Ab und zu schaffe ich es, auch aus dem Seminaralltag zu berichten. Heute ist es mal wieder soweit und ich kann mit euch ein Angebot für unsere LAA teilen, an dem diese verschiedene digitale Herangehensweisen an den mündlichen Sprachgebrauch erproben konnten.
Wie eine Werkstatt oder ein Stationenangebot hatten wir Fachleitungen acht Ideen auf einer TaskCards-Pinwand zusammengestellt: Kurzbeschreibung, Arbeitsauftrag, Beispiel und z.T. einen Link in diesen Blog, wenn ich dort Projekte schon vorgestellt hatte. In verschiedenen Räumen im Haus hatten wir dafür dann Tablets und teils Material verteilt (Stativ-Varianten bei StopMotion, Figuren für die Little People etc.). Die LAA konnten dann frei wählen, was sie ausprobieren wollten und luden ihre Ergebnisse dann hoch. Diese kann ich nicht mit euch teilen, aber eine Kopie der Pinwand stelle ich euch gern als Anregung zur Verfügung.
Grundgedanke des Ganzen war es, dass digitale Medien im Bereich des Mündlichen viele sehr leicht umzusetzende Möglichkeiten bieten, Kinder hörbar zu machen. Neben dem Vorteil, dass ich alle SuS hören kann (anders als im realen Klassenraum, wo ich zu wenig Zeit habe oder manche Kinder einfach wenig beitragen), bieten Audioaufnahmen einen tollen Schonraum: die Kinder können ausprobieren, Aufnahmen verwerfen und erneuern und müssen nicht „auf Knopfdruck abliefern“ bei einem mündlichen Beitrag oder Vortrag. Inklusiv ist mündliche Arbeit natürlich auch immer, einfach schon deshalb, weil ich keine der Hürden bedenken muss, die das Schreiben mit sich bringt (Motorik, Lernbehinderungen, LRS, …).
Ich ermutige gern und oft, mit der iPad-eigenen App „Sprachmemos“ anzufangen oder Audios auf einer TaskCard-Pinwand direkt aufzunehmen und dazu kleine Sprechanlässe wie Personenbeschreibungen als Rätsel oder kurze Geschichten zu nutzen. Größere Projekte wie mehrseitige Bücher im BookCreator oder Filmaufnahmen können danach angegangen werden, wenn die Kinder schon ein wenig Übung haben und besser wissen, worauf sie achten müssen.
Probiert es doch einfach mal aus! Und wenn ihr Lust habt, teilt eure Produkte oder auch gern weitere Ideen für den Unterricht auf der Pinwand mit uns!
Wer lernen will, wie gute Reporter:innen arbeiten, sollte auch mal erleben, wie schlechte Reportagearbeit geht. Deshalb erfanden wir in einer Doppelstunde selbst Fake News, die wir natürlich als möglichst echte Neuigkeiten verkleideten.
Voraussetzungen / Technik: Es braucht ein Tablet mit Fotofunktion und Internetzugang – mehr nicht! Genutzt werden: – eigene Fotos bzw. bei Pixabay gefundene Bilder – die Seite remove.bg, die den Hintergrund aus Bildern sehr zuverlässig entfernt – Keynote – die Seite Paul Newsman, die simple, aber erstmal sehr überzeugende Vorlagen für Zeitschriftenartikel anbietet – Lust, mal so richtig was zu erfinden
Schritt 1: Foto fälschen Nach einer kurzen Einführung der Kids in den Plan, das Blaue vom Himmel herunter zu lügen, ging es an die Suche von geeigneten Bildern. Meine vorbereitete Beispielstory handelte von einem Löwen, der auf dem Schulgelände gesichtet wurde. Zur Demonstration der Vorgehensweise entwickelte ich parallel diesen Artikel (rechts).
