Rezension: „Mio war da“

Mio war da (1)Titel: „Mio war da“
Verlag: Klett Kinderbuch (hier klicken)
Autorin: Tanja Székessy
Illustrationen: Tanja Székessy
ISBN: 978-3-95470-220-6

Zum Inhalt:
Mio ist das Klassentier der Klasse 1d und seines Zeichens Pinguin. Die Klasse und ihre erwachsenen Begleiter mag er sehr gern und so freut der kleine Pinguin sich sehr, als ein großes Abenteuer für ihn beginnt:
Er darf alle Kinder der 1d zuhause besuchen und sogar dort übernachten!
Auf je einer Doppelseite sieht und liest/hört man nun von den ganz verschiedenen Familiensituationen der Schülerinnen und Schüler aus Mios Klasse. Aus allen Kulturkreisen und sozialen Schichten kommen diese und von voller Action bis zu Vergessenwerden erlebt Mio so Einiges:

Meine Meinung:
Schon das Konzept des Buches hatte mich gepackt, bevor ich es in der Hand hielt: ein „neutraler“ Beobachter, der verschiedene Familiensituationen vorstellt, müsste einen wunderbaren Gesprächsanlass rund um Familie bieten…
Mio hat diese Hoffnung absolut erfüllt und ich hätte mich am liebsten direkt mit ihm in die Schule begeben (leider habe ich keine Klasse). Die Zeichnungen und Beschreibungen sind eindringlich, aber niemals wertend und laden so zum Betrachten und Vertiefen ein. Fast automatisch kommen Fragen auf nach der Fürsorgepflicht von Eltern, nach den Rechten der Kinder oder ganz banal zur Zusammensetzung von Familien. Jedes Kind, mit dem man diese Familien betrachtet, dürfte sich in einer der Situationen wiederfinden und berührt werden. In guten Gesprächen erkennen Kinder so vielleicht, dass ihre Probleme nicht nur ihre sind, sondern auch andere sie teilen oder dass es nicht ganz in Ordnung ist, wie es bei ihnen zuhause läuft. Vielleicht merken sie auch, dass nicht jedes Kind es daheim so gut hat wie sie selbst, was das Verständnis für das Handeln und Empfinden Anderer stärkt (Stichwort „Empathie“). Ganz sicher aber erweitert jedes Kind mit Mio und der 1d seinen Horizont!
Mio war da (2)

Leseempfehlung:
Für alle mit Kindern im Vor- und Grundschulalter, für ErzieherInnen mit Vorschulkindern und Grundschullehrkräfte kann ich Mio nur wärmstens empfehlen. Aufgrund seiner Tiefe bietet sich das Buch m. E. eher als Vorlesebuch an, kann aber auch lesenden Kindern Freude bereiten. Im Austausch beim Vorlesen sehe ich aber das oben schon angedeutete größere Potential.
Anschlussthemen für die schulische Behandlung sind z. B.:
– SU-Thema „Ich und die anderen“
– Schreib- und Malanlass: „Meine Familie“
– Gesprächsanlass: „Was kann alles Familie sein?“
– Thema „Kinderrechte“ – wofür müssen Erwachsene sorgen?
– Thema „Freundschaft“ – wie man andere versteht und mit ihnen spielt etc.
– das eigene Klassentier mit zu den Kindern geben und dazu erzählen, malen, schreiben (so etwas ergibt mit der Zeit ein wunderbares Klassenerinnerungsbuch!)

Vielen Dank an den Verlag Klett-Kinderbuch für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Abschiedsvorfreude

Wenn man einen beliebigen Idioten auf dem Parkplatz wegen fahrerischen Unkönnens mal so richtig anbölkt, dann ist man wohl ferienreif… Ich bin also spätestens seit heute definitiv in dieser Kategorie, nachdem ich eigentlich in den letzten Wochen viel geschafft und mich dabei noch ganz ordentlich gefühlt habe.

