Die Dorfreporter-AG 🌳 – Fake News!

Wer lernen will, wie gute Reporter:innen arbeiten, sollte auch mal erleben, wie schlechte Reportagearbeit geht. Deshalb erfanden wir in einer Doppelstunde selbst Fake News, die wir natürlich als möglichst echte Neuigkeiten verkleideten.

Voraussetzungen / Technik:
Es braucht ein Tablet mit Fotofunktion und Internetzugang – mehr nicht! Genutzt werden:
– eigene Fotos bzw. bei Pixabay gefundene Bilder
– die Seite remove.bg, die den Hintergrund aus Bildern sehr zuverlässig entfernt
– Keynote
– die Seite Paul Newsman, die simple, aber erstmal sehr überzeugende Vorlagen für Zeitschriftenartikel anbietet
– Lust, mal so richtig was zu erfinden

Schritt 1: Foto fälschen
Nach einer kurzen Einführung der Kids in den Plan, das Blaue vom Himmel herunter zu lügen, ging es an die Suche von geeigneten Bildern. Meine vorbereitete Beispielstory handelte von einem Löwen, der auf dem Schulgelände gesichtet wurde. Zur Demonstration der Vorgehensweise entwickelte ich parallel diesen Artikel (rechts).

Die Kinder suchten nun also bei Pixabay zwei Bilder: eines, das später freigestellt und eingefügt wird und eines für den Hintergrund. Dass wir Pixabay nutzen statt der Google Bildersuche, traf auf wenig Begeisterung bei manchen Kindern, die schon sehr „Generation Screenshot“ sind und wenig Verständnis für Urheberrecht zeigten. Nun ja…
Beide Bilder wurden zuerst einfach heruntergeladen. Dann öffneten wir (schrittweise begleitet und von mir vorgemacht) den Browser und navigierten zu remove.bg, um den Hintergrund des einen Bildes zu entfernen. Das haben wir nicht direkt in Keynote gemacht, da ich damit zuletzt oft Schwierigkeiten hatte und man viel nachbesser musste.
Das freigestellte Bild wurde wieder gespeichert. Nun ging es dann zur App Keynote (wahlweise einem anderen Programm, in dem man Fotos einfügen kann) und die Kinder fügten beide Fotos ein: Hintergrund und freigestellten Vordergrund. Beide mussten nun von der Größe, Drehung und Anordnung angepasst werden, bis jede:r zufrieden war. Das entstandene Fake-Bild haben wir nun einfach über einen Screenshot gesichert (ist ja jetzt unsere Komposition).

Schritt 2: Artikel schreiben & veröffentlichen
Der letzte Schritt ist das Öffnen des Angebots von Paul Newsman, wo die Kinder zuerst auswählen mussten, welches Layout sie nutzen wollten (Tageszeitung, Frauenzeitschrift, Fußballblatt oder Yellow Press). Dann fügten sie ihr Bild ein und erfanden eine Story samt Überschrift dazu. Achtung: das kann dauern und sollte bestenfalls im Unterricht vorentlastet werden!
Paul Newsman generiert am Ende einen Link, den man teilen und somit Menschen „in den April schicken“ kann. Diese Links kopierten die Kinder und fügten sie in jeweils ein neues Kärtchen unserer Dorfreporter-Pinwand ein, damit sie zuhause von den Eltern bewundert werden konnten.
Da diese Links aber nur drei Tage lang atkiv bleiben, haben wir zur Sicherheit die Artikel noch als Screenshot (ja, schon wieder…) gesichert, zugeschnitten, gespeichert und als Bild in der TC ergänzt.

Viel Freude beim Nachmachen!

Katha

Tiere im Winter

Für eine erkrankte Kollegin sprang ich kurzfristig drei Wochen als Deutsch- und Sachunterrichtslehrerin einer zweiten Klasse ein. Deshalb gibt es heute mal wieder ein SU-Projekt hier im Blog, was ja ohne eigene Klasse lange nicht möglich war.
Oberthema war „Tiere im Winter“ mit dem Schwerpunkt auf den verschiedenen Überwinterungsstrategien. Um weitere digitale Erfahrung zu sammeln, plante ich das gemeinsame Herstellen eines Erklärvideos mit dem BookCreator (kurz BC) in Gruppenarbeit. Den groben Ablauf der UE teile ich gern mit euch:

Vorwissen
Die Kinder hatten bereits einen Besuch im Naturkundemuseum hinter sich und deshalb schon gute Vorstellung von der Überwinterung des Igels (und seiner Gewohnheiten). Im Gespräch lernte ich, dass die Winterruhe als grobe Vorstellung vorhanden war, einzelne Kinder schon von Zugvögeln gehört hatten und sie winteraktive Tiere kannten, jedoch ohne dies als Überwinterungsstrategie benennen zu können.

Einstieg
Um die Strategien Winterschlaf, Winterstarre, Winterruhe, Winterflucht und winteraktiv zu sichern, schauten wir gemeinsam ein Erklärvideo von Youtube*. Dort wurde jedoch immer nur ein Tier als Beispiel genannt, was die Kinder doof fanden.

Also bereitete ich kleine Fotos (Danke, Pixabay!) und Namenszettelchen vor und wir sortierten diese in einem Sitzkreis zu den fünf Strategien. Die so entstandenen Plakate waren auch eine Arbeitsgrundlage für die folgende Gruppenarbeit. Schön war hier zu sehen, wie einige Kinder aus ihren Erfahrungen oder möglichen Verwandtschaften von Tieren darauf schlossen, wie diese wohl über den Winter kommen.

