Rezension: „Der Sumpfmumpf und die Hoffnung“

Titel: „Der Sumpfmumpf und die Hoffnung“
Verlag: Eigenverlag (hier klicken)
Autorin: Alexandra Wagner
Illustrationen: Thomas Handl
ISBN: 978-3-98942331-2

Zum Inhalt:
Das Mädchen Amelie ist krank und kann deshalb nicht mit ihren Freunden die Kirmes besuchen. Traurig, einsam und ängstlich schläft sie ein und findet sich in einem sumpfigen Gelände wieder. Dort allerdings ruft eine ihrer Püppchen namens Hoffnung um Hilfe – sie wird vom immer größer werdenden Sumpfmump gefangen gehalten! Bevor Amelie deswegen verzweifeln kann, rät ihr zweites Püppchen (Fantasie) ihr, dass sie mit seiner Hilfe den Sumpfmumpf besiegen und Hoffnung befreien kann.
Ob Amelie das gelingt, verrate ich hier natürlich nicht! Genausowenig kann ich natürlich spoilern, welche Rolle Amelies Freunde noch spielen werden. 😉
Es gibt auf der Homepage der Autorin auch kostenloses Unterrichtsmaterial zum Buch, das den Zugang zur eigenen Emotionalität und der metaphorischen Sprache des Buches erleichtern kann.

 

Meine Meinung:

Die Geschichte vom Sumpfmumpf ist eine Geschichte von der Angst. Der Angst davor, allein zurückzubleiben oder auch der Angst vor Gefahr. Diese wird direkt mit der Hoffnung verknüpft: wird eine kleiner, wächst die andere. Somit verleihen die Figuren sehr abstrakten Gefühlen Greifbarkeit und machen diese verständlicher. Ergänzt wird dies durch die sehr vielfältigen Gesichtsausdrücke von Amelie, die Thomas Handl im Verlauf der Geschichte visualisiert. So können Kinder ihre starken positiven, verändernden Emotionen wie Hoffnung und Fantasie besser kennenlernen. Ein wenig erinnert diese Herangehensweise an die „Alles steht Kopf“-Filme. Auf jeden Fall können Kinder daraus viele positive Handlungsoptionen mitnehmen.
Die Personen-Illustrationen sind zeichnerisch nicht so ganz mein Fall, aber mir gefallen die ganzseitigen Hintergründe und das Farbenspiel zwischen Licht und Düsternis stärkt die Geschichte sehr.

Leseempfehlung:
Eltern von Kindergarten- und Schulanfängerkindern sowie Erzieher:innen und Lehrkräfte können den Sumpfmumpf gut nutzen, um sprachlich das Thema Gefühle anzugehen und Selbstwahrnehmung bzw. -regulation zu üben. Dazu können die oben genannten ind abgebildeten Materialien der Autorin direkt verwendet werden.

Vielen Dank an Alexandra Wagner für das Rezensionsexemplar und die Unterrichtsmaterialien! Und viel Erfolg weiterhin für Ihre Arbeit!

Katha

Rezension: „Lernmythen aufgedeckt“

Titel: „Lernmythen aufgedeckt. Wie wissenschaftliche Evidenz effektives Lernen und Praxistransfer im Unternehmen fördert“
Verlag: Haufe (hier klicken)
Autorin: Yvonne Konstanze Behnke
ISBN: 978-3-648-18394-6

Zum Inhalt:
Die Autorin bringt vielfältige Erfahrungen aus Aus- und Weiterbildung mit, die sich mit Grafik/Illustration und Lernen beschäftigen – sie bezeichnet sich selbst als neugierige Lernmythendetektivin. In dieser Funktion nimmt sie 19 teils sehr hartnäckig erhaltene Lernmythen unter die Lupe. Jeder Mythos wird vorgestellt, auf seinen Ursprung und seinen wahren Kern hin betrachtet und ggf. durch Fakten widerlegt. Los geht es mit einem kleinen Test, bei dem man selbst einschätzen soll, was Mythos und was Fakt ist – ich hab mich da mit 14 richtigen und 9 falschen Einschätzungen nicht mit Ruhm bekleckert…
An einigen Stellen im Buch wird mit Hilfe von QR-Codes direkt zu Videos o.ä. verwiesen, was ich [vor allem vor dem Hintergrund des Multimedia-Effekts, vgl. S. 42] besonders mag. Zuletzt gibt es noch Modelle zum Überprüfen von Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt und eine Zusammenfassung dessen, was bedeutsame Elemente des (wie immer wieder betont wird) komplexen Vorgangs des Lernens zu erleichtern.

