Diese Woche soll hier im Blog Bilderbuchwoche sein. Wie versprochen geht es heute weiter mit einem weiteren Weg, Bilderbücher in der Grundschule einzusetzen.
Möglichkeit 3: Ausgangspunkt für Sachthemen (Fach SU, Fach Mathe)
Es gibt tolle Bücher, an die man sachkundliche oder mathematische Themen anschließen kann. Oftmals erleichtern sie Kindern den Zugang zu einem eher nüchternen Thema oder unterstützen das Verständnis durch gute Visualisierungen. Grundsätzlich geeignet sind hier Sachbilderbücher wie z.B. die „Wieso? Weshalb? Warum?“-Reihe, die einige Kinder auch von Zuhause kennen. Auch einige der eher für Kleinkinder gedachten Pappbilderbücher (teils mit Klappen darin) sind im Unterricht einsetzbar, da sie oft gute, klare Beschriftungen verwenden und so den Bereich der Fachwortschatzarbeit unterstützen. Gerade solche Sachbilderbücher können gut in selbstständigen Arbeitsphasen zur Recherche eingesetzt werden. Ein Beispiel: Viertklässler sollen die Teile einer Burg beschriften. Ich stelle verschiedene Sachbilderbücher zur Verfügung, in denen sie die passenden Begriffe finden können – am besten nutzen die Kinder dabei mehrere Bücher.
Es gibt aber auch „normale“ Bilderbücher, die sachliche Themen zum Inhalt haben und in eine Geschichte verpacken. Bekannte Beispiele sind Bücher wie „Linnea und die größte Bohne der Welt“ oder „Kasimir tischlert“. Sie können zum Einstieg in eine neue Einheit genutzt werden oder als Abschluss. Ersteres kann die Neugier der Kinder wecken und eine Anknüpfung an das Vorwissen erleichtern. Zweiteres bietet die Gelegenheit, Erlerntes in der Geschichte wiederzuerkennen und so zu vertiefen. Manchmal lohnt es auch, einen Vergleich der im Unterricht erarbeiteten Fakten mit der literarischen Darstellung anzustellen. In manchen Fällen kann ein Bilderbuch auch eine MINT-Unterrichtsreihe begleiten, wie es z.B. „Paulas Reisen“ beim Erarbeiten der ebenen Formen tun kann.
Diese Woche soll hier im Blog Bilderbuchwoche sein. Wie versprochen geht es heute weiter mit einem weiteren Weg, Bilderbücher in der Grundschule einzusetzen.
Möglichkeit 2: Erzähl- oder Schreibanlass (Fach Deutsch)
Über das alltägliche Gespräch zum vorgelesenen Bilderbuch hinaus gehen solche Unterrichtssituationen, in denen das Buch an bestimmten Stellen unterbrochen und mit den Inhalten vertiefend gearbeitet wird. Da werden Dialoge für die Protagonisten geschrieben, Briefe verfasst, Figuren beschrieben und Geschichten nach- oder weitererzählt. Hier sind wir dann didaktisch betrachtet beim sog. „Handlungs- und produktionsprientierten Literaturunterricht“, den maßgeblich Kaspar Spinner geprägt hat, der sich aber auch bei Claus Claussen und anderen Fachleuten abbildet. Grundsätzlich geht es darum, dass die Kinder sich intensiver mit dem Inhalt auseinander setzen, wenn sie ihn nicht nur rezipieren sondern aktiv verarbeiten.
Die Lehrkraft bereitet im Buch passende Stoppstellen vor, an denen das Vorlesen unterbrochen wird. Genau genommen gehört dazu auch das Betrachten und Besprechen des Covers vor dem Lesen (Leseerwartungen? Assoziationen?) dazu. Geeignete Stellen sind oft die Stellen, in denen sich ein Problem oder eine Wendung andeutet – hier können dann Kinder z.B. Lösungsvorschläge für die Figuren des Buchs formulieren, mögliche Dialoge entwickeln etc. Auch das klassische „Wie geht es jetzt wohl weiter? Was passiert der Figur / den Figuren?“ ist mit gemeint. Wichtig ist, dass grundsätzlich eine Offenheit für jeden plausiblen Vorschlag herrscht, was ich mir als Lehrkraft immer wieder sagen muss, den Kindern aber meist leicht fällt.