Gruppenarbeit
Die Kinder waren noch nicht sehr erfahren in so einer umfangreichen GA, weshalb alles etwas länger dauerte als gedacht. Die erste Aufgabe war es, Fragen und Vorwissen auf Klebezettel zu notieren und auf dem Plakat zu sammeln. 6 Gruppen – 6 sehr unterschiedliche Ergebnisse: von zwei Klebezettelchen bis ca. 10 war alles dabei. Das Formulieren von Fragen gelang nur zwei Gruppen überhaupt.

Am Folgetag bekamen die Kinder Textmaterial, um sich in ihr Thema einzulesen. Damit alles gut beisammen bleibt, habe ich Mappen genommen, in denen alle losen Zettel gut aufgehoben sind (hab mal Vorrat im Aldi gekauft).
Darin waren jeweils drei bis vier Texte verschiedenen Schwierigkeitsgrades und unterschiedlicher Länge, die ich alle über die Suchfunktion bei grundschulblogs.de gefunden hatte. Die Aufgabe war es nun, mindestens einen Text, besser mehrere zu lesen.
Um die neuen Erkenntnisse zu sichern, hatte ich ein AB (das hellblaue) mit drei Leitfragen vorbereitet. Auch hier waren die Gruppen wieder sehr heterogen, was die Fähigkeit anging, das Gelesene in Antworten auf die Leitfragen zu verwandeln. Vier der sechs Gruppen schafften es immerhin.
Da ich aber nicht sicher sein konnte, dass nun alle Kinder wirklich schon in genügender Tiefe „ihre“ Überwinterungsstrategie verstanden hatten, gab ich für die Lesezeit danach ein Lese-AB** in die Klasse, auf dem viele Sätze über Tiere im Winter standen. Die Kinder konnten dort nach dem gemeinsamen Lesen und Besprechen ankreuzen, welche Sätze auf die Tiere ihrer Gruppe zutrafen. So bekam ich nochmal mit allen besprochen, was z.B. mit Herzschlag, Winterfell oder Winterspeck gemeint ist. Erfreulich war es dabei zu beobachten, dass doch nicht wenige Kinder deutlich über ihr Teilthema hinaus gedacht und auch die anderen Strategien gut durchschaut hatten.

Produktionsphase
Aufgrund der oben schon beschriebenen Verzögerungen habe ich mich dagegen entschieden, die Kinder selbst Bilder für ihre Gruppe suchen und in den BC einfügen zu lassen. Sie bekamen von mir eine BC-Datei mit Titelfolie, leerer Seite für Notizen und vier Seiten mit je einem Tier darauf (s. 1. Bild).
Sätze über den Winterschlaf etc. auf die erste, freie Seite zu schreiben, klappte technisch einwandfrei, inhaltlich merkte ich hier wieder, wie viel Unterstützung Zweitklässler noch benötigen. Mehr als eine Schulstunde brauchten wir dafür trotz aller meiner Hinweise auf die gelesenen Texte und das Lese-AB. Am Ende hatte jede Gruppe mehrere allgemein gültige Sätze formuliert (s. 2. Bild).

Im nächsten Schritt ging es dann an die Audioaufnahmen (s. 3. Bild). Auch hier galt, dass die Technik verstanden war (diese Klasse hatte mit mir ja schon Rechengeschichten aufgenommen). Länger dauerte es, bis die Gruppen sich auf die Zuordnung zu den Tieren und eine Reihenfolge der Sprecher:innen einigen konnte. Ich durfte ganz schön laufen in dieser Doppelstunde… Am Ende aber hatten alle Kinder mindestens einen Satz eingesprochen – yes!
Auch aus Zeitgründen sammelte ich die Tablets der Gruppen und airdroppte die Ergebnisse auf mein Gerät. Das ist sonst etwas, das ich sehr gern mit den Kindern mache (Medienkompetenz!). Nun muss ich nur noch die Titelfolien einsprechen und die Fehler aus den Texten kriegen, bevor ich alles zusammenfüge („Bücher kombinieren“) und als Video exportiere. Da werden die Kinder nächste Woche bestimmt stolz auf ihr Ergebnis sein!

Material
Begleitend zur Einheit habe ich eine TaskCards-Pinwand angelegt, auf die die Kinder per QR-Code Zugriff haben. Darauf stehen ihnen eingesetzte Medien (Film, Lied) zur Verfügung, aber auch verschiedene Learningapps-Übungen, an denen die Kinder u.a. in dieser Woche die verbindlichen 20 Minuten Lesezeit arbeiten konnten. Falls euch die Übungen interessieren, könnt ihr sie in dieser Kollektion finden und ggf. in euren Account kopieren und anpassen.
Auch die Vorlagen für den BookCreator habe ich dort abgelegt, damit wir den Weg über AirDrop vermeiden konnten. So sieht sie aus:

Begleitende Pinwände finde ich für viele Fächer, Projekte oder Einheiten einen echt guten Weg, um alles Digitale an einem Ort parat zu haben. Man kann dort auch gut Ideen sammeln oder Gelerntes dokumentieren. Es ist ein sehr schöner Weg, analoges und digitales Arbeiten miteinander zu verknüpfen.

Für heute sage ich „tschüss!“
Katha

* Ich habe einen tollen neuen Weg kennengelernt, YouTube-Videos werbefrei und mit wenig Cookies für die Kinder zur Verfügung zu stellen.