Meine Meinung:
Der Titel hat mich direkt begeistert, weil ich ja in der Lehrerausbildung immer wieder Lernmythen begegne, die sich in den Köpfen meiner LAA und/oder deren Mentor:innen hartnäckig halten. Und auch mich selbst möchte ich nicht freisprechen von deren Verfechtung an der ein oder anderen Stelle. Die meisten Mythen aus dem Buch kenne ich, manche waren mir weniger vertraut bzw. würde ich einige nicht als solche bezeichnen, da sie m. E. wenig bedeutsam/bekannt sind.
Die Überprüfung der Mythen ist durchgehend gut lesbar und munter fomuliert, dabei jedoch nicht oberflächlich. Allein die Anlage des Buches (zum gezielten Blättern in bestimmte Mythen statt stringentem Durchlesen) führt dazu, dass sich manche Begriffe, Aussagen oder Gedanken wiederholen. Um aber auch im Negativen das Positive zu sehen: Manches festigt sich so einfach besser!
Auch gefestigt haben sich bei mir manche Fachbegriffe, die mir in den letzten Jahren immer wieder in verschiedenen Veröffentlichungen über den Weg laufen. Das sind z. B. Übungsformen wie retrieval practice, spaced repition etc. – die übrigens ungemein effektiv für das Lernen in vielfacher Hinsicht sind.
Zu jedem Mythos werden am Ende diverse Quellen angeboten, die zum Nachlesen und Vertiefen griffbereit sind. So bleiben die Texte an sich gut lesbar, aber eben doch gut belegt.

Der Begriff „Unternehmen“ im Untertitel bedeutet übrigens absolut nicht, dass die Inhalte nur für Businessleute relevant sind! Oft genug bezeiht die Autorin sich explizit auch aufs Lernen und gerade in der Lehrkräfteausbildung als Form der Erwachsenenbildung haben die Ausführungen absolut Relevanz.

Leseempfehlung:
Für alle Menschen, die sich mit dem Lernen beschäftigen, kann ich „Lernmythen aufgedeckt“ von Herzen empfehlen! In meiner Funktion als Seminarausbilderin geht natürlich eine besondere Empfehlung an alle Kolleginnen und Kollegen. Überprüft eure Powerpoints, nachdem ihr dieses Buch gelesen habt!

Vielen Dank an den Haufe-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Katha

Sommerferien-Countdown

Da mein Junior die Schultage bis zu den Sommerferien zählt und mein Gedächtnis das nicht so gut speichert, habe ich ihm mit Canva eine Visualisierung gebastelt:

So kann er ab heute jeden Tag ausmalen und sieht das Ende der Grundschulzeit näher rücken. Individuell habe ich die Termine für die noch anstehende Fahrradausbildung, die langen Wochenenden (Hängematte) und die Geburtstage der Familie kenntlich gemacht. Für euch habe ich die Datei davon befreit – sie kann also für viele Nordrhein-Westfalen passen: pdf-Datei Sommerferien-Countdown.

Wer andere Ferien- und Feiertage hat (und einen Account), kann sich die Vorlage direkt in Canva kopieren (diesen Schritt bitte nicht vergessen!) und anpassen.

Katha

Rezension: „Ninja ohne Plan“

Titel: „Ninja ohne Plan“
Verlag: dtv (hier klicken)
Autor: Christian Tielmann
Illustrationen: Christian Effenberger
ISBN: 978-3-423-76555-8

Zum Inhalt:
Nick ist ein eher durchschnittlicher Junge, der bei seiner gern meditierenden Großmutter lebt. Eines Tages wird ihm von einem mysteriösen kleinen Mann mit einem Hundesalon eröffnet, dass er auserwählt sei, ein Ninja zu sein und die Welt zu retten. Erst skeptisch, zunehmend begeistert tritt Nick das Ninja-Training an. Schon bald bekommen er und seine „Mitninjas“ die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten zu beweisen, denn plötzlich sind Teile der Stadt ohne Strom und die Bürgermeisterin wird erpresst! 😱 Lasst euch überraschen, ob es Nick und den anderen gelingt, den Bösewicht zu stellen!