Spannend sind die immer häufiger zu findenden textlosen Bilderbücher, die das Schreiben/Erzählen mit ihren Bildern geradezu herausfordern. Hier kann nach- oder weitererzählt werden oder bei Büchern mit Wimmelbildcharakter können bestimmte Figuren gewählt und deren Geschichte erzählt werden.
Eine sehr gute Möglichkeit, an diese Erzähl- oder Schreibprozesse anzuschließen sind Schreibkonferenzen, Autorenrunden bzw. allgemein gesprochen Feedback. Die Arbeit mit Audioaufnahmen bietet beim Erzählen die große Chance, dass alle Erzählungen gewürdigt und angehört werden können und dass die Kinder üben können, bis ihre Erzählung ihnen gefällt.
Häufig stelle ich hier im Blog Bilderbücher vor, die ich rezensieren darf. In Unterrichtsbesuchen sehe ich immer wieder tolle Bilderbücher. Auf dem Weg vom ZfsL zum Parkplatz komme ich am Kinderbuchfenster meiner Lieblingsbuchhandlung vorbei. All dies führt dazu, dass sich der Bereich mit Bilderbüchern in meinem Regal irgendwie immer weiter ausdehnt.
Zum Glück habe ich für den Kauf neuer Bücher zwei gute Ausreden: meine Jungs bekommen jedes neue Buch vorgelesen und danach gibt es ja immer schöne Möglichkeiten, die Geschichten im Unterricht einzusetzen.
Kinder hören gern Geschichten und die Bilder unterstützen sowohl das Verständnis des Inhalts als auch die Motivation, selbst zum Buch zu greifen. In Bilderbüchern finden die Kinder Figuren, mit denen sie sich identifizieren können, von denen sie Problemlösekompetenz lernen können, sich verstanden fühlen. Sie lernen vielfältige Bilderwelten kennen, da Illustrator*innen unterschiedliche Stile verwenden und sprachliche Vielfalt durch wechselnde Autor*innen.
Nur durch die Konfrontation mit verschiedenen Inhalten und Themen können die Kinder zu einer Urteils- und Auswahlfähigkeit gelangen, die wir ihnen wünschen, um passende Lektüre für sich auszuwählen. Nicht zu vergessen ist der Fakt, dass Kinder in Bilderbüchern auf Lebensbilder, Haltungen, Familienmodelle etc. treffen, die sie von zuhause her nicht kennen bzw. die ihnen zuhause bewusst vorenthalten werden.
Außerdem macht das Zuhören auch einfach mal Spaß, was nicht zu vernachlässigen ist vor lauter didaktischen Überlegungen! Wertvoll sind deshalb Rituale wie das Vorlesen zum Wochenabschluss oder in einer anderen festgelegten Stunde. Es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen: Kinder und Lehrkraft profitieren auf der Beziehungsebene davon und haben einen festen Moment, auf den sich alle jede Woche freuen können. Bestenfalls bringen vielleicht irgendwann dann auch die Kinder eigene (Bilder-)Bücher mit?
Eine Vorlesezeit lebt immer von der Vorleserin bzw. vom Vorleser. Manchen scheint es in die Wiege gelegt worden zu sein, dass man ihnen gern zuhört. Aber auch „Nichttalente“ können das Vorlesen trainieren. Zuhause immer wieder üben, sich Vorlesezeichen ins Buch schreiben und mit Stimme und Betonung arbeiten. Viele gute Tipps hat das KuMi Baden-Württemberg hier zusammengestellt.
Wer weitere schöne Vorlese-Bilderbücher kennt, darf gern einen Kommentar dalassen!
Herzliche Grüße Katha
P.S.: Wenn es um Bücher geht, darf natürlich ein Link zur Stiftung Lesen nicht fehlen! Hier fassen die Profis nochmal 10 Gründe fürs Vorlesen zusammen.
Immer mal wieder versuche ich ja, euch vom #TwitterLehrerzimmer zu überzeugen. Heute Versuch 124 oder so. Auf Twitter kann nämlich Tolles passieren: jemand hat die Idee, aus einem Adventskalenderbuch mit 24 Kapiteln digital verfügbar einen anzuhörenden Adventskalender für seine Klasse zu machen. Andere Menschen steuern ihre Ideen bei und es entsteht der Plan, dass nun deutschlandweit 24 Personen die 24 Kapitel einlesen und jede*r davon dann den gesamten Kalender nutzen darf.