** die Datei gibt’s hier (1. editierbar, 2. pdf)

BookCreator-Vorlagen

Zuletzt habe ich, vor allem im Rahmen der „Digitalen Doppelstunde“, häufiger mit dem BookCreator gearbeitet und auch darüber gebloggt. Leider konnte ich euch bislang aber die Vorlagen nicht zur Verfügung stellen, da mein Kostenplan bei WordPress den Dateityp .epub nicht akzeptiert (und ich nicht bereit bin, nur dafür monatlich zu zahlen…).

Jetzt hatte ich aber einen Geistesblitz und habe eine TaskCards-Pinwand angelegt, auf der alle Vorlagen zum Download bereit stehen. Bislang sind es drei, aber das ändert sich ja noch…
Hier geht‘s zu den Downloads.

Screenshot

Unabhängig von meinen Ideen gibt es natürlich auch die vielen Angebote auf der Homepage von BookCreator, die ihr nutzen oder als Inspiration verwenden könnt.

Gruß
Katha

Die Dorfreporter-AG 🌳 – Erste Schritte

Die ersten AG-Doppelstunden sind inzwischen gelaufen und erste Produkte entstanden. Hier kommt eine Zusammenfassung des bisher Geschafften:

Kennenlernen:
Auf dem Schulgelände sollten die Kinder mit einem Tablet bis zu fünf Lieblingsorte fotografieren. Diese Fotos fügten sie dann in der App iMovie zu einem ersten einfachen Film zusammen, wobei wir die Funktionen Titel, Übergänge und das Einfügen einer Titelfolie erarbeiteten. Schnell wurde deutlich, dass die Vorkenntnisse im Umgang mit Apps zwar sehr heterogen waren (und Geduld nicht jedermanns Stärke), aber alle willig waren, auszuprobieren und sich gegenseitig Tricks und Kniffe zu zeigen. Ich hoffe, dass wir das nutzen können!

Die erste Reportage:
Der ans Schulgelände angrenzende Dorf-Grillplatz war unser erstes Ziel für eine Videoreportage. Die Kinder plapperten beim ersten Besuch munter drauflos und hatten größtenteils keine Scheu vor der Kamera zu sprechen. Allerdings spiegelte ich Ihnen, dass eine Reportage ohne Vorbereitung keine gute Reportage sei. Bevor wir also endgültige Aufnahmen machen konnten, lernten die Kinder den Dreischritt planen-aufnehmen-nachbearbeiten kennen (der sie wenig begeisterte). Aber mit einer Aufteilung in Unterthemen und einer schlichten Ideensammlung auf einem leeren Blatt wurden die Aufnahmen direkt deutlich besser und das erste „Werbe“-Video sah schon gar nicht mal schlecht aus.

Für solche Gelegenheiten hatte ich mir ein günstiges Set mit zwei Mikrofonen* besorgt, so dass das aufgenommene Kind bzw. Paar auch gut zu verstehen war. Aus den Filmen der einzelnen Teilthemen haben wir dann gemeinsam ein Video geschnitten und auf unserer TaskCards-Pinwand veröffentlicht. Leider klappte es nicht, dass jedes Kind selbst schneiden kann, da die Videos über AirDrop nicht geteilt werden konnten. Das weiß ich dann beim nächsten Mal besser…

Ideensammlung:
Die AG soll ja die Kinder ins Dorf bringen und das Dorf in die Schule. Demnach ist es mir wichtig, dass wir Orte ansteuern, die den Kindern etwas bedeuten. Neben dem Freibad und dem Sportplatz, die wir auf wärmere Zeiten schieben wollen, wurden dabei die Feuerwache und der Supermarkt genannt – letzterer als wichtigster Zielort. Also nahm ich Kontakt zur Geschäftsleitung auf und habe nun im Februar mit meiner Gruppe die Möglichkeit, mal hinter die Kulissen zu schauen. Da dieser Besuch in einer Fotoreportage dokumentiert werden soll, planen wir heute, wer wen was fragen wird und wovon wir unbedingt Fotos mitbringen möchten. Es bleibt also spannend.

Katha

* Zwei kleine Ansteckmikros und ein Empfänger, der an die Lightning-Buchse des Tablets gesteckt wird – so kann ich mit dem Gerät weiter weg von den Kindern stehend aufzeichnen und habe trotzdem vernünftigen Ton.

Digitale Doppelstunde: „Igelchens Tagebuch“

Diese Woche hat mich eine Kollegin eingeladen, die mir die Rahmendaten „2. Klasse, Thema Igel, gern was Kreatives“ mitgab. Herausgekommen ist ein kleines Schreibprojekt in einer gemeinsamen Pinwand, die ich hier kurz vorstellen möchte. Wie so oft bei meinen Projektchen gilt: nehmt die Idee gern mit, passt sie für eure Klasse an und bindet sie in euren Unterricht ein. Dies kann ich durch meine Kurzfristigkeit ja leider nicht leisten, sondern nur andenken.

Das Ziel:
Für die Zweitklässler geht es wie schon bei den Rechengeschichten weiterhin darum, in Verbindung mit fachlichem Lernzuwachs (Texte verfassen) die Kompetenzen im Bedienen und Anwenden (MKR) zu erweitern. Auch das Präsentieren und Produzieren wird gefördert und vor allem lernen die Kinder wieder, dass man an einem Tablet nicht nur Aufgaben lösen kann.