Die Kinder suchten nun also bei Pixabay zwei Bilder: eines, das später freigestellt und eingefügt wird und eines für den Hintergrund. Dass wir Pixabay nutzen statt der Google Bildersuche, traf auf wenig Begeisterung bei manchen Kindern, die schon sehr „Generation Screenshot“ sind und wenig Verständnis für Urheberrecht zeigten. Nun ja… Beide Bilder wurden zuerst einfach heruntergeladen. Dann öffneten wir (schrittweise begleitet und von mir vorgemacht) den Browser und navigierten zu remove.bg, um den Hintergrund des einen Bildes zu entfernen. Das haben wir nicht direkt in Keynote gemacht, da ich damit zuletzt oft Schwierigkeiten hatte und man viel nachbesser musste. Das freigestellte Bild wurde wieder gespeichert. Nun ging es dann zur App Keynote (wahlweise einem anderen Programm, in dem man Fotos einfügen kann) und die Kinder fügten beide Fotos ein: Hintergrund und freigestellten Vordergrund. Beide mussten nun von der Größe, Drehung und Anordnung angepasst werden, bis jede:r zufrieden war. Das entstandene Fake-Bild haben wir nun einfach über einen Screenshot gesichert (ist ja jetzt unsere Komposition).
Schritt 2: Artikel schreiben & veröffentlichen Der letzte Schritt ist das Öffnen des Angebots von Paul Newsman, wo die Kinder zuerst auswählen mussten, welches Layout sie nutzen wollten (Tageszeitung, Frauenzeitschrift, Fußballblatt oder Yellow Press). Dann fügten sie ihr Bild ein und erfanden eine Story samt Überschrift dazu. Achtung: das kann dauern und sollte bestenfalls im Unterricht vorentlastet werden! Paul Newsman generiert am Ende einen Link, den man teilen und somit Menschen „in den April schicken“ kann. Diese Links kopierten die Kinder und fügten sie in jeweils ein neues Kärtchen unserer Dorfreporter-Pinwand ein, damit sie zuhause von den Eltern bewundert werden konnten. Da diese Links aber nur drei Tage lang atkiv bleiben, haben wir zur Sicherheit die Artikel noch als Screenshot (ja, schon wieder…) gesichert, zugeschnitten, gespeichert und als Bild in der TC ergänzt.
Vor Kurzem war ich auf der Suche nach geeigneten Bildern zur Darstellung verschiedener Emotionen. Letztendlich habe ich mir mit ideogram.ai zwei Bilder generiert. Die Idee kam aber auf, die Lego™-Sammlung der Kinder zu diesem Zweck zu nutzen und so sind diese Bilder entstanden, die ich euch gern unter „CC0“ teile.
Für eine erkrankte Kollegin sprang ich kurzfristig drei Wochen als Deutsch- und Sachunterrichtslehrerin einer zweiten Klasse ein. Deshalb gibt es heute mal wieder ein SU-Projekt hier im Blog, was ja ohne eigene Klasse lange nicht möglich war. Oberthema war „Tiere im Winter“ mit dem Schwerpunkt auf den verschiedenen Überwinterungsstrategien. Um weitere digitale Erfahrung zu sammeln, plante ich das gemeinsame Herstellen eines Erklärvideos mit dem BookCreator (kurz BC) in Gruppenarbeit. Den groben Ablauf der UE teile ich gern mit euch:
Vorwissen Die Kinder hatten bereits einen Besuch im Naturkundemuseum hinter sich und deshalb schon gute Vorstellung von der Überwinterung des Igels (und seiner Gewohnheiten). Im Gespräch lernte ich, dass die Winterruhe als grobe Vorstellung vorhanden war, einzelne Kinder schon von Zugvögeln gehört hatten und sie winteraktive Tiere kannten, jedoch ohne dies als Überwinterungsstrategie benennen zu können.
Einstieg Um die Strategien Winterschlaf, Winterstarre, Winterruhe, Winterflucht und winteraktiv zu sichern, schauten wir gemeinsam ein Erklärvideo von Youtube*. Dort wurde jedoch immer nur ein Tier als Beispiel genannt, was die Kinder doof fanden.
