Zeugnisvorbereitungen – und es geht schon wieder los…

… mit dem „Spät-dran-sein“ für die Zeugnisse im Sommer! Unbedingt wollte ich dieses Jahr früher fertig werden als kurz vor Schluss, aber das klappt wohl nicht.

Egal. Basierend auf meiner Liste vom letzten Jahr möchte ich mir einen Überblick über die deutschspezifischen Leistungen der Kinder verschaffen, damit ich beim Schreiben der Texte fürs Zeugnis nicht immer durch diverse Planerseiten und Notizen blättern muss. Entstanden ist eine Tabelle, auf der ich kurz die wichtigsten Aspekte summieren und Schwerpunkte bzw. Probleme deutlich machen kann. Ausgehend davon kann ich dann meinen mehr oder minder standardisiert beginnenden Text pro Kind „herunterrattern“ und individuell verändern.

Wer’s brauchen kann, darf sich die Liste gern hier als .doc-Datei herunterladen – dann kann man die Namen direkt einfügen – oder darunter als .pdf-Datei:
Liste Komp. D Klasse 2
Liste Komp. D Klasse 2

Beste Grüße,
Katha

Zwischenfazit zur Sitzordnung

Vor einer Weile berichtete ich hier von der Einführung meiner neuen Sitzordnung – total frontal und altmodisch, aber gewünscht von den Kindern…

Heute muss ich wirklich eine Veränderung der Arbeitsweise feststellen. Und zwar eine echt positive! Auch wenn ich noch nicht zu 100% mit der Zuordnung der Sitznachbarn zufrieden bin und wohl doch langfristig einzelne Kinder besser einen Einzelplatz haben müssen, um konzentriert zu arbeiten, so bemerke ich…
weniger Gelaufe zwischen den Tischen
mehr Fokussierung in frontalen Unterrichtsphasen bei allen Kindern
mehr Platz z.B. für einen Stuhlkreis vorn im Klassenraum
… ein absolut klareres Raumkonzept
weniger Gespräche während Stillarbeitsphasen (vermutlich weil es „gefühlt“ weniger Sitznachbarr por Kind gibt)
keinen Abbruch der Kommunikation in kommunikativen Arbeitsphasen (die Tische sind immer noch fix zu Gruppentischen zusammengestellt, wenn man die braucht oder einzelne Kinder drehen sich einfach nach hinten um und sitzen dann an einem Grupentisch)
… eine leichtere Planung neuer Sitzplätze von zuhause aus (dazu habe ich kleine Post-It-Streifen mit den Namen der Kids beschriftet, die ich flexibel auf meinem Blatt verrücken kann) und
flexiblere Einzelplatzmöglichkeiten (an einer Seite endet jede Reihe mit einem Einzeltisch, den ich ggf. abrücken und an die Fesnterbank stellen kann, wenn es nötig ist, aber auch zurück zu den anderen schiebe, wenn es möglich ist).

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das heute so alles schreiben könnte. Aber ich bin wirklich zufrieden und habe auch noch kein negatives Wort von Seiten der Kinder über die Tischordnung gehört. Lustig waren die erstaunten Blicke mancher Kollegen in den Klassenraum, die mich oft für so „modern“ oder „revolutionär“ halten…

Beste Grüße,
Katha (die immer am Einzeltisch sitzen muss…!?)

Berufe – weiter geht’s fachübergreifend

Die Zweitkläsler haben die ganze Woche im Deutschunterricht gelernt, wie man Geschichten plant und schreibt und was dabei wichtig ist. Da habe ich spontan die Bildung der Gruppen für die anstehende Berufe-Gruppenarbeit verschoben und eine kleine fachübergreifende Schreibaufgabe gestellt:

Beim Zaubereinmaleins gibt es schöne Schreibblätter mit dem Drachen Konstantin, auf denen oben jeweils ein Bild mit Konstantin in einem Beruf zu sehen ist. Da die Kinder Konstantin schon kennen (angeblich ist er ein Cousin unseres Klassenmonsters Mona), war die Motivation schnell geweckt und fast alle bekamen auch eine gute Idee für eine Geschichte.
Unser Lehrwerk gibt die Schritte
I – Ideen finden
N – Notizen machen
E – Erzählen und
S – Schreiben
vor. Passend dazu gab es zuerst ein Schmierpapier, auf dem Notizen gemacht werden sollten. Dann gab es eine „Bushaltestelle“ an der Tafel, an die sich setzte, wer fertig zum Erzählen war. Sobald ein Kind dazu kam, gingen beide raus und erzählten sich ihre Geschichten. Danach ging es ans Schreiben und Vorzeigen für Tipps von mir. Einige Kinder sollten dann noch ein Ende ergänzen, denn viele Texte hörten sehr „hängend“ auf.
Wer fertig war, konnte sein Bild noch anmalen. Seltsamerweise lieben das die meisten Kinder ja immer noch und dauerhaft.