Die Vorbereitung:
Inhaltlich hat die Klasse sich im Rahmen von Museumsbesuchen mit dem Igel beschäftigt, so dass wir hier ein gewisses Vorwissen der Kinder für einen eher kreativen Schreibanlass haben.
Auf der technischen Seite habe ich eine TaskCards-Pinwand im Format Zeitleiste angelegt und Igelbilder eingefügt. Diese habe ich bei Pixabay gefunden und heruntergeladen. Grob sortiert sind die Bilder nach allgemein – Futter – Jungtiere – Abwehr – Winterruhe. Die Freigabe habe ich mit Schreibzugriff eingerichtet und den QR-Code gespeichert. Ich projiziere diese QR-Codes gern in der Klasse, habe aber meist auch einen Ausdruck parat, falls zwischendurch nochmal jemand neu auf die Pinwand muss.

Die Durchführung:
Zur Aktivierung der Kinder umriss ich zu Beginn kurz das Vorhaben für die heutigen zwei Stunden: Wir wollen ein Igel-Tagebuch verfassen.
Dann ging es erstmal sprachlich los: an der Tafel sammelten wir Wörter, die zum Igel passen und die wir für unsere Texte gut brauchen könnten. Ich lege bei solchen Sammlungen Wert darauf, neben Nomen immer auch Verben und Adjektive zu notieren, da gerade hier oft eine gewisse Spracharmut zu erkennen ist.

Nach dieser Phase bis zum Ende der ersten Stunde sollten die Kinder wahlweise in EA oder PA zuerst ein Bild auswählen, zu dem sie schreiben wollen und dann in einer kurzen Murmelphase Ideen sammeln. Die Wörtersammlung an der Tafel durfte dabei ausdrücklich genutzt werden. Um zu klären, dass es aber nicht reicht, die Stichwörter von der Tafel abzuschreiben, formulierten wir gemeinsam mündlich einige Beispielsätze.

Nach der Pause ging es dann an die Tablets: Jedes Kind bzw. jede PA scannte den Code zur Pinwand und durfte sich einen Arbeitsplatz im Klassenraum oder einem der Nebenräume suchen. das Schwierigste war zu Beginn das Antippen des korrekten Kärtchens auf der Pinwand, um schreiben zu können. Einige von mir eingetragene Namen der Kinder wurden halbwegs gelöscht, bis dann bald alle an der jeweils richtigen Stelle anfangen konnten zu tippen. Überall konnte zumindest ein Satz zügig verfasst werden. Einige Teams vermeldeten nach diesem jedoch schon „Fertig!“, ließen sich aber erfreulicherweise sehr leicht dazu motivieren, noch etwas mehr zu schreiben. Hier war ein klarer Vorteil des thematischen Rahmens und der Fotos zu erkennen: im Gespräch konnte ich mit den Kindern leicht herausfinden, was sie noch schreiben könnten und alle machten sich mit guten Ideen erneut an die Arbeit.
Es ist kaum zu glauben, wie schnell 25 Minuten Arbeitszeit in solch einem Setting verfliegen. Da aber noch eine kurze Würdigung erfolgen sollte und die Tablets noch zurück sortiert werden mussten, beendete ich die Schreibphase. Alle Browser wurden geschlossen und die Geräte zugeklappt. Dann las ich alle Texte vor (Pinwand via Beamer sichtbar) – da sich doch vielerorts noch Schreib- oder Ausdrucksfehler eingeschlichen hatten, war es so einfacher.

Differenzierung:
a) quantitativ – hier nicht wirklich gegeben.
b) natürlich – absolut, da die Kinder ihren Text auf ihrem eigenen sprachlichen Niveau verfassen (Wortschatz, Satzbau, Komplexität).
c) Die Partnerarbeit, so gewählt, wirkte sehr entlastend, da die Kinder sich gut gegenseitig unterstützen konnten oder auch Rollen aufteilten (ich sage, du schreibst).

Fazit:
Das war wieder ein kurzes, kompaktes kleines Projekt, das sich hervorragend verlängern und vertiefen ließe. Die Überarbeitung der Texte habe ich am Ende vorgenommen, so dass das Ergebnis jetzt gut lesbar ist. Vielleicht können wir nächste Woche noch einmal auf die Pinwand schauen und sie ergänzen.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Nachmachen, Remixen und Teilen!
Katha

Mein Motto für 2024: „Ankommen!“ (Blogparaden-Beitrag)

Mehrere spannende Menschen aus dem #bluelz (Vernetzung bei Bluesky) bzw. #twlz (Vernetzung bei X, ehem. Twitter) haben eine Blogparde für 2024 ins Leben gerufen, deren erstes Thema „Mein Motto für 2024“ ist. Hier könnt ihr den Startschuss und die weiteren Blogs verfolgen: https://herrmess.de/2024/01/07/edublogparade-2024-1-runde/

Mein erster Gedanke war, dass ich auf jeden Fall dabei sein möchte. Mein zweiter Gedanke war, was für ein Motto ich den wohl haben könnte, da ich eigentlich selten mit einem Motto arbeite. Irgendwie hatte ich dann aber direkt den Begriff „Ankommen!“ im Kopf, der jetzt also als Motto herhalten darf. Ich versuche mal, dem Begriff und seinen Bedeutungen im beruflichen Kontext nachzuspüren.

