben lassen. Ich weiß also schon recht sicher, dass ich morgen mit einer rosafarbenen Karte beglückt werde und befürchte, dass sich evtl. noch etwas dazu gesellt. Das ist schon ein verflixt komisches Gefühl, diese Truppe nach „nur“ drei Jahren übergeben zu müssen, obwohl ich ja nicht die Schule verlasse (aber eben zu wenige Stunden dort bin durch die Fachleitertätigkeit).

Ein materielles Geschenk brauche ich gar nicht, auch wenn (typisch Primimaus!?) jede Karte ordnungsgemäß gesammelt wird. Das größte Dankeschön waren die vielen Umarmungen und (auch wenn es sich doof anhört), die Tränen bei der Bekanntgabe meines Abschieds als Klassenlehrerin.

Es kann also sein, dass ich morgen meinen letzten Tag als Klassenlehrerin habe. Seltsamer Gedanke irgendwie – aber auch die Vorfreude darauf, wieder eine Menge Überfachliches zu schaffen. Das nämlich klappte bei meinen letzten zwei klassenfreien Jahren ganz hervorragend. Einfach, weil man ohne Klasse nunmal deutlich weniger feste Termine mit Eltern hat, weniger Korrekturzeit in der Regel auch und dadurch deutlich mehr Konzentration übrig z.B. für die Medienarbeit.

So, für heute soll es gut sein mit dem Gedankenteilen. Allen, die bis hierher gelesen haben, wünsche ich entweder weiterhin schöne Ferien oder einen guten Start in selbige oder aber einen guten gesunden Endspurt dorthin!

Katha