Stolperstellen:
1. Ideen finden und in Worte fassen
2. NUR Notizen machen und nicht gleich die ganze Geschichte schreiben
3. mit einem Zufallspartner über die Geschichte sprechen
4. die Geschichte dann auch aufschreiben
5. lesbar, mit Wortgrenzen und Punkten schreiben (Berufe standen an der Tafel…)
6. die Überschrift nicht vergessen

Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Ablauf sehr zufrieden. Ca. 1,5 Schulstunden waren wir beschäftigt und fast alle sind fertig geworden (ein Schüler hat einfach zu viel vor gehabt und mir deshalb nur die Vorschrift abgeben können – s. Stolperstelle 2).
Hier ein paar Eindrücke:

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Neben den methodischen Herausforderungen dieser Aktion habe ich für mich aber nun auch noch gleich eine Grundlage für die Zeugnisse, die ganz aktuell ist und sehr deutlich die Kompetenzen beim Erzählen und Verfassen von Texten zeigt, aber auch die rechtschriftlichen Kompetenzen viel klarer darstellt als jedes Diktat es könnte…

Beste Grüße,
Katha (die Lehrerin)

Feriennachlese

Da habe ich (vermutlich als nordrheinwestfälische Lehrkraft nur einmal im Leben) Pfingstferien, und dann bin ich erstmal krank. Ich würde die verpassten Urlaubstage dann gern Mitte Juni nachholen…

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Ansonsten war die überraschend freie Woche gemütlich, gespickt mit Geburtstagen und eine bunte Mischung aus Räumen, Erledigen, und Erholen. Steuer erledigt, etwas mehr Platz im Büro als vorher geschaffen, ein bisschen was über Kleinanzeigen und facebook verkauft und eingekauft – aber plusminus Null geblieben. Gestern mit Petrus‘ Unterstützung und lieben Gästen schön gefeiert und die Möppels so richtig erledigt im Garten…

Was die Schule angeht, werden die nächsten drei Tage vor dem (endlich mal wieder) langen Wochenende einfach mal so „laufen“ müssen, bevor ich mich dann auch wieder intensiver mit meinen Planungen beschäftige. In Deutsch werden wir weiter das Verlängern üben und in SU das Thema „Berufe“ fortsetzen. Die Englischklassen laufen. Und dann gibt es da ja neuerding auch noch ein Fachseminar Deutsch, das ich bespaßen darf und auf das ich mich noch weiter vorbereiten muss.

Beste Grüße,
Katha

Welchen Beruf möchte ich haben?

Diese Frage stellt man sich ja selbst als Erwachsener ab und an, oder? Ich möchte nun morgen gern auch die Kinder dazu bringen, sich entweder Gedanken über ihre mögliche Berufswahl später zu machen oder, wenn das schon geschehen ist, diese zu verschriftlichen.

Für alle, die es brauchen können, gibt es hier das AB, das die Zweitis dazu bekommen: AB Wunschberuf

Beste Grüße,
Katha

Berufe sortieren

Nachdem die Zähne-Einheit nun offiziell abgeschlossen ist, beschäftigen wir uns mit Berufen. Zuerst habe ich Gruppen gebildet, in denen die Kinder zu dritt ein Berufe-ABC bekamen, in das sie möglichst viele Berufe eintragen sollten. Ich war etwas fies: die Gruppen habe ich zuhause geplant, die ABs mit Zeichen markiert und dann so geschickt ausgeteilt, dass jedes Kind genau in die von mir angedachte Gruppe kam – für die Kinder sah es aus wie Zufall. Hilft halt aber manchmal besser als wenn ich offensichtlich die Gruppen bilde…

In der nun folgenden zweiten Stunde haben wir zuerst das Klassenprodukt (ABC-Büchlein) gewürdigt und dann im Kreis die Berufe der Eltern und ggf. weiterer Verwandter gesammelt. Dabei wurden überrascht Dopplungen oder gemeinsame Arbeitsstätten zur Kenntnis genommen und erste Ähnlichkeiten zwischen Berufen bemerkt. Das war dann der perfekte Aufhänger für meine Planung: Berufe verschiedenen Berufsgruppen zuzuordnen. Das Ordnen und Kategorisieren bzw. Kategorien bilden gehören ja zu den Kompetenzen, die die Kinder (im SU) erlernen sollen. Zuerst machten wir die helfenden und rettenden Berufe aus, dann noch die auf den Fotos zu sehenden weiteren Gruppen.
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Die Begriffe „Erziehung“ und „Dienstleistung“ habe ich hineingegeben, da die Kinder dafür keine angemessenen Wörter fanden. Zuerst kamen dann meine vorbereiteten Beispiel-Post-Its zum Einsatz, die gemeinsam einem Zettel zugeordnet wurden. Dann ging es an die Plätze zurück und jedes Kind durfte sich einen eigenen Klebezettel holen und weitere Berufe an die Tafel sortieren.