Also bereitete ich kleine Fotos (Danke, Pixabay!) und Namenszettelchen vor und wir sortierten diese in einem Sitzkreis zu den fünf Strategien. Die so entstandenen Plakate waren auch eine Arbeitsgrundlage für die folgende Gruppenarbeit. Schön war hier zu sehen, wie einige Kinder aus ihren Erfahrungen oder möglichen Verwandtschaften von Tieren darauf schlossen, wie diese wohl über den Winter kommen.
Gruppenarbeit Die Kinder waren noch nicht sehr erfahren in so einer umfangreichen GA, weshalb alles etwas länger dauerte als gedacht. Die erste Aufgabe war es, Fragen und Vorwissen auf Klebezettel zu notieren und auf dem Plakat zu sammeln. 6 Gruppen – 6 sehr unterschiedliche Ergebnisse: von zwei Klebezettelchen bis ca. 10 war alles dabei. Das Formulieren von Fragen gelang nur zwei Gruppen überhaupt.
Am Folgetag bekamen die Kinder Textmaterial, um sich in ihr Thema einzulesen. Damit alles gut beisammen bleibt, habe ich Mappen genommen, in denen alle losen Zettel gut aufgehoben sind (hab mal Vorrat im Aldi gekauft). Darin waren jeweils drei bis vier Texte verschiedenen Schwierigkeitsgrades und unterschiedlicher Länge, die ich alle über die Suchfunktion bei grundschulblogs.de gefunden hatte. Die Aufgabe war es nun, mindestens einen Text, besser mehrere zu lesen. Um die neuen Erkenntnisse zu sichern, hatte ich ein AB (das hellblaue) mit drei Leitfragen vorbereitet. Auch hier waren die Gruppen wieder sehr heterogen, was die Fähigkeit anging, das Gelesene in Antworten auf die Leitfragen zu verwandeln. Vier der sechs Gruppen schafften es immerhin. Da ich aber nicht sicher sein konnte, dass nun alle Kinder wirklich schon in genügender Tiefe „ihre“ Überwinterungsstrategie verstanden hatten, gab ich für die Lesezeit danach ein Lese-AB** in die Klasse, auf dem viele Sätze über Tiere im Winter standen. Die Kinder konnten dort nach dem gemeinsamen Lesen und Besprechen ankreuzen, welche Sätze auf die Tiere ihrer Gruppe zutrafen. So bekam ich nochmal mit allen besprochen, was z.B. mit Herzschlag, Winterfell oder Winterspeck gemeint ist. Erfreulich war es dabei zu beobachten, dass doch nicht wenige Kinder deutlich über ihr Teilthema hinaus gedacht und auch die anderen Strategien gut durchschaut hatten.
Produktionsphase Aufgrund der oben schon beschriebenen Verzögerungen habe ich mich dagegen entschieden, die Kinder selbst Bilder für ihre Gruppe suchen und in den BC einfügen zu lassen. Sie bekamen von mir eine BC-Datei mit Titelfolie, leerer Seite für Notizen und vier Seiten mit je einem Tier darauf (s. 1. Bild). Sätze über den Winterschlaf etc. auf die erste, freie Seite zu schreiben, klappte technisch einwandfrei, inhaltlich merkte ich hier wieder, wie viel Unterstützung Zweitklässler noch benötigen. Mehr als eine Schulstunde brauchten wir dafür trotz aller meiner Hinweise auf die gelesenen Texte und das Lese-AB. Am Ende hatte jede Gruppe mehrere allgemein gültige Sätze formuliert (s. 2. Bild).