Schwupps wird eine ppt vorbereitet und in einem Cloudordner für alle zugänglich gemacht. Schwupps lesen die ersten ihre Kapitel ein, andere bestellen erstmal das Buch*, erste Folien sind schon gestaltet. Wenn jemand nicht so gestalterisch begabt ist oder keine Zeit für die Folie hat, springen andere ein. Innerhalb von weniger als zwei Wochen ist das Ganze Ding fertig.
Wieder kommen verschiedenste Ideen zusammen, wie denn nun das Teilen technisch umgesetzt wird. Vor allem durch verschiedene oder fehlende Plattformen gibt es hier Manches zu beachten – aber es klärt sich.
Ich darf nun also Teil dieses Projekts sein und habe Tag 20 in die Sprachaufnahme-App meines Tablets eingelesen. Außerdem hat jede*r die ppt-Folie zu seinem Tag gestaltet (in diesem Buch geht es um Weihnachten in verschiedenen Ländern, so dass jedes Bild ein Land zeigt). Für Italien habe ich Canva genutzt und mein Bild so gestaltet:
Aus rechtlichen Gründen kann ich natürlich nicht den gesamten Kalender mit euch teilen, aber ich möchte euch anregen: so ein Projekt kann man auch mit einem Kollegium umsetzen und füreinander, die eigene Klasse oder die Schulgemeinschaft nutzen! Tut euch zusammen, probiert euch aus, teilt dieses Erlebnis miteinander!
Viel Spaß beim Ausprobieren und (mit oder ohne Adventskalender) einen guten Start in die Adventszeit!
Eure Katha
* Wir haben „Unglaubliche Weihnachten“ von Renus Berbig gelesen, dtv Verlag. Die Bestellzahlen dürften ziemlich hoch gegangen sein… 🙂 Grundsätzlich ist das aber einfach auch ein tolles Buch zum Vorlesen im privaten oder schulischen Bereich!
Heute früh startete jemand im Twitterlehrerzimmer eine Frage zu Hörgeschichten zur Sprachförderung:
Schnell (wie dort oft!) fanden sich erste Ideen und Empfehlungen. Mir ging dann durch den Kopf, dass diese tolle „Sammlung“ nicht nur auf dieser Plattform bleiben, sondern weiter geteilt werden sollte. Deshalb heute hier in Kurzform die Vorschläge aus dem Twitter-Thread, ergänzt durch weitere Seiten aus meinem Erfahrungsschatz:
Ohrka: „Hier auf Ohrka.de könnt ihr alle Hörspiele, Geschichten und Märchen zu privaten und zu schulischen Zwecken kostenlos anhören und herunterladen!“ Eine von uns auch schon privat genutzte Plattform mit vielen Geschichten, teils von prominenten Vorlesern aufgenommen.
Amira Lesen: ein Leseprogramm für Grundschüler (gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in den Jahren 2011 bis 2015; zudem gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Jahr 2016). Hier kann man in virtuellen Büchern bättern und kann beim Vorlesen die Geschichten auch mitlesen.
Podcasts beim Ohrenbär: Beim Ohrenbär sitze ich schnell wieder als Achtjährige auf dem Küchensofa vorm Radio… – heute findet sich hier online eines der guten öffentlich-rechtlichen Angebote für Hörmedien.
Ebenso öffentlich-rechtlich ist der Kinder-Radio-Kanal Kiraka. Immer findet man hier tolle Geschichten, die auch regelmäßig erweitert oder ausgetauscht werden.
Ein ähnliches Angebot gibt es beim SWR zum Streamen und als Download.
Und auch die Maus beim WDR bietet Hörgeschichten an. Diese drei Angebote überschneiden sich teilweise.
Die Lesefüchse sind eine private Initiative aus München. Hier wird allerdings mit Bild, also im Videoformat vorgelesen.
Kostenlose Märchen-Hörbücher findet man bei Erziehung online. Die habe ich selbst schon als tolle Erweiterung für jede Märchen-Einheit im Deutschunterricht genutzt.
Nicht zu vergessen ist die Aktion Einfach vorlesen der Stiftung Lesen. Der entscheidende „Nachteil“ an dieser tollen Geschichtensammlung ist jedoch, dass man noch jemanden braucht, der vorliest. Dieser Tipp ist also „außer Konkurrenz“ hier mit dabei.
