Artikel II – Arbeitsblätter

Wenn mich ein Thema einmal packt, dann verbeiße ich mich gern ein bisschen darin. Mit den Artikeln geht es mir gerade so. Die Legeübung mit dem Material von hier hat gut geklappt: Auf drei farblich passende Pappen klebte ich die drei Artikel und legte alle Bilder, die leichten und die schwierigeren Wörter auf einen kleinen Tisch im Tafelkino. Jedes Kind hat auf seinem eigenen Niveau mitgeholfen beim Sortieren und niemandem war es zu schwierig. Diesen Schub möchte ich nun gern weiter nutzen und gebe deshalb drei schriftliche Übungen mit verschiedenen Schwerpunkten in die Klasse:

1. ein AB, auf dem verpflichtend „nur“ die Artikel zu Bildern geschrieben werden müssen und freiwillig Artikel und Wort geschrieben werden können. Für mein Förderkind und die ganz schwachen habe ich jeweils nur die halbe erste Spalte vergrößert hineingegeben:
ab-1
Die Bilder stammen auf allen AB von der wunderbaren Frau Locke (VIELEN DANK NOCHMAL!), aber da ich für die Lineatur keine Publizierungsrechte habe, fehlt die auf allen AB leider. Ihr findet einen Weg… > ab-artikel-sortieren

2. ein AB, auf dem die Artikel in den vorgegebenen Farben eingekreist werden müssen – zuerst die Artikelwörter („kleine Wörter lesen“), dann Bilder:
ab-2a
Als Differenzierung gibt es noch eine dritte Aufgabe, die ich ca. der Hälfte der Klasse kopieren werde. Hier müssen Wörter in eine Tabelle geschrieben werden, z. B. die von Aufgabe 2:
ab-2b
Auch hier die gleiche Bildquelle und das gleiche Problem mit den Linien… Hier ist das AB: ab-artikel-einkreisen-und-schreiben

3. ein AB zum Lesen, dreifach differenziert. Immer müssen jedoch die Aussagen angekreuzt werden, bei denen der Artikel stimmt.
Niveau 1: Artikel mit Bild:
ab-3a
Niveau 2: Artikel mit Wort:
ab-3b
Niveau 3: Sätze:
ab-3c
Hierbei möchte ich vorab eine Besprechung abhalten und über die drei Ansprüche sprechen und nochmal thematisieren, dass es völlig ok ist, wenn man etwas schneller oder weniger gut lesen kann. Zur Visualisierung verwende ich dabei gern die „Selbstreflexion Schwein“-Bilder aus dem Zaubereinmaleins. Dann biete ich jedes AB mehrfach an – in etwa die Anzahl der passenden Kinder plus 2. Ich weiß jetzt schon einen, der vermutlich alle drei Blätter in absteigender Niveaufolge bearbeiten wird… > ab-artikel-lesen

So, das war ein Rundumschlag heute. Vielleicht könnt ihr’s auch brauchen. Die letzten Kommentare lasen sich so…

Beste Grüße,
Katha

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Wörterschreibheft für Erstschreiber

Die Erstis kennen sich inzwischen einigermaßen gut auf der Anlauttabelle aus. Wie immer finden einige von ihnen fast sofort alle Buchstaben zu den gesuchten Lauten, andere orientieren sich noch mühsamer und suchen ausgehend von den bereits gemeinsam erarbeiteten Lauten aus. Beides ist ok. Und bei beiden Gruppen konnte ich beobachten, dass die freien Schreibrahmen im Arbeitsheft nur wenig genutzt wurden. „Schreibe Wörter, in denen ein M/m vorkommt!“ ist halt doch etwas abstrakt und hat einen geringen Aufforderungscharakter für die meisten Kids.