Meine Meinung (bzw. die Meinung meines Juniors):
Die Geschichte geht mit einem bemitleidenswerten Nick los, der regelmäßig Ärger in der Schule hat und deswegen jetzt sogar eine umfangreiche Strafarbeit bearbeiten soll. Schnell ändert sich sein Schicksal jedoch, als er die Herausforderung annimmt, ein Ninja zu werden: er findet Freund.innen und merkt, dass er mehr kann als atmen und „nichts denken“. Wir Lesenden entwickeln uns ein wenig mit Nick und bekommen viele Gelegenheiten zum Schmunzeln. Auch das Mitraten bzw. Mitfiebern hat Spaß gemacht. Am meisten gepackt hat meinen Sohn aber die Gestaltung: es gibt viele comicartige Strichzeichnungen, Sprechblasen und auch durch besondere Typografie hervorgehobene Aussagen. So hat er beim Vorlesen immer ganz begierig diese besonderen Parts übernommen. Er möchte gerne 5 von 5 Sternen vergeben ⭐️. Mein Pädagoginnenblick freut sich zusätzlich über die Entwicklung der Figuren rund um Nick und die kreativen Problemlösungsprozesse, an denen wir teilhaben dürfen. Es ist so schön, wenn Kinder stark werdende Mädchen und Jungen erleben und wie diese auch mal einen Plan B, C oder D einsetzen müssen.

Leseempfehlung:
Für alle Selbstlesenden ab 8 wird diese Geschichte vom Verlag empfohlen und das ist durchaus realistisch. Durch die optische Gestaltung (s.o.) packt das Buch bestimmt auch weniger versierte Leser:innen. Zum Vorlesen passt die Story auch so etwa ab acht bis ins Teeniealter hinein, würde ich sagen. Bei Antolin kann man auch Quizfragen dazu beantworten, so dass „Ninja ohne Plan“ ich gut in der Klassenbücherei aufgehoben ist.

Vielen Dank an den dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Katha

SeminarBlog: „Würdest du lieber…?“

Ich bin definitiv zu viel online. Aaaaber online stoße ich eben immer wieder auch auf tolle Ideen, die ich nutzen, klauen oder anpassen kann. So gerade diese Woche geschehen:

Das war mal wieder so eine Idee, die ich direkt auch für die Seminararbeit vor mir sah und so dauerte es nicht lange, bis ich mir ChatGPT vorknöpfte und im Ping-Pong-Prinzip Fragen entwickelte. Eine Auswahl der Impulse habe ich dann (weil ich es eben nicht so schlicht mag) mit Canva weiter verarbeitet, so dass ich demnächst eine weitere kleine Schachtel mit Impulskarten in meinem Schrank haben werde. Anders als der Kollege werde ich vielleicht nicht jeder Gruppe eine eigene Frage zuteilen sondern mal den gleichen Impuls für alle verwenden, mal vielleicht Impulse zur Auswahl anbieten – mal sehen!
Meine LAA starten langsam aber sicher in die Prüfungsvorbereitung und da nehme ich jede Aktivität, die sie ins Nachdenken und Argumentieren, also auch ins Reflektieren bringt!

Wenn du mit diesen Impulsen arbeiten magst, nimm sie dir gern so wie sie sind: pdf-Datei

Wenn du sie für die Schule anpassen magst, kannst du auch das tun: Canva-Vorlage

Katha

Erzählanlass „Wie kommt das dahin???“

Heute gibt es mal wieder eine Idee für einen Schreib- oder Erzählanlass: Ich habe mit KI (in diesem Fall ideogram.ai) Bilder generiert, die Tiere (bzw. Personen / Dinge) in seltsamen Situationen zeigen. Alle Bilder sollen die Irritation „Wie ist das dahin gekommen?“ oder „Was ist denn da passiert?“ auslösen und die Kinder so zum Erzählen der Vorgeschichte anregen. Ein bisschen erinnert das Vorgehen an die „Genau-so-Geschichten“ von Rudyard Kipling, in denen der Autor völlig frei fantasierte Begründungen erzählt, warum Dinge so sind wie sie sind. Auch in dem Buch „Was ist denn hier passiert?“ geht es zum Beispiel darum, die Vorgeschichte zu einer seltsamen Situation zu erfinden.
Davon inspiriert, dass also das Erfinden einer Geschichte zu einem Ende ja sogar eine Aktivität des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts (s. dieser Blogbeitrag) ist, habe ich also folgende Bilder generieren lassen:

