Winter-ABC als digitales Klassenprodukt auf Distanz

Frohes neues Jahr – sogar mit Schnee!

Vor einigen Jahren habe ich (weit vor Corona ganz selbstverständlich in Präsenz) mit meinen Vierern ein winterliches ABC verfasst, mit dem auch die grammatische Struktur des Nebensatzes geübt wurde. Zum Glück ist dies eine der Aufgaben, die sich recht gut in die Distanz hinüberretten lässt mit Hilfe eines Etherpads.

So sieht es nun in der Vorarbeit aus. Die Anweisung ist so knapp, da die Übung mit meinen LAA durchgeführt wird; für die Kids wäre sie etwas länger…

Was ich dafür tun musste? Wenig!
1. https://zumpad.zum.de öffnen und mir einen Namen für mein Etherpad überlegen (Achtung: Großschreibung ist hier fürs Wiederfinden wichtig!)
2. Meine oben zu sehenden ersten Einträge machen – in diesem Fall habe ich bis Z alles eingetragen zur Übersichtlichkeit.
3. Den Link zum Etherpad mit den Lernenden teilen.

Nun kann jede*r mit dem Link zum Etherpad auf der Seite schreiben. Jede neue Person erhält eine andere Farbe in der Hinterlegung. Wenn alle sich ganz oben rects (nicht mehr oben im Bild zu sehen) mit ihrem Namen eintragen, kann man nachher auch zuordnen, wer was geschrieben hat.
Wichtig ist die Absprache, dass nichts gelöscht wird, da Schreibrecht eben auch bedeutet, dass theoretisch eine Person alles löschen könnte.

Etherpads kann man über verschiedene Anbieter anlegen. Sie funktionieren alle gleich. Ich nutze gern die Zumpads der Zentrale für Unterrichtsmedien (ZUM). Wer sich darüber hinaus für weitere kollaborative Tools interessiert wie z.B. Tabellen, dem empfehle ich die Übersicht mit Hinweisen von Nele Hirsch vom eBildungslabor hier (Etherpads) und hier (weitere Ideen nach dem Etherpadprinzip).

Mit winterlichen und distanzierten Grüßen
Katha

Wintergedichte schreiben

Kurzfristig habe ich mal wieder eine Deutschklasse – zumindest anteilig. Mit den Drittklässlern habe ich in den letzten Wochen verschiedene Gedichtformen kennengelernt und natürlich sind die Kinder auch selbst kreativ geworden.

Zuerst ging es aber daran, Wortmaterial für den Winter zu sammeln, damit der kreative Prozess später unterstützt werden kann (im Sinne des Scaffolding: Kindern Gerüste / Hilfen geben, wo nötig). Um einerseits die Wortarten zu wiederholen und andererseits bei bestimmten Gedichtformen konkrete Nachschaumöglichkeit zu haben, hängte ich zuerst drei Plakate an die Tafel und wir sammelten Nomen, Verben und Adjektive zum Winter. Dabei stellten wir fest, dass das Nomenplakat erwartungsgemäß am vollsten und sehr unübersichtlich wurde. Deshalb nahm ich es mit heim, sortierte die Nomen in verschiedene Kategorien und klebte die Zettel auf. So sieht es nun an unserer Pinwand aus:

Die erste Gedichtform in der Reihe war dann das Rondell. Wir schauten uns gemeinsam im Lesebuch zwei Herbstrondelle an und untersuchten deren Merkmale. Frau Spaßkanone hat dazu schönes Material, das ich zum Teil eingesetzt habe, um mein Regelplakat zu gestalten. Auch das AB, auf dem die Kinder ihre eigenen Rondelle verfassten, stammt von ihr. Hilfreich war für die Kinder die Kennzeichnung der sich wiederholenden Zeilen durch gleiche Symbole. Zuerst aber haben wir gemeinsam ein Rondell verfasst, damit die Kinder die Vorgehensweiseverstanden und ggf. schon ein paar Ideen sammeln konnten.
Wie ich oft beobachten kann, halten sich gerade schwächere Lerner bzw. DAZ-Kindern gern an die gemeinsam gesammelten Ideen.