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Nachdem inzwischen die Zeugnisse für meine Monster geschrieben, gesiegelt, eingetütet und verteilt sind, alle Beurteilungen für die LAA in dreifacher Ausfertigung abgegeben sind und die letzten „Unterrichtsstunden“ erteilt wurden, gilt es morgen nur noch ein Frühstück und den Abschied er Vierer zu überstehen, bevor die unterrichtsfreie Zeit beginnt! So dezent, wie meine Schätzchen sind, habe ich gestern auch gar nicht mitbekommen, dass sie alle auf einer Karte haben unterschreiben lassen. Ich weiß also schon recht sicher, dass ich morgen mit einer rosafarbenen Karte beglückt werde und befürchte, dass sich evtl. noch etwas dazu gesellt. Das ist schon ein verflixt komisches Gefühl, diese Truppe nach „nur“ drei Jahren übergeben zu müssen, obwohl ich ja nicht die Schule verlasse (aber eben zu wenige Stunden dort bin durch die Fachleitertätigkeit).

Ein materielles Geschenk brauche ich gar nicht, auch wenn (typisch Primimaus!?) jede Karte ordnungsgemäß gesammelt wird. Das größte Dankeschön waren die vielen Umarmungen und (auch wenn es sich doof anhört), die Tränen bei der Bekanntgabe meines Abschieds als Klassenlehrerin.

Es kann also sein, dass ich morgen meinen letzten Tag als Klassenlehrerin habe. Seltsamer Gedanke irgendwie – aber auch die Vorfreude darauf, wieder eine Menge Überfachliches zu schaffen. Das nämlich klappte bei meinen letzten zwei klassenfreien Jahren ganz hervorragend. Einfach, weil man ohne Klasse nunmal deutlich weniger feste Termine mit Eltern hat, weniger Korrekturzeit in der Regel auch und dadurch deutlich mehr Konzentration übrig z.B. für die Medienarbeit.

So, für heute soll es gut sein mit dem Gedankenteilen. Allen, die bis hierher gelesen haben, wünsche ich entweder weiterhin schöne Ferien oder einen guten Start in selbige oder aber einen guten gesunden Endspurt dorthin!

Katha

Rein und raus – „Verteilsystematik“

Im Tagesablauf steht bei mir zu Beginn der ersten Stunde in meiner Klasse immer das Organisatorische. Die Kinder, die den Tagesplan aufhängen, hängen deshalb auch schon automatisch immer zuerst das passende Schild „Organisatorisches“ auf, wenn das übliche X für Klassenlehrerunterricht auf dem Stundenplan steht.

Lange Vorrede, kurzer Kern: In diesem Schuljahr habe ich mal wieder etwas Neues implementiert (sacht man doch so im Fachjargon, oder?). Auf meinen Pult stehen diese beiden Ablagen:

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DSCN1275In die linke legen die Kinder alles (außer Geld), das sie abgeben müssen, sollen oder wollen. Elternbriefabschnitte, Nachrichten, Lesehäuser, Bildgeschenke, Förderkarten, unterschriebene Tests. Es hat ein paar Wochen gedauert, aber inzwischen haben die allermeisten Kids den Dreh raus, dass sie nicht jeder einzeln mit ihren Zetteln vor mir stehen sondern sie automatisch in die Ablage legen.

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In die rechte Kiste lege nur ich Material. Alles, was sich so ansammelt wie korrigierte Hefte, Urkunden, Mahnungen von der Bücherei, Elternbriefe etc. stapele ich direkt hinein, wenn sie auftauchen. Manchmal gehe ich mittags nochmal hoch und lege die Sachen bereit, manchmal sammle ich auf meinem Platz im Lehrerzimmer und trage zum Stunden-beginn alles hoch, um es direkt in die Ablage zu packen.

Auch hier hat es ein bisschen gedauert, bis ich mich daran gewöhnt hatte, aber inzwischen ist auch diese Ablage ein Selbstläufer. Früher blieben immer wieder mal Elternbriefe oder Anderes auf dem Pult liegen, weil sie einfach untergegangen sind und ich sie vergaß. Durch den zentralen Lagerplatz bin ich viel konsequenter im Verteilen geworden. Nicht zuletzt gibt es immer mal wieder einen kleinen Aufpasser, der mich auf verbliebene Dinge in der Verteilkiste aufmerksam macht 😉

Für alle, die die Mompitze genauso gern haben wie ich, stelle ich die Datei mit den beiden Schildern hier zur Verfügung: Schilder Abgabekiste & Verteilkiste

Beste Grüße,
Katha