„Du störst!“

Generiert mit ChatGPT

Wenn du diesen Satz noch nie zu einem Kind gesagt hast, brauchst du hier eigentlich nicht weiter zu lesen. Wenn dir dieser Satz aber doch schonmal rausgerutscht ist und dir das nicht gefällt, dann bleib gern hier. In letzter Zeit habe ich mich mit verschiedenen Themen beschäftigt bzw. bin über ganz unterschiedliche Veröffentlichungen gestolpert, die irgendwie immer wieder bei Haltung und Sprache ankommen. Heute möchte ich deshalb hier ein paar Fäden aufnehmen und verknüpfen, die letztendlich zu der Frage führen, wie ich als Lehrkraft meine Sprache reflektiert einsetzen kann. Überall habe ich Links eingebaut, die euch zu jedem Thema weiterführende Lesemöglichkeiten anbieten.

Faden 1: „Growth Mindset“
Der von der Psychologin Carol Dweck geprägte Begriff Growth Mindset beschreibt eine Haltung, die die eigene Entwicklung fokussiert und den Menschen als immer im Wachstum befindlich versteht. Im deutschsprachigen Raum und auf Schule bezogen hat Carolin von St. Ange (Instagram: @learnlearningwithcaroline) viel zur Förderung eines Growth Mindsets veröffentlicht. Die Aussage „Ich kann es NOCH nicht“ ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Sie zeigt außerdem, dass Sprache einen Unterschied macht, der manchmal ganz klein ist. Im Netz findet man in der Denkrichtung des Growth Mindset häufig sog. Affirmationen, also Mottosätze oder Mantren, die Lernende sich vorsagen oder auch gesagt bekommen sollen. Hier muss man jedoch meines Erachtens gut aufpassen, dass diese Affirmationen keine hohlen Phrasen bleiben, sondern sich auch in der sonstigen pädagogischen Arbeit wiederfinden.

Faden 2: „Neue Autorität“
Schon lange beschäftige ich mich immer wieder mit dem Konzept der Neuen Autorität nach Haim Omer, Psychologe und Autor*. Diese veränderte Sichtweise auf Autorität hat mich als Junglehrerin sehr bewegt und der Blick darauf, wie ich meine Autorität, die ich „qua Amt“ habe, ohne Machtausübung einsetze. Hier war da Buch „Stopp – die Regel gilt“ von Rudi Rhode und Mona Sabine Meis ein echter Gamechanger für mich. (Das empfehle ich auch meinen LAA immer wieder gern.)
Mitgenommen habe ich vor allem, SuS gegenüber meinen Standpunkt fest zu vertreten und dabei dennoch weder in die Rechtfertigungsfalle zu tappen noch mein Gegenüber klein zu machen. Ein gern genutztes Beispiel für diese Herangehensweise ist die Methode „Kaputte Schallplatte“: Statt verschiedene Gründe aufzuzählen, warum ein Kind etwas tun (oder lassen) soll, beharre ich freundlich aber bestimmt darauf, dass es das tut (oder lässt). Kein Raum für Diskussionen.
Mein Lieblingsansatz im Sinne der neuen Autorität ist es, einem störenden Kind zu signalisieren „Ich bin da, auch wenn du schwierig bist“ bzw. „du bist in Ordnung, aber dein Verhalten geht so nicht“.
Auch aus der NA leitet sich die Strategie des Vertagens ab. Sie besagt, dass Konflikte nicht in der Situation geklärt werden sondern zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Zugänglichkeit erhöht ist. Raphael Kirsch erklärt das in dieser Podcastfolge sehr gut. Merksatz hierfür ist „Schmiede das Eisen, solange es kalt ist.“

Faden 3: „Meine Haltung, meine Werte“
Der Beginn des Vorbereitungsdienstes ist in unserem ZfsL im Kernseminar die Zeit, in der wir grundlegend am Themenkomplex Haltung, Werte, Autorität arbeiten. Zuletzt habe ich noch die Themen Mindset (s.o.) und Resilienz eingeflochten. Ein Bewusstsein darüber, welche Werte mir beruflich wichtig sind, führt zu reflektierterem Handeln und Sprechen. Werte wie Freundlichkeit, Offenheit oder Demokratie führen, wenn man sie bewusst lebt, automatisch zu einer darauf ausgerichteten Kommunikation mit Kindern und Kolleg:innen. Apropos Werte: Authentizität wird von vielen Lehrenden als wichtiger Wert genannt. Das führt uns zu…

Faden 4: „Ich-Botschaften“ (inkl. GfK)
Wir alle haben in der Schule oder im Studium verschiedene Kommunikationsmodelle von den Schulz von Thunschen Vier Ohren bis zu Watzlawicks „Man kann nicht nicht kommunizieren“ kennengelernt. Immer wieder landet man bei diesen Modellen bei Ich-Botschaften zum Vermeiden kommunikativer Störungen. Wer klare Wünsche und Bedürfnisse kommuniziert, wird eher anerkannt und erreicht sein Ziel häufiger.
Ein besonders geregeltes (humanistisches) Kommunikationsmodell ist in diesem Rahmen die sog. Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg, Schüler von Carl Rogers. GfK kann „sowohl bei der Alltags-Kommunikation als auch bei friedlichen Konfliktlösungen im persönlichen, beruflichen oder politischen Bereich hilfreich sein“ (Quelle: siehe Link). In der Grundschule taucht sie verbildlicht als Wolfs- und Giraffensprache immer wieder auf.