Danach lernten die Kinder Elfchen kennen – ein Klassiker. Wie zuvor wurden erst Elfchen betrachtet, dann analysiert und auf einem Regelplakat gesammelt. Optisch habe ich mich an der Vorlage des Rondells orientiert. Meine Vorlagen findet ihr unten zum Download.
Hier waren nun im Schreibprozess die nach Wortarten sortierten Wortspeicher mit Winterwörtern hilfreich und wurden rege genutzt. Einige Adjektive konten wir sogar noch ergänzen.

Die dritte und bislang letzte Gedichtart, die ich aufgrund der Aussetzung der Schulpflicht in NRW nur mit einer Handvoll Kinder erarbeiten konnte, war das Akrostichon. Was sich so einfach anhört, war dennoch für die Kinder anspruchsvoll. Ich hatte im Beispiel vorgemacht, dass sowohl Wörter als auch Stichworte und ganze Sätze erlaubt sind, die zu jedem Buchstaben erfunden werden sollen.
Den vielen zuhause lernenden Kindern habe ich zwei Akrostichen zur Verfügung gestellt und sie aufgerufen, selbst eines zu verfassen. Über das Padlet kamen dann auch einige Lösungen an, was mich sehr gefreut hat.
Besonders cool fanden es die Kinder, dass sie ihre Gedichte direkt am PC abtippen durften. So haben wir dann auch endlich mal wieder im Computerraum arbeiten können, nachdem unser neuer Server endlich da ist.

Unter anderen Umständen hätten alle Kinder ihre Gedichte der verschiedenen Formen selbst abgetippt, damit ein Gedichtbuch daraus entstehen kann. Da uns dieses Jahr leider die Zeit dafür fehlte, aber das Buch als Weihnachtsgeschenk für die Klassenlehrerin fertig werden sollte, habe ich getippt und gestaltet. Das werden wir aber nachholen im neuen Jahr mit einem anderen Thema! So sieht unser Buch nun aus:

Es gibt insgesamt drei Kapitel. Jedes Gedicht hat eine eigene Schriftart bekommen.

Die Bilder stammen größtenteils von Kate Hadfield und der Grundschulkiste.

Für alle Interessierten hier die ergänzenden Vorlagen.
(Alles zum Rondell gibt es unter dem o.g. Link zur Spaßkanone.)

Winterliche Grüße
Katha

Rezension: „Rille“

Titel: „Rille – die Dschungelfreunde sind los!“
Verlag: esslinger (hier klicken)
Autor: Fee Krämer
Illustrationen: Nikolai Renger
ISBN: 978-3-480-23570-4

Zum Inhalt:
Rille ist ein Gorilla und soll eigentlich von Leipzig nach Brasilien in einen neuen Zoo umziehen. Aber sein Flugzeug stürzt ab und seine Transportkiste wird hinausgeschleudert.

Rille (4)

Im ersten Kapitel weiß der junge Gorilla gar nicht, wo er ist und was passierte, als er von verschiedenen Dschungeltieren gefunden und schlussendlich aus seiner Kiste befreit wird. Dies ist der Anfang einer besonderen Freundschaft unter ganz verschiedenen Tieren, die ab jetzt eine Menge gemeimsan erleben und voneinander profitieren. Die beiden Wichtigsten sind Papagei Pepe und Tante Tatu, die alte Gürteltierdame, bei denen er Unterschlupf findet. Zusammen verscheuchen sie Geister, retten den Dschungel vor den Menschen und lernen immer wieder Neues voneinander. Hier sieht man die Karte von seiner neuen Umgebung (auf beiden Innedeckeln zu finden).

Meine Meinung:
„Rille“ ist ein zauberhaftes Buch, das kraftvolle Geschichten rund ums Thema Freundschaft enthält. Prinzipiell sind die Kapitel unabhängig voneinander verständlich, wenn man den Anfang kennt – so können auch Lieblingskapitel einzeln gelesen werden.

Dass Freundschaft toll und wichtig ist, das kann man in vielen Büchern lesen. Dass sie aber auch traurige, verwirrte oder wütende Momente haben kann, das macht Fee Krämer hier sehr liebevoll klar. So kommt beim Leser oder Zuhörer die beruhigende Nachricht an, dass man auch mal sauer auf Freunde sein kann oder sie nicht versteht oder sie doof findet. Und das finde ich persönlich eine sehr wertvolle Borschaft, die Kinder stärkt statt ihnen zu suggerieren, dass immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, wenn man Freunde erst einmal hat.
Im Dschungel leben hier außerdem ziemlich unterschiedliche Tiere mit ziemlich unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammen – auch hier „echtes Leben“ pur.