Die Bilder, die ihr gern nutzen dürft (aber nicht verkaufen!), bieten sich zu verschiedenen Zwecken an, die unterschiedliche Kompetenzen fördern. Ein paar Ideen möchte ich euch vorstellen:

a) als Schreibanlass: Die Kinder bekommen Zeit, sich ein es der Bilder auszusuchen und machen sich dann Stichworte zu dem Bild. Dazu kann man z. B. das Bild in A5-Größe auf ein leeres A3-Blatt kleben und rundherum Stichworte und Ideen notieren. Mit diesen Stichworten lässt sich prima eine Partnerarbeit machen, in der die Kinder sich gegenseitig ihre Ideen vorstellen und sich weitere Begriffe und Gedanken aufschreiben können.
Dann kann es in den Schreib- und danach am besten in einen Überarbeitungsprozess gehen. Eine klassische Schreibkonferenz ist ebenso möglich wie eine stärkenorientierte Autorenrunde. Als Endprodukt kann so ein witziges Geschichtenbuch entstehen, dass dann in die Klassenbibliothek kommt.

b) als Erzählanlass: Mein Favorit! Wenn man Kindern die Gelegenheit gibt, ihre Ideen mündlich auszudrücken, sind sie oft freier, kreativer und ausführlicher als beim Schreiben, da die Konzentration auf den Schreibprozess wegfällt und manche Kinder beim Schreiben auch aus taktischen Gründen eher weniger Umfang anstreben. Deshalb würde ich die Bilder zur Auswahl stellen und erstmal so beginnen wie oben: Ideen und Wörter sammeln, sich austauschen, Sammlung ergänzen. Dann wäre es (überrascht treue Lesende wohl nicht) mein Weg, die Kinder ihre Erzählung aufnehmen zu lassen. Ohne Bild wäre das z.B. in der Sprachmemos-App am Tablet möglich, mit Bild in BookCreator, Keynote, iMovie oder auch TaskCards. Mit dieser Aufnahme könnten die Kinder dann in den Austausch gehen und sich Feedback und Tipps holen. Danach wird die Erzählung neu aufgenommen. Je nach Klasse bzw. Kind sollten es ruhig zwei bis drei solcher Schleifen sein, bevor die finale Erzählung aufgenommen und in der Klasse veröffentlicht wird. Spätestens hier bietet sich TaskCards an, um die Produkte aller Kinder für alle sicht- und hörbar zu machen.

c) als Leseübung: Ich biete alle/mehrere Bilder an und Satzstreifen dazu. Jeder Satzstreifen muss dann genau gelesen und zum passenden Bild gelegt werden. Auch hier kann ich gut differenzieren, in dem ich die Eindeutigkeit der Sätze variiere. Fängt ein Satz mit „Der Elefant…“ an, weiß das Kind sofort, zu welchem Bild er gehört. Stelle ich den Satz um oder baue ich auch unpassende Sätze ein wird es schwieriger. Ebenso, wenn ich nur über „ein Tier“ schreibe, z. B. „Ein Tier ist an einer seltsamen Stelle.“ Hier könnte man auch gut eine Übung zum Thema Schlüsselwörter anknüpfen – welche Wörter helfen uns denn, den Satz zuordnen zu können?
d) als Wortschatzübung: Dazu stelle ich neben den Bildern Wortkärtchen zur Verfügung, auf denen zum Bild passende aber auch unpassende Begriffe stehen. Die Kinder sollen nur die Begriffe zum Bild legen, die passen. Hier kann ich mich sehr gut an den Lernstand anpassen: Ich kann Singular- und Pluralwörter nehmen, bei denen man genau mitdenken muss, ich kann Adjektive nutzen oder was auch immer gerade wichtig für die Lernenden ist.

Die beiden letzten Zugänge können im Sinne eines integrativen Deutschunterrichts hervorragend zum tieferen Einsteigen ins Thema genutzt werden und bieten außerdem die Chance, den Wortschatz für das mündliche oder schriftliche Erzählen auszubauen. Bestenfalls geht hier also mal wieder ganz viel Spaß an Sprache mit einem Ausbau der sprachlichen Kompetenzen Hand in Hand.