Faden 5: Reframing
Eine Technik, die ich schon lange kenne, aber deren Namen ich erst während meiner Coachingausbildung gelernt habe, ist das Reframing, wörtlich: einen neuen Rahmen herstellen, etwas neu rahmen. Hier geht es darum, nicht nur die erste Wahrnehmung einer Situation oder einer Person zu nutzen, sondern verschiedene Perspektiven darauf einzunehmen. Ich hinterfrage aktiv oder angeleitet, welche Hintergründe es wohl zu einem bestimmten Verhalten gibt und kann dadurch oft besser verstehen, warum eine Person so handelt wie sie es tut. Der Leitspruch „Bevor ein Kind Probleme macht, hat es welche“ begleitet mich bereits sehr lange, da ich irgendwie recht feine Antennen für mögliche Ursachen und Hintergründe habe. Viele Studierende und LAA, die ich einen „Lieblingsstörer“ reframen** lasse, berichten danach von einem deutlich verbesserten Verhältnis zu diesem Kind und eben einer veränderten Sicht auf Störungen. In meiner Sprache spiegelt sich Reframing vor allem dadurch wider, dass ich als Lehrkraft weniger feststelle und mehr hinterfrage, was los ist – auch, wenn ich mir eigentlich sicher bin, die Situation durchschaut zu haben.

Alle Fäden führen dazu, über Sprache von Lehrkräften nachzudenken. Mit meinen LAA habe ich deshalb nach den ersten Kernseminarzeiten Ankersätze gesammelt. Das sind Sätze, die ich sammeln und speichern kann, um sie im Alltag, vor allem aber in stressigen Situationen parat zu haben. Somit geht es eindeutig auch um eine Professionalisierung des eigenen Handelns. Inspiriert zu diesem Vorgehen hat mich u.a. ein Fund von Michael Elberth aka Doodleteacher und Saskia Niechzial aka liniertkariert, die gemeinsam SOS-Sätze veröffentlicht haben.
Uns allen im Kernseminar ist beim Sammeln aufgefallen, wie gut wir viele Sätze fanden, dass wir aber in einer kritischen oder stressigen Situation nicht darauf gekommen wären. Deshalb eben die Sammlung! Und hier sind unsere Sätze:

  • Ich habe dich gesehen. Ich komme gleich zu dir, um mit dir zu sprechen.
  • Wir klären das nach der Stunde / gleich / in der Pause / … in Ruhe.
  • Geh bitte schonmal an Ort X. Ich komme zu dir, sobald ich hier die Aufgabe erklärt habe.
  • Ich sehe, dass du gerade wütend / traurig / … bist. Lass uns später mit einem klaren Kopf darüber sprechen, was gerade los war.
  • Ich muss erstmal überlegen, wie wir das lösen können. Dann sprechen wir noch einmal darüber.
  • „Ich habe es gesehen – ich dulde es nicht – ich komme darauf zurück!“ (Haim Omer / Regina Haller: Raus aus der Ohnmacht. Das Konzept Neue Autorität für die schulische Praxis, S. 27)
  • Ich habe dich gehört. aber ich rede gerade mit XY. Danach bin ich für dich da.
  • Ich finde es gerade zu laut hier. Ich kann mich so nicht konzentrieren. Und manchen Kindern geht es bestimmt ähnlich.
  • Entschuldigt, dass ich da so geschimpft habe. Ich war überrascht und habe nicht gut reagiert.
  • überhaupt: sich entschuldigen, Fehler eingestehen
  • Es ist ok, dass du grad wütend / traurig / … bist. Was brauchst du gerade, damit es besser wird?
  • Wie kann ich dich bei xy unterstützen?
  • Du bist hier immer Willkommen.
  • Dein Verhalten stört (uns beim Lernen). Statt „Du störst“!
  • Ich habe das Gefühl, du bist gerade sehr aufgewühlt. Wenn du dich bereit fühlst, bin ich für dich da.
  • Tipp: Kommunikation durch das Klassentier, das Klassentier als Helfer, Tröster, Beruhiger einsetzen
  • Manchmal überrollen uns unsere Gefühle, aber ich bin da für dich.
  • Ich glaube daran, dass du das schaffst!
  • Versuch das mal, du schaffst das schon!
  • Lass uns zusammen den ersten Schritt machen, dann schaffst du den Rest auch.
  • Darauf kannst du richtig stolz sein.
  • Das lernen wir noch gemeinsam.
  • generell: Fortschritte sichtbar machen, immer wieder thematisieren

Diese Sätze sind Beispiele, zeigen aber hoffentlich gut die Haltung, die dahinter steckt: Weniger lospoltern, weniger bewerten („We listen, but we don’t judge!„), mehr zuhören und Hilfe anbieten.

Danke fürs Lesen bis hierhin! Ich würde mich sehr über deine Ergänzung freuen – hier oder bei Instagram oder per Mail.
Katha

* Inzwischen findest du im Blog auch eine Rezension zu seinem Buch „Raus aus der Ohnmacht: Das Konzept Neue Autorität für die schulische Praxis„, denn meine Vertiefung geht weiter.

** Auf dieser Seite findet ihr auch weitere tolle Visualisierungen von Kristin Wiens, die verschiedenste Stressoren nennen, welche Kinder beeinflussen können. Du findest sie bei den Example stressors.