Nikolai Renger hat Rille und seinen Freunden Charakter gegeben und sie in eine lebendige Landschaft gesetzt. Die Bilder sind frabenfroh, ohne aufdringlich zu wirken, sehr klar und durchaus realistisch. Rilles Mimik und die der anderen Tiere sind extrem gut gelungen und verstärken die oben beschriebenen Effekte zur Gefühlswelt noch mehr.

Leseempfehlung:

Der Verlag empfiehlt das Buch ab fünf Jahren. Da kann ich mich anschließen, wenn ich von meinem Fünfjährigen hier ausgehen, der das Buch sehr mag. Rille hat uns einige Tage beim abendlichen Vorlesen begleitet und ist dann direkt auf die Liste der „lesen-wir-nochmal“-Bücher gesetzt worden.
Für die Schule kann ich mir „Rille“ auch sehr gut vorstellen. Als Vorlesebuch auf jeden Fall, aber auch als Ausgangspunkt weiterführender Mal-, Sprech- oder Schreibanlässe im Sinne eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts. Dschungelbilder malen im Kunstunterricht oder Tiersteckbriefe verfassen im Sachunterricht fallen mir auch noch ein.

Vielen Dank an den Verlag Thienemann-Esslinger für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Adventskalender Teil XVIII

Heute also Teil XVIII: „In der Nacht von Bethlehem“

Hier gibt es ein Büchlein zum Download (Bestellmöglichkeiten sind momentan aus).

Ich wünsche euch allen eine wundervolle Adventszeit mit vielen schönen kleinen Momenten zum Genießen. Auch in dieser anstrengenden, beängstigenden und kräftezehrenden Zeit möge es für euch genügend Lichtblicke geben!

Katha

Adventskalender Teil XVII

Heute also Teil XVII: Zuhören statt selber singen?

Heute kommt ein Lied, das mich seit dem Lichterfest an der Schule meines Sohnes begleitet und das ich einfach nur toll finde: Lichterkinder

Ich wünsche euch allen eine wundervolle Adventszeit mit vielen schönen kleinen Momenten zum Genießen. Auch in dieser anstrengenden, beängstigenden und kräftezehrenden Zeit möge es für euch genügend Lichtblicke geben!

Katha

Adventskalender Teil XVI

Heute also Teil XVI: Test für zweifelnde Pädagog*innen

… entwickelt von Nele Hirsch, eBildungslabor.

Ich wünsche euch allen eine wundervolle Adventszeit mit vielen schönen kleinen Momenten zum Genießen. Auch in dieser anstrengenden, beängstigenden und kräftezehrenden Zeit möge es für euch genügend Lichtblicke geben!

Katha

Adventskalender Teil XIV

Heute also Teil XIV: Lesen üben im Advent

Auf Learningapps.org findet man z.B. diesen Stolperwörter-Text. Hier der Vollbildlink (nützlich, wenn man eine Aufgabe an Kinder vereilen will), und hier der Link zur Seite.

Ich wünsche euch allen eine wundervolle Adventszeit mit vielen schönen kleinen Momenten zum Genießen. Auch in dieser anstrengenden, beängstigenden und kräftezehrenden Zeit möge es für euch genügend Lichtblicke geben!

Katha

Mona war weg – ein Schreibanlass

Momentan komme ich dazu, ein paar liegen gebliebene Blogprojekte aufzubereiten. Eines, das hier schon lange schlummert, ist dieses Beispiel aus meiner zweiten Klasse, das sich aber auch übertragen lässt auf höhere Klassenstufen:

Unser Klassentier Mona ist damals aus dem Herbsturlaub mit mir auf Norderney leider nicht zurück in die Monsterklasse gekommen. Für die Kinder gab es die Legende, dass sie Lust auf mehr Urlaub und Abenteuer hatte und deshalb erst später wieder zur Klasse käme*.
Usedom 2018 (226)Eigentlich ist das arme Ding aber wohl auf der Fähre zurück verloren gegangen und war nicht mehr aufzufinden… Zum Glück konnte ich dank des großzügigen Herstellers irgendwann Mona wieder präsentieren (da es ein Werbeprodukt war, hätte ich sie nur im Hunderterpack nachbestellen können!) und schwupps – geboren war ein toller Rede- und Schreibanlass!