Weil ich aber das freie Schreiben vor allem für Schreibmotivation unheimlich wichtig finde, habe ich im letzten Wochenplan das kleine Wörterschreibheft eingeführt:
Man nehme ein farbiges Blatt und kopiere darauf das Deckblatt. Dann lege man drei weiße Blätter dahinter, falte das ganze und tackere es mittig. Schwupps, fertig. Das Besondere sind die Schreibanlässe: Aus dem tollen Bilderschatz von Frau Locke (Nicole Trapp; s.o. im Menü „Tolles im www“) habe ich gaaanz viele Bildchen klein ausgedruckt (Kontaktabzüge) und grob geschnitten an der Schneidemaschine. Die liegen nun alle in einer ganz süßen bunten Metalldose mit einem Froschkönig drauf – deshalb ist der Frosch auch als Orientierungshilfe auf dem Heftchen mit drauf. Bei Benutzung werden die Bildchen aus- und später wieder eingeräumt.

Die Arbeitsanweisung ist einfach und wurde schnell verinnerlicht:
1. Bild aussuchen und ins Heft kleben (links am Rand bleiben, damit rechts daneben geschrieben werden kann!!!)
2. Wort deutlich sprechen und durchgliedern, abhören.
3. Mit der Anlauttabelle möglichst alle hörbaren Laute verschriften.
Wie üblich, verwende ich für die Arbeitsschritte möglichst immer die Vignetten (Zeichen, Symbole) aus dem Lehrwerk.

Der erste Einsatz hat die Kinder sehr begeistert und alle (!) haben auf ihrem jeweiligen Niveau angestrengt gearbeitet. Von Anlauten bis zu fast perfekten Wörtern war alles vertreten. Manche Kinder kamen sogar in der Freiarbeit auf mich zu und wollten gern im Heftchen weiterarbeiten. Das ist doch prima!

Nun kommt das kleine Wörterschreibheft auch wieder mit in den neuen Wochenplan. Dazu habe ich einfach die ersten drei Reihen als Bild gespeichert und im WP eingefügt. [Das SnippingTool unten am Bildrand der Windows-PCs leistet mir in solchen Fällen immer gute Dienste (das mit Kreis und Schere).] Um die Zeit im WP zu differenzieren, werde ich eine oder zwei Sanduhren daneben drucken – ich habe sieben 5-Minuten-Uhren in der Klasse, die dann genutzt werden können. So gebe ich keine Wörteranzahl vor und baue keinen Druck auf. Und vermutlich arbeiten viele dann doch eher etwas länger dran, weil sie das Ablaufen der uhr nicht bemerken oder noch schnell fertig werden wollen. Mal sehen, wie das klappt.

Die Vorlage bekommt ihr diesmal leider nicht – ohne die Bilder bleibt ja nur ganz wenig Text und ein Rahmen – das hat man schnell selbst zusammen. Oder man erklärt nur und lässt das Heft blanko…

Beste Grüße,
Katha

 

Helle Momente

Ja, viele Lehrer neigen zum Jammern – mich definitiv eingeschlossen!

Inspiriert von Susanne Schäfers Eintrag von vor ein paar Tagen möchte ich heute mal teilen, womit „meine Kleinen“ mich in den letzten Tagen erfreut haben:

  • Hänschen und Irmgard gerieten in Streit, weil irgendwie immer einer der beiden mit Arm, Stift, Heft oder sonstwas auf der Tischhälfte des jeweils anderen war. Im gemeinsamen Gespräch mit beiden anwesenden Lehrerinnen wurde besprochen, dass ein schnell aufgeklebter Streifen Kreppband für Frieden sorgen könnte. Keine fünf Minuten später stehe ich wieder vor dem gleichen Tisch, als sich die beiden plötzlich einmal freundlich lächelnd in den Arm nehmen und mich bitten, den Klebestreifen doch wieder zu entfernen – sie bräuchten ihn nicht mehr.
  • Zusammen mit den Patenklassen aus der 4 machten beide ersten Klassen einen Ausflug zu einer dorfeigenen Streuobstwiese, um Äpfel zu pflücken. Den Weg entlang von Bürgersteigen und einer gehwegfreien Straße meisterten wirklich alle Kleinen anstandslos an den Händen ihrer Paten und ohne jegliche Störungen. Auch auf der Wiese selbst hatten wir vier mitreisenden Lehrer niemanden zu ermahnen oder einzufangen. Immer wieder konnte ich Viertklässler beobachten, die sich für ihr Patenkind nach einem bestimmten Apfel reckten oder mal liebevoll den Arm um es legten. Wunderbar.
    Viele Äpfel sind jetzt Geschichte:
    apfelwiese-22-09-14apfelwiese-22-09-23
  • Einige der Äpfel, die gestern noch in Rucksäcken und Tüten zur Schule und später nach Hause geschleppt worden waren, haben sich inzwischen sogar in einen Apfelkuchen verwandelt, den wir gemeinsam und ordnungsgemäß in 16 Teile geteilt genießen durften. Danke unbekannterweise an die Oma, die nach dem Ausflug mit ihrem Enkel gebacken hat!
  • Von einer Schülerin, die offensichtlich noch etwas Schwierigkeiten mit der Eingewöhnung hat und bereits viele Einzelgespräche mit mir führen durfte (u.a., weil sie häufig kneift oder trietzt), bekam ich freudestrahlend ein mit ganz vielen Herzchen gestaltetes Bild überreicht. Sie hatte auch in dieser Woche wesentlich weniger Konflikte als zuvor und scheint etwas besser Anschluss zu finden. Das Herzchenbild hängt jetzt natürlich an meinem Schrank am Pult und bekommt bestimmt bald Nachbarn.
  • Ich konnte eine Geschichte vorlesen, die sich alle Kinder angehört haben (und nur zweimal kurz für Ermahnungen bzw. Drohungen unterbrechen). Und danach sogar noch eine Tafelarbeitsphase durchführen. Es kam fast das Gefühl von gemeinsamem Arbeiten auf… 😉
  • Heute hatte ich in der großen Pause Aufsicht. Vorher hatten wir besprochen, was in der Kunststunde nach der Pause geschehen würde. Wie es immer so ist, wenn man vom Schulhof kommt, waren die Kinder rund 2 Minuten vor mir in der Klasse – und malten alle (!) bereits an ihren Elefanten herum. Da war ich baff und habe erstmal ein dickes Lob in die Runde geworfen.

Kleine Inseln mit Leuchttürmen kommen also langsam in Sicht, nachdem ich letzte Woche schon eher SOS Seenott gefunkt hätte. Hoffentlich lobe ich jetzt den Tag nicht vor dem Abend, aber ich denke, dass sich die Wellen langsam etwas glätten.

Katha

Ich-Buch

Als erstes SU-Thema eignet sich für die kleinen Monsterklassenkids „Ich und die anderen“. Dazu habe ich meine alte Vorlage vom Ich-Buch herausgekramt und sie ein wenig erweitert, angepasst und verändert. So gibt es momentan 10 Seiten, auf denen die Kinder malen, messen, schreiben und sich ein wenig mit ihren Interessen und Fähigkeiten beschäftigen.

[Die tollen Nummern stammen übrigens von Valessa Scheuflers Blog ‚Endlich Pause‘]

Die ersten sieben Seiten gibt es im „Werkstattmodus“ – also zur freien Auswahl in der Bearbeitungsreihenfolge und Verwendung von Hilfsmitteln (Spiegel zum Augen zeichnen, Zollstock zum Körpergrößemessen und Klassenliste für den Geburtstag). Somit kommt wirklich eine Art von geschäftiger Arbeitsathmosphäre im Klassenraum auf, bei der jede/r etwas Wichtiges zu tun hat. Das Mantra „Arbeitszeit ist Flüsterzeit“ ist den Kleinen inzwischen schon gut im Kopf geblieben und einige wiederholen es regelmäßig für ihre Nachbarn. Sehr amüsant zu beobachten.