1. In der Schule
Hier passt Ankommen dieses Jahr so gar nicht wirklich hinein, da ich ab dem Halbjahresbeginn wieder einmal ohne schulische Stunden arbeiten werde. Räumlich komme ich dort also gar nicht an, aber bezogen auf die Schule sind mir verschiedene Dinge in den letzten Wochen klar geworden, die ich gern 2024 in die Hand nehmen möchte. Grundsätzlich geht es für mich weiterhin um meine Rolle als Lehrkraft, Medienbeauftragte und Kollegin: Wie will ich diese wahrnehmen, wo will ich diese stärken und mit wem möchte ich wirklich arbeiten? Durch meine aktuelle Funktion habe ich da ja den Luxus, dass ich viele Wahlmöglichkeiten habe und selbst an einigen Stellen steuern kann, wie ich mich in der Schule einbringe.

2. Im Seminar (ZfsL)
Hier gilt An(ge)kommen vor allem im Bezug aufs Kernseminar. Der Jahrgang, in dem ich vor gut einem Jahr kurzfristig ein Kernseminar übernommen habe, geht gerade in die Prüfungen und verlässt und dann Ende April. Ihr alle kennt das: beim zweiten Mal von irgendwas ist es schon leichter – und somit freue ich mich, mit viel mehr Erfahrung, Feedback von LAA und Kolleginnen und einigen neuen Ideen im Kopf, auf meinen zweiten Durchgang im Kernseminar.
Angekommen scheint auch unser Podcastprojekt langsam zu sein. Die ersten Folgen sind aufgenommen und wir hoffen noch auf interessierte und mutige LAA, die mit ihren Themen zu uns kommen mögen.
Überhaupt ist die Zusammenarbeit mit der Kollegin, die mit mir auch den Podcast aus der Taufe gehoben hat, ein weiterer Grund, im Jahre 2024 anzukommen – im vertiefenden, intensivierenden Sinne. Gemeinsam werden wir ein neues Arbeitsfeld für uns eröffnen, wenn wir beide eine Gruppe Studenten im Bildungswissenschaften-Kurs im Praxissemester übernehmen.
Nicht zuletzt heißt es für mein gesamtes Kollegium im ZfsL noch „Ankommen!“, da sich durch neue Verordnungen plötzlich viele angehende Lehrkräfte bei uns im Hause wiederfinden, die über einen der Seiteneinstiegswege in den Schuldienst kommen wollen. Gepaart mit einer neuen OVP, einem recht neuen Kerncurriulum und unseren laufenden konzeptuellen Prozessen ist gerade vieles im Umbruch – und ich natürlich mittendrin. Schön, dass ich so ein aktives, konstruktives Kollegium und auf zwei Ebenen tolle Leitungen habe (sagt man ja auch viel zu selten), bei denen ich mich absolut angekommen und wertgeschätzt fühle!

Ankommen – sowohl rückblickend und klarer sehend als auch vorwärts schauend und hoffnungsvoll. So möchte ich ins Jahr 2024 gehen und freue mich darüber, dass mit der wachsenden beruflichen Erfahrung und dem sich weitenden Horizont durch Vernetzung mit wunderbaren Menschen* wirklich etwas mehr Klarheit und Verständnis eintritt.

Euch wünsche ich, dass ihr an ähnlich positive Punkte kommt und nicht nur Belastung oder gar Ausweglosigkeit dominieren.

Katha

* was nichts mit „Älterwerden“ zu tun hat!!!

SeminarBlog: Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) ist momentan in aller Munde. Vom potentiellen Heilsbringer der Bildung zum Todesstoß derselben ist in den Medien eine große Vielfalt in der Berichterstattung zu finden. Vor allem für die weiterführenden Schulen stellt sich durch textgenerierende KI wie ChatGPT sicher die Frage, ob traditionelle Aufgabenformate zur Textproduktion noch zeitgemäß sind, wenn die KI zum Beispiel jetzt schon Abiturprüfungen bestehen würde. Für die Grundschule spielt KI eher eine kleine Rolle, sofern man dem medialen Hype Glauben schenkt.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Seminarausbilderin habe ich bislang den Eindruck bekommen, dass KI für die LAA irgendwo zwischen „coolem Tool“ und „Schreckgespenst“ liegt. Vor allem herrscht meines Erachtens bei ihnen viel Unsicherheit, ob und wie KI im Unterricht und der Vorbereitung eingesetzt werden darf. Wir haben als ZfsL vor einigen Wochen bereits eine Handreichung mit Grundsätzen zur Nutzung von KI herausgegeben. Nun ging es mir darum, das Thema KI noch einmal ganz praktisch aufzugreifen und habe einen Kurs in unserem LogineoLMS (Moodle) erstellt, in dem die LAA am Kooperationstag einen ganzen Vormittag lang gearbeitet haben.

Eine grundsätzliche Idee hinter meinen Materialien ist der „Pingpong-Gedanke“ von Jöran Muuß-Merholz. Er beschreibt, dass die KI mich als Lehrkraft nicht ersetzen kann und soll, sondern dass sie mir ein guter Partner beim Entwickeln von Texten und Materialien sein kann, indem meine Prompts und ihre Reaktionen gemeinsam zu einem guten Ziel führen.