Positive Beobachtungen:
> alle Kinder haben sich mit mindestens einem Wort beteiligt
> auf JEDEM Zettel stand nur EIN BEeruf – wie viele Kollegen kriegen das in der Fobi mit den Moderationskarten nicht hin???
> viele spannende Diskussionen entstanden mit mir oder Mitschülern über die Einordnung der Berufe („Wohin gehört der Bäcker?“ „Dienstleistung?“ etc.)
> da sich einige Berufe nicht klar zuordnen ließen, wurde mir ein Zusatzzettel vorgeschlagen, auf dem ich diese sammeln könne – ich habe ihn dann erstmal „Sonstige“ getauft…

Am Ende des Tages schrieb ich die Zettelsammlung dann ins Reine, so dass auf jedem Plakätchen nur noch richtig geschriebene echte Berufe stehen. Die zieren jetzt für die nächsten Wochen unsere Pinwand.

Hier nochmal die Eindrücke aller Kategorien zum Stöbern:

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Beste Grüße,
Katha

Vorwissen und „Nachwissen“

Gern steige ich in ein neues SU-Thema damit ein, das Vorwissen der Kinder zu aktivieren. Und so kann es gehen:

1. Thema in die Mitte eines Blattes schreiben, zuerst einige Minuten allein (!) dazu clustern [Bleistift]
2. Stift am Platz lassen, mit dem Zettel zu einem Partner gehen und sich austauschen
3. zurück am Platz mit einer neuen Stiftfarbe neue Informationen ergänzen [grün]
4. und 5. Wiederholung von Schritt 2 und 3 mit einem anderen Partner (ich nutze gern dazu unsere Verabredungskarten, um eine Durchmischung zu erhalten) [rot]

Das Ergebnis sammle ich dann ein und lege es gut weg, bis die Einheit sich dem Ende nähert. Nach wiederholter „Sicherung“ der wichtigsten Unterthemen und Begriffe bekommt jedes Kind sein Blatt zurück und nimmt eine weitere neue Farbe [blau], um alles zu notieren, was man gelernt hat. Dabei dürfen alte Stichworte auch gern ergänzt werden.

Ich zeige euch unkommentiert einfach mal ein paar Beispiele meiner Endzweitklässler mit einer recht großen Bandbreite an Wissen, Schreibkompetenz und Strukturierungsgrad…
(Sorry für den Blaustich auf den Bildern. Irgendwas hakt an der Kamera und ich suche noch den Fehler!)

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Beste Grüße,
Katha

?!?

2018-05-01 14.56.57.jpg[Foto vom Flyer der Initiative s.u.]

Ich weiß gar nicht so genau, ob ich das lustig oder erschreckend finden soll, was mir da vor Kurzem in die Hände fiel: ein Flyer der Initiative „Familien-Schutz“, in dem es darum geht, die „Gender-Sexualkunde an Schulen [zu] stoppen [und] Elternrecht [zu] schützen“.
Mehrere Beispiele aus angeblichem Unterricht oder Dienstanweisungen werden aufgezählt, die nahe legen, dass wir in der Schule die Kinder dazu bringen wollen, die klassiche Vater-Mutter-Kind(er)-Familie zu diskreditieren, den Kindern ihre Geschlechtswahl freizustellen und sie schon frühkindlich zu sexualisieren und so weiter und so fort. Ich habe mich mal ein bisschen durch die Homepage gelesen, die ich hier nicht verlinke, weil ich keine technischen Zusammanhänge zwischen diesem seltsamen Gedankengut und meinem persönlichen Gedankengut herstellen möchte, aber ihr könnt ja mal draufschauen.

Interessant ist auch der maßgeblich Verantwortliche der Initiative (VisdP): Sven von Storch. Bei dem Nachnamen klingelten bei mir ein paar Alarmglocken und Wikipedia bestätitgte schnell, dass er der Gatte der AfD-Dame Beatrix von Storch ist. Da bekommt das ganze Gender-Problem ja gleich noch eine weitere pikante Note für mich.