Im nächsten Schritt ging es dann an die Audioaufnahmen (s. 3. Bild). Auch hier galt, dass die Technik verstanden war (diese Klasse hatte mit mir ja schon Rechengeschichten aufgenommen). Länger dauerte es, bis die Gruppen sich auf die Zuordnung zu den Tieren und eine Reihenfolge der Sprecher:innen einigen konnte. Ich durfte ganz schön laufen in dieser Doppelstunde… Am Ende aber hatten alle Kinder mindestens einen Satz eingesprochen – yes! Auch aus Zeitgründen sammelte ich die Tablets der Gruppen und airdroppte die Ergebnisse auf mein Gerät. Das ist sonst etwas, das ich sehr gern mit den Kindern mache (Medienkompetenz!). Nun muss ich nur noch die Titelfolien einsprechen und die Fehler aus den Texten kriegen, bevor ich alles zusammenfüge („Bücher kombinieren“) und als Video exportiere. Da werden die Kinder nächste Woche bestimmt stolz auf ihr Ergebnis sein!
Material Begleitend zur Einheit habe ich eine TaskCards-Pinwand angelegt, auf die die Kinder per QR-Code Zugriff haben. Darauf stehen ihnen eingesetzte Medien (Film, Lied) zur Verfügung, aber auch verschiedene Learningapps-Übungen, an denen die Kinder u.a. in dieser Woche die verbindlichen 20 Minuten Lesezeit arbeiten konnten. Falls euch die Übungen interessieren, könnt ihr sie in dieser Kollektion finden und ggf. in euren Account kopieren und anpassen. Auch die Vorlagen für den BookCreator habe ich dort abgelegt, damit wir den Weg über AirDrop vermeiden konnten. So sieht sie aus:
Begleitende Pinwände finde ich für viele Fächer, Projekte oder Einheiten einen echt guten Weg, um alles Digitale an einem Ort parat zu haben. Man kann dort auch gut Ideen sammeln oder Gelerntes dokumentieren. Es ist ein sehr schöner Weg, analoges und digitales Arbeiten miteinander zu verknüpfen.
Für heute sage ich „tschüss!“ Katha
* Ich habe einen tollen neuen Weg kennengelernt, YouTube-Videos werbefrei und mit wenig Cookies für die Kinder zur Verfügung zu stellen.
Zum Inhalt: An der Schule der Tiere findet heute die große Sportmeisterschaft statt. Die Ente ist nicht schnell genug für den Sprint und wird ausgelacht. Bald jedoch merken die anderen Tiere in anderen Disziplinen, dass sie auch nicht überall stark genug sind und stecken Niederlagen ein: Das Schwein ist zu plump für Weitsprung, das Eichhörnchen kann keinen Medizinball stoßen, der Bär schwimmt arg langsam…
Die Lehrerin Frau Pfeiffer ermahnt ihre Schützlinge immer wieder dazu, nicht zu lachen. Ob ihre Worte Wurzeln schlagen, lest ihr spätestens nach der letzten Disziplin bei der Medaillenvergabe.
Meine Meinung: „Weitsprung mit Schwein“ nimmt ein für Kinder (und Erwachsene) allgegenwärtiges Thema auf: Heterogenität, also dass eben jede:r anders ist und dass jede:r andere Stärken und Schwächen hat. Die Situation des Schulsportwettkampfes dürfte vor allem Schulkinder ziemlich ansprechen, da sie besonders in der Schule die Erfarhung von Erfolg und Scheitern machen.
Gut gefällt es mir auch, dass es anfangs in der Geschichte die typischen Reaktionen gibt, die Kinder von sich und anderen kennen: wer etwas nicht kann, wird belächelt, vielleicht sogar ausgelacht. Erst durch eigenes Scheitern merken die Tiere in der Geschichte, dass gegenseitige Unterstützung und das Mitfreuen über Erolge allen viel mehr Freude bringen.
Die Zeichnungen sind farbenfroh und klar, sie bringen die Emotionen der Tiere unheimlich gut zur Geltung. gemeinsam mit den kurzen, pointierten Texten ergibt sich eine Story, der die Kinder gut folgen können und die wirklich sehr zur Identifikation und Perspektivübernahme anregt.