Jahresabschluss, Rückblick und Neubeginn 2026

Liebe treue Leserinnen und Leser, die auch trotz unsteter Folge an Beiträgen und Rezensionen hier mitlesen! Danke, dass es euch gibt und danke für einige nette, bestärkende Kommentare auf dem Blog!

2025 neigt sich überraschend plötzlich dem Ende entgegen und ich möchte wieder kurz darauf zurückschauen, was alles passiert ist. Denn es war doch ein spannendes Jahr, das ich für mich unter das Motto „Weitergehen“ gesetzt hatte. Und wie es teilweise weiterging!

Im März war ich zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse und durfte dort mit einer meiner liebsten Begleiterinnen referieren (Danke, M.!), vor allem aber staunen und genießen. Auch im September bei der Tagung mobile.schule waren sie und ich dabei und haben wieder zusammen Workshops gegeben. Unter anderem haben wir uns an unser Herzensthema „Ein Plädoyer für Digitalität in der Grundschule“ herangewagt und hoffentlich ein paar Samen unserer eigenen Begeisterung säen können. Verfestigt hat sich spätestens bei diesen Gelegenheiten die Idee, unsere Aktivitäten „öffentlicher“ zu gestalten und gemeinsam grundschulbezogene Fortbildungen anbzubieten. Was meinst du – gute Idee?

Dann gab es relativ spontan im April eine große Veränderung für den kleinen Prima(r)Blog: den Start bei Instagram. Unter dem Handle @primarblog versuche ich seitdem den Spagat zwischen Sichtbarkeit, Qualität und dem Vermeiden von Beliebigkeit, indem ich das meiste auf beiden Plattformen veröffentliche. Für Profis mögen meine knapp 800 Follower:innen in nem guten halben Jahr lächerlich wirken – ich freu mich trotzdem darüber!

Veröffentlicht habe ich insgesamt 55 Beiträge (vor diesem), von denen der beliebteste der über die „Arbeit mit textfreien Bilderbüchern“ war. Überhaupt waren Bilderbücher für mich 2025 immer noch, wieder und sowieso ein Thema. Viele meiner Käufe und Rezensionen waren Bilderbücher, viele Unterrichtsbeispiele in Fortbildungen basierten auf ihnen. Gerade die Verbindung zu digitalen Medien lässt sich im Sinne des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts hervorragend nutzen, da Bilderbücher ansprechen, tolle Inhalte bieten sowie im Umfang überschaubar und somit für alle durchdringbar sind. Hier wird mein Fokus auch im neuen Jahr sicher noch bleiben.

Apropos Rezensionen: Neben Anfragen von Verlagen haben mich dieses Jahr auch mehrfach Autor:innen direkt kontaktiert, was irgendwie seltsam war, aber durch den direkten Austausch auch sehr spannend. Meine Highlights waren 2025 folgende Bücher:
Bilderbuch: Selma, du machst das falsch und Das große Monster-ABC
Vorlesebuch: Nachts in der Bibliothek
Fachbuch: Lernmythen aufgedeckt und (kommt dieser Tage noch) Validieren.

Beruflich-schulisch hielt 2025 einen Umbruch für mich bereit, denn ich habe zum ersten Mal eine Versetzung beantragt und genehmigt bekommen. Nach 16 Jahren hatte ich das Gefühl, an meiner alten Schule alles gegeben zu haben und nichts mehr bewegen zu können. Leider fing ich an der neuen Schule erstmal als Karteileiche an, da aktuell meine Stunden alle der Lehrerausbildung gehören. Aber im neuen Halbjahr werde ich dann auch wirklich etwas mehr Teil des neuen Kollegiums, das ich zum Glück teilweise schon kenne, weil ich früher dort bereits aufgebildet habe.

Beruflich am Seminar gab es wenig Neues, außer dass mein Kernseminar-Team nun auch die engste Kollegin aus dem Fachseminar beinhaltet und wir somit noch etwas enger zusammen arbeiten als zuletzt schon. Oft haben wir es von Frühjahr bis Spätherbst mit dem Rad zur Arbeit geschafft, wo wir dann auf dem gemeinsamen Rückweg quasi direkt eine gute Evaluation des Seminars vornehmen konnten (Danke, W.!). Ich wünsche euch an dieser Stelle auch Kolleg:innen (zumindest eine), mit der ihr die besten Ideen habt, gut denkerisch Pingpong spielen könnt und auch mal loslästern könnt!
Auch haben wir es geschafft, neue Folgen für unseren seminarinternen Podcast aufzunehmen und haben noch zwei Zusagen von (inzwischen ehemaligen) LAA für zwei weitere Folgen. In diesen Aufnahmen zeigt sich immer wieder, was für tolle Menschen wir dort in ihrer Ausbildung begleiten dürfen!

Der Familie ging es 2025 gut, soweit ich das beurteilen kann. Es gab noch einen Schulwechsel und die Zeit als Grundschulmutti liegt nun endgültig hinter mir. Wir haben es geschafft, die ein oder andere kulturelle Aktivität zu buchen und ich durfte tolle Lesungen und Konzerte hören. Nachdem ich früher jeden Pfennig mehrfach umdrehen musste, genieße ich es umso mehr, dass das heute geht!