Martin Ebbertz hat mir geschrieben, dass ein paar seiner Geschichten auch online zu hören (oder zu lesen) sind.
Für diese Woche werfe ich spontan meine Deutsch-Planung noch einmal um. So schön es ist, auf dem Dorf zu wohnen, so problematisch sind Nebenstraßen (am Berg!) in diesen Tagen bei 40cm Schneetiefe.
Heute konnte ich deshalb nicht wie geplant mein Material in die Schule bringen – eigentlich hätten die Kinder ihre Arbeitshefte zurück bekommen mit einer mündlichen Rückmeldung via QR-Code und AB zum Üben. Nun übersetze ich das Thema Präteritum kurzfristig ins Digitale.
Konkret heißt das folgende Aufstellung für diese Woche: 1. Erklärvideo zum Präteritum (eh gehabt), via Youtube zur Verfügung gestellt (Hier gibts das zu sehen, falls es dich interessiert) 2. Übungen in Anton als Pin für die Klasse. Wir haben im Frühjahr eine Schullizenz erworben – jippie! 3. Übungen in LearningApps – Vorteil gegenüber Anton ist, dass ich das Wortmaterial, die Arbeitsaufträge und die Übungsform anpassen kann (Links bei Interesse: Übung 1 und Übung 2 und Übung 3) 4. AB als pdf ins Klassenpadlet – kann ausgedruckt werden, muss aber nicht, da die Sätze auch einfach vom Bildschirm abgeschrieben werden können. Ich habe dazu ein AB aus dem dig. Lehrermaterial genommen und es inhaltlich ans Wetter angepasst mit lauter Wintersätzen.
So kann auch diese Woche „Unterricht“ stattfinden (wenn auch viele Politiker immer mal wieder äußern, dies sei zur zeit nicht der Fall…).
So langsam bekommt das Lernen auf Distanz eine neue Normalität. Die Abläufe von Materialab- und ausgabe haben sich eingespielt und es fühlt sich zwar immer noch seltsam, aber nicht mehr so ungewohnt an.
Meine Deutschklasse arbeitet momentan immer abwechselnd eine Woche in ihrem Arbeitsheft und eine Woche an anderen Aufgaben, während ich im AH Rückmeldung gebe. Bei uns hat es sich so bewährt, dass einmal wöchentlich ein Materialpaket an der Schule abgeholt wird und dann auch die bearbeiteten Aufgaben abgegeben werden. Einige Eltern kommen, manche Großeltern müssen einspringen und hier und da dürfen/können/müssen die Kinder das auch selbst erledigen. Für den Möppel fängt die Woche inzwischen auch immer mit einem Ganz zur Schule an, um sein Zeug abzugeben. Ergänzend pflegen wir ein Padlet, in dem Elternbriefe und Aufgaben möglichst auch abgelegt sind und durch Erklärvideos, Bilder etc. ergänzt sind. Hier gibt es auch kreative Zusatzaufgaben und die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Die Kinder und Eltern haben Kommentar- und Schreibrecht auf dem Padlet.
Diese Woche werden die Kinder noch einmal zwei Abschreibtexte bekommen, wie zuletzt fast jede Woche. Ich nutze die „Abschreibkartei Minitexte Winter“ von der Ideenreise. Dazu gibt es weitere Aufgaben zu den Lernwörtern rund um den Winter, die ich vor drei Wochen begonnen habe. Hier findet ihr die bisherigen Übungen dazu, wenn ihr mögt:
Zuletzt versuche ich nun doch, die geplante Einheit zum Erzählen ans Kind zu bringen und habe den Kindern Material für einen „roten Faden“ zur Schneemanngeschichte mitgegeben. Sie sollen ein Ende erfinden und es auf die leeren Kärtchen malen. Dann wird die Geschichte geübt und mindestens zwei Mal irgendwem erzählt. Zuletzt gilt es, eine Sprachaufnahme zu machen und mir zu senden. Mal sehen, bei wie vielen Familien das klappt. Ich nehme auch Telefonanrufe oder zur Not geschriebene Geschichten an 😉 So sieht das Material aus:
Ich wünsche euch allen im Homeoffice und Distanzlernen weiterhin viel Erfolg, genügend Kraft und eine Prise (Galgen-)Humor! Katha
Ein Problem des Lernens auf Distanz ist die fehlende Möglichkeit, direkt nachzufragen, wenn man etwas nicht versteht. Wer die durchschnittliche Nachfragequote eine durchschnittlichen Unterrichtsstunde kennt, weiß, was ich meine…
Um meine Deutschklasse mit ihren Aufgaben nicht allein zu lassen, möchte ich sie deshalb mit kleinen Erklärvideos unterstützen. Der Vorteil daran ist, dass man sie sich auch mehrfach anschauen und ggf. unterbrechen kann.