Leseempfehlung: Eltern mit Kindern unter 8, Fachkräfte in der Kita und Lehrkräfte der Schuleingangsphase dürften mit diesem Buch einen weiteren tollen Vorlese-, Erzähl- und Gesprächsanlass haben, um mit den eigenen oder anvertrauten Kindern über Heterogenität zu sprechen. Durch den klaren schulischen Bezug könnte das Buch sicher auch ältere Klassen dabei unterstützen, über ihre eigenen Strärken und Schwächen sowie den (gemeinschaftlichen) Umgang damit nachzudenken.
Vielen Dank an den dtv-Verlag für das druckfrische Rezensionsexemplar!
Zuletzt habe ich, vor allem im Rahmen der „Digitalen Doppelstunde“, häufiger mit dem BookCreator gearbeitet und auch darüber gebloggt. Leider konnte ich euch bislang aber die Vorlagen nicht zur Verfügung stellen, da mein Kostenplan bei WordPress den Dateityp .epub nicht akzeptiert (und ich nicht bereit bin, nur dafür monatlich zu zahlen…).
Jetzt hatte ich aber einen Geistesblitz und habe eine TaskCards-Pinwand angelegt, auf der alle Vorlagen zum Download bereit stehen. Bislang sind es drei, aber das ändert sich ja noch… Hier geht‘s zu den Downloads.
Screenshot
Unabhängig von meinen Ideen gibt es natürlich auch die vielen Angebote auf der Homepage von BookCreator, die ihr nutzen oder als Inspiration verwenden könnt.
Die ersten AG-Doppelstunden sind inzwischen gelaufen und erste Produkte entstanden. Hier kommt eine Zusammenfassung des bisher Geschafften:
Kennenlernen: Auf dem Schulgelände sollten die Kinder mit einem Tablet bis zu fünf Lieblingsorte fotografieren. Diese Fotos fügten sie dann in der App iMovie zu einem ersten einfachen Film zusammen, wobei wir die Funktionen Titel, Übergänge und das Einfügen einer Titelfolie erarbeiteten. Schnell wurde deutlich, dass die Vorkenntnisse im Umgang mit Apps zwar sehr heterogen waren (und Geduld nicht jedermanns Stärke), aber alle willig waren, auszuprobieren und sich gegenseitig Tricks und Kniffe zu zeigen. Ich hoffe, dass wir das nutzen können!
Die erste Reportage: Der ans Schulgelände angrenzende Dorf-Grillplatz war unser erstes Ziel für eine Videoreportage. Die Kinder plapperten beim ersten Besuch munter drauflos und hatten größtenteils keine Scheu vor der Kamera zu sprechen. Allerdings spiegelte ich Ihnen, dass eine Reportage ohne Vorbereitung keine gute Reportage sei. Bevor wir also endgültige Aufnahmen machen konnten, lernten die Kinder den Dreischritt planen-aufnehmen-nachbearbeiten kennen (der sie wenig begeisterte). Aber mit einer Aufteilung in Unterthemen und einer schlichten Ideensammlung auf einem leeren Blatt wurden die Aufnahmen direkt deutlich besser und das erste „Werbe“-Video sah schon gar nicht mal schlecht aus.