Für das neue Jahr stehen schon die ersten Veranstaltungen im Kalender, so dass es mit Tagungen etc. nicht langweilig wird. Spannend wird die Bandbreite von didacta über zweitägiges Barcamp und bak-Tagung bis private SchiLf. Das Projekt der eigenen Fortbildungen will an den Start gebracht werden und der ganz normale Alltag mit einem Fachseminar, einem Kernseminar und Praxissemestergruppen geht ja auch weiter. Ein paar Stunden an der neuen Schule kommen dazu, worauf ich mich sehr freue. Und zum Ausgleich gibt es auch schon konkrete Pläne für Familien- und Kulturaktivitäten (🤩).

Und das Motto für 2026? Eigentlich hätte ich gern wieder eines, weil mir das die letzten beiden Jahre gut gefallen hat. Die Wege-Symbolik erscheint mir aber nicht mehr so wirklich passend, so dass ich aktuell am ehesten mit „Flügel ausbreiten und los!“ liebäugele. Mal sehen, ob es das letztendlich wird.

Danke fürs Lesen und euch allen einen guten Rutsch und einen prima Start ins neue Jahr! Vielleicht mögt ihr eure Vorhaben oder euer Motto ja mal als Kommentar teilen!

Katha

Nikolaus-Verlosung: „Fritzi war dabei“

Passend zum heutigen Nikolaustag habe ich ein tolles Buch für euch: Die Wendewundergeschichte „Fritzi war dabei“ von Hanna Schott mit Bildern von Gerda Raidt, veröffentlicht bei Klett Kinderbuch. Gerade wurde die verfilmte Serie der Geschichte von Fritzi und wie sie die deutsche Wiedervereinigung erlebt, mit dem Emmy ausgezeichnet, was meiner Meinung nach äußerst verdient ist. Selten hatte ich ein Buch in der Hand, dass ein so komplexes Thema wie den Mauerfall für Kinder so nachvollziehbar und erlebbar macht!

Nachdem ich das Buch bereits seit Jahren im Regal stehen habe, darf ich jetzt an eine oder einen von euch ein nagelneues Exemplar verlosen. Und so läuft’s:
🧱 Schreibe einen Kommentar und erzähle, wie du die Wiedervereinigung erlebt hast. (Instagram-Kommentare zählen natürlich auch.)
🧱 Bis zum 12.12.25 hast du dafür Zeit, da ich abends an besagtem Freitag die Auslosung durchführen werde.
🧱 Teilnehmen kannst du nur mit Postadresse in Deutschland.

Weshalb sich die Teilnahme unbedingt lohnt? „Fritzi war dabei“ ist ein wunderbares Buch zum Vorlesen oder Selberlesen ab acht. Fritzi möchte gern mit ihren Eltern zu den Leipziger Montagsdemonstrationen gehen, aber ihre Eltern erlauben es nicht. Zu gefährlich!, finden sie. Als dann auch noch die Familie ihrer besten Freundin Sophie aus der DDr flieht, muss Fritzi eine Lösung finden, sie wiederzusehen. Dabei begleiten wir als Lesende Fritzi in die Schule, in die Stadt und vor den Fernseher, der viel Zeitgeist transportiert.
Durch seinen überschaubaren Umfang ist das Buch auch hervorragend als Klassenlektüre geeignet, die sich perfekt mit einer Sachunterrichtseinheit über Deutschland (historische Perspektive) verbinden lässt. Erfreulicherweise findest du auf der oben verlinkten Seite von Klett Kinderbuch auch ein umfangreiches pädagogisches Begleitmaterial.

Nun bleibt mir nur noch, euch einen schönen Nikolaustag und insgesamt ein wunderbares zweites Adventswochenende zu wünschen und natürlich viel Erfolg!

Katha

App-Tipp „ChatterPix“

Heute möchte ich eine neue Kategorie erschaffen, die ich auf Instagram schon eingesetzt habe: den App-Tipp. Den Anfang darf hierbei die Audioaufnahme-App ChatterPix bzw. ChatterPix Kids machen (ich finde bis auf kleine Varianten im Layout keinen Unterschied zwischen den beiden Versionen). Die App ist kostenlos für Tablets und Smartphones herunterzuladen.

In ChatterPix kann man Fotos zum Sprechen bringen:
1. Man fügt ein Bild ein oder nimmt es direkt in der App auf.
2. Man zeichnet mit dem Finger eine Linie dorthin, wo der Mund sein soll.
3. Man zeichnet ein Audio auf (max. 30 Sekunden).
4. Es gibt Rahmen, Sticker, Filter zum Ver“schönern“.
5. Download des Ergebnisses als Video.
Die Handhabung ist sehr intuitiv (immer oben rechts auf weiter tippen) und kinderleicht – in der Coronazeit hatten meine Jungs damit viel Spaß.
Dass das Ergebnis im Videoformat gespeichert wird, ist ein großer Vorteil für den weiteren Gebrauch. Ergebnisse können in einem LMS oder eine dig. Pinnwand wie TaskCards gesammelt werden, auch das Teilen mit Eltern ist unproblematisch, weil Videos auf jedem Gerät abgespielt werden können. Ein klares Plus für die „Usability“.

DuckDuckMoose ist ein amerikanischer Anbieter von Apps für Kinder und Erwachsene, was den Datenschutz betreffend erstmal problematisch ist. Auf ihrer Homepage schreiben die Betreiber aber, dass sie keine persönlichen Daten sammeln und speziell „we comply with the Children’s Online Privacy Protection Act“. Da man bei einem schulischen Einsatz der App ChatterPix ganz einfach ohne Namensnennung auskommt, sollte der Einsatz insgesamt also unproblematisch sein.

