Helle Momente

Ja, viele Lehrer neigen zum Jammern – mich definitiv eingeschlossen!

Inspiriert von Susanne Schäfers Eintrag von vor ein paar Tagen möchte ich heute mal teilen, womit „meine Kleinen“ mich in den letzten Tagen erfreut haben:

  • Hänschen und Irmgard gerieten in Streit, weil irgendwie immer einer der beiden mit Arm, Stift, Heft oder sonstwas auf der Tischhälfte des jeweils anderen war. Im gemeinsamen Gespräch mit beiden anwesenden Lehrerinnen wurde besprochen, dass ein schnell aufgeklebter Streifen Kreppband für Frieden sorgen könnte. Keine fünf Minuten später stehe ich wieder vor dem gleichen Tisch, als sich die beiden plötzlich einmal freundlich lächelnd in den Arm nehmen und mich bitten, den Klebestreifen doch wieder zu entfernen – sie bräuchten ihn nicht mehr.
  • Zusammen mit den Patenklassen aus der 4 machten beide ersten Klassen einen Ausflug zu einer dorfeigenen Streuobstwiese, um Äpfel zu pflücken. Den Weg entlang von Bürgersteigen und einer gehwegfreien Straße meisterten wirklich alle Kleinen anstandslos an den Händen ihrer Paten und ohne jegliche Störungen. Auch auf der Wiese selbst hatten wir vier mitreisenden Lehrer niemanden zu ermahnen oder einzufangen. Immer wieder konnte ich Viertklässler beobachten, die sich für ihr Patenkind nach einem bestimmten Apfel reckten oder mal liebevoll den Arm um es legten. Wunderbar.
    Viele Äpfel sind jetzt Geschichte:
    apfelwiese-22-09-14apfelwiese-22-09-23
  • Einige der Äpfel, die gestern noch in Rucksäcken und Tüten zur Schule und später nach Hause geschleppt worden waren, haben sich inzwischen sogar in einen Apfelkuchen verwandelt, den wir gemeinsam und ordnungsgemäß in 16 Teile geteilt genießen durften. Danke unbekannterweise an die Oma, die nach dem Ausflug mit ihrem Enkel gebacken hat!
  • Von einer Schülerin, die offensichtlich noch etwas Schwierigkeiten mit der Eingewöhnung hat und bereits viele Einzelgespräche mit mir führen durfte (u.a., weil sie häufig kneift oder trietzt), bekam ich freudestrahlend ein mit ganz vielen Herzchen gestaltetes Bild überreicht. Sie hatte auch in dieser Woche wesentlich weniger Konflikte als zuvor und scheint etwas besser Anschluss zu finden. Das Herzchenbild hängt jetzt natürlich an meinem Schrank am Pult und bekommt bestimmt bald Nachbarn.
  • Ich konnte eine Geschichte vorlesen, die sich alle Kinder angehört haben (und nur zweimal kurz für Ermahnungen bzw. Drohungen unterbrechen). Und danach sogar noch eine Tafelarbeitsphase durchführen. Es kam fast das Gefühl von gemeinsamem Arbeiten auf… 😉
  • Heute hatte ich in der großen Pause Aufsicht. Vorher hatten wir besprochen, was in der Kunststunde nach der Pause geschehen würde. Wie es immer so ist, wenn man vom Schulhof kommt, waren die Kinder rund 2 Minuten vor mir in der Klasse – und malten alle (!) bereits an ihren Elefanten herum. Da war ich baff und habe erstmal ein dickes Lob in die Runde geworfen.

Kleine Inseln mit Leuchttürmen kommen also langsam in Sicht, nachdem ich letzte Woche schon eher SOS Seenott gefunkt hätte. Hoffentlich lobe ich jetzt den Tag nicht vor dem Abend, aber ich denke, dass sich die Wellen langsam etwas glätten.

Katha

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