Für solche Gelegenheiten hatte ich mir ein günstiges Set mit zwei Mikrofonen* besorgt, so dass das aufgenommene Kind bzw. Paar auch gut zu verstehen war. Aus den Filmen der einzelnen Teilthemen haben wir dann gemeinsam ein Video geschnitten und auf unserer TaskCards-Pinwand veröffentlicht. Leider klappte es nicht, dass jedes Kind selbst schneiden kann, da die Videos über AirDrop nicht geteilt werden konnten. Das weiß ich dann beim nächsten Mal besser…
Ideensammlung: Die AG soll ja die Kinder ins Dorf bringen und das Dorf in die Schule. Demnach ist es mir wichtig, dass wir Orte ansteuern, die den Kindern etwas bedeuten. Neben dem Freibad und dem Sportplatz, die wir auf wärmere Zeiten schieben wollen, wurden dabei die Feuerwache und der Supermarkt genannt – letzterer als wichtigster Zielort. Also nahm ich Kontakt zur Geschäftsleitung auf und habe nun im Februar mit meiner Gruppe die Möglichkeit, mal hinter die Kulissen zu schauen. Da dieser Besuch in einer Fotoreportage dokumentiert werden soll, planen wir heute, wer wen was fragen wird und wovon wir unbedingt Fotos mitbringen möchten. Es bleibt also spannend.
Katha
* Zwei kleine Ansteckmikros und ein Empfänger, der an die Lightning-Buchse des Tablets gesteckt wird – so kann ich mit dem Gerät weiter weg von den Kindern stehend aufzeichnen und habe trotzdem vernünftigen Ton.
Titel: „Anleitung zur Selbstüberlistung“ Verlag: YES (hier klicken) Autor: Christian Rieck ISBN: 978-3-96905-240-2
Zum Inhalt: „ProfRieck“ ist eigentlich Wirtschaftsprofessor Prof. Dr. Christian Rieck und erklärt gern auf YouTube die Spieltheorie. Diese liegt auch diesem Buch zugrunde: von ihr ausgehend definiert er in uns wechselnde Agenten und eine Direktorin, die gemeinsam für viele unserer Entscheidungen zuständig sind. Sobald man dieses Prinzip verstanden hat, werden aus dieser Perspektive heraus viele gängige Zeitmanagement-, Anti-Prokratinations- und Selbstoptimierungstipps analysiert und erklärt. Klassiker wie die Pomodoro-Technik beleutet Rieck ebenso im Lichte der Spieltheorie wie andere interessante Motivationstechniken wie die „So!“-Technik. Immer wieder gibt es klare Tipps zum Tun und Lassen. Fast alle Zugänge werden sehr plastisch anhand von Beispielen aus dem Leben illustriert. Vereinzelt gibt es auch Grafiken zum besseren Verständnis.
Meine Meinung: Ich fand es sehr interessant, die Spieltheorie in Abgrenzung zur Spieletheorie kennenzulernen und mit einem etwas neuen Blickwinkel sehen zu lernen. Einige der vorgestellten Techniken und Methoden kenne ich und habe sie dennoch einmal neu verstehen gelernt und (Danke, ProfRieck!) für mich priorisieren können. Das Buch ist in einem sehr lockeren, lebendigen, sympathischen Ton geschrieben und nie hatte ich das Gefühl, ein Besserwisser belehre mich. Eine Kollegin von mir unterscheidet bei Sachbüchern zwischen Sofabüchern und Schreibtischbüchern – dieses ist definitiv ein Sofabuch, das bei mir aber am Schreibtisch noch ein wenig nachbearbeitet wurde. Da Rieck selbst lehrt, ist es angenehm, ganz konkret auch Beispiele mit Bezug zu außerunterrichtlichen Tätigkeiten wie Korrekturen zu lesen – diese Perspektive hat mir in manch anderem Ratgeber, der sich eher auf „Büromenschen“ bezog, tatsächlich gefehlt.
Leseempfehlung: Hast du schonmal Aufgaben aufgeschoben, obwohl du dringend daran hättest arbeiten müssen? Hattest du schonmal das Gefühl, dich mit Kleinigkeiten aufzuhalten und das Wichtige aus dem Blick zu verlieren? Dann lies „Anleitung zur Selbstüberlistung“!