Einsatz in der Schule
a) Buchvorstellungen (Deutsch): Die Aktion „talking books“ habe ich euch schon einmal hier beschrieben. Das Foto (⤴️) stammt aus diesem Projekt.

b) Englisch / Fremdsprachen: Jeder möglich Gegenstand kann zum Sprechen gebracht werden. So sinkt die Hürde, die Fremdsprache anzuwenden, weil ein Stellvertreter genutzt wird.

c) Deutsch: Das Klassentier, eigene Plüschtiere, (KI-)Bilder von berühmten Kinderbuch- oder -serienfiguren können Geschichten oder Witze erzählen. Mündliches Erzählen ist bei den kleinen ja oft eh noch nicht so lang, dass die 30 Sekunden eng werden* und kurze Witze oder Scherzfragen machen allen Spaß.

d) Sachunterricht: Ein historischer Gegenstand kann mit Hilfe von ChatterPix erklären, was er ist und wozu er genutzt wurde. Genausogut können Tierbilder genutzt werden, um das Tier kurz vorzustellen. Der Fantasie sind hier (außer zeitlich) keine Grenzen gesetzt.

e) Kunst, Musik, Religion: Ich bin hier nicht so firm, stelle mir aber auch für Musiker:innen, Künstler:innen, Kunstwerke oder Figuren aus biblischen Geschichten den Einsatz der App als lohnenswert vor.

Was bei Audioaufnahmen immer schwierig ist, ist die Tonqualität. Hier lassen sich aber gute Effekte erzielen, wenn man…
– die Kinder verteilen kann, so dass nur 2-3 SuS an verschiedenen Ecken eines Raumes gleichzeitig aufnehmen.
– man mit Schallschluckern arbeitet, zum Beispiel einfachen Kisten. Diese werden auf die Seite gelegt, das Tablet hineingestellt und so die Umgebungsgeräusche schon erheblich reduziert.

Für heute sage ich: „Viel Spaß beim Ausprobieren!“ Und wenn ihr Lust habt, lasst doch euer Klassentier mal sprechen und ladet das Video unter meinem Insta-Beitrag zu ChatterPix hoch. 🙂

Katha

* Und sollten 30 Sekunden doch mal nicht reichen, nimmt man einfach mehrere Schnipsel auf und schneidet sie in iMovie zusammen. Das ist wirklich ebenso ein Kinderspiel!

Schon wieder Ferien!?

Irgendwie ging die Zeit nach den Sommerferien wahnsinnig schnell rum und plötzlich beginnen schon die Herbstferien. Hier war es ein bisschen aufregend, weil auch „das Möppelchen“ jetzt eine weiterführende Schule besucht und die Umstellung von gebundenem Ganztag auf Halbtagsschule und Buskindsein viel Begleitung erforderte. Die üblichen Elternabende und überhaupt viele Abendtermine prägten vor allem den September.
Auf zwei Dinge bin ich ein bisschen stolz: ich bin zwar wieder Pflegschaftsvorsitzende, aber habe kein weiteres Amt in den Schulen der Kinder übernommen. Und ich vertiefe jetzt einmal wöchentlich abends an der VHS meine Spanischkenntnisse aus der Oberstufe. Muy bien!

Beruflich galt es mit allen meinen LAA mitzufiebern und sie teilweise in den Prüfungen zu begleiten (in NRW dürfen LAA eine Fachleitung benennen, die an der Prüfung teilnimmt – für das jeweils andere Fach kommt eine FL aus einem anderen Seminar). Alle haben bestanden, was mich natürlich sehr freut. In den letzten beiden Wochen fanden nun meine jeweils letzten Seminartage statt. Traditionell ist das immer ein Anlass, sich gegenseitig zum Abschluss/Abschied zu beschenken und so steht jetzt ein tolles neues Bilderbuch in meinem Regal und ein Harry-Potter-Breakout wartet auf mich. Meine LAA haben von mir alle ein Notizbuch mit ihrem Namen drauf bekommen. Viele nette Worte wurden gesagt und geschrieben. 🙂

Meine neue Schule habe ich Ende der Sommerferien in der Konferenz kennengelernt und bin direkt mal mit in die AG Medien aufgenommen worden. Ganz ohne kann ich halt auch bei Null Stunden nicht… 😁

Insgesamt also ein guter Abschnitt mit viel Zeit, am Schreibtisch Dinge weg- und aufzuarbeiten. Nach den Ferien geht es dann mit dem Abschied des Ausbildungsjahrgangs 05/24 und dem Start des Jahrgangs 11/25 los. Damit erhöht sich die Termindichte dann auch wieder schlagartig. Zusammen mit meinen Kolleginnen im Fach- und im Kernseminar bereiten wir gerade viel für die Neuen vor, überprüfen unsere Planungen und erarbeiten neue Wege wie z. B. ein Reflexionsinstrument, das die Ausbildung begleiten soll.

Wie immer – egal ob in Schule oder ZfsL – wird es nicht langweilig, Flexibilität und Kreativität bleiben gefordert. Euch allen wünsche ich erholsame Ferien, Zeit zum Durchatmen und Ruhe, die eure Funken wieder entzündet.

Katha

Weitergehen heißt manchmal auch fortgehen.