Hier kommen deshalb heute ein paar Anregungen rund um den Einsatz bzw. die Produktion von Erklärfilmen.
1. Nutzen, was das Lehrwerk bietet Besonders gut hat man es, wenn es zum eigenen Lehrwerk Erklärfilme gibt, da diese dann ja ziemlich gut auf die Aufgaben im Buch oder AH zugeschnitten sind. Cornelsen zum Beispiel bietet in der Buchtaucher-App solche kurzen Filme an – allerdings erst zu wenigen Lehrwerken. Zu unserem aktuellen Lehrwerk gibt es zwar auch solche Filme, aber: ich kann sie aus meinen digitalen Lehrermaterialien nicht exportieren und den Kindern via Padlet bzw. über ein LMS wie mebis, Moodle, IServ etc. zur Verfügung stellen. Jedes Kind müsste selbst einen Klett-Zugang haben, um die Filme sehen zu können. Das wäre dann ein weiterer Zugang, den es zu organisieren gilt und ist für mich deshalb leider raus.
2. Suchen, was es schon gibt Youtube, Sofatutor und andere Plattformen bieten einen immensen Fundus an Erklärfilmen. Hier ist es wichtig, wie bei jedem anderen Material auch, auf die Passung zum eigenen unterricht zu achten. Immer wieder wird mit Begrifflichkeiten agiert, die man selbst so nicht eingeführt hat, was zu Verständnisproblemen führen kann. Wer zum Beispiel Vokal und Konsonant nutzt, irritiert die Kinder mit einem Film über Selbst– und Mitlaute evtl. mehr, als dass er sie unterstützt.
Deshalb landen viele Kolleg*innen momentan bei 3. selber machen!
3a. Film mit der Kamera-App des Tablets aufzeichnen Das Tablet wird möglichst auf einem Stativ befestigt (alternativ: Stuhlkante, aufgeklappter Ordner, Tischkante …), so dass der Filmbereich gut im Bild und ausreichend beleuchtet ist. Dann kann entweder die Lehrkraft selbst gefilmt werden bei einer Erklärung an der Tafel z.B., oder man nimmt nur die Hände und einen Schreibbereich auf. Auch die Legetechnik kann für eine Erklärung gut zum Einsatz kommen, bei der mit Zettelchen und Bildern hantiert wird. Bei fobizz gibt es dazu eine spannende Fortbildung. Die professionell aussehende Fortsetzung davon ist die Nutzung der Anwendung MySimpleShow. Ich teile hier mal todesmutig ein einfaches Erklärvideo zu den Verbformen / Thema Wortstamm für meine 3er mit euch. Ihr seht, dass es in einem Zug aufgenommen wurde und ohne große Technik – der Schatten des Stativs ist immer im Bild… 🙈 YouTube-Link zum Video
3b. Video aus der App BookCreator exportieren Wer die App BookCreator nutzt, kann darin zeichnen, tippen, Bilder einfügen und eben auch Texte einsprechen. Das Gesamtwerk kann dann am Ende als Video exportiert werden.
3c. Video aus Powerpoint exportieren In Powerpoint kann man manchmal durch die Animation von Textfeldern oder Grafiken Erklärungen gut nachvollziehbar machen. Wer das dann aber nicht live in einer Videokonferenz vorstellen kann, kann seinen Sprechtext auch in Powerpoint aufzeichnen und dann das Gesamtprodukt als Video exportieren. Nina Toller hat eine einfache Erklärung dazu aufgezeichnet.