Zum Einsatz kamen bei uns die anmeldepflichten, aber kostenlosen Tools Ideogram für Bilder und ChatGPT für Texte. Für die LAA; die sich lieber (noch) nicht bei einem dieser Dienste anmelden mochten, habe ich einen Klassenraum bei den Tools von fobizz angelegt, was momentan im Rahmen des Adventskalenders kostenfrei möglich, sonst aber kostenpflichtig ist.
Die erste halbe Stunde war geprägt von einer technischen Einführung am Beispiel eines Bildes und eines Textes, damit die grundsätzliche Funktionsweise und Idee des Promptens klar wurden für diejenigen, die noch keine KI-Erfahrung hatten (das waren die meisten). Danach arbeiteten alle an den Angeboten meines Lernpfades, die typische Situationen vorgaben, in denen man als Grundschullehrkraft KI nutzen kann: 1) ein Bild generieren, 2) einen Text für die Schüler:innen generieren und 3) eine Stundenplanung entwerfen lassen.

Wer selbst LogineoLMS oder ein anderes Moodle-System nutzt, darf sich hier gern meine Kurssicherung herunterladen, anpassen und nutzen. [Achtung dabei: die Aufgaben in der Lernlandkarte müssen auf jeden Fall neu verlinkt werden, da die Links darin in mein System führen.]

Die Links, die die LAA bekommen haben, sollen euch nicht vorenthalten werden (Bildungsauftrag und so):
💡 Eine Anleitung zum Prompten (was ja irgendwie eine Wissenschaft für sich bzw. ein eigener neuer Beruf zu sein scheint) hat Jan Hartwig verfasst und im #twlz, nein im #bluelz (dem Lehrerer:innenzimmer bei Bluesky) geteilt.
💡 Simone Dietsche hat eine Sammlung von verschiedensten KI-Tools zur Verfügung gestellt.
💡 Erste Gehversuche mit einer KI in der Grundschule im Rahmen einer Einheit zu Personenbeschreibungen hat Maria Kruse beschrieben – danke, Maria!
💡 Verschiedene Ideen zum Einsatz von KI-Tools in der Grundschule (Beispiel: „Der malende Roboter“) bietet auch fobizz an, dessen anmeldefreie Tools ich ja oben schon verlinkt habe. Lasst euch einfach mal inspirieren und nutzt die fertigen Entwürfe!
💡 Stefan Malter hat Ideen gesammelt, wie KI Lehrkräften bei der Unterrichtsvorbereitung helfen kann.
💡 Wie es eigentlich mit den Rechten an KI-Bildern und -Texten steht, könnt ihr hier bei irights.info nachlesen.

Gruß,
Katha

Digitale Doppelstunde: „Buch-Werbung“

Mit einer Kollegin aus Klasse 4 geht es in die nächste Digitale Doppelstunde. Da die Kinder diese Woche ihre Lektürearbeit am selbst gewählten Buch abschließen, habe ich mir überlegt, dass wir eine kurze digitale Buchvorstellung im Werbestil herstellen und eine Sammlung davon der ganzen Klasse zugänglich machen.

Mein Beispielvideo zu „Michel aus Lönneberga“

Das Ziel:
Als Erweiterung des bisher rein analogen und recht textlastigen Arbeitsprozesses der „Leserolle“ nutzen wir ein auditives Medium in Form der Sprachaufnahme. Die Nutzung der App Chatterpix Kids kombiniert hierbei ein Bild des Buchtitels mit der Sprachaufnahme so, dass das Buch „selbst spricht“.
Neben der Förderung fachlicher Kompetenzen wie „zusammenfassen“ oder „angemessen sprechen“ werden in diesem Vorhaben Medienkompetenzen aus den Bereichen Bedienen und Anwenden sowie Produzieren und Präsentieren erweitert.
Nach hinten raus ergibt sich hoffentlich eine erhöhte Lesemotivation durch die Buchvorstellungen bzw. -empfehlungen der anderen Kinder.

Die Vorbereitung:
Die App Chatterpix Kids (ehem. ChatterKid) muss auf den Schülergeräten installiert sein. Achtung: Bei erstmaliger Nutzung muss man den Kamera- und Mikrofonzugriff genehmigen; ggf. muss das über die Einstellungen des Geräts nachgeholt werden.
Auf fachlicher Ebene sollte das Buch, das vorgestellt werden soll, gelesen und verstanden sein. Es schadet nicht, wenn die Kinder im Rahmen eines Lesetagebuchs oder (wie bei uns) einer Leserolle auch schon einen Steckbrief oder eine Zusammenfassung geschrieben haben.
Es ist hilfreich, wenn die Kinder Kopfhörer haben, damit es insgesamt geräuschärmer während des Vorhabens ist.

Die Durchführung:
Mit dem Ziel, dass wir „eure Bücher heute sprechen lassen“, startete ich die Doppelstunde. Dazu zeigte ich mein Beispiel mit dem Michel-Buch (s.o.), was die Kinder sehr erheiterte und motivierte. Die Nutzung der App Chatterpix Kids habe ich an einem Beispiel demonstriert und dabei erstaunlich aufmerksame Zuhörer:innen genossen. Wenige Rückfragen kamen auf, so dass die Kinder bald in die Arbeitsphase starten konnten. Partnerarbeit war aus zwei Gründen das Mittel der Wahl: einerseits kamen wir so mit einerm Tabletkoffer aus und mussten keinen weiteren organisieren und andererseits konnten die Kinder sich so technisch und sprachlich/inhaltlich unterstützen.