Mona hat MIR nämlich leider nicht erzählt, wo sie so lange geblieben war und was sie erlebt hat. Da ich mir aber sicher war, dass sie den Kindern mehr verraten würde, durften alle Kinder Mona mal ein Weilchen nehmen und sie „aushorchen“. Dann wurde Monas Geschichte aufgemalt und dann auch aufgeschrieben.
Alle Vortexte sammelte ich ein und gab sie korrigiert zurück. Teils sollten die Kinder noch ein bisschen was ergänzen, damit die Geschichte stimmig wurde – dann schrieb jede/r seinen Text auf.

Alle Texte und Bilder sammelte ich dann zu einem Buch zusammen. Da ich die gute alte Plastik-Spiralbindung langsam nicht mehr sehen konnte, habe ich mir mal einige Präsentationsmappen im Aldi angeschafft (ihr kennt inzwischen ja meinen lippischen Geiz, der mich gern bei den reduzierten Sachen zuschlagen lässt). Die bestehen quasi nur aus Klarsichthüllen und in deren Cover kann man auch ein Blatt Papier einstecken. Bild und Text können so immer nebeneinander stehen, wenn man die Hüllen beidseitig bestückt.

Zwei Varianten sind mir noch durch den Kopf gegangen:
a) Kombination mit Greenscreen
Wenn man ein freigestelltes Foto des Klassentiers hat (s. dieser Blogbeitrag hier), können die Kinder es in verschiedenste Hintergründe einfügen und dann dazu erzählen oder schreiben.
b) Distanzlernen
Auch in der aktuellen Situation mit Unterricht aus der Ferne können Klassentiere sehr hilfreich sein – sind sie doch für viele, gerade jüngere Schüler*innen eine echte Identifikationsfigur. Wenn ihr also Klassentiere habt, sendet doch mal ein Foto herum (vielleicht auch ein bearbeitetes) und lasst die Kinder dazu schreiben. Vielleicht gibt es ja sogar noch Klassentierfotos von gemeinsamen Klassenaktionen. Ich habe unsere Mona da auch immer dabei und sie schlecht sich oft auf Bilder, die ich dann später nutzen kann.

Herzliche Grüße
Katha

* Später in Klasse 3 bekamen wir dann sogar noch Post von einem netten Monster, das Mona auf ihrer Tour an der Nordsee kennengelernt hatte – unser Einstieg in die Einheit „Briefe schreiben„.

Fake News selber machen

Vielleicht ist Mancher irritiert über den heutigen Titel (oder über den gestrigen gestolpert), aber ich versuche, mich zu erklären…

In der Schule neigen wir oft dazu, vor allem die Gefahren der Internetnutzung aufzuzeigen und heben dabei doch oft den mahnenden Zeigefinger.

Wenn es nun um das Thema Fake News geht, möchte ich euch heute deshalb einen anderen Weg ans Herz legen: Fake News selbst erfinden um zu merken, wie leicht man durchaus glaubwürdige Unwahrheiten verbreiten kann. Und das können auch Grundschulkinder gut selbst tun!
Was man dazu benötigt? Eine lustige Idee, ein passendes Foto und ggf. einen passenden Generator. Vorschläge und Beispiele findet ihr auch in dem wirklich empfehlenswerten Buch „Tablets in der Grundschule“ von Verena Knoblauch, in dem es u.a. ein Kapitel über Fake News gibt. Lasst euch jetzt aber vom Titel nicht abschrecken – es geht auch ohne Tablet!

Fake Primarblog

1. Die Schlagzeile
Nicht nur am 1. April kann man Menschen mit erfundenen Schlagzeilen „erfreuen“ – dieser bietet aber immer einen guten Anreiz, das Thema auzgreifen.
Die Kinder erfinden also in PA eine Schlagzeile, die frei erfunden oder zumindest maßlos übertrieben ist. Zur Vorbereitung kann man gut seriöse und nicht-seriöse Überschriften vergleichen und feststellen, was zweitere ausmacht.