3d. Screencasts aufzeichnen Sowohl am PC als auch am Tablet gibt es die Möglichkeit, alles das aufzuzeichnen, was man gerade an dem Gerät tut. Dies nutze ich gern für Erklärungen von digitalen Handlungswegen wie der Nutzung unseres LMS. Hierbei erkläre ich sprechend, was ich gerade tue und sowohl Ton als auch Bild werden aufgezeichnet. Oft kann man auch einstellen, dass der Mauszeiger hervorgehoben wird, um das Anklicken sichtbar zu machen. Am iPad geht das mit dem Bordmittel der Bildschirmaufnahme, das sich oben rechts im Kontrollzentrum befindet (Apple Support dazu). Für den PC gibt es eine Reihe an Programmen mit unterschiedlichem Funktionsumfang. Für meinen Anspruch reicht bislang oCam.
4. Und dann? Egal, wie man sein Video erstellt hat – es stellt sich am Ende immer die Frage, wie es zu den Lernenden kommt. Wer ein LMS nutzt, kann die Datei dort meist einfach hochladen. Evtl. muss sie zuvor verkleinert werden (ich nutze dazu Handbrake). Padletnutzer kämpfen oft mit der Dateigröße. Deshalb nutze ich inzwischen Youtube (Yeah, ich bin Youtuberin!) Ich habe mir dort einen Kanal eingerichtet und lade dort meine Videos hoch. Wenn ich sie dann in den privaten Modus stelle, sind sie nicht über die YT-Suchfunktion zu finden sondern nur über den direkten Link erreichbar. Diesen kann ich dann über Padlet, im LMS oder per Mail anbieten. Und Youtube-Videos schauen klappt so ziemlich überall.
Nu, das war viel heute. Vielleicht habt ihr noch einen Tipp, den ich unbedingt ergänzen sollte? Dann bitte immer her damit als Kommentar oder per Mail!
Zur Zeit bin ich für eine dritte Klasse in Deutsch verantwortlich und darf/muss somit hier in NRW drei Wochen Distanzunterricht „abhalten“. Die Kinder kämen eigentlich aus den Winterferien, haben aber nun ja auch schon eine Woche mit aufgehobener Präsenzpflicht hinter sich (in diesem Fall mit rund 5 Kindern in der Schule und dem Rest daheim).
Eigentlich wollte ich nach den Ferien mit einer Erzähleinheit inspiriert von der Geschichte eines Schneemanns in der Schneekugel beginnen (Inspirationsquelle: Diana vom Bunten Klassenzimmer). Das bekomme ich aber nicht wirklich gut in die Distanz übersetzt, so dass jetzt erstmal eine Übungsphase zu den Wortarten eingeschoben wird. Später mehr dazu.
Unsere Schule nutzt eine Mischung aus analogem Arbeitsmaterial, das die Eltern an der Schule abholen bzw. die Kinder bereits daheim haben, und Kommunikation über ein Padlet. Dies scheint mir vor allem an Grundschulen ein häufi gegangener Weg zu sein. Unter diesen Voraussetzungen habe ich nun folgende Aufstellung für besagte Klasse gewählt:
1. Im Padlet mit Passwort gibt es alle konkreten Aufgaben inkl. AH-Seiten ohne Ausdruckpflicht, da alles aus Papier von der Schule gestellt wird. Außerdem finden sich hier freiwillige digitale Aufgaben wie das kollaborative Winter-ABC mit Zumpad. Nicht zuletzt gibt es hier org. Informationen für die Eltern und Grüße von mir bzw. Zebra Franz inkl. Fotos.
Franz liest schon fleißig in der Ganzschrift!
2. Analoge Arbeitsmittel: die Kinder haben ihr AH zuhause und bekommen dazu pro Woche ein paar Seiten zu bearbeiten. Da wir bislang nichts gemeinsam besprechen konnten, habe ich die Wiederholung und Festigung der Wortarten gewählt – so üben sie diese Woche z.B. verschiedene Aspekte von Nomen. Um ein bisschen Hilfe anzubieten, habe ich erstmal zwei einfache Erklärvideos hergestellt*, die hoffentlich die beiden Stolperstellen bewältigen helfen. Sie sind so kurz, dass sie gut auf das Padlet hochgeladen werden konnten. Fürs Lesen haben meine Kollegin und ich eine Lektüre ausgewählt, die von einem Lesetagebuch begleitet wird und für die ganze Distanzzeit bis Ende Januar aktuell ist. Je nach Leistungsstand haben einige Kinder ein leichteres Buch bekommen als andere. Mit dem Lesetagebuch hat die Lese-Kollegin dann im Februar direkt auch ein Mittel zur Leistungsbeurteilung in der Hand. und ja, ich weiß, dass das natürlich auf Distanz weniger aussagekräftig ist als in Präsenz!