Die Zweierteams verteilten sich also in umliegende Räume und Flure und begannen recht zügig mit dem Aufnehmen der Bilder und der Stimme. Viele nutzten die von mir gegebene Entlastung, dass der erste Versuch nicht optimal sein muss und nutzten mehrere Anläufe bis zur Zufriedenheit. Jedes Ergebnis wird am Ende des Vorgangs als Video auf dem Tablet gespeichert. Hinweis: ich hatte betont, dass Augen als Deko ok sind und auch ein passender Rahmen, dass aber keine Filter oder sonstige Sticker verwendet werden. Ich hätte da (nach den Erlebnissen mit meinen Kindern und dieser App) sonst Befürchtungen…

Der letzte Schritt war dann noch das Hochladen auf der vorbereiteten TaskCards-Pinwand, für die ich dieses Mal das Format Tafel genutzt hatte. Der QR-Code dorthin war über den Beamer zu sehen. Den zuerst fertigen Kindern habe ich dann das Hinzufügen einer Karte und Hochladen des Videos gezeigt – alle später dazukommenden Kinder ließen es sich dann von diesen zeigen. [Win-Win…] Nun konnte jede:r sich die Ergebnisse anhören und würdigen. Vielleicht ist dieses Ergebnis eine Anregung dazu, auch mal eines der anderen Bücher zu lesen.

Differenzierung:
a) quantitativ – hier nicht wirklich gegeben.
b) natürlich – absolut, da die Kinder ihre Aufnahme eben auf ihrem eigenen sprachlichen Niveau machten (Wortschatz, Satzbau, Komplexität).
c) Die Partnerarbeit wirkte sehr entlastend, da aufkommende Schwierigkeiten immer gemeinsame Schwierigkeiten waren und im ersten Schritt schonmal zwei Personen eine Lösung suchen konnten.
d) Schnelle Schüler:innen halfen in solchen Teams, wo es länger dauerte und unterstützten später beim Hochladen der Ergebnisse.

Fazit:
Sowohl meine Kollegin als auch die Klasse empfanden die Doppelstunde als sehr motivierend einerseits und dennoch fachlich als herausfordernd. Genau so sollte es meiner Meinung nach immer sein: das Digitale ergänzt das Bewährte und Analoge da, wo es sinnvoll und zielführend ist.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Nachmachen, Remixen und Teilen!
Katha

Digitale Doppelstunde: Rechengeschichten

Freitags darf ich immer mit Kolleg*innen in ihren Unterricht gehen und gemeinsam digitale Herangehensweise an aktuelle oder passende Inhalte ausprobieren – so passiert quasi nebenher ein wenig kollegiumsinterne Fortbildung. Heute stand Mathe Anfang Klasse 2 auf dem Plan und wir haben eine Doppelstunde lang Rechengeschichten erfunden, dargestellt und vertont.

Das Ziel:Im Rahmen der Wiederholung der Addition und Subtraktion im Zahlenraum bis 20 ging es inhaltlich um deren Festigung, auf der prozessbezogenen Ebene um das Darstellen und auf der Ebene der Medienkompetenz um die Bereiche Bedienen und Anwenden sowie Produzieren und Präsentieren.

Die Vorbereitung:
Da die Kinder noch keinen Kontakt mit der App BookCreator hatten, habe ich eine vierseitige Vorlage gestaltet. Dazu habe ich ein Comic im Querformat angelegt und die Seiten dann mit Rahmen gefüllt, die drei Bilder ermöglichen. Das Coole daran ist, dass die Rahmen dann Platzhalter sind und das direkte Aufnehmen von Fotos ermöglichen:

Die Vorlage habe ich wie schon bei meinen letzten Projekten vorab auf die Tablets der Kinder übertragen, da Airdrop für Ungeübte leider neuerdings etwas komplizierter geworden ist, was epub-Dateien angeht.

Da viel Material nötig ist, haben wir die Kinder gebeten, kleine Spielzeuge wie Autos, Schleichtiere, Legomännchen etc. mitzubringen. Als Backup hatte ich auch noch ein bisschen was aus unseren Schränken zusammen gesucht. Man benötigt eher kleine Gegenstände, damit sie gut auf die Fotos passen, umd tendenziell viele davon. Außerdem sollten sie nicht wegrollen 🙈.

Die Durchführung:
Wir trafen uns im Kinokreis und ich entwickelte mit den Kindern eine beispielhafte Additions- und eine Subtraktionsgeschichte mit den passenden Rechenaufgaben dazu. Dann zeigte ich, wie man diese Geschichte im BC festhalten kann – also BC öffnen, Rechengeschichte in 3 Szenen legen/darstellen, davon Fotos machen, zuletzt Audio aufnehmen.
In der sich anschließenden Arbeitsphase in PA waren die Kinder technisch erfreulich handlungssicher. Sie benötigten teils Impulse, wie man das Hinzukommen oder Weggehen von Dingen darstellen kann und ab und an etwas Hilfe beim Fotografieren oder Löschen einer missglückten Aufnahmen.

Alle 11 PA-Teams konnten am Ende nach dem Aufräumen ihre liebste Rechengeschichte vorstellen. Somit haben sie AirPlay auch noch kennengelernt 🙂 Das Öffnen des Kontrollzentrums und Auswählen des Teilen-Dialogs haben wir gemeinsam durchgeführt, dann durfte immer ein Team das passende AppleTV anwählen und seine Seite vorstellen. Was waren die Zweitklässler stolz darauf, ihre Ergebnisse in groß an der Wand zu sehen und ihre Stimmen „von ganz oben“ zu hören!
Zuletzt haben wir noch geübt, wie die Tablets wieder an den richtigen Platz im Koffer kommen.