2. Die Nachricht
Zur Überschrift wird ein kleiner Artikel geschrieben. Wie in einer Zeitung muss der nicht allzu lang sein, aber eben die wichtigen Informationen enthalten, die die Überschrift näher erläutern. Hier läuft also viel Textarbeit, parallel zu dem, wie man sonst oft das Thema Zeitung bzw. Bericht erarbeitet. Dieses Mal ist nur anders, dass die Inhalte frei erfunden und übertrieben sind.

3. Das Bild
Jede gute Schlagzeile wird durch ein Bild noch glaubwürdiger – das gilt natürlich auch für Fake News. Jetzt wird es kreativ: wir verwenden entweder frei zugängliche Bilder von Plattformen wie Pixabay oder nutzen eigene Bilder, die verändert werden.
Im ersten Fall sucht man nach Bildern, die man für seinen Artikel nutzen möchte. Hier gibt es eine sehr einfache Suchfunktion. Wichtig ist es hier im Sinne der Vorbildfunktion, nicht einfach die Google-Bildersuche zu nutzen, sondern über Urheberrechte zu sprechen. Die Google-Bildersuche kann man übrigens auch dazu nutzen, wenn man die Nutzungsrechte-Filter nutzt:
Bildersuche GoogleDas gewünschte Bild wird gespeichert und kann dann direkt weiter verwendet werden – oder für die nächste Variante genutzt:

Eine andere Variante, die sehr viel „beeindruckendere“ Ergebnisse erzielt, ist das Nutzen von GreenScreen-Bildern, so wie es ja z. B. auch bei den Fernsehnachrichten geschieht. Dazu wird eine Person oder Personen vor einem grünen Hintergrund fotografiert. Dieser Hintergrund kann dann in jedem Bildbearbeitungsprogramm (und sogar in Officeprogrammen) recht leicht weggezaubert werden. Die Person kann dann vor einen Hintergrund nach Wahl (Fotoquellen siehe oben) platziert werden. So stehen die Kinder plötzlich auf dem Mond oder ein Hund auf einem Bus usw.
Wer sich vor diesem Aufwand scheut oder keinen GreenScreen zur Verfügung hat, kann für vorhandene Fotos das sehr effektive Angebot von remove.bg nutzen, das das Freistellen einer Person online ziemlich gut hinbekommt. Ich habe hier mal ein Beispiel für euch: originale Aufnahme, freigestellte Aufnahme und in einen anderen Hintergrund eingefügte Aufnahme. Hier könnte der Titel „Riesenkäfer gesichtet“ passen…

Nun kann man entweder von Hand oder am PC im Textverarbeitungsprogramm ein Artikel verfasst und durch das gewünschte Bild ergänzt werden. Oder man macht es sich einfach und nutzt Online-Angebote dafür. Obiger Ausschnitt wurde mit „The Newspaper Clipping Generator“ gemacht, da mein Favorit Paul Newsman zur Zeit wegen der Coronakrise stillgelegt ist (es wurde wohl zu viel Schindluder getrieben…). Paul Newsman hat den Vorteil, dass ein Bild eingebunden werden kann, was nun heute bei mir nicht klappte.
Hier noch ein Beispiel, das mit dem Anbieter 24aktuelles gefaket wurde. Man achte auf den Hinweis ganz oben:
Fake4

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren – wie immer am besten zuerst allein daheim oder mit den eigenen Kindern und dann in der Schule!
Habt im Hinterkopf, dass Persönlichkeits- und Urheberrechte in solch einem Projekt besondere Beachtung finden müssen!

Eure
Katha

Zum Schluss noch ein Angebot: Meine gesammelten Online-Angebote rund um Fake News habe ich mit Wakelet schon mal geordnet. Diese Sammlung mache ich euch gern zugänglich.