3. Üben im digitalen Universum: Antolin, die Lesequizseite von Westermann, ist bei uns in der Schule jahrelang etabliert und den Kindern nach einem Schuljahr intensiver Nutzung im Zweiten gut bekannt. Hier kann freiwillig gearbeitet werden, z. B. zur Lektüre. Dann haben wir seit Sommer eine Schullizenz für die App Anton. Diese Klasse hat bislang noch nicht damit geübt, aber viele Eltern dürften das mit der Anmeldung gut hinkriegen. ALso haben wir, vor allem für Mathe und den Bereich Grammatik/Rechtschreibung hier eine weitere Übungsmöglichkeit. Zusätzlich kann ich als Lehrerin in der App sogar sehen, ob es Schwierigkeiten mit einer Übung gibt und das Kind entsprechend beraten.
4. Videokonferenzen – ein heißes Thema… Seit Ende November ist unsere Schule im Besitz eines IServ-Servers, auf dem auch ein Videokonferenzmodul vorhanden ist. Dummerweise haben wir es vor der Aussetzung der Präsenzpflicht bzw. dem Distanzunterricht nicht mehr geschafft, die Kinder mit den Onlinefunktionen des Servers vertraut zu machen. Mit insgesamt drei Klassen versuchen wir es aber nun dennoch auf Distanz und schauen, wie viele Kinder den Weg „hinein“ finden. Jedes Kind hat eine Begrüßungsmail von mir im Postfach und kann sich zu festen Terminen in die Klassen-VK einklinken, die ich anbieten werde (Termine im o.g. Padlet). Auch hier herrscht Freiwilligkeit. Ich bin gespannt, wie das klappt.
5. Geduld und Loslassen. Das muss ich ein bisschen mehr lernen und einfach mal abwarten, was nun in den ersten tagen auf Distanz so passiert. Noch sind wir beim organisatorischen Kleinklein wie fehlenden AH und Notbetreuung, aber spätestens morgen geht es los. Mal sehen, wie sich das ganze Konstrukt entwickelt.
Herzliche Grüße Katha
* Hier war für mich der BookCreator auf dem iPad das Mittel der Wahl. Eine Kombi aus Text und Handschrift mit eingesprochenen Erklärungen, dann Export als Video.
Vor einigen Jahren habe ich (weit vor Corona ganz selbstverständlich in Präsenz) mit meinen Vierern ein winterliches ABC verfasst, mit dem auch die grammatische Struktur des Nebensatzes geübt wurde. Zum Glück ist dies eine der Aufgaben, die sich recht gut in die Distanz hinüberretten lässt mit Hilfe eines Etherpads.
So sieht es nun in der Vorarbeit aus. Die Anweisung ist so knapp, da die Übung mit meinen LAA durchgeführt wird; für die Kids wäre sie etwas länger…
Was ich dafür tun musste? Wenig! 1. https://zumpad.zum.de öffnen und mir einen Namen für mein Etherpad überlegen (Achtung: Großschreibung ist hier fürs Wiederfinden wichtig!) 2. Meine oben zu sehenden ersten Einträge machen – in diesem Fall habe ich bis Z alles eingetragen zur Übersichtlichkeit. 3. Den Link zum Etherpad mit den Lernenden teilen.
Nun kann jede*r mit dem Link zum Etherpad auf der Seite schreiben. Jede neue Person erhält eine andere Farbe in der Hinterlegung. Wenn alle sich ganz oben rects (nicht mehr oben im Bild zu sehen) mit ihrem Namen eintragen, kann man nachher auch zuordnen, wer was geschrieben hat. Wichtig ist die Absprache, dass nichts gelöscht wird, da Schreibrecht eben auch bedeutet, dass theoretisch eine Person alles löschen könnte.
Etherpads kann man über verschiedene Anbieter anlegen. Sie funktionieren alle gleich. Ich nutze gern die Zumpads der Zentrale für Unterrichtsmedien (ZUM). Wer sich darüber hinaus für weitere kollaborative Tools interessiert wie z.B. Tabellen, dem empfehle ich die Übersicht mit Hinweisen von Nele Hirsch vom eBildungslabor hier (Etherpads) und hier (weitere Ideen nach dem Etherpadprinzip).