Vielen Dank an den YES-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Diese Woche hat mich eine Kollegin eingeladen, die mir die Rahmendaten „2. Klasse, Thema Igel, gern was Kreatives“ mitgab. Herausgekommen ist ein kleines Schreibprojekt in einer gemeinsamen Pinwand, die ich hier kurz vorstellen möchte. Wie so oft bei meinen Projektchen gilt: nehmt die Idee gern mit, passt sie für eure Klasse an und bindet sie in euren Unterricht ein. Dies kann ich durch meine Kurzfristigkeit ja leider nicht leisten, sondern nur andenken.
Das Ziel: Für die Zweitklässler geht es wie schon bei den Rechengeschichten weiterhin darum, in Verbindung mit fachlichem Lernzuwachs (Texte verfassen) die Kompetenzen im Bedienen und Anwenden (MKR) zu erweitern. Auch das Präsentieren und Produzieren wird gefördert und vor allem lernen die Kinder wieder, dass man an einem Tablet nicht nur Aufgaben lösen kann.
Die Vorbereitung: Inhaltlich hat die Klasse sich im Rahmen von Museumsbesuchen mit dem Igel beschäftigt, so dass wir hier ein gewisses Vorwissen der Kinder für einen eher kreativen Schreibanlass haben. Auf der technischen Seite habe ich eine TaskCards-Pinwand im Format Zeitleiste angelegt und Igelbilder eingefügt. Diese habe ich bei Pixabay gefunden und heruntergeladen. Grob sortiert sind die Bilder nach allgemein – Futter – Jungtiere – Abwehr – Winterruhe. Die Freigabe habe ich mit Schreibzugriff eingerichtet und den QR-Code gespeichert. Ich projiziere diese QR-Codes gern in der Klasse, habe aber meist auch einen Ausdruck parat, falls zwischendurch nochmal jemand neu auf die Pinwand muss.
Die Durchführung: Zur Aktivierung der Kinder umriss ich zu Beginn kurz das Vorhaben für die heutigen zwei Stunden: Wir wollen ein Igel-Tagebuch verfassen. Dann ging es erstmal sprachlich los: an der Tafel sammelten wir Wörter, die zum Igel passen und die wir für unsere Texte gut brauchen könnten. Ich lege bei solchen Sammlungen Wert darauf, neben Nomen immer auch Verben und Adjektive zu notieren, da gerade hier oft eine gewisse Spracharmut zu erkennen ist.
Nach dieser Phase bis zum Ende der ersten Stunde sollten die Kinder wahlweise in EA oder PA zuerst ein Bild auswählen, zu dem sie schreiben wollen und dann in einer kurzen Murmelphase Ideen sammeln. Die Wörtersammlung an der Tafel durfte dabei ausdrücklich genutzt werden. Um zu klären, dass es aber nicht reicht, die Stichwörter von der Tafel abzuschreiben, formulierten wir gemeinsam mündlich einige Beispielsätze.
Nach der Pause ging es dann an die Tablets: Jedes Kind bzw. jede PA scannte den Code zur Pinwand und durfte sich einen Arbeitsplatz im Klassenraum oder einem der Nebenräume suchen. das Schwierigste war zu Beginn das Antippen des korrekten Kärtchens auf der Pinwand, um schreiben zu können. Einige von mir eingetragene Namen der Kinder wurden halbwegs gelöscht, bis dann bald alle an der jeweils richtigen Stelle anfangen konnten zu tippen. Überall konnte zumindest ein Satz zügig verfasst werden. Einige Teams vermeldeten nach diesem jedoch schon „Fertig!“, ließen sich aber erfreulicherweise sehr leicht dazu motivieren, noch etwas mehr zu schreiben. Hier war ein klarer Vorteil des thematischen Rahmens und der Fotos zu erkennen: im Gespräch konnte ich mit den Kindern leicht herausfinden, was sie noch schreiben könnten und alle machten sich mit guten Ideen erneut an die Arbeit. Es ist kaum zu glauben, wie schnell 25 Minuten Arbeitszeit in solch einem Setting verfliegen. Da aber noch eine kurze Würdigung erfolgen sollte und die Tablets noch zurück sortiert werden mussten, beendete ich die Schreibphase. Alle Browser wurden geschlossen und die Geräte zugeklappt. Dann las ich alle Texte vor (Pinwand via Beamer sichtbar) – da sich doch vielerorts noch Schreib- oder Ausdrucksfehler eingeschlichen hatten, war es so einfacher.