Nun müssen wir es „nur noch“ zum zweiten Teil des Themas schaffen: WIR.
Gemeinsame Spiele und Erlebnisse wie ein erster Ausflug sollen hierhin helfen, genauso wie das immer deutlichere Einfordern von angemessenem Verhalten im Unterricht. Zur Visualisierung dieser Anforderungen habe ich mir eine englische Idee geklaut und übersetzt: „Gib mir fünf!“ Das sind fünf wichtige Grundlagen zum Zuhören, die wir diese Woche täglich mehrfach gemeinsam einüben:
> Der Mund ist zu.        > Die Augen schauen.
> Die Ohren hören.
> Wir sitzen gerade.
> Die Hände sind still.
Die Bilder, die unter dem obigen Link finden könnt, habe ich in A4 im Klassenraum aufgehängt, dann einmal in A5 ausgedruckt, um im Bedarfsfall nochmal auf einen bestimmten Aspekt hinzuweisen und auch nochmal in ganz klein (6auf1 beim Drucken), um sie einzelnen Kindern nochmal auf den Tisch zu legen.
Auch hier können viele Kinder die fünf Sätze schon mitsprechen, wenn ich „Gib mir fünf!“ sage und hoffentlich setzen das bald auch alle in Taten um bzw. halten länger als 20 Sekunden durch.

Auf geht’s – kämpfen und siegen! Das singen wir immer im Stadion. Passt irgendwie auch momentan für die Arbeit! 🙂

Katha

Auf und Ab, Ab und Auf

Drei Wochen Schule für die Erstis. Gefühlte Drei Monate für die Erstilehrerinnen. Kennt ihr, ne?

Ich fühle mich grade ein bisschen pubertär: Zwischen „voller Lob und Begeisterung“ und „Ich will hier raus!“ liegen oft nur Minuten.
Oft dösen die einen in einer Erarbeitungsphase einfach weg, während andere pfeifen, reinrufen, Stifte wegräumen, im Ranzen fummeln… Dann wieder kommen diese hilfreichen Momente und krativen Problemlösungen der Kids, die mir zeigen, dass die Grundanlagen eigentlich ganz gut sind.
Da will dann plötzlich der ganz ruhige und feundliche Klassenkleinste neben dem lautesten und fäkalausdruckbevorzugenden Förderkind sitzen, um nebeneinander friedlich den Tagesplan abzuarbeiten. Dann wieder kneift Trine ein ums andere Mal ihre Mitschülerin; scheinbar in dem seltsamen Versuch, Kontakt mit ihr aufzunehmen. Später finden drei echt unruhige Kinder eine tolle Lösung, wie sie gemeinsam den schuleigenen Basketball für die Pause ausleihen und zusammen damit spielen können. Dann wieder bitte ich die Klasse, ihr AH herauszuholen und höre von zwei Kindern ein lautes „Nein“ durch den Raum schallen.

Irgendwie vergisst man doch wirklich, wie es so ist am Anfang der 1. Ist scheinbar wie mit Geburten, die vergisst/verdrängt man ja auch ganz gut…

Fachlich betrachtet kommen wir glaube ich ganz gut voran – zumindest genauso gut oder schlecht wie meine liebe Teamkollegin. Das Arbeiten geht den meisten Kindern recht gut von der Hand, nur das Zuhören ist wirklich auf die ersten Stunden begrenzt. Dummerweise komme ich immer frühestens in der 3. Stunde in meine Klasse. Bleibt der regelmäßige Einsatz von Spielen, Liedern, Bewegungspausen und das EinfachMalAnDieArbeitSchickenUndDenenHelfenDieNichtWeiterwissen.

Wir beißen die Zähne zusammen. Macht ihr mit?

Katha