 

Alternative Diktatformen

Rechtschreibstrategien sind derzeit in aller Munde und in vielen Lehrwerken angekommen. Das ist wirklich gut so, denn mit Hilfe von vier bis sechs grundlegenden Strategien können die grundschulrelevanten Wörter richtig geschrieben werden. Günter Renk und sein Team (die „Erfinder“ der FReSch-Methode) haben Anfang der 1990er Jahre den damals relevanten GS_Wortschatz untersucht und festgestellt, dass…
ca. 50% der Wörter Mitsprechwörter sind (also durch deutliches Sprechen lautgetreu abgehört werden können) und die anderen 50% sich ungefähr gleichmäßig auf die Strategien Verlängern, Ableiten und Merkwörter verteilen (also mit Hilfe einer Strategie erklärbar bzw. zu merken sind).

 

Wieso ich heute dennoch nicht über Stratgien schreibe sondern über Diktieren? Nun ja – Rechtschreibgespräche, gestützt durch Strategien, sind ein wichtiger Teil des Rechtschreibunterrichts. Aber: es kann nicht nur um das Asufüllen von AB gehen und das isolierte Üben von Wörtern. Unser Ziel ist es ja, dass die Kinder irgendwann ihre eigenen Schreibungen überprüfen und verbessern oder sogar beim Schreiben über das richtige Schreiben anchdenken. Um dort anzukommen, müssen die Kinder eben dies üben: an ausgewählten Wörtern beim Schreiben die richtige Schreibung kennen oder herausfinden. Ein Weg dorthin ist das Diktieren von Wörtern, Sätzen oder Texten.

Beim klassischen Diktat mit xy Wörtern habe ich oft beobachtet, dass die zuvor sorgfältig und vielfältig geübten Lernwörter richtig geschrieben wurden, aber die vielen anderen kleinen Wörter dazwischen nicht. Denn statt den und andersherum, file statt viele und so weiter und so fort. Im Ergebnis heißt das bei den meisten Fehlerschlüsseln, dass Kinder schwierige Wörter üben und richtig schreiben und dennoch eine nicht so tolle Note unter dem Diktat steht. Hier kommt es schnell zu einem echten Motivationsproblem.
An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich nicht fordern, dass diese Diktate zu verbieten sind, wenn ich auch ihren Nutzen durchaus in Frage stelle. Ich möchte lieber Alternativen vorstellen, mit denen sich gezielt bestimmte Strategien abprüfen lassen.

Variante 1: Wortstammdiktat
Ich hatte in meiner letzten dritten Klasse viel mit Wortstämmen gearbeitet (hier im Blog nachzulesen). Das ist die Voraussetzung dafür, diese Diktatform zu nutzen. Konkret: ich schreibe acht Wortstämme an die Tafel bzw. lasse mir diese von den Kindern buchstabieren. Wir besprechen die rechtschriftlichen Besonderheiten wie ie, Dehnungs-h, Konsonantendopplung etc. (gut eignen sich z.B. back, lauf, geh, lieb) oder stellen fest, dass es Mitsprechwörter sind. Mit offener Tafel diktiere ich den Kindern dann zu jedem Wortstamm 3-4 Wörter (z. B. die Backstube, der Bäcker, du backst, das Gebäck).
Man könnte nun meinen, dass die offen sichtbaren Wortstämme zu einer fehlerfreien Leistung führen würden – keine Sorge! Wie in anderen Formen auch konnten fitte Kinder ihre Rechtschreibkompetenz beweisen und schwächere Lerner hatten auch hier Probleme. Vorteilhaft für mich als Lehrkraft ist hier aber, dass ich sehr genau sehen kann, welche Prinzipien ein Kind noch nicht verstanden hat und hier mit Übungen ansetzen kann. Das kann ich nach einem Textdiktat oft nicht, weil viele verschiedene Wörter und Fehler vorhanden sind und manch schwacher Rechtschreiber durch Auswendiglernen gute Ergebnisse erzielen kann.
Diese Diktatform möchte ich gern öfter nutzen und mit zunehmender Übung die Tafel dann auch zuklappen.
Für das nächste Mal würde ich VOR einer Beschäftigung mit Wortstämmen solche Wörter diktieren und NACH der Einheit die gleichen Wörter noch einmal, um so Lernerfolge sichtbar zu machen und den Kinder zu verdeutlichen, dass die Kenntnis eines Wortstamms ihnen bei der richtigen Schreibung einer ganzen Wortfamilie helfen kann.