Differenzierung: a) quantitativ – hier nicht wirklich gegeben. b) natürlich – absolut, da die Kinder ihren Text auf ihrem eigenen sprachlichen Niveau verfassen (Wortschatz, Satzbau, Komplexität). c) Die Partnerarbeit, so gewählt, wirkte sehr entlastend, da die Kinder sich gut gegenseitig unterstützen konnten oder auch Rollen aufteilten (ich sage, du schreibst).
Fazit: Das war wieder ein kurzes, kompaktes kleines Projekt, das sich hervorragend verlängern und vertiefen ließe. Die Überarbeitung der Texte habe ich am Ende vorgenommen, so dass das Ergebnis jetzt gut lesbar ist. Vielleicht können wir nächste Woche noch einmal auf die Pinwand schauen und sie ergänzen.
In diesem Sinne: Viel Spaß beim Nachmachen, Remixen und Teilen! Katha
Titel: „Alles, was du in der Schule nicht lernst“ Verlag: Yes (hier klicken) Autorin: Catherine Newman ISBN: 978-3-96905-215-0
Zum Inhalt: „65 superwichtige Fähigkeiten, die du beherrschen solltest, bevor du erwachsen bist“ – diese altersgemäß zu vermitteln, verspricht Catherine Newman mit diesem Buch. Mir persönlich gefällt der originale Titel „How to be a person“ sehr viel besser, weil er das Lernen nicht so betont und die Schule nicht so wenig sinnvoll darstehen lässt… Die Themenauswahl reicht von „andere Lebewesen“ über sprachliche Etikette und Kochen bis zu Finanzgrundlagen (s. Bild 1) – also theoretisch alles, was gern mal als neues, eigenständiges Schulfach gefordert wird. Jeder Tipp, jede Anleitung hat eine Doppelseite Raum und wird in kurzen Texten und einfachen Bildern dargestellt (s. Bild 2). Dabei ist der Ton ermutigend und auffordernd und der jugendlichen Zielgruppe durchaus angemessen.
Meine Meinung: Das Buch hat einen humorvollen Charakter und einen positiven Tonfall, so dass es nicht befehlend daherkommt. Meinem Großen ging es aber sich wie manch anderem Jugendlichen / älteren Kind: die Begeisterung hielt sich in Grenzen – leider. Denn die Ideen und Tipps sind durchaus hilfreich! Sinnvoll wäre es vermutlich, das Buch einmal durchzublättern und dann griffbereit zu haben, wenn einer der Bedarfsfälle eintritt. Wir hatten zum Beispiel vor Kurzem die Situation, dass ich am Telefon erklären sollte, wie man Nudeln kocht. Hätten wir beide diese Buch noch auf dem Schirm gehabt, hätte er sich daran sicher besser orientieren können. Die Themenauswahl ist sehr bunt gemischt, was ich spannend und gelungen finde. Ebenso helfen die Leitfarben, sich zwischen den Themen zurechtzufinden und das Inhaltsverzeichnis ist sehr ergiebig. Die Zeichnungen sind recht neutral gehalten und laut Rückmeldung meiner Kinder „ganz cool“ – Zielgruppe also ebenfalls getroffen.
Leseempfehlung: Für alle Kinder, die sich langsam auf dem Weg zum Erwachsenen befinden, dürfte dieses Buch ein solides Nachschlage werk darstellen. Ob es das beliebteste Geburtstagsgeschenk wird, weiß ich nicht, aber ein hilfreiches wäre es allemal.
Vielen Dank an den Yes-Verlag für das Rezensionsexemplar!