Wenn ich solche Flyer sehe, geht mein Kopfkino los: diejenigen, die vor allem Fremden Angst haben und deshalb möglichst alles Fremde oder alles außerhalb der Norm verbieten lassen möchten, stürzen sich doch auf solche „fake news“ und Pseudofakten, die hier in den Raum geworfen werden. Was wird uns Lehrern da wieder unterstellt werden? Dass wir Kinder homosexuell machen oder dafür verantwortlich sind, wenn Jugendliche sich für Sexualität interessieren? Dass wir es nicht verteufeln, dass heute eben nicht mehr jedes Kind mit Mutti und Vati und Geschwistern aufwächst??

Ich weiß nicht, wie groß der Einfluss ist, den die von Storchs und Konsorten so haben, aber die aktuelle Berichterstattung der freien Medien (alias Lügenpresse) zeigt mir, dass es wieder sehr in Mode ist, andere Menschen wegen irgendwelcher Eigenschaften auszugrenzen, niederzumachen oder sogar anzugreifen. Ich sehe momentan extreme Parallelen zu den 1930er Jahren, als auch „das Alles“ ganz klein anfing…

Unser Arbeitsfeld in dieser Hinsicht ist so aktuell wie lange nicht und wir müssen wirklich die Augen offen halten, welche Meinungen unsere Schüler so mitbringen und die Eltern verbreiten…

Beste Grüße mit Gänsehaut,
Katha

demokratische Sitzordnung

In dieser Woche kommt das nächste neue Kind in meine Monsterklasse – es geht munter weiter…

Nachdem ja schon der letzte Neuzugang eine Änderung der Sitzordnung mit sich brachte, muss ich nun definitiv total umdisponieren. Meine geliebten, weil so schön flexiblen Klippertschen Winkel passen bei 21 Kindern einfach nicht in den Raum, ohne Platznot künstlich zu provozieren.*

Pädagogisch wertvoll, wie ich ja manchmal handle, habe ich den Kindern heute meine Überlegungen mitgeteilt und wollte mir mal ihre Meinung dazu anhören. Also malte ich drei grobe Zeichnungen vom Pseudo-Kreis, einer Gruppenanordnung und sturen Reihen an die Tafel und horchte, was den Kindern zusagen würde. Innerlich wappnete ich mich schon dafür, ihnen die oft beliebten Gruppentische madig zu reden, weil ich die nicht mag (Gequatsche in vielen Fällen) und sie das Platzproblem nicht gelöst hätten.

Aber siehe da: eine eindeutige Mehrheit von über 50% konnte sich am ehesten für die guten alten Tischreihen begeistern!
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OK, dann werde ich Mittwoch mal ans Tische Rücken gehen und versuchen, drei Siebenerreihen in den Raum zu packen. Vielleicht stelle ich dabei auch nochmal ein paar Einzeltische an die Fensterseite wie früher – die waren für manche Kinder echt wertvoll…
Ich bin sehr gespannt, wie sich dieser (erste) grundlegende Wandel in der Sitzordnung auswirkt und ob unsere Arbeitsweise dadurch irgendwie beeinflusst wird.

Wer nochmal mehr lesen möchte, dem kann ich diesen Blogeintrag der Modernen Schule sehr empfehlen!

Beste Grüße,
Katha (die den ersten Teil des Elternsprechtags jetzt hinter sich hat und sich auf den Feiertag morgen freut…)

* JA, ich weiß, dass ich auf hohem Niveau jammere! Auch bei uns wurden früher schon Schränke auf den Flur geräumt, um 29 Erstklässler in einen Raum „betischt“ zu bekommen…

Evaluation der Englischlisten

Laut der Downloadstatistik haben einige Kolleginnen die hier veröffentlichten Listen zum Festhalten von Beobachtungen etc. für Englisch genutzt. Ich habe für mich selbst dieses Jahr zum ersten Mal auch in der 1 die Listen in meiner Mappe und war nicht ganz zufrieden, da 1. der Zeitraum ja nur halb so lang ist und man 2. ja doch andere Schwerpunkte hat. Somit habe ich die Listen mal ein wenig verändert und Varianten für die 1. Klasse, die 2. Klasse und die 3/4 anzubieten. Da ich Tests weiterhin in meinem Lehrerplaner notiere, habe ich dann doch auf eine Spalte fürs Tests verzichtet – aber die kann sich ja gerne einfügen, wer sie haben möchte. Irgendwas muss dann halt kleiner werden…

Hier ist die Datei: Beobachtungslisten Englisch

Beste Grüße,
Katha (die sich heute und morgen ganz weit fort bildet)