Afrika-Projektwoche „Trommelzauber“

Bereits zum zweiten Mal befinden wir uns mitten in einer zauberhaften, musikalischen, spannenden Woche rund ums Trommeln und rund um Afrika.
Nach den extrem positiven Erfahrungen vor vier Jahren stand für unser Kollegium fest, dass wir gerne jedem Kind an unserer Schule die Erfahrung des Trommelzaubers zugänglich machen wollen und deshalb im Vierjahresrhythmus „unseren“ Soukou buchen wollen – das hat auch prima geklappt.

Nun von vorn und sortiert: diese ganze Projektwoche lang beschäftigt sich jede Klasse mit verschiedenen Aufgaben und Themenfeldern rund um Afrika. Parallel und sinnstiftend dazu haben wir Thomas Soukou vom Team Trommelzauber bei uns zu Gast, der mit allen Kindern gemeinsam und in den Jahrgängen bzw. Klassen trommelt, singt, Tänze einstudiert. Für jede Jahrgangsstufe gibt es im Anspruch passende Stücke, die eingebt und am Freitag zum Abschluss in einem großen Gesamtstück aufgeführt werden.

Es ist auch beim zweiten Mal wieder faszinierend, wie sich die Kinder (und auch wir Erwachsene) verändern, wenn zentral in der Turnhalle jemand das Sagen hat, der mit seiner großen Djembe und ein paar Trommelschlägen den Ton angibt, ohne viel zu sagen. Erstaunlich, wie nonverbal man etwas einüben kann und (das sah man heute am zweiten Tag) wie die Kinder nach nur einer Übungsphase große Teile ihres Tanzes schon beherrschen. Gut, uns fehlt der afrikanische Hüftschwung, aber vielleicht kriegen wir den bis Freitag noch hin…

Herrlich war es gestern auf dem Elternabend, zu dem ich eigentlich nur wiederwillig gegangen war. Man sah in den Gesichtern der anwesenden Eltern das gleiche Glühen, die gleiche Anstrengung und den gleichen Ehrgeiz wie bei ihren Kindern. Die Coolness wird vergessen und die Hemmungen sinken…

Was die Kinder lernen: afrikanische Lebenfreude und Musik, gemeinsam etwas lernen und aufführen (absolut inklusiv!!!), Rhythmusgefühl, die Einsicht, dass schwarze Menschen keine „Nigger“ sind u.v.m.
Was wir Lehrer lernen: afrikanische Lebenfreude und Musik, gemeinsam etwas lernen und aufführen (absolut inklusiv!!!), Rhythmusgefühl, die Einsicht, dass es auch ohne groß festgezurrte Pläne geht…

Ich freue mich nun auf drei weitere Trommeltage und hoffe, dass meine Muscheln (in die sich die 19 Monster gerade verwandeln) morgen auch mal etwas muschelhafter verhalten und weniger wie Elefanten auf meinen Nerven tanzen, wenn wir uns außerhalb von Soukous Reichweite im Klassenraum befinden.

Sawubona!
Katha

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freier Tag

Heute ist einer der heiß geliebten beweglichen Ferientage an unserer Schule. Das heißt für mich zum ersten Mal seit ichweißnichtwann: ein Tag (naja, 2/3-Tag) nur für mich – und den Schreibtisch!
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Kinder früh weg gebracht und dann direkt Tee kochen, hinsetzen und schaffen, schaffen, schaffen… ohne, dass nach einer halben Stunde jemand was möchte oder braucht! Wundervolle Zustände, die jeder von euch, der auch Kinder hat, sicher sehr zu schätzen weiß 🙂