Für dieses Jahr habe ich mir „Weitergehen“ als Motto gesetzt (falls es dich interessiert, kannst du hier nachlesen). Zum Ende der ersten Hälfte von 2025 geht es für mich defintiv weiter, nämlich weg von meiner Stammschule. Sechzehn Jahre lang war ich dort, nachdem ich zweieinhalb Jahre lang zuvor in Vertretungsstellen beschäftigt war. Die erste feste Stelle, dann auch noch so schön nah dran an Zuhause – das ist schon etwas Besonderes. Auch, weil ich dort von der Junglehrerin zur zweifachen Mutter und Fachleiterin gereift bin… Ich war Klassenlehrerin, Fachlehrerin, Medienbeauftragte, Steuergruppenmitglied, Mentorin … und zuletzt immer weniger dort, weil wir im Seminar aktuell so viele LAA und LiA und Praxissemesterstudierende haben wie nie.

Dennoch war es mir ein Bedürfnis, mal wieder neue Ufer zu erkunden und so habe ich den Antrag auf Versetzung gestellt, der erfreulicherweise auch genehmigt wurde. Bis auf „nicht zu weit weg“ hatte ich keine Einschränkungen angegeben, und so beginne ich nur wenige Kilometer weiter meinen Dienst an der Schule, an der ich schon meine ersten Praktika absolviert habe (in Klasse 9 und im IEP, also bei Studienbeginn). Vorerst bin ich zwar leider eine „Karteileiche“ an meiner neuen Schule, aber das wird sich ja auch wieder ändern. Schön ist es, dass ich die Schule, die Leitung und einige Kolleg:innen schon kenne, da ich dort bereits LAA ausbilden durfte. Auch zwei meiner ehemaligen LAA arbeten bereits dort. Ich starte also nicht komplett unbekannt.

Danke fürs Lesen dieses heute mal wieder privateren Beitrags. Vielleicht magst du ja mal kommentieren, was du rund ums Thema Versetzung für Erfahrungen gemacht hast.

Katha

Rezension: „Selbstorganisiertes Lernen mit generativer KI“

Titel: „Selbstorganisiertes Lernen mit generativer KI“
Verlag: Schäffer Poeschel (hier klicken)
Autoren: Werner Sauter und Daniel Stoller-Schai
ISBN: 978-3-7910-6645-5

Zum Inhalt:
Werner Sauter ist Pädagoge, Wirtschaftswissenschaftler und päd. Psychologe. Daniel Stoller-Schai ist u.a. „Digital Collaboration Specialist“. Die Autoren wissen also, wovon sie sprechen, wenn sie sich mit dem selbstorganisierten Lernen im beruflichen (wirtschaftlichen) Kontext beschäftigen. Sie sprechen mit diesem Buch alle Erwachsenen an, die sich in ihrem beruflichen Umfeld als lebenslang Lernende verstehen und bieten ihnen neben konkreten Prompts auch einen grundsätzlichen Einblick in Funktionsweisen des Lernens und wie Selbstbestimmung dabei wichtig ist. Sie verknüpfen dies mit dem momentan omnipräsenten Thema KI und stellen KI-Tools als Sparringspartner beim Lernen vor.

Meine Meinung:
Mir gefällt die grundlegende Idee, die hinter dem Buch steckt: KI kann mir bei meinem Lernen ein kompetenter Sparringspartner sein. Oder man bezeichnet die Zusammenarbeit (wie hier Jöran Muuß-Meerholz) als Ping-Pong-Spiel. Immer geht es darum, dass ich als Lernende meinen Lernprozess verantworte und mir neben menschlichen Gesprächspartnern eben auch einen sehr strukturierten und gut informierten KI-Tutor suche.
Eingeklammert von konkreten Prompt-Anregungen zu Beginn und im 10-Schritte-Plan im Anhang führen die Autoren viele Aspekte von Lernen aus: Lerntheorie, Motivationstheorie, Lernorte, Lernwege, … Dafür bin ich mit meinen Vorkenntnissen nicht die richtige Zielgruppe, aber für weniger pädagogisch vorgebildete Menschen klärt sich dadurch sicherlich sehr gut, warum und wie selbstorganisiertes Lernen funktioniert.
An einigen Stellen wird es sehr konkret und beispielhaft, zum Beispiel als es um fünf fiktive Personas geht und wie diese lernen können. Oder in dem Kapitel über KI und Lehrkräfte. An manchen anderen Stellen bleiben die Tipps etwas vage – hier wären Verweise auf die Konkretisierungen im Buch sicher hilfreich.

Leseempfehlung:
Jede:r, der sich beruflich weiter entwickeln möchte, ist mit diesem Buch gut beraten. Wer bereits viel über das Lernen an sich weiß, kann mit den Ideen zum Einsatz von KI auf jeden Fall auch etwas mitnehmen.

Ergänzung: Daniel Stoller-Schai hat mich noch auf die Prompt-Bibliothek aufmerksam gemacht, die euch zur Verfügung steht und die ich hier gern ergänze. 

Vielen Dank an den Verlag Schäffer Poeschel für das Rezensionsexemplar!