Wenn du noch eine schöne Idee hast, kommentiere sie gerne hier drunter (oder neuerdings bei Instagram). Unheimlich freuen würde ich mich auch, wenn du sebst noch passende Bilder generieren und mir für diesen Eintrag zum Ergänzen zur Werfügung stellen würdest!
Katha

Rezension: „Selbstregulation für 3- bis 6-Jährige“

Titel: „Selbstregulation für 3- bis 6-Jährige. Das Workbook für Eltern, Erzieher und Betreuer“
Verlag: Yes Publishing (hier klicken)
Autorinnen: Abbre McClain, Jacqueline Salazar
ISBN: 978-3-96905-380-5

Zum Inhalt:
Die Autorinnen, beide Psychologinnen und geübt in der Arbeit mit Kindern und Familien, klären zuerst, warum Selbstregulation für Kinder (und Erwachsene) wichtig ist und welche Aspekte diese beinhaltet. Sie klären zudem u. a. die durchschnittlichen Entwicklungsstufen von Kindern bezogen auf Kompetenzentwicklung und z. B. typisches Spielen für verschiedene Altersklassen. Immer wieder geht es um die Wahrnehmung eigener Gefühle und darum, wie ich diese bewusst beeinflussen kann – also um Selbstregulation. Die Autorinnen machen klar, dass diese anfangs durch Erwachsene begleitet, ja angeleitet werden muss.

An diesen theoretischen Beginn knüpft dann das ausführlichste Kapitel an, in dem konkrete Aktivitäten mit spielerischem Charakter vorgestellt werden, die in der Familie, einer Einzelbetreuung oder im Kindergarten umgesetzt werden können. Jede Aktivität ist wie ein Rezept mit Materialien, Ablauf, Varianten und Ideen aufgebaut. Die verwendeten „Zutaten“ sind durchweg Alltagsmaterialien, die hier und da durch Zeichnungen o. ä. ergänzt werden können.

Meine Meinung:
Obwohl der Titel ja den Fokus klar auf Kindergartenkinder legt und somit nicht direkt die Grundschule anspricht, war ich sehr neugierig auf dieses Buch. Das Thema „Selbstregulation“ ist mir zuletzt mahrfach über den Weg gelaufen, z. B. auch in diesen Büchern hier und hier. Aber auch im Konstrukt der „Exekutiven Funktionen“ spielt Selbstregulation eine Rolle und geht mit Bedürfnisaufschub/Inhibition Hand in Hand. Deren Verfall wird aktuell jedoch häufig beklagt und auch wenn ich ungern in das „früher war alles besser“ einstimme, so gibt es hier definitiv problematische Entwicklungen zu beobachten in der Gesellschaft: wir verlernen, auf Dinge zu warten und möchten alles jetzt und sofort (Shopping, Streaming…). Kinder wachsen immer öfter in Familien auf, in denen ihnen entweder alles abgenommen wird (Stichwort Helikoptereltern) oder wo sie sich selbst überlassen sind (Stichwort U-Booteltern). So oder so lernen sie dadurch nur wenig, sich selbst zu regulieren, was ihr Grundschullehrkräfte sicher in eurem Klassenzimmer häufig als Störung wahrnehmt.
Lange Rede, kurzer Sinn: die Übungen im Buch sind prima und für die Eltern unter euch allemal geeignet. Sie bieten aber auch geeignete Zugangswege an, die wir in der Arbeit mit den Schulkindern gut gerbauchen können. Einzelne Aktivitäten wie die Gefühlsgeschichten (s.u.) kann man in der Schuleingangsphase auch direkt übernehmen.
Besonders gut gefallen hat mir auch der sehr praxisorientierte Theorieteil. Er erinnert mich sehr bedacht daran, „woher unsere Kinder kommen“, also was so alles in ihrem metaphorischen Rucksack stecken kann. Und er ist eine gute Erinnerung, worauf ich bei Diagnose und Beobachtung herausfordernder Kinder verstärkt achten kann.

 

Leseempfehlung:
Für diejenigen unter euch, die Kinder von 3 bis 6 haben: auf jeden Fall empfehlenswert!
Für diejenigen unter euch, die bald einschulen: Lest ruhig mal rein! Es erweitert euren Horizont auf jeden Fall und bestärkt euch vielleicht, wie mich, in mancher Perspektive oder Haltung.

Vielen Dank an YES-Publishing für das Rezensionsexemplar!

Katha