Fazit bislang: die letzten beiden Kapitel der KV zum Lesebuch 4 geschrieben und abgegeben, Präsentation für den nächsten Vortrag voran gebracht und nun die in großen Schritten näher kommende Projektwoche in den Blick nehmen.
Afrika steht an und dank meiner lieben Kollegin muss ich eigentlich nur noch den Schwerpunkt festlegen und die richtigen Materialien raussuchen und kopieren. Keine große Recherche mehr nötig, jippie! Wir hatten den Trommelzauber schon vor vier Jahren zu Gast und können deshalb schon auf einen guten Erfahrungsschatz zurückgreifen. Meine Kollegin ist wieder im selben Jahrgang wie damals, nur ich bin ja quer reingerutscht und war beim letzten Mal „klassenlos“. Nun freuen wir uns alle wieder aufs Trommeln und was auch immer drum herum noch so passiert.

Es tut wirklich gut, mal so richtig viel am Stück abzuarbeiten und dabei sogar noch echten Sonnenschein auf dem Tisch zu haben! Sonst sitze ich ja doch (wie viele von euch) eher abends hier und werkele…

Beste Grüße und allen noch einen schönen Tag,
Katha

geometrischer Ausnahmezustand

Puuh, das war eine Woche! Traditionell war bei uns Rosenmontag frei (juchu!) und daran schloss sich dann die Projektwoche an. Turnusgemäß war dieses Jahr Geometrie dran.

Ganz unkreativ und faul habe ich mir mein „altes“ Thema Pentominos wieder gesichert, so dass ich wirklich mal eine Woche Schonprogramm fahren konnte, was die Vorbereitung angeht.

So lief es dann in meinem Projekt ab:
Als Rahmenhandlung begeben wir uns auf eine Reise nach Quadratien, wo alles aus Quadraten besteht bzw. zusammengesetzt ist (ungelenke Tafelzeichnungen der Lehrerin geben den richtigen Impuls). Unser Reisetagebuch, das am Anfang ganz leer ist, wird gestaltet: Deckblatt beschriften und dazu malen. Wir reden über die Eigenschaften von Quadraten und lernen dann einjährige Quadratier kennen – einzelne Quadrate (Zettelblock sei Dank!). Bei Wachstum der Zweijährigen dann besprechen wir die Regeln für Quadratier: immer nur Seite an Seite wächst ein Quadrat dran, niemals Spitze an Spitze oder halbe Seiten aneinander… Wir malen auf je eine Seite im Tagebuch Ein- bzw. Zweijährige in den tollsten Farben und Größen.

Dann entwickeln wir mit vorgeschnittenen kleinen Quadraten selbst dreijährige Quadratier und stellen fest, dass es nach Drehen und Spiegeln eigentlich wirklich echt nur zwei verschiedene Formen bei den Dreijährigen gibt! Die schneiden wir aus gelben vorkariertem Papier aus (das einzige, was ich kopieren musste) und kleben sie in unser Reisetagebuch.
Analog ersuchen wir uns dann noch die Vierjährigen (Quadrominos – davon gibt es immerhin fünf) und die Fünfjährigen (Pentominos – derer sind es zwölf!).
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Mit den Fünfjährigen, die ich in mehrfacher Ausfertigung mal als bunt Folierte hergestellt habe, spielen wir dann noch Legespiele: Auf einem Rasterplan gegenainander legen, bis keiner mehr Platz findet (2 Sets Legeteile nötig) oder versuchen, vorgegebene Formen mit mehreren Fünfjährigen auszulegen.
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Manche malen auch einfach im Reistagebuch ihr Bild aus Quadratien weiter – es lebe die Differenzierung am Ende eines vierstündigen Tages mit Erst- und Zweitklässlern aus fünf verschiedenen Klassen!

Obwohl ich das Projekt nun schon zum wiederholten Male durchgeführt habe, ist es immer wieder spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Kinder mit den angebotenen Hilfen und Materialien umgehen und wie taktisch manche bei der Suche vorgehen…

Beste Grüße von Katha,
die nun wieder in den Schulalltag eintauchen muss und versucht, sich an richtigen Unterricht zu erinnern…