Katha

Wie Material zu einem 📙 Lehrwerk entsteht

* 📙 Bis zum Ende lesen lohnt sich heute besonders! 📙 *

Nachdem gerade zum fünften Mal ein fertiges Päckchen aus Handreichungen und Kopiervorlagen zum Jo-Jo-Lesebuch in den Händen halten darf, das ich maßgeblich verfasst habe, nehme ich euch heute mal mit in den Entstehungsprozess. Ich hoffe, auch solche Aspekte meines Arbeitslebens sind mal interessant…
Vor über zehn Jahren war ich schon eine Weile für den Cornelsen-Verlag (vorher Duden) immer mal wieder als Referentin unterwegs, zuletzt angebunden an das Deutsch-Lehrwerk Jo-Jo. Dann sollte es eine Neuauflage geben und ich wurde gefragt, ob ich zum Lesebuch die Kopiervorlagen und Handreichungen schreiben könnte. Da ich das Lesebuch von Beginn an sehr mochte, sagte ich zu und warf mich völlig naiv und unerfahren in den Prozess der Autorinnenschaft.

Zuerst bekam ich nun also eine Entwurfsfassung des Buches zusammen mit einer Liste, zu welchen Texten es schon KV gibt, welche überarbeitet oder neu erstellt werden müssen. Vorgabe war u.a. pro Kapitel auch eine dreifach differenzierte KV und einen Lesetest zu verfassen. Inzwischen darf ich frei entscheiden, zu welchen Buchseiten ich mir eine KV oder einen Test vorstellen kann – aber entscheiden ist ja auch nicht immer leicht…

Also schrieb ich anfangs Listen, inzwischen klebe ich lieber einfach Klebezettelchen in verschiedenen Farben für KV, Test-KV und differenzierte KV in die Prüfausgabe hinein, um den Überblick zu behalten. All das geschieht in enger Absprache mit einer Redakteurin vom Verlag bzw. mit einer Agentur. Im Dialog werden Fristen und Deadlines abgesprochen sowie alle beiderseitigen Fragen geklärt.

Dann geht es ans Schreiben. Ich arbeite in der Regel blockweise ein Kapitel ab, das ja ein Oberthema hat. So überlappen die KV innerhalb eines Kapitels sich nicht. Meine Vorlage ist von Beginn an die gleiche Worddatei, in der alle Schriftgrößen und Symbole enthalten sind. Anders als bei eigenen Arbeitsblättern muss ich aber nur Texte und Beschreibungen bzw. Skizzen liefern, da das Layout komplett beim Verlag liegt. Zu bereits abgegebenen Kapiteln bekomme ich irgendwann pdf-Fahnen zum Kontrollieren und Nachbessern. Das läuft ein wenig parallel, denn die ersten pdf-Dateien sind längst fertig, bevor ich die letzten Kapitel geschrieben habe. So sieht es dann beispielsweise im Entwurf und im Ergebnis aus:

Inhaltlich achte ich darauf, sowohl AB zu Sach- als auch zu Erzähltexten zu verfassen sowie zu kurzen wie längeren Texten. Außerdem gilt es, vor allem bei den dreifach differenzierten KV, die drei Anforderungsbereiche zu beachten und nicht nur durch Umfang zu differenzieren.

Dieses Mal habe ich zum ersten Mal auch direkt zu jedem Kapitel die Tabelle der Handreichungen bearbeitet, die vorgegeben ist und bereits mit einigen Daten (Texte, Autor:innen, interne Verweise…) gefüllt ist. Von mir kommen dort z. B. Umsetzungsideen und Fördermöglichkeiten hinein. So hake ich dann über einen Zeitraum vom Herbst bis in den frühen Frühling hinein ein Kapitel nach dem anderen ab, bis alle 14 fertig sind.

Dann heißt es abwarten und freuen, wenn ganz überraschend Post ankommt. So geschehen letzte Woche (Mitte Juni), denn jetzt ist es für die Schulen an der Zeit, die Bücher und Materialien der neuen überarbeiteten Auflage von Jo-Jo fürs neue Schuljahr zu bestellen. Vielleicht arbeitest du ja sogar schon mit dem Jo-Jo-Lesebuch und hast „meine“ KV im Einsatz? Dann schreib gern mal einen Kommentar hier oder bei Instagram – ich würde mich über Eindrücke und Meinungen freuen!

Und nun zum Schluss das Beste: ich darf insgesamt 3x ein Lesebuch mit AH Lesestrategien an euch verlosen. Drei Wege gibt es mitzumachen: als Kommentar hier im Blog, per Mail an die Blogadresse oder als Instagram-Kommentar. Versand gibt es aber nur innerhalb Deutschlands! Bis zum NRW-Ferienbeginn am 11. Juli 2025 kannst du mitmachen, dann lasse ich das Los entscheiden!

Ich hoffe, dieser kleine Einblick war interessant!
Katha

P.S.: Eine kleine Anekdote, die mich als Autorin vor Jahren erst ins Grübeln, dann zum Schmunzeln gebracht hat: Eine Nachhilfekraft/Lerntherapeutin mailte mich über den Blog an, weil eine KV ihrer Meinung nach keinen Sinn ergab bzw. einen Fehler habe. Ich schrieb zurück und hängt die m.E. korrekte KV als pdf an und verwies darauf, dass es ja auch editierbare KV gäbe, die die Lehrkräfte ändern können und dass das vermutlich hier der Fall gewesen war. Hab nie wieder etwas von der Dame gehört. 🤷🏼‍♀️

„Gefühle-Wochen“ im Blog – Warum Emotionen und Lernen zusammen gehören

In letzter Zeit habe ich mehrere Rezensionen veröffentlicht, die sich von verschiedenen Richtungen kommend dem großen Komplex der menschlichen Emotionen, spezieller der Gefühlswelt von Kindern bzw. Lernenden nähern. Dadurch und durch u.a. die kontinuierliche Arbeit von Menschen wie Caroline von St. Ange (@learnlearningwithcaroline, deren Buch ich euch sehr ans Herz legen möchte) oder Saskia Niechzial (@liniertkariert) habe ich mich im letzten halben Jahr auch mehr mit dieser Facette des Lernens auseinander gesetzt und möchte, wie ich es im Sinne des „working out loud“ mal wieder laut denken und ein paar meine Gedanken und Schlussfolgerungen hier teilen.