Differenzierung:
a) quantitativ – eine Geschichte oder vier – jedes Team konnte beliebig viele Geschichten erfinden
b) natürlich – die Darstellungskompetenz, der gewählte Zahlenraum (bis 6, bis 20…) und die sprachliche Ausführung variierten im Sinne einer guten Mathematikaufgabe sehr
c) die PA ermöglichte es den Kindern, die Anteile, die sie sich nicht selbst zutrauten, mit Hilfe zu schaffen oder an das andere Kind abzugeben (Audios wollten nicht alle Kinder aufnehmen, das Fotografieren fiel Wenigen schwer)

Fazit:
Zu Beginn der zwei Stunden hatte ich angekündigt, dass wir heute Mathe üben, Geschichten erzählen, mit dem Tablet arbeiten und Spaß haben würden. Am Ende waren sich alle einig, dass ich nicht zu viel versprochen hatte und wir das alles tatsächlich geschafft hätten. Ein Kind meinte erst, Mathe hätten wir doch gar nicht geübt, aber schon währenddessen fiel ihm auf, dass das ja doch Mathe gewesen sei. Süß war das.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Nachmachen, Remixen und Teilen!
Katha

SeminarBlog: Sprachsensibler Unterricht

Aktuell steht im Fachseminar das Thema „Sprachsensibler (Mathematik)Unterricht“ auf dem Plan. Ich versuche hier mal ein Fazit der Schwerpunkte zu teilen.

Theorien:
Meine Kolleginnen und ich stellen nach der Unterscheidung von Alltags-, Bildungs- und Fachsprache das WEGE-Konzept und die Idee des Scaffolding in den Mittelpunkt.

Josef Leisen widmet sich auf der Seite sprachsensiblerfachunterricht.de intensiv dem Thema und beschreibt hier, wie sich Alltagssprache und Bildungssprache unterscheiden und welche Abstufung die Fachsprache hierbei noch zeigt. Wo die Kinder sich in ihren alltäglichen Unterhaltungen auch ohne korrekten Wortschatz oder Grammatik verstehen, bedeutet die Teilnahme am Unterricht einen höheren sprachlichen Anspruch – es werden bestimmte Begriffe zum Verständnis benötigt wie z. B. markieren, Strategien etc. Außerdem orientiert sich Bildungssprache deutlich mehr an der Schriftsprache als an der Mündlichkeit. Fachsprache wiederum erfordert eine noch genauere Kenntnis von Fachbegriffen wie addieren oder Verb.

Das WEGE-Konzept wurde von Lilo Verboom begründet und wird hier bei Pikas gut beschrieben. WEGE steht für Wortspeicher – Einschleifübungen – Ganzheitliche Übungen – Eigenproduktionen und betont, dass ein verbindlicher gemeinsamer Wortschatz für ein Unterrichtsvorhaben festgelegt wird, der visualisiert und immer wieder geübt und genutzt wird. Wichtig ist uns hierbei, dass die LAA erleben und begreifen, warum ein Wortspeicher für viele Unterrichtsvorhaben wirklich wichtig ist und dass er keine „Modeerscheinung“ ist oder etwas, das „man eben für einen UB haben muss“!
Am Beispiel von Wahrscheinlichkeiten an einem Glücksrad haben wir gemeinsam festgestellt, dass sich die Suche nach Schlüsselvokabular lohnt und man dabei nicht nur Nomen haben sollte. Das Visualisieren von Verben und Adjektiven ist zwar etwas aufwändiger, erweitert aber den bildungs- und fachsprachlichen Wortschatz der Schüler:innen ungemein.

Vor allem aus dem Sprachunterricht ist vielen von euch sicher auch das Scaffolding bekannt. Hier geht es darum, dass man „die kommunikative Handlungsfähigkeit von Lernenden mithilfe von zeitlich begrenzten sprachlichen Hilfen erweitern soll.“ (Quelle: Mercator Institut) Solche Gerüste können Satzanfänge und andere chunks sein, also Satzfragmente, mit denen man eigenständig Sätze bilden kann. Diese Hilfen werden wie ein Gerüst aufgebaut (= angeboten) und nach und nach auch wieder abgebaut (= weggelassen, wenn die SuS sie nicht mehr benötigen).

Praxis:
Diese Theorien sind eine wichtige Grundlage für den Hinterkopf und finden in einem sehr praktischen Werkzeug ihren Niederschlag: ein sog. Sprachplanungsrahmen hilft mir als Lehrkraft, bei der Planung eines Unterrichtsvorhabens die Sprache besonders in den Blick zu nehmen. Er hilft, sich zu vergegenwärtigen, welche bildungs- und fachsprachlichen Begriffe eine zentrale Rolle spielen und somit besonders im Blick behalten werden müssen. Nach der Sammlung von Wortschatz (Wortebene) und Sprachstrukturen (Satzebene) kann man dann an den Abgleich mit den Lernvoraussetzungen der Schüler:innen gehen gehen und die methodische und didaktische Planung anpassen.
Wer mag, kann unseren Planungsrahmen gern verwenden, der sich an der Vorlage von Thomas Quehl und Ulrike Trapp orientiert:

Vielleicht nimmst du ja heute die Anregung mit, dem Thema Sprache im Unterricht wieder mal ein Augenmerk zu widmen – dann hätte ich ja schon etwas erreicht… 🙂

Katha