Variante 2: Lückendiktat
Stellen wir uns vor, in den letzten Stunden haben wir uns im Unterricht verstärkt mit Doppelkonsonanten (inkl. tz und ck natürlich) beschäftigt. Ich möchte überprüfen, ob die Kinder nun die Entscheidung treffen können, ob Wörter mit einfachem oder doppeltem Konsonanten geschrieben werden. Diktiere ich einzelne Wörter, stehen diese in keinem Kontext und bereiten so evtl. semantische Probleme. Diktiere ich Sätze oder einen Text, kommen neben meinen gewünschten Wörtern eben auch viele andere vor und die Kinder übergeneralisieren evtl.
Meine Lösung dafür ist das Lückendiktat. Die SchülerInnen bekommen einen Text, in dem z.B. viele Nomen oder auch Verben weggelassen wurden. Diktiert wurd nun der ganze Text, aber geschrieben werden nur die fehlenden Wörter. Zur besseren Vorstellung:
LückendiktatUnd hier gibt es die Wordvorlage, die ihr so nutzen oder verändern könnt: Lückendiktat Doppelkonsonanten. Hier sieht man auch, dass über den Text verteilt manche Wörter merhfach vorkommen (ich überprüfe also die Merkfähigkeit bzw. schließe Zufallstreffer aus) und dass die Wörter unterschiedlich anspruchsvoll sind.

Variante 3: Wiederholtes Wörterdiktat
Entweder mit dem Lückendiktat oder auch mit einem einfachen Wörterdiktat habe ich mir vor Jahren mal eine Übungsform aus dem Marburger Rechtschreibtraining (Leseprobe hier) abgeschaut: ein Lückentext oder auch eine Sammlung von Wörtern wird (immer gleich bleibend) mehrmals diktiert, z. B. über drei Wochen hinweg zwei Mal pro Woche. Bei dieser Vorgehensweise werden nicht die Fehler, sondern die richtigen Wörter gezählt und vor allem wir die (meist positive Entwicklung) dieser Zahl auf einem Zettel als Kurvendiagramm dokumentiert. Hier entsteht durch das „Einschleifen“ der Wörter ein wirklich positiver Effekt bei den Kindern.

Variante 3b: Wiederholtes Satzdiktat
Ausgehend vom Ritual „Satz des Tages“ kann man mit den größeren Kindern in der 3 und 4 einen Satz gemeinsam erarbeiten und ihn dann an den folgenden Tagen mit umgestellten Satzgliedern immer wieder ditkieren. So wird es quasi ein Satz der Woche, der das Großschreiben von Satzanfängen übt und je nach Wortauswahl die Beschäftigung mit den Rechtschreibstrategien fördert.
Als Dokumentationsform kann man hierzu ein Blatt nutzen, auf dem immer der bereits geschriebene Satz nach hinten geknickt wird, um ein Abschauen zu verhindern. Die Lehrkraft hat dann am Ende dennoch den Überblick, ob ein Fehler nur ein Ausrutscher war oder ob es einen fortlaufenden Fehler im Satz gibt und hier gezielt geübt werden kann.

Dokumentation der Leistungen
Das klassische Diktatheft (bei uns in A5) finde ich gar nicht so verkehrt, um die diktierten Rechtschreibüberprüfungen zu sammeln. Formen wie das Lückendiktat oder die Variante 3/3b könnten hier eingeklebt werden.
Wer das nicht mag, kann ja auch einfach eine Mappe nutzen oder einen Heftstreifen, in der/dem alle Blätter gesammelt werden. In meinen Klassen schaffen die Kinder zu Schuljahresbeginn ab der Klasse 2 immer einen linierten Schreibblock an, so dass sie jederzeit Schreibblätter zur Verfügung haben und ich nichts kopieren muss. Hier kann auch die saubere „Heftführung“ geübt werden, denn auf lose Blätter gehören natürlich immer ein Datum und der Name.
Unter Einbeziehung verschiedener Diktatformen plus anderer Wege der Rechtschreibüberprüfung bekommt man als Lehrkraft sicher ein aussagekräftigeres Bild als durch 4 ausführliche Textdiktate pro Schuljahr.

Beste Grüße
Katha