Auf diese meine Fachbuch-Rezensionen beziehe ich mich:
📖 Damit mein Kind sich besser fühlt
📖 Ich bin super, so wie ich bin
📖 Der Sumpfmumpf und die Hoffnung
📖 Selbstregulation für 3- bis 6-jährige
Zudem spielen auch einige Bilderbücher in diese Richtung, wie zum Beispiel diese:
📖 Das Krawallkehlchen
📖 Der Kopfübär
📖 Helmuts Herz
📖 Die Freude springt aufs Trampolin

Besonders intensiv wird die Verbindung von Lernen und Emotionen in diesem Film erklärt, den eine Kollegin mir für die Arbeit im Kernseminar empfohlen hat. (Achtung, bei Youtube ist er in drei Teile zerlegt!)
Hier wird sehr deutlich, dass Lernen überhaupt nur stattfinden kann, wenn Kinder emotional in einem stabilen, sicheren Zustand sind. Onlinetauglich kurz gefasst steckt das auch in diesem Satz, der mir sehr in den Ohren klingelt: „Schüler, die zu Hause geliebt werden, kommen in die Schule, um zu lernen. Schüler, die es nicht sind, kommen in die Schule, um geliebt zu werden.“ (zugeordnet wird er Nicholas A. Ferroni)

Für unsere Arbeit in der Grundschule bedeutet das zweierlei: a) eine veränderte Denkweise (Haltung, Mindset) im Bezug auf Störungen, herausforderndes Verhalten oder wie man es nennen mag und b) einen absoluten Fokus auf Beziehung.
a) Ein Kind, das Probleme macht, hat welche. Simpel, aber wahr. Es ist also an uns Lehrkräften, genau diese Probleme zu erkennen und bestenfalls daran anzusetzen. Wenn wir diese immer übergehen und vom Kind erwarten, dass es „funktionert“ in der Schule, können wir kaum eine Verbesserung erwarten. Entweder stört das Kind einfach weiter, weil sein Problem weiter besteht, oder es zieht sich zurück, weil es auch von der Lehrkraft nicht gesehen wird bzw. keine Unterstützung erhält. Und ja, ich weiß: wir haben viel zu schaffen, es ist nicht nur das eine Kind in der Klasse, die nächste Arbeit steht an… klar! Mir ist bewusst, dass man diesem Anspruch als Einzelkämpfer:in nur schwer gerecht werden kann und wir eigentlich qualifizierte Doppelbesetzungen benötigen. Mir geht es an dieser Stelle aber vor allem um unser Mindset als Lehrkraft. Veränderst du deinen Blick auf ein Kind, veränderst du auch deinen Umgang mit ihm oder ihr. Und das kann schon viel verändern.
b) Lerne „deine“ Kinder kennen! Bestimmt hast du auch schon die Erfahrung gemacht, dass sich eine Klasse bei der Klassenlehrkraft besser benimmt als im Fachunterricht, wo jemand mit nur wenigen Wochenstunden unterrichtet. Das macht genau diesen Unterschied in der Tiefe der Beziehung zwischen Kindern und Lehrkraft deutlich. Es lohnt sich aber auch als Fachlehrkraft, mit den Kindern über das Fach hinaus ins Gespräch zu kommen, sie kennenzulernen, mal ein Spiel zu machen statt stur den Stoff durchzuziehen. Du musst dabei nicht alles so machen wie die Klassenlehrkraft sondern darfst und sollst sogar du bleiben – aber zeige Interesse an der Gruppe und mach dich über ihre Besonderheiten und Bedürfnisse schlau. Bestenfalls gibt es zum Beginn eines Schuljahres eine Klassenkonferenz (also ein Gespräch aller dort lehrenden Personen), die dir das ein oder andere Fettnäpfchen ersparen kann.

Beschäftigt dich das Thema auch? Hast du ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Schreib es gern hier als Kommentar oder bei Instagram.

Katha

Sommerferien-Countdown

Da mein Junior die Schultage bis zu den Sommerferien zählt und mein Gedächtnis das nicht so gut speichert, habe ich ihm mit Canva eine Visualisierung gebastelt:

So kann er ab heute jeden Tag ausmalen und sieht das Ende der Grundschulzeit näher rücken. Individuell habe ich die Termine für die noch anstehende Fahrradausbildung, die langen Wochenenden (Hängematte) und die Geburtstage der Familie kenntlich gemacht. Für euch habe ich die Datei davon befreit – sie kann also für viele Nordrhein-Westfalen passen: pdf-Datei Sommerferien-Countdown.

Wer andere Ferien- und Feiertage hat (und einen Account), kann sich die Vorlage direkt in Canva kopieren (diesen Schritt bitte nicht vergessen!) und anpassen.

Katha